# Motorradreifen kaufen: Wie aus 4.169 Ausführungen genau zwei werden

Veröffentlicht: 20.05.2026 · Aktualisiert: 18.09.2026 · Kategorie: Motorrad · Autor: Reifentiefpreis · Schlagwörter: Motorradreifen, Kaufberatung, Reifenfreigabe, Reifengröße, Motorrad

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Ein Motorrad braucht genau zwei Reifen – und die Auswahl davor ist größer, als die meisten vermuten. In unserem Sortiment stehen am 18. September 2026 **4.287 Motorrad-Artikel**, davon **4.169 Reifen** in **350 Größen** von **19 Marken**. Dass dahinter kein Nischenthema steckt, zeigt die Nachfrage in unserem Shop: Die Warengruppe Motorrad-Straße liegt gleich hinter den Pkw-Sommerreifen, und die meistgefragte Reifengröße des gesamten Shops ist keine Autogröße, sondern **120/70 R17** – noch vor der Pkw-Klassikerin 205/55 R16. Zwölf der 30 gefragtesten Größen bei uns gehören ans Zweirad.

Dieser Beitrag ist der Einstieg in dieses Regal. Er beantwortet die Fragen, die vor jedem Motorradreifenkauf stehen: Was dürfen Sie fahren, wie viel Auswahl haben Sie in Ihrer Größe wirklich, was kostet ein Satz – und wo im Blog steht die Vertiefung zu jedem einzelnen Punkt.

## Zuerst die Pflicht: Was Ihre Papiere vorgeben

Bevor Marke, Profil oder Preis eine Rolle spielen, klärt sich eine Frage in den Fahrzeugpapieren: Welche Reifen darf Ihre Maschine überhaupt tragen? Maßgeblich sind die Größen in der **Zulassungsbescheinigung Teil I** und in der Übereinstimmungsbescheinigung (**COC**). Bei einem EU-typgenehmigten Motorrad ohne Umbauten am Rad-Reifen-Bereich dürfen Sie in diesen Größen jedes typgenehmigte Fabrikat montieren – auf die Marke kommt es nicht an, solange Bauart, Tragfähigkeitskennzahl und Geschwindigkeitskategorie mindestens den eingetragenen Werten entsprechen. Die früher gefürchtete Reifenfabrikatsbindung ist mit der EU-Typgenehmigung entfallen; in den Papieren älterer, national genehmigter Maschinen kann sie noch vermerkt sein und gilt dann weiter, bis sie über eine vereinfachte Hüllkurvenprüfung bei einer Technischen Prüfstelle ausgetragen wird.

Liegt Ihre Wunschgröße außerhalb der eingetragenen Spanne, erlischt die Betriebserlaubnis, sofern kein Nachweis nach § 19 Abs. 3 StVZO vorliegt – dann führt der Weg über eine Änderungsabnahme bei einer Prüforganisation. **Eine Unbedenklichkeitsbescheinigung des Reifenherstellers genügt dafür ausdrücklich nicht:** Sie ist „kein Nachweis im Sinne des § 19 Abs. 3 StVZO“, stellt das [Bundesministerium für Verkehr](https://www.bmv.de/SharedDocs/DE/Artikel/StV/Strassenverkehr/rad-reifenkombination-kraftraeder.html) in seiner Vorgehensweise zur Beurteilung von Rad-/Reifenkombinationen an Krafträdern fest. Das gilt für Reifen mit Herstelldatum nach dem 31.12.2019 und seit dem 1. Januar 2025 für alle Reifen. Der ADAC fasst die Vorschriften rund um Motorradreifen kompakt zusammen ([Quelle: ADAC](https://www.adac.de/rund-ums-fahrzeug/zweirad/motorrad-roller/technik-zubehoer-rueckrufe/reifen/)).

