# Schneeketten: Was das Gesetz verlangt – und warum die Reifengröße über alles entscheidet

Veröffentlicht: 12.01.2026 · Aktualisiert: 04.09.2026 · Kategorie: Winterreifen · Autor: Reifentiefpreis · Schlagwörter: Schneeketten, Winterreifen, Verkehrszeichen 268, Schneekettenpflicht, Wintersicherheit

Titelbild: https://www.reifentiefpreis.de/bild/blog/schneeketten-montage-bergstrasse.jpg

Wer im Winter in die Berge fährt, stößt irgendwann auf das blaue Schild mit dem Reifen samt Kette: Ab hier geht es nur noch mit Schneeketten weiter. Doch wann sind Ketten in Deutschland überhaupt Pflicht, welche passen zu Ihrem Auto – und warum steht das oft zitierte Tempolimit von 50 km/h gar nicht auf diesem Schild? Dieser Ratgeber beantwortet die Fragen mit den amtlichen Regelungen, den Vorschriften der Alpenländer und einer eigenen Auswertung unseres Winterreifen-Sortiments.

## Wann Schneeketten in Deutschland Pflicht sind

Eine **generelle** Schneekettenpflicht gibt es in Deutschland nicht. Ketten sind nur dort vorgeschrieben, wo das **Verkehrszeichen 268** aufgestellt ist – ein rundes, blaues Gebotszeichen, das einen Reifen mit aufgezogener Kette zeigt. Es steht in der Straßenverkehrs-Ordnung in [Anlage 2 zu § 41 Absatz 1](https://www.gesetze-im-internet.de/stvo_2013/anlage_2.html), Abschnitt 6 „Verkehrsverbote", laufende Nummer 42. Der amtliche Wortlaut der Anordnung ist bemerkenswert knapp: „Wer ein Fahrzeug führt, darf die Straße nur mit Schneeketten befahren."

Mehr steht dort nicht – und genau das ist der erste Punkt, den viele Autofahrer anders in Erinnerung haben. Das Schild sagt weder, wie schnell Sie mit Ketten fahren dürfen, noch auf welche Achse die Ketten gehören, noch was technisch überhaupt als „Schneekette" gilt. Es ordnet ausschließlich an, dass ohne Ketten hier nicht weitergefahren werden darf. Alle weiteren Regeln stehen an anderer Stelle, teils im Gesetz, teils in den Vorgaben des Fahrzeugherstellers.

Aufgestellt werden darf das Zeichen nur dort, wo die Verkehrs- und Wetterlage Ketten tatsächlich erforderlich macht. In der Praxis finden Sie es vor allem auf **alpinen Pass- und Bergstraßen im süddeutschen Raum**, die bei Schnee sonst nicht sicher befahrbar wären, dazu auf Zufahrten zu Skigebieten und einzelnen Höhenstraßen. Auf normalen Straßen ohne dieses Schild besteht keine Kettenpflicht – auch nicht bei starkem Schneefall. Wer trotz aufgestelltem Zeichen 268 ohne Ketten auf schneebedeckter Fahrbahn fährt, riskiert laut [ADAC](https://www.adac.de/rund-ums-fahrzeug/ausstattung-technik-zubehoer/reifen/sicherheit/schneeketten/) ein Verwarnungsgeld von **20 Euro**.

## Tempo 50 steht im Gesetz – und gilt, sobald die Ketten montiert sind

Die bekannte Obergrenze von 50 km/h stammt nicht vom Schild und auch nicht aus einer Empfehlung, sondern unmittelbar aus dem Gesetz. [§ 3 Absatz 4 der Straßenverkehrs-Ordnung](https://www.gesetze-im-internet.de/stvo_2013/__3.html) bestimmt: „Die zulässige Höchstgeschwindigkeit beträgt für Kraftfahrzeuge mit Schneeketten auch unter günstigsten Umständen 50 km/h."

