# Enschede ist zu, die Anmeldungen laufen weiter: Vredestein drei Monate nach dem Werksaus

Veröffentlicht: 09.07.2026 · Aktualisiert: 21.09.2026 · Kategorie: Branche & Markt · Autor: Reifentiefpreis · Schlagwörter: Vredestein, Apollo Tyres, Werksschließung, EU-Reifenregister, Reifenmarkt

Titelbild: https://www.reifentiefpreis.de/bild/blog/vredestein-enschede-reifenlager.jpg

Es ist das Ende einer langen Reifen-Ära: Zum 30. Juni 2026 hat der indische Konzern Apollo Tyres die Produktion in seinem niederländischen Werk Enschede eingestellt – dem historischen Stammsitz der traditionsreichen Marke Vredestein. Für eine Marke, die hierzulande vor allem für ihre Ganzjahres- und Sommerreifen geschätzt wird, klingt das zunächst nach schlechten Nachrichten.

Damals haben wir geschrieben, die Marke fahre weiter, auch wenn das Werk schließt. Solche Sätze sind schnell gesagt. Deshalb haben wir sie knapp drei Monate später überprüft – und zwar nicht mit einer Einschätzung, sondern mit drei Datenquellen, die sich gegenseitig kontrollieren: den Quartalszahlen des Konzerns, dem EU-Reifenregister EPREL und unserem eigenen lieferbaren Bestand. Alle Zahlen in diesem Beitrag stammen aus dem Stand vom 21. September 2026.

Das Ergebnis vorweg: Die Marke meldet weiter neue Reifen an – die jüngsten Registrierungen tragen das Datum dieses Tages. Aber die Geschäftszahlen aus Europa zeigen sehr deutlich, warum ein Werk geschlossen wurde.

## Was am 30. Juni 2026 in Enschede endete

Nach Angaben von Apollo Tyres wurden die Reifenproduktion und die damit verbundenen Tätigkeiten am Standort Enschede dauerhaft eingestellt. In der Börsenmitteilung des Konzerns steht es genauer, als es die Schlagzeilen wiedergegeben haben: Die niederländische Tochtergesellschaft Apollo Tyres (NL) B.V. – kurz ATNL – beendete die Fertigung „zum Geschäftsschluss (niederländische Zeit) am 30. Juni 2026“, nachdem die erforderlichen Genehmigungen des Betriebsrates und des Aufsichtsrates der Gesellschaft eingeholt worden waren. Angekündigt hatte der Konzern den Schritt bereits am 25. April 2025; über mehr als ein Jahr liefen seitdem Gespräche mit Betriebsrat und Belegschaft.

Damit endet in Enschede eine Reifenfertigung, die über Jahrzehnte hinweg das Gesicht der Marke Vredestein geprägt hat und tief mit der Stadt im Osten der Niederlande verbunden war. Im eigenen Geschäftsbericht bezeichnet der Hersteller die Schließung als bedeutende Entwicklung für seine europäischen Aktivitäten (Quelle: [Reifenpresse.de über das Produktionsende in Enschede](https://reifenpresse.de/2026/07/09/schluss-aus-vorbei-keine-reifenproduktion-mehr-in-enschede/)).

Wichtig für die Einordnung, und dieser Punkt wird regelmäßig übersehen: In den letzten Jahren liefen in Enschede nicht mehr die bekannten Pkw-Serienreifen vom Band, sondern vor allem Raumspar-Ersatzreifen der Baureihe „Spacemaster“ sowie Landwirtschaftsreifen. Die Fertigung der klassischen Vredestein-Pkw-Reifen war zu diesem Zeitpunkt bereits weitgehend an einen anderen Standort verlagert. Wer also befürchtet hatte, mit dem letzten Reifen aus Enschede verschwinde die Ganzjahresreifen-Familie aus dem Handel, hat die Produktionslandkarte des Konzerns vor sich gehabt, nicht die von 2026. Für die Beschäftigten am Standort ist das Aus dennoch ein tiefer Einschnitt – bei aller nüchternen Marktbetrachtung sollte das nicht untergehen.

