# Motorradreifen-Größe lesen: Was 120/70 ZR17 M/C 58 W bedeutet

Veröffentlicht: 28.05.2026 · Aktualisiert: 03.09.2026 · Kategorie: Motorrad · Autor: Reifentiefpreis · Schlagwörter: Motorradreifen, Reifengröße, Reifenkennzeichnung, Bauart, Lastindex, Geschwindigkeitsindex

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120/70 ZR17 M/C 58 W – wer das zum ersten Mal auf der Flanke seines Motorradreifens liest, steht schnell vor einem Rätsel. Dabei steckt in dieser Zeichenfolge alles, was Sie für den richtigen Reifenkauf brauchen: Größe, Bauart, Tragfähigkeit und zugelassene Höchstgeschwindigkeit. Wir entschlüsseln die Motorradreifen-Kennzeichnung Zeichen für Zeichen – damit Sie beim nächsten Reifenwechsel genau wissen, was passt.

Motorradreifen sind seit dem Produktionsdatum Oktober 1998 nach der internationalen Norm **UNECE-R 75** beschriftet ([Quelle: ADAC, „Kennzeichnung von Motorradreifen“, Stand 10/2024](https://assets.adac.de/image/upload/v1729600362/ADAC-eV/KOR/Text/PDF/31470_Kennzeichnung_Motorradreifen_nyp07n.pdf)). Sie unterscheidet sich in einigen Punkten deutlich von der PKW-Kennzeichnung – wer den [Aufbau einer PKW-Reifengröße](https://www.reifentiefpreis.de/blog/reifengroesse-ablesen-was-die-zahlen-und-buchstaben-auf-der-reifenflanke-bedeuten) schon kennt, findet hier vor allem die Besonderheiten am Zweirad. Und davon gibt es mehr, als die meisten erwarten: Am Motorrad existieren bis heute mehrere Bauarten und gleich mehrere Schreibweisen für die Größe nebeneinander, und ausgerechnet die Kennzeichnung, die am spektakulärsten klingt, steht bei uns auf keinem einzigen lieferbaren Reifen.

## Die Motorradreifengröße Zeichen für Zeichen: 120/70 ZR17 M/C 58 W

**Wo Sie die Reifengröße finden – auf der Flanke und in den Papieren**

Die vollständige Reifengröße steht **auf der Reifenflanke**, also auf der Seitenwand zwischen Felgenrand und Lauffläche. Sie ist dort eingeprägt und nicht aufgedruckt, bleibt also über das ganze Reifenleben lesbar – auch wenn sie bei dunklem Gummi und schlechtem Licht gern übersehen wird. Welche Größen für Ihr Motorrad **zugelassen** sind, steht dagegen nicht am Reifen, sondern in der Zulassungsbescheinigung Teil I (Fahrzeugschein), bei älteren Maschinen im Fahrzeugbrief. Dort finden Sie die Angaben in den Zeilen 15.1 und 15.2, getrennt nach Vorder- und Hinterachse.

Wichtig: Vorder- und Hinterreifen haben am Motorrad fast immer **unterschiedliche Größen** – und sie sind auch technisch unterschiedlich konstruiert. Sie müssen beide getrennt ablesen, und Sie können sie nicht gegeneinander tauschen. Wer nur die Größe des Hinterreifens notiert und damit zwei Reifen bestellt, kauft am Vorderrad zwangsläufig daneben.

Nehmen wir einen typischen Sport-Vorderreifen: **120/70 ZR17 M/C 58 W**. So liest er sich:

- **120** – Reifenbreite in Millimetern
- **70** – Querschnitt (Höhen-Breiten-Verhältnis) in Prozent
- **ZR** – Bauart- und Geschwindigkeitskennung (dazu unten mehr)
- **17** – Felgendurchmesser in Zoll
- **M/C** – Kennung als Motorradreifen (Motorcycle)
- **58 W** – Betriebskennung: Lastindex 58 und Geschwindigkeitsindex W

**Reifenbreite (120):** Die **120** ist die Nennbreite in Millimetern – ein rechnerischer Konstruktionswert, keine Messgröße. Die tatsächliche Breite weicht in den meisten Fällen davon ab, nach oben oder nach unten, denn sie hängt auch von der Felge ab: Ein 180er-Reifen misst auf einer 5,5 Zoll breiten Felge rund 182 mm, breitere Felgen ziehen den Reifen weiter auseinander (Quelle: ADAC). Das ist kein Schönheitsfehler, sondern sicherheitsrelevant, weil die Reifenbreite über die Freigängigkeit im Bereich der Schwinge, der Antriebskette oder des Kardangehäuses entscheidet. Die Nennbreiten steigen in Schritten von 10 mm und liegen üblicherweise zwischen 80 mm (Geländemaschinen und Cruiser) und 160 mm vorne sowie zwischen 100 mm und 360 mm hinten (schwere Cruiser).

> Tipp: Breiter ist nicht automatisch besser. Schmalere Reifen erfordern laut ADAC bei sonst gleichen Bedingungen geringere Schräglagenwinkel in der Kurve, und schmalere Vorderreifen reagieren beim Bremsen in Schräglage meist neutraler als ihre breiteren Gegenstücke. Breitere Reifen vergrößern dagegen die Aufstandsfläche in Schräglage. Bleiben Sie im Zweifel bei der vom Hersteller freigegebenen Breite. Der ADAC formuliert es so: „Nicht immer sind die breiteren Reifen die ‚schnelleren‘ Reifen.“

**Querschnitt – das Höhen-Breiten-Verhältnis (70):** Die **70** bedeutet: Die Höhe der Seitenwand entspricht 70 % der Reifenbreite. Je kleiner die Zahl, desto flacher der Reifen und desto kürzer die Federstrecke, die der Reifen selbst übernimmt. Bei sportlichen Maschinen sind hinten flache Querschnitte wie **180/55 ZR17** oder **190/50 ZR17** üblich; insgesamt liegen die Werte bei modernen Niederquerschnittsreifen zwischen 90 % und 50 % (Quelle: ADAC). Weil die 70 ein Prozentwert ist, bedeutet dieselbe Zahl bei unterschiedlichen Breiten unterschiedliche Millimeter: 70 % von 120 mm sind 84 mm Flankenhöhe, 70 % von 180 mm bereits 126 mm.

