# Neun von zehn Reifen ohne Test: Wie schmal das ADAC-Archiv wirklich ist

Veröffentlicht: 20.08.2026 · Aktualisiert: 10.09.2026 · Kategorie: Tests & Auszeichnungen · Autor: Reifentiefpreis · Schlagwörter: Reifentests, ADAC, Reifengrößen, Kaufberatung, EU-Reifenlabel

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Wer einen neuen Reifen sucht, macht es fast automatisch so: erst die Größe von der Flanke ablesen, dann nach einem Test zu genau dieser Größe suchen. Bei 205/55 R16 klappt das. Bei 175/65 R14 nicht. Und bei 235/55 R19 auch nicht. Das ist kein Versäumnis der Tester, sondern eine Folge davon, wie aufwendig ein seriöser Reifentest ist: Jede geprüfte Dimension bedeutet ein eigenes Testfahrzeug, komplette Sätze für jedes Modell, eigene Messreihen auf trockener, nasser und verschneiter Fahrbahn und Verschleißfahrten über Zehntausende Kilometer. Deshalb entscheidet sich ein Testveranstalter pro Jahr für eine Handvoll Größen — und alle anderen bleiben außen vor.

Wir haben deshalb das komplette Reifentest-Archiv des ADAC ausgezählt, jedes einzelne Testfeld mit Datum und Feldstärke erfasst und das Ergebnis anschließend gegen unser eigenes Sortiment gehalten. Dabei kam eine Zahl heraus, die schärfer ausfällt, als wir sie bei der ersten Auswertung im August notiert hatten: Rechnet man nicht in groben Zoll-Korridoren, sondern größen- und saisongenau, dann findet **rund neun von zehn lieferbaren Pkw-Reifen** keinen ADAC-Test, der zu ihm passt. Dieser Beitrag zeigt, wie das Archiv wirklich aussieht, wie alt der Test für Ihre Größe ist — und was Sie tun können, wenn es gar keinen gibt.

## Das komplette Archiv: 22 Testfelder, 388 Reifen, sieben Jahrgänge

Der ADAC führt seine Reifentests in drei Reihen. Die Übersichtsseiten zu den [Winterreifentests](https://www.adac.de/rund-ums-fahrzeug/ausstattung-technik-zubehoer/reifen/reifentest/winterreifen/), den [Sommerreifentests](https://www.adac.de/rund-ums-fahrzeug/ausstattung-technik-zubehoer/reifen/reifentest/sommerreifen/) und den [Ganzjahresreifentests](https://www.adac.de/rund-ums-fahrzeug/ausstattung-technik-zubehoer/reifen/reifentest/ganzjahresreifen/) zeigen auf den ersten Blick weniger, als tatsächlich vorhanden ist: Die Listen sind seitenweise aufgeteilt, und wer nur die erste Seite ansieht, übersieht ältere Jahrgänge. Klappert man alle Seiten ab, kommt man auf **22 Testfelder**, in denen insgesamt **388 Reifen** geprüft wurden — Stand 10. September 2026.

Aufgeteilt sind das **elf Winterfelder, sieben Sommerfelder und vier Ganzjahresfelder**. Der älteste noch abrufbare Test stammt vom 24. September 2019 und lief in 205/65 R16 C, also auf einer Transporterdimension; der jüngste ist der Ganzjahresreifentest vom 23. Juni 2026 in 185/65 R15. Dazwischen liegen sieben Jahrgänge ohne eine einzige Lücke bei den Sommer- und Winterreifen.

