# Hankook Ventus Prime 4: Warum Klasse A auf dem Label wenig über Regen verrät

Veröffentlicht: 24.06.2026 · Aktualisiert: 11.09.2026 · Kategorie: Sommerreifen · Autor: Reifentiefpreis-Redaktion · Schlagwörter: Hankook, Ventus Prime 4, Sommerreifen, EU-Reifenlabel, ADAC-Test

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Auf dem EU-Reifenlabel des Hankook Ventus Prime 4 steht bei der Nasshaftung fast immer ein A – die beste Klasse, die es gibt. Im ADAC-Sommerreifentest bekam derselbe Reifen zweimal hintereinander ausgerechnet auf nasser Fahrbahn seine schwächste Teilnote, 2024 eine 2,9 und 2026 eine 3,3. Beides stimmt, beides ist nachprüfbar, und beides zusammen ist der wohl lehrreichste Fall, den unser Sortiment gerade hergibt. Dieser Beitrag zeigt Ihnen an einem einzigen Reifenmodell, was das Label über einen Reifen aussagt, was es nicht aussagt – und was der Ventus Prime 4 am Ende wirklich kann. Alle Regalzahlen stammen aus einer Vollerhebung unseres Katalogs vom 11. September 2026, alle Testzahlen von den frei zugänglichen Ergebnisseiten des ADAC.

## Der Reifen, um den es geht: K135, K135A und ein einzelner Runflat

Der Ventus Prime 4 ist Hankooks Touring-Sommerreifen für Kompakt- und Mittelklassewagen und trägt die interne Kennung **K135**. Er löste den Ventus Prime3 (K125) ab und ist Hankooks Angebot für alle, die keinen sportlichen, sondern einen ausgewogenen Alltagsreifen suchen. In unserem Regal stehen davon aktuell **90 lieferbare Ausführungen in 57 verschiedenen Größen**, verteilt auf drei Bauformen: **69-mal die Grundversion K135**, **20-mal die Variante K135A** für Crossover und leichtere SUV und **genau einmal** eine Runflat-Ausführung (K135B, 205/55 R17). Die Zollgrößen reichen von 16 bis 20 Zoll, mit klarem Schwerpunkt auf 16 und 17 Zoll – dort liegen zusammen 67 der 90 Ausführungen.

Preislich bewegt sich das Modell in einem erstaunlich engen Band: **61,90 Euro** kostet die günstigste Ausführung (205/55 R16 91H), **140,90 Euro** die teuerste, der Median liegt bei **94,73 Euro**. Die Hälfte aller Ausführungen kostet zwischen 83,92 und 108,69 Euro. Das ist keine Budget-Preisklasse, aber deutlich unterhalb dessen, was Premiumhersteller in denselben Größen verlangen – ob sich deren Aufpreis lohnt, haben wir im Vergleich [Premium- oder Budget-Sommerreifen](https://www.reifentiefpreis.de/blog/premium-oder-budget-sommerreifen) durchgerechnet.

Zwei Ausstattungsmerkmale fallen beim Durchsehen auf. **62 der 90 Ausführungen tragen die Felgenschutzleiste MFS**, einen umlaufenden Gummiwulst, der die Felgenflanke vor Bordsteinkontakt schützt – das sind gut zwei Drittel und damit spürbar mehr, als in dieser Klasse üblich ist. Und bei den Geschwindigkeitsindizes dominieren mit 34-mal W und 31-mal V die schnellen Kennungen, während 16 Ausführungen mit H auskommen. Was diese Buchstaben und die Zahl davor im Preis ausmachen, zeigt unser Beitrag darüber, [was Last- und Geschwindigkeitsindex tatsächlich kosten](https://www.reifentiefpreis.de/blog/reifenindex-preisunterschied). Alle aktuell lieferbaren Größen finden Sie gebündelt auf der [Modellseite des Ventus Prime 4](https://www.reifentiefpreis.de/reifen/hankook/k135-ventus-prime-4), die SUV-Ausführungen separat bei der [Crossover-Variante K135A](https://www.reifentiefpreis.de/reifen/hankook/k135a-ventus-prime-4).

