# Reifen-Herstellerkennzeichen: Was MO, Stern, AO und N0 bedeuten

Veröffentlicht: 22.05.2026 · Aktualisiert: 16.09.2026 · Kategorie: Reifengrößen & Kennzeichnung · Autor: Reifentiefpreis · Schlagwörter: OE-Kennzeichnung, Erstausrüstung, Reifenkennzeichnung, Herstellerfreigabe, EU-Reifenlabel, Reifen kaufen

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Ein kleiner Stern, die Buchstaben **MO**, ein **AO** oder ein **N3** direkt neben der Reifengröße – viele Autofahrer entdecken solche Zeichen erst, wenn sie neue Reifen suchen, und fragen sich: Muss es genau diese Kennung sein? Diese Erstausrüster- oder OE-Kennzeichnungen verraten, für welchen Autohersteller ein Reifen entwickelt wurde. Für diese Fassung haben wir nicht nur die Herstellerangaben nachgeschlagen, sondern auch nachgezählt: Wir haben **alle 586 lieferbaren Ausführungen in der Größe 225/45 R17** einzeln aufgerufen und ihre Flankenkennzeichnung erfasst. Das Ergebnis verschiebt das Bild deutlich – die häufigste Kennzeichnung im Regal ist nämlich gar keine Werkskennung.

## Was eine Werkskennung ist – und was sie ausdrücklich nicht ist

**OE** steht für *Original Equipment*, also Erstausrüstung. Eine OE-Kennzeichnung ist ein kleines Kürzel oder Symbol, das in die Reifenflanke eingeprägt ist und anzeigt, dass der Reifen gemeinsam mit einem bestimmten Fahrzeughersteller entwickelt und von ihm für ein Modell freigegeben wurde. Der Reifenhersteller stimmt dabei Unterbau, Kontur, Gummimischung und Profil gezielt auf das jeweilige Auto und sein Fahrwerk ab – oft in einem jahrelangen Prozess mit vielen Prototypen und Testkilometern. Goodyear beziffert den eigenen Umfang mit „über 600 Zulassungen von über 30 Fahrzeugherstellern“ (Herstellerangabe).

Entscheidend ist der rechtliche Rang dieses Zeichens, und der wird fast immer falsch eingeschätzt. Michelin beantwortet die Frage, ob ein vom Autohersteller genehmigter Reifen dasselbe sei wie ein typgenehmigter, auf der eigenen Ratgeberseite unmissverständlich: Alle Reifen müssten die gesetzlichen Vorschriften des Landes einhalten, in dem sie verkauft werden – „dies ist nicht das gleiche, wie die Genehmigung eines Reifens durch einen einzelnen Autohersteller, welches **kein zwingendes Verfahren** ist“. Übersetzt heißt das: Auf Ihrer Reifenflanke stehen zwei völlig verschiedene Arten von Zeichen nebeneinander. Die einen sind amtlich und Pflicht – das E-Prüfzeichen im Kreis, die DOT-Nummer, das Schneeflockensymbol. Die anderen sind privat und freiwillig: Der Stern gehört BMW, das MO gehört Mercedes-Benz, und beide sind Zeichen des Autoherstellers, keine behördliche Genehmigung. Welche Symbole auf der Flanke welchen Rang haben, sortiert unser Überblick [Reifenflanke entschlüsseln](https://www.reifentiefpreis.de/blog/reifenflanke-symbole).

Die Unterschiede in der Abstimmung sind dabei ganz praktischer Natur: Für eine schwere, komfortorientierte Limousine kann die Werksversion eine leisere Laufflächenabstimmung und eine weichere Kontur bekommen, für einen sportlichen Allradler eine steifere Seitenwand für mehr Lenkpräzision. Von außen sieht man dem Reifen das nicht an – deshalb ist die eingeprägte Kennung das einzige verlässliche Erkennungszeichen dafür, dass genau diese Abstimmung vorliegt. Und sie steht immer *neben* der normalen Reifengröße, nie an deren Stelle: Wie Sie die Größe selbst lesen, erklärt der Ratgeber [Reifengröße ablesen](https://www.reifentiefpreis.de/blog/reifengroesse-ablesen-was-die-zahlen-und-buchstaben-auf-der-reifenflanke-bedeuten), die Bedeutung der beiden Kennziffern dahinter der Beitrag [Lastindex und Geschwindigkeitsindex](https://www.reifentiefpreis.de/blog/lastindex-geschwindigkeitsindex).

