# Reifendruck-Warnung bei Frost: Was elf Winter Wetterdaten über die gelbe Leuchte sagen

Veröffentlicht: 31.08.2026 · Aktualisiert: 19.09.2026 · Kategorie: Reifendruck & RDKS · Autor: Reifentiefpreis · Schlagwörter: Reifendruck, RDKS, Luftdruck, Radwechsel, Winterreifen, Warnleuchte

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Der erste wirklich kalte Morgen im Herbst ist für viele Autos der Moment, in dem die gelbe Reifendruck-Warnung im Cockpit aufleuchtet. Der Reflex ist fast immer derselbe: Das ist nur die Kälte, das gibt sich wieder. Diese Erklärung stimmt zur Hälfte. Der Luftdruck sinkt tatsächlich, wenn es kälter wird, und zwar ganz von allein, ohne dass der Reifen undicht wäre. Sie erklärt aber nicht, warum die Leuchte angeht. Denn die Schwelle, ab der ein Reifendruckkontrollsystem warnen muss, steht in einer UN-Regelung, und sie liegt so tief, dass ein deutscher Winter sie kaum erreicht. Wie selten genau, lässt sich ausrechnen: Wir haben die Schwelle physikalisch in eine Temperatur übersetzt und ihr elf Winter echter Wetterdaten des Deutschen Wetterdienstes gegenübergestellt. Das Ergebnis steht weiter unten — und es ändert die Art, wie Sie die Warnung lesen sollten.

## Warum der Luftdruck bei Kälte von allein sinkt

Ein Reifen ist ein geschlossenes Luftvolumen, das sich kaum verändert. Wird die eingeschlossene Luft kälter, bewegen sich ihre Moleküle langsamer, sie drücken schwächer gegen die Innenwand — der Druck fällt. Das ist kein Defekt, sondern schlichte Physik, und sie läuft in beide Richtungen: Im Hochsommer steigt der Druck aus demselben Grund wieder an, weshalb es zum Thema Hitze einen eigenen [Ratgeber zum Reifendruck auf der Urlaubsfahrt](https://www.reifentiefpreis.de/blog/reifendruck-bei-hitze-und-urlaubsfahrt-so-fahren-sie-sicher-in-die-ferien) gibt.

Wie stark der Effekt ausfällt, beziffert Continental in seinem Reifenwissen mit etwa 0,07 bis 0,14 bar je 10 °C Temperaturunterschied ([Quelle: Continental, Reifendruck im Winter](https://www.continental-reifen.de/tire-knowledge/tire-pressure-in-winter/)). Diese Spanne wirkt ungenau, hat aber einen klaren Grund: Wie viel Druck die Abkühlung kostet, hängt davon ab, wie viel Druck überhaupt im Reifen steckt. Rechnet man es mit dem Gasgesetz bei konstantem Volumen und unter Berücksichtigung des Umgebungsdrucks durch, ergibt sich je 10 Kelvin Abkühlung:

- **Sollwert 2,0 bar:** rund 0,10 bar Verlust
- **Sollwert 2,2 bar:** rund 0,11 bar Verlust
- **Sollwert 2,5 bar:** rund 0,12 bar Verlust
- **Sollwert 3,0 bar:** rund 0,14 bar Verlust — der obere Rand der Continental-Spanne, typisch für schwer beladene Transporter

Für einen Pkw mit 2,2 bar Sollwert, eingestellt an einem milden Tag bei 20 °C, heißt das: bei 10 °C noch rund 2,09 bar, bei 0 °C rund 1,98 bar, bei minus 10 °C rund 1,87 bar und bei minus 20 °C rund 1,76 bar. Zwischen einem milden Oktobertag und einer klaren Frostnacht im Januar liegen also leicht drei Zehntel Bar — ohne dass ein einziges Molekül den Reifen verlassen hätte. Deshalb ist es sinnvoll, den Druck in der kalten Jahreszeit häufiger anzusehen als im Sommer; der ADAC empfiehlt ohnehin eine Kontrolle etwa alle zwei Wochen ([Quelle: ADAC, Der richtige Luftdruck beim Auto](https://www.adac.de/rund-ums-fahrzeug/ausstattung-technik-zubehoer/reifen/sicherheit/reifendruck/)).

