# Motorradreifen 120/70 und 180/55 ZR17: Nur 72 von 144 Modellen gibt es als Satz

Veröffentlicht: 08.05.2026 · Aktualisiert: 08.09.2026 · Kategorie: Motorrad · Autor: Reifentiefpreis · Schlagwörter: Motorradreifen, 120/70 ZR17, 180/55 ZR17, Reifensatz, Kaufberatung, Naked Bike

Titelbild: https://www.reifentiefpreis.de/bild/blog/motorradreifen-120-70-180-55-zr17.jpg

Vorn **120/70 ZR17**, hinten **180/55 ZR17** – das ist die häufigste Reifenpaarung an Straßenmotorrädern, und wer sie fährt, kauft in der Regel nicht einen Reifen, sondern einen Satz. Genau darum geht es hier: nicht darum, was die Ziffern bedeuten, sondern darum, **welche Modelle es bei uns tatsächlich als Paar gibt, was ein kompletter Satz kostet und welche Fallen im Modellnamen stecken**. Alle Zahlen in diesem Beitrag stammen aus unserem eigenen offenen Produktkatalog, Stand 7. September 2026 – wir haben beide Größen vollständig ausgezählt, nicht geschätzt.

## Zwei Größen, ein Satz – und warum ausgerechnet diese Paarung

Unser Motorradsortiment umfasst 4.353 Reifen in 363 verschiedenen Größen. In dieser Menge steht **120/70 R17 auf Rang 1 mit 180 lieferbaren Ausführungen**, **180/55 R17 auf Rang 3 mit 116**. Dazwischen liegen nur die Enduro-Klassiker 90/90 R21 (121 Ausführungen) und 100/90 R19 (105), also Vorderreifen für eine ganz andere Fahrzeuggattung. Unter den 17-Zoll-Straßengrößen ist die Paarung 120/70 vorn und 180/55 hinten damit konkurrenzlos: Zusammen sind es **296 Reifen, und alle 296 sind lieferbar**.

Der Grund liegt in der Fahrzeugtechnik. Die Kombination ist die Werksbereifung der gesamten mittleren Straßenklasse – Naked Bikes, Sport-Tourer und 600er-Supersportler, grob zwischen 600 und 900 cm³. Nach oben wird es breiter: Literbikes bekommen hinten meist **190/55 R17** (96 Ausführungen bei uns), **200/55 R17** (59) oder das flachere **190/50 R17** (56), während vorn fast immer 120/70 bleibt. Nach unten wird es schmaler, etwa auf **160/60 R17** (82) bei leichteren Maschinen. Verbindlich ist immer die Angabe in Ihren Fahrzeugpapieren beziehungsweise die Reifenfreigabe – nie das Baujahr oder der Modellname. Wie sich die komplette Flankenkennung Zeichen für Zeichen entschlüsseln lässt, erklärt unser [ausführlicher Ratgeber zur Motorradreifen-Kennzeichnung](https://www.reifentiefpreis.de/blog/motorradreifen-groesse-lesen).

## 144 Vorderreifen, 94 Hinterreifen – und nur 72 echte Paare

Interessant wird es, wenn man nicht Reifen zählt, sondern Modellnamen. In 120/70 R17 führen wir **144 verschiedene Modellnamen**, in 180/55 R17 nur **94**. Die elf vertretenen Marken sind in beiden Größen dieselben: Pirelli, Bridgestone, Dunlop, Metzeler, Continental, Michelin, Avon, Maxxis, Mitas, Heidenau und CST. In 120/70 stellt Pirelli mit 45 Ausführungen das größte Angebot, in 180/55 mit 23.