## Zwei ADAC-Tests, zwei Größen, dasselbe Muster

Der Ventus Prime 4 ist einer der wenigen Reifen, die in zwei aufeinanderfolgenden ADAC-Sommerreifentests angetreten sind – und beide Ergebnisse sind frei einsehbar. Wie selten das ist, zeigt unsere Auswertung darüber, [wie schmal das ADAC-Testarchiv wirklich ist](https://www.reifentiefpreis.de/blog/reifentests-nach-groesse): Für die allermeisten Reifen im Regal existiert überhaupt kein unabhängiger Test.

**2024 trat er in 215/55 R17 an**, in einem Feld von 16 Reifen, und bekam die Gesamtnote **2,7** – Platz 8. Testsieger war der Continental PremiumContact 7 mit 2,0, Schlusslicht der Vredestein Ultrac mit 3,8. **2026 trat er in 225/50 R17 an**, wieder gegen 15 Konkurrenten, und kam auf **3,1** – Platz 11 von 16. Auch hier gewann der Continental PremiumContact 7, diesmal mit 1,9; am Ende stand der Linglong Sport Master mit 4,2.

Auf den ersten Blick sieht das nach einer Verschlechterung aus. Tatsächlich ist es vor allem ein anderes Feld: 2026 waren mit Pirelli Cinturato, Goodyear EfficientGrip Performance 2 und Michelin Primacy 5 andere Gegner am Start als 2024, und der ADAC hat sein Bewertungsschema zwischenzeitlich angepasst – 2026 gibt es etwa ein eigenständiges Kriterium Reifenabrieb. **Eine Testnote ist deshalb nie eine Eigenschaft des Reifens, sondern immer eine Aussage über einen Reifen in einem bestimmten Feld nach einem bestimmten Schema.** Wie so ein Test überhaupt zustande kommt, vom verdeckten Einkauf bis zum Einfahren der Testsätze, beschreiben wir in [wie ein Reifentest entsteht](https://www.reifentiefpreis.de/blog/wie-wird-ein-reifen-getestet). Das komplette Feld des jüngeren Durchgangs haben wir außerdem im [Überblick zum ADAC-Sommerreifentest 2026](https://www.reifentiefpreis.de/blog/adac-sommerreifentest-2026-die-testsieger-in-225-50-r17) aufbereitet.

Interessant ist deshalb nicht der Rangunterschied, sondern das, was in beiden Jahren gleich geblieben ist. Und das ist bemerkenswert deckungsgleich.

## Der Widerspruch: Klasse A auf dem Label, die schwächste Note auf nasser Fahrbahn

Der ADAC notiert auf jeder Ergebnisseite das EU-Label des tatsächlich geprüften Reifens. Für den Ventus Prime 4 stand dort **2024 B/A/69 dB** und **2026 ebenfalls B/A/69 dB** – der mittlere Buchstabe ist die Nasshaftung, und A ist dort die bestmögliche Klasse. In beiden Jahren trat der Reifen also mit dem bestmöglichen Nässe-Label an.

Und in beiden Jahren war ausgerechnet die nasse Fahrbahn sein schwächstes Kriterium. **2024: Teilnote 2,9**, versehen mit der Fußnote, dass sie zur Abwertung in der Gesamtnote führt. **2026: Teilnote 3,3**, mit demselben Hinweis. Der ADAC formuliert es in seinem Fazit zum 2026er Durchgang unmissverständlich: Der Reifen komme weder bei den Bremswegmessungen noch beim Aquaplaning über befriedigende Bewertungen hinaus, im Nasshandling werde seine Leistung nur als ausreichend bewertet. Zum Nachlesen: die [ADAC-Ergebnisseite zum Ventus Prime 4 von 2026](https://www.adac.de/rund-ums-fahrzeug/ausstattung-technik-zubehoer/reifen/reifentest/sommerreifen/225-50-r17-2026/hankook-ventus-prime4-id-5138/) und die [entsprechende Seite aus dem Jahrgang 2024](https://www.adac.de/rund-ums-fahrzeug/ausstattung-technik-zubehoer/reifen/reifentest/sommerreifen/215-55-r17/hankook-ventus-prime4-id-4803/).

