# Rollerreifen und Mopedreifen: Größe, Reifendruck und Vorschriften richtig wählen

Veröffentlicht: 21.06.2026 · Aktualisiert: 17.09.2026 · Kategorie: Motorrad · Autor: Reifentiefpreis · Schlagwörter: Rollerreifen, Mopedreifen, Motorroller, Reifengröße, Betriebskennung, Mofa

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Roller, Moped und Mofa sind die unkompliziertesten Fahrzeuge auf deutschen Straßen – bis der Reifen fällig wird. Dann stehen plötzlich zwei Schreibweisen derselben Größe nebeneinander, es gibt denselben Reifen für vorn und für hinten, und zwei Zeichen am Ende der Größe entscheiden darüber, ob er überhaupt montiert werden darf. Wir haben für diesen Ratgeber am 17. September 2026 den kompletten Bestand unserer Rubrik [Mofa-, Moped- und Rollerreifen](https://www.reifentiefpreis.de/reifen/motorrad/mofa-moped-roller) ausgezählt: **961 lieferbare Ausführungen in 126 Größen von 17 Marken.** Was dabei herauskam, räumt mit ein paar Annahmen auf, die sich am Roller hartnäckig halten – und macht die Reifenwahl am Ende einfacher, nicht komplizierter.

## Drei Schreibweisen für dieselbe Größe

Am Auto steht die Größe immer gleich auf der Flanke. Am Roller nicht: Im Regal laufen drei Notationen parallel, und sie verteilen sich sehr ungleich.

- **Metrisch, 804 der 961 Ausführungen** – zum Beispiel 120/70-12 58P. Die 120 ist die Reifenbreite in Millimetern, die 70 das Verhältnis von Flankenhöhe zu Breite in Prozent, die 12 der Felgendurchmesser in Zoll. Das ist die Schreibweise praktisch aller modernen Roller.
- **Dezimalzoll, 107 Ausführungen** – zum Beispiel 3.00-10 50J. Hier ist auch die Breite in Zoll angegeben: 3,00 Zoll breit auf einer 10-Zoll-Felge. Typisch für kleine Räder und ältere Baureihen.
- **Bruchzoll, 50 Ausführungen** – zum Beispiel 2 1/4-17 39B. Dieselbe Logik wie oben, nur mit Bruchzahl statt Komma. Das ist die Welt der klassischen Mokicks und Mopeds.

Die eigentliche Falle steckt im Übergang zwischen den letzten beiden: **Dezimalzoll und Bruchzoll bezeichnen dasselbe Maß, sehen aber völlig verschieden aus.** Ein 2 1/4-17 und ein 2.25-17 sind physisch derselbe Reifen – im Regal liegen sie trotzdem unter zwei Bezeichnungen, und wer nur nach einer sucht, sieht die andere Hälfte des Angebots nicht. Sechs Größen unseres Bestandes sind genau davon betroffen: neben 2 1/4-17 und 2.25-17 auch 2 1/2-16 und 2.50-16, 2 1/2-17 und 2.50-17, 2 3/4-17 und 2.75-17, 2 1/2-19 und 2.50-19 sowie 2-19 und 2.00-19. Bei 2 1/4-17 liegen sechs Ausführungen auf der einen und drei auf der anderen Schreibweise – wer nur eine davon eintippt, übersieht ein Drittel bis zwei Drittel der Auswahl.

Manche Hersteller schreiben deshalb gleich beides auf die Flanke. Im Bestand finden sich Namen wie „Heidenau M 3 (21x2.25) 2 1/4-17 28B“ oder Größen wie 3.00/100-10, also Zoll und Millimeter in einem Feld. Suchen Sie im Zweifel nach dem Zahlenwert in beiden Schreibweisen. Wie die Zollgrößen am Kleinkraftrad im Einzelnen aufgebaut sind, zerlegt der Beitrag [Was 2 1/4-16 38B auf der Flanke bedeutet](https://www.reifentiefpreis.de/blog/mopedreifen-zollgroesse-index); die metrische Schreibweise erklären wir allgemein unter [Reifengröße ablesen](https://www.reifentiefpreis.de/blog/reifengroesse-ablesen-was-die-zahlen-und-buchstaben-auf-der-reifenflanke-bedeuten) und für das große Zweirad im Beitrag [Motorradreifen-Größe lesen](https://www.reifentiefpreis.de/blog/motorradreifen-groesse-lesen).