Die Marken teilen sich das Feld dabei sehr unterschiedlich auf. Pirelli führt vorn 45 und hinten 23 Ausführungen, Bridgestone 31 und 22, Dunlop 26 und 16, Metzeler 23 und 20, Continental 20 und 11, Michelin 19 und 12. Die kleineren Anbieter Avon, Heidenau, Maxxis, Mitas und CST kommen zusammen auf 16 Vorder- und 12 Hinterreifen. Auffällig ist, dass Dunlop und Continental vorn fast doppelt so breit aufgestellt sind wie hinten, Metzeler dagegen nahezu ausgeglichen – wer sich früh auf eine Marke festlegt, sollte deshalb zuerst prüfen, ob sie die Hinterraddimension überhaupt in der gewünschten Ausrichtung abdeckt.

Die entscheidende Zahl ist die Schnittmenge: **72 Modellnamen kommen in beiden Größen vor** – nur bei diesen 72 lässt sich also auf Anhieb ein Satz aus einer Baureihe zusammenstellen. **72 weitere Modellnamen gibt es ausschließlich in 120/70**, und 22 ausschließlich in 180/55.

Das Ungleichgewicht ist kein Sortimentsfehler, sondern eine Folge der Bauform. **120/70 R17 ist die universelle Vorderraddimension**: Sie sitzt vor einem 180er ebenso wie vor einem 190er oder 200er Hinterreifen. Ein Vorderreifen ohne 180er-Partner in unserem Regal ist deshalb meist kein Waisenkind, sondern gehört zu einer Baureihe, deren Hinterreifen in einer anderen Breite liegt. Umgekehrt gilt das nicht: Ein Hinterreifen in 180/55 ohne passenden Vorderreifen ist tatsächlich ein Problem – Sie können ihn nicht ohne Weiteres zum Satz ergänzen.

## Wenn der Modellname täuscht: neun Paare, die nur anders heißen

Bevor man aus den 22 Hinterreifen ohne Partner einen Befund macht, lohnt ein zweiter Blick – denn ein Teil davon ist reine Namenskosmetik. Bei neun dieser 22 liegt der passende Vorderreifen sehr wohl im Regal, er steht nur unter einem anderen Modellnamen:

- **Radposition im Namen:** Metzeler führt „SPORTEC 01 FRONT“ und „SPORTEC 01 REAR“ als zwei Modelle, ebenso „SPORTEC 01 RS FRONT“ und „RS REAR“. Bridgestone macht es beim T32 und beim RS12 genauso.
- **Ein einziger Buchstabe:** Beim Bridgestone S 21 heißt der Vorderreifen „S 21 F“, der Hinterreifen „S 21 R“. Beim Battlax Hypersport S23 sind es „S23F“ und „S23R“, beim Racing-Modell RS 11 ebenfalls „F“ und „R“.
- **Zusatz nur auf einer Seite:** Pirelli nennt den Vorderreifen des Scorpion Trail III ausdrücklich „Scorpion Trail III Front“, den Hinterreifen schlicht „Scorpion Trail III“.
- **Eigene Nummer je Radposition:** Avon vergibt für den Spirit ST vorn die AV75 und hinten die AV76 – zwei Nummern, ein Reifensatz.

Daraus folgt eine praktische Regel für den Einkauf: **Suchen Sie nie über den Modellnamen, sondern über die Größe.** Ein Filter auf „Sportec 01“ liefert je nach Schreibweise ein halbes Ergebnis; die Größenseiten [120/70 R17](https://www.reifentiefpreis.de/reifen/groesse/120-70-r17) und [180/55 R17](https://www.reifentiefpreis.de/reifen/groesse/180-55-r17) zeigen dagegen immer den vollständigen, tagesaktuellen Bestand – inklusive aller Schreibvarianten.

## Was übrig bleibt: 13 Hinterreifen ohne Vorderreifen im Regal

Nach Abzug der neun Namensvarianten bleiben **13 Hinterreifen in 180/55 R17, zu denen wir aktuell keinen Vorderreifen desselben Modells in 120/70 R17 führen**. Sie zerfallen in zwei Gruppen.

