# Lohnt sich ein All-Terrain-Reifen im Alltag? 491 Ausführungen im Regal geben die Antwort

Veröffentlicht: 12.06.2026 · Aktualisiert: 09.09.2026 · Kategorie: SUV & Offroad · Autor: Reifentiefpreis · Schlagwörter: All-Terrain-Reifen, AT-Reifen, SUV-Reifen, Geländereifen, EU-Reifenlabel, Offroad

Titelbild: https://www.reifentiefpreis.de/bild/blog/at-reifen-alltag.jpg

Grobstolliges Profil, kernige Optik und das Versprechen, überall durchzukommen: All-Terrain-Reifen — kurz AT-Reifen — sind an SUV, Geländewagen und Pickups beliebt, auch bei Fahrerinnen und Fahrern, die ihr Auto praktisch nie ins Gelände bewegen. Lohnt sich so ein Reifen, wenn der Alltag zu 95 Prozent auf Asphalt stattfindet? Wir haben dafür nicht nur die Testlage gesichtet, sondern unser eigenes Regal ausgezählt: 491 lieferbare Ausführungen, deren Modellname das Kürzel „A/T“ trägt, mit ihren Label-Klassen, ihren Preisen und ihrer Einsortierung. Das Ergebnis ist eindeutiger, als die Marketingbilder vermuten lassen — und der teuerste Fehler beim AT-Kauf ist nicht die Marke, sondern das falsche Regal.

## HT, AT, MT: drei Profilklassen, ein Spektrum

Bei Reifen für SUV und Geländewagen haben sich drei Profilkategorien etabliert. Sie unterscheiden sich vor allem im Verhältnis von Straßen- zu Geländetauglichkeit, das der Fachhandel gern als grobe Faustregel angibt:

- **Highway-Terrain (HT)** — etwa 90 : 10 Straße zu Gelände. Der klassische, straßenorientierte SUV-Reifen: leise, komfortabel, geringer Verschleiß, gutes Nassverhalten. Für unbefestigte Wege nur bedingt geeignet.
- **All-Terrain (AT)** — ungefähr 50 : 50. Gröberes, offeneres Profil und meist robustere Karkasse. Der Allrounder für gemischte Nutzung aus Asphalt, Schotter und leichtem bis mittlerem Gelände.
- **Mud-Terrain (MT)** — rund 20 : 80. Grobstollige Spezialisten für schweres Gelände wie Schlamm, Geröll und Sand. Auf der Straße laut, hart und stark kompromissbehaftet.

Der AT-Reifen ist damit bewusst ein Kompromiss-Allrounder und in keine Richtung ein Spezialist (Quelle: Offroad-Fachratgeber [matsch-und-piste.de](https://matsch-und-piste.de/reifenkaufratgeber-alles-was-du-ueber-offroad-reifen-wissen-musst/)). Wie sich die drei Klassen im Detail zueinander verhalten, zeigen unsere Einzelporträts zum [Highway-Terrain-Reifen als Straßenspezialist](https://www.reifentiefpreis.de/blog/highway-terrain-reifen-ht) und zum [Mud-Terrain-Reifen und seinen Grenzen](https://www.reifentiefpreis.de/blog/mud-terrain-reifen-mt-sinnvoll).

Wie diese Faustregel im Handel ankommt, lässt sich am Sortiment ablesen. Eine Vollerhebung unseres Offroad-Regals am 9. September 2026 ergab **342 lieferbare Ausführungen mit „A/T“ im Modellnamen, 123 mit „H/T“ und 80 mit „M/T“**. Die Mitte ist also fast dreimal so stark besetzt wie die beiden Ränder zusammen — der Markt verkauft überwiegend den Kompromiss. Eine Warnung gleich vorweg: Das Kürzel im Namen ist kein verlässlicher Filter. Der Cooper Discoverer ATT, der Continental CrossContact ATR und der BFGoodrich Trail-Terrain T/A sind All-Terrain-Reifen, ohne die Zeichenfolge „A/T“ zu führen. Wer das Sortiment nach dem Namen durchsucht, übersieht ganze Modellreihen.