Zwei Wege führen von hier zur konkreten Auswahl. Der schnelle: Im [Motorradreifen-Konfigurator](https://www.reifentiefpreis.de/motorradreifen) wählen Sie Ihr Modell und sehen sofort die dafür hinterlegten Paarungen – wie viel Auswahl dort je Maschine steht, haben wir im Beitrag [Reifenauswahl je Motorradmodell ausgezählt](https://www.reifentiefpreis.de/blog/motorradreifen-konfigurator). Der genaue: Sie lesen die Größe von der Flanke ab. Was **120/70 ZR17 M/C 58 W** Zeichen für Zeichen bedeutet, erklärt der [ausführliche Ratgeber zum Lesen der Motorradreifengröße](https://www.reifentiefpreis.de/blog/motorradreifen-groesse-lesen); welche Kombination aus Vorder- und Hinterreifen erlaubt ist und was die StVZO beim Mischen wirklich verbietet, steht im [Ratgeber zur Mischbereifung am Motorrad](https://www.reifentiefpreis.de/blog/motorradreifen-mischen-vorne-hinten).

## Das Motorradregal in Zahlen

Wir haben den vollständigen Sortimentsauszug vom 18. September 2026 ausgewertet – alle lieferbaren Artikel, nicht nur eine Stichprobe. Die Rubrik Motorrad umfasst **4.287 Artikel**: 4.169 Reifen, 95 [Schläuche](https://www.reifentiefpreis.de/reifen/motorrad/schlaeuche) und 23 Felgenbänder. Die Reifen verteilen sich auf drei Warengruppen: **2.167 für die [Straße](https://www.reifentiefpreis.de/reifen/motorrad/strasse)**, **1.038 für [Enduro und Cross](https://www.reifentiefpreis.de/reifen/motorrad/enduro)** und **964 für [Mofa, Moped und Roller](https://www.reifentiefpreis.de/reifen/motorrad/mofa-moped-roller)**.

Dahinter stehen **825 Modelle** – also Profile wie der Metzeler ME 888 Marathon Ultra oder der Heidenau K 60 Scout – von **19 Marken**. Die Größenlandschaft ist dabei deutlich zersplitterter als beim Auto: **350 verschiedene Größen**, gezählt ohne den Bauartbuchstaben, weil dieselbe Nenngröße auf der Flanke unterschiedlich geschrieben sein kann. Gut ein Drittel des Regals steht auf 17 Zoll (1.427 Reifen), zusammen mit 18 und 19 Zoll sind es 2.464 Reifen oder 59,1 Prozent. Am unteren Ende sammeln sich die Rollergrößen: 622 Reifen haben 13 Zoll oder weniger, am oberen Ende stehen 256 Enduro-Vorderreifen mit 21 Zoll und mehr.

Ein Detail dieser Zählung ist für die Praxis wichtiger, als es klingt: **In 90 der 350 Größen stehen Reifen mit unterschiedlicher Schreibweise nebeneinander.** Die gefragteste Größe überhaupt, 120/70 in 17 Zoll, finden Sie bei uns in fünf Varianten auf der Flanke – 115-mal als 120/70ZR17, 47-mal als 120/70R17, elfmal als 120/70-17, viermal als 120/70B17 und zweimal mit Leerzeichen geschrieben. Für die Suche heißt das: Nicht die Schreibweise vergleichen, sondern Breite, Querschnitt und Zoll – und dann die Bauart prüfen. Alle 179 Ausführungen dieser Dimension stehen gebündelt auf der Größenseite [120/70 R17](https://www.reifentiefpreis.de/reifen/groesse/120-70-r17), die am zweithäufigsten nachgefragte Motorradgröße auf der Seite [180/55 R17](https://www.reifentiefpreis.de/reifen/groesse/180-55-r17).

## Die Hälfte aller Größen hat höchstens vier Ausführungen

Die große Zahl am Anfang täuscht, denn niemand kauft aus 4.169 Reifen aus. Sie kaufen aus Ihrer Größe – und die ist oft klein. **Der Median der Auswahl je Größe liegt bei vier Ausführungen.** In **87 Größen steht genau eine einzige Ausführung**, in 225 der 350 Größen sind es weniger als zehn; diese 225 Größen machen zusammen nur 622 Reifen aus, also 14,9 Prozent des Regals.

