# Reifendruck und Urlaubsbeladung: Warum die Hinterachse zuerst an die Grenze kommt

Veröffentlicht: 15.06.2026 · Aktualisiert: 18.09.2026 · Kategorie: Reifendruck & RDKS · Autor: Reifentiefpreis · Schlagwörter: Reifendruck, Beladung, Achslast, Lastindex, Urlaub, Hitze

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Volles Auto, Dachbox, Fahrradträger – und dazu 35 Grad im Schatten: Die Urlaubsfahrt fordert Ihre Reifen wie keine andere Strecke im Jahr. Stundenlang hohe Geschwindigkeit, heißer Asphalt und mehrere Hundert Kilogramm Gepäck treffen auf vier Aufstandsflächen von je etwa einer Handfläche Größe. Fast alle Ratgeber sagen Ihnen an dieser Stelle, Sie sollten den Reifendruck an die Beladung anpassen. Kaum einer sagt, wie viele Kilogramm diese Beladung überhaupt ausmacht – und welche Grenze dabei zuerst erreicht ist. Genau das rechnen wir hier nach: mit den Zahlen aus einer ADAC-Beispielbeladung, mit den Feldern aus Ihrem Fahrzeugschein und mit der Tragfähigkeit, die in unserem eigenen Regal tatsächlich zur Wahl steht.

## Warum der Reifendruck bei Hitze steigt – und Luft ablassen der falsche Reflex ist

Luft dehnt sich aus, wenn sie wärmer wird. Im rollenden Reifen heizt sich die eingeschlossene Luft von drei Seiten auf: durch die Sonneneinstrahlung, den heißen Asphalt unter der Lauffläche und die ständige Walkarbeit, mit der sich der Reifen bei jeder Umdrehung verformt. Bei zügiger Autobahnfahrt an einem Hochsommertag liegt die Lufttemperatur im Reifen deutlich über der Außentemperatur. Mit der Temperatur steigt der Druck – als grobe Faustregel um rund 0,1 bar je 10 °C.

Das klingt nach einem Grund, vorsorglich Luft abzulassen, ist aber genau falsch. Die Hersteller geben ihre Druckwerte immer für den **kalten Reifen** an und kalkulieren die betriebsbedingte Erwärmung bereits ein. Der angezeigte Wert an einem warmgefahrenen Reifen liegt naturgemäß höher, ist aber mit der Herstellervorgabe schlicht nicht vergleichbar. Wer am heißen Reifen Luft ablässt, um den vermeintlich zu hohen Wert zu korrigieren, fährt nach dem Abkühlen mit echtem Unterdruck weiter – und genau der ist auf der beladenen Urlaubsfahrt das Problem.

Denn zu wenig Luft lässt die Reifenflanke beim Rollen stärker walken. Diese Walkarbeit erzeugt zusätzliche Wärme, die sich im schlecht gefüllten Reifen staut, und dieser Hitzestau lässt im Extremfall die Verbindung zwischen Gummi und Gewebe im Inneren versagen. Er ist eine der häufigsten Ursachen für einen Reifenplatzer bei hoher Geschwindigkeit – was dann zu tun ist, lesen Sie im Ratgeber [Reifenplatzer: richtig reagieren und vorbeugen](https://www.reifentiefpreis.de/blog/reifenplatzer-was-tun). Lange vor dem Platzer kostet Unterdruck bereits Bremsweg, Lenkpräzision, Profil an den Schultern und Sprit; die ganze Liste steht im Beitrag [Was zu wenig und zu viel Luft mit Ihren Reifen machen](https://www.reifentiefpreis.de/blog/falscher-reifendruck-folgen).

> **Tipp:** Prüfen und korrigieren Sie den Druck immer im kalten Zustand – vor der Fahrt oder nach höchstens zwei bis drei Kilometern langsamer Strecke. Der ADAC empfiehlt, möglichst bei rund 20 °C Außentemperatur zu messen ([Quelle: ADAC](https://www.adac.de/rund-ums-fahrzeug/ausstattung-technik-zubehoer/reifen/sicherheit/reifendruck/)).