Die Radgrößen selbst sind übrigens deutlich konzentrierter, als das Bild vom kleinen Rollerrad vermuten lässt: Zehn Zoll führt mit 200 Ausführungen, dahinter kommen 12 Zoll (179), 14 Zoll (178), 13 Zoll (138) und 16 Zoll (117). Diese fünf Felgengrößen decken 812 der 961 Reifen ab. Der Rest verteilt sich über die Spanne von 8 bis 22 Zoll.

## Diagonal oder Radial: unter 14 Zoll stellt sich die Frage nicht

In jedem Rollerratgeber steht der Absatz „Diagonal oder Radial?“. Die Auszählung zeigt, dass die Frage für die meisten Fahrerinnen und Fahrer gar nicht existiert: **43 der 961 Ausführungen tragen ein R in der Größe, 918 nicht.** Das sind 4,5 Prozent Radialreifen – und sie liegen alle in einer einzigen Ecke des Regals.

Technisch geht es um den Aufbau der Karkasse. Beim Diagonalreifen verlaufen die Gewebelagen schräg zur Laufrichtung, beim Radialreifen im rechten Winkel dazu, überlagert von einem Gürtel. Der Radialreifen baut flacher, walkt weniger und führt Wärme besser ab – Vorteile, die erst bei höherem Tempo und höherem Gewicht zum Tragen kommen. Genau dort sitzen die 43 auch: **Es gibt sie ausschließlich in 14 Zoll (13 Stück), 15 Zoll (19), 16 Zoll (9) und 17 Zoll (2), und nur in den drei Größenfamilien 120/70, 130/70 und 160/60.** Unterhalb von 14 Zoll ist im gesamten Bestand kein einziger Radialreifen zu finden. Wer einen 50er-Roller mit 10-Zoll-Rädern oder ein Mokick fährt, kann den Absatz also überspringen – die Entscheidung ist ihm abgenommen.

Ebenso eindeutig ist das Umfeld dieser 43 Reifen. Alle tragen einen hohen Geschwindigkeitsindex: 36-mal H für 210 km/h, 7-mal S für 180 km/h. Alle stammen von sechs Marken, nämlich Dunlop (16), Bridgestone (10), Pirelli (8), Metzeler (6), Michelin (2) und CST (1). Und alle kosten deutlich mehr: Die Radialreifen liegen zwischen 84,22 und 144,37 Euro bei einem Median von 105,95 Euro, während der Median aller übrigen Ausführungen bei 54,80 Euro liegt. **Der Radialreifen am Roller kostet also im Mittel fast das Doppelte** – er ist kein Upgrade für jedermann, sondern die Bereifung einer bestimmten Fahrzeugklasse, nämlich des schnellen Maxi-Scooters.

Wichtig bleibt in beiden Welten: Montieren Sie nur die Bauart, die für Ihr Fahrzeug freigegeben ist, und mischen Sie Diagonal und Radial nicht an einem Fahrzeug. Ein typischer Vertreter der Radial-Ecke ist der [Metzeler FeelFree 120/70R15 56H](https://www.reifentiefpreis.de/artikel/metzeler-feelfree-120-70r15-56h-29295). Warum die Bauart an älteren Fahrzeugen sogar zulassungsrelevant sein kann, steht im Beitrag [Oldtimer- und Youngtimer-Reifen](https://www.reifentiefpreis.de/blog/oldtimer-youngtimer-reifen).

## Mit Schlauch oder ohne: was TL, TT und die anderen Kürzel bedeuten

Nach der Größe kommen die Kürzel. Das wichtigste Paar entscheidet darüber, ob ein Schlauch ins Rad gehört. **TL steht für Tubeless**, also schlauchlos: Der Reifen dichtet selbst gegen die Felge ab, Voraussetzung ist eine dichte Felge, in der Regel eine Gussfelge. **TT steht für Tube Type**, also Schlauchmontage: Der Reifen ist nicht luftdicht ausgelegt und braucht zwingend einen passenden Schlauch, typisch bei Speichenrädern.

Im Bestand verteilt sich das eindeutig: **811 Ausführungen sind reine TL-Reifen, 99 reine TT-Reifen, 31 sind für beide Montagearten freigegeben, bei 20 fehlt die Angabe.** Wer heute einen Roller fährt, kauft also mit sehr großer Wahrscheinlichkeit schlauchlos.