Das gilt für jede der drei Warengruppen, und am schärfsten trifft es die Geländeseite. Auf der Straße verteilen sich 2.167 Reifen auf 227 Größen, der Median der Auswahl liegt bei drei Ausführungen, 75 Größen sind Einzelstücke. Im Enduro-Regal stehen 1.038 Reifen in 106 Größen bei einem Median von zwei Ausführungen und 39 Einzelgrößen. Bei Mofa, Moped und Roller sind es 964 Reifen in 132 Größen, Median drei, 40 Einzelgrößen. Anders gesagt: Die Vielfalt des Motorradmarkts entsteht nicht daraus, dass Sie in Ihrer Dimension viel Auswahl hätten, sondern daraus, dass es sehr viele Dimensionen gibt.

Am anderen Ende sammelt sich alles in wenigen Dimensionen. Die zehn meistgeführten Größen tragen **23,3 Prozent** des Sortiments, die Top 20 gut ein Drittel. Zum Vergleich: Im Transporterregal, das wir im [Überblick zu Transporterreifen](https://www.reifentiefpreis.de/blog/transporter-und-lieferwagenreifen-der-grosse-kaufratgeber-fuer-c-reifen) ausgezählt haben, decken die zehn größten Dimensionen rund die Hälfte des Angebots ab. Das Motorradregal ist also deutlich breiter gestreut – die Kehrseite einer Fahrzeuggattung, die vom 10-Zoll-Roller bis zur 200 Millimeter breiten Superbike-Walze reicht.

Für Sie als Käufer bedeutet das zweierlei. Erstens: Prüfen Sie früh, wie viel Auswahl Ihre Größe hat, bevor Sie sich auf ein Wunschprofil festlegen – in einer Nischengröße kann die Entscheidung schon getroffen sein. Zweitens: Auch die Tragfähigkeit ist meist keine echte Wahl. Von den 219 Größen mit mindestens fünf Ausführungen bietet nur in **29 Größen** mehr als eine Lastindexstufe nennenswerte Auswahl; in den übrigen 190 gibt es faktisch eine Stufe – was das Fahrzeug verlangt, ist dann ohnehin das, was im Regal steht. Wie weit der Spielraum nach oben und unten reicht, erklärt der Beitrag [Lastindex und Geschwindigkeitsindex verstehen](https://www.reifentiefpreis.de/blog/lastindex-geschwindigkeitsindex).

Wo die Auswahl groß ist, ist sie es richtig: In den zwölf Motorradgrößen, die bei uns am häufigsten nachgefragt werden, stehen zwischen 45 und 179 Ausführungen. Und in genau diesen Größen zeigt sich ein Muster, das die Suche erleichtert: **Die Preisspanne innerhalb einer einzigen Größe ist größer als der Abstand zwischen den Größen.** In 120/70-17 kostet das günstigste Zehntel unter 85,68 Euro, das teuerste über 192,52 Euro – Faktor 2,25 bei identischer Dimension. In 90/90-21 liegt der Faktor bei 2,17 (62,08 zu 134,89 Euro), in 190/55-17 bei 1,77. Die Mediane der zwölf Größen bewegen sich dagegen nur zwischen 53,44 Euro (120/70-12 am Roller) und 174,07 Euro (190/55-17 am Sporttourer). Ihre Größe legt also das Preisniveau grob fest – wie viel Sie am Ende zahlen, entscheiden Sie innerhalb der Größe.

## Vorne und hinten sind zwei verschiedene Märkte

Beim Auto kaufen Sie vier gleiche Reifen. Am Motorrad kaufen Sie zwei verschiedene – und die unterscheiden sich nicht nur in der Größe, sondern auch im Preis deutlich. In der Warengruppe Straße kosten die 1.193 Ausführungen bis 130 Millimeter Breite, also die typischen Vorderreifen, im Median **110,78 Euro**; die 974 Ausführungen ab 140 Millimetern, die Hinterreifen, liegen bei **170,80 Euro**. Der Hinterreifen ist damit im Mittel rund 60 Euro teurer – und er ist zugleich der, der zuerst verschleißt.