## Die wichtigsten Herstellerkennzeichen im Überblick

Fast jeder Premium-Autohersteller hat sein eigenes Kürzel. Die folgende Übersicht folgt der Zuordnungstabelle von Goodyear und den Angaben von Michelin:

- **★ (Stern)** – BMW Group, also BMW, BMW i und Mini
- **MO** – Mercedes-Benz („Mercedes Original“); **MOE** = Mercedes Original Extended, also die Notlaufvariante; **MO1** = Mercedes-AMG
- **AO** – Audi („Audi Original“); **AOE** = Audi Original Extended, ebenfalls Notlauf; **RO1** = Audi quattro
- **N0 bis N6** – Porsche; Michelin führt darüber hinaus **NA0, NA2, NA5, NA6, NC0, ND0, ND1, NE0, NF0 und NG0**
- **VOL** – Volvo · **LR** – Land Rover · **J** – Jaguar · **JLR** – Jaguar Land Rover gemeinsam
- **AR** – Alfa Romeo · **K1, K2, K3** – Ferrari · **MGT** – Maserati Genuine Tires
- **T0, T1, T2** – Tesla Original · **NR1** – Nissan GT-R Nismo · **⊕** – Volkswagen
- **AM** – Aston Martin · **B** – Bentley · **L** – Lamborghini · **MC** – McLaren · **LS** – Lotus

Zwei Punkte daran sind wichtiger, als sie aussehen. Erstens: Die verbreitete Erklärung, bei Porsche zähle die Ziffer schlicht mit jeder neuen Reifengeneration hoch, greift zu kurz. Michelins eigene Aufstellung reicht bis **NG0** und enthält ganze Buchstabenreihen – der zweite Buchstabe steht dort erkennbar für eine Fahrzeuglinie, nicht für einen Zählerstand. Im Regal lässt sich das nachprüfen: Der [Continental SportContact 7 in 245/40 R21](https://www.reifentiefpreis.de/artikel/continental-sportcontact-7-245-40-r21-100y-137084) trägt die Kennung NF0 – ein Code, den ein reines N0-bis-N6-Schema überhaupt nicht kennen würde.

Zweitens: Die Liste ist eine Momentaufnahme von zwei Herstellerquellen, keine amtliche Registrierung. Weil niemand sie führen muss, gibt es weder eine vollständige Übersicht noch eine Garantie, dass ein Kürzel bei allen Reifenherstellern dasselbe bedeutet. Neu hinzugekommene Zeichen tauchen einfach auf – zuletzt etwa die Kennung **NA2** an den Hankook-Reifen des Porsche 911 Carrera, die wir in unserem Bericht [Porsche 911 Carrera rollt ab Werk auf Hankook](https://www.reifentiefpreis.de/blog/hankook-ventus-s1-evo-z-porsche) eingeordnet haben. Ebenso lesen sich Erstausrüstungsmeldungen wie die zu den [Werksgrößen des neuen Audi Q3](https://www.reifentiefpreis.de/blog/audi-q3-erstausruestung-continental) oder zu den [Reifen neuer Elektro-SUV](https://www.reifentiefpreis.de/blog/oe-reifen-elektro-suv) als laufende Fortschreibung dieser Liste.

## 586 Reifen in einer Größe ausgezählt: 47 tragen eine Werkskennung

Um zu klären, wie oft man einer Werkskennung beim Reifenkauf überhaupt begegnet, haben wir am 16. September 2026 eine Vollerhebung gemacht. Grundlage ist **225/45 R17**, eine der meistgefragten Größen unseres Sortiments und die klassische Dimension von Kompakt- und unterer Mittelklasse. Erfasst wurden alle **586 lieferbaren Ausführungen** – gesammelt über die Listenseiten, gegengezählt gegen die gemeldete Gesamtzahl, also vollständig. Sie verteilen sich auf **83 Marken**, die Preise reichen von 41,61 bis 798,24 Euro bei einem Median von 80,26 Euro.