## Die Rechnung, die beim Packen niemand aufmacht

Wie viel Sie überhaupt zuladen dürfen, ergibt sich aus der Differenz zwischen dem zulässigen Gesamtgewicht und dem tatsächlichen Leergewicht Ihres Autos. Der ADAC nennt für einen aktuellen VW Golf eine Zuladung von 494 Kilogramm – ermittelt im ADAC Autotest, wo das Leergewicht tatsächlich gewogen und nicht aus dem Prospekt übernommen wird ([Quelle: ADAC](https://www.adac.de/rund-ums-fahrzeug/auto-kaufen-verkaufen/kauftipps/achslast/)). Das klingt großzügig. Nur ist davon schon vieles verbucht, bevor der erste Koffer im Kofferraum liegt: Sonderausstattung, Passagiere, der Dachträger, die Anhängerkupplung, der Fahrradträger. Bei Elektroautos fällt die Zuladung wegen der schweren Antriebsbatterie oft noch knapper aus.

Die dafür maßgeblichen Zahlen stehen nicht im Prospekt, sondern in der **Zulassungsbescheinigung Teil I**, also im Fahrzeugschein. Vier Felder sind es, die Sie vor einer Urlaubsfahrt kennen sollten:

- **F.2 – zulässiges Gesamtgewicht** des Fahrzeugs. Die bekannteste Grenze, und wie Sie gleich sehen werden, nicht die kritischste.
- **8.1 und 8.2 – zulässige Achslast** der vorderen und der hinteren Achse. Diese beiden Werte entscheiden über die Urlaubsbeladung.
- **13 – zulässige Stützlast**, also das Gewicht, das von oben auf die Anhängerkupplung drücken darf. Gilt auch für den Fahrradträger auf der Kupplung.
- **22 – Zuggesamtgewicht**, falls eingetragen. Es kann niedriger liegen als Zugfahrzeug plus maximale Anhängelast zusammen.

Eine wichtige Zahl fehlt in dieser Aufzählung, und zwar nicht aus Versehen: **Die zulässige Dachlast steht überhaupt nicht in der Zulassungsbescheinigung.** Sie finden sie ausschließlich in der Betriebsanleitung des Fahrzeugs ([Quelle: ADAC](https://www.adac.de/rund-ums-fahrzeug/ausstattung-technik-zubehoer/ladungssicherung/dachlast/)). Wer also vor der Abfahrt nur in den Fahrzeugschein schaut, hat ausgerechnet die Grenze nicht vor Augen, die bei Dachbox und Dachzelt zuerst greift.

## Warum zuerst die Hinterachse an die Grenze kommt

Die verbreitete Faustformel, man müsse Leergewicht plus Zuladung nur durch die Zahl der Achsen teilen, ist falsch – und der ADAC hat vorgerechnet, wie falsch. In seiner Beispielbeladung einer Mittelklasse-Limousine steht das leere Fahrzeug mit Fahrer bei 744 Kilogramm vorn und 496 Kilogramm hinten. Dann wird gepackt, und die Zuladung verteilt sich ausgesprochen ungleich:

- **Beifahrer, 75 kg:** 34 kg vorn, 41 kg hinten. Schon eine Person auf dem Vordersitz lastet zu 55 Prozent auf der Hinterachse.
- **Zwei Kinder im Kindersitz, 90 kg:** 13 kg vorn, 77 kg hinten.
- **Heckträger mit vier Fahrrädern, 75 kg:** **minus** 34 kg vorn, plus 109 kg hinten. Die 75 Kilogramm am Heck belasten die Hinterachse also um 109 Kilogramm und entlasten die Vorderachse zugleich.
- **Gepäck, 120 kg:** minus 12 kg vorn, plus 132 kg hinten.