Auch die Auswahl ist ungleich verteilt, und zwar zugunsten des Vorderrads: In 120/70-17 stehen 179 Ausführungen von 143 verschiedenen Modellen, in der passenden Hinterradgröße 180/55-17 sind es 116 Ausführungen von 95 Modellen. Wer ein bestimmtes Profil sucht, sollte deshalb immer zuerst prüfen, ob es die Hinterradgröße überhaupt hergibt – beim Vorderreifen ist die Auswahl in der Regel größer. Über die ganze Warengruppe Straße gerechnet stehen 153 Dimensionen bis 130 Millimeter Breite nur 76 Dimensionen ab 140 Millimetern gegenüber: Vorn gibt es mehr verschiedene Größen, hinten mehr Reifen je Größe.

Rechnen Sie deshalb nicht mit einem Reifenpreis, sondern mit einem Satzpreis. Drei typische Paarungen aus unserem Regal, jeweils der Median beider Größen:

- **Sportler und Naked Bike (120/70-17 vorn, 180/55-17 hinten):** 124,41 € + 156,51 € = **280,92 €**.
- **Reiseenduro mit 21-Zoll-Vorderrad (90/90-21 und 150/70-17):** 102,76 € + 138,67 € = **241,43 €**.
- **Roller in der häufigsten Zwölfzollgröße (zweimal 120/70-12):** 53,44 € je Reifen, macht **106,88 €** für den Satz.

Ob beide Reifen gleichzeitig fällig sind, entscheidet die Maschine für Sie: Der Hinterreifen geht in aller Regel zuerst. Welche Kombinationen dabei zulässig und sinnvoll sind und wann sich ein kompletter Satz lohnt, behandelt der [Ratgeber zum Motorradreifen-Verschleiß](https://www.reifentiefpreis.de/blog/motorradreifen-verschleiss-wechseln). Für die beiden verbreitetsten Sportgrößen haben wir zusätzlich ausgezählt, welche Profile es überhaupt in beiden Dimensionen gibt – nachzulesen unter [120/70 und 180/55 ZR17 als Satz](https://www.reifentiefpreis.de/blog/motorradreifen-120-70-180-55). Und wer eine große Reiseenduro fährt, findet die passende Satzbetrachtung im Beitrag zu [120/70 R19 und 170/60 R17](https://www.reifentiefpreis.de/blog/motorradreifen-120-70-r19-170-60-r17).

## Drei Warengruppen, drei Preisniveaus

Der Einsatzzweck entscheidet über die Preisklasse – und die Abstände sind groß. Auf der Straße liegt der Median bei **134,88 Euro** je Reifen, zehn Prozent kosten weniger als 73,28 Euro und zehn Prozent mehr als 222,65 Euro. Im Enduro-Regal liegt der Median bei **96,33 Euro** (P10 54,26 €, P90 146,10 €), bei Mofa, Moped und Roller bei **55,51 Euro** (P10 40,00 €, P90 83,73 €). Über alle Motorradreifen hinweg kostet der mittlere Reifen 104,05 Euro.

Innerhalb der Straßengruppe trennt sich der Markt noch einmal. Sport- und Hypersportreifen sind auf Grip in Schräglage und bei Temperatur ausgelegt, verschleißen dafür schneller; Sport-Touring-Reifen halten länger und sind bei Nässe die gutmütigere Wahl. Welche Reifen dieser Klasse was leisten, vergleicht der Beitrag [Sport-Touring-Reifen im Vergleich](https://www.reifentiefpreis.de/blog/sport-touring-reifen-vergleich) an konkreten Modellen. Warum der Grip überhaupt an der Rundung der Lauffläche hängt, erklärt der Beitrag [Motorradreifen in Schräglage](https://www.reifentiefpreis.de/blog/motorradreifen-schraeglage-kurve), und was hinter Single- und Dual-Compound steckt, steht im [Ratgeber zur Gummimischung](https://www.reifentiefpreis.de/blog/motorradreifen-compound-gummimischung).

