# Wann Reifen kaufen? 8.114 Preise aus 15 Jahren zeigen das günstige Fenster

Veröffentlicht: 16.06.2026 · Aktualisiert: 09.09.2026 · Kategorie: Kaufberatung · Autor: Reifentiefpreis · Schlagwörter: Reifenkauf, Kaufberatung, Reifenpreise, Preisentwicklung, Saison, Winterreifen

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Wer neue Reifen braucht, stellt sich fast immer dieselbe Frage: sofort kaufen oder auf einen besseren Preis warten? Um den Reifenkauf ranken sich hartnäckige Faustregeln – im Frühjahr seien Winterreifen billig, im Herbst die Sommerware, und irgendwo im Jahr liege der eine Monat, in dem man richtig spart. Wir haben nachgerechnet, statt zu vermuten: einmal im amtlichen Preisindex für Deutschland, einmal im eigenen Preisarchiv mit 8.114 Monatspreisen aus knapp 16 Jahren. Das Ergebnis sortiert die Faustregeln neu. Vor allem aber zeigt es, wie klein der Kalendereffekt gegenüber der Entscheidung ist, die Sie ohnehin treffen müssen: welchen Reifen Sie überhaupt kaufen.

## Die kurze Antwort: Der Monat bringt Prozente, die Auswahl bringt Hunderte Euro

Ja, es gibt ein Muster im Jahresverlauf – und nein, es rettet Ihren Geldbeutel nicht. In unserer Auswertung liegt der günstigste Monat rund zwei bis fünf Prozent unter dem teuersten, je nach Reifenart. Auf einen Satz von vier Reifen zu je 90 Euro sind das etwa sieben bis achtzehn Euro. Das ist nicht nichts, aber es ist ein Trinkgeld im Vergleich zu dem, was zwischen zwei Reifen derselben Größe liegt.

Ein Beispiel aus der meistgefragten Pkw-Größe [205/55 R16](https://www.reifentiefpreis.de/reifen/groesse/205-55-r16), Stand 9. September 2026: Das Regal führt in dieser einen Größe 843 Ausführungen. Der günstigste kostet 34,67 Euro, die dreißig günstigsten liegen alle zwischen 34,67 und 41,61 Euro. Am oberen Ende stehen Preise jenseits von 200 Euro – etwa der auslaufende [Michelin Alpin 6 205/55 R16 91H](https://www.reifentiefpreis.de/artikel/michelin-alpin-6-205-55-r16-91h-89139) für 229,60 Euro, während sein Nachfolger Alpin 7 in derselben Größe 102,80 Euro kostet. Zwischen dem unteren und dem oberen Ende derselben Größe liegt also mehr als das Sechsfache, zwischen dem besten und dem schlechtesten Kaufmonat liegen fünf Prozent.

Wer den Kalender optimiert, aber beim Modell danebengreift, hat den Spareffekt hundertfach wieder verloren. Deshalb lautet die ehrliche Reihenfolge: erst die Preisklasse und das passende Modell festlegen, dann innerhalb dieser Klasse vergleichen – und erst ganz zum Schluss, wenn es die Lage überhaupt zulässt, auf den Zeitpunkt schauen. Wie viel die Modellwahl wirklich ausmacht, zeigen die [drei typischen Preisfallen im Reifenregal](https://www.reifentiefpreis.de/blog/preisfallen-reifenkauf).

## Was der amtliche Preisindex zeigt: Reifen sind real billiger geworden

Bevor es um Monate geht, lohnt der Blick auf die große Linie. Das europäische Statistikamt Eurostat führt für Deutschland einen eigenen Teilindex für Reifen im harmonisierten Verbraucherpreisindex. Er misst nicht die Preise eines einzelnen Händlers, sondern das Preisniveau am Markt.