**Felgendurchmesser (17 Zoll):** Die **17** ist der Felgendurchmesser in Zoll (1 Zoll = 25,4 mm). Der ADAC nennt als gängigste Spanne 10 Zoll (kleine Roller) bis 21 Zoll (Enduros mit großem Vorderrad). Unser eigener Bestand bestätigt das und zeigt zugleich, wie stark sich alles auf wenige Größen konzentriert: Von **4.173 lieferbaren Motorradreifen** (Erhebung vom 03.09.2026 über Straße, Enduro/Cross sowie Mofa, Moped und Roller) ließen sich 4.167 einem Durchmesser zwischen 8 und 23 Zoll zuordnen. Allein **1.426 davon – rund 34 % – sind 17-Zoll-Reifen**; danach folgen 18 Zoll (624), 16 Zoll (437), 19 Zoll (413), 21 Zoll (253) und 14 Zoll (237).

Zwei Randbeobachtungen aus derselben Erhebung sind für den Alltag nützlicher, als sie zunächst klingen. Erstens reicht die Spanne tatsächlich über die vom ADAC genannten gängigen Größen hinaus, nach unten bis 8 Zoll (19 Rollerreifen, etwa ein Heidenau K 75 in 4.00-8 55M) und nach oben bis 23 Zoll – dort liegt genau **ein** lieferbarer Reifen, ein Avon Cobra Chrome 180/50-23 76V für einen Custom-Cruiser. Zweitens fehlt eine Größe komplett: **20 Zoll kommt im gesamten Motorradsortiment nicht ein einziges Mal vor**, obwohl 19 und 21 Zoll gut besetzt sind. Am PKW ist 20 Zoll längst Massenware – am Motorrad ist es eine Lücke. Wer eine solche Größe in seinen Papieren zu finden glaubt, hat mit hoher Wahrscheinlichkeit eine Zollangabe der Reifenbreite vor sich und nicht den Felgendurchmesser.

**M/C – die Motorrad-Kennung:** **M/C** steht für *Motorcycle* und kennzeichnet den Reifen als Motorradreifen, bestimmt für Felgen mit M/C-Kennung. Die Aufschrift ist nicht auf jedem Reifen Pflicht: Vorgeschrieben ist sie nur für Reifen mit 13 bis 19 Zoll Durchmesser, die nach dem 1. Juni 2003 gefertigt wurden (Quelle: ADAC). Sie soll vor allem Verwechslungen mit Reifen anderer Fahrzeugarten ausschließen und sicherstellen, dass diese Reifen auf den richtigen Felgen montiert werden. Fehlt das M/C auf einem älteren oder sehr kleinen Reifen, ist das also kein Mangel – es war schlicht nicht vorgeschrieben.

## Radial, Diagonal oder Bias-belted? Was die Bauartkennung verrät

Anders als beim Auto, wo der Radialreifen praktisch alles verdrängt hat, gibt es am Motorrad bis heute mehrere Bauarten nebeneinander. Die Kennung dafür steht zwischen Querschnitt und Felgengröße – an genau der Stelle, an der beim PKW fast immer ein schlichtes R steht (Quelle: ADAC):

- **R = Radialreifen.** Die Cordfäden der Karkasse verlaufen radial von einem Reifenwulst zum anderen, darüber liegt im Laufflächenbereich ein Gürtel. Diese Bauart ist bei modernen Niederquerschnittsreifen Standard und bietet meist bessere Hochgeschwindigkeits- und Kurvenstabilität bei niedrigerem Gewicht. Gürtelkonstruktionen verhindern vor allem die fliehkraftbedingte Ausdehnung des Reifens bei hohem Tempo – die Reifenkontur und damit die Aufstandsfläche bleiben über den ganzen Geschwindigkeitsbereich weitgehend gleich.
- **Strich (–) = Diagonalreifen.** Findet sich statt eines Buchstabens nur ein Bindestrich, ist es ein klassischer Diagonalreifen ohne Gürtel, zum Beispiel **130/90 – 16 67 V**. Die Karkasse besteht aus mehreren Lagen Nylon- oder Rayongewebe, deren Fäden einen Winkel zwischen 25 und 35 Grad zueinander einnehmen. Diese „konventionellen“ Reifen finden sich vorrangig an älteren Maschinen, an Cruisern, an Geländemaschinen und an Rollern.
- **B = Bias-belted (Diagonal-Gürtelreifen).** Ein Diagonalreifen mit zusätzlichem Gürtel aus Nylon- oder Aramidfäden, der ihm mehr Stabilität bei hohem Tempo verleiht, zum Beispiel **170/60 VB 17 (72 V)**. Diese Bauart sitzt in der Praxis zwischen den beiden anderen und ist besonders im Cruiser-Segment verbreitet.
- **ZR (bzw. das „Z“).** Das **Z** ist ein Überbleibsel aus der Kennzeichnung vor der UNECE-R 75 und weist auf eine Eignung für **über 240 km/h** hin. Das **R** dahinter steht weiterhin für Radialbauweise. Bei Reifen mit der alten Z-Kennung allein musste die tatsächlich mögliche Höchstgeschwindigkeit früher beim Hersteller erfragt werden; heute steht sie zusätzlich in der Betriebskennung.

