# Michelin Anakee Adventure 2: Testsieg, Herstellerzahlen und Lieferlage im Faktencheck

Veröffentlicht: 05.07.2026 · Aktualisiert: 21.09.2026 · Kategorie: Branche & Markt · Autor: Reifentiefpreis · Schlagwörter: Michelin, Anakee Adventure 2, Reise-Enduro, Motorradreifen, Reifentest

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Als wir diesen Beitrag geschrieben haben, war der Michelin Anakee Adventure 2 eine Ankündigung: Michelin hatte den Nachfolger des straßenbetonten Reise-Enduro-Reifens vorgestellt, die Zahlen stammten aus dem Hause des Herstellers, unabhängige Tests gab es nicht. Wir haben damals geschrieben, dass wir belastbare Vergleichstests nachtragen, sobald sie erscheinen. Sie sind erschienen – und zwar früher, als der Beitrag es wusste. Wir haben deshalb alles neu geprüft: das Testurteil, die Prozentzahlen samt Kleingedrucktem, die Kennzeichnung auf der Flanke und die Frage, die für Sie am Ende zählt: Was können Sie heute tatsächlich kaufen? Der Reihe nach, mit Datum und Quelle an jeder Zahl.

## Das Versprechen vom Juli – und das Testurteil vom März

Die Fachpresse war schneller als dieser Beitrag. Die Zeitschrift MOTORRAD hat im Frühjahr 2026 eine dreiteilige Reifentestserie gefahren, und der Anakee Adventure 2 war darin vertreten. Michelin führt das Ergebnis auf der [deutschen Produktseite zum Anakee Adventure 2](https://www.michelin.de/motorbike/tyres/michelin-anakee-adventure-2) als Auszeichnung: **MOTORRAD Ausgabe 7/2026, Testsieger, Gesamtwertung „gut“, geprüft in den Dimensionen 120/70 R19 und 170/60 R17.** Das ist genau die Paarung, die an den allermeisten großen Reiseenduros montiert ist.

Wie der Vergleich aufgebaut war, lässt sich unabhängig davon nachlesen. Nach dem Bericht der Fachzeitung Reifenpresse zu [Teil zwei der MOTORRAD-Testserie](https://reifenpresse.de/2026/03/17/reifen-fuer-fast-alles-koenner-bikes-bei-motorrad-im-test/) vom 17. März 2026 hat das Magazin jeweils drei Kandidaten der 100:0- und der 70:30-Fraktion an einer BMW R 1300 GS gegeneinander gefahren und am Ende zwei Testsieger gekürt – einen unter den reinen Straßenreifen, einen unter den als Schotterreifen geführten Profilen. Ausdrücklich vermerkt der Bericht, dass die Reifen „beileibe keine Welten auseinanderliegen“. Wer aus einem Testsieg in dieser Klasse einen Klassenunterschied ableitet, überdehnt das Ergebnis also.

Das Teilnehmerfeld des 70/30-Vergleichs nennt MOTORRAD selbst: Im Artikel [70/30-Schotterreifen für große Reiseenduros](https://www.motorradonline.de/zubehoer/reifen-fuer-grosse-reiseenduros-70-30-schotterreifen-im-test/) vom 13. März 2026 traten der Michelin Anakee Adventure 2, der Mitas Enduro Trail Adventure 2 und der Pirelli Scorpion Rally STR in 120/70 R19 an. Öffentlich einsehbar ist vom Michelin eine Teilwertung – „Trockentest: 125 Punkte, gut“ – dazu die Einordnung, er habe ein moderates Negativprofil und unterstütze leichten Geländeeinsatz. Der vollständige Test steht hinter der Bezahlschranke des Verlags; mehr als diese Bruchstücke geben wir deshalb nicht wieder. Zur Einordnung des Umfelds: Im [dritten Teil der Serie](https://reifenpresse.de/2026/03/31/weiterer-dunlop-sieg-in-einem-reifentest/) vom 31. März 2026 ging es um die 90:10-Klasse, fünf Reifen in 120/70 R19 und 170/60 R17, Sieger wurde dort der Dunlop Mutant.

## Michelins drei Prozentzahlen – und wann sie gefahren wurden

Drei Werte trägt Michelin seit der Vorstellung vor sich her, und alle drei stehen inzwischen mit ihren Bedingungen im Kleingedruckten der Produktseite. Das ist bemerkenswert transparent – und es lohnt sich, genau hinzusehen, weil die Zahlen dadurch einen anderen Charakter bekommen als eine gemessene Testnote.