Im Jahresmittel 2015 lag dieser Reifenindex bei 100, im Jahresmittel 2025 bei 114,8 – ein Anstieg von 14,8 Prozent in elf Jahren. Der Gesamtindex aller Verbraucherpreise stieg im selben Zeitraum von 100 auf 131,9, also um 31,9 Prozent. Gemessen an allem anderen, was Sie kaufen, sind Reifen damit rund 13 Prozent **billiger** geworden. Wer das Gefühl hat, Reifen seien in den letzten Jahren teuer geworden: Sie sind es – nur langsamer als Lebensmittel, Energie oder Handwerkerleistungen. Nachprüfen lässt sich das direkt in der [Eurostat-Datenbank zu den harmonisierten Verbraucherpreisen](https://ec.europa.eu/eurostat/databrowser/view/prc_hicp_minr/default/table?lang=de).

**Und aktuell?** In der laufenden Indexreihe (Basisjahr 2025 = 100) stand der deutsche Reifenindex im Juli 2026 bei 98,75. Im Juli 2025 waren es 99,37 – Reifen sind also binnen eines Jahres um gut ein halbes Prozent günstiger geworden, nicht teurer. Den niedrigsten Wert des laufenden Jahres gab es im Februar 2026 mit 98,06. Der Markt bewegt sich derzeit also in einem schmalen Band, und wer auf den großen Preisrutsch wartet, wartet auf etwas, das die Statistik nicht hergibt.

Interessant ist eine zweite Beobachtung aus derselben Reihe: Vom September auf den November stieg der Reifenindex 2024 um 2,8 Prozent und 2025 um 2,9 Prozent. Zwei Jahre sind keine Beweiskette, aber sie passen zu dem, was wir im eigenen Regal deutlich breiter belegen können.

## Unsere Auswertung: 94 Reifen, 8.114 Monatspreise, bis zu 15 Jahre Historie

Auf jeder Artikelseite in unserem Shop finden Sie unter dem Preis eine Grafik zur Preisentwicklung – sie zeigt, was genau dieser Reifen bei uns in den vergangenen Jahren gekostet hat. Diese Archive haben wir ausgewertet: 94 stark nachgefragte Reifen von 25 Marken, davon 28 Sommer-, 31 Winter-, 22 Ganzjahres- und 13 Motorradreifen, quer über acht gängige Pkw-Größen und drei Motorradgrößen. Zusammen 8.114 Monatspreise, der älteste aus dem Dezember 2010, der jüngste aus diesem Monat. Aufgenommen wurde nur, wer mindestens 36 Monate Historie hat.

**Wie wir gerechnet haben:** Ein reiner Monatsvergleich würde in die Irre führen, weil die Preise über die Jahre ohnehin steigen – der Dezember wäre dann fast immer teurer als der Januar, ohne dass die Jahreszeit etwas damit zu tun hätte. Wir haben deshalb jeden Monatspreis mit dem gleitenden Zwölf-Monats-Durchschnitt desselben Reifens verglichen. Übrig bleibt nur, was der Monat selbst beiträgt: Liegt ein Reifen im August über oder unter seinem eigenen Jahresniveau? Angegeben ist jeweils der Median, also der mittlere Wert, damit einzelne Ausreißer die Aussage nicht verzerren.

**Was die Auswertung leisten kann – und was nicht:** Sie zeigt, wie sich die Preise konkreter Reifen in einem konkreten Shop bewegt haben, nicht wie sich der gesamte deutsche Reifenmarkt verhält. Ausgewertet werden Listenpreise, keine Verkaufsstatistik, und nur Artikel, die es heute noch gibt – ein Modell, das vor drei Jahren ausgelaufen ist, taucht darin nicht auf. Für die Frage, ob es einen systematisch günstigen Monat gibt, reicht das trotzdem: 8.114 Preispunkte über 25 Marken sind eine breitere Grundlage als jede Faustregel, und wo die Ergebnisse mit dem amtlichen Index zusammenfallen, sind sie doppelt abgesichert.