Dieser Satz hat zwei Konsequenzen, die in der Praxis regelmäßig übersehen werden. Erstens knüpft er an das **Fahrzeug mit montierten Ketten** an, nicht an das Verkehrszeichen. Das Tempolimit begleitet Sie also überall, solange die Ketten aufgezogen sind – auch auf einem frei geräumten Abschnitt hinter der Kettenstrecke, auch auf einer Bundesstraße, auf der sonst 100 km/h erlaubt wären. Zweitens schließt die Formulierung „auch unter günstigsten Umständen" jede Ausnahme aus: Trockene Fahrbahn, freie Sicht und leeres Straßennetz ändern nichts. Wer schneller fährt, riskiert laut ADAC bis zu **150 Euro Bußgeld und einen Punkt** in Flensburg.

Praktisch heißt das: Ketten gehören genau auf die Strecke, für die sie gedacht sind – und danach wieder herunter. Das ist nicht nur eine Frage des Tempos, sondern auch des Materials. Auf freier, schneefreier Fahrbahn arbeiten die Kettenglieder gegen den Asphalt statt gegen die Schneedecke; das verschleißt Kette, Reifen und Fahrbahnbelag gleichermaßen und überträgt harte Stöße in Radaufhängung und Radlager. Der Zeitgewinn, den man sich vom Liegenlassen der Ketten verspricht, ist gegen 50 km/h ohnehin schnell aufgezehrt.

Montiert werden die Ketten immer **paarweise auf der Antriebsachse**, also dort, wo die Motorkraft auf die Straße kommt. Bei Allradfahrzeugen genügt laut ADAC eine Antriebsachse, dann aber an beiden Rädern; maßgeblich bleiben die Vorgaben des Fahrzeugherstellers. Das Verkehrszeichen 268 gilt ausdrücklich **auch für Allradfahrzeuge** – ein permanenter Allradantrieb befreit nicht von der Kettenpflicht.

## Was eine „Schneekette" ist, definiert die StVO nicht – das Ausland schon

Hier liegt die größte Unschärfe der deutschen Regelung. Das Verkehrszeichen verlangt „Schneeketten", aber weder die Straßenverkehrs-Ordnung noch das Zeichen selbst sagen, welche technischen Anforderungen ein Produkt dafür erfüllen muss. Für klassische Metallketten ist das unproblematisch. Für die leichten **textilen Überzüge**, oft „Schneesocken" genannt, ist es das nicht: Ob sie dort, wo das Zeichen 268 steht, rechtlich als Schneeketten gelten, ist in Deutschland nicht ausdrücklich geregelt.

Aufschlussreich ist der Blick über die Grenze, denn die Nachbarländer haben genau diese Lücke geschlossen – und zwar in unterschiedliche Richtungen. In **Österreich** dürfen laut [ÖAMTC](https://www.oeamtc.at/thema/vorschriften-strafen/schneeketten-was-ist-bei-der-verwendung-zu-beachten-16185446) nur Schneeketten verwendet werden, die „der ÖNORM V5117 bzw. V5119 entsprechen oder eine EU-Genehmigung haben". Dort entscheidet also eine benannte Norm darüber, was als Kette durchgeht, und das Produkt muss diese Zertifizierung nachweisbar tragen. In **Frankreich** wiederum nennt die Bergregelung ausdrücklich beide Varianten: Schneeketten **oder** Schneesocken sind dort zugelassen.

Für Sie als Fahrer folgt daraus eine einfache Konsequenz: Wer regelmäßig oder planbar auf Strecken mit Kettenpflicht unterwegs ist, ist mit **zertifizierten Metallketten** auf der sicheren Seite – sie werden in allen Alpenländern anerkannt, während die textile Variante von Land zu Land unterschiedlich bewertet wird. Der ADAC kommt zum selben Schluss und bezeichnet klassische Schneeketten als die „besten Allrounder", die zudem ausreichend verschleißfest sind. Schneesocken bleiben damit vor allem das, wofür sie gut sind: eine kompakte Anfahrhilfe für den Notfall und für Fahrzeuge mit sehr wenig Platz im Radkasten.