## Warum Apollo Tyres den Standort aufgegeben hat

Die Gründe hat Apollo Tyres in seiner offiziellen Mitteilung selbst benannt, und sie sind rein wirtschaftlicher Natur. Genannt werden makroökonomische Verwerfungen, stark gestiegene Energie- und Arbeitskosten sowie ein spürbarer Rückgang der Nachfrage nach den zuletzt in Enschede gefertigten Spacemaster- und Agrarreifen. Hinzu kommt anhaltender Preisdruck durch günstigere Wettbewerber. Unter dem Strich, so das Unternehmen, sei eine langfristig profitable Produktion am Standort „in keiner Weise machbar“ gewesen (Quelle: offizielle [Apollo-Tyres-Mitteilung zur Schließung des Standorts](https://apollovredestein.press/apollo-tyres-plans-to-close-production-location-enschede-netherlands/)).

Enschede ist damit kein Einzelfall, sondern ein weiteres Beispiel für eine Entwicklung, die die europäische Reifenindustrie insgesamt unter Druck setzt: Hohe Standortkosten in Westeuropa treffen auf einen intensiven internationalen Wettbewerb. Wie sich diese Landkarte in Deutschland verschoben hat und warum einzelne Werke trotzdem bleiben, haben wir am Beispiel des Michelin-Werks in Bad Kreuznach ausführlich nachgezeichnet – dort steht auch, warum das Herkunftsland eines Reifens für die Kaufentscheidung wenig hergibt: [Warum ein westdeutsches Reifenwerk den Umbau der Branche überstanden hat](https://www.reifentiefpreis.de/blog/michelin-bad-kreuznach-60-jahre). Ein zweiter Faktor kommt hinzu, den wir separat aufgearbeitet haben: die [seit 2026 geltenden EU-Zölle auf Pkw-Reifen aus China](https://www.reifentiefpreis.de/blog/eu-antidumpingzoelle-china-reifen-beschluss), die den Preisdruck im Einstiegssegment verändern.

Wir bewerten die unternehmerische Entscheidung an dieser Stelle nicht. Für Sie als Käuferin oder Käufer zählt vor allem, was daraus praktisch folgt – und genau das lässt sich inzwischen nachrechnen.

## Drei Monate später: Was aus den Enschede-Produkten geworden ist

Die konkreteste offene Frage nach der Schließung war: Wo entstehen künftig die Landwirtschaftsreifen, die bisher in Enschede gefertigt und hauptsächlich auf europäischen Märkten vertrieben wurden? Eine Antwort gab es in einem Investoren-Call am 11. August 2026, den Apollo Tyres anlässlich des jüngsten Quartalsberichts abhielt. Der Konzern erklärte dort, man wolle bei dem nun beginnenden Prozess auch auf die Hilfe sogenannter Offtake-Partner setzen – also auf Hersteller, die im Auftrag produzieren und deren Ware Apollo anschließend unter eigenem Namen vertreibt. Ziel sei es, im Geschäft mit Landwirtschaftsreifen „gewisse Stabilität“ zu erreichen (Quelle: [Reifenpresse.de zur Zukunft der Agrarreifen](https://reifenpresse.de/2026/08/12/apollo-tyres-will-gewisse-stabilitaet-im-geschaeft-mit-landwirtschaftsreifen-erreichen/)).

Für den zweiten Enschede-Zweig, die Raumspar-Ersatzreifen, hat der Konzern bislang keine vergleichbare Aussage veröffentlicht. Wir können dazu auch aus eigenem Bestand nichts beitragen: Reifen der Baureihe Spacemaster führen wir nicht, eine Auszählung unseres Katalogs ergibt dafür null Treffer. Wer ein Notrad ersetzen muss, ist ohnehin fast immer beim Fahrzeughersteller oder bei der Fachwerkstatt besser aufgehoben als im freien Reifenhandel, weil Raumspar-Ersatzräder fahrzeugspezifisch freigegeben sind.

