# 100/90-19 am Motorrad: Warum diese Größe fast immer vorne läuft

Veröffentlicht: 28.05.2026 · Aktualisiert: 12.09.2026 · Kategorie: Motorrad · Autor: Reifentiefpreis · Schlagwörter: Motorradreifen, Reifengröße, 100/90-19, Vorderreifen, Cruiser, Enduro

Titelbild: https://www.reifentiefpreis.de/bild/blog/motorradreifen-100-90-19.jpg

Wer einen Reifen in 100/90-19 sucht, stößt schnell auf eine verwirrende Auskunft: Die Größe sitze mal vorne, mal hinten, je nach Maschine. Wir haben das nachgerechnet — einmal im eigenen Regal und einmal in den Freigabedaten von sechs Reifenherstellern, die unserem Motorrad-Reifenfinder zugrunde liegen. Das Ergebnis ist eindeutiger, als die landläufige Antwort vermuten lässt: Unter den 433 straßenzugelassenen Maschinen, für die eine Freigabe in dieser Dimension dokumentiert ist, trägt sie bei 431 das Vorderrad. Diese Größe ist also in aller Regel ein Vorderreifen — und zwar überwiegend der eines schweren Cruisers oder eines großen Tourers. Der grobstollige Hinterreifen aus dem Motocross ist die Ausnahme, und er darf ohnehin nicht auf die Straße. Alle Zahlen in diesem Beitrag stammen aus unserer eigenen Auswertung vom 12. September 2026 und beziehen sich auf lieferbare Ware.

## Was in der Bezeichnung steckt — und warum bei 19 Zoll Schluss ist

Die Angabe zerlegt sich in drei Maße und eine Bauartkennung. Die **100** ist die Nennbreite in Millimetern; die tatsächliche Breite weicht davon ab, weil sie vom Konstruktionsmaß und vor allem von der Felgenbreite abhängt — breitere Felgen machen denselben Reifen breiter. Die **90** ist das Höhen-Breiten-Verhältnis in Prozent, die Querschnittshöhe beträgt also rund 90 Millimeter. Damit liegt diese Größe am oberen Ende dessen, was heute gebaut wird: Der ADAC gibt die üblichen Verhältniszahlen mit 90 bis 50 Prozent an, 90 ist die hochflankigste Variante und damit genau die Proportion, die man von klassischen Motorrädern kennt. Die **19** ist der Felgendurchmesser in Zoll.

Aufschlussreich ist die Stelle zwischen Querschnitt und Durchmesser. Steht dort ein **Bindestrich**, ist der Reifen in Diagonalbauweise gefertigt: mehrere Lagen Nylon- oder Rayongewebe, deren Fäden in einem Winkel von 25 bis 35 Grad zueinander liegen, ohne Gürtellage. Steht dort ein **B**, handelt es sich um einen Diagonal-Gürtelreifen, international Bias-belted genannt — ein Diagonalunterbau mit zusätzlichem Gürtel aus überwiegend Nylon- oder Aramidfäden, der dem Reifen mehr Stabilität bei hohem Tempo verleiht. Ein **R** schließlich steht für die Radialbauweise. Diese Einordnung stammt nicht von uns, sondern aus der ADAC-Information [Kennzeichnung von Motorradreifen](https://assets.adac.de/image/upload/v1729600362/ADAC-eV/KOR/Text/PDF/31470_Kennzeichnung_Motorradreifen_nyp07n.pdf) (Stand 10/2024), die alle drei Bauformen mit Beispielen führt.

In unserem Regal verteilen sich die 106 Ausführungen dieser Dimension sehr ungleich auf die drei Schreibweisen: **100 tragen den Bindestrich, fünf ein B, und genau eine ein R.** Die Diagonalbauweise ist hier also nicht bloß verbreitet, sie ist der Normalfall — anders als bei den modernen Sportmaßen, wo Radialreifen dominieren. Und noch ein Detail gehört genau zu dieser Größe: Das Kürzel **M/C** für Motorcycle ist laut ADAC für Reifen mit einem Durchmesser von 13 bis 19 Zoll vorgeschrieben, die nach dem 1. Juni 2003 gefertigt wurden. 19 Zoll ist damit exakt die obere Grenze dieser Pflicht — in den Freigabelisten steht die Größe deshalb fast immer als „100/90 - 19 M/C 57H TL“ geschrieben. Was die übrigen Kürzel auf der Flanke bedeuten, haben wir im [ausführlichen Ratgeber zur Motorradreifen-Beschriftung](https://www.reifentiefpreis.de/blog/motorradreifen-groesse-lesen) Zeichen für Zeichen aufgeschlüsselt.