Das Ergebnis: **295 Ausführungen tragen im Kennzeichnungsfeld gar nichts, 291 tragen irgendein Kürzel – aber nur 47 tragen eine echte Werkskennung.** Das sind acht Prozent des Regals. Und sie verteilen sich auf ganze **zehn der 83 Marken**: Bridgestone stellt 13 davon, Continental 11, Pirelli sieben, Dunlop vier, Goodyear drei, Nexen, Michelin, Yokohama und Falken je zwei, Hankook eine. Bezogen auf das eigene Programm in dieser Größe ist Bridgestone damit Spitzenreiter – 13 von 30 Ausführungen, also fast jede zweite, tragen eine Freigabe.

Nach Autohersteller sortiert ergibt sich ein ebenso enges Bild: **16-mal Audi** (AO und einmal AO2), **14-mal der BMW-Stern** (einmal zusätzlich mit RSC), **14-mal Mercedes-Benz** (elfmal MO, dreimal MOE), **zweimal Volkswagen** und **ein einziges Mal Porsche**. Kein Tesla, kein Ferrari, kein Volvo, kein Jaguar. Das ist kein Zufall, sondern die logische Folge der Größe: 225/45 R17 ist die Dimension von A4, 3er, C-Klasse und Golf – nicht die eines Supersportwagens. Wer wissen will, welche Reifen in dieser Größe unabhängig getestet wurden, findet das in unserer [Kaufberatung zu 225/45 R17](https://www.reifentiefpreis.de/blog/reifen-225-45-r17-kaufberatung); das komplette Angebot steht unter [225/45 R17](https://www.reifentiefpreis.de/reifen/groesse/225-45-r17).

Auch saisonal ist die Verteilung schief. Von den 47 Werksversionen sind **39 Sommerreifen**, nur sechs Winter- und zwei Ganzjahresreifen – obwohl das Regal in dieser Größe 276 Sommer-, 170 Winter- und 132 Ganzjahresreifen führt. Werksfreigaben konzentrieren sich also dort, wo das Fahrzeug ab Band steht: auf der Sommerbereifung.

## Die häufigste Kennzeichnung im Regal ist gar keine Werkskennung

Die wichtigste praktische Erkenntnis dieser Auszählung ist eine Verwechslungsgefahr. Denn **245 der 291 Ausführungen mit Eintrag tragen ein MFS oder ein FR** – und beides sind keine Werkskennungen, sondern die Angabe einer Felgenschutzrippe, also eines umlaufenden Gummiwulstes, der die Felgenkante vor dem Bordstein schützt. Bei 198 von ihnen steht überhaupt nichts anderes im Feld. Allein das Kürzel MFS findet sich bei 229 Ausführungen und ist damit die mit weitem Abstand häufigste Kennzeichnung im ganzen Regal. Was dahintersteckt, erklärt der Ratgeber [FR, MFS und Felgenschutz](https://www.reifentiefpreis.de/blog/felgenschutzrippe-fr-mfs-reifen).

Wer also am Reifen ein Kürzel entdeckt, sieht in gut vier von fünf Fällen **keine** Freigabe eines Autoherstellers. Neben dem Felgenschutz stehen dort vor allem drei weitere Gruppen, die ebenfalls nichts mit einer Werksfreigabe zu tun haben:

- **Notlauf:** 29 Ausführungen tragen RFT, SSR oder r-f. Das ist Technik, keine Marke – nachzulesen im Ratgeber [Runflat-Reifen: Wie Notlaufreifen funktionieren](https://www.reifentiefpreis.de/blog/runflat-notlaufreifen) und, mit Zahlen zum Aufpreis, in der Auswertung [In welchen Größen es Notlaufreifen gibt](https://www.reifentiefpreis.de/blog/runflat-groessen-aufpreis).
- **Elektro-Eignung:** 13 Ausführungen tragen EVc oder EVR. Continental etwa kennzeichnet damit die E-Auto-Tauglichkeit, wie wir im Porträt des [AllSeasonContact 2](https://www.reifentiefpreis.de/blog/continental-allseasoncontact-2) beschrieben haben.
- **Technologie- und Eigennamen:** Kürzel wie Enliten, KS, SU2 oder LRR benennen Herstellertechnologien und folgen keiner übergreifenden Systematik.

