# Heidenau K60 Scout, Ranger und Klassiker: Welcher aus der Familie zu Ihnen passt

Veröffentlicht: 03.06.2026 · Aktualisiert: 07.09.2026 · Kategorie: Motorrad · Autor: Reifentiefpreis · Schlagwörter: Heidenau, K60 Scout, K60 Ranger, Enduroreifen, Reise-Enduro, Motorradreifen

Titelbild: https://www.reifentiefpreis.de/bild/blog/heidenau-k60-scout-adventure.jpg

Wer eine Reiseenduro fährt, kennt den Namen: Der **Heidenau K60 Scout** ist einer der meistgefragten Reifen unseres Shops – unter allen Profilen steht er auf Rang vier, unter den Enduroreifen auf Rang eins, noch vor dem Continental TKC 80 Twinduro. Heidenau selbst ist bei uns die siebtstärkste Marke, vor Hankook und Goodyear. Nur: „K60“ ist längst kein einzelner Reifen mehr, sondern eine Familie aus fünf Modellreihen, die sich in Einsatzzweck, Größenangebot, Geschwindigkeitsfreigabe und Preis deutlich unterscheiden – und die man im Regal leicht verwechselt.

Dieser Ratgeber ordnet die Familie deshalb nicht nach Gefühl, sondern nach Zahlen: Wir haben den kompletten Heidenau-Bestand unseres Shops erhoben und jede K60-Ausführung mit der offiziellen Größenliste des Herstellers abgeglichen. Herausgekommen sind ein paar Befunde, die man im Datenblatt nicht sieht – und einer davon widerspricht dem, was in diesem Beitrag früher stand.

## Fünf Reihen, 48 Ausführungen: was wirklich im Regal steht

In unserer Erhebung vom 7. September 2026 führt der Shop **48 lieferbare K60-Ausführungen in 28 verschiedenen Größen**, verteilt auf fünf Modellreihen. Die Preisspanne reicht von **61,06 Euro** für den Klassiker in 80/90-21 bis **201,29 Euro** für die breiteste Scout-Größe 180/55B17. Alle 48 Positionen waren zum Erhebungszeitpunkt lieferbar – bei einem Reifen, der seit über 25 Jahren gebaut wird, ist das keine Selbstverständlichkeit.

So verteilen sich die Ausführungen:

- **K60 Scout** – 12 Ausführungen, 89,80 bis 155,80 Euro, Median 119,47 Euro. Der Allrounder für schwerere Reiseenduros.
- **K60 Scout M+S** – 6 Ausführungen, 101,35 bis 201,29 Euro. Trotz des eigenen Namens derselbe Reifen wie oben, dazu unten mehr.
- **K60 Ranger** – 12 Ausführungen, 81,70 bis 141,40 Euro, Median 109,45 Euro. Die geländebetonte Reihe.
- **K60** – 11 Ausführungen, 61,06 bis 96,25 Euro, Median 70,02 Euro. Der Klassiker, aus dem die ganze Familie hervorgegangen ist.
- **K60 M+S SiO2** – 7 Ausführungen, 69,90 bis 104,24 Euro. Die ausdrückliche Winterausführung.

Dass sich die Nachfrage genau hier bündelt, zeigt auch die Größenstatistik: **90/90 R21, die klassische 21-Zoll-Front der großen Reiseenduros, ist die fünftgefragteste Reifengröße unseres gesamten Sortiments** – vor allen Winterreifengrößen für den Pkw. Die Rubrik Motorrad-Enduro liegt insgesamt auf Rang fünf. Der K60 ist also kein Nischenthema, sondern einer der Reifen, nach denen im Shop am häufigsten gesucht wird.

## Was den K60 Scout ausmacht

Der Scout ist ein klassischer **50/50-Reifen**: ausgelegt auf je rund die Hälfte Straße beziehungsweise befestigte Wege und Schotter beziehungsweise unbefestigten Untergrund. Damit steht er bewusst in der Mitte zwischen reinem Straßenreifen und grobstolligem Geländereifen – genau dort, wo sich die meisten Reiseenduros im Alltag tatsächlich bewegen. Heidenau nennt ihn auf der [Produktseite der K60-Familie](https://heidenau.com/k60) „das Original“ und beschreibt ihn als „den Allrounder für alle Reisenden“.