## Winterausrüstung im Alpenraum: die Regeln der Nachbarländer

Wer zum Skiurlaub fährt, verlässt den deutschen Regelungsbereich meist nach wenigen Stunden. Die folgenden Angaben stammen aus der Länderübersicht des [ADAC zur Winterausrüstung im Ausland](https://www.adac.de/verkehr/recht/verkehrsvorschriften-ausland/winterreifen-schneekette/); prüfen Sie sie vor der Abfahrt noch einmal, weil einzelne Regionen eigene Anordnungen erlassen können.

- **Österreich:** keine generelle Winterreifenpflicht, aber eine situative Pflicht bei winterlichen Straßenverhältnissen – Schneematsch, schneebedeckte oder vereiste Fahrbahn – im Zeitraum **1. November bis 15. April**. Schneeketten können die Winterreifen dabei ersetzen, allerdings nur, wenn die Straße „durchgängig oder fast durchgängig mit Schnee oder Eis bedeckt ist". Verstöße kosten rund **100 Euro**, bei Gefährdung anderer bis zu 10.000 Euro.
- **Italien:** keine landesweit einheitliche Regelung, sondern regionale Anordnungen. In Südtirol gilt auf der Brennerautobahn A22 und im Stadtgebiet Bozen eine Pflicht vom **15. November bis 15. April**, im Aostatal bereits ab dem **15. Oktober**. Kettenpflicht wird im Bedarfsfall ausgeschildert, dann gelten ebenfalls 50 km/h. Bußgelder liegen zwischen **42 und 345 Euro**.
- **Frankreich:** in zahlreichen Bergdepartements gilt vom **1. November bis 31. März** eine Ausrüstungspflicht. Seit November 2024 werden nur noch Reifen mit **Alpine-Symbol** und einer Mindestprofiltiefe von **3,5 Millimetern** anerkannt; alternativ sind Schneeketten oder Schneesocken zulässig. Die Geldbuße beträgt **135 Euro**.
- **Schweiz:** keine generelle Winterreifenpflicht. Schneeketten sind im Bedarfsfall über eine gesonderte Beschilderung vorgeschrieben; wer mit ungeeigneter Bereifung den Verkehr behindert, muss trotzdem mit einer Buße rechnen.

Auffällig ist, dass Deutschland damit im Alpenraum die **schwächste** Ausrüstungsregel hat: Hier gibt es weder feste Kalenderdaten noch eine über die allgemeine Grenze hinausgehende Mindestprofiltiefe und auch keine Normpflicht für Ketten. Was in Deutschland genügt, kann in Frankreich oder Südtirol bereits ein Bußgeld auslösen – die Fahrt über die Grenze verschärft die Anforderungen, nicht umgekehrt.

## Schneeketten ersetzen keine Winterreifen

Ein verbreiteter Irrtum: Ketten machen Winterreifen nicht überflüssig. Der ADAC stellt das unmissverständlich klar – **Schneeketten sind kein Ersatz für Winterreifen**. Das ergibt sich schon aus dem Einsatzprofil: Ketten helfen punktuell auf tief verschneiten Strecken, kommen dort aber nur kurzzeitig und bei höchstens 50 km/h zum Einsatz. Für den gesamten Rest des Winters – nasskalte Landstraßen, überfrierende Nässe, kurze Glättephasen am Morgen – trägt der Reifen allein die Verantwortung.