Unter dem Strich steht das Auto bei 761 Kilogramm vorn und 879 Kilogramm hinten, zusammen 1.640 Kilogramm. Erlaubt wären 875 vorn, 860 hinten und 1.715 gesamt. Das heißt: **Beim zulässigen Gesamtgewicht sind noch 75 Kilogramm Luft, die Hinterachse ist aber bereits um 19 Kilogramm überladen** – und die Vorderachse hat 114 Kilogramm ungenutzte Reserve, die niemand dorthin verschieben kann. Wer nur auf das Gesamtgewicht schaut, fährt in diesem Zustand gesetzeswidrig beladen, ohne es zu ahnen.

Noch deutlicher wird das Bild beim Gepäck auf dem Dach: Das Gewicht einer Dachbox liegt nach der ADAC-Auswertung zu 85 Prozent auf der Hinterachse. Und je weiter hinten die Last sitzt, desto stärker wird die Vorderachse entlastet – bis die Spurführung leidet. Die Folgen einer überschrittenen Achslast sind dabei nicht nur juristischer Natur: längerer Bremsweg, träges Ansprechen bei Ausweichmanövern, schwammige Lenkung, dazu Belastung von Radaufhängung, Querlenkern, Federung, Felgen und Reifen. Bei einer Überschreitung um bis zu fünf Prozent kostet das 30 Euro, darüber bis zu 235 Euro und einen Punkt in Flensburg; im Ausland können die Strafen deutlich höher ausfallen. Wirkliche Gewissheit bringt am Ende nur eine Waage – Kommunen, Bau- und Recyclinghöfe oder ADAC Prüfzentren halten geeignete Fahrzeugwaagen bereit, für zu Hause gibt es Radlastwaagen.

## Was der Reifen mit dieser Grenze zu tun hat – weniger, als viele denken

Hier lohnt der Blick ins eigene Regal, denn er räumt mit einem hartnäckigen Missverständnis auf. Über alle **35.742 lieferbaren Pkw-Reifen** unseres Katalogs (Stand 18. September 2026) liegt die **mittlere Tragfähigkeit bei 710 Kilogramm je Reifen**; zehn Prozent tragen 500 Kilogramm oder weniger, zehn Prozent 925 Kilogramm oder mehr. Ein durchschnittlicher Satz trägt damit rechnerisch rund 2.840 Kilogramm – deutlich mehr, als die Mittelklasse-Limousine aus dem ADAC-Beispiel überhaupt wiegen darf.

Rechnen wir es für die gefragteste Größe des Shops durch. In **205/55 R16** stehen 841 Ausführungen im Regal, die Standardstufe trägt 615 Kilogramm je Reifen. Zwei davon auf einer Achse ergeben **1.230 Kilogramm** – gegenüber einer zulässigen Hinterachslast von 860 Kilogramm im Beispiel oben. Der Reifen hat also reichlich nominelle Reserve, während das Fahrzeug längst an seiner Grenze steht. Und das ist kein Ausreißer: Von den 592 Pkw-Größen in unserem Sortiment haben nur **55 (9,3 Prozent)** überhaupt eine unterste Stufe unter 430 Kilogramm, also unter der Hälfte jener 860 Kilogramm. Es sind fast durchweg kleine Dimensionen für Kleinst- und Kleinwagen, deren Achslasten entsprechend niedriger liegen.

Daraus folgt der wichtigste Satz dieses Beitrags: **Ein Reifen mit höherem Lastindex erlaubt Ihnen kein Kilogramm mehr Zuladung.** Der Lastindex ist eine Untergrenze, die Ihr Fahrzeug vorgibt, keine Genehmigung, die Sie kaufen können. Was die Achse tragen darf, steht im Fahrzeugschein unter 8.1 und 8.2 und ändert sich durch keine Reifenbestellung. Was der Lastindex im Einzelnen bedeutet und welche Werte Ihr Auto verlangt, erklärt der [Ratgeber zu Last- und Geschwindigkeitsindex](https://www.reifentiefpreis.de/blog/lastindex-geschwindigkeitsindex).