Der Widerspruch ist damit sauber dokumentiert – aber es ist keiner. Er entsteht nur, weil viele Käuferinnen und Käufer das Label für eine Rangliste halten. **Das EU-Label ist keine Rangliste, sondern eine Einstufung in wenige grobe Stufen.** Gemessen wird für die Nasshaftung ein einziger Wert: das Bremsverhalten auf einer genormten, nassen Asphaltfläche im Verhältnis zu einem Referenzreifen. Wer eine bestimmte Schwelle überspringt, bekommt A – ob knapp oder weit, steht nicht auf dem Label. Der ADAC dagegen misst Nassbremsen auf **zwei** Fahrbahnbelägen, Asphalt und Beton, fährt einen Nasshandling-Kurs, prüft Aquaplaning längs und quer und gewichtet das alles zur Teilnote. Was das Label leistet und was nicht, erklären wir auf unserer Übersichtsseite zum [EU-Reifenlabel](https://www.reifentiefpreis.de/info/reifenlabel) und ausführlicher im [Ratgeber zum Lesen der drei Label-Klassen](https://www.reifentiefpreis.de/blog/eu-reifenlabel-lesen-nasshaftung-effizienz-und-geraeusch-einfach-erklaert); wie viele Meter Bremsweg zwischen den Klassen tatsächlich liegen, rechnen wir in [wie viel kürzer Klasse A wirklich bremst](https://www.reifentiefpreis.de/blog/nasshaftung-reifenlabel) vor.

## Der Beleg aus dem ganzen Testfeld: 16 Reifen, 16-mal Klasse A, Nassnoten von 1,5 bis 3,3

Man könnte den Fall für einen Ausrutscher halten. Deshalb haben wir für diesen Beitrag **alle 16 Ergebnisseiten des ADAC-Sommerreifentests 2026 einzeln abgerufen** und die dort notierten EU-Label neben die Nassnoten gestellt. Das Ergebnis ist eindeutiger, als wir erwartet hatten.

**Alle 16 Reifen des Feldes tragen bei der Nasshaftung die Klasse A.** Vom Testsieger bis zum Letztplatzierten, vom Continental für 163 Euro bis zum Leao für 87 Euro: sechzehnmal derselbe Buchstabe. Die zugehörigen Nassnoten des ADAC reichen jedoch von **1,5 bis 3,3** – also über fast die gesamte Notenskala. Der Reifen mit der besten Nassnote des Feldes, der Linglong Sport Master mit 1,5, und der Reifen mit der schwächsten, der Hankook Ventus Prime 4 mit 3,3, tragen auf der Flanke dieselbe Klassifizierung. Nebenbei zeigt dieses Paar auch, wie wenig eine einzelne Teilnote über den Gesamteindruck sagt: Der Linglong gewinnt die Nässe-Wertung und wird trotzdem Letzter, weil er auf trockener Fahrbahn mit 3,8 abstürzt.

Im Jahrgang 2024 sieht es genauso aus: **14 der 16 Reifen** trugen Nasshaftung A, die übrigen zwei ein B. Die Nassnoten dieses Feldes reichten von 1,7 beim Continental bis 3,0 beim Goodride Solmax 1. Auch hier also: ein Buchstabe, eine ganze Notenskala.

Damit ist die eigentliche Lehre dieses Beitrags belegt, und sie gilt weit über Hankook hinaus: **In der Oberklasse der Sommerreifen ist Nasshaftung A längst der Normalfall und taugt nicht mehr zur Unterscheidung.** Unser Regal bestätigt das unabhängig vom Test. In 215/55 R17 tragen **105 von 195 lieferbaren Sommerreifen** die Klasse A, in 225/50 R17 sind es **128 von 279**. A ist in diesen Größen also keine Auszeichnung, sondern die Mehrheitsmeinung. Ein echtes Unterscheidungsmerkmal ist das Label erst am unteren Ende der Skala – dazu unser Beitrag über [Reifen mit Nasshaftung D und E](https://www.reifentiefpreis.de/blog/nasshaftung-d-und-e).