Über alle 94 Reifen hinweg sieht das Jahr so aus: Der Juli ist der günstigste Monat – in 70 Prozent aller Julipreise lag der Reifen unter seinem eigenen Jahresniveau, im Median um 1,5 Prozent. Der teuerste Monat ist der Oktober, in dem nur 37 Prozent der Preise unter dem Jahresniveau lagen. Zwischen beiden liegen rund 2,5 Prozentpunkte. Das Sommertal reicht vom Juni bis in den September, der Gipfel liegt im Oktober und November.

Damit ist die verbreitete Vorstellung, es gebe eine große Nebensaison-Delle, schon halb widerlegt. Spannend wird es aber erst, wenn man die Reifenarten trennt – denn die verhalten sich völlig unterschiedlich.

## Winterreifen: Das günstige Fenster liegt im Spätsommer, nicht im Frühjahr

Die bekannteste Kaufregel lautet: Winterreifen kauft man antizyklisch im Frühjahr, wenn die Händler ihre Lager für die Sommerware räumen. Der [ADAC](https://www.adac.de/rund-ums-fahrzeug/ausstattung-technik-zubehoer/reifen/reifenkauf/reifenkauf-antizyklisch/) formuliert es vorsichtiger und nennt „Frühjahr und Sommer“ als tendenziell günstige Zeit, weist aber zugleich darauf hin, dass der früher stärkere Spareffekt „seit einigen Jahren zunehmend geringer“ wird.

In unserem Preisarchiv ist das Frühjahr nicht die günstige Zeit – im Gegenteil. Der April ist bei Winterreifen der teuerste Monat des Jahres: Nur 34 Prozent der Aprilpreise lagen unter dem eigenen Jahresniveau, im Median liegt der April 1,5 Prozent darüber. Die günstigsten Monate sind der August (Median 2,9 Prozent unter dem Jahresniveau, 80 Prozent aller Werte darunter) und der September (2,1 Prozent darunter, 69 Prozent aller Werte). Zwischen dem teuersten und dem günstigsten Monat liegen bei Winterreifen 4,4 Prozentpunkte – der größte Kalendereffekt aller Pkw-Reifenarten in unserer Auswertung.

Der direkte Paarvergleich macht es noch deutlicher. Wir haben für jeden Winterreifen und jedes Jahr geprüft, ob er im August näher am oder weiter unter seinem Jahresniveau lag als im April desselben Jahres. Ergebnis: In 131 von 164 Fällen, also in 80 Prozent, stand der August günstiger da, im Median um 3,9 Prozentpunkte. Gegen den November gerechnet, gewinnt der September in 71 Prozent der Fälle.

Ein paar konkrete Fälle aus dem Jahr 2025: Der Firestone Winterhawk 4 in 235/55 R18 kostete im August rund 17 Prozent weniger als im April desselben Jahres, der Pirelli Winter SottoZero 3 in derselben Größe rund 12 Prozent, der Nexen Winguard Snow G in 215/65 R16 rund 9 Prozent. Bei markenstarken Dauerläufern wie dem [Continental WinterContact TS 870 205/55 R16 91T](https://www.reifentiefpreis.de/artikel/continental-wintercontact-ts-870-205-55-r16-91t-119651) fällt der Effekt dagegen fast weg: Dieser Reifen bewegte sich laut seiner eigenen Preisgrafik seit Mai 2021 nur zwischen 80,00 und 107,20 Euro und kostet heute 92,78 Euro. Je gefragter und je konstanter lieferbar ein Modell ist, desto flacher sein Preisjahr.