Ein Hinweis zur Belastbarkeit: Grundlage ist das Kennzeichnungsfeld der jeweiligen Artikelseite. Wo dort nichts steht, kann im Einzelfall trotzdem etwas auf der Flanke stehen – die 47 sind also eine belastbare Untergrenze, keine Obergrenze. An der Größenordnung ändert das nichts.

## Warum Autohersteller diesen Aufwand überhaupt betreiben

Eine Werksabstimmung kostet Jahre und Geld, und sie ist rechtlich freiwillig. Der Grund dafür steht nicht im Verkaufsprospekt, sondern in den Zulassungsunterlagen des Fahrzeugs. Seit der Umstellung auf das WLTP-Verfahren wird der Fahrwiderstand eines Fahrzeugs für die Verbrauchs- und CO₂-Werte einzeln ermittelt – und der Reifen ist dabei ein ausdrücklich deklarierter Parameter. Im Beschreibungsbogen zur Typgenehmigung, geändert durch die [Verordnung (EU) 2018/1832](https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/HTML/?uri=CELEX:32018R1832), stehen unter den „Parametern des Prüffahrzeugs“ neben der Prüfmasse ausdrücklich die **Reifenabmessungen**, der **Reifenrollwiderstand in Kilogramm je Tonne** und der **Reifendruck** – und zwar getrennt für das „Fahrzeug, niedriger Wert“ und das „Fahrzeug, hoher Wert“, also für die sparsamste und die ungünstigste Konfiguration einer Fahrzeugfamilie.

Das ist der eigentliche Hebel: Der Werksreifen ist nicht nur ein Bauteil, er ist eine Stellschraube am offiziellen CO₂-Wert des Autos. Wie groß der Spielraum ist, beziffert der ADAC für das EU-Reifenlabel: Zwischen dem besten A-Reifen und einem E-Reifen liegen „circa 0,5 l/100 km Kraftstoffersparnis, also etwa 7,5 Prozent“ (Stand der ADAC-Seite: 7. Januar 2025). Für einen Hersteller, der Flottenwerte einhalten muss, ist das keine Nachkommastelle.

Genau dieser Anreiz lässt sich in unserer Auszählung wiedererkennen. In der gesamten Größe 225/45 R17 gibt es **17 Ausführungen mit Kraftstoffeffizienz A – und zehn davon sind Werksversionen.** Acht Prozent des Regals stellen also fast sechzig Prozent der Bestklasse beim Rollwiderstand. Bei der Nasshaftung sieht es völlig anders aus: Dort liegt der A-Anteil bei Werksversionen und freien Reifen mit jeweils rund 28 Prozent praktisch gleichauf. Die Werksversion ist damit nicht der bessere Reifen, sondern der anders gewichtete – ein Muster, das wir in derselben Richtung schon beim [Continental SportContact 7](https://www.reifentiefpreis.de/blog/continental-sportcontact-7) gefunden haben. Was ein niedriger Rollwiderstand im Alltag tatsächlich einbringt, rechnet der Ratgeber [Spritsparen mit den richtigen Reifen](https://www.reifentiefpreis.de/blog/rollwiderstand-spritsparen) vor; bei Elektroautos schlägt derselbe Effekt auf die Reichweite durch, wie unsere Auswertung zu [Winterreifen fürs E-Auto](https://www.reifentiefpreis.de/blog/winterreifen-elektroauto) zeigt.

## Sechs Zwillinge: derselbe Reifen, zwei Etiketten, zwei Preise

Besonders aufschlussreich sind die Fälle, in denen dasselbe Reifenmodell in derselben Größe mit demselben Last- und Geschwindigkeitsindex **zweimal** im Regal steht – einmal mit Werkskennung, einmal ohne. In 225/45 R17 gibt es davon sechs. Und in **allen sechs unterscheidet sich das EU-Label**, obwohl auf beiden Zeilen derselbe Reifenname steht. Dass so etwas keine Ausnahme ist, hat unsere Auswertung [61-mal derselbe Reifenname, zwei verschiedene EU-Label](https://www.reifentiefpreis.de/blog/eu-label-gleicher-reifenname) im größeren Maßstab gezeigt; warum dieselbe Baureihe je nach Dimension anders eingestuft wird, erklärt der Beitrag [Warum derselbe Reifen je nach Größe ein anderes EU-Label trägt](https://www.reifentiefpreis.de/blog/reifenlabel-nach-groesse).