## Die Achse ist entschieden: 431 von 433 Maschinen tragen sie vorn

Für die Frage „vorne oder hinten“ haben wir nicht geschätzt, sondern die Freigabedaten ausgezählt, die hinter unserer [Reifensuche nach Motorradmodell](https://www.reifentiefpreis.de/motorradreifen) stehen. Sie stammen aus den Service-Informationen von sechs Reifenherstellern — Metzeler, Michelin, Pirelli, Dunlop, Continental und Heidenau — und umfassen derzeit gut 7.200 Fahrzeugvarianten. Auf 100/90-19 entfallen davon **433 Fahrzeuge und 2.809 dokumentierte Vorderrad-Paarungen.** Die Verteilung auf die Achsen ist praktisch eindeutig: **431 dieser Fahrzeuge führen die Größe vorne, zwei hinten.**

Die beiden Ausnahmen sind aufschlussreich, weil sie die zwei Welten dieser Dimension zeigen. Die **Royal Enfield Bullet 500 Electra EFI E5** fährt vorne 90/90-19 und hinten 100/90-19 — eine straßenzugelassene Maschine, bei der die Größe tatsächlich hinten sitzt. Und die **Triumph TF 250-X**, eine Motocross-Maschine, kombiniert vorne 80/100-21 mit hinten 100/90-19, dort allerdings ausdrücklich als NHS-Reifen ohne Geschwindigkeitsindex. Genau das ist der Grund, warum die verbreitete Auskunft „im Gelände ist 19 Zoll das typische Hinterrad“ zwar nicht falsch ist, aber in die Irre führt: Sie stimmt für Crossmaschinen, und Crossmaschinen haben keine Straßenzulassung und tauchen in Freigabelisten für den Straßenverkehr folglich kaum auf.

Bemerkenswert ist die Asymmetrie dahinter. Während die Vordergröße festliegt, streut die Partnergröße am Heck erheblich: **58 verschiedene Hinterreifen-Dimensionen** werden in den Freigabedaten mit 100/90-19 vorne gepaart. Am häufigsten sind 120/90-18 (67 Fahrzeuge), 130/90 B 16 (54), 130/90-16 (46), 150/80 B 16 (44) und 130/80-17 (42), dazu die Adventure-Maße 130/80 R 17 (29) und 150/70 R 17 (17). Praktisch heißt das: Aus Ihrer Vordergröße können Sie die hintere nicht ableiten. Lesen Sie beide Angaben getrennt in den Fahrzeugpapieren nach. Dass dieselbe Frage bei anderen Maßen deutlich zweideutiger ausfällt, zeigt [die Größe 130/80 R17 im Vergleich](https://www.reifentiefpreis.de/blog/motorradreifen-130-80-r17) — dort stehen Vorder- und Hinterreifen tatsächlich nebeneinander im Regal.

## Wer so fährt: Harley-Davidson vor Kawasaki und Suzuki

Die Fahrzeugliste zu dieser Größe ist nichts, was man sich zusammenreimen sollte, und sie fällt anders aus als erwartet. Nach Marken geordnet führt **Harley-Davidson mit 120 Fahrzeugen** das Feld mit großem Abstand an, gefolgt von **Kawasaki (53), Suzuki (51), Honda (45), Yamaha (36), Triumph (34) und BMW (30)**; dahinter folgen Cagiva, Aprilia, Royal Enfield, KTM, Mash, SWM, Ducati und einige kleinere Marken — insgesamt 21 Fahrzeughersteller. Einzelne Baureihen tauchen mehrfach auf, etwa die Harley-Davidson Dyna Super Glide, die Kawasaki W 800 und W 650, die Yamaha XV 1100 Virago und XVS 650 Drag Star, die Triumph Scrambler 400 X und der Street Scrambler, die BMW R 80 ST und F 650 GS oder die Cagiva Canyon.