## Wie viel Tragfähigkeit Sie in Ihrer Größe überhaupt kaufen können

Trotzdem ist die Frage berechtigt, ob Sie beim Reifenkauf zwischen zwei Tragfähigkeiten wählen können – etwa weil Ihr Fahrzeug die verstärkte Ausführung vorschreibt. Wir haben das für das gesamte Pkw-Regal ausgezählt. Von den **252 Größen mit mindestens 20 Ausführungen** bieten **150 (59,5 Prozent) tatsächlich zwei ernsthaft besetzte Tragfähigkeitsstufen**; in den übrigen 102 Größen gibt es praktisch nur eine. Wo es eine Wahl gibt, ist sie fast immer binär: eine Standard- und eine verstärkte Stufe, dazwischen im Median **80 Kilogramm je Reifen**, in Einzelfällen 25 bis 175 Kilogramm.

In den meistgefragten Dimensionen sieht dieser Sprung so aus – jeweils Standardstufe, verstärkte Stufe und der Unterschied, den zwei Reifen auf einer Achse ausmachen:

- **205/55 R16** – 615 kg und 670 kg, also **110 kg mehr je Achse**.
- **195/65 R15** – 615 kg und 690 kg, **150 kg je Achse**.
- **185/65 R15** – 560 kg und 630 kg, **140 kg je Achse**.
- **215/60 R16** – 690 kg und 775 kg, **170 kg je Achse**.
- **225/55 R17** – 730 kg und 825 kg, **190 kg je Achse**.
- **215/65 R16** – 750 kg und 850 kg, **200 kg je Achse**.

Die Auswahl ist dabei größer, als man vermutet: Allein in 205/55 R16 führen wir **134 Baureihen, die es bei uns in beiden Tragfähigkeitsstufen gibt** – meist unterscheiden sie sich nur in der Zahl hinter der Größenangabe. Ein Beispiel aus dem Sommerreifen-Regal: Den [Barum Bravuris 6 205/55 R16 91V](https://www.reifentiefpreis.de/artikel/barum-bravuris-6-205-55-r16-91v-148935) gibt es für 61,66 Euro mit 615 Kilogramm Tragfähigkeit, dieselbe Baureihe als [Barum Bravuris 6 205/55 R16 94V](https://www.reifentiefpreis.de/artikel/barum-bravuris-6-205-55-r16-94v-148936) mit 670 Kilogramm für 70,03 Euro – bei identischen EU-Label-Klassen B und B. Rund acht Euro je Reifen für 55 Kilogramm mehr. Ein fester Aufschlag ist das aber nicht: Beim [Michelin Primacy 5 in 205/55 R16](https://www.reifentiefpreis.de/artikel/michelin-primacy-5-205-55-r16-91v-149322) liegen zwischen den beiden Ausführungen in der H-Variante gerade einmal 97 Cent. Warum die Zahl vor dem Geschwindigkeitsbuchstaben überhaupt Geld kostet, haben wir im Beitrag [91V oder 94W: Warum die Zahl mehr kostet als der Buchstabe](https://www.reifentiefpreis.de/blog/reifenindex-preisunterschied) ausgewertet.

Wichtig bleibt: Der verstärkte Reifen ist kein Qualitätsmerkmal und keine Vorsichtsmaßnahme, die man sicherheitshalber mitnimmt. Er gehört an Fahrzeuge, die ihn verlangen – und er bringt seine Mehrlast nur unter einer Bedingung, die im nächsten Abschnitt steht. Alle Details dazu stehen im [ausführlichen Ratgeber zu verstärkten Reifen mit XL-Kennung](https://www.reifentiefpreis.de/blog/verstaerkte-reifen-xl). Alle Preise und Stückzahlen sind Angebotsdaten vom 18. September 2026 und ändern sich laufend.