## Was ein AT-Reifen wirklich kann

Ein guter AT-Reifen spielt seine Stärken überall dort aus, wo der Asphalt endet. Das offene Profil verzahnt sich mit Schotter, Feldweg, Wiese und Matsch deutlich besser als eine geschlossene Straßenlauffläche, weil die groben Stollen den losen Untergrund verdichten und abscheren können, statt auf ihm aufzuschwimmen. Dazu kommt eine verstärkte Seitenwand: Sie steckt scharfkantige Steine, Bordsteine und Wurzeln besser weg und senkt das Risiko von Durchstichen und Flankenrissen — jener Schäden also, die auf der Piste am häufigsten zum Liegenbleiben führen.

Der zweite Vorteil ist die Tragfähigkeit. Viele AT-Größen sind mit höheren Lastindizes ausgelegt oder werden zusätzlich als verstärkte C- beziehungsweise LT-Version (Light Truck) angeboten. Für einen beladenen Pickup, einen ausgebauten Kastenwagen oder den Anhängerbetrieb ist das mehr als ein Detail — allerdings verlangen diese Ausführungen auch einen höheren Luftdruck, der in der Betriebsanleitung oder auf dem Reifenfülldruckschild nachzuschlagen ist. Passende Größen für Zugfahrzeug und Gespann behandeln wir gesondert bei den [Reifen für Anhänger und Wohnwagen](https://www.reifentiefpreis.de/blog/anhaenger-wohnwagen-reifen).

Ein oft unterschätzter Hebel ist der Luftdruck im Gelände: Auf sehr losem Untergrund wie Sand oder tiefem Matsch vergrößert ein gezielt abgesenkter Druck die Aufstandsfläche und damit die Traktion spürbar. Für die Straße muss der Druck danach zwingend wieder auf den Sollwert steigen; wie das sicher funktioniert und wo die Grenze liegt, erklärt unser Ratgeber [Luftdruck im Gelände richtig absenken](https://www.reifentiefpreis.de/blog/reifendruck-gelaende-absenken). Und schließlich, ganz ehrlich: Für viele Käufer ist die Optik der eigentliche Grund. Das markante Profil gehört für sie zum Geländewagen dazu — das ist ein legitimes Motiv, sollte aber nicht mit einem technischen Argument verwechselt werden.

## Das Regal kennt zwei Sorten AT-Reifen — und das ist die wichtigste Unterscheidung

Die eigentliche Überraschung der Erhebung liegt nicht in den Stückzahlen, sondern in der Einsortierung. Von den 491 Ausführungen mit „A/T“ im Namen stehen **342 im Offroad-Regal und ausnahmslos alle davon in der Unterrubrik Sommerreifen**. Kein einziger AT-Reifen des Offroad-Sortiments ist dort als Winter- oder Ganzjahresreifen geführt. Die übrigen **149 Ausführungen stehen im Pkw-Regal — und dort ausnahmslos alle als Ganzjahresreifen**.

Diese Zweiteilung ist keine Verwaltungslaune, sondern bildet zwei verschiedene Produktphilosophien ab. Das Offroad-Lager ist breit und tief besetzt: 19 Marken und 29 Modellreihen, angeführt vom Yokohama Geolandar A/T G015 mit 73 Größen, dem Falken Wildpeak A/T AT3WA mit 40 und dem Radar Renegade A/T (AT-5) mit 37. Das Pkw-Lager dagegen ist ein enger Kreis von nur **sieben Modellreihen**: Bridgestone Dueler All Terrain A/T002 (41 Ausführungen), Toyo Open Country A/T III (30), Sailun Terramax A/T (27), Gripmax Inception A/T (26), Matador MP72 Izzarda A/T 2 (17), Petlas Peaklander A/T (6) und General Grabber A/T Sport-W (2).