Die Feldstärken schwanken erheblich. Der Regelfall sind **16 Reifen pro Test** — dieser Wert kommt in zehn der 22 Felder vor und ist zugleich der Median. Nach oben gibt es zwei Ausreißer, die das Archiv prägen: der [Sommerreifentest vom 22. Februar 2023 in 205/55 R16](https://www.adac.de/rund-ums-fahrzeug/ausstattung-technik-zubehoer/reifen/reifentest/sommerreifen/205-55-r16/) mit **50 Reifen** und der Winterreifentest vom 23. September 2025 in 225/40 R18 mit **31 Reifen**. Nach unten ist das dünnste Feld der [Ganzjahresreifentest vom 11. August 2020 in 235/55 R17](https://www.adac.de/rund-ums-fahrzeug/ausstattung-technik-zubehoer/reifen/reifentest/ganzjahresreifen/235-55-r17/) mit gerade **sieben Modellen**. Im Schnitt sind es 17,6 Reifen je Feld.

## Elf Größen — und keine davon zufällig ausgewählt

Interessant wird es, wenn man nicht die Tests zählt, sondern die Dimensionen. Denn die 22 Felder verteilen sich auf ganze **elf verschiedene Größen**: 185/65 R15, 195/65 R15, 205/55 R16, 205/60 R16, 205/65 R16 C, 215/55 R17, 215/60 R16, 225/40 R18, 225/45 R17, 225/50 R17 und 235/55 R17. Mehr ist es nicht. Sieben Jahrgänge, drei Reihen, elf Größen — und eine davon ist mit dem Zusatz C ein Transporterreifen, gehört für den Pkw-Fahrer also streng genommen gar nicht dazu.

Legt man diese elf Dimensionen nebeneinander, fällt ein sehr enges Muster auf. Alle liegen zwischen **15 und 18 Zoll**, alle haben eine Nennbreite zwischen **185 und 235 Millimetern**, und alle Querschnitte bewegen sich zwischen 40 und 65 Prozent. Innerhalb dieses Fensters ist die Verteilung noch einmal schief: **Zehn der 22 Felder liefen auf 17 Zoll**, sieben auf 16 Zoll, drei auf 15 Zoll und nur zwei auf 18 Zoll. Die 17-Zoll-Klasse wurde damit fast so oft geprüft wie alle anderen Zollgrößen zusammen.

Nachvollziehbar ist das durchaus: Kompaktklasse und kompakte SUV sind die verkaufsstärksten Fahrzeugsegmente in Deutschland, und dort sitzt genau diese Zollgröße. Nur deckt sich diese Auswahl eben nicht mit dem, was tatsächlich auf deutschen Straßen und in den Regalen liegt — dazu weiter unten die Gegenprobe.

## Der Rhythmus: Ende Februar, Ende September, und eine Lücke von fast vier Jahren

Wer die Erscheinungsdaten sortiert, sieht ein Uhrwerk. **Die Sommerreifentests erscheinen seit 2020 jedes Jahr zwischen dem 20. und dem 25. Februar** — 25.02.2020, 23.02.2021, 21.02.2022, 22.02.2023, 20.02.2024, 25.02.2025 und zuletzt der [Sommerreifentest vom 24. Februar 2026 in 225/50 R17](https://www.adac.de/rund-ums-fahrzeug/ausstattung-technik-zubehoer/reifen/reifentest/sommerreifen/225-50-r17-2026/). Sieben Jahrgänge, sieben Termine, keine Abweichung von mehr als fünf Tagen. Die Winterreifentests folgen demselben Muster im Herbst: Alle elf Winterfelder wurden **zwischen dem 21. und dem 27. September** veröffentlicht, in den Jahren 2021 bis 2024 jeweils zwei Größen an einem Tag.

Innerhalb der Winterreihe hat sich dabei etwas verschoben, das man nur an der Zeitreihe sieht. In den Jahren 2021 bis 2024 prüfte der ADAC jeweils **zwei Größen pro Herbst** und veröffentlichte beide am selben Tag; 2019, 2020 und zuletzt 2025 war es nur eine. Der Jahrgang 2025 hat diese Verknappung allerdings mit Breite ausgeglichen: Statt zweier Felder à 16 Reifen gab es ein einziges Feld mit 31 Modellen — das zweitgrößte des gesamten Archivs. Für Käufer bedeutet das einen Zielkonflikt, den man kennen sollte: Ein breites Feld in einer Größe liefert mehr Vergleichbarkeit und schließt auch preiswerte Marken ein, deckt aber eben nur eine einzige Dimension ab.