## Was die Warnleuchte auslösen muss: die Schwelle steht in einer UN-Regelung

Reifendruckkontrollsysteme warnen nicht bei jedem Zehntel, und wann sie warnen müssen, ist kein Herstellergeheimnis, sondern amtlich festgelegt. Maßgeblich ist die UN-Regelung Nr. 64, die über die EU-Fahrzeugverordnung für Neuwagen verbindlich ist und im Amtsblatt der Europäischen Union in deutscher Fassung veröffentlicht wurde. Vier Sätze daraus bestimmen alles, was Sie im Cockpit sehen:

- **Der Auslösepunkt (Absatz 5.3.2.1):** Das System muss das Warnsignal spätestens innerhalb von zehn Minuten zum Aufleuchten bringen, nachdem der Betriebsdruck in einem Reifen „um 20 % gesunken ist oder bei dem Mindestdruck von 150 kPa liegt (es gilt der höhere Wert)“. Bei 2,2 bar Sollwert sind 20 Prozent der strengere Maßstab, die Schwelle liegt damit bei 1,76 bar.
- **Der schleichende Verlust (Absatz 5.3.3.1):** Verlieren bis zu vier Reifen gleichzeitig langsam Luft, gilt dieselbe Marke von 20 Prozent, nur mit einer Frist von 60 Minuten kumulierter Fahrzeit.
- **Die Mindestgeschwindigkeit (Absatz 5.3.1.3):** Das System muss erst „bei Geschwindigkeiten von 40 km/h oder darunter bis zu der bauartbedingten Höchstgeschwindigkeit“ funktionieren. Im Stand und im Schritttempo ist es nicht in der Pflicht — deshalb kommt die Meldung oft erst nach den ersten Kilometern und nicht schon in der Einfahrt.
- **Blinken heißt etwas anderes als Leuchten (Absatz 5.3.5.4):** Dasselbe Symbol darf auch eine Störung des Systems anzeigen. Dann muss es jedoch nach dem Einschalten der Zündung erst **blinken** und danach dauerhaft leuchten. Ein blinkender Auftakt bedeutet also nicht zu wenig Luft, sondern einen defekten Sensor oder eine gestörte Übertragung.

Quelle für alle vier Punkte ist der amtliche deutsche Text ([UN-Regelung Nr. 64, EUR-Lex](https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/HTML/?uri=CELEX:42010X1126%2801%29)).

Zwanzig Prozent sind viel — und genau das macht die Kälte-Ausrede so schwach. Legt man die Schwelle vereinfachend auf den kalt eingestellten Sollwert um, müsste ein bei 20 °C auf 2,2 bar gefüllter Reifen auf 1,76 bar fallen, damit die Leuchte überhaupt kommen darf. Diesen Wert erreicht er allein durch Abkühlung erst bei **minus 20,1 °C**. Bei 2,0 bar Sollwert liegt der Punkt bei minus 18,9 °C, bei 2,5 bar bei minus 21,7 °C.

> **Zur Methode:** Die Regelung bezieht die 20 Prozent auf den Betriebsdruck des fahrenden, also warmgefahrenen Reifens; reale Systeme arbeiten zudem mit einem beim Zurücksetzen gelernten Bezugswert. Wir rechnen bewusst gegen den kalt eingestellten Sollwert, weil das die für die Kälte-Erklärung **günstigste** Annahme ist. Hält die Aussage schon unter dieser Annahme, hält sie erst recht in der Praxis.

## Elf Winter, vier Wetterstationen, 8.020 Nächte: wie oft die Kälte allein gereicht hätte

Minus 20 °C klingt nach einer Zahl, die im Winter schon mal vorkommt. Wir haben nachgesehen, statt zu schätzen. Der Deutsche Wetterdienst stellt seine Stationsmessungen als offene Daten bereit ([Quelle: DWD Open Data, Climate Data Center](https://opendata.dwd.de/climate_environment/CDC/observations_germany/climate/daily/kl/)). Wir haben daraus die Tagestiefstwerte von vier Stationen ausgewertet, die die deutsche Bandbreite abdecken: Köln/Bonn für den milden Westen, Berlin-Tempelhof für den kontinentaleren Osten, München-Stadt für den Süden und Oberstdorf als Alpental auf 806 Metern, also den kalten Ausreißer. Gezählt wurden elf Winter von 2015/16 bis 2025/26, jeweils vom 1. Oktober bis zum 31. März — zusammen **8.020 Nächte**.