**Was der eigene Bestand über die Bauarten sagt**

Für diesen Beitrag haben wir eine Stichprobe von **1.492 lieferbaren Motorradreifen** über alle Zollgrößen und alle drei Unterrubriken ausgewertet. Das Ergebnis widerspricht dem Bild, das die Werbung vom Motorradreifen zeichnet: **893 dieser Reifen tragen die Bindestrich-Kennung, sind also Diagonalreifen**, weitere 261 stehen in einer alten Zoll- oder Bruchschreibweise, die ebenfalls für Diagonalbauart steht. Radial gekennzeichnet sind nur 250 Reifen (168 mit R, 82 mit ZR), Bias-belted 88. Ein wichtiger Vorbehalt: Die Stichprobe erfasst pro Größenklasse nur eine begrenzte Zahl von Artikeln und gewichtet deshalb kleine Klassen stärker als die große 17-Zoll-Straßenklasse. Als Anteilsschätzung für den Gesamtbestand taugt sie darum nicht – wohl aber als Beleg dafür, dass die Diagonalbauart am Zweirad keineswegs eine Randerscheinung ist, sondern ein tragender Teil des Marktes.

Das hat einen sehr praktischen Grund: Roller, Mopeds, Enduros und Cruiser machen einen großen Teil des Zweiradbestands aus, und in ihren Größen ist der Diagonalreifen nach wie vor die technisch passende und oft die einzige angebotene Lösung. Wer sein Motorrad nach dem Vorbild des Autos „auf Radial“ umrüsten möchte, sollte deshalb zuerst prüfen, ob es die Größe überhaupt in Radialbauweise gibt.

**Und ein Punkt, der viele überrascht: Bei der Bauart darf abgewichen werden.** In der Verlautbarung des Verkehrsministeriums zur Beurteilung von Rad-/Reifen-Kombinationen an Krafträdern wurde nachträglich klargestellt, dass die **Bauart** des montierten Reifens von den Vorgaben in den Fahrzeugpapieren abweichen darf, während alle anderen Spezifikationen übereinstimmen müssen. In der Praxis heißt das: Radialreifen dürfen durch Diagonal- oder Bias-belted-Reifen ersetzt werden ([Quelle: ADAC, „Neue Vorschriften zu Motorradreifen“, Stand 10/2024](https://assets.adac.de/image/upload/v1729600365/ADAC-eV/KOR/Text/PDF/31763_Vorschriften_Motorradreifen_aosu8l.pdf)). Das ist gerade für ältere Maschinen wichtig, in deren Papieren häufig noch Diagonal- oder Bias-belted-Reifen eingetragen sind, während es die Dimension heute nur noch radial gibt.

## Lastindex und Geschwindigkeitsindex: die Betriebskennung entschlüsseln

Die beiden letzten Zeichen der Größe sind die **Betriebskennung** – und sie sind der Teil, bei dem beim Reifenkauf am meisten schiefgehen kann, weil hier eine Zahl und ein Buchstabe zwei völlig verschiedene Grenzen beschreiben.

Die **58** ist der **Lastindex** (Tragfähigkeitskennzahl). Jeder Kennzahl ist in einer Tabelle eine maximale Radlast zugeordnet: Index 58 entspricht **236 kg**, Index 64 entspricht **280 kg**, Index 73 entspricht **365 kg** (Quelle: ADAC). Wichtig ist die Formulierung „maximale Radlast“: Es geht um die Last je Reifen bei dem dafür vorgesehenen Reifendruck, nicht um das zulässige Gesamtgewicht der Maschine. Das **W** ist der **Geschwindigkeitsindex** und steht für eine zugelassene Höchstgeschwindigkeit von **270 km/h**.

Die Zuordnung folgt einer festen Tabelle. Der ADAC gibt für Motorradreifen folgenden Auszug an:

- **F** = 80 km/h · **G** = 90 · **J** = 100 · **K** = 110 · **L** = 120 km/h
- **M** = 130 · **N** = 140 · **P** = 150 · **Q** = 160 · **R** = 170 km/h
- **S** = 180 · **T** = 190 · **U** = 200 · **H** = 210 km/h
- **V** bzw. **VB** = 240 km/h, **(V)** bzw. **(VB)** = über 240 km/h
- **W** = 270 km/h, **(W)** = über 270 km/h
- **ZR** = über 240 km/h

**Was in dieser Tabelle bewusst fehlt: das Y.** Vom PKW kennen viele noch die Stufen „Y = 300 km/h“ und „(Y) = über 300 km/h“ – in der Motorrad-Tabelle des ADAC kommen sie nicht vor, sie endet bei (W). Wer eine solche Angabe für Motorradreifen liest, hat eine PKW-Tabelle vor sich. Der eigene Bestand bestätigt das: In den **1.402 von 1.492 ausgewerteten Artikeln, bei denen sich die Betriebskennung eindeutig auslesen ließ, kommt kein einziges Y oder (Y) vor**. Der höchste tatsächlich vorkommende Index ist W mit 86 Treffern – wer bei uns einen Motorradreifen kauft, wird einem Y nicht begegnen.