Noch klarer wird das Bild, wenn man nach Radgröße sortiert – und dabei entsteht eine Faustregel, die man sich merken kann: **Je größer und klassischer das Rad, desto eher der Schlauch.** In 19 Zoll sind 10 von 11 Ausführungen für die Schlauchmontage vorgesehen, in 22 Zoll beide, in 8 Zoll 15 von 19 und in 17 Zoll 20 von 36. Im modernen Rollerformat kippt das Verhältnis vollständig: In 13 Zoll ist es genau eine Ausführung von 138, in 15 Zoll keine einzige von 54. Schläuche für die Fälle, in denen sie gebraucht werden, finden Sie in der Rubrik [Motorradschläuche](https://www.reifentiefpreis.de/reifen/motorrad/schlaeuche).

> **Tipp:** Wechseln Sie bei einem TT-Reifen immer den Schlauch gleich mit. Ein bereits gealterter oder geflickter Schlauch im fabrikneuen Reifen ist eine vermeidbare Pannenquelle – und der Ausbau kostet beim zweiten Mal genauso viel Arbeitszeit wie beim ersten.

Die übrigen Kürzel auf der Flanke sind seltener, aber nicht bedeutungslos. **WW oder WSW** steht für einen Weißwandstreifen, im Bestand 26-mal vertreten, fast ausschließlich an klassischen Moped- und Oldtimerbereifungen. **DP** bedeutet Dual Purpose, also ein Mehrzweckreifen für Straße und leichtes Gelände – die UN-Regelung Nr. 75 lässt diese Aufschrift in Nummer 3.1.9 ausdrücklich zu; im Regal tragen sie zwei Ausführungen des Metzeler Tourance. Und ein Kürzel fehlt komplett: **Keine einzige der 961 Ausführungen ist als Reinf oder RF, also als verstärkt, gekennzeichnet.** Die höhere Tragfähigkeit für Sozius und Gepäck wird am Roller nicht über ein Zusatzkürzel geregelt, sondern über die Zahl, um die es im nächsten Abschnitt geht.

## Die zwei Zeichen am Ende: Tragfähigkeit und Geschwindigkeit

Hinter der Größe stehen eine Zahl und ein Buchstabe, zusammen die Betriebskennung. Sie ist am Roller kein Feinschliff, sondern der Teil, an dem die Zulässigkeit hängt. **955 der 961 Ausführungen tragen sie, sechs nicht** – und fünf dieser sechs sind ausdrücklich mit NHS gekennzeichnet, also als „not for highway service“ gar nicht für den Straßenbetrieb bestimmt. Es sind Renn- und Slickreifen für den Rollersport. Dass die fehlende Tragfähigkeitszahl das zuverlässigste Warnsignal für einen nicht straßenzugelassenen Reifen ist, haben wir sortimentsweit im Beitrag [NHS auf der Flanke](https://www.reifentiefpreis.de/blog/nhs-reifen-strassenzulassung) und am Beispiel der Geländefahrzeuge im [Ratgeber zu Quad- und ATV-Reifen](https://www.reifentiefpreis.de/blog/quad-atv-reifen-ratgeber) nachgezählt.

**Die Zahl ist der Tragfähigkeitsindex.** Sie steht für die maximale Last je Reifen und folgt einer festen Tabelle. Unser Bestand deckt 46 Indexwerte ab, von 30 für 106 Kilogramm bis 69 für 325 Kilogramm, und die Zuordnung ist über alle 955 Ausführungen widerspruchsfrei. Die am Roller wichtigsten Stufen: 46 entspricht 170 kg, 50 entspricht 190 kg, 53 entspricht 206 kg, 56 entspricht 224 kg, 58 entspricht 236 kg, 62 entspricht 265 kg und 66 entspricht 300 kg. Der Wert muss mindestens so hoch sein wie in den Fahrzeugpapieren angegeben – ein niedrigerer ist nicht nur unzulässig, sondern bei zwei Personen plus Gepäck auch schlicht überlastet.