Die erste Gruppe sind **Zusatzbezeichnungen, deren Basismodell vorn existiert**. Der Pirelli Angel GT A liegt hinten, vorn steht der Angel GT – das „A“ kennzeichnet bei Pirelli die verstärkte Ausführung für schwere Maschinen, was wir im Beitrag [Pirelli Angel GT II, GT und ST im Vergleich](https://www.reifentiefpreis.de/blog/pirelli-angel-gt-2) genauer aufschlüsseln. Ähnlich verhält es sich beim Dunlop SportMax Roadsmart III SP neben dem Roadsmart III, beim Michelin Road 5 GT neben dem Road 5, beim Continental ContiMotion M neben dem ContiMotion oder beim Metzeler Roadtec Z8 Interact O neben dem Z8 Interact M. Wer hier den Satz will, greift beim Vorderreifen zur Basisvariante – die Zusatzkennung betrifft in aller Regel ohnehin nur den stärker belasteten Hinterreifen.

Die zweite Gruppe sind **echte Lücken**. Das deutlichste Beispiel ist der **Dunlop SportSmart Mk4**: Wir führen ihn in vier Hinterradgrößen ab 178,08 Euro, die einzige Vorderraddimension der Baureihe – 120/70 ZR17 – ist bei uns dagegen ausgelistet. Ein kompletter Satz dieses Modells ist über unseren Shop derzeit nicht bestellbar. Ebenso ohne Vorderreifen im Regal: der Bridgestone RS 10 R Racing Street, der Dunlop D 256, der Avon Trailrider AV54 und der Michelin Anakee Adventure – letzterer allerdings aus einem sachlichen Grund, denn Reise-Enduros dieser Klasse fahren vorn 19 Zoll, nicht 17.

## Ein Modellname, vier verschiedene Reifen: der Fall Battlax T32

Der lehrreichste Fall in beiden Größen ist der Bridgestone Battlax T32. Unter diesem Namen liegen bei uns **je Größe vier Artikel mit vier verschiedenen EAN-Nummern** – und sie unterscheiden sich nicht nur im Preis:

- **Standardausführung:** vorn 105,85 Euro, hinten 139,25 Euro
- **GT-Version:** vorn 108,66 Euro, hinten 136,24 Euro
- **J-Ausführung** (Erstausrüstungsvariante): vorn 112,67 Euro, hinten 148,89 Euro
- **Artikel mit „FRONT“ beziehungsweise „REAR“ im Namen:** vorn 115,90 Euro, hinten 150,97 Euro

Der Abstand zwischen der günstigsten und der teuersten Kombination beträgt **24,23 Euro auf den Satz** – bei gleichem Modellnamen, gleicher Größe und gleicher Betriebskennung (58W vorn, 73W hinten). Und die GT-Version ist kein Aufpreis-Etikett: Bridgestone beschreibt sie auf der [Produktseite zum Battlax T32](https://www.bridgestone.de/motorrad-reifen/touring/battlax-t32.html) als eigens für schwere Motorräder entwickelte Ausführung mit optimiertem Profildesign und spezieller Konstruktion, die rund zehn Prozent länger halten soll. Wer ein schweres Tourenmotorrad fährt, kauft mit der GT also bewusst einen anderen Reifen – und zahlt hinten sogar drei Euro weniger als für die Standardausführung.

Bemerkenswert ist, dass sich daraus kein Muster ableiten lässt: Vorn ist die GT teurer als der Standard, hinten günstiger. **Verlassen Sie sich deshalb nicht auf die Faustregel „Zusatzbuchstabe gleich teurer“, sondern vergleichen Sie die konkreten Artikel in Ihrer Größe.** Was der Sprung auf den Nachfolger bringt, rechnen wir im Beitrag [Battlax T33 gegenüber dem T32](https://www.reifentiefpreis.de/blog/bridgestone-battlax-t33) durch.

