# Enduro- und Adventure-Reifen: Straße und Gelände richtig abwägen

Veröffentlicht: 02.06.2026 · Aktualisiert: 17.09.2026 · Kategorie: Motorrad · Autor: Reifentiefpreis · Schlagwörter: Enduro, Adventure-Reifen, Motorradreifen, Straßenzulassung, Betriebskennung, Reifenfreigabe

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Schotterpiste am Alpenpass, Waldweg im Erzgebirge oder doch die tägliche Pendelstrecke über die Landstraße? Bei Reise-Enduros und Adventure-Bikes entscheidet kaum etwas so stark über Sicherheit und Fahrspaß wie der richtige Reifen. Die Hersteller fassen das gern in eine griffige Zahl: 90/10, 80/20, 50/50. Diese Skala ist eine Orientierungshilfe der Marketingabteilungen – geregelt ist sie nirgends. Was tatsächlich vorgeschrieben, prüfbar und im Streitfall entscheidend ist, steht als Kürzel auf der Flanke: Bauart, Tragfähigkeitskennzahl, Geschwindigkeitssymbol – oder eben die drei Buchstaben, die den Reifen von der Straße ausschließen.

Dieser Ratgeber sortiert beides. Er erklärt, wie Sie Ihr Verhältnis von Straße zu Gelände ehrlich bestimmen, und er stellt daneben die Zahlen aus unserem eigenen Regal: Wir haben am 17. September 2026 alle Ausführungen unserer Rubrik Enduro/Cross einzeln ausgezählt. Das Ergebnis verschiebt die Prioritäten – denn die Größe ist beim Enduro-Reifen selten das Problem. Das Tempo-Symbol ist es.

> **Faustregel:** Wählen Sie den Reifen nach dem, was Sie wirklich fahren – nicht nach dem, was Sie sich vornehmen. Und prüfen Sie zuerst, ob er zur bauartbedingten Höchstgeschwindigkeit Ihres Motorrads passt.

## Die 90/10-Angabe ist Orientierung, die Flanke ist Vorschrift

Für Luftreifen an Krafträdern und Mopeds gilt in Europa die UN-Regelung Nr. 75. Sie beschreibt in Absatz 1 ihren Anwendungsbereich (Fahrzeugklassen L1 bis L5) und legt in Absatz 3 fest, welche Aufschriften ein genehmigter Reifen mindestens tragen muss. Eine Prozentskala für den Geländeanteil kommt darin nicht vor – und auch sonst in keinem Regelwerk.

Was die Regelung stattdessen kennt, ist die **Verwendungsart** als typbildendes Merkmal. Absatz 2.1.3 unterscheidet „normal: Straßenreifen“ von „spezial: Reifen für besondere Verwendung wie z. B. auf und abseits der Straße, M + S, Moped“. Für die erste dieser Sonderformen gibt es sogar einen eigenen Begriff: Absatz 2.30 definiert den „MST (multiservice tyre)“ als „Mehrzweckreifen, der zur Verwendung sowohl auf als auch außerhalb von Straßen geeignet ist“, und Absatz 3.1.10 schreibt dafür die Aufschrift „MST“ vor. Das ist, dem Wortlaut nach, exakt die Kategorie, die der Handel „Dual-Sport“ oder „50/50“ nennt.

Praktisch spielt sie trotzdem kaum eine Rolle: In keiner der 1.043 Artikelbezeichnungen unserer Enduro-Rubrik taucht „MST“ auf. Die Kennung existiert in der Vorschrift, im Verkaufsalltag führt sie ein Schattendasein – ähnlich wie das „F“, das die Vorschrift für [Notlaufreifen beim Pkw](https://www.reifentiefpreis.de/blog/runflat-notlaufreifen) verlangt. Für Sie heißt das: Die Prozentangabe des Herstellers bleibt ein brauchbarer Hinweis auf die Auslegung des Profils, aber sie ist keine Zusicherung und keine Rechtsgrundlage. Prüfbar ist nur, was auf der Seitenwand steht.