Das prägende Merkmal ist der durchgehende Mittelsteg, vor allem bei den breiteren Hinterreifen. Er sorgt für ruhigen Geradeauslauf und Stabilität auf Asphalt und trägt zur langen Laufleistung bei, für die der Reifen bekannt ist. Die blockigen Schulterstollen liefern im Gelände Traktion, der hohe Negativanteil im Profil hilft bei der Selbstreinigung. Der Hersteller hebt für den Scout ausdrücklich drei Punkte hervor: eine gegenüber dem Klassiker **modifizierte Profilgestaltung**, eine **speziell für schwerere Enduros optimierte Karkasse** und **sehr hohe Sicherheitsreserven bei Nässe**. Der letzte Punkt ist der, der in Erfahrungsberichten am häufigsten auftaucht – ein grobstolliger Reifen, der auf nasser Straße nicht nervös wird, ist alles andere als selbstverständlich.

Dazu kommt die **M+S-Kennzeichnung** und eine Freigabe bis 190 km/h. Beides schlägt sich in der Kennung nieder: Sämtliche zwölf Scout-Ausführungen unseres Shops tragen den Geschwindigkeitsindex **T**, nur die 100/90-18 fällt mit **56H** aus der Reihe und ist bis 210 km/h freigegeben. Was M+S beim Motorrad bedeutet und was nicht, ist ein eigenes Thema: Eine Winterreifenpflicht wie beim Auto gibt es für Krafträder nicht, die Kennung signalisiert lediglich eine ganzjährig taugliche Profilgestaltung. Wie Heidenau seine Kennungen grundsätzlich systematisiert, erklären wir im Beitrag [Heidenau-Bezeichnungen von K-Nummer bis Snowtex](https://www.reifentiefpreis.de/blog/heidenau-bezeichnungen-erklaert).

Wer wissen will, wie sich der Scout gegen den bekanntesten Wettbewerber schlägt, findet den Vergleich in unserem Beitrag [Heidenau K60 Scout oder Continental TKC 80](https://www.reifentiefpreis.de/blog/k60-scout-oder-tkc-80). Hier geht es um die Familie selbst.

## Der K60 Ranger ist ausdrücklich nicht der Nachfolger

Wenn ein Hersteller etwas in Großbuchstaben auf seine eigene Produktseite schreibt, hat das meist einen Grund. Zum K60 Ranger steht dort: **„NICHT die Weiterentwicklung vom K60 Scout“**. Der Ranger rundet die Familie nach unten ins Gelände ab und richtet sich laut Heidenau an „Abenteurer, Schlammaktivisten und Sandverliebte“. Seine Einsatzempfehlung lautet **30 Prozent Straße, 70 Prozent Gelände**, er hat ein eigenes Offroad-Profil und eine speziell verstärkte Offroad-Karkasse.

Das ist deshalb so wichtig, weil der Ranger im Regal wie ein direkter Ersatz aussieht. **Von seinen zwölf Größen stimmen elf exakt mit einer Scout-Größe überein** – nur die 120/90-18 gibt es beim Ranger zusätzlich, nur die 100/90-18 ausschließlich beim Scout. Wer nach seiner Größe sucht, bekommt also fast immer beide Reifen angezeigt, und der Ranger ist dabei fast immer der günstigere.

Wie viel günstiger, lässt sich genau beziffern. Über alle elf gemeinsamen Größen liegt der **Aufpreis für den Scout im Median bei 8,22 Euro, im Mittel bei 7,83 Euro**. Die Spanne ist allerdings erheblich: Am größten ist der Abstand in 170/60B17 mit **14,40 Euro** und in 110/80B19 mit **13,47 Euro**. Und in zwei Größen dreht sich das Verhältnis sogar um – **in 120/80-18 ist der Scout 2,35 Euro billiger als der Ranger, in 120/90-17 immerhin 55 Cent.** Ein pauschales „der Ranger ist der Sparreifen“ trägt also nicht.

Viel entscheidender als die knapp acht Euro ist ein Detail in der Kennung, das man leicht übersieht: **Sämtliche zwölf Ranger-Ausführungen tragen den Geschwindigkeitsindex R und sind damit bis 170 km/h freigegeben, während der Scout durchgängig mit T bis 190 km/h antritt.** Am gängigen Hinterrad 140/80-18 stehen sich damit gegenüber: [Heidenau K60 Ranger 140/80-18 70R](https://www.reifentiefpreis.de/artikel/heidenau-k60-ranger-140-80-18-70r-128694) für 117,24 Euro und [Heidenau K 60 Scout 140/80-18 70T](https://www.reifentiefpreis.de/artikel/heidenau-k-60-scout-140-80-18-70t-31108) für 124,05 Euro. Gleiche Größe, gleiche Tragfähigkeitskennzahl 70, aber zwanzig km/h Unterschied in der Freigabe – und, wie Sie weiter unten lesen, kann genau das über die Zulässigkeit entscheiden.