Wie das Label zustande kommt und wer es registriert, können Sie übrigens selbst nachschlagen: Jede in der EU verkaufte Reifenausführung muss in der öffentlichen Produktdatenbank [EPREL der Europäischen Kommission](https://eprel.ec.europa.eu/screen/product/tyres) eingetragen sein. Wir haben dort allein für den Ventus Prime 4 in der Größe 215/55 R17 **neun getrennte Registrierungen** gefunden – mit drei verschiedenen Effizienzklassen, A, B und C, aber in allen neun Fällen mit Nasshaftung A und 69 Dezibel. Dass ein und derselbe Reifenname mehrere Label führen kann, ist kein Einzelfall, sondern System: Wir haben es im Regal nachgezählt in [ein Reifenname, zwei Label](https://www.reifentiefpreis.de/blog/eu-label-gleicher-reifenname) und erklären die Ursache in [warum derselbe Reifen je nach Größe ein anderes Label trägt](https://www.reifentiefpreis.de/blog/reifenlabel-nach-groesse).

## Wie die Abwertung rechnerisch wirkt – und was sie den Reifen kostet

Es lohnt sich, einen Schritt weiterzugehen und nachzurechnen, was die schwache Nassnote in der Gesamtnote anrichtet. Der ADAC bildet die Teilnote Fahrsicherheit normalerweise als gewichtetes Mittel aus trockener Fahrbahn mit 40 Prozent und nasser Fahrbahn mit 60 Prozent. Die Gesamtnote entsteht dann aus Fahrsicherheit mit 70 Prozent und Umweltbilanz mit 30 Prozent.

**Wird ein Kriterium abgewertet, greift diese Rechnung nicht mehr.** Für 2024 ergäbe das Mittel aus 2,5 auf trockener und 2,9 auf nasser Fahrbahn eine Fahrsicherheit von 2,74. Veröffentlicht wurde aber **2,9** – exakt die abgewertete Nassnote. Für 2026 ergäbe das Mittel aus 2,4 und 3,3 eine 2,94; veröffentlicht wurde **3,3**. In beiden Jahren wird die Teilnote also nicht gemittelt, sondern auf das beanstandete Kriterium heruntergezogen. Wir haben diese Regel an allen 16 Reifen des 2026er Feldes geprüft, und sie trifft in jedem einzelnen Fall zu: Bei den **zwölf abgewerteten Reifen** entspricht die Fahrsicherheit genau der beanstandeten Teilnote, bei den **vier nicht abgewerteten** – Continental, Pirelli, Goodyear und Firestone – genau dem gewichteten Mittel.

Was das konkret kostet, lässt sich beziffern. Ohne die Abwertung wäre der Ventus Prime 4 **2024 auf 2,6 statt 2,7** gekommen und **2026 auf 2,8 statt 3,1**. Die Abwertung hat ihn im jüngeren Test also **drei Zehntel Note** gekostet und ihn damit aus dem Mittelfeld in die untere Hälfte geschoben. Wer Testtabellen liest, sollte diese Mechanik kennen – sie erklärt, warum zwei Reifen mit ähnlichen Einzelnoten am Ende weit auseinanderliegen können. Wie unterschiedlich verschiedene Prüforganisationen dieselben Messreihen gewichten, haben wir in [sechs Reifentester, vier Messreihen](https://www.reifentiefpreis.de/blog/reifentests-im-vergleich) gegenübergestellt.

## Wo der Ventus Prime 4 tatsächlich vorn liegt: beim Verbrauch

So hart die Nässe-Befunde ausfallen – der Reifen hat eine Disziplin, in der er in **beiden** Tests die Spitze des Feldes erreicht hat, und das wird in Kaufberatungen regelmäßig unterschlagen.

Der ADAC misst den Kraftstoffverbrauch des Testfahrzeugs bei Tempo 100 und nennt zu jedem Wert die Spanne von bestem und schlechtestem Reifen des Feldes. **2024 verbrauchte das Testauto mit dem Ventus Prime 4 genau 5,7 Liter auf 100 Kilometer – bei einer Feldspanne von 5,7 bis 6,0 Litern.** Der Hankook lag also auf dem Bestwert. **2026 waren es 5,4 Liter bei einer Spanne von 5,4 bis 6,0 Litern** – wieder der beste Wert des gesamten Feldes. Der ADAC schreibt dazu im 2026er Fazit ausdrücklich, der Einfluss des Reifens auf den Kraftstoffverbrauch sei sehr gut.