Der Hubraum bestätigt das Bild: **136 Fahrzeuge liegen zwischen 500 und 799 Kubikzentimetern, 117 zwischen 800 und 1.199, und 107 bei 1.200 und mehr.** Nur 32 Maschinen bleiben unter 500 Kubik, eine einzige ist ein Leichtkraftrad. Das ist also keine Größe für kleine Klassiker, sondern überwiegend die Vorderbereifung schwerer, langer Motorräder. Der ADAC ordnet diese Rolle sauber ein: Vorderreifen liegen üblicherweise zwischen 80 und 160 Millimetern Nennbreite, Hinterreifen zwischen 100 und 360 — 100 Millimeter ist damit ein gewöhnliches Vorderradmaß, aber das absolute Minimum für ein Hinterrad.

Wie eng die Größe am Cruiser-Segment hängt, verrät auch das Regal selbst. Vier Dunlop-Profile in dieser Dimension tragen das Kürzel H/D für Harley-Davidson, darunter der [Dunlop D 401 H/D 100/90-19 57H](https://www.reifentiefpreis.de/artikel/dunlop-d-401-h-d-100-90-19-57h-133165). Und die am breitesten freigegebenen Profile sind durchweg Cruiser- und Tourenreifen: Michelin Commander III Cruiser (92 Fahrzeuge), Metzeler ME 888 Marathon Ultra (87), Michelin Commander II (85), Metzeler Roadtec 01 (79), Metzeler Lasertec (77), Dunlop ArrowMax Streetsmart (73) und Pirelli Night Dragon (71). Welche Generation der Michelin-Familie wofür gedacht ist, klären wir im Vergleich von [Commander II, III Cruiser und III Touring](https://www.reifentiefpreis.de/blog/michelin-commander-vergleich); die beiden Metzeler-Cruiser stellen wir als [Cruisetec gegen ME 888 Marathon Ultra](https://www.reifentiefpreis.de/blog/metzeler-cruisetec-me-888) gegenüber.

## Zwei Regale, eine Größe: Straße und Gelände

Unsere Warengruppen teilen die 106 Ausführungen in **62 Enduro-Reifen und 44 Straßenreifen** auf, insgesamt 94 verschiedene Profile von 14 Marken — Metzeler und Dunlop mit je 16 Ausführungen, Bridgestone mit 13, Pirelli mit 12, Michelin mit 9, Continental und Kenda mit je 8, Mitas mit 7, Maxxis mit 5, Heidenau und Avon mit je 4, dazu CST, Mefo und Shinko. Die Preise reichen von 55,02 bis 217,39 Euro bei einem Median von 108,96 Euro; das Straßenregal liegt mit einem Median von 119,14 Euro merklich über dem Geländeregal mit 93,22 Euro. Eine Ausführung haben wir aus dieser Spanne herausgerechnet, weil ihr Preis im Vergleich mit den übrigen Größen derselben Baureihe aus dem Rahmen fällt und die Aussage verfälschen würde.

Die Achskennzeichnung zeigt, wie unterschiedlich die beiden Regale gebaut sind. Im **Straßenregal** ist keine einzige Ausführung als „Rear“ gekennzeichnet; 26 tragen ausdrücklich „Front“, die übrigen 18 gar keine Achsangabe. Im **Geländeregal** dagegen stehen 17 Front- und 18 Rear-Ausführungen nebeneinander, dazu 27 ohne Angabe. Dort prallen also zwei Verwendungen aufeinander: die Vorderreifen der Reise- und Adventure-Enduros und die Hinterreifen der Crossmaschinen. Sichtbar wird das an den Profilen selbst — auf der einen Seite der [Bridgestone Battlax Adventure A41 100/90-19 57V](https://www.reifentiefpreis.de/artikel/bridgestone-battlax-adventure-a41-100-90-19-57v-86043) als straßenbetonter Adventure-Reifen, auf der anderen Seite grobstollige Crossreifen wie der [Pirelli Scorpion MX eXTra X 100/90-19 NHS](https://www.reifentiefpreis.de/artikel/pirelli-scorpion-mx-extra-x-100-90-19-nhs-85539).