## Die Kilogramm auf der Flanke gibt es nur mit Luft

Die Tragfähigkeit, die der Lastindex ausweist, ist kein Eigenwert des Gummis. Sie gilt bei einem festgelegten Fülldruck – bei Pkw-Reifen der Standardausführung bei 2,5 bar, bei verstärkten Reifen entsprechend höher. Der ADAC formuliert die Konsequenz ungewöhnlich deutlich: Allein die Umrüstung auf Reifen mit höherem Lastindex führe nicht selbstverständlich zu höherer Tragfähigkeit, auch die Fülldrücke dieser Reifen müssten erhöht werden; als Faustregel nennt er rund 0,1 bar je Punkt höherer Kennziffer ([Quelle: ADAC, Die Kennzeichnung des Pkw-Reifens, PDF](https://res.cloudinary.com/adacde/image/upload/v1571665185/ADAC-eV/KOR/Text/PDF/Reifenkennzeichnung_1480KB_kkvjs0.pdf)). Umgekehrt gilt dasselbe: Jede Druckreduzierung senkt auch die Tragfähigkeit. Die 615 oder 670 Kilogramm auf der Flanke sind ein Versprechen, das die Luft einlöst – nicht der Reifen.

Deshalb ist der Volllast-Wert aus der Reifendruck-Tabelle Ihres Fahrzeugs bei der Urlaubsfahrt keine Empfehlung, sondern die eigentliche Vorgabe. Sie finden die Tabelle auf einem Aufkleber in der B-Säule an der Fahrertür, an der Innenseite des Tankdeckels oder in der Betriebsanleitung, in der Regel getrennt nach Vorder- und Hinterachse und mitunter zusätzlich nach zulässiger Höchstgeschwindigkeit. Der Unterschied zwischen Alltags- und Volllast-Wert kann laut ADAC je nach Beladung bis zu 1 bar betragen; bei einem typischen Kompakt- oder Mittelklassewagen sind an der Hinterachse schnell 0,3 bis 0,5 bar fällig, wenn Kofferraum, Rücksitze und Träger voll besetzt sind. Wie Sie die richtige Zeile ablesen und den Wert sauber einstellen, zeigt der Ratgeber [Richtiger Reifendruck: Wo Sie den Wert finden und einstellen](https://www.reifentiefpreis.de/blog/richtiger-reifendruck-einstellen); die Handgriffe an der Luftstation samt Eichfrist und Messgenauigkeit stehen im Beitrag [Reifen richtig aufpumpen](https://www.reifentiefpreis.de/blog/reifen-aufpumpen-tankstelle).

Zwei Punkte gehen dabei gern unter. Erstens rät der ADAC generell zu etwa 0,2 bar über dem Mindestwert – im Komfort kaum spürbar, aber gut für Verbrauch und Verschleiß, und bei voller Zuladung ohnehin die klügere Wahl. Zweitens ersetzt das Reifendruckkontrollsystem diese Einstellung nicht. Indirekte Systeme messen keinen echten Druckwert, sondern erkennen einen Verlust nur an der Abrollgeschwindigkeit der Räder; einen langsamen, gleichmäßigen Verlust an allen vier Rädern bemerken sie deshalb oft spät ([so unterscheiden sich direktes und indirektes RDKS](https://www.reifentiefpreis.de/blog/rdks-direkt-indirekt)). Und nach jeder Druckanpassung muss das System zurückgesetzt werden, sonst warnt es falsch oder gar nicht. Seit dem 1. November 2014 ist RDKS in allen in der EU neu zugelassenen Pkw Pflicht, und ein offensichtlich nicht funktionsfähiges System gilt bei der Hauptuntersuchung als erheblicher Mangel ([Quelle: ADAC](https://www.adac.de/rund-ums-fahrzeug/ausstattung-technik-zubehoer/reifen/sicherheit/reifendruck-kontrollsystem-2026/)).

## Dachbox, Heckträger, Anhänger: drei Grenzen außerhalb des Reifens

Wer auf dem Dach oder am Haken transportiert, hat neben Gesamtgewicht und Achslast noch drei weitere Obergrenzen einzuhalten – und keine davon lässt sich durch die Wahl des Reifens verschieben.