Auf der Enduro-Seite entscheidet der Straßenanteil: Je grobstolliger das Profil, desto besser abseits des Asphalts und desto lauter und kurzlebiger darauf. Diese Abwägung nimmt der Beitrag [Enduro- und Adventure-Reifen](https://www.reifentiefpreis.de/blog/enduro-und-adventure-reifen-strasse-und-gelaende-richtig-abwaegen) auseinander; ein Klassiker mit hohem Straßenanteil ist der [Heidenau K 60 Scout 90/90-21 54T](https://www.reifentiefpreis.de/artikel/heidenau-k-60-scout-90-90-21-54t-31111) für 90,56 Euro. Bei Roller und Moped zählen dagegen Haltbarkeit und Nässeverhalten im Alltag – die Vorgaben dazu bündelt der [Ratgeber zu Roller- und Mopedreifen](https://www.reifentiefpreis.de/blog/rollerreifen-mopedreifen-ratgeber), günstigster Vertreter der meistgefragten Zwölfzollgröße ist der [Continental Twist 120/70-12 58P](https://www.reifentiefpreis.de/artikel/continental-twist-120-70-12-58p-21337) für 41,40 Euro.

## Ein Markenregal – sechs Hersteller stellen fast drei Viertel

Das Motorradsortiment ist ein Markenregal, und das unterscheidet es scharf vom Transporterregal, in dem die großen Hersteller nur rund ein Fünftel des Angebots stellen. Am Zweirad kommen **72,5 Prozent aller Reifen von sechs Marken**: Dunlop (603 Ausführungen), Pirelli (601), Bridgestone (515), Metzeler (502), Michelin (454) und Continental (349). Dahinter folgt mit Heidenau (381) ein deutscher Spezialist, der in Enduro- und Klassikergrößen überproportional stark ist, danach Mitas, Avon und Maxxis. Insgesamt sind es 19 Marken – gegenüber knapp 90 im Transportersegment eine sehr überschaubare Landschaft.

Die Tiefe der Programme unterscheidet sich deutlich: Dunlop führt 143 verschiedene Modelle, Bridgestone 122, Heidenau 84, Michelin 73 und Pirelli 67. Auffällig ist die Gegenrichtung: **332 der 825 Modelle, also gut 40 Prozent, gibt es bei uns nur in einer einzigen Größe.** Das sind die Spezialisten – Reifen für eine bestimmte Klassikerdimension, eine Rollergröße, eine Wettbewerbsanwendung. Die andere Seite bilden die Breitbandprofile: Der [Metzeler ME 888 Marathon Ultra](https://www.reifentiefpreis.de/reifen/metzeler/me-888-marathon-ultra) deckt 62 Größen ab, der Dunlop ScootSmart 57, der Pirelli Angel Scooter 49 und der Avon Cobra Chrome 45. Wenn Sie ein Profil suchen, das es auch für Ihre ungewöhnliche Dimension gibt, beginnen Sie bei diesen Familien – ein Beispiel ist der [Metzeler ME 888 Marathon Ultra MT90B16 72H](https://www.reifentiefpreis.de/artikel/metzeler-me-888-marathon-ultra-mt90b16-72h-149559) für 156,65 Euro, eine typische Cruisergröße, die viele Programme gar nicht führen.

## Was am Motorrad anders ist als am Auto

Drei Unterschiede sollten Sie kennen, bevor Sie Autoreifen-Wissen auf das Zweirad übertragen.