Eine Sache hat der MST-Eintrag allerdings noch zu bieten, und die ist sehr konkret: Nach Absatz 6.1.4.2.2 darf ein mit „MST“ gekennzeichneter Sonderreifen seine Laufflächenbreite um bis zu **25 Prozent** überschreiten, während für Normal- und M+S-Reifen nur 10 Prozent (bei kleinen Felgendurchmessern 8 Prozent) zulässig sind. Ein echter Mehrzweckreifen darf also spürbar breiter bauen, als die Nenngröße vermuten lässt. Wer knappe Freigängigkeit an Schwinge, Kettenstrebe oder Kotflügel hat, sollte das im Hinterkopf behalten.

## Das Enduro-Regal, vollständig ausgezählt

Für diesen Ratgeber haben wir jede Ausführung unserer Rubrik [Enduro- & Cross-Reifen](https://www.reifentiefpreis.de/reifen/motorrad/enduro) einzeln erfasst – Seite für Seite, bis die Zahl der gefundenen Artikel mit der ausgewiesenen Gesamtzahl übereinstimmte. Stand 17. September 2026 sind das **1.043 Ausführungen** von **15 Marken** in **132 Nenngrößen**.

Die Marken verteilen sich breiter, als der Ruf der Kategorie vermuten lässt: Dunlop führt mit 159 Ausführungen, dahinter Metzeler mit 127, Pirelli mit 124, Bridgestone mit 122 und Michelin mit 105. Continental kommt auf 85, Heidenau auf 80, Maxxis auf 76, Mitas auf 54, Kenda auf 43, CST auf 32 und Mefo auf 29. Die Preisspanne reicht von 24,70 € für einen kleinen Kinder-Crossreifen bis 373,47 € für einen großen Reise-Enduro-Hinterreifen; der mittlere Preis liegt bei rund 96 €.

Bei den Größen ist die Sache dagegen eindeutig. Fünf Nenngrößen decken fast ein Viertel des gesamten Regals ab: **90/90-21** mit 90 Ausführungen, **100/90-19** mit 59, **140/80-18** mit 47, **80/100-21** mit 42 und **110/90-19** mit 37. Das sind die klassischen Speichenrad-Maße der Reise-Enduro – vorn 21 Zoll, hinten 17 bis 19 Zoll. Wer in einer dieser Größen sucht, hat echte Auswahl; wer eine der 80 selteneren Größen braucht, oft nur eine Handvoll Kandidaten. Zu den beiden meistgefragten Vorderreifen-Formaten haben wir eigene Übersichten: [Vorderreifen in 90/90 R21](https://www.reifentiefpreis.de/blog/motorradreifen-90-90-r21) und [Midsize-Adventure in 110/80 R19](https://www.reifentiefpreis.de/blog/motorradreifen-110-80-r19). Für große Reiseenduros lohnt der Blick auf den passenden [Reifensatz aus 120/70 R19 und 170/60 R17](https://www.reifentiefpreis.de/blog/motorradreifen-120-70-r19-170-60-r17).

## 127 Reifen, die gar nicht auf die Straße dürfen

Der erste Filter beim Enduro-Kauf ist kein Komfort-, sondern ein Rechtsfilter. Die UN-Regelung Nr. 75 nimmt sich in Absatz 1 selbst zurück: Sie gilt „jedoch nicht für Reifentypen, die ausschließlich für den Einsatz abseits der Straße bestimmt sind und mit den Buchstaben ‚NHS‘ (Not for Highway Service) gekennzeichnet sind, und für Reifentypen, die ausschließlich für Wettbewerbe bestimmt sind“.

Ein NHS-Reifen ist also nicht etwa ein Reifen, der die Genehmigung verfehlt hat – er wird von der Genehmigungsvorschrift überhaupt nicht erfasst. Entsprechend trägt er keine Betriebskennung, kein Geschwindigkeitssymbol und kein Genehmigungszeichen. Für den öffentlichen Straßenverkehr scheidet er damit aus, egal wie gut er im Sand funktioniert.

In unserer Enduro-Rubrik betrifft das **127 der 1.043 Ausführungen**, also gut zwölf Prozent – im Straßen-Regal sind es anteilig nur halb so viele. Ein typischer Vertreter ist der [Pirelli Scorpion MX32 Mid Hard 70/100-19 NHS](https://www.reifentiefpreis.de/artikel/pirelli-scorpion-mx32-mid-hard-70-100-19-nhs-133035): ein reiner Motocross-Reifen, dessen Artikelbezeichnung die Kennung schon im Namen führt. Achten Sie beim Bestellen genau darauf – die drei Buchstaben stehen anstelle der sonst üblichen Zahlen-Buchstaben-Kombination. Wie sich das über unser gesamtes Sortiment verteilt, haben wir gesondert aufgeschrieben: [NHS-Reifen quer durch alle Rubriken, ausgezählt](https://www.reifentiefpreis.de/blog/nhs-reifen-strassenzulassung).