**Der Buchstabe ist der Geschwindigkeitsindex.** Hier räumen die Zahlen mit einer verbreiteten Kurzliste auf. Üblicherweise werden J, L, P und S als die Rollerindizes genannt – tatsächlich decken diese vier nur 802 der 955 Ausführungen ab. Die vollständige Verteilung im Regal sieht so aus:

- **P bis 150 km/h, 289 Ausführungen** – der häufigste Wert überhaupt, typisch für 125er und Maxi-Scooter.
- **S bis 180 km/h, 222 Ausführungen, und H bis 210 km/h, 42 Ausführungen** – das schnelle Ende, meist Radial- oder Sportprofile.
- **J bis 100 km/h, 203 Ausführungen, und L bis 120 km/h, 88 Ausführungen** – das klassische Rollerfeld.
- **M bis 130 km/h, 80 Ausführungen** – in keiner der üblichen Kurzlisten enthalten und trotzdem fast so häufig wie das dort genannte L.
- **B bis 50 km/h, 18 Ausführungen**, dazu Q für 160 km/h achtmal, N für 140 km/h und R für 170 km/h je zweimal und E für 70 km/h einmal.

Der Index B ist dabei kein Kuriosum, sondern die exakte Entsprechung des Fahrzeugs: Ein Mokick fährt 50 km/h, ein Mofa 25 – ein Reifen, der mehr aushält, wird dort nicht gebraucht. Alle 18 B-Reifen stehen folgerichtig in Zollgrößen, keiner in einer metrischen Größe. Umgekehrt gilt: Ein zu niedriger Index ist unzulässig, ein deutlich zu hoher kostet meist nur Geld. Warum sich das gerade am kleinen Zweirad rechnet, zeigt der Beitrag [Reifen für die 125er](https://www.reifentiefpreis.de/blog/125er-reifen-auswahl).

## Vorn oder hinten: warum die Größe den Reifen nicht identifiziert

Der teuerste Irrtum beim Rollerreifen ist nicht die Größe, sondern die Position. **218 der 961 Ausführungen sind achsgebunden: 103 sind ausdrücklich als Front-, 115 als Rear-Reifen gekennzeichnet.** Weitere 79 tragen die Angabe Front/Rear, dürfen also an beide Enden. Bei 664 fehlt eine Positionsangabe ganz.

Dass hinter der Kennzeichnung eine technische Notwendigkeit steckt, zeigt der Vergleich der Tragfähigkeit: **Die Vorderreifen haben einen Median-Tragfähigkeitsindex von 54, die Hinterreifen von 63.** Das Hinterrad trägt am Roller den größeren Teil von Fahrer, Sozius und Gepäck, und es überträgt zusätzlich das Antriebsmoment – der Hinterreifen ist deshalb systematisch stärker ausgelegt, oft auch mit anderer Laufflächenmischung und anderem Profilschnitt.

Richtig heikel wird es, wo beide Varianten dieselbe Größe tragen. In 13 der 57 Größen mit Positionsangabe stehen Front- und Rear-Ausführungen nebeneinander. Das Musterbeispiel ist 120/70-12, mit 44 Ausführungen die meistbelegte Größe unseres Regals: **Dort existieren sechs verschiedene Betriebskennungen – 51L, 51P, 51S, 58L, 58P und 58S.** Die 51 steht für 195 Kilogramm und findet sich an den Vorderreifen, die 58 für 236 Kilogramm an den Hinterreifen. Allein der Pirelli Angel Scooter liegt in dieser einen Größe in vier dieser Varianten im Regal, zwischen 44,52 und 54,84 Euro – etwa als [Angel Scooter 120/70-12 51S für vorn](https://www.reifentiefpreis.de/artikel/pirelli-angel-scooter-120-70-12-51s-78664) und als [Angel Scooter 120/70-12 58P für hinten](https://www.reifentiefpreis.de/artikel/pirelli-angel-scooter-120-70-12-58p-78662).

Die praktische Konsequenz: **Bestellen Sie nie allein nach der Größe.** Vergleichen Sie immer die komplette Betriebskennung mit dem, was auf dem Reifen steht, den Sie ersetzen, und mit den Angaben in den Papieren. Wie stark die Position am großen Zweirad über die Reifenwahl entscheidet, beschreibt der Beitrag [Motorradreifen 130/80 R17](https://www.reifentiefpreis.de/blog/motorradreifen-130-80-r17); was beim Kombinieren verschiedener Fabrikate an einem Fahrzeug erlaubt ist, klärt [Motorradreifen mischen](https://www.reifentiefpreis.de/blog/motorradreifen-mischen-vorne-hinten).