Für den Kauf ist das die entscheidende Weiche, und sie wird selten gestellt. **Wer einen AT-Reifen als Ganzjahreslösung sucht, greift im Offroad-Regal garantiert daneben** — dort steht kein einziger. Wer umgekehrt maximale Geländetraktion will, findet sie im schmalen Pkw-Ganzjahres-Lager kaum, weil dessen Modelle bewusst in Richtung Straße abgestimmt sind. Beide Lager heißen „All-Terrain“, meinen aber Unterschiedliches: das eine einen robusten Sommerreifen mit Geländeprofil, das andere einen Ganzjahresreifen im Geländelook.

Wer die Wintertauglichkeit gar nicht braucht und nur einen belastbaren Straßenreifen fürs SUV sucht, ist mit den [Ganzjahresreifen am Geländewagen](https://www.reifentiefpreis.de/blog/ganzjahresreifen-suv) oder gleich mit der Frage besser bedient, [ob ein SUV überhaupt eigene Reifen braucht](https://www.reifentiefpreis.de/blog/suv-reifen-vs-pkw-reifen).

## Was das EU-Reifenlabel über die drei Klassen sagt

Die Faustregel 90 : 10, 50 : 50, 20 : 80 lässt sich am [EU-Reifenlabel](https://www.reifentiefpreis.de/info/reifenlabel) nachrechnen — und sie hält stand. Über alle erhobenen Ausführungen des Offroad-Regals ergibt sich ein sauberer Gradient von der Straße ins Gelände.

- **Kraftstoffeffizienz (Rollwiderstand):** Bei den H/T-Reifen tragen 89 von 123 die Klasse C, das sind 72,4 Prozent. Bei den A/T-Reifen kippt das Bild: 203 von 342 stehen auf **E, also 59,4 Prozent**, und keine einzige Ausführung erreicht die Klasse A. Bei den M/T-Reifen ist die Sache entschieden: Von den 73 Ausführungen mit hinterlegtem Label stehen **alle 73 auf E**.
- **Nasshaftung:** H/T-Reifen liegen zu 88,6 Prozent auf C und nur dreimal auf E. Bei den A/T-Reifen sind es 51,8 Prozent auf C, aber schon **26,6 Prozent auf E** — jeder vierte AT-Reifen im Offroad-Regal trägt damit die schlechteste Klasse der Skala. Bei den M/T-Reifen sind es 69 von 73.
- **Rollgeräusch:** Der Median liegt bei H/T bei 71 dB, bei A/T bei 72 dB — und bei M/T bei **79 dB**, wobei 68 der 73 Ausführungen exakt diesen Wert tragen. Zwischen dem leisesten H/T (69 dB) und dem typischen Mud-Terrain liegen zehn Dezibel.

Bemerkenswert ist der Vergleich der beiden AT-Lager untereinander, denn er bestätigt die Zweiteilung ein zweites Mal. Im Pkw-Ganzjahres-Lager steht die Effizienzklasse E nur bei 16,8 Prozent der Ausführungen statt bei 59,4, die Nasshaftungsklasse E bei 10,7 statt 26,6 Prozent — und sieben Ausführungen erreichen sogar Nasshaftung A, gegenüber vier unter 342 im Offroad-Lager. Der straßenorientierte AT-Reifen ist also messbar straßentauglicher, nicht nur anders einsortiert. Wie ernst die unteren Klassen zu nehmen sind, ordnet unser Beitrag zu [Reifen mit Nasshaftung D und E](https://www.reifentiefpreis.de/blog/nasshaftung-d-und-e) ein; wie die Klassen überhaupt zustande kommen, steht im [ausführlichen Ratgeber zum Lesen des Labels](https://www.reifentiefpreis.de/blog/eu-reifenlabel-lesen-nasshaftung-effizienz-und-geraeusch-einfach-erklaert).

## Der Preis im Alltag: Bremsweg, Lärm, Verbrauch, Verschleiß

Was im Gelände hilft, schlägt auf der Straße zurück — und die Label-Zahlen des vorigen Abschnitts sind genau die Währung, in der bezahlt wird. Der **längere Bremsweg bei Nässe** ist dabei der einzige Punkt, der wirklich sicherheitsrelevant ist: Eine Nasshaftungsklasse entspricht auf der Prüfstrecke einem spürbaren Unterschied, und zwischen A und E liegen vier davon. Alles andere ist Komfort und Geld.