**17 der 106 Ausführungen tragen die Kennung NHS** und damit keinen Geschwindigkeitsindex — sie sind ausschließlich für abgesperrtes Gelände und den Sport bestimmt und dürfen nicht im öffentlichen Straßenverkehr gefahren werden. Alle 17 stehen im Geländeregal. Wie groß dieser Anteil im Gesamtsortiment ist und welche Folgen die Montage an einem Straßenmotorrad hat, haben wir gesondert aufgeschrieben: [NHS-Kennung und Straßenzulassung](https://www.reifentiefpreis.de/blog/nhs-reifen-strassenzulassung). Wer zwischen mehr Straße und mehr Gelände abwägen möchte, findet die Kriterien unter [Straße und Gelände richtig abwägen](https://www.reifentiefpreis.de/blog/enduro-und-adventure-reifen-strasse-und-gelaende-richtig-abwaegen); als straßenzugelassene Zwischenlösung mit Stollen steht etwa der [Michelin Tracker 100/90-19 57R](https://www.reifentiefpreis.de/artikel/michelin-tracker-100-90-19-57r-96986) im Regal.

## Warum so viele 240-km/h-Reifen an eher ruhigen Motorrädern sitzen

Die Verteilung der Geschwindigkeitsindizes in dieser Größe überrascht auf den ersten Blick. Mit **38 Ausführungen ist 57H (bis 210 km/h) die größte Gruppe**, doch die zweitgrößte ist **57V mit 21 Ausführungen — freigegeben bis 240 km/h.** Dazu kommen 13-mal 57M (130 km/h), je sechsmal 57S (180) und 57T (190), zweimal 57R (170), einmal 57Q (160) sowie eine Ausführung mit 61H und eine mit 51V. Ein Vorderreifen an einem Cruiser oder einer Reiseenduro, der für 240 km/h zugelassen ist, wirkt zunächst wie Überausstattung.

Die Erklärung liefert der ADAC, und sie ist technisch und nicht werblich. Bei Reifen mit den Geschwindigkeitssymbolen V und W muss die Tragfähigkeit abgeschlagen werden, sobald die reifenspezifischen Höchstgeschwindigkeiten gefahren werden — der ausgewiesene Lastindex gilt nur bis 240 km/h. Daraus folgt laut ADAC wörtlich: „Auch aus diesem Grund werden für viele schnelle Motorräder geschwindigkeitstechnisch überdimensionierte Reifen vorgeschrieben, um die Tragfähigkeitsabschläge gering zu halten.“ Der hohe Index ist also keine Einladung zum Schnellfahren, sondern eine Reserve in der Auslegung. Für Sie als Käufer heißt das: Ein 57V ist dort, wo ein 57H eingetragen ist, zulässig, weil höherwertig — aber er macht Ihr Motorrad nicht schneller und auch nicht grundsätzlich besser. Welche dieser Ausführungen zu welchem Einsatz passt, ist eine Frage des Profils, nicht des Buchstabens. Übrigens finden Sie bei keiner dieser Ausführungen ein EU-Label mit Effizienz- und Nasshaftungsklasse — [warum Motorradreifen kein EU-Label tragen](https://www.reifentiefpreis.de/blog/motorradreifen-ohne-eu-label), haben wir gesondert erklärt.

## Tragfähigkeit 57 ist die Regel, aber nicht das Gesetz

Fast jede Ausführung dieser Größe trägt den Lastindex 57, und der steht für eine maximale Radlast von 230 Kilogramm beim zugehörigen Fülldruck. Konkret gilt das für **87 der 106 Ausführungen**; bei den 17 NHS-Reifen fehlt die Betriebskennung ganz. Genau zwei Ausführungen weichen ab, und sie weichen in beide Richtungen ab: Der [Dunlop K 591 SP H/D 100/90-19 51V](https://www.reifentiefpreis.de/artikel/dunlop-k-591-sp-h-d-100-90-19-51v-35090) trägt den Lastindex 51 und damit nur 195 Kilogramm, der [Shinko SR-777WW 100/90-19 61H](https://www.reifentiefpreis.de/artikel/shinko-sr-777ww-100-90-19-61h-112057) kommt mit Index 61 auf 257 Kilogramm.