## Das Tempo-Symbol entscheidet – und im Gelände fällt es tief

Bleiben 916 straßenzugelassene Enduro-Reifen. 915 von ihnen tragen eine Betriebskennung aus Tragfähigkeitskennzahl und Geschwindigkeitssymbol, etwa „54T“ (eine einzige Ausführung führt noch die alte Lagenangabe „4PR“). Die Zuordnung der Symbole zu Geschwindigkeiten steht in Absatz 2.28.2 der Regelung Nr. 75: J = 100 km/h, K = 110, L = 120, M = 130, N = 140, P = 150, Q = 160, R = 170, S = 180, T = 190, U = 200, H = 210, V = 240, W = 270.

Genau hier trennt sich das Enduro-Regal vom Rest der Zweiradwelt. Die Auszählung dieser 915 Kennungen ergibt: **M (130 km/h) ist mit 246 Ausführungen das häufigste Symbol überhaupt**, gefolgt von V (240) mit 120, R (170) mit 112, S (180) mit 103, T (190) mit 86, H (210) mit 84 und P (150) mit 72. Dazu kommen W (270) mit 40, Q (160) mit 26, J (100) mit 22 und N (140) mit 4 Ausführungen.

Zusammengefasst: **268 der 915 straßentauglichen Enduro-Reifen mit Geschwindigkeitssymbol – fast jeder dritte – sind bei 130 km/h oder darunter am Ende**, 22 davon sogar schon bei 100 km/h. Zum Vergleich haben wir dieselbe Erhebung für die Rubrik [Motorradreifen für die Straße](https://www.reifentiefpreis.de/reifen/motorrad/strasse) gefahren: Von deren 2.201 Ausführungen tragen 2.062 eine Betriebskennung – und nur **13** davon liegen bei 130 km/h oder darunter, während rund 1.900 für 180 km/h und mehr freigegeben sind. Das ist kein kleiner Unterschied, das ist ein anderes Regal.

Ein Beispiel macht es greifbar: Der [Metzeler MCE 6 Days EXtreme 140/80-18 70M](https://www.reifentiefpreis.de/artikel/metzeler-mce-6-days-extreme-140-80-18-70m-116561) ist ein straßenzugelassener Enduro-Reifen mit grobem Stollenprofil – und mit dem Symbol M bei 130 km/h abgeregelt. An einer Hard-Enduro ist das völlig unkritisch. An einer großen Reise-Enduro, die bauartbedingt deutlich schneller läuft, wird daraus ein Problem. Welches, steht im nächsten Abschnitt. Wer wissen will, was ein höheres Symbol im Einkauf kostet, findet die Auswertung unter [was die Betriebskennung im Preis ausmacht](https://www.reifentiefpreis.de/blog/reifenindex-preisunterschied).

## Der Aufkleber, der fast nie hilft: § 36 Absatz 5 und 11 StVZO

Die Grundregel steht in [§ 36 Absatz 1 Satz 1 der StVZO](https://www.gesetze-im-internet.de/stvzo_2012/__36.html): „Maße und Bauart der Reifen von Fahrzeugen müssen den Betriebsbedingungen, besonders der Belastung und der durch die Bauart bestimmten Höchstgeschwindigkeit des Fahrzeugs, entsprechen.“ Übersetzt: Der Reifen muss so schnell dürfen, wie das Motorrad kann. Ein 130-km/h-Reifen an einer Maschine mit 200 km/h Bauarthöchstgeschwindigkeit erfüllt das nicht.

Vom Pkw kennen viele die Ausnahme dazu – den Aufkleber im Blickfeld. Sie steht in **Absatz 5** und gilt ausdrücklich nur in zwei Fällen: für Reifen für winterliche Wetterverhältnisse im Sinne des Absatzes 4 und für „Geländereifen für den gewerblichen Einsatz mit der Kennzeichnung ‚POR‘“. Dann genügt es, wenn die zulässige Höchstgeschwindigkeit „durch ein Schild oder einen Aufkleber“ oder eine Anzeige „im Blickfeld des Fahrzeugführers“ angegeben wird und im Betrieb nicht überschritten wird.