Was bei beiden Produktgruppen auffällt: Weder Agrar- noch Raumsparreifen tauchen im EU-Reifenregister auf, an dem wir gleich den Rest dieser Geschichte messen. Das ist kein Zufall, sondern Absicht des Gesetzgebers – dazu weiter unten mehr.

## Die Zahlen hinter der Entscheidung: Europa im ersten Quartal

Das Geschäftsjahr von Apollo Tyres läuft von April bis Ende März. Das erste Quartal des laufenden Geschäftsjahres umfasst damit genau die Monate April bis Juni 2026 – also exakt jenes Vierteljahr, in dem Enschede zumachte. Die Zahlen aus diesem Quartal sind deshalb der beste verfügbare Beleg dafür, in welcher Lage das europäische Geschäft tatsächlich steckt.

Weltweit lief es gut: Die Umsätze legten um 12,8 Prozent zu, das Betriebsergebnis um 5,2 Prozent. Auch Europa wuchs beim Umsatz, mit einem Plus von 10,3 Prozent nur leicht unter dem Konzernschnitt. Beim Ertrag jedoch kippt das Bild vollständig. Das Betriebsergebnis in Europa brach auf weniger als ein Drittel des Vorjahresquartals ein. Die Umsatzrendite der Region lag damit bei **0,7 Prozent** nach 2,6 Prozent im Vorjahresquartal – während das Gesamtunternehmen einschließlich Europa auf 7,2 Prozent kam. Chairman Onkar S. Kanwar betonte, man habe „während des Quartals eine gesunde Umsatzentwicklung“ vollzogen und strebe „weiterhin nach profitablem Wachstum“ (Quelle: [Reifenpresse.de zum Quartalsbericht](https://reifenpresse.de/2026/08/11/apollo-tyres-buesst-in-europa-grossteil-seines-betriebsergebnisses-ein/)).

Diese drei Zahlen zusammen erklären die Werksentscheidung besser als jede Erklärung aus einer Pressemitteilung. Europa verkauft mehr und verdient weniger. Eine Rendite von 0,7 Prozent bedeutet, dass von hundert Euro Umsatz siebzig Cent als Betriebsergebnis übrig bleiben – in einer Branche mit hohem Kapitaleinsatz ist das faktisch die Nulllinie. Und es zeigt zugleich, warum niemand vorschnell Entwarnung geben sollte: Der Konzern insgesamt ist profitabel, der europäische Teil arbeitet an der Grenze. Gleichzeitig gilt die zweite Hälfte der Wahrheit: Ein schwaches Regionalergebnis ist etwas anderes als eine gefährdete Marke. Der Konzern verdient weltweit Geld und hat Europa gerade erst um seinen teuersten Standort erleichtert.

## Der Gegencheck: Was das EU-Register seit dem Werksaus zeigt

Hier beginnt der Teil, den man tatsächlich nachzählen kann. Jeder Reifen der Klassen C1, C2 und C3, der in der EU neu in Verkehr gebracht wird, muss vom Lieferanten in der europäischen Produktdatenbank EPREL angemeldet werden – mit Handelsname, Größe, Tragfähigkeits- und Geschwindigkeitsindex, allen drei Labelklassen und dem Datum, ab dem er auf dem Markt ist. Wer wissen will, ob eine Marke lebt, muss also nicht auf Ankündigungen warten: Er kann ihre Anmeldungen auszählen.

Genau das haben wir für die Marke Vredestein getan. Die Abfrage liefert die **991 jüngsten Registrierungen**, die bis zum 23. Dezember 2020 zurückreichen. Zwei Befunde stechen heraus.

Der erste: **Alle 991 Einträge sind von Apollo Tyres NL B.V. angemeldet** – von genau jener niederländischen Gesellschaft, die die Fertigung in Enschede eingestellt hat. Das Werk ist geschlossen, die Rolle als Lieferant im Sinne der Reifenkennzeichnung liegt unverändert in den Niederlanden. Produktionsstandort und rechtlicher Inverkehrbringer sind eben zwei verschiedene Dinge, und nur Ersteres hat sich geändert.