Gesucht waren Nächte, in denen die Temperatur die errechnete Auslöseschwelle von minus 20,1 °C erreicht hat. Das Ergebnis:

- **Köln/Bonn: keine einzige Nacht.** Die kälteste in elf Wintern brachte minus 13,8 °C, am 16. Dezember 2022.
- **Berlin-Tempelhof: keine einzige Nacht.** Kältester Wert minus 12,8 °C, am 2. März 2018.
- **München-Stadt: keine einzige Nacht.** Kältester Wert minus 14,8 °C, am 7. Januar 2017.
- **Oberstdorf: 14 Nächte.** Kältester Wert minus 24,9 °C, ebenfalls am 7. Januar 2017. Drei dieser Nächte lagen im vergangenen Winter, vom 4. bis 6. Januar 2026.

Über alle vier Stationen sind das **14 von 8.020 Nächten, also 0,17 Prozent** — und alle 14 in einem Alpental. An den drei Stationen im Flachland, wo die allermeisten Autos stehen, hat die Kälte die Schwelle in elf Wintern **kein einziges Mal** erreicht. Rechnet man die jeweils kälteste Nacht der elf Winter durch, wird das Bild noch deutlicher: In Köln/Bonn fiel der Druck an diesem Rekordabend auf 1,83 bar, in Berlin auf 1,84 bar, in München auf 1,82 bar. Das sind Verluste von 16 bis 17 Prozent — spürbar, aber unterhalb der 20 Prozent, die die Regelung verlangt. Nur Oberstdorf kam mit 1,71 bar und 22,4 Prozent darüber.

Daraus folgt die eigentliche Botschaft dieses Beitrags: **Wenn die Warnleuchte bei plus 2 °C angeht, war der Reifen vorher schon zu weich.** Die Kälte hat den ohnehin zu niedrigen Druck lediglich über die Schwelle geschoben; sie hat ihn nicht erzeugt. Wer die Meldung als Wintergespenst abtut und weiterfährt, fährt mit einem Reifen, dem seit Wochen Luft fehlt. Die häufigste Ursache dahinter ist der ganz normale schleichende Verlust, den wir im Beitrag zum [Reifen, der langsam Luft verliert](https://www.reifentiefpreis.de/blog/reifen-verliert-luft), im Detail auseinandernehmen. Besonders heikel ist das bei Notlaufreifen, denen man den Druckverlust beim Fahren kaum anmerkt — warum das RDKS dort keine Komfortausstattung, sondern Voraussetzung ist, steht im Beitrag zu [Runflat-Reifen und ihrer Technik](https://www.reifentiefpreis.de/blog/runflat-notlaufreifen). In unserem Sortiment tragen derzeit 1.202 von rund 53.000 lieferbaren Artikeln eine Notlaufkennung.

## Was die Regelung unter „kalt“ versteht — und warum das Ihren Messort bestimmt

An dieser Stelle lohnt ein zweiter Blick in dieselbe Regelung, denn sie definiert auch, worauf sich der Sollwert überhaupt bezieht. Absatz 2.15 nennt den „Reifeninnendruck bei kaltem Reifen“ ausdrücklich den „Reifendruck bei Umgebungstemperatur ohne Druckanstieg durch Reifennutzung“. Kalt heißt in der Norm also nicht 20 °C und auch nicht irgendein Laborwert, sondern schlicht: so warm, wie es draußen gerade ist. Der Bezugspunkt wandert mit der Jahreszeit mit — und genau deshalb ist der Ort, an dem Sie messen, keine Nebensache, sondern Teil der Definition.