Für die Planung heißt das etwas sehr Praktisches. Wenn der ADAC seinen Rhythmus hält — und das ist unsere Hochrechnung aus sieben Jahrgängen, keine Ankündigung des Clubs —, dann fällt der nächste Winterreifentest in die **zweite Septemberhälfte 2026**, also in die kommenden Wochen. Wer noch Zeit hat und in einer der üblichen Testgrößen unterwegs ist, kann ihn abwarten; wer jetzt kaufen muss, sollte nicht darauf warten, dass sein Format dabei ist. Bis dahin ist der [ADAC-Ganzjahresreifentest 2025 in 225/45 R17](https://www.reifentiefpreis.de/blog/adac-ganzjahresreifentest-2025) das jüngste vollständig ausgewertete Feld, das wir im Blog aufbereitet haben.

Ganz anders sieht es bei den Ganzjahresreifen aus, und das ist der auffälligste Befund dieser Zeitreihe: Zwischen dem Test vom 11. August 2020 und dem nächsten am 15. Juli 2024 liegen **drei Jahre und elf Monate ohne einen einzigen Ganzjahresreifentest** — ausgerechnet in dem Segment, das in dieser Zeit am stärksten gewachsen ist. Seit 2024 läuft die Reihe wieder jährlich und rückt dabei im Kalender nach vorn: Juli 2024, Juni 2025, Juni 2026.

## Wie alt ist der Test für Ihre Größe?

Ein Test ist kein zeitloses Dokument. Reifenmodelle werden alle vier bis sechs Jahre abgelöst, und ein Testfeld von 2020 besteht heute überwiegend aus Vorgängergenerationen. Deshalb lohnt der Blick darauf, **wann die eigene Größe zuletzt geprüft wurde**. Über alle elf Dimensionen liegt der jüngste Test im Median **zwei Jahre** zurück — die Spanne reicht aber von drei Monaten bis fast sieben Jahren.

Ganz aktuell sind vier Größen: 185/65 R15 (Juni 2026), 225/50 R17 (Februar 2026), 225/40 R18 (September 2025) und 225/45 R17 (Juni 2025). Im Mittelfeld liegen 205/55 R16 und 215/55 R17 mit jeweils knapp zwei Jahren sowie 205/60 R16 mit knapp drei Jahren. Deutlich älter sind **215/60 R16 (zuletzt September 2022)**, **[195/65 R15 (zuletzt 21. September 2021)](https://www.adac.de/rund-ums-fahrzeug/ausstattung-technik-zubehoer/reifen/reifentest/winterreifen/195-65-r15/)** und **235/55 R17 (zuletzt September 2020)**. Das Schlusslicht ist die Transporterdimension **[205/65 R16 C aus dem September 2019](https://www.adac.de/rund-ums-fahrzeug/ausstattung-technik-zubehoer/reifen/reifentest/winterreifen/205-65-r16-c/)** — fast sieben Jahre alt und damit für eine heutige Kaufentscheidung kaum noch belastbar.

Bemerkenswert ist der Fall 235/55 R17. Diese Größe ist neben 205/55 R16 die einzige, für die es Tests in **allen drei Reihen** gibt — Sommer, Winter und Ganzjahr. Nur stammen alle drei aus demselben Jahr 2020, und seitdem wurde die Dimension nie wieder angefasst. Wer heute in dieser Größe kauft, findet also formal drei Testberichte und praktisch keinen aktuellen.

## 205/55 R16: die am besten dokumentierte Reifengröße im Land

Am anderen Ende der Skala steht eine einzige Dimension, die alles bekommen hat, was das Archiv zu vergeben hat. **205/55 R16 ist die einzige Größe mit einem aktuellen Test in allen drei Saisons**: Sommer im Februar 2023 mit dem größten Feld, das der ADAC je aufgefahren hat (50 Reifen), Ganzjahr im Juli 2024 mit 16 Modellen und Winter im September 2024 mit zwölf Modellen. Zusammengenommen sind das 78 einzeln vermessene Reifen in einer einzigen Dimension.