## Luftdruck, Profil und Alter: die drei Werte, die zählen

Am kleinen Reifen wirkt sich ein falscher Luftdruck stärker aus als am Auto: Das Luftvolumen ist winzig, jede Abweichung fällt prozentual groß aus. Die Herstellerwerte stehen in der Bedienungsanleitung oder auf einem Aufkleber am Fahrzeug, häufig getrennt für Solobetrieb und Fahrt mit Sozius. Der ADAC empfiehlt, den Druck **vor jeder Fahrt am kalten Reifen** zu prüfen, weil der Wert warmgefahren steigt und die Messung verfälscht ([Quelle: ADAC zu Motorrad- und Rollerreifen](https://www.adac.de/rund-ums-fahrzeug/zweirad/motorrad-roller/technik-zubehoer-rueckrufe/reifen/)). Wie stark Temperatur und Beladung den Druck bewegen, rechnet der Beitrag [Reifendruck bei Hitze und Urlaubsfahrt](https://www.reifentiefpreis.de/blog/reifendruck-bei-hitze-und-urlaubsfahrt-so-fahren-sie-sicher-in-die-ferien) durch; die Zweiradwerte im Detail stehen unter [Motorrad-Reifendruck richtig einstellen](https://www.reifentiefpreis.de/blog/motorradreifen-luftdruck-einfahren).

Beim Profil lohnt der Blick ins Gesetz, weil die verbreitete Antwort „1,6 Millimeter“ für die meisten Roller nicht stimmt. **[§ 36 Absatz 3 der StVZO](https://www.gesetze-im-internet.de/stvzo_2012/__36.html) nennt 1,6 Millimeter als Hauptprofiltiefe – und stellt im selben Absatz klar: „Jedoch genügt bei Fahrrädern mit Hilfsmotor, Kleinkrafträdern und Leichtkrafträdern eine Profiltiefe von mindestens 1 mm.“** Damit fallen Mofa, 50er-Roller und 125er unter die Ein-Millimeter-Grenze, der schwere Maxi-Scooter dagegen unter die 1,6 Millimeter. Das ist eine gesetzliche Untergrenze und kein Zielwert: Ein Reifen an dieser Grenze verliert auf nasser Straße deutlich früher den Halt, und am Zweirad lässt sich ein wegrutschendes Rad kaum korrigieren. Wer zu wenig Profil fährt, zahlt nach Angaben des ADAC 60 Euro und einen Punkt, bei Gefährdung 75 Euro und bei einem Unfall 90 Euro ([Quelle: ADAC zur Profiltiefe](https://www.adac.de/rund-ums-fahrzeug/ausstattung-technik-zubehoer/reifen/sicherheit/reifenprofil/)). Wie Sie richtig messen, zeigt der [ausführliche Ratgeber zum Reifenprofil](https://www.reifentiefpreis.de/blog/profiltiefe-messen-so-pruefen-sie-ihr-reifenprofil-richtig), und was bei der Hauptuntersuchung geprüft wird, steht unter [Motorradreifen bei HU und TÜV](https://www.reifentiefpreis.de/blog/motorradreifen-hu-tuev).

Der dritte Wert ist das Alter, und er trifft Roller härter als Autos, weil sie wenig Kilometer machen: Das Profil hält, der Gummi altert trotzdem. Das Herstelldatum steht als [DOT-Nummer](https://www.reifentiefpreis.de/info/reifenalter) auf der Flanke – 1424 bedeutet 14. Kalenderwoche 2024. Der ADAC hält eine Nutzung über das sechste Jahr hinaus für nicht mehr empfehlenswert und weist darauf hin, dass Verhärtungen bei ungünstiger Lagerung früher auftreten können. Die Hintergründe dazu stehen im Beitrag [Reifenalter richtig einschätzen](https://www.reifentiefpreis.de/blog/reifenalter-dot-nummer).

Bleibt die Frage der Freigabe. Grundsätzlich montieren Sie die in den Papieren eingetragene Größe samt passender Betriebskennung. Bei der Fabrikatsbindung hat sich allerdings etwas geändert: Für Reifen, die seit Anfang 2020 gefertigt werden, wurden die Reifenfabrikatsbindungen bei Motorrädern mit EG-Typgenehmigung im Serienzustand nach Angaben des ADAC generell aufgehoben. Neue Reifen wollen dennoch eingefahren werden – die ersten Kilometer mit Zurückhaltung, weil die frische Lauffläche ihren vollen Grip erst aufbaut. Wie lange das dauert und warum selbst Prüforganisationen erst danach messen, steht im Beitrag [Neue Reifen einfahren](https://www.reifentiefpreis.de/blog/neue-reifen-einfahren).