Das **Abrollgeräusch** rollt hörbar mit: Der Unterschied zwischen 71 und 79 dB klingt nach wenig, entspricht aber wegen der logarithmischen Skala einer deutlich mehr als doppelten Schallintensität — bei AT-Reifen bleibt es meist bei einem oder zwei Dezibel über dem Straßenreifen, bei Mud-Terrain wird daraus ein Dauerbrummen ab Landstraßentempo. Der **höhere Rollwiderstand** kostet Kraftstoff beziehungsweise Reichweite; drei Effizienzklassen Abstand sind über eine Reifenlebensdauer eine dreistellige Summe.

Der vierte Posten wird am häufigsten unterschätzt: der **Verschleiß auf Asphalt**. Die offenere, häufig weichere Lauffläche eines AT-Reifens nutzt sich auf der Straße zügiger ab als ein geschlossenes HT-Profil, weil weniger Gummi mehr Last trägt und die Stollenkanten arbeiten. Wer überwiegend Autobahn fährt, erreicht deshalb mit AT-Reifen häufig eine geringere Gesamtlaufleistung — der günstigere Einstandspreis kann sich dadurch relativieren. Wie stark Fahrstil, Achslast und Einsatzprofil die [Reifenlaufleistung in Kilometern](https://www.reifentiefpreis.de/blog/reifen-laufleistung-kilometer) beeinflussen, haben wir gesondert aufgeschrieben.

## Die Probe in einer Größe: 225/65 R17

Prozentwerte über ein ganzes Regal sind das eine, die konkrete Kaufentscheidung das andere. Deshalb die Gegenprobe in genau der Größe, in der der ADAC 2025 gemessen hat: **225/65 R17**. Unser Sortiment führt in dieser Dimension 345 lieferbare Artikel — 155 Sommerreifen, 96 Winterreifen und 95 Ganzjahresreifen. Davon sind ganze **vier** All-Terrain-Reifen des Offroad-Regals. Der AT-Reifen ist in einer typischen SUV-Größe also nicht die Regel, sondern die Ausnahme, und man muss ihn ausdrücklich wollen.

Wie teuer diese Entscheidung ist, zeigt ein direkter Vergleich zweier Reifen derselben Größe. Der [Yokohama Geolandar A/T G015 in 225/65 R17](https://www.reifentiefpreis.de/artikel/yokohama-geolandar-a-t-g015-225-65-r17-102h-73953) — der Testsieger des ADAC-Vergleichs — kostet 99,63 Euro und trägt das Label **E / E / 71 dB**. Der [Firestone Roadhawk 2 in derselben Größe](https://www.reifentiefpreis.de/artikel/firestone-roadhawk-2-225-65-r17-102h-142086), ein gewöhnlicher Straßen-Sommerreifen, kostet 99,54 Euro und trägt **B / A / 71 dB** (Preisstand 9. September 2026). Für neun Cent weniger bekommt man drei Effizienzklassen und vier Nasshaftungsklassen mehr, bei identischem Geräuschwert. Der Sicherheits- und Verbrauchsnachteil des AT-Reifens ist in dieser Größe also nicht einmal durch einen niedrigeren Preis erkauft.

Wer beim Geländeprofil bleiben will, fährt mit dem [Falken Wildpeak A/T AT3WA in 225/65 R17](https://www.reifentiefpreis.de/artikel/falken-wildpeak-a-t-at3wa-225-65-r17-102h-107113) für 107,04 Euro am ausgewogensten: D / C / 71 dB ist der beste Label-Wert unter den vier AT-Ausführungen dieser Größe, und Falken nennt für das Modell 44 Größen von 15 bis 22 Zoll und weist in seiner Größentabelle M+S-Kennzeichnung wie Alpine-Symbol aus ([Herstellerangabe Falken](https://www.falkentyre.com/en/tyres/4x4-tyres/product-detail/139615)). Das komplette Angebot dieser Dimension finden Sie auf der Übersichtsseite [Reifen in 225/65 R17](https://www.reifentiefpreis.de/reifen/groesse/225-65-r17).