Wie ernst die Norm das meint, zeigt ihr eigenes Prüfverfahren. Bevor ein Prüflabor den Druck für die Zulassungsprüfung einstellt, ist das Fahrzeug laut Anhang 5 „mindestens eine Stunde lang im Freien bei Umgebungstemperatur abzustellen; der Motor ist abzuschalten und das Fahrzeug ist vor direkter Sonneneinstrahlung zu schützen und gegenüber Luftbewegungen oder anderen Wärme- oder Kälteeinflüssen abzuschirmen.“ Eine Stunde draußen, im Schatten, windgeschützt, Motor aus. Das ist keine Empfehlung aus dem Reifenhandel, sondern die amtliche Beschreibung eines gültigen Messwerts — und sie ist der beste Grund, den Winterdruck nicht in der beheizten Halle einzustellen.

Bemerkenswert ist noch ein dritter Satz: Für die vorgeschriebenen Prüfungen selbst „muss die Umgebungstemperatur zwischen 0 °C und 40 °C liegen“. Das System, das Sie im Winter vor zu wenig Luft warnen soll, wird für seine Genehmigung also nie bei Frost geprüft. Das macht es nicht schlecht — Hersteller erproben ihre Technik sehr wohl in der Kälte, wie unser Beitrag über die [Wintererprobung von Reifen in Lappland](https://www.reifentiefpreis.de/blog/wintererprobung-reifen-lappland) zeigt. Es heißt aber, dass die Pflichtprüfung in dem Bereich endet, in dem der Winter erst anfängt.

## Der Radsatz kommt aus dem Keller: der Tagesgang ist der eigentliche Fehler

Genau hier liegt die praktische Falle, und sie betrifft ausgerechnet den Radwechsel im Herbst. Der Winterradsatz hat den Sommer in Keller, Garage oder Reifenhotel verbracht, oft bei 15 bis 18 °C. Werden die Räder dort oder in einer beheizten Werkstatthalle auf den Sollwert gebracht und danach montiert, steht das Auto anschließend bei 2 °C auf der Straße — und die Reifen haben rund 0,18 bar weniger, als das Messgerät kurz zuvor angezeigt hat. Kommt danach eine Frostnacht mit minus 8 °C, sind es gegenüber dem Kellerwert von 16 °C schon 0,27 bar.

Dass dieser Effekt nicht erst bei Frost beginnt, zeigen dieselben DWD-Daten. Wir haben für alle elf Oktober von 2015 bis 2025 den mittleren Tagesgang ausgerechnet, also den Abstand zwischen Tageshöchst- und Tagestiefstwert. Er beträgt in Berlin-Tempelhof 7,5 Kelvin, in Köln/Bonn 8,3 und in München-Stadt 8,8; in Oberstdorf sind es sogar 12,5. Im Mittel klettert die Temperatur im Oktober tagsüber auf gut 15 bis 16 °C und fällt nachts auf 7 bis 8 °C zurück. Wer nachmittags an der Tankstelle auffüllt und am nächsten Morgen losfährt, hat also **allein durch den Tagesgang rund 0,11 bar weniger im Reifen** — ganz ohne Wetterumschwung und ohne Leck.

Frost im Oktober selbst ist dagegen die Ausnahme: In 341 ausgewerteten Oktobertagen zählten wir in Berlin fünf, in Köln sieben und in München-Stadt gar keine Nacht unter null Grad. Nur in Oberstdorf waren es 63. Der eigentliche Sprung kommt später. Im Gebietsmittel für Deutschland lag der Oktober der Jahre 2015 bis 2025 bei 10,4 °C, der jeweils folgende Januar bei 1,5 °C ([Quelle: DWD, Gebietsmittel Lufttemperatur](https://opendata.dwd.de/climate_environment/CDC/regional_averages_DE/monthly/air_temperature_mean/)) — im Schnitt also knapp neun Kelvin Unterschied zwischen dem Monat, in dem die Räder montiert werden, und dem Monat, in dem sie am kältesten arbeiten. Der Januar 2026 war mit minus 0,8 °C der kälteste seit 2017.