- **Nassgriff plus zehn Prozent:** interner Vergleich zur Nasshaftung, gefahren auf einer BMW R 1250 GS am **19. Februar 2024**, Bezugsgröße ist der Vorgänger Anakee Adventure.
- **Laufleistung plus 14 Prozent:** interner Laufleistungsvergleich auf einer BMW R 1250 GS, gefahren zwischen dem **25. April und dem 26. Mai 2023**. Die [internationale Pressemitteilung vom 12. Januar 2026](https://www.michelin.com/en/publications/products-and-services/new-michelin-anakee-adventure-2/) schlüsselt denselben Befund feiner auf: rund sieben Prozent vorn und 21 Prozent hinten.
- **Geräusch minus 30 Prozent:** ein **subjektiver** interner Vergleich der Geräuschwahrnehmung mit Helm auf einer BMW R 1300 GS, durchgeführt am **4. Mai 2023** und am **29. Januar 2024**. Die internationale Mitteilung nennt zusätzlich eine an der Strecke gemessene Reduktion von zwei Dezibel.

Zwei Dinge fallen auf. Erstens sind das durchweg **herstellereigene Vergleiche**, keine Prüforganisation und kein Magazin. Zweitens liegen die Messfahrten zwischen April 2023 und Februar 2024 – also ein bis knapp drei Jahre vor dem Marktstart im Januar 2026. Das ist bei einer langen Produktentwicklung normal und kein Vorwurf; es heißt nur, dass diese Zahlen den Reifen gegen seinen eigenen Vorgänger stellen und nicht gegen den heutigen Wettbewerb. Der einzige Vergleich mit fremden Reifen ist der MOTORRAD-Test. Dass es für Motorradreifen kein EU-Label gibt, an dem man Nasshaftung und Rollgeräusch wie beim Auto ablesen könnte, erklären wir in einem eigenen Beitrag dazu, [warum Motorradreifen kein EU-Label tragen](https://www.reifentiefpreis.de/blog/motorradreifen-ohne-eu-label) – genau deshalb sind Herstellerangaben hier so gewichtig.

Die verbaute Technik hat Michelin in der Mitteilung benannt: die Zweikomponenten-Lauffläche 2CT mit härterer Mitte und weicheren Schultern, eine verstärkte Karkasse namens Reinforced Radial-X Evo mit Aramid-Einlage, ein neu gezeichnetes Laufflächenprofil und eine Flankenoptik, die Michelin Premium Touch Design nennt. Was eine Doppelmischung in der Praxis bringt und wo ihre Grenzen liegen, steht ausführlich in unserem Ratgeber dazu, [was Dual-Compound-Mischungen leisten](https://www.reifentiefpreis.de/blog/motorradreifen-compound-gummimischung).

## Der unabhängige Fahreindruck – und seine Lücke

Neben dem Vergleichstest gibt es einen Fahrbericht von der internationalen Präsentation. Die Kollegen von 1000PS haben den Reifen in der Toskana gefahren, rund 200 Kilometer auf Asphalt und auf den Schotterpisten der Strade Bianche, mit einer ganzen Bandbreite an Maschinen – Yamaha Ténéré 700, CFMoto 800 MT-X, BMW F 900 GS, Honda Africa Twin, BMW R 1300 GS und Suzuki V-Strom 1050 – und damit sowohl mit 19- als auch mit 21-Zoll-Vorderrädern.

Positiv fiel dort vor allem das Einlenkverhalten auf: harmonisch und linear, ohne das Kippgefühl, das manche Adventure-Profile beim Anlegen zeigen. Auf trockenem Asphalt hielt der Reifen auch beim beherzten Herausbeschleunigen, und er kam schnell auf Temperatur – der Bericht nennt bereits acht Grad Reifentemperatur als brauchbare Arbeitsgrundlage. Zwischen 75 und 100 km/h beschreibt er ein dezentes Abrollgeräusch, das aus der Anordnung der Profilrillen stammt. Warum die ersten Kilometer trotzdem die heikelsten bleiben, lesen Sie in unserem Beitrag dazu, [warum kalte Motorradreifen so gefährlich sind](https://www.reifentiefpreis.de/blog/motorradreifen-warmfahren).