## Winterbetrieb: kein Alpine-Symbol, dafür Tempo 50

Eine Zahl aus der Auszählung überrascht regelmäßig: **Keine einzige der 961 Ausführungen trägt das Alpine-Symbol**, also das Bergpiktogramm mit Schneeflocke. Das ist keine Lücke im Sortiment, sondern eine Folge des Regelwerks. Paragraf 36 Absatz 4 StVZO definiert Winterreifen über das Alpine-Symbol nach der UN-Regelung Nr. 117 – und diese Regelung gilt ausdrücklich nur für Reifen der Klassen C1, C2 und C3, also für Pkw, Transporter und Lkw. Zweiradreifen werden stattdessen nach der [UN-Regelung Nr. 75 für Krafträder und Mopeds](https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/?uri=CELEX%3A42011X0330%2802%29) genehmigt, die das Symbol gar nicht kennt. Sie definiert in Nummer 2.29 stattdessen den M+S-Reifen, und Paragraf 36 Absatz 11 StVZO erkennt genau diesen für Fahrzeuge der Klasse L an.

Rechtlich sind Roller und Moped damit fein heraus – und gleichzeitig strenger gebunden, als die meisten denken. Die situative Winterreifenpflicht des [§ 2 Absatz 3a StVO](https://www.gesetze-im-internet.de/stvo_2013/__2.html) nimmt einspurige Kraftfahrzeuge ausdrücklich aus. Derselbe Absatz verlangt aber von jedem, der bei Glätte ohne vorschriftsmäßige Winterbereifung unterwegs sein darf, drei Dinge: vor Fahrtantritt zu prüfen, ob die Fahrt überhaupt nötig ist, einen Abstand in Metern von mindestens dem halben Tachowert einzuhalten – und **nicht schneller als 50 km/h zu fahren**. Welche Winterprofile es für den Roller tatsächlich gibt und von welchen Marken, haben wir separat ausgezählt: [Winterreifen für den Roller](https://www.reifentiefpreis.de/blog/winterreifen-roller-moped). Warum ein Winterreifen langsamer sein darf als das Fahrzeug, wenn ein Hinweisschild im Blickfeld sitzt, erklärt der Beitrag [Winterreifen mit niedrigerem Geschwindigkeitsindex](https://www.reifentiefpreis.de/blog/winterreifen-geschwindigkeitsindex-ausnahme).

## Was 961 lieferbare Ausführungen über das Regal verraten

Zum Schluss der Blick aufs Ganze, weil er beim Kauf hilft. Die 961 Ausführungen verteilen sich auf **17 Marken**, und die Rangfolge sieht anders aus als im Pkw-Regal: **Heidenau führt mit 177 Ausführungen**, vor Michelin (128), Dunlop (119), Continental (107), Mitas (103), Pirelli (99), Bridgestone (77) und Metzeler (58). Neun weitere Marken teilen sich die verbleibenden 93 Ausführungen. Der sächsische Hersteller Heidenau ist damit im Roller- und Mopedsegment die tragende Marke – was seine eigenwilligen Bezeichnungen umso wichtiger macht, aufgeschlüsselt im Beitrag [Heidenau verstehen](https://www.reifentiefpreis.de/blog/heidenau-bezeichnungen-erklaert).

Preislich reicht das Feld von 19,01 Euro bis 548,33 Euro, der Median liegt bei 55,37 Euro. Rollerreifen sind also nicht teuer – ein kompletter Satz kostet in der Regel weniger als ein einzelner Pkw-Reifen der Mittelklasse. Umso ärgerlicher ist der zweite Befund: **36 der 126 Größen sind nur mit einer einzigen Ausführung belegt.** Wer eine davon fährt, hat keine Alternative, wenn dieser eine Reifen gerade nicht lieferbar ist. In solchen Fällen lohnt es, den Reifen zu bestellen, bevor der alte an der Verschleißgrenze ist – und nicht erst danach. Ein EU-Label, das den Vergleich erleichtern würde, gibt es am Zweirad übrigens nicht; warum das so ist, steht im Beitrag [Motorradreifen ohne EU-Label](https://www.reifentiefpreis.de/blog/motorradreifen-ohne-eu-label).