**Die Bauart ist keine Selbstverständlichkeit.** Beim Pkw ist der Radialreifen praktisch konkurrenzlos; am Motorrad ist er in der Minderheit. Gut sechs von zehn Reifen in unserem Regal sind Diagonalreifen, der Rest verteilt sich auf Radial- und Gürteldiagonalreifen. Für Klassiker, viele Enduros und fast jeden Roller ist die Diagonalbauart nicht altmodisch, sondern die passende und oft die einzige Lösung. Welche Bauarten Sie kombinieren dürfen und in welchen Größen die Frage überhaupt auftaucht, klärt der [Ratgeber zur Mischbereifung](https://www.reifentiefpreis.de/blog/motorradreifen-mischen-vorne-hinten); die Kennbuchstaben selbst erklärt der [Größen-Ratgeber](https://www.reifentiefpreis.de/blog/motorradreifen-groesse-lesen).

**Es gibt kein EU-Reifenlabel.** Kein einziger der 4.169 Motorradreifen in unserem Sortiment trägt Klassen für Nasshaftung, Kraftstoffeffizienz oder Rollgeräusch – die EU-Verordnung erfasst nur Reifen für Pkw, Transporter und Lkw. Woran Sie Qualität stattdessen festmachen, führt der Beitrag [Motorradreifen ohne EU-Label](https://www.reifentiefpreis.de/blog/motorradreifen-ohne-eu-label) aus. Auch eine Saisonkennzeichnung wie beim Auto existiert nicht; wintertaugliche Zweiradreifen sind die seltene Ausnahme und praktisch auf den Rollerbereich beschränkt, wie die Auszählung in [Winterreifen für den Roller](https://www.reifentiefpreis.de/blog/winterreifen-roller-moped) zeigt.

**Der Geschwindigkeitsindex ist oft viel höher, als Sie ihn je brauchen.** 1.153 Ausführungen – 27,7 Prozent des Regals – sind für 240 km/h oder mehr freigegeben. Bezahlt wird diese Freigabe mit, gefahren wird sie selten; besonders deutlich wird das in der 125er-Klasse, wie der Beitrag [Reifen für die 125er](https://www.reifentiefpreis.de/blog/125er-reifen-auswahl) vorrechnet. Umgekehrt tragen 271 Ausführungen gar keine Tempoangabe: Rennslicks, Regenreifen und Motocross-Profile. **268 davon sind auf der Flanke mit „NHS“ gekennzeichnet** – not for highway service, also nicht für den öffentlichen Straßenverkehr bestimmt. Auf die Kennung zu achten ist deshalb Pflicht, nicht Kür.

## Nach dem Kauf: die vier Dinge, die wirklich zählen

Mit der Bestellung ist die Arbeit nicht getan – und die folgenden vier Punkte entscheiden mehr über Sicherheit als die Wahl zwischen zwei guten Profilen.

**Luftdruck.** Kein Bauteil reagiert so empfindlich wie der Motorradreifen, und anders als im Auto warnt Sie niemand: Ein Reifendruckkontrollsystem ist am Motorrad nicht vorgeschrieben. Prüfen Sie am kalten Reifen, verwenden Sie die Werte aus dem Handbuch und rechnen Sie mit Sozius und Gepäck einen Zuschlag ein. Alle Details samt Richtwerten stehen im [Ratgeber zum Reifendruck am Motorrad](https://www.reifentiefpreis.de/blog/motorrad-reifendruck).

**Einfahren und Warmfahren.** Neue Reifen haben eine glatte Oberfläche und brauchen rund 100 bis 200 Kilometer, bis sie ihren vollen Grip aufbauen – das erklärt der Beitrag zu [Luftdruck und Einfahren neuer Motorradreifen](https://www.reifentiefpreis.de/blog/motorradreifen-luftdruck-einfahren). Davon zu trennen ist das Warmfahren vor jeder Ausfahrt: Warum gerade die ersten Kilometer die kritischsten sind, zeigt der Beitrag [Kalte Motorradreifen](https://www.reifentiefpreis.de/blog/motorradreifen-warmfahren).