Die Richtung ist dabei nicht einheitlich, und genau das ist der Punkt. Beim Pirelli Cinturato P7 (P7C2) in 91Y trägt die [Audi-Version für 90,76 Euro](https://www.reifentiefpreis.de/artikel/pirelli-cinturato-p7-p7c2-225-45-r17-91y-109956) die Klassen B/A und 68 dB, die [freie Ausführung für 129,39 Euro](https://www.reifentiefpreis.de/artikel/pirelli-cinturato-p7-p7c2-225-45-r17-91y-120229) dagegen C/A und 70 dB – die Werksversion ist hier also gleichzeitig sparsamer, leiser und 38,63 Euro günstiger. Beim Bridgestone Turanza T005 in 91W kippt es in die andere Richtung: Die Volkswagen-Version kostet 122,07 Euro und steht bei C/A, die [Ausführung ohne Kennung](https://www.reifentiefpreis.de/artikel/bridgestone-turanza-t005-225-45-r17-91w-106314) kostet 91,57 Euro und steht bei B/A – 30,50 Euro mehr für die schlechtere Effizienzklasse.

Über alle sechs Paare gerechnet liegt die Werksversion im Median **2,06 Euro unter** der freien Ausführung, bei einer Spanne von 38,63 Euro darunter bis 30,50 Euro darüber. Der verbreitete Satz, die Werksfreigabe sei automatisch der Aufpreis, stimmt in dieser Größe also schlicht nicht. Auch sonst taugt die Kennung nicht als Preisetikett: Die günstigste Werksversion im Regal ist der [Nexen N Fera Sport mit Audi-Freigabe](https://www.reifentiefpreis.de/artikel/nexen-n-fera-sport-225-45-r17-94w-148462) für 68,84 Euro mit dem Label A/B und 71 dB – eine Kombination, die manches Premium-Angebot nicht erreicht. Auch der [Falken Azenis FK520 mit AO-Kennung](https://www.reifentiefpreis.de/artikel/falken-azenis-fk520-225-45-r17-94w-160743) für 78,40 Euro trägt mit A/A und 68 dB ein Spitzen-Etikett. Werksfreigaben sind eben kein exklusiver Premium-Club.

Am oberen Ende steht dafür ein Sonderfall: Der [Michelin Pilot Sport PS2 mit Porsche-Kennung N3](https://www.reifentiefpreis.de/artikel/michelin-pilot-sport-ps2-225-45-r17-94y-65560) kostet 269,85 Euro – mehr als das Dreifache des Regal-Medians – und trägt mit E/A und 69 dB die schlechteste Effizienzklasse. Das ist typisch für eine alte Freigabe: Der Reifen wird für eine kleine, konstante Nachfrage weitergebaut, während die Technik längst weitergezogen ist. Wer hier zwingend die N-Kennung braucht, zahlt für die Verfügbarkeit, nicht für die Leistung.

## Müssen Sie genau diese Kennung nachkaufen?

Das ist die häufigste Frage – und die Antwort lautet meist: nicht zwingend. Rechtlich verbindlich für Ihr Auto ist in erster Linie die **Reifengröße** samt Last- und Geschwindigkeitsindex, wie sie sich aus der Zulassungsbescheinigung Teil I und der Übereinstimmungsbescheinigung ergibt. Welche Dokumente dabei in welcher Reihenfolge zählen, führt der Ratgeber [Welche Reifengröße ist für mein Auto zugelassen](https://www.reifentiefpreis.de/blog/reifengroesse-zugelassen-fahrzeugschein) im Einzelnen aus; den Rahmen dazu steckt der Überblick [Reifen und Gesetz](https://www.reifentiefpreis.de/blog/reifen-und-gesetz-welche-vorschriften-in-deutschland-wirklich-gelten) ab. Die OE-Kennung selbst ist in aller Regel eine **Empfehlung** des Fahrzeugherstellers – Michelin nennt das Verfahren, wie zitiert, ausdrücklich nicht zwingend.