Drei bewährte Vertreter aus den häufigsten Bereichen des Regals, alle lieferbar:

- [Continental Twist 90/100-10 53J](https://www.reifentiefpreis.de/artikel/continental-twist-90-100-10-53j-21327) – der Klassiker für 10-Zoll-Räder; sein Regalumfeld haben wir im [ContiTwist-Regalcheck](https://www.reifentiefpreis.de/blog/continental-twist-rollerreifen) ausgezählt.
- [Michelin City Grip 2 120/70-12 58S](https://www.reifentiefpreis.de/artikel/michelin-city-grip-2-120-70-12-58s-105353) – in der meistbelegten Größe des Regals, mit Freigabe für beide Positionen. Alle Größen des Profils zeigt der [Modellüberblick zum City Grip 2](https://www.reifentiefpreis.de/reifen/michelin/city-grip-2).
- [Dunlop ScootSmart 100/80-16 50P](https://www.reifentiefpreis.de/artikel/dunlop-scootsmart-100-80-16-50p-45234) – für die größeren Räder vieler Maxi-Scooter; was der [ScootSmart-Nachfolger im Preisvergleich](https://www.reifentiefpreis.de/blog/dunlop-scootsmart-rollerreifen) ändert, haben wir gesondert geprüft.

Die vollständige Auswahl, gefiltert nach Größe und Marke, finden Sie in unserer [Übersicht aller Motorradreifen](https://www.reifentiefpreis.de/reifen/motorrad). Für klassische Mofas und Mokicks lohnt zusätzlich der Blick auf den [Continental KKS 10](https://www.reifentiefpreis.de/blog/continental-kks10), den Dauerläufer in den Zollgrößen. Und wenn Sie grundsätzlich unsicher sind, welcher Reifentyp zu Ihrem Fahrprofil passt, hilft der [Ratgeber zur Motorradreifen-Wahl](https://www.reifentiefpreis.de/blog/motorradreifen-richtig-waehlen-welcher-reifen-passt-zu-ihrem-fahrstil) weiter.

## Häufige Fragen

### Woran erkenne ich, ob mein Rollerreifen nach vorn oder nach hinten gehört?
An der Aufschrift Front oder Rear auf der Flanke und an der Betriebskennung. In unserem Bestand sind 218 von 961 Ausführungen achsgebunden; Hinterreifen tragen im Median einen um neun Stufen höheren Tragfähigkeitsindex. Fehlt eine Positionsangabe, ist der Reifen für beide Räder vorgesehen.

### Darf ich einen Reifen mit höherem Geschwindigkeitsindex montieren?
Ein höherer Index ist zulässig, ein niedrigerer als der eingetragene nicht. Nutzen bringt der höhere Index am Roller aber selten – er kostet meist nur mehr, weil die Bauartgeschwindigkeit des Fahrzeugs die Grenze setzt.

### Brauche ich für meinen Rollerreifen einen Schlauch?
Nur bei einem TT-Reifen, also der Ausführung für Speichenräder. 811 der 961 Ausführungen in unserem Bestand sind reine TL-Reifen und werden schlauchlos auf Gussfelgen gefahren; in 15 Zoll gibt es überhaupt keine Schlauchvariante mehr.

## Fazit

Der Rollerreifen ist kein verkleinerter Autoreifen. Er kommt in drei Schreibweisen derselben Größe, er ist in mehr als jedem fünften Fall an eine Achse gebunden, und seine Bauart ist unterhalb von 14 Zoll gar nicht wählbar. Wer die komplette Betriebskennung mit den Papieren abgleicht, auf die Position achtet, TL und TT nicht verwechselt und Druck, Profil und Alter im Blick behält, hat alles Wesentliche erledigt – der Rest ist Geschmackssache. Die passende Größe für Ihr Fahrzeug finden Sie über unsere [Reifensuche](https://www.reifentiefpreis.de/suche), Begriffe zum Nachschlagen im [Reifen-Wiki](https://www.reifentiefpreis.de/wiki).


Quelle: https://www.reifentiefpreis.de/blog/rollerreifen-mopedreifen-ratgeber