**Profil und Alter.** Gesetzlich gilt für Krafträder eine Mindestprofiltiefe von 1,6 Millimetern nach § 36 StVZO; für Kleinkrafträder und Leichtkrafträder genügt 1,0 Millimeter. Wo Sie richtig messen und welche Verschleißbilder ein Fahrwerksproblem verraten, steht im [Verschleiß-Ratgeber](https://www.reifentiefpreis.de/blog/motorradreifen-verschleiss-wechseln). Mindestens ebenso wichtig ist das Alter: Gummi altert auch ungenutzt, und weil viele Maschinen den Winter über stehen, werden Motorradreifen unbemerkt alt. Der ADAC nennt als Orientierung einen Tausch nach rund zehn Jahren ([Quelle: ADAC](https://www.adac.de/rund-ums-fahrzeug/ausstattung-technik-zubehoer/reifen/reifenkauf/reifenalter/)); die Einordnung fürs Zweirad übernimmt der Beitrag [Wie alt darf ein Motorradreifen sein?](https://www.reifentiefpreis.de/blog/motorradreifen-alter).

**Montage und Zubehör.** Ob Sie den Reifen montieren lassen und was das kostet, rechnet der Beitrag [Motorradreifen wechseln lassen](https://www.reifentiefpreis.de/blog/motorradreifen-wechseln-kosten) vor. Bei Speichenrädern gehören Schlauch und Felgenband dazu – die Auswahl des richtigen [Motorrad-Schlauchs](https://www.reifentiefpreis.de/blog/motorrad-schlauch-richtig-waehlen) und die Rolle des [Felgenbands](https://www.reifentiefpreis.de/blog/felgenband-motorrad) behandeln eigene Ratgeber. Und für den Fall der Fälle unterwegs: Was bei einer [Reifenpanne am Motorrad](https://www.reifentiefpreis.de/blog/reifenpanne-motorrad) wirklich hilft, steht ebenfalls im Blog.

## Häufige Fragen

### Muss ich beim Motorrad immer beide Reifen zusammen wechseln?

Nein, vorgeschrieben ist das nicht. Der Hinterreifen verschleißt in der Regel deutlich schneller, weshalb viele Fahrer ihn allein ersetzen. Sinnvoll ist der Satz dann, wenn der Vorderreifen ohnehin mehr als die Hälfte seines Profils verloren hat oder älter als etwa sechs Jahre ist – ein neues Paar arbeitet gleichmäßiger zusammen.

### Darf ich vorne und hinten unterschiedliche Fabrikate montieren?

Rechtlich ist das am Kraftrad in den eingetragenen Größen zulässig, solange Bauart und Indizes passen. Fahrdynamisch ist die vom Hersteller vorgesehene Paarung trotzdem die bessere Wahl, weil Profil und Mischung aufeinander abgestimmt sind. Die Einzelheiten samt der Ausnahmen für Kleinkrafträder stehen im Ratgeber zur Mischbereifung.

### Woran erkenne ich, ob ein Motorradreifen für die Straße zugelassen ist?

An der Kennung auf der Flanke: Ein Reifen ohne Geschwindigkeitsindex oder mit dem Zusatz „NHS“ (not for highway service) ist nicht für den Straßenverkehr bestimmt. In unserem Sortiment tragen 268 Ausführungen diese Kennung – Slicks, Regen- und Motocrossreifen.

## Fazit

Die Auswahl im Motorradregal ist groß, aber sie schrumpft schnell zusammen: erst auf das, was Ihre Papiere erlauben, dann auf Ihre Größe – und dort stehen im Mittel vier Ausführungen. Klären Sie deshalb zuerst die zulässigen Dimensionen, prüfen Sie dann, wie tief das Angebot in Ihrer Größe ist, und entscheiden Sie erst danach über Profil und Preisklasse. Den Überblick über das gesamte Angebot finden Sie unter [Motorradreifen](https://www.reifentiefpreis.de/reifen/motorrad), den direkten Weg über Ihr Modell im [Konfigurator](https://www.reifentiefpreis.de/motorradreifen).


Quelle: https://www.reifentiefpreis.de/blog/motorradreifen-richtig-waehlen-welcher-reifen-passt-zu-ihrem-fahrstil