Diese beiden Ausreißer sind der Grund, warum man die Betriebskennung nicht überlesen darf. Die Regel ist einfach und eindeutig: Last- und Geschwindigkeitsindex auf der Flanke dürfen **höherwertiger** sein als die Werte in den Fahrzeugpapieren, sie dürfen aber **nicht darunter liegen**. Wer also an einer Maschine mit eingetragenem 57H zum 61H greift, ist auf der sicheren Seite; wer den 51V montiert, unterschreitet die Tragfähigkeit um 35 Kilogramm und damit die Vorgabe. Dass ein Reifen überhaupt lieferbar ist, sagt nichts darüber, ob er an Ihr Motorrad gehört.

Eine Besonderheit aus derselben Ecke betrifft verstärkte Ausführungen: Bei Reifen mit dem Zusatz „reinf.“ wirkt die höhere Tragfähigkeit erst beim korrekt erhöhten Fülldruck. In dieser Vordergröße spielt das kaum eine Rolle — wohl aber bei den Partnergrößen am Heck, wo 130/90 B 16 und 150/80 B 16 in den Freigabelisten regelmäßig als „REINF“ geführt werden. Prüfen Sie also gerade hinten, ob Ihre Papiere eine verstärkte Ausführung verlangen, und füllen Sie sie dann auch auf den dafür vorgesehenen Druck.

## Schlauch oder nicht: Das Rad entscheidet, nicht der Reifen

Hier hält sich eine Faustregel, die für diese Größe zu grob ist. Richtig ist: **58 der 106 Ausführungen sind als TL (Tubeless, schlauchlos) gekennzeichnet, 41 als TT (Tube Type, für Schlauchmontage), eine als TL/TT**, bei sechs fehlt die Angabe. Entscheidend ist jedoch, wie sich das auf die beiden Regale verteilt, denn dort kippt das Bild ins Gegenteil: Im **Straßenregal stehen 36 TL gegen nur 4 TT**, im **Geländeregal 37 TT gegen 22 TL**. Wer also einen Straßenreifen dieser Größe kauft, greift mit hoher Wahrscheinlichkeit zu einer schlauchlosen Ausführung, wer einen Geländereifen kauft, eher zu einer Schlauchausführung.

Diese Kennzeichnung beschreibt aber nur, was der Reifen ist — nicht, was Ihr Rad braucht. Das entscheidet die Felge. Ein klassisches Speichenrad ohne abgedichtetes Felgenbett verliert an jedem Speichennippel Luft und braucht deshalb einen Schlauch, **auch wenn der montierte Reifen ein TL-Reifen ist**. Ein Gussrad oder ein abgedichtetes Speichenrad kommt ohne aus. Bei der Montage eines Schlauchreifens sollte laut ADAC grundsätzlich ein neuer Schlauch verwendet werden; und für die Kombination aus schlauchlosem Reifen und Schlauch auf einer Schlauchfelge gilt ausdrücklich, dass die Vorgaben des Fahrzeug- und Reifenherstellers zu beachten sind — solche Kombinationen sind „meist nur als Notbehelf gedacht“.

Praktisch heißt das für diese Größe, die überwiegend auf Speichenrädern läuft: Rechnen Sie den Schlauch mit ein, aber kaufen Sie ihn nach Ihrem Rad, nicht nach der Reifenkennung. Welche Größenspanne und welches Ventil zu Ihrem Rad passen, steht in unserem Ratgeber [Schlauch, Größe und Ventil richtig wählen](https://www.reifentiefpreis.de/blog/motorrad-schlauch-richtig-waehlen); passende Ware finden Sie bei den [Motorradschläuchen](https://www.reifentiefpreis.de/reifen/motorrad/schlaeuche). Und vergessen Sie das [Felgenband am Speichenrad](https://www.reifentiefpreis.de/blog/felgenband-motorrad) nicht — ohne diesen unscheinbaren Schutz scheuern die Speichennippel den Schlauch durch.