**Die Dachlast** liegt beim Gros der Fahrzeuge bei 75 Kilogramm; ein VW Golf etwa ist auf genau diesen Wert begrenzt. Nach oben reicht die Spanne bis 150 Kilogramm bei einer Mercedes G-Klasse, 170 Kilogramm bei einem VW T7 und 300 Kilogramm bei Transportern wie Mercedes Sprinter oder VW Crafter. Entscheidend ist dabei nicht nur das Fahrzeug: Auch das Trägersystem hat ein eigenes Limit, und es nützt nichts, wenn das Dach 100 Kilogramm tragen dürfte, der Träger aber nur 75. Von der zulässigen Dachlast müssen Sie das Eigengewicht von Träger und Box abziehen – erst der Rest ist Ihre Netto-Zuladung nach oben, begrenzt zusätzlich durch die Tragfähigkeit der Box selbst. Ein Detail, an das kaum jemand denkt: Saugfähiges Ladegut wie große Badetücher nimmt bei Regen Wasser auf und erhöht die Dachlast während der Fahrt.

**Die Stützlast** ist das Gewicht, das von oben auf die Kupplungskugel drückt – beim Wohnwagen ebenso wie beim Fahrradträger. Sie steht unter Punkt 13 der Zulassungsbescheinigung Teil I, und die Unterschiede zwischen Fahrzeugen sind erheblich: Ein Ford Mustang Mach-E kommt je nach Version auf 30 bis 60 Kilogramm, ein Range Rover auf bis zu 150 ([Quelle: ADAC](https://www.adac.de/rund-ums-fahrzeug/auto-kaufen-verkaufen/kauftipps/stuetzlast/)). Maßgeblich ist immer der kleinste der beteiligten Werte – Fahrzeug, Anhängevorrichtung, Deichsel. Nach unten gibt es ebenfalls eine Grenze: Mindestens vier Prozent des tatsächlichen Anhängergewichts sollen auf der Kugel lasten, weil eine hohe Stützlast das Gespann stabilisiert. Wird sie um mehr als 50 Prozent über- oder unterschritten, kostet das 60 Euro und einen Punkt in Flensburg, bei kleineren Abweichungen 25 Euro.

Und ein Punkt, der beide Themen verbindet: Nach § 42 StVZO wird die Stützlast dem **Zugfahrzeug** zugeschlagen und vom tatsächlichen Anhängergewicht abgezogen. Die Kilogramm auf der Kupplung zählen also in Ihre Zuladung hinein – und sie landen fast vollständig auf der Hinterachse. Welche Reifen an Anhänger und Wohnwagen gehören und warum dort der Fülldruck höher liegt, als die meisten erwarten, steht im Ratgeber [Anhänger- und Wohnwagenreifen](https://www.reifentiefpreis.de/blog/anhaenger-wohnwagen-reifen); die Wahl der richtigen Größe und Tragfähigkeit behandelt der Beitrag [Anhängerreifen richtig wählen](https://www.reifentiefpreis.de/blog/anhaengerreifen-ratgeber). Wer regelmäßig schwer beladen unterwegs ist, findet in der [Kaufberatung für Kombi-Reifen](https://www.reifentiefpreis.de/blog/kombi-reifen) die passende Einordnung.

## Fünf Minuten am Tag vor der Abreise

Nehmen Sie sich die Zeit am besten morgens, wenn die Reifen noch kalt sind – und idealerweise dann, wenn das Auto bereits gepackt ist:

1. **Volllast-Druck einstellen:** an allen vier Reifen den Wert für volle Beladung prüfen und auffüllen; das Reserverad nicht vergessen, es braucht seinen eigenen, meist deutlich höheren Druck.
2. **Achslast überschlagen:** Personen, Gepäck, Träger und Stützlast addieren und gegen die Werte 8.1 und 8.2 im Fahrzeugschein halten. Schweres Gepäck gehört möglichst weit unten und nah an die Rückenlehne, nicht ans Heckende und nicht aufs Dach.
3. **Profiltiefe kontrollieren:** gesetzlich sind mindestens 1,6 mm vorgeschrieben (§ 36 StVZO), für Sommerreifen bei Nässe empfehlen Fachleute mindestens 3 mm Restprofil.
4. **Sichtprüfung:** Risse, Beulen, eingefahrene Nägel oder Schnitte in Lauffläche und Flanke gehören vor der Fahrt in die Werkstatt. Verliert ein Reifen seit Wochen schleichend Luft, sollten Sie [die Ursache vor dem Urlaub klären](https://www.reifentiefpreis.de/blog/reifen-verliert-luft), nicht danach.
5. **Reifenalter und Pannenset:** Die vierstellige DOT-Nummer verrät Produktionswoche und -jahr – [so lesen Sie das Reifenalter ab](https://www.reifentiefpreis.de/blog/reifenalter-dot-nummer). Prüfen Sie außerdem, ob [Ersatzrad, Notrad oder Pannenset](https://www.reifentiefpreis.de/blog/ersatzrad-notrad-pannenset) an Bord und einsatzbereit sind.