Physikalisch ist die Arbeitsteilung eindeutig. Eine Kette gräbt sich in eine geschlossene Schnee- oder Eisdecke und erzeugt dort Vortrieb und Bremswirkung, wo ein Gummiprofil nur noch rutscht. Auf nasser, kalter, aber schneefreier Fahrbahn – dem mit Abstand häufigsten Winterzustand in Deutschland – kann sie überhaupt nichts ausrichten: Dort entscheidet allein, wie weich die Gummimischung bei niedrigen Temperaturen bleibt und wie gut das Profil Wasser aus der Aufstandsfläche schafft. Genau diese beiden Eigenschaften unterscheiden den Winter- vom Sommerreifen, und keine Kette der Welt ersetzt sie.

In Deutschland gilt zudem eine **situative Winterreifenpflicht**: Bei Glatteis, Schneeglätte, Schnee-, Eis- oder Reifglätte dürfen Sie nur mit geeigneten Reifen fahren. Geeignet sind seit dem 1. Oktober 2024 ausschließlich Reifen mit dem **Alpine-Symbol (3PMSF)** – das reine „M+S"-Zeichen genügt für diesen Zweck nicht mehr. Die einzige Ausnahme, in der Ketten die Winterreifen tatsächlich vertreten dürfen, ist die österreichische Regelung auf durchgehend schnee- oder eisbedeckter Fahrbahn.

Welche Regeln in Deutschland sonst noch für Ihre Bereifung gelten, fasst der Ratgeber [Reifen und Gesetz: Welche Vorschriften in Deutschland wirklich gelten](https://www.reifentiefpreis.de/blog/reifen-und-gesetz-welche-vorschriften-in-deutschland-wirklich-gelten) zusammen. Wann der Wechseltermin sinnvoll liegt, klärt unsere Auswertung zur [7-Grad-Regel](https://www.reifentiefpreis.de/blog/7-grad-regel-reifen), und warum das Aussitzen mit Sommerreifen teuer wird, zeigt der Beitrag [Sommerreifen im Winter fahren](https://www.reifentiefpreis.de/blog/sommerreifen-im-winter). Für die Auswahl selbst haben wir einen [ausführlichen Ratgeber zum Winterreifenkauf](https://www.reifentiefpreis.de/blog/winterreifen-kaufen-kaufberatung).

## Welche Kette passt? Die Reifengröße entscheidet – 355-mal

Schneeketten sind kein Universalteil. Die Kettengröße leitet sich unmittelbar aus der **Reifendimension** ab, die Sie auf der Reifenflanke ablesen – etwa „205/55 R16". Wie sich Breite, Querschnitt und Zolldurchmesser zusammensetzen, erklärt der Beitrag [Reifengröße ablesen](https://www.reifentiefpreis.de/blog/reifengroesse-ablesen-was-die-zahlen-und-buchstaben-auf-der-reifenflanke-bedeuten). Anhand dieser Angabe ordnen die Kettenhersteller in ihren Größentabellen eine passende Kettennummer zu.

Wie fein dieses Raster ist, zeigt eine Auszählung unseres eigenen Sortiments. **Stand 4. September 2026 führen wir 8.899 lieferbare Pkw-Winterreifen – und die verteilen sich auf 355 verschiedene Reifengrößen.** Der Bestand ist dabei stark zersplittert: Die meistgeführte Größe 205/55 R16 kommt auf 230 Artikel und damit nur auf 2,6 Prozent des Sortiments, die zehn größten Dimensionen zusammen erreichen 17,3 Prozent. **121 Größen – gut ein Drittel – haben höchstens fünf Artikel im Angebot.** Für jede dieser Dimensionen braucht es die passende Kettengröße; eine Kette vom Vorgängerauto passt nur dann, wenn die Reifengröße identisch ist.

Dazu kommt ein zweiter Trend, der die Kettenfrage verschärft. Nach derselben Auszählung sind **4.603 dieser Winterreifen 225 Millimeter breit oder breiter – 51,7 Prozent des Sortiments**. Nur 2.250 Reifen (25,3 Prozent) messen 195 Millimeter oder weniger, die verbleibenden 2.046 liegen bei 205 oder 215 Millimetern. Beim Felgendurchmesser fällt das Bild ähnlich aus: **5.573 Reifen oder 62,6 Prozent sitzen auf 17 Zoll oder mehr.** Die Zeiten, in denen ein Mittelklassewagen selbstverständlich auf schmalen 15-Zoll-Winterrädern stand, sind im Regal messbar vorbei.