**Die häufigsten Geschwindigkeitsindizes sind nicht die schnellen.** Dieselbe Auswertung zeigt eine Verteilung, die dem gängigen Bild vom Motorradreifen widerspricht: **H (210 km/h) führt mit 261 Treffern**, gefolgt von P (150 km/h) mit 251, S (180 km/h) mit 198, M (130 km/h) mit 152 und J (100 km/h) mit 146. Erst dann kommen V (135) und W (86). Die Erklärung liegt wieder im Fahrzeugmix: Roller, Mopeds, Enduros und Tourer brauchen keine 270 km/h, und ein Reifen mit unnötig hohem Index ist kein Gewinn, sondern nur teurer.

Am unteren Ende reicht die Skala sogar unter den ADAC-Auszug, der bei F (80 km/h) beginnt. Auf Mopedreifen in unserem Sortiment steht regelmäßig ein **B**, etwa auf einem Continental KKS10 in 2 1/4-16 38B – 18 solcher Reifen enthält die Stichprobe. Continental führt den Index **B mit 50 km/h** in seiner Geschwindigkeitsindex-Tabelle und weist ausdrücklich darauf hin, dass Reifen für Motorräder und Roller mit denselben Buchstaben und Höchstgeschwindigkeiten ausgezeichnet werden wie PKW-Reifen ([Quelle: Continental Reifen, Geschwindigkeitsindex](https://www.continental-reifen.de/tire-knowledge/speed-index--si-/)). Für ein 50er-Moped ist das genau die passende Einstufung. Wie Last- und Geschwindigkeitsindex grundsätzlich funktionieren, erklären wir ausführlich im Beitrag [Lastindex und Geschwindigkeitsindex am Reifen](https://www.reifentiefpreis.de/blog/lastindex-geschwindigkeitsindex).

**Die Klammer entscheidet – und warum Tempo die Tragfähigkeit senkt**

Ein Detail, das viele übersehen: Ob die Betriebskennung **in Klammern** steht oder nicht, hat eine konkrete Bedeutung (Quelle: ADAC):

- **180/55 ZR17 73 W** (ohne Klammer) = zugelassen für **genau 270 km/h**.
- **180/55 ZR17 (73 W)** (mit Klammer) = zugelassen für **mindestens 270 km/h**; der Reifen kann laut Herstellerunterlagen auch mehr aushalten, die genaue Zahl ist aus der Flanke aber nicht ablesbar.

Hinzu kommt ein Zusammenhang, der beim PKW selten eine Rolle spielt, am schnellen Motorrad aber sehr wohl: Bei den Klassen **V und W** sinkt die zulässige Tragfähigkeit, je näher Sie an die Höchstgeschwindigkeit kommen. Ein Reifen 180/55 ZR17 (73 W) trägt die vollen 365 kg – bei 2,9 bar Fülldruck – nur bis 240 km/h; bei 270 km/h sind es noch 274 kg, bei 290 km/h nur noch 201 kg (Quelle: ADAC). Das ist rund die Hälfte der Ausgangslast. Genau deshalb schreiben Fahrzeughersteller für viele schnelle Maschinen geschwindigkeitstechnisch „überdimensionierte“ Reifen vor: nicht, weil die Maschine so schnell wäre, sondern damit die Tragfähigkeitsabschläge im realen Fahrbetrieb klein bleiben.

## Zoll, Bruchzahlen und amerikanische Reifen: die anderen Schreibweisen

Die Millimeter-Schreibweise ist die häufigste, aber längst nicht die einzige. Vor allem an älteren Motorrädern, an Mopeds und an Custom-Maschinen begegnen Ihnen drei weitere Systeme – und wer sie nicht kennt, hält die Angabe leicht für unvollständig, weil der Querschnitt zu fehlen scheint.

**Erstens die Zoll-Kennzeichnung**, zum Beispiel **4.00 – 18 64 H** (Quelle: ADAC):

- **4.00** = Nennbreite in Zoll (rund 102 mm). Auf einer Messfelge von 2.50 Zoll ordnet die ECE R 75 diesem Reifen eine Querschnittsbreite von 108 mm zu; maximal darf er 124 mm breit sein.
- **–** = Diagonalbauart
- **18** = Felgendurchmesser in Zoll
- **64 H** = Lastindex 64 (280 kg) und Geschwindigkeitsindex H (210 km/h)

Ein Querschnitt fehlt hier tatsächlich; das Höhen-Breiten-Verhältnis liegt bei solchen Reifen etwa zwischen 80 % und 100 %. Für Vorderreifen liegen die Breiten üblicherweise zwischen 2.50 und 3.60 Zoll, für Hinterreifen zwischen 3.00 und 5.00 Zoll. Reifenhersteller geben Gegenüberstellungen heraus, mit denen sich Zoll- in Millimetergrößen übertragen lassen: Dem 4.00 – 18 werden dort beispielsweise 110/100 – 18, 120/90 – 18 oder 130/80 – 18 zugeordnet. Damit lassen sich Motorräder, deren Zoll-Bereifung nicht mehr oder nur schlecht verfügbar ist, auf Millimetergrößen umrüsten – klären Sie das aber vorab mit Hersteller oder Händler, unter Umständen ist eine Abnahme durch einen Sachverständigen nötig.

**Zweitens die Bruchschreibweise**, die vor allem an Mopeds und Mofas überlebt hat: **2 1/4 – 16 38 B** oder **2 1/2 – 17 43 B**. Die Bruchzahl ist wieder die Nennbreite in Zoll, 2 1/4 Zoll entsprechen also 2,25 Zoll oder rund 57 mm. In unserer Stichprobe stehen 41 Reifen in dieser Form – Marken wie Continental, Mitas, Heidenau und Vee-Rubber bedienen dieses Segment bis heute. Gelegentlich taucht daneben noch eine dritte Variante auf, die die Außenmaße direkt in Zoll nennt, etwa **26x2.00** bei einem IRC-Heidenau Roadster; elf Artikel der Stichprobe sind so bezeichnet. Wenn Sie eine solche Angabe in den Papieren haben, hilft in aller Regel nur der Abgleich mit den Umrechnungstabellen des Herstellers.