Ehrlich ist der Bericht an zwei Stellen, die man sich merken sollte. Erstens beim Gelände: Mit rund 32 Prozent Negativanteil und der gerundeten Profilkontur ist der Reifen für ernsthaftes Offroad nicht gemacht; auf grobem Schotter verlieren schwere, kräftige Reiseenduros schnell Traktion, auf leichtem Untergrund liefert die Querstollen-Verzahnung dagegen spürbaren Vortrieb. Zweitens bei den Herstellerzahlen: Weil in der Toskana durchgehend trockenes Wetter herrschte, konnten ausgerechnet die beiden zentralen Versprechen – mehr Nassgriff und mehr Laufleistung – **nicht** überprüft werden. Wie stark ein Reifen auf den tatsächlichen Straßenanteil abgestimmt sein sollte, haben wir im Grundlagenbeitrag dazu aufgeschlüsselt, wie Sie [Straße und Gelände richtig gewichten](https://www.reifentiefpreis.de/blog/enduro-und-adventure-reifen-strasse-und-gelaende-richtig-abwaegen).

Erwähnt sei der Vollständigkeit halber, dass Michelin auf der eigenen Produktseite 13 Nutzerbewertungen mit einem Schnitt von 4,5 von 5 Sternen führt. Das sind vom Hersteller gesammelte Rückmeldungen, kein standardisierter Test – wir führen sie hier auf, ohne ihnen das Gewicht eines Prüfergebnisses zu geben.

## M+S auf dem Reiseenduro-Reifen: was die Kennung hier heißt

Neu gegenüber dem Vorgänger ist ein Detail, das in der ersten Fassung dieses Beitrags fehlte: Michelin nennt in der Pressemitteilung ausdrücklich eine **M+S-Kennzeichnung**, und die deutsche Produktseite führt den Reifen entsprechend unter „Matsch und Schnee“. Das lässt sich im eigenen Bestand gegenprüfen, und der Befund ist eindeutig: Von den 4.278 Motorradreifen in unserem Katalog tragen **40** eine M+S-Kennung – und **keine einzige der 14 Ausführungen des Vorgängers** gehört dazu. Die Kennung ist beim Nachfolger also tatsächlich neu und nicht nur anders beworben.

Was sie bedeutet, ist am Zweirad enger gefasst als am Auto. M+S steht für „Matsch und Schnee“ und bezeichnet einen Reifentyp, dessen Eigenschaften in Nummer 2.29 der UNECE-Regelung Nr. 75 definiert sind; § 36 Absatz 11 der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung nimmt darauf Bezug. Ein Alpine-Symbol, wie es beim Pkw seit einigen Jahren den Ausschlag gibt, existiert für diese Fahrzeugklasse gar nicht. Einspurige Kraftfahrzeuge sind zudem seit dem 1. Juni 2017 von der situativen Winterreifenpflicht ausgenommen. Praktisch heißt das: Die Kennung beschreibt eine bessere Verzahnung auf losem, nassem und kaltem Untergrund, sie ist aber kein Freibrief für Winterbetrieb. Wie weit man mit echten Winterprofilen am Zweirad kommt, haben wir am Beispiel der [Winterreifen für Roller und Moped](https://www.reifentiefpreis.de/blog/winterreifen-roller-moped) durchgerechnet.

## Die Lieferlage: neun Monate nach dem Marktstart

Jetzt zum unbequemen Teil, und den schreiben wir so deutlich, wie er ist. Michelin hat den Reifen für **Januar 2026** angekündigt, weltweit, über das autorisierte Händlernetz; der Handel konnte laut Mitteilung bereits Ende 2025 vorbestellen. Eine **Größenliste hat Michelin bis heute nicht veröffentlicht** – weder die internationale noch die deutsche Mitteilung nennt eine einzige Dimension, und auch die deutsche Produktseite führt die Größen nur über den Fahrzeug-Konfigurator. Wer wissen will, ob es den Reifen für sein Motorrad gibt, muss dort sein Modell eingeben.

Und im eigenen Regal? Unser offener Katalogexport vom 20. September 2026 umfasst 57.756 Artikel, darunter 4.278 Motorradreifen. Darin steht **keine einzige Ausführung des Anakee Adventure 2**. Eine Live-Abfrage am 21. September 2026, die ausdrücklich auch nicht lieferbare Positionen einschließt, liefert dasselbe Ergebnis: Die Suche nach „Anakee Adventure 2“ findet ausschließlich die 14 Ausführungen des Vorgängers. Neun Monate nach dem angekündigten Marktstart ist der neue Reifen bei uns also schlicht nicht gelistet.

