# Winterreifen kosten 14 Prozent mehr — der Aufschlag beginnt bei 17 Zoll

Veröffentlicht: 25.09.2026 · Aktualisiert: 29.09.2026 · Kategorie: Winterreifen · Autor: Reifentiefpreis · Schlagwörter: Winterreifen, Reifenpreise, Kaufberatung, Sommerreifen, Ganzjahresreifen

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Wer jetzt den Wintersatz bestellt, hat oft das Gefühl, mehr zu bezahlen als im Frühjahr für die Sommerräder — gleiches Auto, gleiche Größe, gleiche Marke, trotzdem ein höherer Betrag unter dem Strich. Wir haben dieses Gefühl nicht kommentiert, sondern nachgerechnet, und zwar am kompletten eigenen Regal: 57.531 lieferbare Artikel mit Stand vom 25. September 2026. Das Ergebnis ist eindeutiger, als wir erwartet hatten — und es hat eine Grenze, an der es kippt.

## So haben wir gerechnet: gleiche Größe, gleiche Marke, zwei Jahreszeiten

Ein Vergleich „Winterreifen gegen Sommerreifen“ ist schnell daneben. Wer einfach alle Winterpreise gegen alle Sommerpreise stellt, vergleicht in Wahrheit zwei verschiedene Sortimente: Unser Regal führt am Stichtag **17.896 lieferbare Pkw-Sommerreifen in 516 Größen von 92 Marken und 749 Modellen**, dagegen nur **8.882 Winterreifen in 354 Größen von 78 Marken und 317 Modellen**. Das Winterangebot ist also nicht bloß kleiner, es ist auch anders zusammengesetzt — mit weniger Billigmarken und anderen Größenschwerpunkten. Ein Mittelwert über solche Bestände sagt mehr über die Zusammensetzung als über den Preis.

Deshalb haben wir paarweise gerechnet. Für jede Kombination aus **einer Reifengröße und einer Marke**, zu der sowohl mindestens zwei Sommer- als auch mindestens zwei Winterausführungen im Regal stehen, haben wir den Median beider Seiten gebildet und die Differenz notiert. So vergleicht zum Beispiel Continental in 205/55 R16 ausschließlich mit Continental in 205/55 R16. Unterschiede im Markenmix, im Felgendurchmesser oder in der Marktpositionierung fallen damit heraus. Übrig bleiben **1.312 solcher Paare**. Wir rechnen durchgehend mit Medianen statt mit Durchschnitten, weil einzelne Ausreißer nach oben — Restposten, Sonderausführungen, auslaufende Erstausrüstungsware — einen Mittelwert verzerren, den Median aber nicht. Alle Preise sind Endpreise je Reifen inklusive Mehrwertsteuer und beziehen sich auf den Stichtag; Bestände und Preise ändern sich mit jedem Lagerimport.

## 14 Prozent im Mittel — und der Einstieg kostet noch mehr

Die Antwort fällt deutlich aus. In **1.038 der 1.312 Paare, also in 79 Prozent, ist der Winterreifen teurer** als der Sommerreifen derselben Marke in derselben Größe. Der Median der Differenz liegt bei **plus 14,4 Prozent**. Es gibt Gegenbeispiele, aber sie sind die Minderheit, und sie fallen meist klein aus.

Das Bild bleibt bestehen, wenn man die Marke weglässt und nur nach Größe rechnet: Über **240 Größen**, in denen beide Jahreszeiten mit mindestens fünf Ausführungen vertreten sind, liegt der Winterreifen in **199 Fällen** über dem Sommerreifen, im Median um **12,7 Prozent** oder rund 14 Euro je Reifen. Zwei unabhängig gerechnete Wege kommen also auf dieselbe Größenordnung.