Wie weit sich das Angebot inzwischen auffächert, zeigt eine dritte Zahl aus derselben Erhebung: Von den 276 rechnerisch denkbaren Kombinationen aus Reifenbreite und Felgendurchmesser sind **111 tatsächlich belegt**. Für Sie heißt das zweierlei. Zum einen ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass es Ihre Dimension gibt – auch eine ungewöhnliche. Zum anderen wächst mit jeder zusätzlich belegten Kombination die Zahl der Kettengrößen, die ein Händler vorhalten müsste; kurzfristig vor Ort die passende Kette zu bekommen, wird gerade in den selteneren Dimensionen zum Glücksspiel. Wer eine Bergfahrt plant, sollte die Kette deshalb zu Hause besorgen und nicht erst am Fuß des Passes suchen.

## Freigängigkeit: warum manche Kombination gar keine Kette verträgt

Die passende Größe allein genügt nicht – entscheidend ist der Platz, den die aufgezogene Kette im Radkasten braucht. Fachleute sprechen von der **Freigängigkeit**: dem Abstand, der zwischen Reifen und Karosserie, Federbein oder Bremssattel mindestens frei bleiben muss, damit die Kette nirgends anschlägt. Diesen Wert gibt der **Fahrzeughersteller** vor, nicht der Kettenhersteller. Der Kettenspezialist [Ottinger](https://www.ottinger-schneeketten.com/faq/profitipps) beschreibt es so: „Unterschiedliche Fahrzeuge haben unterschiedliche Freigängigkeiten (Radlauffreiräume, Abstand zu Federbeinen etc.) Diesbezüglich können die Fahrzeughersteller Schneeketten mit verschiedenen Reifenauflagen vorschreiben, z.B. 9mm oder 12mm."

Je knapper dieser Freiraum ausfällt, desto flacher muss die Kette bauen. Für enge Radkästen gibt es deshalb **Feinketten** mit besonders geringer Auflagehöhe; im Gegenzug sind sie teurer und meist weniger verschleißfest als grobgliedrige Ketten. Und es gibt Fahrzeug-Reifen-Kombinationen, für die der Hersteller den Kettenbetrieb **gar nicht freigibt** – typischerweise dort, wo eine besonders breite Rad-Reifen-Kombination ab Werk optional bestellt werden konnte. In diesen Fällen benennt die Betriebsanleitung häufig eine **schmalere Ersatzdimension**, die für den Winter- und Kettenbetrieb vorgesehen ist.

Genau hier zahlt sich die Sortimentsstruktur von oben aus: Wenn Ihr Fahrzeug für den Kettenbetrieb eine schmalere Dimension verlangt, finden Sie diese in aller Regel noch – etwa in der [Größe 205/55 R16](https://www.reifentiefpreis.de/reifen/groesse/205-55-r16), der meistgeführten Winterdimension überhaupt. Wer ohnehin einen zweiten Radsatz für den Winter anschafft, kann diese Vorgabe gleich mit einplanen und die schmalere der freigegebenen Größen wählen: Sie ist meist günstiger, im Schnee oft die bessere Wahl und lässt der Kette den nötigen Raum.

Prüfen Sie die Freigabe aber **vor** dem Kettenkauf in der Betriebsanleitung, und gleichen Sie sie mit der Kompatibilitätsliste des Kettenherstellers ab – seriöse Anbieter führen dort Fahrzeug, Reifengröße und die jeweils nötige Auflagehöhe zusammen. Steht Ihr Fahrzeug dort nicht oder ist die Angabe uneindeutig, hilft der Reifenfachhandel weiter; im Zweifel gilt die Angabe des Fahrzeugherstellers, nicht die des Kettenherstellers. Eine Kette, die im Stand passt, im Einfedern aber am Federbein streift, fällt beim ersten Schlagloch auf – und beschädigt dann in Sekunden Bremsleitung oder Radhausschale.