Für Motorräder öffnet **Absatz 11** eine dritte Tür: Absatz 5 gilt „entsprechend für solche Luftreifen, die die in Nummer 2.29 der Regelung Nummer 75 … beschriebenen Eigenschaften erfüllen (M+S Reifen), sofern diese Luftreifen an Fahrzeugen der Klasse L verwendet werden“. Und Nummer 2.29 beschreibt einen M+S-Reifen als Reifen, „durch dessen Laufflächenprofil und Aufbau vor allem die Fahreigenschaften bei Matsch und frischem oder schmelzendem Schnee gegenüber normalen Straßenreifen verbessert“ werden; sein Profil bestehe „im Allgemeinen aus größeren Profilrillen (Rippen) und/oder Stollen mit größerem Abstand als beim normalen Straßenreifen“. Das ist, Wort für Wort, die Beschreibung eines groben Enduro-Profils. Als Aufschrift lässt Absatz 3.1.9 „M + S“, „M.S.“ oder „M & S“ zu – und ausdrücklich auch **„DP“ für Dual Purpose** als zulässige Alternative.

Auf dem Papier passt das perfekt zusammen. Im Regal läuft es leer. Von den 1.043 Ausführungen unserer Enduro-Rubrik führen **18 eine M+S-Kennung in der Artikelbezeichnung – und alle 18 stammen von Heidenau**, etwa der [Heidenau K 60 Scout M+S 120/90-18 71T](https://www.reifentiefpreis.de/artikel/heidenau-k-60-scout-m-s-120-90-18-71t-158222). Entscheidend ist aber die Gegenprobe: Von den 268 Ausführungen, die bei 130 km/h oder darunter enden und den Aufkleber deshalb bräuchten, trägt **genau eine** die M+S-Kennung. Die anderen 267 haben keinen Weg über Absatz 11. Nach „POR“ haben wir im gesamten Enduro-Regal ebenfalls gesucht – kein einziger Treffer; und diese Kennzeichnung hilft ohnehin nur im gewerblichen Einsatz.

Die praktische Konsequenz ist unbequem, aber klar: **Wählen Sie das Geschwindigkeitssymbol so, dass es zur Bauarthöchstgeschwindigkeit Ihres Motorrads passt.** Der Aufkleber ist am Zweirad kein allgemeiner Notausgang, sondern eine eng gefasste Sonderregel für M+S-gekennzeichnete Reifen. Was der Prüfer bei der Hauptuntersuchung davon sieht, haben wir in [Motorradreifen bei der Hauptuntersuchung](https://www.reifentiefpreis.de/blog/motorradreifen-hu-tuev) zusammengetragen.

## Diagonal oder Radial: im Gelände dreht sich das Verhältnis um

Die Bauart steht ebenfalls in der Größenbezeichnung, und die Regelung Nr. 75 ist da sparsam: Nach Absatz 3.1.3 trägt ein **Diagonalreifen keine Angabe oder ein „D“**, ein **Gürtelreifen mit Diagonalkarkasse ein „B“** vor dem Felgendurchmesser und ein **Radialreifen ein „R“**. Deshalb heißt derselbe Reifen je nach Bauart 140/80-18, 150/70B18 oder 150/70R18.

In unserem Enduro-Regal fällt die Verteilung deutlich aus: **797 der 1.043 Ausführungen sind Diagonalreifen**, 203 sind Radialreifen und 39 Diagonalgürtelreifen. Im Straßen-Regal ist es fast umgekehrt – dort stehen rund 1.090 Radialreifen gegen 813 Diagonalreifen und 218 Diagonalgürtelreifen. Der Grund liegt im Einsatz: Die diagonale Karkasse ist unempfindlicher gegen Durchschläge und verträgt niedrigen Luftdruck besser, der Radialreifen bietet mehr Fahrstabilität und Temperaturreserve bei hohem Tempo. Genau deshalb korreliert die Bauart so eng mit dem Geschwindigkeitssymbol – die schnellen V- und W-Reifen der Adventure-Klasse sind fast ausnahmslos Radialreifen.