Praktisch heißt das: Der Spätsommer ist bei [Winterreifen für den Pkw](https://www.reifentiefpreis.de/reifen/pkw/winterreifen) nicht nur organisatorisch die entspannteste Zeit, sondern auch die preislich beste. Wenn Sie das hier im September lesen, stehen Sie also gerade im richtigen Fenster. Warum der frühe Kauf auch jenseits des Preises Sinn ergibt, steht ausführlich in unserem Ratgeber [Winterreifen im Sommer kaufen](https://www.reifentiefpreis.de/blog/winterreifen-frueh-kaufen); worauf es bei der Auswahl selbst ankommt, klärt die [Kaufberatung für Winterreifen](https://www.reifentiefpreis.de/blog/winterreifen-kaufen-kaufberatung).

## Ganzjahresreifen: Der Juni ist der deutlichste Befund der ganzen Auswertung

Bei Allwetterreifen erwartet man intuitiv gar kein Muster – sie werden ja das ganze Jahr über gefahren, und auch der ADAC sieht bei ihnen kaum saisonale Unterschiede. Unser Regal sagt etwas anderes, und zwar so deutlich wie an keiner anderen Stelle dieser Auswertung.

Der Juni ist bei Ganzjahresreifen der mit Abstand günstigste Monat: In 90 Prozent aller Juniwerte lag der Reifen unter seinem eigenen Jahresniveau, im Median um 3,2 Prozent. Der Oktober liegt am anderen Ende – dort lagen nur 24 Prozent der Preise unter dem Jahresniveau, im Median 2,4 Prozent darüber. Zwischen Juni und Oktober liegen 5,5 Prozentpunkte. Im Paarvergleich war der Juni in 97 von 108 Fällen günstiger als der November desselben Jahres, im Median um 5,5 Prozentpunkte.

Die Erklärung liegt nahe: Ganzjahresreifen sind längst der Standardkauf für viele Autofahrer geworden, die sich den zweiten Satz sparen wollen – und diese Kaufentscheidung fällt bei den meisten im Herbst, wenn die Winterreifenfrage akut wird. Im Frühsommer fragt sie kaum jemand nach. Wer plant, im Winter auf [Ganzjahresreifen](https://www.reifentiefpreis.de/reifen/pkw/ganzjahresreifen) umzusteigen, kauft die halbe Saison vorher spürbar günstiger. Der [Hankook Kinergy 4S 2 H750 205/55 R16 94H](https://www.reifentiefpreis.de/artikel/hankook-kinergy-4s-2-h750-205-55-r16-94h-88472) etwa liegt seit August 2018 zwischen 55,30 und 77,80 Euro und steht heute bei 67,07 Euro – also im mittleren Bereich seiner eigenen Historie.

Ob sich der Umstieg auf einen Allwetterreifen überhaupt rechnet, ist allerdings keine Preisfrage des Monats, sondern eine der Nutzung: Diese Rechnung führen wir in [Ganzjahresreifen oder zwei Sätze](https://www.reifentiefpreis.de/blog/ganzjahresreifen-oder-zwei-saetze) im Detail vor.

## Sommer- und Motorradreifen: einmal ein kleines Muster, einmal gar keins

Bei Sommerreifen fällt das Jahresprofil flacher aus, zeigt aber in dieselbe Richtung. Günstigster Monat ist der Juli (Median 1,8 Prozent unter dem Jahresniveau, 74 Prozent aller Werte darunter), teuerster der November (1,5 Prozent darüber). Im Paarvergleich stand der Juli in 128 von 173 Fällen besser da als der November desselben Jahres, im Median um 2,9 Prozentpunkte. Bemerkenswert daran ist vor allem, was **nicht** herauskommt: Der klassische antizyklische Rat, Sommerreifen im Herbst oder Winter zu kaufen, findet in unseren Daten keine Stütze. Der günstigste Zeitpunkt für [Sommerreifen](https://www.reifentiefpreis.de/reifen/pkw/sommerreifen) liegt mitten in der Sommersaison. Auch das deckt sich mit der ADAC-Einschätzung, die Sommerreifenpreise im Jahresverlauf als „relativ stabil“ beschreibt.