## Die Bauformen im Überblick

**Klassische Metallketten** aus gehärtetem Stahl sind die bewährten Allrounder und laut ADAC die beste Wahl für anspruchsvolle Bedingungen. Man unterscheidet grob **Leiterketten**, deren Glieder quer zur Laufrichtung liegen – einfacher Aufbau, gute Traktion beim Anfahren – und **Spurkreuz- oder Diagonalketten** mit netzartigem Muster, die ruhiger laufen und den Grip gleichmäßiger übertragen. Sie sind robust und langlebig, verlangen bei der Montage aber etwas Übung.

**Schnellmontage- und Spider-Systeme** lassen sich ohne Hantieren hinter dem Reifen anlegen, teils sogar ohne das Fahrzeug ein Stück wegzurollen. Bei Kälte und Dunkelheit ist das ein spürbarer Vorteil, der Preis liegt aber deutlich höher. Ob ein solches System passt, hängt von der Felgen- und Radkonstruktion ab – hier führt kein Weg an den Herstellerangaben vorbei.

**Textile Schneeketten** sind leicht, klein verstaubar und in Sekunden übergezogen. Als Anfahrhilfe und Notbehelf bei sehr engen Radkästen sind sie sinnvoll; für Strecken mit ausgeschilderter Kettenpflicht bleiben sie wegen der oben beschriebenen Rechtslage die schwächere Wahl. Wer sie mitführt, sollte zusätzlich wissen, dass sie schneller verschleißen, sobald schneefreier Asphalt unter das Gewebe kommt.

## Schneeketten montieren: Schritt für Schritt

1. **Fahrzeug sicher abstellen** – möglichst auf ebener, fester Fläche abseits des Verkehrs, Handbremse anziehen, Warnweste tragen, bei Dunkelheit Warnblinker setzen.
2. **Kette entwirren** und so vor dem Antriebsrad ausbreiten, dass die Innenseite zum Reifen zeigt und sich kein Glied verdreht hat.
3. **Kette über den Reifen legen**, den Bügel oder die innere Kette oben hinter dem Reifen zusammenführen und schließen.
4. **Unten verbinden** und den Spannmechanismus straffziehen, bis die Kette eng und mittig auf der Lauffläche sitzt.
5. **Beide Räder der Antriebsachse** auf gleiche Weise bestücken – eine einzelne Kette ist nicht zulässig und wirkt zudem einseitig auf den Antrieb.
6. **Wenige Meter fahren** und die Spannung nachkontrollieren; viele Systeme spannen sich beim Anrollen selbst nach, brauchen dafür aber diese kurze Rollstrecke.
7. Nach Verlassen der schneebedeckten Strecke die **Ketten wieder abnehmen** – ab hier schaden sie Reifen, Fahrbahn und Kette, und das Tempolimit von 50 km/h gilt weiter.

> Tipp: Üben Sie die Montage einmal im Trockenen und bei Tageslicht – etwa in der heimischen Einfahrt. Im Schneetreiben, mit klammen Fingern und wartenden Autos im Rücken ist das deutlich stressiger. Handschuhe, eine Stirnlampe und eine Unterlage zum Knien gehören mit ins Auto.

## Was vor der Bergfahrt ins Gepäck gehört

Die Kette ist nur ein Teil der Vorbereitung. Prüfen Sie vor einer Winterfahrt in die Berge die **Profiltiefe** Ihrer Winterreifen: Gesetzlich vorgeschrieben sind 1,6 Millimeter, für den Wintereinsatz empfehlen die Prüforganisationen deutlich mehr – und für Frankreichs Bergdepartements sind 3,5 Millimeter sogar bindend. Kontrollieren Sie außerdem den [Reifendruck bei Kälte](https://www.reifentiefpreis.de/blog/richtiger-reifendruck-einstellen): Sinkende Temperaturen senken den Druck messbar, was Grip und Verschleiß beeinflusst.