Die Faustregel lautet deshalb: Der Ranger ist die richtige Wahl, wenn Sie wirklich überwiegend im Gelände unterwegs sind und Ihr Motorrad die niedrigere Geschwindigkeitskategorie zulässt. Als reine Sparvariante des Scout taugt er nicht – dafür ist er ein anderer Reifen. Wie sich der Straßen- und Geländeanteil grundsätzlich auf die Reifenwahl auswirkt, vertiefen wir im Ratgeber zu [Enduro- und Adventure-Reifen im Abwägen zwischen Straße und Gelände](https://www.reifentiefpreis.de/blog/enduro-und-adventure-reifen-strasse-und-gelaende-richtig-abwaegen).

## Der Klassiker K60 ist der Reifen für die leichte Enduro

Hier muss dieser Beitrag eine frühere Empfehlung korrigieren. Bis zu dieser Überarbeitung stand hier, wer überwiegend hartes Gelände fahre, sei „mit dem Basis-K60 besser bedient“. Das ist so nicht haltbar, und der Regalbestand zeigt sofort, warum.

Heidenau ordnet den Klassiker ausdrücklich als Reifen „hauptsächlich für kleine und leichtere Enduros“ ein. Genau so sieht sein Größenangebot aus: **Die breiteste metrische Größe des Klassikers misst 110 Millimeter.** Der Rest sind schmale 21-Zoll-Fronts und alte Zollmaße – 2.50-21, 2.75-21, 3.00-21, 4.10-18 und 4.60-17 –, wie man sie an Klassikern und leichten Reiseenduros findet. **Ein 140er oder 150er Hinterrad, wie es jede große Reiseenduro trägt, gibt es beim Klassiker schlicht nicht.** Von den 28 Größen der Familie überschneidet sich der Klassiker mit Scout und Ranger in genau einer einzigen: der 90/90-21.

Damit war der alte Rat nicht nur ungenau, sondern für den typischen Leser dieses Beitrags praktisch nicht ausführbar. Heidenaus eigene Antwort auf „mehr Gelände“ ist nicht der Klassiker, sondern der Ranger. Der Klassiker ist die Antwort auf eine andere Frage – nämlich auf ein leichtes, schmal bereiftes Motorrad. Und für das ist er ein sehr günstiger Reifen: Der [Heidenau K 60 80/90-21 48P](https://www.reifentiefpreis.de/artikel/heidenau-k-60-80-90-21-48p-31122) kostet 61,06 Euro, der Median der Reihe liegt bei 70,02 Euro und damit rund 50 Euro unter dem des Scout. Alle lieferbaren Maße stehen auf der Modellseite des [K60 Klassikers](https://www.reifentiefpreis.de/reifen/heidenau/k-60); die Zollschreibweisen entschlüsselt unser Ratgeber [Motorradreifen-Größe lesen](https://www.reifentiefpreis.de/blog/motorradreifen-groesse-lesen).

## K60 Scout und K60 Scout M+S: zwei Modellseiten, ein Reifen

Der zweite Befund betrifft unseren eigenen Shop und ist der praktisch folgenreichste dieses Beitrags. Bei uns gibt es zwei getrennte Modellseiten, einmal [K60 Scout](https://www.reifentiefpreis.de/reifen/heidenau/k-60-scout) mit zwölf Ausführungen und einmal [K60 Scout M+S](https://www.reifentiefpreis.de/reifen/heidenau/k-60-scout-m-s) mit sechs. Die naheliegende Vermutung wäre, dass es sich um zwei Varianten handelt und man zwischen ihnen wählt.

Das stimmt nicht. **Die beiden Modellseiten haben keine einzige Größe gemeinsam.** Zusammen ergeben sie 18 Größen – und diese 18 sind exakt die 18 Größen, die Heidenau in seiner [offiziellen Größenliste zum K60 Scout](https://shop.heidenau.com/de/zweiradreifen/motorrad/strassenenduro/k60-scout.html) führt. Es sind also nicht zwei Produkte, sondern ein Produkt in zwei Regalfächern; die Trennung ist eine Folge der Artikelbezeichnung, nicht der Technik. Der Scout trägt seine M+S-Kennung ohnehin über die ganze Baureihe.