Der zweite: Die Anmeldungen laufen weiter. **90 Registrierungen tragen einen Marktstart im Jahr 2026, und 12 davon liegen nach dem 30. Juni 2026** – also nach dem Werksaus. Sie verteilen sich auf fünf Reihen: sieben auf den Ganzjahresreifen Quatrac Pro 2, zwei auf den Sommerreifen Ultrac TF, je eine auf Ultrac Pro, Ultrac+ und den SUV-Reifen Pinza HT.

### Vier Anmeldungen vom 21. September 2026

Die jüngsten Einträge sind ausgerechnet auf den Tag datiert, an dem wir diesen Abgleich vorgenommen haben: Vier Registrierungen mit Marktstart **21. September 2026** verteilen sich auf zwei Größen des Quatrac Pro 2, nämlich 245/40 R 19 98 H XL und 255/40 R 19 100 H XL. Beide sind mit Kraftstoffeffizienz B, Nasshaftung B und 70 Dezibel Rollgeräusch eingetragen und tragen das Alpine-Symbol, sind also für winterliche Verhältnisse zugelassen.

Damit ist die Kernfrage dieses Beitrags beantwortet, und zwar nicht mit einer Vermutung: Knapp drei Monate nach dem letzten Reifen aus Enschede meldet die Marke Vredestein weiterhin neue Größen für den europäischen Markt an – am Tag dieser Auswertung gleich vier auf einmal, und ausgerechnet auf das aktuellste Ganzjahresprofil des Herstellers. Dessen Markteinführung hatten wir im Frühjahr begleitet: [Was der Quatrac Pro 2 bei seinem Start mitgebracht hat](https://www.reifentiefpreis.de/blog/vredestein-quatrac-pro-2), damals 36 Größen im lieferbaren Bestand.

### Was im Register grundsätzlich fehlt

Ein Register ist nur so aussagekräftig wie sein Anwendungsbereich, und den sollte man kennen, bevor man aus einer Lücke etwas ableitet. Die Verordnung (EU) 2020/740 gilt für Reifen der Klassen C1, C2 und C3 – also Pkw, leichte und schwere Nutzfahrzeuge. Landwirtschaftsreifen gehören nicht dazu. In Artikel 2 Absatz 2 nimmt der Gesetzgeber zusätzlich mehrere Gruppen ausdrücklich aus, darunter „Reifen für den harten Geländeeinsatz“, „T-Notradreifen“, Spikereifen, Reifen mit einer zulässigen Geschwindigkeit unter 80 km/h und „Reifen, die ausschließlich für die Montage an Fahrzeugen ausgelegt sind, deren Erstzulassung vor dem 1. Oktober 1990 erfolgte“ (Quelle: [Verordnung (EU) 2020/740 im amtlichen Wortlaut](https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/?uri=CELEX:32020R0740)).

Das ist der Grund, warum ausgerechnet die beiden Produktgruppen, die zuletzt in Enschede vom Band liefen, im Register unsichtbar sind – Raumsparreifen fallen unter die Ausnahme für T-Notradreifen, Agrarreifen gehören gar nicht erst zu den erfassten Klassen. Und es erklärt eine zweite Auffälligkeit in unserem eigenen Sortiment: Die Classic-Linien der Marke, insgesamt 22 lieferbare Ausführungen in typischen Oldtimer-Maßen wie 165 R14, 185 R14 oder 6.40 R13, haben seit Dezember 2020 keinen einzigen Registereintrag. Wer historische Fahrzeuge bereift, findet solche Größen bei uns in der Abteilung für [Anhänger- und Oldtimerreifen](https://www.reifentiefpreis.de/reifen/sonstige/anhaenger-oldtimer) sowie direkt in der Modellübersicht zum [Vredestein Sprint Classic](https://www.reifentiefpreis.de/reifen/vredestein/sprint-classic).