Bei der Reifenwahl selbst lohnt der Blick auf die Nasshaftung, denn die meisten Winterkilometer werden nicht auf Schnee, sondern auf nasskalter Fahrbahn gefahren – wie eng die Spitzenklasse dort besetzt ist, zeigt unsere Auswertung zur [Nasshaftung bei Winterreifen](https://www.reifentiefpreis.de/blog/nasshaftung-winterreifen). Bewährte, lieferbare Winterreifen in kettenfreundlichen Dimensionen sind zum Beispiel:

- [Continental WinterContact TS 870 195/65 R15 91T](https://www.reifentiefpreis.de/artikel/continental-wintercontact-ts-870-195-65-r15-91t-119648)
- [Goodyear UltraGrip Performance 3 195/65 R15 91T](https://www.reifentiefpreis.de/artikel/goodyear-ultragrip-performance-3-195-65-r15-91t-136373)
- [Dunlop Winter Sport 5 205/55 R16 91H](https://www.reifentiefpreis.de/artikel/dunlop-winter-sport-5-205-55-r16-91h-106084)

## Fazit

Schneeketten sind in Deutschland nur dort Pflicht, wo das Verkehrszeichen 268 steht – und dieses Schild ordnet nicht mehr an als genau das. Das Tempolimit von 50 km/h stammt aus § 3 Absatz 4 StVO, hängt am Fahrzeug statt am Schild und gilt deshalb, solange die Ketten montiert sind. Was technisch als Kette zählt, lässt die deutsche Regelung offen, während Österreich eine Norm verlangt und Frankreich Socken ausdrücklich zulässt; zertifizierte Metallketten sind damit überall die sichere Wahl. Und weil sich unser Winterbestand auf 355 Dimensionen verteilt, von denen mehr als die Hälfte 225 Millimeter oder breiter ist, gilt vor jedem Kettenkauf: erst die Reifengröße und die Freigabe des Fahrzeugherstellers prüfen, dann bestellen. Passende [Winterreifen für PKW](https://www.reifentiefpreis.de/reifen/pkw/winterreifen) und [SUV-Winterreifen](https://www.reifentiefpreis.de/reifen/offroad/winterreifen) finden Sie in unserem Shop.

## Häufige Fragen

### Gilt das Tempolimit von 50 km/h auch ohne Kettenschild?

Ja. § 3 Absatz 4 StVO knüpft die Grenze an das Fahrzeug mit montierten Schneeketten, nicht an das Verkehrszeichen. Solange die Ketten aufgezogen sind, gelten 50 km/h – auch auf einer geräumten Straße hinter der Kettenstrecke.

### Sind Schneesocken erlaubt, wo Ketten vorgeschrieben sind?

In Deutschland ist das nicht ausdrücklich geregelt. Österreich verlangt Ketten nach ÖNORM V5117 bzw. V5119 oder mit EU-Genehmigung, Frankreich lässt Socken ausdrücklich zu. Für Kettenstrecken sind zertifizierte Metallketten deshalb die sichere Wahl.

### Passt eine Schneekette auf jedes Auto?

Nein. Die Kette muss zur Reifengröße passen, und der Fahrzeughersteller gibt vor, wie viel Freiraum im Radkasten nötig ist – teils 9 oder 12 Millimeter. Für manche Reifen-Felgen-Kombinationen ist der Kettenbetrieb gar nicht freigegeben; dann nennt die Betriebsanleitung meist eine schmalere Ersatzdimension.


Quelle: https://www.reifentiefpreis.de/blog/schneeketten-vorschriften-montage