## Was der ADAC-Test dazu sagt

Wie groß der Abstand zu normalen Reifen ist, hat der ADAC am 6. Mai 2025 in einem eigenen All-Terrain-Test mit acht Modellen in genau dieser Größe gemessen. Das Ergebnis war ungewöhnlich deutlich: **Kein einziger Kandidat war empfehlenswert.** Testsieger wurde der Yokohama Geolandar A/T G015 mit „befriedigend“ (2,9), vor dem Falken Wildpeak A/T AT3WA (3,1), dem General Grabber AT3 und dem Matador MP72 Izzarda A/T 2 (je 3,2), dem Pirelli Scorpion A/T+ und dem Toyo Open Country A/T III (je 3,8), dem Bridgestone Dueler A/T002 (4,2) und dem BFGoodrich Trail-Terrain T/A (5,4). Beim Nassbremsen aus 80 km/h brauchte der beste AT-Reifen rund 40 Meter, der schlechteste 48,8 Meter — der mitgefahrene Ganzjahres-Referenzreifen dagegen etwa 34 Meter. Der ADAC spricht von einem „merklichen Verlust an Fahrsicherheit“ gegenüber einem Pkw-Reifen ([ADAC-Test All-Terrain-Reifen 2025](https://www.adac.de/rund-ums-fahrzeug/ausstattung-technik-zubehoer/reifen/reifentest/spezielle-reifentests/all-terrain-reifen-test/)).

Bemerkenswert wird die Rangliste, wenn man sie neben die Regalzuordnung legt. **Die drei Bestplatzierten stehen sämtlich im Offroad-Sommer-Regal, die drei Schlechtesten sämtlich im Pkw-Ganzjahres-Regal** — die Trennlinie des Sortiments fällt exakt mit der Trennlinie der Noten zusammen. Das ist kein Zufall und auch kein Widerspruch zu den Label-Werten: Die ADAC-Gesamtnote gewichtet Schnee und Gelände mit, und genau dort gibt der straßenorientierte AT-Reifen ab, was er auf Asphalt gewinnt. Sechs der acht Testmodelle sind bei uns in der Testgröße lieferbar; alle acht Einzelnoten und ihre Herkunft aus den Teildisziplinen finden Sie in unserer [ausführlichen Auswertung des ADAC-Vergleichs](https://www.reifentiefpreis.de/blog/adac-all-terrain-reifentest-2025).

Der praktische Rat des ADAC ist ebenso klar: Wer nur gelegentlich abseits befestigter Straßen fährt, kommt „auf üblichen Schotterwegen und Wiesen mit einem Pkw-Ganzjahresreifen überraschend gut voran“. Für echte Geländetraktion zählt zudem der Antriebsstrang — Allrad mit Differenzialsperre und eine kurze Übersetzung bringen mehr als jedes Profil.

## Winter und Recht: das Alpine-Symbol ist keine Formsache

Ein verbreiteter Irrtum lautet, jeder grobstollige Geländereifen sei automatisch wintertauglich. Rechtlich ist das Gegenteil der Fall, und die Regel ist enger, als viele Ratgeber sie wiedergeben. **[§ 2 Absatz 3a StVO](https://www.gesetze-im-internet.de/stvo_2013/__2.html)** verlangt bei „Glatteis, Schneeglätte, Schneematsch, Eisglätte oder Reifglätte“ eine Bereifung, die den Anforderungen des **§ 36 Absatz 4 StVZO** genügt. Und dieser Absatz definiert Winterreifen seit dem Wegfall der Übergangsregelung eindeutig: Luftreifen, die die Fahreigenschaften bei Schnee verbessern und „mit dem Alpine-Symbol (Bergpiktogramm mit Schneeflocke) nach der Regelung Nr. 117 der UNECE“ gekennzeichnet sind ([Wortlaut bei gesetze-im-internet.de](https://www.gesetze-im-internet.de/stvzo_2012/__36.html)).