Ein guter Vergleichsanker aus dem Regal: Der [Barum Bravuris 6 205/55 R16 91V](https://www.reifentiefpreis.de/artikel/barum-bravuris-6-205-55-r16-91v-148935) bewegte sich seit Dezember 2024 zwischen 55,50 und 68,30 Euro und kostet heute 62,08 Euro. Rund 13 Euro Spanne über fast zwei Jahre – daran erkennt man die Größenordnung, um die es bei der Kalenderfrage überhaupt geht. Wie viel Aufpreis eine bekannte Marke wert ist, beleuchten wir separat in [Premium- oder Budget-Sommerreifen](https://www.reifentiefpreis.de/blog/premium-oder-budget-sommerreifen).

Bei Motorradreifen schließlich verschwindet das Muster fast vollständig. Zwischen dem günstigsten und dem teuersten Monat liegen gerade einmal 1,25 Prozentpunkte, und im Paarvergleich Oktober gegen Juli gewinnt der Juli nur in 61 Prozent der Fälle – das ist kaum mehr als ein Münzwurf. Der Grund dürfte in der Struktur des Marktes liegen: Motorradreifen werden nach Verschleiß gekauft, nicht nach Kalender, und viele Modelle laufen über Jahre unverändert. Wer [Motorradreifen für die Straße](https://www.reifentiefpreis.de/reifen/motorrad/strasse) sucht, kann den Zeitpunkt also getrost ignorieren und sich ganz auf Modell, Freigabe und Reifenalter konzentrieren.

## Warum der Kalender trotzdem der kleinste Hebel bleibt

Zwei bis fünf Prozent klingen nach einer verwertbaren Regel. Nun kommt die Einordnung, die man selten liest: Der einzelne Reifen schwankt im Jahr deutlich stärker, als der Kalender erklären kann. Über alle ausgewerteten Artikel und Jahre liegt zwischen dem tiefsten und dem höchsten Monatspreis desselben Reifens im selben Kalenderjahr im Median eine Spanne von 13,8 Prozent. In 70 Prozent aller ausgewerteten Artikel-Jahre waren es mindestens 10 Prozent, in 31 Prozent sogar mindestens 20 Prozent.

Anders gesagt: Von den Preisbewegungen, die Sie an einem einzelnen Reifen beobachten, gehen nur wenige Prozentpunkte auf die Jahreszeit zurück. Der größere Teil entsteht aus Dingen, die kein Kalender vorhersagt – Lieferantenwechsel, Wechselkurse, Rohstoffkosten, Modellwechsel, kurzfristige Lagerbestände. Deshalb ist Warten keine Strategie, sondern ein Spiel mit ungewissem Ausgang. Wie stark äußere Einflüsse durchschlagen, haben wir am Beispiel der Einfuhrzölle nachgemessen: [Acht Wochen China-Zoll im Preisregal](https://www.reifentiefpreis.de/blog/china-zoelle-reifenpreise-gemessen).

Über die gesamte Historie wird der Abstand noch größer: Zwischen dem tiefsten und dem höchsten je notierten Preis desselben Artikels liegen im Median 52 Prozent. Solche Sprünge entstehen fast nie im Jahresrhythmus, sondern an Wendepunkten im Lebenslauf eines Modells – wenn ein Nachfolger erscheint, wenn eine Größe knapp wird oder wenn ein Lieferant aussteigt. Genau deshalb ist der Modellzyklus der lohnendere Beobachtungspunkt als der Kalender: Auslaufende Generationen und gut bevorratete Vorjahresmodelle sind der wahrscheinlichste Weg zu einem wirklich niedrigen Preis, und sie tauchen zu jeder Jahreszeit auf.