Wichtig für die Praxis: An einem Solo-Kraftrad dürfen Sie Bauarten zwischen Vorder- und Hinterrad nicht beliebig mischen. Was die StVZO dazu wirklich sagt, steht in [Reifen vorn und hinten mischen](https://www.reifentiefpreis.de/blog/motorradreifen-mischen-vorne-hinten); wie Sie die komplette Flankenbeschriftung entschlüsseln, in [Was auf der Flanke eines Motorradreifens steht](https://www.reifentiefpreis.de/blog/motorradreifen-groesse-lesen). Dass ein einziger Buchstabe auch über Einbauposition und Preis entscheiden kann, zeigt der Blick auf [130/80 R17 und die Frage vorn oder hinten](https://www.reifentiefpreis.de/blog/motorradreifen-130-80-r17).

## Drei Einsatzprofile, drei Reifen aus dem Regal

Mit diesen beiden Filtern – Straßenzulassung und Geschwindigkeitssymbol – wird die Auswahl sofort überschaubar. Danach entscheidet die ehrliche Antwort auf die Frage, wie viel Schotter tatsächlich in Ihrem Jahr steckt.

**Straßenbetont, 90/10 bis 80/20.** Für große Reise-Enduros, die überwiegend Autobahn und Landstraße sehen und nur gelegentlich auf den Forstweg abbiegen. Ruhiger Geradeauslauf, gutes Nassverhalten, hohe Laufleistung – und ein Geschwindigkeitssymbol, das keine Fragen aufwirft. Ein typischer Vertreter in der beliebten Hinterradgröße [150/70 R17](https://www.reifentiefpreis.de/reifen/groesse/150-70-r17) ist der [Michelin Anakee Adventure 150/70R17 69V](https://www.reifentiefpreis.de/artikel/michelin-anakee-adventure-150-70r17-69v-96975) mit V für 240 km/h. Vergleichbare Kandidaten haben wir einzeln besprochen: [ContiTrailAttack 3 für große Reiseenduros](https://www.reifentiefpreis.de/blog/continental-trailattack-3), [Pirelli Scorpion Trail II im Detail](https://www.reifentiefpreis.de/blog/pirelli-scorpion-trail-ii) und [die Generationen des Metzeler Tourance](https://www.reifentiefpreis.de/blog/metzeler-tourance).

**Allrounder, 50/50.** Der Klassiker für alle, die ihr Motorrad wirklich beidseitig nutzen: robust, mit kräftigem Stollenprofil und dennoch voll straßentauglich. Der [Heidenau K 60 Scout 90/90-21 54T](https://www.reifentiefpreis.de/artikel/heidenau-k-60-scout-90-90-21-54t-31111) steht mit T für 190 km/h exemplarisch dafür. Wie sich die Familie darum herum sortiert, steht in [die Heidenau-K60-Familie im Überblick](https://www.reifentiefpreis.de/blog/heidenau-k60-scout); der ewige Gegenspieler ist der Continental TKC 80, den wir in [K60 Scout und TKC 80 im direkten Vergleich](https://www.reifentiefpreis.de/blog/k60-scout-oder-tkc-80), in [TKC 80 Twinduro als 50/50-Klassiker](https://www.reifentiefpreis.de/blog/continental-tkc-80) und mit Blick auf den Nachfolger in [Continental TKC 80² und sein Vorgänger](https://www.reifentiefpreis.de/blog/continental-tkc-802) behandelt haben. Auch Dunlop bedient das Feld gleich vierfach, nachzulesen in [die vier Dunlop-Trailmax-Profile](https://www.reifentiefpreis.de/blog/dunlop-trailmax-adventure-reifen).

**Geländebetont, 20/80 bis 10/90.** Grobes Profil mit großen Stollenabständen für Schlamm, Sand und losen Untergrund. Auf nassem Asphalt sind solche Reifen nervöser, der Bremsweg wird länger, die Laufleistung kürzer. Hier lohnt der Blick auf die Betriebskennung besonders: Der [Michelin Anakee Wild 140/80-18 70R](https://www.reifentiefpreis.de/artikel/michelin-anakee-wild-140-80-18-70r-78548) steht mit R für 170 km/h noch im brauchbaren Bereich, viele wettbewerbsnahe Profile derselben Optik enden dagegen bei 130 km/h.