Die alte M+S-Kennung allein genügt damit nicht mehr. Reifen mit M+S, die vor dem 1. Januar 2018 hergestellt wurden, durften im Rahmen einer Übergangsfrist noch bis zum **30. September 2024** gefahren werden; seither zählt ausschließlich das Alpine-Symbol ([ADAC zur Alpine-Pflicht seit Oktober 2024](https://www.adac.de/news/auto-winterreifen-neue-regel-oktober/)). Viele moderne AT-Reifen tragen das Bergpiktogramm, etliche aber auch nicht — und der Modellname verrät es nicht. Prüfen Sie es vor dem Kauf an der Flanke beziehungsweise in den Produktdaten.

Was ein Verstoß kostet, steht in der Anlage zur Bußgeldkatalog-Verordnung und ist überschaubar, aber nicht folgenlos: Für das Fahren bei Glätte ohne geeignete Bereifung sieht die laufende Nummer 5a **60 Euro** vor, mit Behinderung anderer 80 Euro; der Halter, der eine solche Fahrt anordnet oder zulässt, zahlt nach Nummer 213a **75 Euro** ([Anlage zur BKatV](https://www.gesetze-im-internet.de/bkatv_2013/anlage.html)). Deutlich teurer wird es im Schadensfall über die Versicherung. Den vollständigen Rahmen fasst unser Beitrag zur [situativen Winterreifenpflicht in Deutschland](https://www.reifentiefpreis.de/blog/winterreifenpflicht-deutschland) zusammen, den weiteren rechtlichen Kontext der Überblick zu den [Reifenvorschriften in Deutschland](https://www.reifentiefpreis.de/blog/reifen-und-gesetz-welche-vorschriften-in-deutschland-wirklich-gelten).

Und selbst ein AT-Reifen mit Alpine-Symbol ersetzt keinen guten Winterreifen: Er darf bei Schnee gefahren werden, bremst auf nasser und trockener Fahrbahn aber weiterhin schlechter. Wer echte Wintersicherheit sucht, ist mit [Winterreifen fürs SUV](https://www.reifentiefpreis.de/blog/winterreifen-suv-gelaendewagen) oder der Abwägung [Ganzjahresreifen oder zwei Reifensätze](https://www.reifentiefpreis.de/blog/ganzjahresreifen-oder-zwei-saetze) meist besser bedient. Der AT-Reifen spielt seine Stärke erst dort aus, wo Geländeanteil und Winter zusammenkommen.

## Wann sich ein AT-Reifen lohnt — und wann nicht

**Sinnvoll ist ein AT-Reifen, wenn …**

- Sie regelmäßig Schotter-, Feld- oder Waldwege, Baustellen oder unbefestigte Zufahrten befahren und die Flankenrobustheit brauchen,
- Sie auf dem Land wohnen und der Untergrund im Alltag wechselt,
- Sie Anhänger, Wohnwagen oder Pferdetransporter auch über Wiese und losen Boden ziehen,
- Sie einen Reifen mit Alpine-Symbol für einen einzigen Satz im Jahr suchen und den Straßenkompromiss bewusst in Kauf nehmen,
- ein Kastenwagen oder Wohnmobil im Spiel ist, wo die Auswahl ohnehin eng ist — dazu haben wir das Sortiment im Beitrag zu [All-Terrain-Reifen für den Kastenwagen](https://www.reifentiefpreis.de/blog/all-terrain-c-reifen-transporter) ausgezählt.

**Eher nicht sinnvoll ist er, wenn …**

- Sie überwiegend Stadt, Landstraße und Autobahn fahren: Hier ist ein Straßen- oder Ganzjahresreifen kürzer im Nassbremsweg, leiser, sparsamer und meist langlebiger — und wie das Preisbeispiel oben zeigt, nicht einmal teurer,
- Sie zwar ein SUV fahren, aber nie den Asphalt verlassen,
- die kernige Optik der eigentliche Kaufgrund ist. Das ist völlig legitim — dann sollte man nur wissen, dass man sie mit Bremsweg und Verbrauch bezahlt.

Der ehrliche Zwischenstand lautet also: Der AT-Reifen ist kein schlechter Reifen, aber er ist ein Spezialwerkzeug. Er rechnet sich, wenn der Geländeanteil real ist — und er kostet ohne Gegenwert, wenn er es nicht ist.