Und dann ist da die Sache mit der Ausführung. Derselbe Reifen, dieselbe Größe, unterschiedliche Kennung – und schon steht ein anderer Preis daneben. Der Continental WinterContact TS 870 kostet in 205/55 R16 heute je nach Tragfähigkeits- und Geschwindigkeitskennung 92,78 Euro (91T), 97,16 Euro (91H), 114,81 Euro (94H) oder 138,13 Euro (94V). Das sind 45,35 Euro Unterschied pro Reifen bei identischem Modell, gut 180 Euro auf den Satz – das Zehnfache dessen, was der beste Kaufmonat je hergeben würde. Welche Kennung Ihr Fahrzeug wirklich braucht und warum die höhere teurer ist, erklärt [91V oder 94W: was die Zahl neben der Größe kostet](https://www.reifentiefpreis.de/blog/reifenindex-preisunterschied).

## Was mehr bringt als das Warten: Vorlauf, Vergleich, Preisverlauf

Wenn der Monat also nur eine Nebenrolle spielt – was ist dann der eigentliche Hebel? Drei Dinge, in dieser Reihenfolge.

**Erstens der Vorlauf.** Nicht wegen des Preises, sondern wegen der Auswahl. Zur Saisonspitze ballt sich die Nachfrage: Gefragte Größen und Testsieger sind dann teils vergriffen, Lieferzeiten werden länger, Werkstatttermine knapp. Wer ein bis zwei Monate vor der Hauptsaison bestellt, hat die volle Auswahl und kann in Ruhe vergleichen – und trifft, wie unsere Daten zeigen, ganz nebenbei auch das günstigere Preisfenster. Bei Winterreifen fallen beide Vorteile im Spätsommer zusammen. Wie voll das Regal dann noch ist, zeigt derselbe Stichtag: In 205/55 R16 standen am 9. September 2026 allein 228 Winterausführungen zur Wahl, die dreißig günstigsten davon zwischen 40,83 und 52,53 Euro. Wer jetzt aussucht, wählt aus dem vollen Sortiment; wer bis zum ersten Kälteeinbruch wartet, konkurriert mit allen anderen um dieselben gefragten Größen und um freie Montagetermine.

**Zweitens der Vergleich innerhalb der Preisklasse.** Legen Sie zuerst fest, was Ihnen wichtig ist – Nasshaftung, Laufleistung, Geräusch, Marke –, und vergleichen Sie erst dann. Ein Sprung von der Budget- in die Premiumklasse kostet in derselben Größe schnell das Doppelte; ein Wechsel innerhalb einer Klasse kostet oft nur ein paar Euro und bringt trotzdem eine bessere Labelklasse. Wer nach der Gesamtrechnung fragt statt nach dem Kaufpreis, findet die Antwort in unserer Auswertung zu den [Kosten je 1.000 Kilometer](https://www.reifentiefpreis.de/blog/reifenkosten-je-1000-kilometer).

**Drittens der Blick in die Preisgrafik.** Auf jeder Artikelseite sehen Sie die Preisentwicklung des konkreten Reifens über die vergangenen Jahre samt tiefstem und höchstem Stand. Damit lässt sich in wenigen Sekunden einordnen, ob der aktuelle Preis am unteren, mittleren oder oberen Rand seiner eigenen Geschichte liegt – eine belastbarere Information als jede Faustregel über Monate. Liegt ein Reifen nahe an seinem historischen Tief, ist das ein gutes Zeichen; liegt er nahe am Hoch, lohnt der Blick auf ein vergleichbares Modell derselben Klasse. Wie Sie den Kauf insgesamt sauber durchziehen, steht in [Reifen online kaufen](https://www.reifentiefpreis.de/blog/reifen-online-kaufen-so-finden-sie-die-richtigen-reifen-und-vermeiden-fehlkaeufe).

## Wenn die Reifen fällig sind, ist der beste Zeitpunkt immer jetzt

So nützlich cleveres Kaufen ist – auf einen besseren Preis zu warten, wenn die Reifen eigentlich runter sind, ist der teuerste Fehler überhaupt. Fünf Prozent Ersparnis auf einen Satz sind rund fünfzehn Euro. Ein verlängerter Bremsweg auf nasser Straße kostet im Ernstfall ein Vielfaches, und rechtlich sind Sie mit abgefahrenen Reifen ohnehin auf der falschen Seite.