Rechnen Sie das einmal hoch: 0,6 Liter Unterschied zum durstigsten Reifen des Feldes bedeuten bei 15.000 Jahreskilometern rund 90 Liter Kraftstoff im Jahr. Über eine typische Reifenlebensdauer von drei bis vier Jahren summiert sich das auf einen dreistelligen Betrag – oft mehr, als der Preisunterschied zwischen zwei Reifenmodellen ausmacht. Welche Größenordnungen hier realistisch sind und woran Sie einen sparsamen Reifen erkennen, steht in [Spritsparen mit dem passenden Rollwiderstand](https://www.reifentiefpreis.de/blog/rollwiderstand-spritsparen).

Auch die Haltbarkeit spricht für den Reifen, wenn auch weniger spektakulär. Die prognostizierte Laufleistung lag **2024 bei 49.900 Kilometern** bei einer Feldspanne von 27.200 bis 69.300 und **2026 bei 44.700 Kilometern** bei einer Spanne von 26.100 bis 57.800 – beide Male im oberen Mittelfeld, beide Male mit der ADAC-Teilnote gut. Wichtig zum Verständnis: Diese Kilometerzahlen sind Hochrechnungen bis zur gesetzlichen Mindestprofiltiefe von 1,6 Millimetern, nicht bis zu dem Punkt, an dem ein Reifen sinnvollerweise getauscht wird. Was das für Ihre Praxis bedeutet, erklären wir in [wie viele Kilometer ein Reifen wirklich hält](https://www.reifentiefpreis.de/blog/reifen-laufleistung-kilometer).

## Und wo er hinten liegt: nasser Beton, Aquaplaning, Geräusch

Ehrlichkeit gehört zur Beratung, deshalb hier die Messwerte, die die schwache Nassnote erklären – jeweils mit der Spanne des Feldes, damit Sie die Zahl einordnen können.

**Nassbremsen auf Beton**, die härtere der beiden Nassdisziplinen: 2024 brauchte der Ventus Prime 4 aus 80 km/h **39,1 Meter** bei einer Feldspanne von 32,0 bis 40,1 Metern – gut sieben Meter mehr als der beste Reifen und nur einen Meter vom Schlusslicht entfernt. 2026 waren es **42,1 Meter** bei einer Spanne von 32,3 bis 44,5 Metern. Auf nassem Asphalt fällt der Rückstand deutlich kleiner aus, nämlich 32,8 beziehungsweise 34,5 Meter, und das macht die Sache besonders lehrreich: **Genau der Asphaltwert ist die Grundlage des EU-Labels – und genau dort ist der Reifen unauffällig.** Der Beton, der Handling-Kurs und das Aquaplaning kommen im Label schlicht nicht vor. Welche Rolle Belag und Tempo für den Anhalteweg spielen, zeigen wir in [Anhaltewege bei Nässe im Detail](https://www.reifentiefpreis.de/blog/bremsweg-naesse).

**Aquaplaning**: Hier liegt der Reifen in beiden Jahren am unteren Ende. 2024 erreichte er beim Aquaplaning im Kreis eine Querbeschleunigung von 2,7 Metern pro Sekunde im Quadrat – exakt der schwächste Wert des Feldes, dessen Spanne von 3,5 bis 2,7 reichte. 2026 schwamm er längs bereits bei **72,9 km/h** auf, ebenfalls der schwächste Wert des Feldes, das von 79,7 bis 72,9 reichte. In der Praxis heißt das: Bei stehendem Wasser verliert dieser Reifen früher Kontakt als seine Konkurrenten. Wie sich das ankündigt und wie Sie dann richtig reagieren, lesen Sie in [Aquaplaning rechtzeitig erkennen](https://www.reifentiefpreis.de/blog/aquaplaning-erkennen-reagieren).

**Geräusch und Komfort**: Beim Vorbeifahrgeräusch nach ISO lag der Reifen 2024 mit 71,6 dB(A) im Mittelfeld, dessen Spanne von 70,0 bis 72,6 reichte, 2026 mit 73,9 dB(A) nahe am schlechtesten Wert bei einer Spanne von 70,2 bis 74,3. Die ADAC-Teilnote Geräusch fiel entsprechend mit 3,0 und 3,5 ab. Das ist kein Sicherheitsthema, aber es ist der Grund, warum die Bezeichnung Komfortreifen bei diesem Modell mit Vorsicht zu genießen ist.