## Vor dem Kauf: worauf es wirklich ankommt

Steht die Entscheidung für einen AT-Reifen, entscheiden vier Punkte über das Ergebnis. **Erstens die Papiere:** Nur Größen sowie Trag- und Geschwindigkeitsindizes, die zu Ihrer Zulassungsbescheinigung passen, sind zulässig; ein höherer Index ist unproblematisch, ein niedrigerer nie. **Zweitens das richtige Lager:** Soll der Reifen ganzjährig laufen, kommt nur ein Modell mit Alpine-Symbol infrage — im Sortiment sind das die Ganzjahres-Ausführungen, nicht die Offroad-Sommerreifen. **Drittens das Label:** Innerhalb der AT-Gattung liegen zwischen der besten und der schlechtesten Ausführung mehrere Klassen; bei zwei ansonsten gleichwertigen Kandidaten ist die bessere Nasshaftung immer das stärkere Argument.

**Viertens die Kennzeichnungen auf der Flanke.** Neben Größe und Kennung finden sich dort Kürzel, die den Einsatzbereich einschränken oder erweitern: Zollmaße wie 31x10.50 R15, der Zusatz „C“ oder „LT“ für verstärkte Ausführungen und das Kürzel „POR“ für Geländereifen des gewerblichen Einsatzes, für die § 36 Absatz 5 StVZO eine eigene Regelung zur Geschwindigkeitsangabe im Fahrzeug vorsieht. Was diese Angaben im Einzelnen bedeuten, entschlüsselt unser Ratgeber zur [Kennzeichnung von Geländereifen](https://www.reifentiefpreis.de/blog/gelaendereifen-kennzeichnung).

Eine große Auswahl finden Sie bei den [Offroad-Sommerreifen](https://www.reifentiefpreis.de/reifen/offroad/sommerreifen) sowie bei den [Ganzjahresreifen für PKW](https://www.reifentiefpreis.de/reifen/pkw/ganzjahresreifen); welcher Reifentyp grundsätzlich zu Ihrem Fahrzeug passt, klärt der Überblick [SUV- und Offroad-Reifen im Vergleich](https://www.reifentiefpreis.de/blog/suv-und-offroad-reifen-welcher-reifen-wirklich-zu-ihrem-suv-passt).

## Häufige Fragen

### Wie viel Bremsweg kostet ein Geländeprofil auf nasser Fahrbahn?
Im ADAC-Test vom Mai 2025 brauchten die AT-Reifen aus 80 km/h bei Nässe rund 40 bis 48,8 Meter, der mitgefahrene Ganzjahres-Referenzreifen dagegen etwa 34 Meter. Das sind je nach Modell rund 6 bis knapp 15 Meter mehr — im Ernstfall der Unterschied zwischen Stehen und Aufprall.

### Woran erkenne ich, ob ein Geländereifen wintertauglich ist?
Ausschließlich am Alpine-Symbol, dem Bergpiktogramm mit Schneeflocke auf der Flanke. Die Kennung M+S allein genügt seit dem 30. September 2024 nicht mehr. Der Modellname sagt nichts darüber aus: In unserem Sortiment stehen alle 342 AT-Ausführungen des Offroad-Regals als Sommerreifen und alle 149 des Pkw-Regals als Ganzjahresreifen.

### Sind grobe Geländereifen teurer als Straßenreifen?
Nicht zwangsläufig. In der Größe 225/65 R17 beginnt das Regal bei 55,00 Euro, die vier AT-Ausführungen liegen zwischen 99,63 und 158,93 Euro. Entscheidend ist aber nicht der Preis, sondern die Gegenleistung: Für 99,54 Euro bekommen Sie in derselben Größe einen Straßenreifen mit Nasshaftung A, für 99,63 Euro einen AT-Reifen mit Nasshaftung E. Bezahlt wird die Geländetauglichkeit also in Label-Klassen, nicht in Euro.


Quelle: https://www.reifentiefpreis.de/blog/at-reifen-im-alltag-sinnvoll