Für Sie heißt das ganz praktisch: **Wenn Sie Ihre Größe auf der einen Seite nicht finden, ist sie mit hoher Wahrscheinlichkeit auf der anderen.** Unter „K60 Scout M+S“ laufen unter anderem die breiten 17-Zoll-Straßenmaße 120/70B17, 160/60B17 und 180/55B17 – also genau die drei Sportgrößen, über deren Markteinführung wir seinerzeit im Beitrag [Drei neue 17-Zoll-Größen für Café Racer, Roadster und Supermoto](https://www.reifentiefpreis.de/blog/heidenau-k60-scout-drei-neue-17-zoll-groessen-fuer-caf-racer-roadster-und-supermoto) berichtet haben. Dazu kommen 4.00-18, 120/90-18 und 130/80-18, letztere beide in verstärkter Ausführung. Der [Heidenau K 60 Scout M+S 130/80-18 72T](https://www.reifentiefpreis.de/artikel/heidenau-k-60-scout-m-s-130-80-18-72t-158223) für 110,63 Euro ist ein gutes Beispiel: eine gängige Enduro-Größe, die auf der Hauptseite des Scout gar nicht auftaucht.

## Die Winterausführung ist in zwei Größen der stärkere Reifen

Heidenau bietet den Klassiker laut eigener Produktseite „explizit als Winterreifen separat“ an. Das ist der **K60 M+S SiO2**, den der Hersteller auf seiner [Seite zur Winterausführung des K60](https://shop.heidenau.com/de/zweiradreifen/winterreifen/k60-m-s-silica.html) als „die Winterreifenausführung des K60“ mit einer Silica-Mischung für kalte und nasse Fahrbahn beschreibt. Sieben Ausführungen, 69,90 bis 104,24 Euro, alle lieferbar – und beim Preisvergleich fällt etwas auf, das man bei einer Winterversion nicht erwartet.

In zwei Größen ist die Winterausführung dem Scout nämlich in der Kennung überlegen und kostet trotzdem weniger. **In 130/80-17 steht der [Heidenau K 60 M+S SiO2 130/80-17 69T](https://www.reifentiefpreis.de/artikel/heidenau-k-60-m-s-sio2-130-80-17-69t-31288) mit 103,32 Euro gegen den Scout in derselben Größe mit 119,10 Euro** – das sind 15,78 Euro weniger, und dabei trägt der Winterreifen die Tragfähigkeitskennzahl 69 statt 65, also 325 statt 290 Kilogramm je Reifen. In 120/90-17 wiederholt sich das Muster: 104,24 Euro mit Kennzahl 68 gegen 106,76 Euro mit Kennzahl 64, also 315 gegen 280 Kilogramm. Der Grund steht in der Herstellerliste: Beide Wintergrößen sind als **Reinf.**, also in verstärkter Ausführung, aufgelegt.

Auch gegenüber dem Klassiker lohnt der Blick: In 90/90-21 kostet die Winterausführung **69,90 Euro und damit zwölf Cent weniger als der Klassiker** bei identischer Kennung 54T – und rund zwanzig Euro weniger als der Scout in derselben Größe.

Bevor Sie daraus die falsche Schlussfolgerung ziehen: **Das ist keine Empfehlung, aus Preisgründen eine Winterversion zu kaufen.** Eine Silica-Wintermischung ist auf niedrige Temperaturen ausgelegt; bei sommerlichen Straßentemperaturen verschleißt sie schneller und verhält sich anders als die Sommermischung des Scout. Die Zahlen sind trotzdem wertvoll: Wer sein Motorrad tatsächlich in der kalten Jahreszeit bewegt, bekommt in diesen beiden Größen die höhere Tragfähigkeit zum niedrigeren Preis – ein Fall, in dem die vermeintlich einfachere Reihe die technisch höherwertige ist.

## Schlauch oder schlauchlos: TT und TL entscheiden mit

Bevor Sie sich zwischen den Reihen entscheiden, kommt eine Frage, die alle drei betrifft und die viele Käufer zu spät stellen: Passt die Bauart überhaupt zu Ihrem Rad? Heidenau weist jede Größe eindeutig aus, und die Verteilung ist alles andere als gleichmäßig.

- **K60 Scout:** 6 der 18 Größen sind **TT** (schlauchpflichtig), 12 sind **TL** (schlauchlos). Fünf der sechs TT-Größen sind 18-Zoll-Maße.
- **K60 Ranger:** 4 der 12 Größen sind TT, 8 sind TL.
- **K60 Klassiker:** 11 der 12 Größen sind TT – nur die 100/90-19 ist schlauchlos ausgelegt.