## Was die Papiere vorschreiben — und was Klassiker-Fahrer wissen müssen

Bei dieser Größe ist die Rechtslage wichtiger als bei modernen Sportmaßen, weil viele der 433 Maschinen alt sind. Bund und Länder haben die Beurteilung von Rad-Reifen-Kombinationen an Krafträdern 2019 gemeinsam abgestimmt; das Ergebnis steht im Merkblatt des Verkehrsministeriums zur [Beurteilung von Rad-/Reifenkombinationen an Krafträdern](https://bmdv.bund.de/SharedDocs/DE/Artikel/StV/Strassenverkehr/rad-reifenkombination-kraftraeder.html) (Seitenstand 12. Mai 2026). Für ein EU-typgenehmigtes, ansonsten unverändertes Motorrad ist demnach zulässig: ein typgenehmigter Reifen eines anderen Herstellers **der gleichen Reifenbauart**, mit gleicher Größenbezeichnung, bei dem alle übrigen Parameter wie Tragfähigkeitskennzahl und Geschwindigkeitskategorie gleich oder höherwertig sind. Die Bauart ist dort ausdrücklich Teil der Bedingung — ein eingetragener Radialreifen lässt sich also nicht ohne Weiteres durch einen Diagonalreifen ersetzen. Seit dem 1. Januar 2025 gilt diese Vorgehensweise für alle Reifen unabhängig vom Herstellungsdatum.

Für 100/90-19 ist das eine gute Nachricht, und zwar entgegen dem allgemeinen Trend. Der ADAC beschreibt in seiner Information [Neue Vorschriften zu Motorradreifen](https://assets.adac.de/image/upload/v1617197207/ADAC-eV/KOR/Text/PDF/TO31763_epkaw3.pdf) genau das Problem älterer Maschinen: In ihren Papieren stehen häufig Diagonal- oder Bias-belted-Reifen, während in der betreffenden Dimension heute nur noch Radialreifen angeboten werden. In dieser Größe ist es umgekehrt. Das Diagonalprogramm ist hier mit 100 von 106 Ausführungen nicht nur vorhanden, sondern beherrschend — vom günstigen [Maxxis M6011 Classic 100/90-19 57H](https://www.reifentiefpreis.de/artikel/maxxis-m6011-classic-100-90-19-57h-579) über den [Bridgestone Battlax Bias Touring BT46 100/90-19 57H](https://www.reifentiefpreis.de/artikel/bridgestone-battlax-bias-touring-bt46-100-90-19-57h-126511) bis zum [Pirelli Night Dragon 100/90-19 57H](https://www.reifentiefpreis.de/artikel/pirelli-night-dragon-100-90-19-57h-105612). Wer ein B in den Papieren hat, findet fünf Diagonal-Gürtelreifen, etwa den [Michelin Commander II 100/90B19 57H](https://www.reifentiefpreis.de/artikel/michelin-commander-ii-100-90b19-57h-34684) oder den [Michelin Commander III Cruiser 100/90B19 57H](https://www.reifentiefpreis.de/artikel/michelin-commander-iii-cruiser-100-90b19-57h-105302). Und wer tatsächlich ein R eingetragen hat, hat in dieser Dimension exakt eine Wahl: den [Continental ClassicAttack 100/90R19 57V](https://www.reifentiefpreis.de/artikel/continental-classicattack-100-90r19-57v-44527).

Bleibt der Sonderfall, der gerade diese Größe oft betrifft: die **Reifenfabrikatsbindung** in den Papieren älterer Maschinen ohne EU-Typgenehmigung. Das Verkehrsministerium weist darauf hin, dass Technische Prüfstellen und Technische Dienste inzwischen eine vereinfachte Hüllkurvenprüfung anbieten, mit der eine eingetragene Bindung ausgetragen werden kann — danach stehen alle Fabrikate der eingetragenen Größen offen. Für Halter älterer Motorräder sei das „eine praktische und dauerhafte Lösung“. Was dabei rechtlich genau gilt, welche Rolle die Herstellerbescheinigung noch spielt und warum das verbreitete Verbot der Mischbereifung anders funktioniert als beim Auto, haben wir ausführlich behandelt: [was die StVZO beim Mischen wirklich verlangt](https://www.reifentiefpreis.de/blog/motorradreifen-mischen-vorne-hinten).