## Vredestein im Regal: 942 Ausführungen am 21. September 2026

Die dritte Quelle ist die handfesteste, weil sie zeigt, was Sie tatsächlich kaufen können. Eine Auszählung unseres offenen Produktkatalogs mit Stand vom 21. September 2026 ergibt **942 lieferbare Vredestein-Ausführungen** in **278 verschiedenen Größen** und **34 Modellreihen**. Gemessen an 53.452 lieferbaren Reifen insgesamt sind das 1,76 Prozent des Sortiments und **Rang 14 unter 118 geführten Marken**. Rechnet man die Konzernschwester Apollo mit ihren 387 Ausführungen hinzu, kommt die Gruppe auf 1.329 Ausführungen oder 2,49 Prozent.

Die Verteilung über das Jahr ist für eine Marke mit Ganzjahres-Schwerpunkt bemerkenswert ausgeglichen: 353 Sommerreifen, 322 Ganzjahresreifen und 267 Winterreifen. Zusammengenommen sind **589 Ausführungen für die kalte Jahreszeit geeignet**, also 62,5 Prozent des Bestands – ein Anteil, der zu einer Marke passt, deren bekanntester Reifen ein Allwetterprofil ist. Beim Preis reicht die Spanne vom 37,39-Euro-Kleinwagenreifen bis weit in den dreistelligen Bereich, der Median liegt bei 125,23 Euro. Und beim sicherheitsrelevanten Teil des EU-Labels steht die Marke gut da: **805 der 942 Ausführungen, also 85,5 Prozent, erreichen bei der Nasshaftung die Klasse A oder B.**

Die größten Reihen im Bestand sind der Winterreifen Wintrac Pro+ mit 135 Ausführungen, der Ganzjahresreifen Quatrac Pro+ mit 108 und der Sommerreifen Ultrac Pro mit 105. Wer gerade Winterreifen sucht, findet die Marke in der Übersicht der [Winterreifen für Pkw](https://www.reifentiefpreis.de/reifen/pkw/winterreifen); ein typischer Vertreter im mittleren Größenbereich ist der [Wintrac Pro+ in 225/45 R17 94V](https://www.reifentiefpreis.de/artikel/vredestein-wintrac-pro-225-45-r17-94v-150604) für 98,81 Euro. Bei den [Ganzjahresreifen für Pkw](https://www.reifentiefpreis.de/reifen/pkw/ganzjahresreifen) ist die Quatrac-Familie traditionell stark vertreten – günstig einsteigen lässt sich mit dem [Quatrac 5 in 155/70 R13 75T](https://www.reifentiefpreis.de/artikel/vredestein-quatrac-5-155-70-r13-75t-65983) für 49,29 Euro, während der aktuelle [Quatrac Pro 2 in 225/45 R18 95Y](https://www.reifentiefpreis.de/artikel/vredestein-quatrac-pro-2-225-45-r18-95y-171640) mit 124,42 Euro die Oberklasse des Profils markiert. Für Transporter deckt die Marke die kalte Jahreszeit mit dem [Comtrac 2 Winter+ in 215/60 R16C 103T](https://www.reifentiefpreis.de/artikel/vredestein-comtrac-2-winter-215-60-r16c-103t-115504) ab, einem Vertreter aus dem Segment der [Winterreifen für Van und Transporter](https://www.reifentiefpreis.de/reifen/van-transporter/winterreifen). Wie sich die Sommerreifen der Marke voneinander unterscheiden, sortiert unser [Vergleich der Ultrac-Baureihen](https://www.reifentiefpreis.de/blog/vredestein-ultrac-familie); wer lieber nach Größe sucht, wird etwa in [205/55 R16](https://www.reifentiefpreis.de/reifen/groesse/205-55-r16) fündig.

## Angemeldet, aber noch nicht angekommen: zwei Profile im Detail

Zwei Reihen aus der 2026er-Registrierungswelle verdienen eine eigene Betrachtung, weil sie zeigen, wie unterschiedlich schnell ein Registereintrag zu einem kaufbaren Reifen wird.