Drei Prüfungen entscheiden, ob Sie überhaupt noch Zeit zum Taktieren haben:

- **Profil:** Gesetzlich sind 1,6 Millimeter Mindestprofiltiefe vorgeschrieben. In der Praxis empfiehlt der ADAC den Wechsel schon ab 3 Millimetern bei Sommer- und 4 Millimetern bei Winterreifen. So [messen Sie die Profiltiefe](https://www.reifentiefpreis.de/blog/profiltiefe-messen-so-pruefen-sie-ihr-reifenprofil-richtig) in einer Minute selbst.
- **Alter:** Auch mit reichlich Profil altert die Gummimischung. Das Herstelldatum steht als vierstellige Zahl auf der Flanke – wie Sie die [DOT-Nummer](https://www.reifentiefpreis.de/blog/reifenalter-dot-nummer) lesen, erklären wir Schritt für Schritt.
- **Schäden:** Risse, Beulen oder Einschnitte sind kein Fall für den Kalender, sondern für den sofortigen Austausch.

Kommt Ihre Winterausrüstung in Frage, gilt zusätzlich die situative Winterreifenpflicht: Bei Glätte, Schnee oder Reifglätte dürfen Sie nur mit geeigneten Reifen fahren, unabhängig davon, welcher Monat gerade im Kalender steht. Die Einzelheiten dazu stehen in [Winterreifenpflicht in Deutschland](https://www.reifentiefpreis.de/blog/winterreifenpflicht-deutschland).

## Häufige Fragen

### In welchem Monat sind Reifen am günstigsten?
Das hängt von der Reifenart ab. In unserer Auswertung von 8.114 Monatspreisen liegen Winterreifen im August und September am günstigsten, Ganzjahresreifen im Juni, Sommerreifen im Juli. Der Unterschied zum teuersten Monat beträgt allerdings nur zwei bis fünf Prozent.

### Lohnt sich antizyklisches Kaufen von Winterreifen im Frühjahr?
Nach unseren Daten nicht: Der April ist bei Winterreifen der teuerste Monat, in 80 Prozent der Vergleiche stand der August besser da. Wer sparen will, kauft Winterreifen im Spätsommer statt im Frühjahr.

### Soll ich mit dem Reifenkauf warten, bis der Preis fällt?
Nur, wenn Ihre Reifen sicher genug für die Wartezeit sind. Ein einzelner Reifen schwankt im Jahr im Median um knapp 14 Prozent, aber unvorhersehbar – planbar sind davon nur wenige Prozentpunkte. Bei fälligen Reifen hat die Sicherheit Vorrang.

## Fazit

Den einen perfekten Kauftag gibt es nicht, aber ein messbares Jahresmuster schon: Reifen sind im Sommer günstiger als im Spätherbst, Winterreifen ausgerechnet im August und September, Ganzjahresreifen im Juni, und bei Motorradreifen spielt der Monat praktisch keine Rolle. Der Effekt bewegt sich in der Größenordnung von zwei bis fünf Prozent – gut zu wissen, wenn Sie ohnehin planen, aber kein Grund, einen fälligen Reifensatz aufzuschieben. Der weitaus größere Hebel liegt in der Auswahl: Zwischen dem günstigsten und dem teuersten Reifen einer einzigen Größe liegt der Faktor sechs, zwischen zwei Kennungen desselben Modells fast 50 Euro pro Reifen. Wer diese Entscheidungen sauber trifft und ein bis zwei Monate Vorlauf einplant, hat mehr gespart, als jeder Stichtag hergibt.


Quelle: https://www.reifentiefpreis.de/blog/wann-reifen-kaufen-bester-zeitpunkt