## M+S in dieser Größe: drei Reifen mit eigener Rechtslage

Drei der 106 Ausführungen tragen die M+S-Kennzeichnung: der [Heidenau K 60 M+S SiO2 100/90-19 57T](https://www.reifentiefpreis.de/artikel/heidenau-k-60-m-s-sio2-100-90-19-57t-97088), der [Mitas MC 24 100/90-19 57S](https://www.reifentiefpreis.de/artikel/mitas-mc-24-100-90-19-57s-107463) und der [Mitas E-07 Dakar 100/90-19 57T](https://www.reifentiefpreis.de/artikel/mitas-e-07-dakar-100-90-19-57t-107489). Auffällig ist, was alle drei gemeinsam haben: Ihr Geschwindigkeitsindex liegt mit T und S unter dem 57H oder 57V, das in dieser Größe die Regel ist. Genau dafür gibt es eine eigene Ausnahme — und sie ist der einzige Fall, in dem ein niedrigerer Index überhaupt zulässig sein kann.

Geregelt ist das in § 36 Absatz 11 der [Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung](https://www.gesetze-im-internet.de/stvzo_2012/__36.html): Für M+S-Reifen nach Nummer 2.29 der UNECE-Regelung Nr. 75 gilt Absatz 5 entsprechend, sofern sie an Fahrzeugen der Klasse L verwendet werden — und Krafträder sind Fahrzeuge der Klasse L. Absatz 5 verlangt dann zwei Dinge: Die für den Reifen zulässige Höchstgeschwindigkeit muss **im Blickfeld des Fahrzeugführers** angegeben sein, durch ein Schild, einen Aufkleber oder eine Anzeige im Fahrzeug, und sie darf **im Betrieb nicht überschritten werden**. Der ADAC ergänzt, dass diese Möglichkeit EG-typgenehmigte Motorräder betrifft und die Reifen der UNECE-R 75 entsprechen müssen, erkennbar am e-Zeichen; ob Ihre Maschine eine EG-Typgenehmigung hat, steht in Zeile K der Zulassungsbescheinigung Teil 1. Für Motorräder ohne EG-Typgenehmigung bleibt es dabei, dass der Index den Papieren entsprechen muss. Der Aufkleber ist also keine Formalie, sondern die Bedingung, unter der die Ausnahme überhaupt trägt.

## Luftdruck: 1,5 bis 2,8 bar in einer einzigen Größe

Eine Zahl, die in keiner Reifenbeschreibung steht und doch über Verschleiß und Handling entscheidet, ist der Fülldruck — und die Freigabedaten zeigen, wie wenig das Maß darüber aussagt. Über die 2.809 dokumentierten Vorderrad-Paarungen in 100/90-19 reicht der empfohlene Vorderraddruck von **1,5 bis 2,8 bar.** Der häufigste Wert ist 2,0 bar mit 666 Einträgen, gefolgt von 2,5 bar (409) und 2,1 bar (383); dahinter folgen 2,3 bar (172), 2,2 bar (136), 2,4 bar (80), 1,8 bar (70) und 1,9 bar (66).

Diese Spanne von 1,3 bar ist der praktische Kern des Ganzen: Derselbe Reifen in derselben Größe wird je nach Maschine mit deutlich unterschiedlichem Druck gefahren. Auch innerhalb einer Fahrzeugmarke bleibt die Streuung groß — bei Harley-Davidson liegen die Werte zwischen 2,0 und 2,5 bar, bei Triumph und Suzuki zwischen 1,8 und 2,5, bei BMW zwischen 1,7 und 2,5, bei Honda zwischen 1,5 und 2,5 und bei Yamaha zwischen 1,8 und 2,8 bar. Wer einen „üblichen“ Wert aus dem Internet übernimmt, liegt damit schnell um mehrere Zehntel daneben. Maßgeblich ist allein die Angabe Ihres Fahrzeugherstellers, meist auf einem Aufkleber an der Schwinge, am Rahmen oder unter der Sitzbank. Wie Sie ihn finden und wie oft Sie nachmessen sollten, steht im Ratgeber [Reifendruck am Motorrad finden und halten](https://www.reifentiefpreis.de/blog/motorrad-reifendruck).