Besonders praxisrelevant: **Die 140/80-18 und die 120/80-18, zwei der gängigsten Hinterradmaße an Reiseenduros, sind sowohl beim Scout als auch beim Ranger als TT ausgeführt.** Wer ein Speichenrad mit Schlauch fährt, ist damit ohnehin auf der richtigen Seite – wer ein schlauchloses Speichenrad hat, muss dort genauer hinsehen. Worauf es beim passenden Schlauch, beim Ventil und bei der Kombination von Reifen und Rad ankommt, steht in unserem Ratgeber [Motorrad-Schläuche richtig wählen](https://www.reifentiefpreis.de/blog/motorrad-schlauch-richtig-waehlen).

Die zweite Größenangabe, auf die es ankommt, ist die Bauart selbst. Ein Bindestrich wie in 90/90-21 oder 140/80-18 steht für **Diagonalbauart**, ein B wie in 150/70B17 oder 110/80B19 für einen **Gürteldiagonalreifen**. Ein R für Radial führt die K60-Familie nicht. Mischen Sie Diagonal- und Radialreifen nie an einem Fahrzeug, ohne dass die Kombination ausdrücklich zulässig ist – welche Paarungen erlaubt sind, klärt der Beitrag [Motorradreifen vorne und hinten mischen](https://www.reifentiefpreis.de/blog/motorradreifen-mischen-vorne-hinten).

## Zulassung: Die Größe entscheidet, die Marke ist frei

Auch dieser Abschnitt stand hier bisher zu unscharf. Maßgeblich ist die zwischen Bund und Ländern abgestimmte Vorgehensweise des Bundesministeriums für Verkehr zur [Beurteilung von Rad-/Reifenkombinationen an Krafträdern](https://www.bmv.de/SharedDocs/DE/Artikel/StV/Strassenverkehr/rad-reifenkombination-kraftraeder.html), und die ist großzügiger, als viele annehmen.

Für ein unverändertes Kraftrad mit EU-Typgenehmigung und einen Reifen mit Bauteilgenehmigung nach UN-Regelung Nr. 75 gilt: Gleiche Bauart, gleiche Größenbezeichnung, übrige Kennwerte gleich oder höherwertig – „dies ist zulässig, die Betriebserlaubnis des Kraftrads erlischt nicht“. In den in Ihren Papieren eingetragenen Größen ist die Reifenmarke also frei. Der Grund dafür ist technisch: Mit der EU-Typgenehmigung wird der Reifenfreiraum verpflichtend über eine Hüllkurve der größtmöglichen Reifenabmessungen geprüft, weshalb die frühere Reifenfabrikatsbindung abgeschafft wurde. Ältere, national genehmigte Maschinen haben sie dagegen oft noch eingetragen; dort gilt sie weiter, lässt sich aber über eine vereinfachte Hüllkurvenprüfung bei einer Technischen Prüfstelle austragen.

Ebenso klar ist die Gegenrichtung: **Eine Unbedenklichkeitsbescheinigung des Reifenherstellers ist ausdrücklich kein Nachweis im Sinne von § 19 Absatz 3 StVZO.** Anzuwenden ist das bei allen Reifen mit Herstelldatum nach dem 31. Dezember 2019 und seit dem 1. Januar 2025 ausnahmslos; maßgeblich ist die DOT-Kennung auf der Flanke. Wer eine Größe außerhalb der eingetragenen Spanne fahren will, braucht deshalb eine Änderungsabnahme, keine Bescheinigung.

Und damit zurück zum Ranger: Die Bedingung lautet „gleich oder höherwertig“, und das gilt auch für die Geschwindigkeitskategorie. **Steht in Ihrer Zulassungsbescheinigung Teil I beziehungsweise in der COC-Bescheinigung ein T, erfüllt ein Reifen mit R diese Bedingung nicht** – dann sind die acht Euro Ersparnis gegenstandslos. Steht dort ein R oder eine niedrigere Kategorie, ist der Ranger unproblematisch. Prüfen Sie das vor dem Kauf in den Papieren, nicht am bisher montierten Reifen. Den weiteren rechtlichen Rahmen fasst unser Überblick [Reifen und Gesetz in Deutschland](https://www.reifentiefpreis.de/blog/reifen-und-gesetz-welche-vorschriften-in-deutschland-wirklich-gelten) zusammen; woran es bei der Hauptuntersuchung am häufigsten scheitert, zeigt der Beitrag [Motorradreifen bei der Hauptuntersuchung](https://www.reifentiefpreis.de/blog/motorradreifen-hu-tuev). Das gesetzliche Mindestprofil von 1,6 Millimetern nach § 36 StVZO gilt selbstverständlich auch für jeden K60.