## Papiere, Freigabe – und die Winterfrage

Welche Reifen Sie montieren dürfen, ergibt sich nicht aus dem Katalog, sondern aus Ihren Fahrzeugpapieren. Maßgeblich sind die Angaben im COC-Papier beziehungsweise in der Zulassungsbescheinigung Teil I. Bei einem EU-typgenehmigten Kraftrad dürfen Sie laut [Bundesministerium für Verkehr](https://www.bmv.de/SharedDocs/DE/Artikel/StV/Strassenverkehr/rad-reifenkombination-kraftraeder.html) auf einen typgenehmigten Reifen eines anderen Herstellers wechseln, solange **Bauart und Größenbezeichnung gleich bleiben und Tragfähigkeit sowie Geschwindigkeitskategorie gleich oder besser sind**. Abweichende Größen sind nur zulässig, soweit sie innerhalb der in den Papieren dokumentierten Bandbreite liegen.

Ein Punkt daraus wird oft falsch erinnert: Eine **Unbedenklichkeitsbescheinigung des Reifenherstellers ist kein Nachweis im Sinne des § 19 Absatz 3 StVZO** – bei Reifen mit Herstelldatum nach dem 31.12.2019 und seit dem 01.01.2025 bei allen Reifen. Wer eine nicht dokumentierte Kombination fahren will, braucht die Änderungsabnahme bei einer Prüforganisation, nicht das Schreiben vom Reifenhersteller.

Bei der Winterfrage ist die Rechtslage dagegen entspannt: Die situative Winterreifenpflicht des [§ 2 Absatz 3a StVO](https://www.gesetze-im-internet.de/stvo_2013/__2.html) nimmt in Satz 2 Nummer 2 ausdrücklich „einspurige Kraftfahrzeuge“ aus – Motorräder, Roller und Mofas sind also nicht erfasst (siehe auch die Hinweise des [ADAC zu Motorradreifen](https://www.adac.de/rund-ums-fahrzeug/zweirad/motorrad-roller/technik-zubehoer-rueckrufe/reifen/)). Entwarnung ist das nicht: Satz 1 knüpft die Pflicht an das Alpine-Symbol nach § 36 Absatz 4 StVZO, und dieses Symbol gibt es für Kraftradreifen praktisch nicht. Die M+S-Kennung mancher Dual-Sport-Reifen verbessert die Traktion auf losem oder kaltem Untergrund und öffnet – wie oben beschrieben – die Tür zu § 36 Absatz 11. Einen winterspezifischen Reifen ersetzt sie nicht. Bei Eis und Schnee bleibt das Bike besser stehen.

## Praxis-Tipps für Enduro- und Adventure-Reifen

1. **Luftdruck anpassen:** Auf der Straße den vom Fahrzeughersteller vorgegebenen Druck fahren. Im Gelände senken viele Fahrer den Druck für mehr Grip ab – danach unbedingt wieder korrekt aufpumpen. Der Diagonalreifen verzeiht das eher als der Radialreifen, unbegrenzt aber keiner von beiden.
2. **Schlauch oder schlauchlos klären:** Speichenräder mit Schlauch brauchen einen passenden, unbeschädigten Schlauch in der richtigen Größe; auf Reisen gehört Ersatz ins Gepäck. Worauf es dabei ankommt, steht in [Schlauch oder schlauchlos am Speichenrad](https://www.reifentiefpreis.de/blog/motorrad-schlauch-richtig-waehlen), und für den Ernstfall unterwegs in [Reifenpanne am Motorrad](https://www.reifentiefpreis.de/blog/reifenpanne-motorrad).
3. **Neue Reifen behutsam einfahren:** Frische Stollenreifen brauchen einige Kilometer, bis die Oberfläche voll trägt. Auch im Alltag sind die ersten Kilometer die kritischen – warum, erklärt [kalte Reifen in den ersten Kilometern](https://www.reifentiefpreis.de/blog/motorradreifen-warmfahren).
4. **Profil und Alter kontrollieren:** Grobstollige Reifen verschleißen auf Asphalt schnell und ungleichmäßig, oft an anderen Stellen als der Straßenreifen. Wo Sie tatsächlich messen müssen und was die StVZO verlangt, steht in [Mindestprofil und Verschleiß am Motorradreifen](https://www.reifentiefpreis.de/blog/motorradreifen-verschleiss-wechseln).
5. **Betriebskennung vor dem Kauf abgleichen:** Notieren Sie sich Tragfähigkeitskennzahl und Geschwindigkeitssymbol aus Ihren Papieren und legen Sie sie neben die Artikelbezeichnung. Dass Motorräder dabei oft weit mehr Reserve mitkaufen, als sie je nutzen, zeigt der Sonderfall in [Warum 125er-Reifen für Tempo 270 ausgelegt sind](https://www.reifentiefpreis.de/blog/125er-reifen-auswahl).

