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Branche & Markt – Ratgeber im Magazin

Nexen N'Fera Sport 2: ein Nachfolger für gleich zwei Sommerreifen

· 9 Min. Lesezeit
Sportlicher Sommerreifen auf nasser Landstraße im Abendlicht (KI-generiert, OpenAI)
Sportlicher Sommerreifen auf nasser Landstraße im Abendlicht (KI-generiert, OpenAI)

Nexen hat am 22. September 2026 den N'Fera Sport 2 vorgestellt, einen neuen UHP-Sommerreifen. Bemerkenswert daran ist weniger der Reifen selbst als das, was er ersetzt: Nach der Herstellermitteilung, über die Reifenpresse.de berichtet, soll der Sport 2 in der Entwicklungslinie gleich zwei bestehende Baureihen ablösen — den seit 2018 im Markt befindlichen N'Fera Sport, der intern oft mit dem Kürzel SU2 geführt wird, und den N'Fera SU1. Bestellbar für den Fachhandel ist der Reifen nach Herstellerangabe ab Oktober, im Markt soll er zum kommenden Frühjahr ankommen.

Für Sie als Käuferin oder Käufer entscheidet sich der praktische Wert einer solchen Ankündigung aber nicht an der Pressemeldung, sondern an dem, was jetzt im Regal steht. Wir haben deshalb am 22. September 2026 unseren kompletten Bestand ausgezählt — 53.885 Reifenausführungen, davon 48.414 für Pkw, SUV und Transporter in 905 Größen — und die beiden betroffenen Nexen-Baureihen Zeile für Zeile verglichen. Das Ergebnis erklärt, warum Nexen zwei Modelle zusammenlegt, und es zeigt, worauf Sie in den kommenden Monaten beim Preis achten sollten.

Was Nexen mitgeteilt hat — und was noch offen ist

Die Ankündigung ist bewusst knapp gehalten. Nexen nennt als Verbesserungen ein optimiertes Profildesign und eine weiterentwickelte Konstruktion, die nach Herstellerangabe „eine noch präzisere Fahrdynamik, verbesserte Bremsleistungen und zuverlässige Performance bei nassen und trockenen Straßenverhältnissen“ ermöglichen sollen. Gefertigt wird der Reifen laut Mitteilung im tschechischen Werk des Unternehmens — das ist Nexens einziger europäischer Produktionsstandort, dessen Ausbaustufen wir im Markenporträt zu Nexen im Einzelnen aufgeschlüsselt haben.

Genauso wichtig ist, was nicht mitgeteilt wurde. Es liegen bislang keine Größenliste, keine EU-Label-Werte, keine Geschwindigkeitsindizes und keine Preise vor. Auch das deutsche Modellprogramm des Herstellers hilft hier noch nicht weiter: Die öffentliche Modellübersicht von Nexen Tire führte am 22. September 2026 zwanzig Baureihen für Pkw, SUV und Leicht-Lkw, darunter den N'Fera Sport, den N'Fera SU1 und den N'Fera Primus — der Sport 2 taucht dort noch nicht auf. Das passt zur angekündigten Reihenfolge: erst Bestellbarkeit im Fachhandel ab Oktober, dann Marktstart im Frühjahr.

Wir halten uns deshalb an das, was belegbar ist, und schreiben dem neuen Reifen keine Eigenschaften zu, die noch niemand gemessen hat. Eine Herstelleraussage über die eigene Neuheit ist eine Absichtserklärung, keine unabhängige Messung — diese Trennung ziehen wir bei jeder Modellankündigung. Belastbare Aussagen über den Sport 2 wird es erst geben, wenn das EU-Label je Größe vorliegt und die ersten Vergleichstests gefahren sind. Beides liegt frühestens im Frühjahr 2027.

Ein Nachfolger, zwei Vorgänger: 247 Ausführungen im Regal

Die Zusammenlegung ist kein Randthema, denn beide Baureihen sind bei uns breit gelistet. Der N'Fera Sport steht mit 152 lieferbaren Ausführungen in 127 verschiedenen Größen im Regal, der N'Fera SU1 mit 95 Ausführungen in 74 Größen. Zusammen sind das 247 Ausführungen — rund 19 Prozent unseres gesamten Nexen-Sortiments von 1.304 lieferbaren Ausführungen in 40 Baureihen. Kein anderes Modellpaar der Marke ist annähernd so stark vertreten.

Die beiden decken dabei unterschiedliche Fahrzeuge ab. Der N'Fera Sport liegt klar auf großen Rädern: 97 seiner 152 Ausführungen sind 19 Zoll oder größer, das sind 64 Prozent; der Schwerpunkt liegt bei 18 und 20 Zoll, nach oben reicht die Reihe bis 22 Zoll. 122 der 152 Ausführungen tragen den Geschwindigkeitsindex Y, sind also bis 300 km/h freigegeben. Der SU1 ist flacher aufgestellt: Er beginnt schon bei 15 Zoll, hat seinen Schwerpunkt bei 17 und 18 Zoll und kommt nur auf 37 Prozent Ausführungen ab 19 Zoll. Wer wissen will, was das Kürzel UHP im Alltag überhaupt bedeutet und wo die Grenze zum straßenzugelassenen Semislick verläuft, findet das in unserem Beitrag zu Sportreifen und Semislicks.