## Welcher K60 zu Ihnen passt

Die Entscheidung fällt in dieser Reihenfolge, und zwar bevor Sie auf den Preis schauen. Zuerst prüfen Sie in den Fahrzeugpapieren die eingetragene Größe und die Geschwindigkeitskategorie – das sortiert oft schon eine ganze Reihe aus. Dann klären Sie die Bauart Ihres Rades, also die Frage nach Schlauch oder schlauchlos. Erst danach geht es um den Charakter des Reifens.

Der **K60 Scout** ist die richtige Wahl für die schwere Reiseenduro mit überwiegend Straße und befestigten Wegen, gelegentlichen Schotterabschnitten und dem Wunsch nach langer Laufleistung und ruhigem Geradeauslauf. Für die meisten Leser dieses Beitrags ist er der passende Reifen. Der klassische Satz für die große Enduro besteht aus dem [Heidenau K 60 Scout 90/90-21 54T](https://www.reifentiefpreis.de/artikel/heidenau-k-60-scout-90-90-21-54t-31111) für 89,80 Euro vorn und einem 140er oder 150er Hinterrad; die gefragte Front finden Sie auch über unsere Größenseite [90/90 R21](https://www.reifentiefpreis.de/reifen/groesse/90-90-r21).

Der **K60 Ranger** gehört ans Motorrad, wenn Sie wirklich überwiegend abseits fahren, Schlamm und Sand keine Ausnahme sind und die Papiere die Kategorie R hergeben. Der **K60 Klassiker** ist der Reifen der leichten, schmal bereiften Enduro und des Klassikers – nicht die Gelände-Steigerung des Scout. Die **Winterausführung** lohnt für alle, die im Kalten fahren, und ist in 130/80-17 und 120/90-17 sogar die tragfähigere Wahl.

Wie lange ein K60 hält, hängt ganz wesentlich von Gewicht, Beladung, Fahrweise und vor allem vom Luftdruck ab; belastbare Pauschal-Kilometer gibt es nicht. Wann ein Reifen wechselreif ist, zeigt unser Ratgeber zum [Verschleiß an Motorradreifen](https://www.reifentiefpreis.de/blog/motorradreifen-verschleiss-wechseln). Alle lieferbaren Ausführungen der Familie und die passenden Alternativen anderer Hersteller finden Sie in unserer Kategorie [Enduro- und Adventure-Reifen](https://www.reifentiefpreis.de/reifen/motorrad/enduro), die geländebetonte Reihe direkt auf der Modellseite [K60 Ranger](https://www.reifentiefpreis.de/reifen/heidenau/k60-ranger) und die Winterausführung unter [K60 M+S SiO2](https://www.reifentiefpreis.de/reifen/heidenau/k-60-m-s-sio2).

## Häufige Fragen

### Ist der K60 Ranger die neuere Version des Scout?

Nein. Heidenau stellt auf der eigenen Produktseite ausdrücklich klar, dass der Ranger nicht die Weiterentwicklung des Scout ist. Er ergänzt die Familie nach unten ins Gelände mit einer Einsatzempfehlung von 30 Prozent Straße und 70 Prozent Gelände, einem eigenen Profil und einer verstärkten Offroad-Karkasse. Beide Reihen werden parallel angeboten.

### Warum finde ich meine Scout-Größe nur auf einer von zwei Modellseiten?

Weil unser Shop die 18 Größen des K60 Scout aus Gründen der Artikelbezeichnung auf zwei Modellseiten verteilt: zwölf unter „K60 Scout“, sechs unter „K60 Scout M+S“. Die beiden Listen überschneiden sich nicht. Technisch handelt es sich um denselben Reifen, also lohnt der Blick auf beide Seiten.

### Was bedeutet das R statt T in der Kennung des Ranger?

R steht für eine Freigabe bis 170 km/h, T für 190 km/h. Zulässig ist ein Reifen an einem unveränderten EU-typgenehmigten Kraftrad nur, wenn seine Geschwindigkeitskategorie der in den Papieren eingetragenen entspricht oder darüber liegt. Ein R-Reifen ersetzt einen eingetragenen T-Reifen deshalb nicht automatisch.


Quelle: https://www.reifentiefpreis.de/blog/heidenau-k60-scout