**Der Nordtrac 2+ steht im Register, aber nicht im deutschen Regal.** 21 Einträge hat der Hersteller für dieses Profil hinterlegt, 18 davon mit Marktstart im Juni 2026. Alle sind der Klasse C1 zugeordnet, alle tragen neben dem Alpine-Symbol zusätzlich die Eisgriffigkeits-Kennzeichnung, und die Nasshaftungsklassen liegen überwiegend bei C und D. Das ist kein Mangel, sondern Auslegung: Reifen mit Eisgriffigkeits-Kennzeichnung sind auf nordische Winter mit Eis und festgefahrenem Schnee abgestimmt und erkaufen sich das typischerweise mit Abstrichen auf nasser Fahrbahn. Für den deutschen Markt ist ein solcher Reifen in aller Regel die falsche Wahl – entsprechend führen wir ihn nicht. Den Vorgänger [Nordtrac 2](https://www.reifentiefpreis.de/reifen/vredestein/nordtrac-2) gibt es bei uns noch in sieben Ausführungen, etwa in [185/65 R15 92T](https://www.reifentiefpreis.de/artikel/vredestein-nordtrac-2-185-65-r15-92t-134841) für 60,33 Euro. Wer die Unterschiede zwischen Label-Klassen bei einem Modellwechsel verstehen will, findet die Systematik in unserer Auswertung, [was Hersteller beim Generationswechsel an Labelwerten opfern](https://www.reifentiefpreis.de/blog/label-klassen-modellwechsel).

**Der Ultrac TF ist dagegen schon da.** Zwölf Registrierungen mit Marktstart 2026 stehen im Register, zwei davon vom 1. August 2026; im Regal sind bereits sieben Ausführungen lieferbar. Es handelt sich um einen Sommerreifen für kleine Räder – die registrierten Größen liegen sämtlich bei 14 und 15 Zoll, die Nasshaftung durchgehend bei B, das Rollgeräusch bei 69 bis 71 Dezibel. Der Einstieg in die [Modellübersicht zum Ultrac TF](https://www.reifentiefpreis.de/reifen/vredestein/ultrac-tf) beginnt bei 56,02 Euro, etwa mit dem [Ultrac TF in 175/65 R14 82T](https://www.reifentiefpreis.de/artikel/vredestein-ultrac-tf-175-65-r14-82t-171629). Damit ist er einer der wenigen Neuzugänge, die gezielt das Kleinwagensegment adressieren – ein Bereich, in dem das Angebot seit Jahren dünner wird. Passende Alternativen und den größeren Zusammenhang finden Sie in unserer Auswahl an [Sommerreifen für Pkw](https://www.reifentiefpreis.de/reifen/pkw/sommerreifen) und in der Größenübersicht [175/65 R14](https://www.reifentiefpreis.de/reifen/groesse/175-65-r14).

## Was sich für deutsche Käufer im Vertrieb geändert hat

Neben der Produktion hat der Konzern auch die Vertriebsstruktur für den deutschen Markt umgebaut. Apollo Tyres (Germany) mit Sitz im rheinland-pfälzischen Vallendar hat den Pkw-Reifenvertrieb im sogenannten Cluster Central Europe, zu dem Deutschland, die Schweiz und Dänemark gehören, einem Führungsduo übertragen: Stefan Thoma verantwortet das Geschäft mit Autohäusern und Key Accounts, Niklas Kretschmer den Reifenhandel (Quelle: [Reifenpresse.de zur neuen Vertriebsstruktur](https://reifenpresse.de/2026/08/10/apollo-tyres-germany-stellt-seine-vertriebsstruktur-im-cluster-central-europe-neu-auf/)).

Für Endkundinnen und Endkunden ist das zunächst eine Personalie ohne unmittelbare Folgen. Interessant ist sie trotzdem, weil sie in dieselbe Richtung deutet wie die Registerdaten: Ein Konzern, der sich aus einem Markt zurückziehen will, ordnet dort nicht den Vertrieb neu und meldet dort nicht im September noch neue Reifengrößen an. Wer wissen möchte, welche Marke überhaupt zu welchem Konzern gehört und warum das für die Preisgestaltung im Regal eine Rolle spielt, findet die Übersicht in unserem Beitrag [zur Konzernzugehörigkeit der Reifenmarken](https://www.reifentiefpreis.de/blog/reifenmarken-wer-gehoert-zu-wem).