Dass ausgerechnet diese Größe so dicht abgedeckt ist, hat einen einfachen Grund: Sie ist auch bei uns die meistgefragte Pkw-Dimension überhaupt und mit 841 lieferbaren Ausführungen die am breitesten sortierte. Wer in [205/55 R16](https://www.reifentiefpreis.de/reifen/groesse/205-55-r16) unterwegs ist, hat also den seltenen Luxus, für jede Saison ein aktuelles, unabhängiges Urteil nachschlagen zu können — und dazu ein Feld, das groß genug ist, um auch preiswerte Marken einzuschließen.

Diese Ausnahme ist zugleich der Maßstab, an dem man die Lücke bei allen anderen Größen messen kann. Was für 205/55 R16 selbstverständlich wirkt, ist im Rest des Sortiments die absolute Ausnahme.

## Die Gegenprobe im Regal: neun von zehn Reifen ohne passenden Test

Bis hierhin ist das eine Beobachtung über die Tester. Interessant wird sie erst, wenn man sie gegen den realen Markt hält. Wir haben deshalb unser Pkw-Sortiment ausgewertet — alle lieferbaren Ausführungen, Stand 10. September 2026. Grundgesamtheit: **35.815 lieferbare Pkw-Reifen**, davon 18.054 Sommer-, 8.910 Winter-, 8.350 Ganzjahres- und 501 Sportreifen.

Zählt man nur die Größe, ohne Rücksicht auf die Saison, dann liegen **5.322 Ausführungen — 14,9 Prozent — in einer der elf getesteten Dimensionen**. Schon das ist wenig. Rechnet man aber so, wie ein Käufer tatsächlich sucht, nämlich **Größe und Saison zusammen**, wird es noch deutlich dünner. Denn ein Wintertest in 195/65 R15 hilft nicht weiter, wenn Sommerreifen gebraucht werden.

Saisongenau gezählt ergibt sich dieses Bild: Bei den Sommerreifen sind sechs der elf Größen getestet, das sind **1.443 von 18.054 Ausführungen oder 8,0 Prozent**. Bei den Winterreifen — der am besten abgedeckten Reihe — sind es elf Größen und **1.494 von 8.910 oder 16,8 Prozent**. Bei den Ganzjahresreifen sind nur vier Größen getestet: **567 von 8.350 oder 6,8 Prozent**. Über alle drei Reihen zusammen sind das **3.504 von 35.314 Ausführungen — 9,9 Prozent.** Für rund **neun von zehn lieferbaren Pkw-Reifen gibt es also keinen ADAC-Test in genau dieser Größe und Saison.**

Der Grund für diesen Absturz von 14,9 auf 9,9 Prozent steckt in der Struktur des Archivs. Die 22 Testfelder decken nämlich nur **21 verschiedene Kombinationen aus Größe und Saison** ab — 225/50 R17 wurde als einzige Dimension zweimal in derselben Reihe geprüft, 2021 und 2026 im Sommer. Rechnerisch möglich wären bei elf Größen und drei Reihen 33 Kombinationen; zwölf davon fehlen. Konkret heißt das: Wer Sommerreifen sucht, findet nur für sechs der elf Größen ein Testfeld, wer Ganzjahresreifen sucht, sogar nur für vier. Die Winterreihe ist mit elf von elf die einzige, die alle geprüften Dimensionen auch abdeckt — was wenig überrascht, denn sie hat die Auswahl der Größen über die Jahre maßgeblich bestimmt.

## Wo das Testfenster aufhört: unter 15 und über 18 Zoll

Die zweite Auswertung erklärt, wo diese Masse steckt. Betrachtet man nur den groben Korridor — 15 bis 18 Zoll und 185 bis 235 Millimeter Breite —, dann liegen 18.303 Ausführungen (51,1 Prozent) darin und 17.512 (48,9 Prozent) außerhalb. Dieser Wert hat sich seit unserer ersten Zählung im August kaum bewegt.