Der saubere Weg ist deshalb, den Druck erst zu prüfen, wenn die Räder die Außentemperatur angenommen haben: am nächsten Morgen, vor der ersten Fahrt, im Freien. Wer das nicht abwarten will, füllt in der warmen Halle bewusst etwas großzügiger. Umgekehrt gilt dieselbe Vorsicht: An einem warmgefahrenen Reifen darf niemals Luft abgelassen werden, nur weil das Messgerät einen höheren Wert zeigt als der Aufkleber. Der Reifen kühlt ab, und dann fehlt der Druck. Wie Sie den Sollwert finden und richtig anlegen, steht ausführlich im Ratgeber [Reifendruck einstellen und richtig ablesen](https://www.reifentiefpreis.de/blog/richtiger-reifendruck-einstellen); die Handgriffe an der Säule zeigt der Beitrag zum [Aufpumpen an der Tankstelle](https://www.reifentiefpreis.de/blog/reifen-aufpumpen-tankstelle), und wer selbst schraubt, findet die Reihenfolge im Ratgeber zum [Räderwechsel in Eigenregie](https://www.reifentiefpreis.de/blog/raeder-selbst-wechseln).

## So stellen Sie den Winterdruck richtig ein

Fünf Schritte genügen, und sie kosten zusammen keine zehn Minuten:

1. **Sollwert suchen.** Er steht auf einem Aufkleber in der Fahrertür, an der B-Säule oder in der Tankklappe, außerdem im Fahrzeughandbuch. Achten Sie darauf, welche Zeile für Ihre Reifengröße und welche für Teil- oder Volllast gilt.
2. **Kalt und draußen messen.** Der Reifen darf höchstens ein paar Kilometer bewegt worden sein. Ideal ist die Messung vor der ersten Fahrt des Tages, an dem Ort, an dem das Auto auch steht — das ist genau die Bedingung, die auch die UN-Regelung für einen gültigen Wert verlangt.
3. **Zuschlag geben.** 0,2 bar über dem Sollwert sind ein guter Wert für den Alltag; laut ADAC ist das beim Komfort kaum zu spüren und senkt den Verbrauch. Bei voll besetztem Auto und Dachlast die Volllast-Zeile nehmen.
4. **Alle vier Räder prüfen, das Reserverad nicht vergessen.** Ein Notrad braucht oft deutlich mehr Druck als die montierten Reifen, verliert im Kofferraum aber jahrelang unbemerkt Luft.
5. **Alle zwei Wochen wiederholen** — und nach jedem starken Temperatursturz noch einmal.

Der zweite Schritt wirkt nebensächlich, ist aber der wirksamste von allen. Füllen Sie den Reifen bei der Außentemperatur eines durchschnittlichen Oktobertages von rund 12 °C statt in der 20 Grad warmen Halle, dann verschiebt sich der rechnerische Auslösepunkt von minus 20,1 °C auf **minus 27,0 °C**. In unseren 8.020 ausgewerteten Winternächten wurde dieser Wert an **keiner einzigen Station** erreicht, Oberstdorf eingeschlossen. Richtig gefüllt schließen Sie die Möglichkeit, dass die Kälte allein die Leuchte auslöst, also praktisch vollständig aus — und jede Warnung, die trotzdem kommt, ist damit eine echte.

Ein Sonderfall sind verstärkte Reifen. Trägt Ihre Flanke die Kennzeichnung XL, Reinforced oder Extra Load, dann trägt der Reifen die höhere Last ausdrücklich nur mit dem höheren Fülldruck; warum das so ist, erklärt der Beitrag zu [verstärkten Reifen mit XL-Kennung](https://www.reifentiefpreis.de/blog/verstaerkte-reifen-xl). Und ein hartnäckiger Mythos gehört hier auch hin: Eine Stickstofffüllung ändert am Temperaturverhalten praktisch nichts, denn Luft besteht ohnehin zu rund 78 Prozent aus Stickstoff. Ob sich der Aufpreis lohnt, haben wir in der [Einordnung zur Stickstofffüllung](https://www.reifentiefpreis.de/blog/stickstoff-im-reifen-sinnvoll) durchgerechnet.