**Drittens amerikanische Reifen**, wie sie etwa auf Harley-Davidson-Modellen sitzen. Ihr Beispiel **MT90 – 16 M/C 71 H TL** liest sich so (Quelle: ADAC): **M** steht für Motorrad, **T** für die Reifennennbreite (T entspricht einem Zoll-Wert von 5.00 bzw. 5.10), **90** für das Querschnittsverhältnis in Prozent, **16** für den Felgendurchmesser in Zoll, das zweite **T** für die Felgenkontur, **M/C** für Motorcycle, **71** für den Lastindex, **H** für den Speed-Index und **TL** für Tubeless. Der erste Buchstabe der Größe ist hier also kein Tippfehler und keine Modellbezeichnung, sondern trägt eine eigene Information.

**Und schließlich der Sonderfall alter Fahrzeugpapiere.** In den Papieren älterer Motorräder stehen häufig Bezeichnungen wie **120/60ZR17 TUBEL.** oder **120/60VR17-V260TUBEL** – Schreibweisen, die es seit Inkrafttreten der UNECE-R 75 im Jahr 1998 nicht mehr gibt und für die heute schlicht keine Reifen mehr gefertigt werden. Der ADAC stellt in seinem Merkblatt einige dieser alten Bezeichnungen ihren heutigen Entsprechungen gegenüber. Aus **150/60 ZR 17** (alt: für über 240 km/h zugelassen, keine weitere Information) wird demnach **150/60 ZR 17 66 W** – zugelassen bis 270 km/h, Tragfähigkeit bei 240 km/h 300 kg. Aus **170/60 ZR 18** wird **170/60 ZR 18 (73 W)**, und aus **140/90 VB 15** wird **140/90 B 15 70 V**. Die neue Kennzeichnung sagt in allen Fällen mehr aus als die alte, weil die vollständige Betriebskennung hinzugekommen ist. Ein Punkt daraus ist besonders leicht zu übersehen: **Der Speed-Index V stand früher für über 210 km/h – seit der UNECE-R 75 steht er für bis zu 240 km/h.** Wer eine alte Angabe eins zu eins in eine neue übersetzt, ohne das zu wissen, verrechnet sich um eine ganze Klasse.

## Weitere Kennungen: Radposition, Laufrichtung, TL/TT, reinforced und M+S

**Vorne ist nicht hinten: Radposition und Laufrichtung**

Zwei Angaben auf der Flanke sind sicherheitsrelevant und **verbindlich** (Quelle: ADAC):

- **Radposition:** Motorradreifen können üblicherweise nicht auf beiden Radpositionen verwendet werden. Die meisten Modelle tragen deshalb einen Hinweis wie **„FRONT“** oder **„REAR“** – von dieser Herstellervorgabe darf nicht abgewichen werden, sie ist verbindlich und technisch begründet. Nur in seltenen Fällen sind Reifen für beide Positionen freigegeben; dann ist die Laufrichtung je nach Einsatz besonders zu beachten.
- **Drehrichtung (Laufrichtung):** Ein **Pfeil** auf der Flanke, meist ergänzt durch Symbole am Rand der Lauffläche, gibt die vorgeschriebene Drehrichtung vor. Auf der Felge ist die Laufrichtung des eingebauten Rades häufig an den Speichen oder an den Bremsscheiben markiert. Nach der Reifen- und vor der Radmontage sollte die Laufrichtung noch einmal geprüft werden, um eine Falschmontage auszuschließen – sie fällt sonst oft erst bei der nächsten Hauptuntersuchung auf.

Weil Vorder- und Hinterreifen unterschiedlich konstruiert sind, kauft man sie sinnvollerweise als **abgestimmtes Paar** – idealerweise vom selben Modell und Hersteller.

**TL oder TT: schlauchlos oder mit Schlauch**

Am Ende der Bezeichnung steht oft **TL** oder **TT** (Quelle: ADAC):

- **TL = Tubeless** (schlauchlos), zum Beispiel 140/80 – 18 M/C 70 H TL
- **TT = Tube Type** (mit Schlauch), zum Beispiel 140/80 – 17 M/C 96 H TT

Die meisten modernen Motorradreifen sind schlauchlos. Schlauchreifen sind vor allem bei Geländemaschinen mit **Speichenfelgen** noch üblich, weil eine klassische Speichenfelge an den Nippeln nicht luftdicht ist. Bei der Montage eines Schlauchreifens gehört grundsätzlich ein **neuer Schlauch** dazu – der alte hat sich an das Profil des alten Reifens angelegt und ist an den Faltstellen vorgeschädigt. Kombinationen aus schlauchlosem Reifen und eingelegtem Schlauch sind laut ADAC meist nur als Notbehelf gedacht und nur zulässig, wenn Fahrzeug- und Reifenhersteller sie freigeben. Welcher Schlauch in welche Größe passt und worauf es bei Ventil und Felgenband ankommt, lesen Sie im Beitrag [Motorrad-Schläuche richtig wählen](https://www.reifentiefpreis.de/blog/motorrad-schlauch-richtig-waehlen).