## Was das Werksaus praktisch für Sie bedeutet

Die beruhigende Nachricht zuerst, und sie hat sich nach drei Monaten Nachprüfung bestätigt: **Vredestein ist eine Marke, nicht nur ein Werk.** Der Hersteller gehört seit 2009 zum indischen Konzern Apollo Tyres, geschlossen wurde ein Produktionsstandort – nicht das Unternehmen und nicht das Sortiment. Die Pkw- und Transporterreifen der Marken Vredestein und Apollo laufen längst in einem modernen Werk im ungarischen Gyöngyöshalász vom Band, rund 90 Kilometer östlich von Budapest; die Verlagerung der europäischen Pkw-Produktion dorthin läuft seit Jahren. Das Ende in Enschede ist also der Schlusspunkt einer längeren Entwicklung, kein plötzlicher Bruch.

**An Ihrer Rechtsposition ändert eine Werksschließung nichts.** Gewährleistungsansprüche richten sich nach dem Kaufvertrag mit dem Händler und nach geltendem Recht, nicht nach dem Ort der Fertigung. Eine zusätzliche Herstellergarantie ist an die Marke gebunden, nicht an eine Adresse. Bereits gekaufte Vredestein-Reifen behalten selbstverständlich ihre Zulassung und ihren Wert.

**Und für die Kaufentscheidung gilt unverändert:** Entscheiden Sie nach Größe, Freigabe, EU-Label und unabhängigen Testergebnissen – nicht nach der Produktionslandkarte. Welche Kennwerte auf dem Label wirklich zählen und welche eher die Betriebskosten betreffen, erklären wir im [Reifen-Wiki](https://www.reifentiefpreis.de/wiki); wie stark die Ganzjahresreifen, zu denen Vredestein maßgeblich beigetragen hat, inzwischen den deutschen Markt prägen, zeigt unsere Auswertung zum [wachsenden Marktanteil der Allwetterreifen](https://www.reifentiefpreis.de/blog/ganzjahresreifen-marktanteil-2026). Und wenn Sie wissen wollen, was ein Reifensatz über seine Lebensdauer wirklich kostet, hilft unsere Rechnung zu den [Reifenkosten je 1.000 Kilometer](https://www.reifentiefpreis.de/blog/reifenkosten-je-1000-kilometer) weiter.

Kurz gesagt: Das Kapitel Enschede ist zu Ende. Das Register, die Quartalszahlen und unser eigenes Regal sagen übereinstimmend, dass die Marke weiterfährt – das eine mit vier frischen Anmeldungen, das andere mit einer Warnung an die europäische Ertragslage, das dritte mit 942 lieferbaren Ausführungen.

## Häufige Fragen

### Gibt es die Marke Vredestein weiterhin?

Ja. Vredestein bleibt als Marke von Apollo Tyres vollständig bestehen. Beendet wurde ausschließlich die Produktion am Standort Enschede. Im EU-Reifenregister sind für die Marke zuletzt am 21. September 2026 neue Größen angemeldet worden, und in unserem Sortiment sind mit Stand desselben Tages 942 Ausführungen lieferbar.

### Wo werden Vredestein-Reifen heute hergestellt?

Die Pkw- und Transporterreifen der Marke laufen im Apollo-Werk im ungarischen Gyöngyöshalász vom Band. Ein Großteil der europäischen Pkw-Produktion war bereits vor der Enschede-Schließung dorthin verlagert worden. Die Anmeldung der Reifen im EU-Register erfolgt weiterhin über die niederländische Konzerngesellschaft Apollo Tyres NL B.V.

### Sind bereits gekaufte Vredestein-Reifen von der Schließung betroffen?

Nein. Das Werksaus betrifft nur die künftige Fertigung, nicht bestehende Produkte. Ihre Reifen behalten Zulassung und Wert, und Gewährleistungsansprüche gegenüber dem Verkäufer bleiben unberührt. Auch eine freiwillige Herstellergarantie bleibt an die Marke gebunden.


Quelle: https://www.reifentiefpreis.de/blog/vredestein-werk-enschede