## RDKS nach dem Radwechsel: zurücksetzen, anlernen, prüfen lassen

Ein Reifendruckkontrollsystem ist seit November 2012 für alle neu typgenehmigten Pkw vorgeschrieben und seit November 2014 für alle neu zugelassenen Fahrzeuge; seit Mai 2018 gilt ein nicht funktionierendes System bei der Hauptuntersuchung als erheblicher Mangel ([Quelle: Bundesverband Reifenhandel und Vulkaniseur-Handwerk](https://bundesverband-reifenhandel.de/infopool/rdks-allgemeine-infos)). Was bei der Prüfung sonst noch am Rad kontrolliert wird, fasst unser Ratgeber zur [Hauptuntersuchung und den Reifen](https://www.reifentiefpreis.de/blog/reifen-hauptuntersuchung-tuev) zusammen. Sie kommen also nicht darum herum, sich beim Wechsel auf den Winterradsatz kurz darum zu kümmern.

Welcher Handgriff nötig ist, hängt vom System ab. Direkt messende Systeme haben in jedem Rad einen Sensor mit eigener Batterie; der ADAC beziffert deren Lebensdauer auf fünf bis acht Jahre und die Kosten für die Ausstattung eines zweiten Radsatzes auf 120 bis 300 Euro ([Quelle: ADAC, Reifendruck-Kontrollsystem](https://www.adac.de/rund-ums-fahrzeug/ausstattung-technik-zubehoer/reifen/sicherheit/reifendruck-kontrollsystem-2026/)). Indirekte Systeme kommen ohne eigene Sensoren aus, weil sie den Abrollumfang über die vorhandenen Drehzahlfühler auswerten — dafür müssen sie nach jeder Druckanpassung und nach jedem Radwechsel neu initialisiert werden, meist per Tastendruck oder über das Bordmenü.

Wichtig ist die Reihenfolge, und sie ergibt sich direkt aus allem Vorherigen: **erst den richtigen Druck einstellen, dann zurücksetzen** — und zwar mit dem Druck, den die Reifen bei Außentemperatur haben, nicht mit dem Wert aus der warmen Halle. Wer vorher zurücksetzt oder einen in der Wärme gemessenen Wert speichern lässt, macht dem System einen zu niedrigen beziehungsweise zu hohen Bezugswert zum neuen Normalzustand. Den Unterschied zwischen beiden Bauarten haben wir in [RDKS direkt und indirekt erklärt](https://www.reifentiefpreis.de/blog/rdks-direkt-indirekt) aufgeschrieben; alles rund um Sensoren am zweiten Radsatz steht im Beitrag zum [RDKS beim Kompletträder-Wechsel](https://www.reifentiefpreis.de/blog/rdks-kompletraeder-sensoren-anlernen).

## Was zu wenig Luft im Winter wirklich kostet

Der Druck ist keine Komfortfrage. Schon 0,4 bar zu wenig lassen laut ADAC den Verschleiß steigen und den Verbrauch um bis zu 0,3 Liter je 100 Kilometer wachsen; dazu kommen ein längerer Bremsweg, schlechteres Kurvenverhalten und bei hohem Tempo ein erhöhtes Risiko für einen Reifenschaden. Zur Einordnung: 0,4 bar sind bei 2,2 bar Sollwert etwa der Verlust, den eine Abkühlung um 36 Kelvin bewirkt — also genau die Größenordnung, die zwischen der warmen Halle und einer Frostnacht liegt, wenn niemand nachmisst.

Im Winter kommt ein Punkt hinzu, den man leicht übersieht: Ein zu weicher Reifen walkt stärker und legt sich flacher auf die Fahrbahn. Genau das schadet ihm dort, wo er im Winter arbeiten muss — beim Verdrängen von Schneematsch und beim Verzahnen der Lamellen mit der Fahrbahn. Die Lamellen brauchen Kantendruck, und den liefert nur ein korrekt gefüllter Reifen. Was zu wenig und zu viel Luft im Einzelnen anrichten, zeigt der Beitrag zu den [Folgen von falschem Reifendruck](https://www.reifentiefpreis.de/blog/falscher-reifendruck-folgen).