Die 41 Größen, in denen es umgekehrt läuft, sind dabei kein Zufall, sondern folgen einem Muster: Es sind fast durchweg breite, flache Dimensionen für schnelle Fahrzeuge, in denen auf der Sommerseite ein ausgewachsener Hochleistungsreifen steht. In 225/45 R18 etwa liegt der Median über 231 Sommerausführungen bei 128,17 Euro, über 120 Winterausführungen dagegen bei 116,37 Euro — der Winterreifen ist hier also gut neun Prozent billiger. In 245/50 R19 ist der Abstand mit 184,40 zu 159,75 Euro noch größer. Das liegt nicht daran, dass Winterreifen in diesen Größen besonders preiswert wären, sondern daran, dass der sommerliche Gegenpart auf Trockengrip und Höchstgeschwindigkeit ausgelegt ist und entsprechend kostet. Wer also den Eindruck hat, sein Wintersatz sei erstaunlich günstig, fährt vermutlich im Sommer einen ausgesprochen teuren Reifen.

Am härtesten trifft es aber den, der nach dem günstigsten Angebot greift. Vergleicht man in denselben 240 Größen nur den jeweils **billigsten** Reifen der Jahreszeit, dann ist der billigste Winterreifen in **216 von 240 Größen** teurer als der billigste Sommerreifen — im Median um **16,6 Prozent oder 7,96 Euro je Reifen**. Auf einen Vierersatz gerechnet sind das knapp **32 Euro Aufschlag allein am unteren Ende des Regals**. In der meistgefragten deutschen Pkw-Größe [205/55 R16](https://www.reifentiefpreis.de/reifen/groesse/205-55-r16) beginnt der Sommer bei 36,23 Euro mit dem [Imperial EcoDriver5 F209 205/55 R16 91H](https://www.reifentiefpreis.de/artikel/imperial-ecodriver5-f209-205-55-r16-91h-84409), der Winter erst bei 44,92 Euro mit dem [Aptany RW211 205/55 R16 91H](https://www.reifentiefpreis.de/artikel/aptany-rw211-205-55-r16-91h-153191). Der Einstiegspreis liegt im Winter also nicht nur höher, er steigt auch stärker als die Mitte des Feldes.

## Der Aufschlag beginnt bei 17 Zoll

Jetzt kommt die Stelle, an der die Zahl kippt — und sie kippt sehr scharf. Sortiert man dieselben markenkontrollierten Paare nach dem Felgendurchmesser, zerfällt der Winteraufschlag in zwei völlig verschiedene Welten:

- **15 Zoll:** plus 3,4 Prozent (197 Paare)
- **16 Zoll:** plus 4,0 Prozent (220 Paare)
- **17 Zoll:** plus 17,7 Prozent (259 Paare)
- **18 Zoll:** plus 17,6 Prozent (206 Paare)
- **19 Zoll:** plus 24,7 Prozent (159 Paare)
- **20 Zoll:** plus 23,9 Prozent (127 Paare)
- **21 Zoll:** plus 18,8 Prozent (56 Paare)

Bis einschließlich 16 Zoll ist der Winterreifen also praktisch genauso teuer wie der Sommerreifen — drei bis vier Prozent sind im Alltag kaum spürbar und liegen in der Größenordnung, in der ohnehin jede Woche Preise wandern. Zwischen 16 und 17 Zoll vervierfacht sich der Abstand dann auf einen Schlag, und bei 19 und 20 Zoll erreicht er rund ein Viertel des Sommerpreises. Wer einen Kleinwagen oder einen Kompakten auf 15 oder 16 Zoll fährt, zahlt für die Wintersaison kaum Aufpreis. Wer ein SUV oder eine Limousine auf 19 oder 20 Zoll bewegt, zahlt zweimal: einmal, weil große Reifen ohnehin teurer sind, und ein zweites Mal über den Saisonaufschlag obendrauf.

Woran das liegt, lässt sich aus Regaldaten nicht beantworten — wohl aber, woran es **nicht** liegt. Die naheliegende Erklärung wäre ein im Winter ausgedünntes Markenfeld, das gerade die günstigen Anbieter verschwinden lässt. Diese Erklärung scheidet aus: In jeder Zollklasse führt eine typische Größe im Winter etwa halb so viele Marken wie im Sommer, und dieser Anteil bewegt sich über alle Durchmesser hinweg in derselben Spanne — er springt bei 17 Zoll gerade nicht. Der Aufschlag ist also kein Nebeneffekt einer schmaleren Auswahl, sondern steckt in den Preisen selbst.