## Was ein kompletter Satz kostet: 152 bis 362 Euro

Für die Preisfrage haben wir alle 72 Paar-Modelle durchgerechnet, jeweils günstigster Vorderreifen plus günstigster Hinterreifen. Nach Abzug der reinen Rennreifen ohne Straßenzulassung und dreier Artikel mit offensichtlich fehlerhaften Preisen bleiben **69 straßenzugelassene Sätze**, und deren Preisgefüge ist erstaunlich geschlossen:

- **Günstigster Satz: 152,32 Euro** – [Metzeler Sportec M3 in 120/70 ZR17](https://www.reifentiefpreis.de/artikel/metzeler-sportec-m3-120-70zr17-58w-28984) für 67,16 Euro plus [Metzeler Sportec M3 in 180/55 ZR17](https://www.reifentiefpreis.de/artikel/metzeler-sportec-m3-180-55zr17-73w-29045) für 85,16 Euro.
- **Unteres Viertel: bis 231,50 Euro** – hier liegen die älteren Sport- und Touring-Baureihen.
- **Median: 264,11 Euro** – die Hälfte aller Sätze kostet weniger, die Hälfte mehr.
- **Oberes Viertel: ab 305,35 Euro** – aktuelle Sport- und Adventure-Reifen.
- **Teuerster straßenzugelassener Satz: 362,13 Euro**, der Continental TrailAttack 3.

Der Blick auf die Einzelpreise erklärt, wo dieses Gefüge herkommt. Über alle straßenzugelassenen Ausführungen hinweg kostet ein Vorderreifen in 120/70 R17 im Median **115,90 Euro** (unteres Viertel bis 99,57 Euro, oberes ab 133,09 Euro), ein Hinterreifen in 180/55 R17 im Median **155,51 Euro** (unteres Viertel bis 130,67 Euro, oberes ab 178,58 Euro). Die günstigsten Einzelreifen liegen bei 64,21 Euro vorn und 85,16 Euro hinten, die teuersten straßenzugelassenen bei 221,95 und 236,14 Euro. Zwischen dem billigsten und dem teuersten Hinterreifen liegt damit fast das Dreifache – zwischen dem günstigsten und dem teuersten Satz dagegen nur das 2,4-Fache, weil sich teure Vorderreifen und teure Hinterreifen selten in derselben Baureihe treffen.

In Klassen gefasst: **11 der 69 Sätze bleiben unter 200 Euro, 37 liegen zwischen 200 und 299 Euro, 21 kosten 300 Euro oder mehr.** Der Abstand vom Median zum teuersten Satz beträgt also nicht einmal 100 Euro – anders als bei Pkw-Reifen gibt es in dieser Motorradgröße kein Premium-Segment, das preislich davonläuft. Wer heute einen aktuellen Sport-Touring-Reifen sucht, landet mit Modellen wie dem [Bridgestone Battlax T32 in 120/70 ZR17](https://www.reifentiefpreis.de/artikel/bridgestone-battlax-t32-120-70zr17-58w-116519) oder dem [Michelin Road 6 in 180/55 ZR17](https://www.reifentiefpreis.de/artikel/michelin-road-6-180-55zr17-73w-125878) genau in diesem mittleren Feld – wobei Sie beide Reifen selbstverständlich aus derselben Baureihe wählen sollten.

## Die 57-Prozent-Regel: was der Hinterreifen am Satz ausmacht

Eine Zahl aus dieser Auswertung ist praktisch besonders brauchbar. Über alle 69 Sätze hinweg entfallen **im Median 57,0 Prozent des Satzpreises auf den Hinterreifen** – und dieser Wert ist bemerkenswert stabil: Die Spanne reicht lediglich von 51,9 Prozent (Pirelli Diablo SuperCorsa V2) bis 68,5 Prozent (Dunlop TT 100 GP), und die allermeisten Baureihen liegen zwischen 55 und 59 Prozent.

Daraus wird eine belastbare Überschlagsrechnung: **Kennen Sie den Preis eines der beiden Reifen, kennen Sie ungefähr den Satzpreis.** Kostet der Hinterreifen 150 Euro, liegt der Satz bei rund 260 Euro; kostet der Vorderreifen 100 Euro, sind es rund 235 Euro. Das hilft, wenn Ihnen eine Werkstatt oder ein Angebot nur einen der beiden Preise nennt – und es entlarvt Angebote, bei denen der vermeintlich günstige Vorderreifen mit einem überteuerten Hinterreifen kombiniert wird.