Das ist keine Wertung des Produkts, sondern eine Aussage über unseren Bestand – und sie ist der Grund, warum dieser Beitrag ab hier vom Vorgänger und von Alternativen handelt statt von einem Kaufknopf. Sobald sich das ändert, steht der Reifen auf der Modellseite; verlässlich abfragen können Sie das jederzeit über die [Modellseite zum Michelin Anakee Adventure](https://www.reifentiefpreis.de/reifen/michelin/anakee-adventure) und über den [Reifenkonfigurator für Ihr Motorradmodell](https://www.reifentiefpreis.de/motorradreifen).

## Der Vorgänger im Detail: 14 Ausführungen von 116,55 bis 185,17 Euro

Der Michelin Anakee Adventure ist bei uns vollständig verfügbar, und zwar breiter, als viele erwarten: 14 lieferbare Ausführungen, Preisspanne 116,55 bis 185,17 Euro, **Median 139,86 Euro** je Reifen (Katalogstand 20. September 2026). Die Staffelung nach Felgengröße:

- **17 Zoll – sechs Ausführungen:** 130/80 R17 65H (139,33 €), 140/80 R17 69H (153,11 €), 150/70 R17 69V (142,41 €), 160/60 R17 69V (154,71 €), 170/60 R17 72V (149,19 €) und 180/55 R17 73V (185,17 €).
- **18 Zoll – drei Ausführungen:** 110/80 R18 58V (128,94 €) sowie 150/70 R18 in 70V (140,38 €) und 70H (146,77 €).
- **19 Zoll – drei Ausführungen:** 100/90-19 57V (116,55 €), 110/80 R19 59V (122,33 €) und 120/70 R19 60V (123,07 €).
- **21 Zoll – zwei Ausführungen:** 90/90-21 in 54V (123,21 €) und 54H (116,58 €).

Zwei Positionen fallen aus der Reihe, und das ist ein praktischer Hinweis: Die Ausführungen 150/70 R18 70H und 90/90-21 54H sind reine **TT-Reifen**, also für Speichenräder mit Schlauch. Wer ein Speichenrad fährt, sollte genau hinsehen, welche Variante er bestellt – die Unterschiede und die passende Schlauchwahl erklären wir im Beitrag dazu, [wann Sie einen Schlauch brauchen und welcher passt](https://www.reifentiefpreis.de/blog/motorrad-schlauch-richtig-waehlen). Für die klassische Reiseenduro-Paarung sind es zwei Artikel: vorn der [Michelin Anakee Adventure 120/70R19 60V](https://www.reifentiefpreis.de/artikel/michelin-anakee-adventure-120-70r19-60v-96971), hinten der [Michelin Anakee Adventure 170/60R17 72V](https://www.reifentiefpreis.de/artikel/michelin-anakee-adventure-170-60r17-72v-96976) – zusammen 272,26 Euro. Für Speichenrad-Fahrer mit 21-Zoll-Vorderrad kommt der [Michelin Anakee Adventure 90/90-21 54H](https://www.reifentiefpreis.de/artikel/michelin-anakee-adventure-90-90-21-54h-141540) in Frage.

## Das Testfeld und die Preisleiter im eigenen Regal

Ein Vergleichstest nennt Größe und Gegnerliste – und beides lässt sich im eigenen Sortiment nachrechnen. Für den 70/30-Vergleich in 120/70 R19 sieht die Rechnung so aus: Von den drei getesteten Reifen steht genau **einer** bei uns in der Testgröße im Regal, nämlich der [Pirelli Scorpion Rally STR 120/70R19 60V](https://www.reifentiefpreis.de/artikel/pirelli-scorpion-rally-str-120-70r19-60v-78592) für 114,85 Euro. Der Mitas Enduro Trail Adventure 2 ist bei uns gar nicht gelistet, der Testsieger ebenfalls nicht. Wer das Testergebnis eins zu eins nachkaufen möchte, kann das hier also nicht.

Interessanter ist ohnehin, wo sich der Vorgänger preislich einsortiert – denn er ist die realistische Alternative. In **120/70 R19** führen wir 32 Ausführungen von 85,59 bis 185,96 Euro, der Median liegt bei 118,53 Euro; der Anakee Adventure kostet mit 123,07 Euro also rund vier Prozent mehr als der Mittelwert der Größe. In **170/60 R17** sind es 28 Ausführungen von 100,44 bis 221,66 Euro bei einem Median von 148,39 Euro – der Anakee Adventure liegt mit 149,19 Euro praktisch exakt darauf. Anders gesagt: Der Vorgänger ist in beiden Dimensionen ein Reifen zum Marktpreis, kein Premium-Ausreißer nach oben und kein Auslaufmodell zum Schnäppchenpreis. Dass ältere Generationen nicht automatisch günstiger sind, haben wir an mehreren Beispielen belegt – nachzulesen unter den [drei Preisfallen im Reifenregal](https://www.reifentiefpreis.de/blog/preisfallen-reifenkauf).