## Fazit

Den „besten“ Enduro-Reifen gibt es nicht – nur den besten für Ihr Streckenprofil und Ihr Motorrad. Arbeiten Sie die Auswahl in dieser Reihenfolge ab: Erstens raus, was nicht auf die Straße darf – 127 der 1.043 Ausführungen in unserem Regal tragen NHS. Zweitens das Geschwindigkeitssymbol gegen die Bauarthöchstgeschwindigkeit Ihres Motorrads prüfen; fast jeder dritte straßenzugelassene Enduro-Reifen endet bei 130 km/h, und die Aufkleber-Ausnahme des § 36 Absatz 11 StVZO greift im Regal praktisch nie. Drittens Größe und Bauart mit den Papieren abgleichen. Erst danach lohnt die Diskussion über 90/10 oder 50/50.

Wer überwiegend Asphalt fährt, ist mit einem straßenbetonten Adventure-Reifen sicherer und entspannter unterwegs; echte Schotter-Abenteurer greifen zum 50/50-Dual-Sport. Beides finden Sie in unserer Rubrik [Enduro- & Cross-Reifen](https://www.reifentiefpreis.de/reifen/motorrad/enduro), den Rest des Zweiradsortiments unter [Motorradreifen](https://www.reifentiefpreis.de/reifen/motorrad).

## Häufige Fragen

### Woran sehe ich, ob ein Geländereifen für den Straßenverkehr zugelassen ist?

An der Betriebskennung. Ein straßenzugelassener Reifen trägt Tragfähigkeitskennzahl und Geschwindigkeitssymbol, etwa „54T“, dazu das Genehmigungszeichen. Steht dort stattdessen „NHS“, ist der Reifen von der Regelung Nr. 75 ausdrücklich ausgenommen und darf nicht auf öffentliche Straßen.

### Darf mein Reifen langsamer sein als mein Motorrad?

Grundsätzlich nein: § 36 Absatz 1 StVZO verlangt, dass die Reifen zur bauartbedingten Höchstgeschwindigkeit des Fahrzeugs passen. Am Kraftrad gibt es nur eine enge Ausnahme über § 36 Absatz 11 für M+S-gekennzeichnete Reifen – dann muss die zulässige Höchstgeschwindigkeit im Blickfeld angezeigt und eingehalten werden.

### Was bedeutet „DP“ auf der Flanke eines Motorradreifens?

„DP“ steht für Dual Purpose und ist nach Absatz 3.1.9 der Regelung Nr. 75 eine zulässige Alternative zur Aufschrift „M + S“. Rechtlich hat der Reifen damit dieselbe Eigenschaft wie ein M+S-gekennzeichneter – das ist für die Ausnahme des § 36 Absatz 11 StVZO relevant.

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**Quellen:** UN-Regelung Nr. 75 (Luftreifen für Krafträder und Mopeds), amtliche deutsche Fassung, [ABl. L 84 vom 30.3.2011, S. 46 (EUR-Lex, CELEX 42011X0330(02))](https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/?uri=CELEX:42011X0330%2802%29) · § 36 StVZO und § 2 StVO über gesetze-im-internet.de · Bundesministerium für Verkehr, Rad-/Reifenkombinationen an Krafträdern · Sortimentszahlen: eigene Vollerhebung der Rubriken Enduro/Cross und Straße im Shop von Reifentiefpreis.de, Stand 17.09.2026.


Quelle: https://www.reifentiefpreis.de/blog/enduro-und-adventure-reifen-strasse-und-gelaende-richtig-abwaegen