## Drei Generationen nebeneinander: was Hankook Schritt für Schritt verändert hat

Die vielleicht überraschendste Beobachtung liefert nicht der Test, sondern das eigene Regal. Neben dem Ventus Prime 4 stehen bei uns **weiterhin beide Vorgängergenerationen**: **75 Ausführungen des Ventus Prime3 (K125)** und **20 Ausführungen des Ventus Prime 2 (K115)**. Zusammen sind das **185 lieferbare Ausführungen einer einzigen Modellfamilie** – und nur 90 davon, also **48,6 Prozent**, gehören zur aktuellen Generation.

Vergleicht man die drei Generationen beim Nässe-Label, wird die Entwicklungsrichtung sehr deutlich sichtbar. Beim **Ventus Prime 2** tragen nur **2 von 20 Ausführungen** die Klasse A, die Mehrheit liegt bei B und C. Beim **Ventus Prime3** sind es **40 von 74** mit hinterlegtem Label, also gut die Hälfte. Beim **Ventus Prime 4** sind es **81 von 89**, mehr als neun von zehn. Anders formuliert: **Der Anteil der Ausführungen mit Nasshaftung A ist über drei Generationen von 10 auf 54 und schließlich auf 91 Prozent gestiegen.**

Das ist die zweite Hälfte der Geschichte, und sie relativiert die Testkritik deutlich. Hankook hat beim Nässe-Label über zwei Modellwechsel massiv aufgeholt – der Reifen ist heute in dieser Disziplin messbar besser eingestuft als seine Vorgänger. Nur eben gemessen an dem, was das Label misst. Dass Hersteller beim Generationswechsel typischerweise eine Label-Klasse gegen eine andere eintauschen, haben wir in [was Hersteller beim Modellwechsel gegeneinander tauschen](https://www.reifentiefpreis.de/blog/label-klassen-modellwechsel) untersucht. Beim Ventus Prime 4 zeigt sich genau das: Beim Rollwiderstand ist der Fortschritt kleiner ausgefallen – 31 der 90 Ausführungen tragen dort weiterhin nur ein C.

Ein Direktvergleich in ein und derselben Größe macht es greifbar. In **215/55 R17 94V** führen wir alle drei Generationen: den [Ventus Prime 2 aus der Generation davor](https://www.reifentiefpreis.de/reifen/hankook/k115-ventus-prime-2) mit dem Label C/C und 71 dB, den [Vorgänger Ventus Prime3 K125](https://www.reifentiefpreis.de/reifen/hankook/ventus-prime3-k125) mit C/A und 69 dB und den aktuellen Ventus Prime 4 mit B/A und 69 dB. Das Label verbessert sich in jeder Stufe, das Geräusch sinkt – und die Preise liegen mit 98,32, 88,79 und 98,84 Euro alle drei innerhalb von rund zehn Euro beieinander.

## Die Preisprobe: Der Nachfolger ist nicht der teuerste

Damit sind wir bei einem Punkt, an dem sich viele beim Reifenkauf täuschen. Die verbreitete Annahme lautet: Der Vorgänger ist der Sparreifen, die aktuelle Generation kostet Aufpreis. **Im Regal stimmt das für die Ventus-Prime-Familie nicht.** Der Median liegt beim Ventus Prime 4 bei **94,73 Euro**, beim Ventus Prime3 bei **95,07 Euro** und beim Ventus Prime 2 bei **104,18 Euro**. Die älteste Generation ist die teuerste.

Der Grund ist unspektakulär, aber wichtig: Auslaufende Modelle werden nicht mehr in allen Größen nachproduziert. Was übrig bleibt, sind oft die selteneren Dimensionen – und die sind teuer, weil sie knapp sind, nicht weil sie besser wären. In Einzelfällen wird der Abstand extrem: Der Ventus Prime3 in 215/55 R17 94W steht bei uns mit **163,49 Euro** im Regal, der Ventus Prime 4 in derselben Größe und Kennung mit **87,47 Euro**. Das ist fast das Doppelte für die ältere Generation mit dem schwächeren Nässe-Label. Dieses Muster ist kein Zufall, wir haben es systematisch aufgearbeitet in [warum der Vorgänger oft teurer ist als der Nachfolger](https://www.reifentiefpreis.de/blog/preisfallen-reifenkauf).