Als Satz gerechnet, immer vorn 120/70 R19 plus hinten 170/60 R17: Der getestete Pirelli kommt auf 255,26 Euro, der Michelin Anakee Adventure auf 272,26 Euro – rund 17 Euro oder 6,7 Prozent Unterschied. Den gesamten Bestand beider Dimensionen finden Sie auf den Größenseiten zu [120/70 R19](https://www.reifentiefpreis.de/reifen/groesse/120-70-r19) und [170/60 R17](https://www.reifentiefpreis.de/reifen/groesse/170-60-r17); welche Maschinen auf dieser Paarung laufen und worauf beim Index zu achten ist, klärt unser Beitrag zur [Reifenpaarung 120/70 R19 und 170/60 R17](https://www.reifentiefpreis.de/blog/motorradreifen-120-70-r19-170-60-r17).

## Michelins Trail-Staffel: alles da außer dem Flaggschiff

Michelin ordnet seine Reise- und Enduro-Reifen nach dem Straßenanteil, und die Mitteilung nennt die Staffel vollständig: Road 6 für den reinen Straßeneinsatz, Anakee Road mit 90/10, Anakee Adventure 2 mit 80/20 als neues Flaggschiff und Anakee Wild mit 50/50 für gröberes Terrain. Der Blick in unseren Bestand ergibt ein kurioses Bild – alle vier Stufen sind bei uns vorhanden, nur die neue Mitte fehlt: Road 6 mit 14 Ausführungen (130,24 bis 189,08 €), [Anakee Road](https://www.reifentiefpreis.de/reifen/michelin/anakee-road) mit 6 (118,87 bis 175,76 €), Anakee Adventure mit 14 und [Anakee Wild](https://www.reifentiefpreis.de/reifen/michelin/anakee-wild) mit 13 (64,44 bis 151,31 €). Dazu kommen Anakee 3 mit vier, Anakee Street mit 15 und Scorcher Adventure mit zwei Ausführungen. Insgesamt führen wir von Michelin 78 Motorradmodelle in 459 Ausführungen.

Eine Zahl daraus ist eine kleine Überraschung: In der Paarung 120/70 R19 plus 170/60 R17 kostet der geländebetonte Anakee Wild 272,12 Euro – **14 Cent weniger** als der straßenbetonte Anakee Adventure. Wer bei Michelin mehr Geländeanteil möchte, zahlt in dieser Dimension also keinen Aufpreis, sondern tauscht schlicht Asphalt-Eigenschaften gegen Stollen. Was die reine Straßenstufe leistet, haben wir im Porträt des [Michelin Road 6 und Road 6 GT](https://www.reifentiefpreis.de/blog/michelin-road-6) beschrieben; die Marke insgesamt ordnet unser [Markenporträt zu Michelin](https://www.reifentiefpreis.de/blog/michelin-reifen-marke) ein.

Zum Vergleich mit dem Rest des Marktes: Michelins 80/20-Segment ist gut besetzt. Wir führen dazu eigene Beiträge zu [Metzelers Tourance-Generationen](https://www.reifentiefpreis.de/blog/metzeler-tourance), zur [Trailmax-Familie von Dunlop](https://www.reifentiefpreis.de/blog/dunlop-trailmax-adventure-reifen), zum [Continental ContiTrailAttack 3](https://www.reifentiefpreis.de/blog/continental-trailattack-3) und zum [Pirelli Scorpion Trail II](https://www.reifentiefpreis.de/blog/pirelli-scorpion-trail-ii). Wer deutlich weiter ins Gelände will, findet die Gegenseite im Porträt des [Continental TKC 80²](https://www.reifentiefpreis.de/blog/continental-tkc-802).

## Was Sie jetzt tun können

Drei Wege führen aus dieser Lage heraus, und welcher der richtige ist, hängt davon ab, wie dringend Sie Reifen brauchen.