Eine Einordnung müssen wir dabei nachziehen: In unserem Familienvergleich der N-Fera-Baureihen stand im Juli noch, der SU1 sei ausdrücklich kein Auslaufmodell — Nexen führte ihn damals als reguläres Produkt mit eigener Detailseite. Das war zu diesem Zeitpunkt korrekt. Mit der Ankündigung vom 22. September ändert sich diese Einordnung: Der SU1 ist nun ein Modell mit benanntem Nachfolger. Dass er heute noch lieferbar ist und morgen auch, bleibt davon unberührt — Nexen hat keinen Liefertermin für ein Auslaufen genannt.

48 Größen gibt es doppelt — und das Etikett trennt sie sauber

Warum legt ein Hersteller zwei Baureihen zusammen? Ein Blick auf die Überschneidung liefert ein starkes Argument: In 48 Größen führen wir Sport und SU1 gleichzeitig. Das ist mehr als ein Drittel des Sport-Programms und fast zwei Drittel des SU1-Programms. Zwei Reifen derselben Marke im selben Segment, in derselben Größe, mit unterschiedlichen Etiketten — das ist für die Kaufentscheidung eher hinderlich als hilfreich.

Der Vergleich dieser 48 Paare fällt beim Nassgriff ungewöhnlich eindeutig aus. In 28 der 48 Größen trägt der Sport die bessere Nasshaftungsklasse, in 20 die gleiche — und in keiner einzigen die schlechtere. Über das gesamte Programm gerechnet ist der Abstand noch deutlicher: Beim N'Fera Sport tragen 120 von 152 Ausführungen die Bestnote A bei der Nasshaftung (78,9 Prozent), beim SU1 sind es 19 von 95 (20 Prozent). Wie viel eine solche Labelklasse in der Praxis aussagt und wo ihre Grenzen liegen, ordnen wir im Beitrag Ein Label, 46 Reifen ein.

Bei der Kraftstoffeffizienz kippt das Bild allerdings — und das ist der Gegenbefund, den man bei einer solchen Ablösung selten hört. In 16 der 48 Paare hat der ältere SU1 die bessere Effizienzklasse, in 19 die gleiche, nur in 13 die schlechtere. Dafür schleppt der SU1 18 Ausführungen mit der schwächsten Klasse E mit, die der Sport praktisch nicht kennt. Und beim Geräusch dreht sich die Rangfolge ganz: Der sportlichere Sport liegt im Median bei 72 dB, der SU1 bei 70 dB. Der Nachfolger muss also nicht nur den Nassgriff halten, sondern zwei Eigenschaften zusammenbringen, die bisher auf zwei Reifen verteilt waren.

Beim Preis lohnt der Blick auf die Einzelgröße statt auf den Durchschnitt. Über alle 48 Paare ist der Sport in 41 Fällen der teurere Reifen, im Median um 7,66 Euro. In der meistgetesteten Dimension 225/40 R18 liegen beide dagegen praktisch gleichauf: Der Nexen N Fera Sport 225/40 R18 92Y kostet 66,83 Euro und trägt das Label D/A/71, der Nexen N Fera SU1 225/40 R18 92Y 67,20 Euro bei C/B/72. 37 Cent Unterschied — und trotzdem eine Nasshaftungsklasse Abstand. Alle Preise sind unser Stand vom 22. September 2026 und kein allgemeiner Marktpreis.

Was zwei unabhängige Tests am aktuellen N'Fera Sport gemessen haben

Wie gut der Vorgänger wirklich ist, lässt sich ausnahmsweise sauber belegen, weil ihn zwei deutsche Prüforganisationen in derselben Dimension gefahren haben. Im ADAC-Sommerreifentest 2025 in der Dimension 225/40 R18 erreichte der N'Fera Sport bei einem Testpreis von 99 Euro die Gesamtnote 2,4 („gut“) und zählt damit zu den sieben Reifen des 18er-Feldes, die der ADAC als sehr empfehlenswert führt. Die Teilnoten: Fahrsicherheit 2,4 bei 70 Prozent Gewichtung (trocken 2,4, nass 2,3), Umweltbilanz 2,4 bei 30 Prozent. Gemessen wurden unter anderem 36,5 Meter Bremsweg aus Tempo 100 auf trockener Fahrbahn (Feldspanne 34,8 bis 39,5 Meter), 31,0 Meter aus Tempo 80 auf nassem Asphalt (28,4 bis 45,1) und eine prognostizierte Laufleistung von 43.700 Kilometern (33.600 bis 74.400). Als Produktionsland des eingekauften Testreifens nennt der ADAC Tschechien — eine unabhängige Bestätigung der Werksangabe, denn Testreifen werden verdeckt im normalen Handel gekauft.