Die beiden Ränder sind aber unterschiedlich schwer. Unterhalb des Fensters, von 12 bis 14 Zoll, führen wir **3.359 Ausführungen**. Oberhalb, ab 19 Zoll, sind es **10.660** — also mehr als dreimal so viele. Das größte unerforschte Feld ist damit nicht der Kleinwagen, sondern der große Radsatz: 19 Zoll allein bringt es auf 5.060 Ausführungen, 20 Zoll auf 3.721, dazu kommen 1.378 in 21 Zoll und 438 in 22 Zoll. **In keiner einzigen dieser Zollgrößen hat der ADAC in den vergangenen sieben Jahren getestet.**

Das ist kein Randphänomen mehr. Ein großer Teil der aktuellen SUV und praktisch die gesamte Oberklasse — Verbrenner wie Elektroautos — rollt ab Werk auf 19, 20 oder 21 Zoll. Wer ein solches Auto fährt, findet für seine Serienbereifung schlicht kein unabhängiges Testurteil. Nach unten trifft es die andere Hälfte des Marktes: 13 und 14 Zoll fehlen in den Sommer-, Winter- und Ganzjahresreihen vollständig, obwohl [175/65 R14](https://www.reifentiefpreis.de/reifen/groesse/175-65-r14) bei uns zu den gefragtesten Dimensionen überhaupt zählt. Wie dünn die Auswahl bei ganz kleinen Rädern zusätzlich wird, haben wir separat in [Kleine Reifengröße, kleine Auswahl](https://www.reifentiefpreis.de/blog/reifenauswahl-nach-groesse) ausgewertet.

## Die Tests treffen die Bestseller — und hören danach abrupt auf

Es wäre unfair, daraus einen Vorwurf zu machen, denn die Veranstalter wählen ihre Dimensionen erkennbar nach Verbreitung aus. Das lässt sich zeigen. Wir haben die 50 gefragtesten Größen unseres Sortiments genommen, die Motorrad- und Rollerformate herausgerechnet und die verbleibenden **31 Pkw-Dimensionen** gegen das Archiv geprüft.

Ganz oben passt es hervorragend: Von den **zehn meistgefragten Pkw-Größen sind acht** seit 2019 mindestens einmal getestet worden — 205/55 R16, 195/65 R15, 225/45 R17, 205/60 R16, 225/50 R17, 185/65 R15, 215/60 R16 und 225/40 R18. Nur zwei fehlen, und beide sind alles andere als Exoten: [215/65 R16](https://www.reifentiefpreis.de/reifen/groesse/215-65-r16) auf Platz vier unserer Pkw-Nachfrage mit 317 lieferbaren Ausführungen und [225/55 R17](https://www.reifentiefpreis.de/reifen/groesse/225-55-r17) auf Platz neun mit 444 Ausführungen.

Dahinter bricht die Abdeckung fast vollständig weg. **Von den 21 Größen auf den Rängen 11 bis 31 sind gerade noch zwei getestet:** 215/55 R17 und 235/55 R17 — und Letztere zuletzt 2020. Ungetestet bleiben damit unter anderem 175/65 R14, 185/60 R15, 195/55 R16, 215/60 R17, 225/45 R18, 165/70 R14, 245/45 R18, 225/55 R16, 215/55 R16, 245/40 R18, 205/50 R17, 235/45 R18, 235/55 R18, 235/60 R18, 175/70 R14, 245/45 R19 und [235/55 R19](https://www.reifentiefpreis.de/reifen/groesse/235-55-r19). Das sind gewachsene, gut sortierte Dimensionen mit echter Nachfrage — nur eben ohne Testurteil.