Die Ausreißer erzählen dabei ihre eigene Geschichte. Über 60 Prozent Hinterreifenanteil erreichen fast ausschließlich **grobstollige Adventure- und Klassiker-Reifen**: Continental TKC 80 Twinduro (62,8 Prozent), Pirelli Scorpion Rally STR (62,7 Prozent) und eben der Dunlop TT 100 GP (68,5 Prozent). Bei ihnen ist der Hinterreifen konstruktiv aufwendiger und wird in kleineren Stückzahlen gefertigt. Am anderen Ende stehen reinrassige Sportreifen, bei denen auch der Vorderreifen ein technisch anspruchsvolles Bauteil mit eigener Mischung und eigener Karkasse ist.

## Nicht jeder 120/70 R17 ist ein Sportreifen

Ein verbreitetes Missverständnis: Die Größe 120/70 R17 wird oft mit „ZR17“ gleichgesetzt und damit mit Hochleistungsreifen. Unsere Auszählung zeigt ein anderes Bild. Von den 180 Ausführungen tragen **124 die Betriebskennung 58W**, zugelassen bis 270 km/h – das sind rund 69 Prozent, also längst nicht alle. Weitere **33 Reifen tragen einen niedrigeren Geschwindigkeitsbuchstaben**: 16-mal 58H (bis 210 km/h), 10-mal 58V (bis 240 km/h), viermal 58S (bis 180 km/h) sowie je einmal T, Q und P. Dahinter stehen Roller-, Klassiker- und Enduro-Reifen wie der Pirelli Angel City für 64,21 Euro – der günstigste Reifen der ganzen Größe.

Und **23 der 180 Vorderreifen tragen statt einer Betriebskennung das Kürzel NHS** („Not for Highway Service“), sind also reine Rennstreckenreifen ohne Straßenzulassung. Das ist mehr als jeder achte Artikel dieser Größe. Hinten sieht es völlig anders aus: In 180/55 R17 sind **105 der 116 Reifen 73W**, nur zwei tragen NHS. Ein einziger Reifen fällt aus dem Raster – der Bridgestone RS 10 R Racing Street mit der Kennung **75W**, also 387 statt 365 Kilogramm Tragfähigkeit.

Praktisch heißt das: Achten Sie beim Vorderreifen genauer hin als beim Hinterreifen. Die Wahrscheinlichkeit, versehentlich einen Rennreifen oder einen deutlich langsamer freigegebenen Reifen zu bestellen, ist vorn erheblich höher. Welche Rolle der Buchstabe im Einzelnen spielt, haben wir für die Vorderraddimension im Beitrag [120/70 ZR17 im Detailvergleich](https://www.reifentiefpreis.de/blog/120-70-zr17-motorradreifen) durchgerechnet, für die Hinterraddimension im Beitrag [180/55 ZR17 im Überblick](https://www.reifentiefpreis.de/blog/motorradreifen-180-55-zr17).

## Beide Reifen zusammen wechseln – oder nur den hinteren?

Der Hinterreifen überträgt Antrieb und einen großen Teil der Bremskraft und verschleißt deshalb deutlich schneller; je nach Fahrweise hält ein Vorderreifen ein bis zwei Hinterreifen aus. Es ist daher völlig normal, dass der hintere Reifen zuerst fällig ist – und es spricht nichts dagegen, ihn allein zu erneuern, solange der Vorderreifen noch ausreichend Profil hat, keine Kantenbildung zeigt und nicht zu alt ist.