**Reinforced und M+S**

Zwei weitere Kennungen begegnen Ihnen häufig, und beide werden regelmäßig falsch verstanden:

- **„reinf.“ / „reinforced“:** Ein verstärkter Reifen mit höherer Tragfähigkeit als der Standardreifen gleicher Dimension, besonders bei Motorrollern verbreitet. Der ADAC zeigt den Unterschied an einem konkreten Paar: Ein 140/60 – 13 MC **57 L** trägt 230 kg bei 2,3 bar, derselbe Reifen als 140/60 – 13 MC **63 L reinf.** trägt 272 kg – aber erst bei **2,8 bar**. Die höhere Tragfähigkeit steht also nicht einfach zur Verfügung, sie muss durch den korrekten, höheren Fülldruck erst hergestellt werden. Wer einen reinforced-Reifen mit dem Druck des Standardreifens fährt, hat den Aufpreis umsonst bezahlt und den Reifen zusätzlich überlastet.
- **M+S:** Am Motorrad hat die M+S-Kennzeichnung ihre Bedeutung behalten – und zwar ausdrücklich auch, nachdem sie, wie der ADAC festhält, „als Definition des Pkw-Winterreifens zum Oktober 2024 final ausgelaufen“ ist. Auf **EG-typgenehmigten** Motorrädern dürfen unter bestimmten Voraussetzungen M+S-Reifen gefahren werden. Der ADAC nennt vier Bedingungen: Die Reifen entsprechen der UNECE-R 75 und tragen deshalb ein e-Kennzeichen; sie entsprechen der in den Fahrzeugpapieren vorgeschriebenen Spezifikation, wobei **der Speed-Index niedriger sein darf** als der der vorgeschriebenen Bereifung bzw. als die bauartbedingte Höchstgeschwindigkeit; die zulässige Höchstgeschwindigkeit gemäß Speed-Index muss **deutlich erkennbar und zuverlässig im Sichtfeld des Fahrers ablesbar** sein; und sie darf im Fahrbetrieb in keinem Fall überschritten werden. Geregelt ist das für Fahrzeuge der Klasse L in § 36 Abs. 11 StVZO. Für Motorräder **ohne** EG-Typgenehmigung gilt diese Ausnahme nach derzeitigem Stand nicht – dort müssen Reifen mit oder ohne M+S-Kennzeichnung den Papieren entsprechen, also über einen ausreichend hohen Speed-Index verfügen.

## NHS, TWI und DOT: drei Kürzel über Zulassung, Verschleiß und Alter

Drei weitere Aufschriften stehen nicht in der Größenangabe, entscheiden aber darüber, ob ein Reifen auf die Straße darf, wann er herunter muss und wie alt er ist.

**NHS – der Reifen, der auf keine öffentliche Straße darf.** Die Abkürzung steht für *Not for Highway Service*. Michelin formuliert es unmissverständlich: „Wettkampfreifen tragen in der Regel die Abkürzung NHS (Not for Highway Service). Dies bedeutet, dass diese Reifen nicht für den Straßenverkehr zugelassen sind.“ ([Quelle: Michelin, Motorrad-Reifengrößen ablesen](https://www.michelin.de/motorbike/tipps-motorrad/grundlagen-zu-reifen/motorrad-reifen-grosse)). Das ist keine Randerscheinung: Eine Suche nach dieser Kennung in unserem Motorradsortiment liefert **271 lieferbare Treffer** – Rennstrecken- und Regenreifen von Pirelli, Bridgestone und anderen, dazu einzelne Roller- und Kartreifen. Sie sind vollkommen legal zu kaufen und für ihren Zweck hervorragend, aber der Weg dorthin führt über den Anhänger, nicht über die Landstraße. Achten Sie beim Bestellen also nicht nur auf die Größe, sondern auch auf dieses Kürzel im Artikelnamen. Auffällig ist übrigens, dass NHS-Reifen am Ende der Bezeichnung häufig gar keine Betriebskennung tragen – bei einem Reifen ohne Straßenzulassung gibt es auch keine zugelassene Höchstgeschwindigkeit anzugeben.

**TWI – der eingebaute Verschleißanzeiger.** Über den Reifenumfang verteilt sitzen an sechs Stellen über die Laufflächenbreite kleine Stege im Profilgrund, die Tread Wear Indicators oder Verschleißanzeiger. Damit man sie überhaupt findet, sind an der Reifenflanke oder am Rand der Lauffläche kleine Markierungen angebracht: die Buchstaben **TWI**, ein kleiner radial angeordneter Pfeil oder ein Symbol der Herstellerfirma (Quelle: ADAC). Die Höhe dieser Stege liegt üblicherweise unter der gesetzlichen Mindestprofiltiefe. Sobald das Profil bis auf die Höhe der Stege abgenutzt ist, muss der Reifen also ausgetauscht werden – die gesetzliche Grenze ist dann bereits erreicht oder, was wahrscheinlicher ist, schon unterschritten. Wer die Restprofiltiefe messen will, misst neben diesen Stegen, an mehreren Stellen der Lauffläche.

Zur Profiltiefe selbst: Gesetzlich vorgeschrieben sind **1,6 mm**, bei Fahrrädern mit Hilfsmotor sowie Klein- und Leichtkrafträdern **1,0 mm** (§ 36 Abs. 2 StVZO); die meisten Hersteller empfehlen einen Wechsel schon deutlich früher (Quelle: ADAC).