Ein konkretes Beispiel: In der ungetesteten Größe 215/65 R16 steht der [Goodyear Vector 4Seasons Gen-3 215/65 R16 102H](https://www.reifentiefpreis.de/artikel/goodyear-vector-4seasons-gen-3-215-65-r16-102h-118318) für 107,96 Euro im Regal, ein Ganzjahresreifen mit der Labelkombination A/B und 71 Dezibel. In 225/55 R17 findet sich mit dem [Goodyear Eagle F1 Asymmetric 6 225/55 R17 97Y](https://www.reifentiefpreis.de/artikel/goodyear-eagle-f1-asymmetric-6-225-55-r17-97y-126283) für 116,77 Euro ein Sommerreifen mit Nasshaftungsklasse A. Beides sind starke Werte — nachschlagen lässt sich zu beiden Reifen in dieser Dimension trotzdem kein Testurteil.

## Zwei Sondertests, die das Bild eher bestätigen als aufbrechen

Neben den drei Hauptreihen führt der ADAC zwei Sondertests, und beide stammen aus dem Jahr 2025. Der [All-Terrain-Reifentest vom 6. Mai 2025](https://www.adac.de/rund-ums-fahrzeug/ausstattung-technik-zubehoer/reifen/reifentest/spezielle-reifentests/all-terrain-reifen-test/) prüfte acht grobstollige Reifen in 225/65 R17 — wieder 17 Zoll, wieder eine Breite im gewohnten Korridor; was dabei herauskam, haben wir in unserem [Bericht zum All-Terrain-Test](https://www.reifentiefpreis.de/blog/adac-all-terrain-reifentest-2025) im Einzelnen aufgeschlüsselt.

Der [Anhängerreifentest vom 19. März 2025](https://www.adac.de/rund-ums-fahrzeug/ausstattung-technik-zubehoer/reifen/reifentest/spezielle-reifentests/anhaengerreifen-test/) mit zehn Reifen lief dagegen in 185 R14 und ist damit die **einzige 14-Zoll-Dimension im gesamten ADAC-Reifenarchiv der vergangenen sieben Jahre** — nur eben an einem Anhänger und nicht an einem Pkw. Rechnet man beide Sondertests hinzu, kommt das Archiv auf 24 Tests und 406 einzeln bewertete Reifen, und die Zahl der geprüften Dimensionen steigt von elf auf 13. Beide zusätzlichen Größen sind allerdings Sonderfälle: 225/65 R17 ist eine Geländereifen-Dimension, 185 R14 ein Anhängerformat ohne Querschnittsangabe. Für die Frage, ob es zu Ihrem Pkw-Reifen ein Testurteil gibt, ändert sich damit nichts — der Schwerpunkt bleibt 16 bis 18 Zoll bei Breiten zwischen 185 und 235 Millimetern.

## Ein Testergebnis gilt nur für die getestete Größe

Jetzt kommt der Teil, der in der Praxis am meisten Geld und Ärger kostet: Der naheliegende Ausweg — einfach das Ergebnis aus einer benachbarten Größe übernehmen — funktioniert nicht zuverlässig. Ein Reifenmodell ist keine über alle Dimensionen identische Ware. Profiltiefe und Profilbild werden je Größe angepasst, die Gummimischung kann variieren, die Karkasse trägt unterschiedliche Lasten, und die Flankenhöhe verändert das Fahrverhalten spürbar. Getestet wird immer eine ganz bestimmte Ausführung an einem ganz bestimmten Fahrzeug in einem ganz bestimmten Konkurrenzfeld.

Wie weit die Ergebnisse desselben Modells auseinandergehen können, zeigt unsere Auswertung zum [Dunlop Winter Response 2](https://www.reifentiefpreis.de/blog/dunlop-winter-response-2): Im ADAC-Wintertest 2021 in 195/65 R15 bekam er eine 2,2 und lag damit im vorderen Feld — ein Jahr später, im Wintertest 2022 in 185/65 R15, stand für dasselbe Modell eine 3,6. Nicht weil der Reifen schlechter geworden wäre, sondern weil Größe, Testfahrzeug und Gegner andere waren.