Die praktische Regel daraus: **Prüfen Sie beim Reifenkauf immer, ob der genannte Modellname die aktuelle Generation meint.** Bei Hankook steckt die Generation in der Kennung – K115, K125, K135 –, und die steht bei uns im Artikelnamen. Dasselbe gilt innerhalb der Marke auch für andere Familien, etwa beim sportlicher positionierten [Ventus evo](https://www.reifentiefpreis.de/blog/hankook-ventus-evo) oder beim preiswerteren [Kinergy Eco2](https://www.reifentiefpreis.de/blog/hankook-kinergy-eco2). Einen Überblick über die Marke insgesamt gibt unser [Markenporträt Hankook](https://www.reifentiefpreis.de/blog/hankook-reifen-marke), das komplette Sortiment finden Sie im [Herstellerprofil von Hankook](https://www.reifentiefpreis.de/partner/hankook).

## Die geprüfte Ausführung im Regal – und was sie heute kostet

Ein Testergebnis gilt streng genommen nur für die geprüfte Ausführung, also für exakt diese Größe, diesen Last- und Geschwindigkeitsindex und dieses Label. Bei beiden ADAC-Durchgängen können wir eine label- und kennungsgleiche Ausführung im eigenen Regal zeigen – und das ist selten genug, um es zu benennen.

Der **2024 geprüfte Reifen** war ein 215/55 R17 mit der Kennung 98 W und dem Label B/A/69 dB; der ADAC notierte damals einen Preis von 138 Euro. Bei uns steht diese Ausführung heute als [Hankook K135 Ventus Prime 4 215/55 R17 98W](https://www.reifentiefpreis.de/artikel/hankook-k135-ventus-prime-4-215-55-r17-98w-126815) mit **86,57 Euro** im Regal – also **37 Prozent unter dem damals notierten Preis**. Der **2026 geprüfte Reifen** war ein 225/50 R17 98 W, ebenfalls B/A/69 dB, notiert mit 136 Euro; bei uns ist das der [Hankook K135 Ventus Prime 4 225/50 R17 98W](https://www.reifentiefpreis.de/artikel/hankook-k135-ventus-prime-4-225-50-r17-98w-128645) für **93,79 Euro**, rund **31 Prozent darunter**.

Zur Einordnung: In 215/55 R17 führen wir insgesamt **195 lieferbare Sommerreifen von 68 Marken** mit einem Median von 98,25 Euro, in 225/50 R17 sind es **279 Sommerreifen von 73 Marken** mit einem Median von 101,39 Euro. Der Ventus Prime 4 liegt in beiden Größen unterhalb des Medians – er ist im Preisgefüge dieser Größen also klar in der günstigeren Hälfte angesiedelt, obwohl er in beiden ADAC-Feldern von den Billigmarken preislich noch unterboten wurde. Alle Alternativen sehen Sie auf den Größenseiten für [alle Sommerreifen in 215/55 R17](https://www.reifentiefpreis.de/reifen/groesse/215-55-r17) und [225/50 R17](https://www.reifentiefpreis.de/reifen/groesse/225-50-r17). Die Testfelder selbst können Sie beim ADAC nachlesen, sowohl den [Sommerreifentest in 215/55 R17](https://www.adac.de/rund-ums-fahrzeug/ausstattung-technik-zubehoer/reifen/reifentest/sommerreifen/215-55-r17/) als auch den [Durchgang 2026 in 225/50 R17](https://www.adac.de/rund-ums-fahrzeug/ausstattung-technik-zubehoer/reifen/reifentest/sommerreifen/225-50-r17-2026/).

## Für wen sich der Ventus Prime 4 lohnt – und für wen nicht

Nach allem, was die Zahlen hergeben, lässt sich die Empfehlung ziemlich scharf ziehen, und sie hat wenig mit dem Label und viel mit Ihrem Fahrprofil zu tun.