**DOT – das Herstellungsdatum.** Die DOT-Nummer war ursprünglich für den US-amerikanischen Markt gedacht und verschlüsselt eine ganze Reihe von Angaben. Für Sie zählen die **letzten vier Ziffern**: Die ersten beiden stehen für die Produktionswoche, die letzten beiden für das Jahr. **1608** bedeutet also: 16. Woche des Jahres 2008. Die meisten Hersteller bringen diese vier Ziffern nur auf **einer** Seite des Reifens an – finden Sie sie nicht, schauen Sie auf der anderen Flanke nach. Warum das Reifenalter bei Motorrädern besonders zählt, erklären wir im Beitrag [Reifenalter und DOT-Nummer](https://www.reifentiefpreis.de/blog/reifenalter-dot-nummer). Die DOT-Nummer hat seit einigen Jahren übrigens noch eine zweite Funktion bekommen: Sie entscheidet mit darüber, welches Regelwerk für die Zulässigkeit Ihrer Bereifung gilt – dazu gleich mehr.

## Welche Reifengröße ist für Ihr Motorrad erlaubt?

Die wichtigste Regel beim Reifenkauf ist schnell gesagt: **Last- und Geschwindigkeitsindex auf der Flanke dürfen höher, aber nicht niedriger sein** als in den Fahrzeugpapieren vorgeschrieben (Quelle: ADAC). Ist laut Papieren beispielsweise 140/60 – 13 M/C 57 L vorgeschrieben, dürfen Sie auch einen Reifen der Spezifikation 140/60 – 13 M/C 63 P reinf. montieren – umgekehrt nicht. Die einzige Ausnahme ist die oben beschriebene M+S-Regelung.

Deutlich weniger bekannt ist, dass sich die Rechtslage rundherum in den vergangenen Jahren grundlegend geändert hat. Mit der Veröffentlichung Nr. 90 im **Verkehrsblatt 15/2019** wurde die Beurteilung von Rad-/Reifen-Kombinationen an Krafträdern neu geregelt. Der Kern: **Für Motorräder mit EG-Typgenehmigung im Serienzustand entfällt die Reifenfabrikatsbindung.** Die bisherigen Reifenfreigaben und Unbedenklichkeitserklärungen der Reifenhersteller werden zu **Service-Informationen** – sie sind damit eine Orientierungshilfe, nicht mehr die Erlaubnis selbst (Quelle: ADAC, „Neue Vorschriften zu Motorradreifen“).

Damit ein Reifen unter diese Regelung fällt, müssen laut ADAC vier Bedingungen erfüllt sein: Das Fahrzeug ist im Serienzustand und weist keine Änderungen auf, die Einfluss auf die Rad-/Reifen-Eigenschaften oder deren Freiraum haben. Der Reifen verfügt über eine Bauteilgenehmigung nach UNECE-R 75, erkennbar am **E-Zeichen** auf der Flanke – bei regulär im Handel erhältlichen Reifen ist das praktisch immer der Fall. Der Reifen entspricht allen Spezifikationen, die in der Zulassungsbescheinigung Teil I bzw. im CoC-Dokument eingetragen sind, wobei Trag- und Geschwindigkeitsindex höherwertiger und – nach der nachträglichen Klarstellung des Ministeriums – die Bauart abweichend sein dürfen. Und der Reifen wurde nach 2019 gefertigt, erkennbar an der DOT-Nummer; für diese letzte Bedingung hält der ADAC fest, dass sie **ab dem 01.01.2025 für alle Reifen unabhängig vom Herstellungsdatum** gelten soll. Dieser Zeitpunkt liegt inzwischen hinter uns.

Ob Ihr Motorrad überhaupt eine EG-Typgenehmigung hat, erkennen Sie an **Zeile K** der Zulassungsbescheinigung Teil I: Steht dort eine Nummer, die mit einem kleinen **„e“** und einer ein- oder zweistelligen Zahl beginnt, ist die Maschine EG-typgenehmigt. Bei Fahrzeugen mit nationaler Allgemeiner Betriebserlaubnis oder Einzelbetriebserlaubnis – dazu zählen viele Young- und Oldtimer – gilt die Erleichterung nicht; der ADAC schätzte 2021, dass rund zwei Millionen Motorräder im deutschen Bestand davon betroffen sein könnten. Ebenso wenig gilt sie, wenn Sie von der eingetragenen Dimension abweichen: Dann kann die Betriebserlaubnis trotz vorliegender Herstellerbescheinigung erlöschen, und für ihre Wiedererteilung ist eine Begutachtung nach § 19 in Verbindung mit § 21 StVZO erforderlich, deren Ergebnis in die Fahrzeugpapiere eingetragen werden muss.

Der praktische Rat des ADAC dazu ist eindeutig und lässt sich in einem Satz zusammenfassen: **Klären Sie die Zulässigkeit vor dem Kauf, nicht danach** – beim Fahrzeughersteller, bei einem Markenhändler, beim Reifenfachhandel oder bei der Prüfstelle, bei der Sie die Hauptuntersuchung machen lassen wollen, am besten schriftlich. Wie Sie aus dem zugelassenen Rahmen den passenden Reifen für Ihren Fahrstil auswählen, zeigt unser Ratgeber [Motorradreifen richtig wählen](https://www.reifentiefpreis.de/blog/motorradreifen-richtig-waehlen-welcher-reifen-passt-zu-ihrem-fahrstil). Für Roller, Moped und Mofa gelten beim Größe-Ablesen ein paar Besonderheiten, die wir im Beitrag [Rollerreifen und Mopedreifen](https://www.reifentiefpreis.de/blog/rollerreifen-mopedreifen-ratgeber) zusammengefasst haben, und für Enduros mit Speichenrädern und großen Zollgrößen lohnt ein Blick in unseren Ratgeber [Enduro- und Adventure-Reifen](https://www.reifentiefpreis.de/blog/enduro-und-adventure-reifen-strasse-und-gelaende-richtig-abwaegen).