Dasselbe gilt in der Gegenrichtung. Der [Goodyear UltraGrip Performance 3](https://www.reifentiefpreis.de/blog/goodyear-ultragrip-performance-3) war Testsieger des ADAC-Winterreifentests 2025 mit der Note 2,0 — geprüft in 225/40 R18. Denselben Reifen gibt es bei uns auch als [Goodyear UltraGrip Performance 3 in 235/55 R19 105H](https://www.reifentiefpreis.de/artikel/goodyear-ultragrip-performance-3-235-55-r19-105h-161016) — derselbe Modellname, dieselbe Technikgeneration, sehr wahrscheinlich ebenfalls ein guter Reifen. Ein Messwert für diese Ausführung ist die 2,0 trotzdem nicht, denn 19 Zoll kam im Test überhaupt nicht vor. Genauso wenig überträgt sich das EU-Label von Größe zu Größe, wie wir in [Warum derselbe Reifen je nach Größe ein anderes EU-Label trägt](https://www.reifentiefpreis.de/blog/reifenlabel-nach-groesse) an konkreten Zahlen gezeigt haben.

## Was Sie tun können, wenn Ihre Größe nie getestet wurde

Die gute Nachricht: Ein fehlender Test heißt nicht, dass Sie im Blindflug kaufen. Es heißt nur, dass Sie die Entscheidung auf mehrere kleinere Belege stützen müssen statt auf eine einzelne Note.

**Erstens das EU-Label der konkreten Ausführung lesen.** Es ist der einzige Wert, den es für jede verkaufte Größe gibt, und es wird genormt gemessen. Die Nasshaftung ist dabei die Klasse, die im Zweifel zuerst zählt — sie bildet den Bremsweg auf nasser Fahrbahn ab, und wie viel Unterschied zwischen den Klassen wirklich liegt, haben wir in [Nasshaftung beim Reifen](https://www.reifentiefpreis.de/blog/nasshaftung-reifenlabel) mit Metern hinterlegt. Dass das Label nur einen Ausschnitt zeigt und einen Test nicht ersetzt, ordnen wir in [EU-Reifenlabel oder Reifentest](https://www.reifentiefpreis.de/blog/reifenlabel-oder-test) ein — aber ein gemessener Ausschnitt ist besser als ein Bauchgefühl.

**Zweitens das Modell statt der Größe prüfen.** Wurde das Modell in irgendeiner Dimension getestet, sagt das zwar nichts über Ihre Ausführung, aber viel über die Auslegung des Herstellers und darüber, ob Sie eine aktuelle oder eine auslaufende Generation kaufen. Behandeln Sie das als Indiz, nicht als Note. Ein Beispiel für ein aktuell geprüftes Feld ist der [ADAC-Sommerreifentest 2026](https://www.reifentiefpreis.de/blog/adac-sommerreifentest-2026-die-testsieger-in-225-50-r17), in dem 16 Modelle in 225/50 R17 komplett vermessen wurden.

**Drittens über den ADAC hinausschauen.** AUTO BILD, ACE, AvD sowie die Schwesterclubs ÖAMTC und TCS testen in teils anderen Dimensionen und mit anderen Gewichtungen — der [AUTO-BILD-Sommerreifentest 2026](https://www.reifentiefpreis.de/blog/autobild-sommerreifentest-2026) etwa lief in 245/45 R19, also in einer Zollgröße, die beim ADAC gar nicht vorkommt. Welcher Veranstalter wie streng misst, haben wir in [Reifentests im Vergleich](https://www.reifentiefpreis.de/blog/reifentests-im-vergleich) gegenübergestellt; wie ein solcher Test überhaupt abläuft, erklärt [Wie wird ein Reifen getestet](https://www.reifentiefpreis.de/blog/wie-wird-ein-reifen-getestet).