1. **Sie brauchen jetzt Reifen und fahren überwiegend Asphalt.** Dann ist der Vorgänger Anakee Adventure die naheliegende Wahl – vollständig lieferbar, zum Marktpreis der jeweiligen Größe, mit derselben 80/20-Auslegung. Alternativ lohnt der Blick auf die oben genannten Wettbewerber, die in denselben Dimensionen antreten.
2. **Sie wollen ausdrücklich den Nachfolger.** Dann prüfen Sie die Verfügbarkeit für Ihr Modell im Michelin-Konfigurator und behalten die Modellseite im Auge. Wir listen Reifen erst, wenn sie tatsächlich lieferbar sind.
3. **Sie sind sich bei der Auslegung unsicher.** Dann entscheiden Sie zuerst den Straßenanteil und erst danach die Marke. Ein 80/20-Reifen an einer Maschine, die zu 98 Prozent Landstraße sieht, verschenkt Laufleistung und Ruhe.

Unabhängig davon gilt für jede neue Bereifung das Übliche: Vor der ersten Ausfahrt den Luftdruck prüfen und die Einfahrphase ernst nehmen – wie das geht, steht im Beitrag zu [Luftdruck und Einfahren neuer Motorradreifen](https://www.reifentiefpreis.de/blog/motorradreifen-luftdruck-einfahren). Wer an Vorder- und Hinterrad unterschiedliche Profile kombinieren will, sollte vorher wissen, [was beim Mischen von Motorradreifen erlaubt ist](https://www.reifentiefpreis.de/blog/motorradreifen-mischen-vorne-hinten). Den gesamten Bestand finden Sie in der Rubrik [Motorradreifen](https://www.reifentiefpreis.de/reifen/motorrad), die groben Profile stehen gesammelt unter [Enduro- und Crossreifen](https://www.reifentiefpreis.de/reifen/motorrad/enduro).

## Häufige Fragen

### Hat der Anakee Adventure 2 einen unabhängigen Test gewonnen?
Michelin führt für ihn den Testsieg in der Zeitschrift MOTORRAD, Ausgabe 7/2026, mit der Gesamtwertung „gut“, geprüft in 120/70 R19 und 170/60 R17. Das Teilnehmerfeld des 70/30-Vergleichs bestand laut MOTORRAD aus dem Michelin, dem Mitas Enduro Trail Adventure 2 und dem Pirelli Scorpion Rally STR. Der vollständige Test ist kostenpflichtig; öffentlich einsehbar ist vom Michelin nur die Teilwertung „Trockentest: 125 Punkte, gut“.

### Warum ist der Reifen bei Ihnen nicht zu bestellen?
In unserem Katalogstand vom 20. September 2026 mit 57.756 Artikeln und in der Live-Abfrage vom 21. September 2026 ist keine Ausführung des Anakee Adventure 2 enthalten – lieferbar oder nicht. Michelin hat zudem bis heute keine Größenliste veröffentlicht. Der Vorgänger steht dagegen in 14 Ausführungen im Regal.

### Was ändert sich durch die M+S-Kennung gegenüber dem Vorgänger?
Der Nachfolger trägt laut Michelin eine M+S-Kennzeichnung, der Vorgänger in keiner seiner 14 Ausführungen. Am Zweirad beschreibt M+S einen Reifentyp nach Nummer 2.29 der UNECE-Regelung Nr. 75; ein Alpine-Symbol gibt es für diese Fahrzeugklasse nicht, und einspurige Kraftfahrzeuge sind seit dem 1. Juni 2017 von der situativen Winterreifenpflicht ausgenommen.

## Fazit

Aus einer Ankündigung ist in neun Monaten ein Reifen mit Leumund geworden: Der Anakee Adventure 2 hat seinen Klassenvergleich bei MOTORRAD gewonnen, und Michelin legt die Bedingungen seiner eigenen Zahlen offen – mehr Transparenz, als in dieser Produktgattung üblich ist. Gleichzeitig bleibt die nüchterne Seite: Die Prozentwerte stammen aus internen Vergleichen der Jahre 2023 und 2024, eine Größenliste fehlt bis heute, und in unserem Sortiment ist der Reifen nicht gelistet. Für alle, die jetzt fahren wollen, bleibt der Vorgänger die ehrliche Empfehlung – in 14 Ausführungen, zum Marktpreis seiner Größe. Passende Reise-Enduro-Reifen für Ihre Maschine finden Sie in unserem Shop.


Quelle: https://www.reifentiefpreis.de/blog/michelin-anakee-adventure-2