## Nicht jede Marke verlangt gleich viel

Der zweite große Unterschied liegt nicht in der Größe, sondern im Namen auf der Flanke. Über alle Größen hinweg, in denen eine Marke mit mindestens zwanzig Paaren vertreten ist, reicht der Median des Winteraufschlags von unter zehn bis über dreißig Prozent: **Nexen plus 9,7 Prozent**, Vredestein plus 12,0, **Michelin plus 13,3**, Dunlop plus 13,5, Continental und Hankook je plus 16,2, Goodyear plus 17,8, Bridgestone plus 18,9, **Pirelli plus 24,4**, Nokian plus 29,6 und Linglong plus 30,3 Prozent. Eine Premiummarke ist demnach nicht automatisch die mit dem größten Saisonaufschlag — Michelin liegt deutlich unter Pirelli, und unter den geprüften Marken verlangt Nexen im Winter am wenigsten zusätzlich.

In der Praxis heißt das: Der Markenwechsel ist an dieser Stelle ein stärkerer Hebel als der Kauftermin. In 205/55 R16 stehen dem [Continental EcoContact 5 205/55 R16 91H](https://www.reifentiefpreis.de/artikel/continental-ecocontact-5-205-55-r16-91h-23152) für 84,53 Euro der [Continental WinterContact TS 870 205/55 R16 91H](https://www.reifentiefpreis.de/artikel/continental-wintercontact-ts-870-205-55-r16-91h-119652) für 95,75 Euro gegenüber. Wer stattdessen zum [Nexen Winguard SnowG 3 205/55 R16 91T](https://www.reifentiefpreis.de/artikel/nexen-winguard-snowg-3-205-55-r16-91t-104611) für 62,56 Euro greift, spart je Reifen mehr, als der gesamte Saisonaufschlag ausmacht. Wie groß dieser Hebel sogar innerhalb eines einzigen Konzerns ausfallen kann, haben wir getrennt aufgeschrieben: [was der Markenname beim Winterreifen kostet](https://www.reifentiefpreis.de/blog/zweitmarken-winterreifen-preis).

## Der Ganzjahresreifen liegt dazwischen — dicht am Sommerreifen

Weil im Herbst ohnehin viele über den Umstieg auf Allwetter nachdenken, haben wir dieselbe paarweise Rechnung für den [Ganzjahresreifen für den Pkw](https://www.reifentiefpreis.de/reifen/pkw/ganzjahresreifen) wiederholt. Das Ergebnis ordnet ihn sauber ein: Gegen den Winterreifen derselben Marke und Größe liegt der Ganzjahresreifen in 744 Paaren im Median **6,6 Prozent darunter**, gegen den Sommerreifen in 1.002 Paaren **3,8 Prozent darüber**. Er sitzt preislich also deutlich näher an der Sommer- als an der Winterware.

In 205/55 R16 sieht man das an drei Zahlen nebeneinander: Der Median liegt bei den 419 Sommerausführungen bei 64,27 Euro, bei den 188 Ganzjahresausführungen bei 66,63 Euro und bei den 228 Winterausführungen bei 74,35 Euro. Der Anschaffungspreis je Reifen ist dabei allerdings nur ein Teil der Rechnung — wer auf Ganzjahresreifen umsteigt, spart zusätzlich den zweiten Radsatz, den halbjährlichen Wechsel und die Einlagerung, gibt aber an beiden Enden des Jahres etwas Leistung ab. Welche Seite überwiegt, hängt an Fahrleistung und Wohnort, nicht am Reifenpreis: Diese Rechnung führen wir in [Ganzjahresreifen oder zwei Sätze](https://www.reifentiefpreis.de/blog/ganzjahresreifen-oder-zwei-saetze) im Detail.