**Viertens auf Alter, Tragfähigkeit und Geschwindigkeitsindex achten.** Gerade in ungetesteten Größen landen überdurchschnittlich viele No-Name-Angebote. Die Kennzeichnungen auf der Flanke sind hier die härteren Kriterien als jeder Markenname. Und wenn Sie in einer kleinen Dimension unterwegs sind, hilft unser Überblick zu [Reifen für den Kleinwagen](https://www.reifentiefpreis.de/blog/kleinwagen-reifen) bei der Vorauswahl; einen Einstieg über die Kategorien finden Sie bei den [Pkw-Reifen](https://www.reifentiefpreis.de/reifen/pkw).

## Unterm Strich

Das Testarchiv des ADAC ist gründlich, aber schmal: 22 Testfelder, 388 geprüfte Reifen, elf Dimensionen, ein Fenster von 15 bis 18 Zoll und 185 bis 235 Millimetern Breite. Die Auswahl folgt den Bestsellern und trifft die Spitze der Nachfrage sehr genau — acht der zehn gefragtesten Pkw-Größen sind abgedeckt. Direkt dahinter endet die Abdeckung fast vollständig, und größen- wie saisongenau gerechnet bleiben rund neun von zehn lieferbaren Pkw-Reifen ohne passenden Test.

Für Sie heißt das zweierlei. Wenn es für Ihre Größe und Saison einen aktuellen Test gibt, nutzen Sie ihn — er ist die belastbarste Einzelquelle, die der Markt zu bieten hat. Wenn es keinen gibt, ist das kein Grund zur Verunsicherung, sondern ein Grund, die Entscheidung breiter aufzustellen: Label der konkreten Ausführung, Generation des Modells, Kennzeichnung auf der Flanke, Alter der Ware. Was Sie in beiden Fällen nicht tun sollten, ist eine Note aus einer anderen Größe auf Ihre zu übertragen. Diese Zahl gehört einem anderen Reifen.

## Häufige Fragen

### Warum prüft der ADAC nicht einfach alle Reifengrößen?

Weil jeder einzelne Test ein eigenes Projekt ist. Für eine Dimension braucht es ein passendes Testfahrzeug, komplette Reifensätze aller Kandidaten, Prüfgelände für Trocken-, Nass- und bei Winterreifen zusätzlich Schnee- und Eismessungen sowie mehrere Wochen Messzeit inklusive Verschleißfahrten über Zehntausende Kilometer. Deshalb entscheiden sich die Veranstalter für wenige Dimensionen pro Jahr und wählen dafür die verbreitetsten aus. Zwischen 2019 und 2026 waren das beim ADAC in Summe elf verschiedene Größen in 22 Testfeldern.

### Kann ich das Testergebnis einer ähnlichen Größe auf meine übertragen?

Nur als grobe Orientierung, nicht als Beleg. Ein Reifenmodell wird je Dimension angepasst: Profilbild, Mischung, Karkasse und Flankenhöhe unterscheiden sich, und geprüft wird zusätzlich an einem bestimmten Fahrzeug in einem bestimmten Konkurrenzfeld. Dasselbe Modell kann deshalb in zwei Größen deutlich verschieden abschneiden — beim Dunlop Winter Response 2 lagen zwischen 195/65 R15 und 185/65 R15 rund anderthalb Notenstufen. Verlassen Sie sich für Ihre Ausführung auf das EU-Label, das für jede Größe einzeln ausgewiesen wird.

### Wann erscheint der nächste ADAC-Reifentest?

Die Reihen folgen seit Jahren einem festen Kalender: Sommerreifen zwischen dem 20. und 25. Februar, Winterreifen zwischen dem 21. und 27. September, Ganzjahresreifen zuletzt im Juni. Das ist unsere Auswertung der vergangenen sieben Jahrgänge und keine Terminzusage des Clubs — Verschiebungen sind möglich, und bei den Ganzjahresreifen gab es zwischen 2020 und 2024 sogar eine Pause von fast vier Jahren. Ob Ihre Größe dabei ist, steht allerdings in keinem Kalender: Welche Dimension geprüft wird, gibt der ADAC erst mit der Veröffentlichung bekannt.


Quelle: https://www.reifentiefpreis.de/blog/reifentests-nach-groesse