Der beste Zeitpunkt, all das zu erledigen, ist der Moment, in dem der Winterradsatz ohnehin in der Hand ist. Prüfen Sie bei der Gelegenheit auch Alter und Zustand der Reifen — warum ausgerechnet das Alter den Satz häufiger stoppt als das Profil, steht in unserem Ratgeber zu [Winterrädern aus dem Lager](https://www.reifentiefpreis.de/blog/winterraeder-vor-montage-pruefen). Und wenn der Satz seine letzte Saison hinter sich hat: In der meistgefragten Größe [205/55 R16](https://www.reifentiefpreis.de/reifen/groesse/205-55-r16) stehen derzeit 228 lieferbare Winterreifen zur Wahl, vom [Semperit Speed-Grip 5 205/55 R16 91H](https://www.reifentiefpreis.de/artikel/semperit-speed-grip-5-205-55-r16-91h-119873) für 77,20 Euro über den [Dunlop Winter Sport 5 205/55 R16 91H](https://www.reifentiefpreis.de/artikel/dunlop-winter-sport-5-205-55-r16-91h-106084) für 82,47 Euro bis zum [Continental WinterContact TS 870 205/55 R16 91T](https://www.reifentiefpreis.de/artikel/continental-wintercontact-ts-870-205-55-r16-91t-119651) für 92,38 Euro (Preise vom 19. September 2026). Das gesamte Sortiment finden Sie bei den [Winterreifen für PKW](https://www.reifentiefpreis.de/reifen/pkw/winterreifen), und worauf es bei der Auswahl ankommt, fasst die [Kaufberatung für Winterreifen](https://www.reifentiefpreis.de/blog/winterreifen-kaufen-kaufberatung) zusammen.

**Fazit:** Kälte senkt den Reifendruck um rund ein Zehntel Bar je zehn Grad — das ist normal und kein Grund zur Sorge. Die Warnleuchte dagegen ist ein Grund zur Sorge: Sie darf erst bei 20 Prozent Druckverlust kommen, und das entspricht bei einem in der Halle gefüllten Reifen rund minus 20 °C. In elf Wintern hat die Kälte diese Marke an drei von vier ausgewerteten Stationen kein einziges Mal erreicht. Stellen Sie den Druck beim Radwechsel im Freien und mit 0,2 bar Zuschlag ein, setzen Sie das RDKS danach zurück — und nehmen Sie die Leuchte ernst, wenn sie trotzdem kommt.

## Häufige Fragen

### Braucht ein Winterreifen grundsätzlich mehr Luft als ein Sommerreifen?

Nein. Maßgeblich ist immer der Wert, den der Fahrzeughersteller für Ihr Auto und Ihre Reifengröße angibt, nicht die Saison. Weil der Druck bei Kälte aber von allein sinkt, ist der Zuschlag von 0,2 bar im Winter besonders sinnvoll — und häufigeres Nachmessen ebenso.

### Darf ich den Luftdruck an einem warmgefahrenen Reifen einstellen?

Nachfüllen ja, ablassen besser nicht. Ein warmer Reifen zeigt einen erhöhten Wert an; lassen Sie darauf Luft ab, fehlt sie im abgekühlten Zustand. Wenn Sie an der Tankstelle nach längerer Fahrt messen, rechnen Sie etwa 0,2 bis 0,3 bar Zuschlag auf den Sollwert und kontrollieren Sie später noch einmal kalt nach.

### Erlischt die Meldung von allein, sobald es wieder wärmer wird?

Manchmal ja, und genau das ist die Gefahr. Steigt die Temperatur, steigt der Druck über die Warnschwelle zurück und die Leuchte geht aus, obwohl der Reifen weiterhin zu wenig Luft hat. Prüfen Sie den Druck nach jeder solchen Meldung von Hand nach, statt auf das Erlöschen der Leuchte zu vertrauen.

### Warum blinkt die Kontrollleuchte manchmal, bevor sie dauerhaft leuchtet?

Weil dasselbe Symbol zwei Dinge anzeigen darf. Nach der UN-Regelung Nr. 64 muss ein blinkender Auftakt nach dem Einschalten der Zündung eine Störung des Systems melden, etwa eine leere Sensorbatterie oder einen Übertragungsfehler. Dauerhaftes Leuchten ohne Blinken steht dagegen für zu wenig Druck. Blinkt es, hilft Aufpumpen nicht — dann muss die Werkstatt an das System.


Quelle: https://www.reifentiefpreis.de/blog/reifendruck-kaelte-rdks