Zwei Einschränkungen sind wichtig. Erstens **altern beide Reifen gemeinsam**, auch wenn nur einer abfährt: Ein fünf Jahre alter Vorderreifen vor einem fabrikneuen Hinterreifen ist keine gute Paarung. Zweitens ist ein neuer Hinterreifen an einem stark abgefahrenen Vorderreifen ein handfestes Fahrdynamik-Problem, weil das frische, runde Profil hinten auf ein abgeflachtes Profil vorn trifft – die Maschine kippt dann ungleichmäßig in die Schräglage und meldet in der Kurve zwei verschiedene Dinge.

Ob Sie überhaupt zwei verschiedene Modelle kombinieren dürfen, ist eine eigene Frage. Maßgeblich sind die in den Fahrzeugpapieren eingetragenen Größen; eine Unbedenklichkeitsbescheinigung des Reifenherstellers ist laut [Bundesministerium für Verkehr](https://www.bmv.de/SharedDocs/DE/Artikel/StV/Strassenverkehr/rad-reifenkombination-kraftraeder.html) kein gültiger Nachweis mehr. Die rechtliche und die technische Seite behandeln wir ausführlich unter [Motorradreifen vorn und hinten mischen](https://www.reifentiefpreis.de/blog/motorradreifen-mischen-vorne-hinten).

## So bestellen Sie den Satz richtig

1. **Größen aus den Fahrzeugpapieren übernehmen**, inklusive Last- und Geschwindigkeitsindex. Der Index darf nie unter dem eingetragenen Wert liegen.
2. **Über die Größenseite einsteigen, nicht über den Modellnamen** – nur so sehen Sie alle Schreibvarianten einer Baureihe.
3. **Innerhalb des Modells die Ausführungen vergleichen.** Wie das T32-Beispiel zeigt, können sich vier Artikel mit gleichem Namen um über 24 Euro je Satz unterscheiden.
4. **Vorder- und Hinterreifen derselben Baureihe wählen** – bei den 72 Paar-Modellen ist das direkt möglich.
5. **Bauart und Radposition prüfen:** TL (schlauchlos) oder TT, dazu Laufrichtungspfeil und die Angabe FRONT beziehungsweise REAR. Motorradreifen sind laufrichtungsgebunden und dürfen nicht vertauscht werden.
6. **DOT-Nummer und Luftdruck nicht vergessen:** Produktionsdatum beachten, den Druck kalt nach Herstellervorgabe einstellen und die ersten rund 150 bis 200 Kilometer behutsam einfahren, bis die glatte Neureifen-Oberfläche aufgeraut ist.

Den tagesaktuellen Bestand beider Dimensionen finden Sie auf den beiden Größenseiten, das gesamte Straßensortiment unter [Motorradreifen für die Straße](https://www.reifentiefpreis.de/reifen/motorrad/strasse).

## Häufige Fragen

### Lohnt es sich, nur den Hinterreifen zu erneuern?
Ja, das ist der Normalfall – der Hinterreifen verschleißt etwa doppelt so schnell. Voraussetzung ist, dass der Vorderreifen noch genug Profil hat, nicht sichtbar abgeflacht und nicht zu alt ist. Trifft eines davon nicht zu, wechseln Sie besser beide.

### Woran erkenne ich, ob ein Vorderreifen zum Hinterreifen gehört?
Am zuverlässigsten an der Baureihe, nicht am Modellnamen: Viele Hersteller hängen die Radposition an den Namen an (FRONT/REAR, F/R) oder vergeben eigene Nummern wie Avon AV75 und AV76. Im Zweifel hilft der Vergleich über die Größenseite Ihrer Dimension.

### Warum steht dasselbe Modell in meiner Größe mehrfach im Shop?
Weil hinter einem Modellnamen mehrere Ausführungen mit eigenen EAN-Nummern stecken können – etwa eine GT-Variante für schwere Motorräder oder eine Erstausrüstungsversion für ein bestimmtes Fahrzeug. Sie unterscheiden sich in Konstruktion und Preis, nicht nur im Etikett.


Quelle: https://www.reifentiefpreis.de/blog/motorradreifen-120-70-180-55