Ein letzter Hinweis zur Schreibweise, der gerade bei älteren Maschinen hilft: Im 19-Zoll-Regal führen wir neben den Millimetergrößen auch **57 Ausführungen mit Zollbezeichnung**, von 2-19 über 3.00-19 und 3.25-19 bis 4.10-19. Steht in Ihren Papieren eine solche Angabe, ist das kein Widerspruch, sondern die ältere Bezeichnungsart; die Reifenhersteller geben dafür Gegenüberstellungen heraus, und bei Unklarheit hilft nur die Rückfrage beim Reifen- oder Fahrzeughersteller. Wie diese Zollangaben aufgebaut sind, erklären wir am Beispiel kleiner Räder unter [Zollgrößen auf der Flanke lesen](https://www.reifentiefpreis.de/blog/mopedreifen-zollgroesse-index).

## Fazit

100/90-19 ist, anders als oft behauptet, eine ziemlich eindeutige Größe: In 431 von 433 dokumentierten Fällen gehört sie an das Vorderrad, und zwar überwiegend an schwere Cruiser und große Tourer von Harley-Davidson bis BMW. Die Diagonalbauweise ist hier der Normalfall, nicht die Ausnahme — ein Glücksfall für Klassiker-Fahrer, deren Papiere genau das verlangen. Drei Dinge sollten Sie vor dem Kauf klären: ob Ihre Papiere das Maß vorne oder hinten führen, welche Bauart und welche Betriebskennung dort eingetragen sind, und ob Ihr Rad einen Schlauch braucht. Alles Weitere ist eine Frage des Profils und des Einsatzes.

Passende Ware finden Sie in unseren Rubriken [Straßen-Motorradreifen](https://www.reifentiefpreis.de/reifen/motorrad/strasse) und [Enduro- und Crossreifen](https://www.reifentiefpreis.de/reifen/motorrad/enduro). Wenn Sie lieber vom Motorrad aus suchen, als das Maß abzutippen, zeigt Ihnen unsere Suche nach Modell alle dokumentierten Paarungen — wie viel Auswahl dabei zusammenkommt, haben wir unter [wie viel Reifenauswahl ein Motorrad hat](https://www.reifentiefpreis.de/blog/motorradreifen-konfigurator) ausgezählt. Für die zweite große 19-Zoll-Vordergröße lohnt außerdem der Blick auf [110/80 R19 als Alternative für Reiseenduros](https://www.reifentiefpreis.de/blog/motorradreifen-110-80-r19).

## Häufige Fragen

### Gehört mein 100/90-19 nach vorn oder nach hinten?

In aller Regel nach vorn: Bei 431 von 433 Maschinen mit dokumentierter Freigabe in dieser Größe sitzt sie am Vorderrad. Verbindlich ist aber immer die getrennte Angabe für Vorder- und Hinterachse in Ihren Fahrzeugpapieren, ergänzt um die Kennzeichnung „Front“ oder „Rear“ auf der Flanke. Von diesen Herstellervorgaben darf nicht abgewichen werden.

### Darf ich statt 100/90-19 einen Reifen in 3.25-19 montieren?

Nicht ohne Prüfung. Die Zollbezeichnung ist die ältere Bezeichnungsart für denselben Felgendurchmesser, aber die Maße entsprechen sich nicht automatisch. Zulässig ist ein abweichendes Maß nur im Rahmen der in den Papieren genannten Größen; darüber hinaus erlischt die Betriebserlaubnis, bis eine Begutachtung erfolgt ist. Fragen Sie vorher beim Reifen- oder Fahrzeughersteller nach.

### Warum steht bei manchen Ausführungen ein B zwischen 90 und 19?

Das B kennzeichnet einen Diagonal-Gürtelreifen, auch Bias-belted genannt: Diagonalkarkasse mit zusätzlichem Gürtel für mehr Stabilität bei hohem Tempo. In dieser Größe führen wir fünf solche Ausführungen, alle aus dem Cruiser-Segment. Ein B in den Papieren verlangt auch einen B-Reifen — die Bauart ist Teil der vorgeschriebenen Spezifikation.


Quelle: https://www.reifentiefpreis.de/blog/motorradreifen-100-90-19