## Passende Motorradreifen in Ihrer Größe finden

Haben Sie Ihre Größe entschlüsselt, finden Sie die passenden Reifen direkt im Shop. Am dichtesten besetzt ist erwartungsgemäß die Sportgröße **120/70 R17** vorne – sie ist Teil jener 17-Zoll-Klasse, die allein rund ein Drittel unseres Motorradsortiments ausmacht. Vorder- und Hinterreifen kaufen Sie am besten als abgestimmtes Paar vom selben Modell und Hersteller, zum Beispiel:

- [Metzeler Sportec M7 RR 120/70ZR17 58W](https://www.reifentiefpreis.de/artikel/metzeler-sportec-m7-rr-120-70zr17-58w-129768) (Vorderreifen)
- [Metzeler Sportec M7 RR 180/55ZR17 73W](https://www.reifentiefpreis.de/artikel/metzeler-sportec-m7-rr-180-55zr17-73w-53126) (passender Hinterreifen)

Ein Hinweis, der beim Vergleichen hilft: Dieselbe Größe desselben Modells liegt bei uns gelegentlich mehrfach im Bestand, weil sie aus unterschiedlichen Lieferpositionen stammt – der Metzeler Sportec M7 RR in 120/70ZR17 58W etwa unter zwei verschiedenen Artikelnummern zu unterschiedlichen Preisen (Stand 03.09.2026). Ein Preisvergleich innerhalb derselben Größe lohnt sich deshalb, bevor Sie bestellen. Stöbern Sie in der gesamten Auswahl an [Motorradreifen für die Straße](https://www.reifentiefpreis.de/reifen/motorrad/strasse) oder gehen Sie direkt über die Größe, etwa [Reifen in 120/70 R17](https://www.reifentiefpreis.de/reifen/groesse/120-70-r17).

## Häufige Fragen

### Was bedeutet 120/70 ZR17 M/C 58 W?

120 = Breite in mm, 70 = Querschnitt in Prozent, ZR = radiale Bauart für über 240 km/h, 17 = Felgendurchmesser in Zoll, M/C = Motorradreifen, 58 = Lastindex (236 kg), W = Geschwindigkeitsindex (270 km/h).

### Was ist der Unterschied zwischen TL und TT?

TL (Tubeless) bedeutet schlauchlos, TT (Tube Type) bedeutet, dass ein Schlauch nötig ist. Schlauchreifen sind vor allem bei Speichenrädern üblich, weil eine Speichenfelge an den Nippeln nicht luftdicht ist. Bei der Montage sollte stets ein neuer Schlauch verwendet werden.

### Was bedeutet das „ZR“ auf dem Motorradreifen?

Das „Z“ ist ein älteres Kennzeichen für eine Eignung über 240 km/h, das „R“ steht für Radialbauweise. Die genaue zugelassene Höchstgeschwindigkeit ergibt sich heute zusätzlich aus dem Geschwindigkeitsindex der Betriebskennung, zum Beispiel dem W in 73 W.

### Was bedeutet NHS auf einem Motorradreifen?

NHS steht für „Not for Highway Service“. Reifen mit dieser Kennung sind Wettkampf- oder Rennstreckenreifen und laut Michelin nicht für den Straßenverkehr zugelassen. Sie dürfen auf öffentlichen Straßen nicht gefahren werden – achten Sie beim Bestellen auf dieses Kürzel im Artikelnamen.

### Wofür steht M/C beim Motorradreifen?

M/C steht für „Motorcycle“ und kennzeichnet den Reifen als Motorradreifen für Felgen mit M/C-Kennung. Vorgeschrieben ist die Kennung nur für Reifen von 13 bis 19 Zoll, die nach dem 1. Juni 2003 gefertigt wurden.

### Darf ich einen Reifen mit höherem Last- oder Geschwindigkeitsindex montieren?

Ja. Last- und Geschwindigkeitsindex dürfen höher sein als in den Fahrzeugpapieren gefordert, aber nie niedriger. Die einzige Ausnahme ist die M+S-Kennzeichnung: Dort darf der Speed-Index bei EG-typgenehmigten Motorrädern niedriger sein, sofern die Höchstgeschwindigkeit im Sichtfeld des Fahrers ablesbar ist.

## Fazit

Die Motorradreifen-Kennzeichnung wirkt komplizierter, als sie ist: Größe, Bauart, Last- und Geschwindigkeitsindex stehen alle auf der Flanke, ergänzt um Hinweise wie Radposition, Laufrichtung, TL/TT und den Verschleißanzeiger TWI. Drei Dinge sind es, die am Zweirad wirklich anders laufen als am Auto. Erstens sind mehrere Bauarten und mehrere Schreibweisen gleichzeitig im Umlauf, und die Diagonalbauart ist dabei alles andere als ausgestorben. Zweitens hängt die Tragfähigkeit bei schnellen Reifen am Tempo und beim reinforced-Reifen am Fülldruck – eine Zahl allein sagt hier nichts. Und drittens entscheidet die Kennung NHS darüber, ob ein Reifen überhaupt auf eine öffentliche Straße darf.

Maßgeblich für die zugelassenen Größen bleiben immer Ihre Fahrzeugpapiere; die Service-Informationen der Reifenhersteller sind seit der Neuregelung von 2019 eine Orientierungshilfe und keine Erlaubnis mehr. Im Zweifel fragen Sie vor dem Kauf nach – beim Hersteller, im Fachhandel oder bei der Prüfstelle. Passende Motorradreifen für jede Größe finden Sie in unserem Shop.


Quelle: https://www.reifentiefpreis.de/blog/motorradreifen-groesse-lesen