**Er passt gut**, wenn Sie überwiegend Strecke machen und auf die Betriebskosten schauen: Pendlerinnen und Pendler, Vielfahrer, Familien mit Kompakt- oder Mittelklassewagen, die zügig, aber nicht ausgesprochen sportlich unterwegs sind. In dieser Rolle spielt der Reifen seine beiden echten Stärken aus – den besten Verbrauchswert seines jeweiligen Testfeldes und eine Laufleistung im oberen Mittelfeld – und das zu einem Preis unterhalb des Größenmedians. Ein guter Einstieg ist der [Hankook K135 Ventus Prime 4 205/55 R16 91V](https://www.reifentiefpreis.de/artikel/hankook-k135-ventus-prime-4-205-55-r16-91v-126816) in der meistgefragten Kompaktwagengröße.

**Er passt schlecht**, wenn Ihr Alltag viel Regen enthält: Wer regelmäßig bei Starkregen auf Autobahnen unterwegs ist, häufig auf Betonfahrbahnen fährt oder ein schweres Fahrzeug bewegt, bekommt bei nasshaftungsstärkeren Modellen spürbar mehr Reserve – auch wenn auf deren Label derselbe Buchstabe steht. Die Auswahl dafür treffen Sie nicht über das Label, sondern über ein Testergebnis in Ihrer Größe. Eine breite Übersicht bietet unsere Kategorie [PKW-Sommerreifen](https://www.reifentiefpreis.de/reifen/pkw/sommerreifen), Begriffserklärungen finden Sie im [Reifen-Wiki](https://www.reifentiefpreis.de/wiki), und warum das Label als alleinige Kaufhilfe nicht genügt, steht in [warum Label und Test verschiedene Fragen beantworten](https://www.reifentiefpreis.de/blog/reifenlabel-oder-test).

## Häufige Fragen

### Ist ein Reifen mit Nasshaftung A automatisch sicher bei Regen?

Nein. Die Klasse A bedeutet nur, dass der Reifen beim genormten Nassbremsen auf Asphalt eine bestimmte Schwelle überschritten hat. Aquaplaning, Nasshandling und das Bremsen auf Beton fließen nicht ein. Im ADAC-Sommerreifentest 2026 trugen alle 16 Reifen die Klasse A – ihre Nassnoten reichten trotzdem von 1,5 bis 3,3.

### Woran erkenne ich, ob ich die aktuelle Generation kaufe?

An der internen Kennung im Artikelnamen. Der aktuelle Ventus Prime 4 heißt K135, die Crossover-Variante K135A, der Vorgänger K125 und dessen Vorgänger K115. Die Generation steht bei uns immer mit im Produktnamen, weil sich Label, Preis und Verfügbarkeit zwischen den Generationen deutlich unterscheiden.

### Gibt es den Ventus Prime 4 auch für SUV und Crossover?

Ja, als Variante K135A. Bei uns sind davon 20 Ausführungen lieferbar, überwiegend von 16 bis 19 Zoll. Für schwere, hochmotorisierte SUV sind allerdings dezidierte SUV-Sommerreifen mit höherer Tragfähigkeit meist die bessere Wahl.

## Fazit

Der Hankook Ventus Prime 4 ist ein ehrlicher Alltagsreifen mit einem klaren Profil: sparsam wie kein anderer in seinen beiden Testfeldern, haltbar im oberen Mittelfeld, preislich unter dem Median seiner Größen – und auf nasser Fahrbahn, vor allem beim Aquaplaning und auf Beton, hinter dem Feld. Wer das weiß, kauft ihn bewusst richtig oder bewusst gar nicht.

Vor allem aber ist er ein Lehrstück. Zwei unabhängige Testfelder, zwei Jahre auseinander, zeigen dasselbe: **Das A auf dem Label ist in dieser Reifenklasse zur Selbstverständlichkeit geworden und trennt starke von schwachen Nassreifen nicht mehr.** Wer bei Nässe auf Nummer sicher gehen will, braucht ein Testergebnis in der eigenen Größe – nicht den Buchstaben auf der Flanke. Passende Größen und aktuelle Preise finden Sie direkt in unserem Shop.


Quelle: https://www.reifentiefpreis.de/blog/hankook-ventus-prime-4