Es gibt aber klare Fälle, in denen Sie die passende Kennung wählen sollten oder müssen:

- **Notlauf-Pflicht:** Die Zusätze MOE und AOE stehen für Extended-Reifen mit Notlaufeigenschaften. Steht in Ihren Papieren eine RF-Kennung oder schreibt der Hersteller Notlaufreifen vor, dürfen Sie nicht einfach auf Standardreifen wechseln.
- **Ausdrückliche Herstellervorgabe:** Manche Modelle verlangen laut Bordbuch oder Reifenfreigabeliste bestimmte Reifen. Ein Blick dorthin schafft Klarheit, bevor Sie bestellen.
- **Porsche:** Hier zählt die N-Kennung mit; idealerweise tragen alle vier Räder dieselbe Kennung. Reifen unterschiedlicher Abstimmung über die Achsen zu verteilen ist ohnehin keine gute Idee – was erlaubt ist und was nicht, klärt der Ratgeber [Mischbereifung](https://www.reifentiefpreis.de/blog/mischbereifung-erlaubt).

**Unterm Strich:** Eine Werkskennung zeigt, für welchen Autohersteller ein Reifen abgestimmt wurde – nicht, wie gut er ist. In der von uns ausgezählten Größe tragen nur acht von hundert lieferbaren Ausführungen überhaupt eine, während die häufigste Kennzeichnung im Regal bloß eine Felgenschutzrippe anzeigt. Beim Nachkauf zählt deshalb zuerst die zugelassene Größe, danach die zur Nutzung passende Label-Kombination – dazu hilft der Ratgeber [EU-Reifenlabel lesen](https://www.reifentiefpreis.de/blog/eu-reifenlabel-lesen-nasshaftung-effizienz-und-geraeusch-einfach-erklaert) und, für den wichtigsten Einzelwert, die Auswertung [Wie viel kürzer bremst Label-Klasse A](https://www.reifentiefpreis.de/blog/nasshaftung-reifenlabel). Passende Modelle finden Sie in unserer Auswahl an [Sommerreifen für PKW](https://www.reifentiefpreis.de/reifen/pkw/sommerreifen).

## Häufige Fragen

### Ist der Stern auf dem Reifen ein Winterreifen-Zeichen?
Nein – hier werden zwei Symbole verwechselt. Der **Stern ★ neben der Größe** ist die Erstausrüster-Kennung der BMW Group und sagt nichts über die Jahreszeit aus. Wintertauglichkeit erkennen Sie am **Schneeflockensymbol im Bergpiktogramm (3PMSF)**. Für die Winterreifenpflicht zählt allein dieses Symbol, nicht der BMW-Stern.

### Wo finde ich die Werkskennung am Reifen?
Auf der Reifenflanke, meist in der Nähe der Größenangabe. Das Kürzel ist klein und eingeprägt – ein Stern, ein bis zwei Buchstaben oder ein Buchstabe-Zahl-Code wie N3 oder K2. Findet sich dort nichts, ist das der Normalfall: In unserer Auszählung trug die Hälfte aller Ausführungen überhaupt kein Kürzel, und nur acht Prozent eine Werksfreigabe.

### Ist ein Reifen mit Werkskennung besser als einer ohne?
Nein, er ist anders abgestimmt. In unserer Erhebung stellten Werksversionen zwar zehn der 17 Ausführungen mit Kraftstoffeffizienz A, bei der Nasshaftung lagen sie aber genau im Durchschnitt des Regals. Für den freien Ersatzkauf ist ein aktuelles Modell ohne Kennung in derselben zugelassenen Größe deshalb meist die gleichwertige, oft günstigere Wahl.

*Quellen: [Goodyear – Was bedeuten die OE-Kennzeichnungen?](https://www.goodyear.eu/de_de/consumer/car-manufacturers-oe/what-do-the-oe-markings-mean.html) · [Michelin – Reifen mit Kennzeichnung](https://www.michelin.de/auto/tipps/reifen-auswaehlen/reifen-mit-kennzeichnung) (Herstellerangaben) · [ADAC – EU-Reifenlabel](https://www.adac.de/rund-ums-fahrzeug/ausstattung-technik-zubehoer/reifen/reifenkauf/reifenlabel/) · Eigene Vollerhebung aller 586 lieferbaren Ausführungen in 225/45 R17, Stand 16. September 2026.*


Quelle: https://www.reifentiefpreis.de/blog/reifen-oe-kennzeichnung