## Was die Zahl für Ihren Kauf bedeutet

Aus 1.312 Paaren lassen sich drei nüchterne Schlüsse ziehen. **Erstens: Der Aufschlag ist real, aber er ist kein Grund, den Kauf zu verschieben.** 14 Prozent auf einen Satz mittlerer Größe sind rund 40 bis 50 Euro — weniger, als der Sprung von einer Preisklasse zur nächsten innerhalb derselben Größe ausmacht. **Zweitens: Bis 16 Zoll gibt es praktisch keinen Saisonaufschlag.** Wer in dieser Klasse unterwegs ist, kann die Frage nach dem Aufpreis schlicht beiseitelegen und nach Testergebnis und Nasshaftung entscheiden — die [Reifentests des ADAC](https://www.adac.de/rund-ums-fahrzeug/ausstattung-technik-zubehoer/reifen/reifentest/) sind dafür der bessere Kompass als die Preisliste. **Drittens: Ab 17 Zoll lohnt der Markenvergleich doppelt**, weil sich dort Größenaufpreis und Saisonaufschlag addieren.

Für die häufigste Situation heißt das konkret: Fahren Sie 205/55 R16, kostet ein mittlerer Wintersatz nach unseren Medianen rund 297 Euro, der vergleichbare Sommersatz rund 257 Euro. Die Differenz von etwa 40 Euro verteilt sich auf mehrere Jahre Nutzungsdauer und ist damit kleiner als fast jede andere Entscheidung, die Sie beim Reifenkauf treffen — angefangen bei der Frage, ob es die Premium- oder die Zweitmarke sein soll, bei der in derselben Größe schnell dreistellige Beträge auf den Satz zusammenkommen.

Dass Winterreifen stärker saisonorientiert gehandelt werden als Sommerware und die Preise deshalb eher im Frühjahr nachgeben, beschreibt auch der [ADAC zum antizyklischen Reifenkauf](https://www.adac.de/rund-ums-fahrzeug/ausstattung-technik-zubehoer/reifen/reifenkauf/reifenkauf-antizyklisch/). Wie groß dieser Kalendereffekt in unserem eigenen Preisarchiv tatsächlich ausfällt und [welcher Monat der günstigste ist](https://www.reifentiefpreis.de/blog/wann-reifen-kaufen-bester-zeitpunkt), haben wir separat über fünfzehn Jahre ausgewertet; warum Ende September trotzdem das ruhigste Kauffenster ist, steht im Beitrag [Winterreifen Ende September](https://www.reifentiefpreis.de/blog/winterreifen-frueh-kaufen). Worauf es bei der Auswahl selbst ankommt, fasst unsere [Kaufberatung für Winterreifen](https://www.reifentiefpreis.de/blog/winterreifen-kaufen-kaufberatung) zusammen. Das komplette Angebot finden Sie unter [Winterreifen für den Pkw](https://www.reifentiefpreis.de/reifen/pkw/winterreifen), die Vergleichsbasis dieses Beitrags unter [Sommerreifen für den Pkw](https://www.reifentiefpreis.de/reifen/pkw/sommerreifen).

## Häufige Fragen

### Kostet ein Winterreifen immer mehr als ein Sommerreifen?

Nein, aber meistens. In 1.038 von 1.312 direkt vergleichbaren Paaren aus Größe und Marke — das sind 79 Prozent — liegt der Winterreifen höher, im Median um 14,4 Prozent. In den übrigen 21 Prozent ist er gleich teuer oder günstiger, vor allem in sehr großen Dimensionen, in denen auf der Sommerseite ein hochpreisiger Sportreifen steht.

### Wie viel Aufschlag muss ich bei einem Kleinwagen einplanen?

Bei 15 und 16 Zoll praktisch keinen: Der Median liegt dort bei 3,4 beziehungsweise 4,0 Prozent. Spürbar wird der Unterschied nur am unteren Ende des Regals, weil die günstigsten Winterreifen im Median knapp acht Euro je Reifen über den günstigsten Sommerreifen liegen — rund 32 Euro auf den Satz.

### Sind die genannten Preise dauerhaft gültig?

Nein. Alle Zahlen sind eine Momentaufnahme unseres Katalogs vom 25. September 2026 und verstehen sich als Endpreise je Reifen inklusive Mehrwertsteuer. Bestände und Preise ändern sich mit jedem Lagerimport; die Größenordnung des Saisonabstands ist dagegen stabil genug, um damit zu planen.


Quelle: https://www.reifentiefpreis.de/blog/winterreifen-preisaufschlag