Interessant sind die Schwächen, die der ADAC notiert: leichte Schwächen beim Fahrkomfort auf trockener Fahrbahn und leichte Schwächen im Aquaplaningverhalten. Im Nasshandling kam der Reifen laut Testbericht „denkbar knapp“ nicht über ein befriedigendes Resultat hinaus, weil der Testwagen etwas stärker zum Untersteuern neigte.

Genau dort setzt der zweite Test an. Im ACE-Sommerreifentest 2026 traten zehn Reifen in 225/40 R18 XL gegeneinander an; der ACE führt die Ergebnisse öffentlich. Der N'Fera Sport bremste trocken aus 100 km/h in 34,73 Metern und lag damit weniger als zwei Meter hinter dem besten Reifen des Feldes (Bridgestone, 32,85 Meter). Auf nasser Fahrbahn aus 80 km/h brauchte er dagegen 28,34 Meter — gegenüber 24,51 Metern beim besten Reifen (Continental) sind das fast vier Meter mehr. Das Prädikat „empfehlenswert“ behielt er trotzdem, ausgefallen ist in diesem Feld kein Reifen.

Zwei unabhängige Tests, dieselbe Dimension, derselbe Befund: Der aktuelle N'Fera Sport ist trocken konkurrenzfähig und für seinen Preis stark, verliert aber im Nassen gegen die Spitze — und zwar nicht beim Etikett, wo er ein A trägt, sondern in den Messwerten. Dass Nexen für den Nachfolger ausgerechnet „verbesserte Bremsleistungen“ und mehr Präzision bei Nässe in den Vordergrund stellt, ist vor diesem Hintergrund schlüssig. Ob es gelingt, wird erst der erste unabhängige Test des Sport 2 zeigen. Einen Vergleich des gesamten Feldes in dieser Größe finden Sie in unserer Kaufberatung zur Dimension 225/40 R18.

Jetzt kaufen oder auf den Nachfolger warten?

Die Terminlage macht die Antwort für die meisten Fälle einfach. Bestellbar ab Oktober heißt Fachhandel, nicht Endkunde; im Markt soll der Reifen zum Frühjahr sein. Wer jetzt im Herbst 2026 Sommerreifen braucht — etwa für einen Saisonwagen, ein Cabrio oder einen Fahrzeugwechsel —, kann auf den Sport 2 realistisch nicht warten. Wer den Reifenwechsel ohnehin erst im Frühjahr 2027 plant, hat dagegen die Wahl und sollte dann vergleichen, statt heute zu spekulieren.

Ein Denkfehler lohnt sich dabei nicht: Ein Modell mit angekündigtem Nachfolger wird nicht automatisch billiger. Wir haben das in unserem Sortiment mehrfach nachgerechnet und in den drei Preisfallen im Reifenregal zusammengefasst — Restbestände werden knapp und ziehen im Preis eher an, als dass sie fallen. Wie sich das im Einzelfall entwickelt, lesen Sie am zuverlässigsten am Preisverlauf einer konkreten Ausführung ab, nicht an der Modellgeneration.

Dass der bisherige N'Fera Sport dabei kein Restposten zweiter Wahl ist, zeigt ein Blick auf die Erstausrüstung: Reifenpresse.de meldete im März 2026, dass der BMW iX3 ab Werk auf dem N'Fera Sport rollt. Ein Reifen, den ein Autohersteller freigibt, hat eine modellspezifische Prüfung bestanden. Alle lieferbaren Ausführungen zeigt die Modellseite des N'Fera Sport, die Alternative finden Sie auf der Übersicht zum N'Fera SU1. Der günstigste Einstieg in die Reihe ist derzeit der Nexen N Fera Sport 205/55 R16 91H für 60,35 Euro mit dem Label B/A/71. Wer breiter vergleichen möchte, findet das gesamte Angebot unter Sommerreifen für Pkw.

Häufige Fragen

Ab wann kann ich den Nexen N'Fera Sport 2 kaufen?

Nach Herstellerangabe ist der Reifen ab Oktober 2026 für den Fachhandel bestellbar und soll zum Frühjahr 2027 im Markt sein. Ein genaues Datum für die Verfügbarkeit im Endkundenhandel hat Nexen nicht genannt.

Welche Größen und welches EU-Label hat der neue Reifen?

Beides ist noch nicht veröffentlicht. Nexen hat bislang weder eine Größenliste noch Label-Werte zum Sport 2 mitgeteilt; in der deutschen Modellübersicht des Herstellers war der Reifen am 22. September 2026 noch nicht gelistet.

Sollte ich den bisherigen N'Fera Sport jetzt noch kaufen?

Wenn Sie in dieser Saison Sommerreifen brauchen, spricht nichts dagegen: Der Reifen ist lieferbar, wird ab Werk auf Neuwagen montiert und hat im ADAC-Test 2025 die Note 2,4 erreicht. Auf ein Sonderangebot wegen des Modellwechsels sollten Sie allerdings nicht warten.

Schlagwörter: Nexen Sommerreifen UHP-Reifen Reifenneuheit Modellwechsel

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