Die ausführliche Fassung mit allen Prüfpunkten finden Sie in unserer [Reifen-Checkliste vor dem Urlaub](https://www.reifentiefpreis.de/blog/reifen-check-vor-dem-urlaub). Fällt beim Check auf, dass die Reifen rissig, ungleichmäßig abgefahren oder schlicht alt sind, sollten Sie vor einer langen, schwer beladenen Fahrt über neue nachdenken: Passende [Sommerreifen für PKW](https://www.reifentiefpreis.de/reifen/pkw/sommerreifen) und die gesamte Auswahl in [205/55 R16](https://www.reifentiefpreis.de/reifen/groesse/205-55-r16) finden Sie in unserem Shop – achten Sie dort einfach auf die Zahl hinter der Größe, sie muss mindestens dem Wert in Ihren Fahrzeugpapieren entsprechen.

## Häufige Fragen

### Darf ich mehr zuladen, wenn ich Reifen mit höherem Lastindex montiere?

Nein. Die zulässige Zuladung und die zulässigen Achslasten sind eine Eigenschaft des Fahrzeugs, nicht des Reifens, und stehen im Fahrzeugschein. Ein höherer Lastindex ist zulässig und bei manchen Fahrzeugen sogar vorgeschrieben, er verschiebt aber keine der Grenzen unter F.2, 8.1 und 8.2.

### Wo finde ich die zulässige Dachlast meines Autos?

Nur in der Betriebsanleitung. In der Zulassungsbescheinigung Teil I stehen unter Ziffer 8 ausschließlich die Achslasten, die Dachlast fehlt dort. Beim Gros der Pkw liegt sie bei 75 Kilogramm, wobei zusätzlich die Limits von Dachträger und Dachbox gelten – maßgeblich ist immer der kleinste Wert.

### Wie viel mehr Druck brauche ich bei voller Beladung?

Den genauen Wert nennt Ihr Fahrzeug selbst: auf dem Aufkleber in der Fahrertür oder am Tankdeckel sowie in der Betriebsanleitung. Neben dem Normalwert steht dort ein höherer Wert für volle Zuladung, und den nutzen Sie für die Urlaubsfahrt. Je nach Beladung kann der Unterschied bis zu 1 bar betragen.

## Fazit

Vor der Urlaubsfahrt zählen zwei Zahlen, die in zwei verschiedenen Dokumenten stehen: die zulässige Achslast aus dem Fahrzeugschein und der Volllast-Druck von der Reifendruck-Tabelle. Die erste begrenzt, was ins Auto darf – und sie ist meist an der Hinterachse erreicht, lange bevor das zulässige Gesamtgewicht ausgeschöpft ist. Die zweite entscheidet, ob die Kilogramm auf der Reifenflanke überhaupt zur Verfügung stehen. Der Reifen selbst ist in dieser Rechnung selten der Engpass: Ein durchschnittlicher Pkw-Reifen aus unserem Sortiment trägt 710 Kilogramm, ein Satz damit rund 2.840 Kilogramm. Packen Sie also nach der Achse, nicht nach dem Kofferraumdeckel – und stellen Sie den Druck am kalten Reifen auf den Volllast-Wert ein. Passende Reifen für jede Beladung finden Sie in unserer Rubrik [PKW-Reifen](https://www.reifentiefpreis.de/reifen/pkw).


Quelle: https://www.reifentiefpreis.de/blog/reifendruck-bei-hitze-und-urlaubsfahrt-so-fahren-sie-sicher-in-die-ferien
