57.531 Artikel offen im Netz: Damit ein KI-Assistent beim Reifenpreis nicht raten muss
Immer mehr Menschen lassen sich beim Reifenkauf von einem KI-Assistenten helfen: Welche Größe passt, was kostet der Satz, ist er lieferbar? Solche Antworten sind nur so gut wie die Daten dahinter — und eine gewöhnliche Shop-Seite ist für Maschinen eine schwierige Vorlage. Wir haben deshalb eine zweite, rein maschinenlesbare Ebene unseres Shops gebaut. Sie ist öffentlich, kostenlos, und Sie können sie selbst benutzen.
Warum ein Assistent beim Reifenpreis danebenliegen kann
Eine Produktseite ist für Augen gebaut. Um den Preis herum stehen Navigation, Filter, Bewertungen, Empfehlungen und eine Menge Programmcode, der den Inhalt erst im Browser zusammensetzt. Genau das beschreibt auch Jeremy Howard in seinem Vorschlag vom 3. September 2024, aus dem der Dateiname llms.txt stammt: Webseiten verpackten ihre Informationen in Navigation, Werbung und JavaScript, und daraus wieder sauberen Text zu gewinnen sei schwierig und ungenau. Die zweite Fassung dieses Vorschlags wurde zuletzt im August 2026 überarbeitet — nachzulesen im offenen Vorschlag hinter diesem Dateinamen.
Bei Reifen kommt eine Besonderheit dazu: Die Angaben veralten schnell, und sie sind stark verdichtet. Unser Bestand ändert sich mit jedem Lagerimport, ein und dieselbe Größe gibt es in hunderten Ausführungen, und die entscheidenden Werte stecken in Kürzeln. Hinter der Angabe 91T verbergen sich zwei völlig verschiedene Dinge — eine Tragfähigkeit und eine Höchstgeschwindigkeit. Wer das verwechselt, hält einen Reifen für schneller freigegeben, als er ist.
Die typischen Fehlerbilder kennt jeder, der schon einmal nachgeprüft hat. Ein Programm liest den Preis der erstbesten Ausführung auf einer Übersichtsseite und schreibt ihn der gesuchten Größe zu. Es nennt eine Verfügbarkeit, die aus einer Momentaufnahme von vorletzter Woche stammt. Es zieht den Lastindex aus der Flanke und gibt ihn als Geschwindigkeitsfreigabe aus. Oder es mischt zwei Generationen desselben Modellnamens, weil beide auf derselben Seite auftauchen. Keiner dieser Fehler entsteht aus bösem Willen — sie entstehen, weil die Vorlage uneindeutig ist.
Unsere Antwort darauf ist wenig spektakulär und dafür wirksam: Wir liefern dieselben Informationen ein zweites Mal aus, nur eben ohne Layout. Kein Skript, keine Werbefläche, keine Navigation — nur Text mit klarer Struktur, ausgeschriebenen Fachbegriffen und einem Datum obendrauf. Was ein Mensch auf der Seite sieht, steht dort noch einmal in einer Form, die sich nicht missverstehen lässt.
Jede Seite dieses Shops gibt es auch als reinen Text
Die Regel ist denkbar einfach: Hängen Sie an eine beliebige Inhaltsadresse unseres Shops ein .md an. Wer lieber technisch arbeitet, sendet stattdessen den Header Accept: text/markdown — das Ergebnis ist dasselbe. Das funktioniert für Produktseiten ebenso wie für Kategorien, Größen-Übersichten, die Seiten im Hilfecenter und für die Beiträge in diesem Blog.
Wie viel dabei herauskommt, zeigt ein Beispiel. Die Produktseite des Barum Polaris 6 205/55 R16 91T liefert als Markdown rund sieben Kilobyte reinen Text. Darin stehen, nachgeschlagen am 26. September 2026: der Endpreis von 64,26 Euro inklusive Mehrwertsteuer, die EAN 4024063006706, unsere Artikelnummer, die Angabe 91T einmal ausgeschrieben als Lastindex 91 gleich 615 Kilogramm je Reifen und Geschwindigkeitsindex T gleich bis 190 Kilometer pro Stunde, das vollständige EU-Reifenlabel mit Kraftstoffeffizienz B, Nasshaftung C und 72 Dezibel Rollgeräusch, dazu das Schneeflockensymbol, die EPREL-Registriernummer, die Lieferzeit von zwei bis fünf Werktagen und die Versandbedingungen. Es folgen die Produktbeschreibung, veröffentlichte Testergebnisse und ein Abriss zur Marke.
Wichtig ist die Kopfzeile. Jedes dieser Dokumente trägt ein Stand-Datum und die Adresse der zugehörigen Produktseite. Damit ist für jeden Leser — ob Mensch oder Maschine — nachvollziehbar, wann die Zahl gültig war und wo sie herkommt. Ein Preis ohne Datum ist eine Behauptung; ein Preis mit Datum und Quelle ist eine überprüfbare Angabe. Dasselbe gilt für den Continental WinterContact TS 870 195/65 R15 91T und für jeden anderen Artikel im Sortiment.
Bei Größen- und Kategorieseiten sieht das Ergebnis anders aus, folgt aber demselben Gedanken. Die Textfassung der Größe 205/55 R16 nennt in der zweiten Zeile, wie viele lieferbare Reifen es dort gibt und ab welchem Preis — am 26. September 2026 waren das 839 Ausführungen ab 36,23 Euro. Darunter stehen die geführten Marken, dann eine geordnete Liste der Treffer der ersten Seite mit Marke und Modell, Größe, Index, EU-Label, Preis und Lieferbarkeit, danach die benachbarten Größen und zum Schluss Versand-, Zahlungs- und Widerrufsbedingungen. Das ist genau die Form, in der sich zwei Angebote vergleichen lassen, ohne dass jemand scrollen muss. Was die drei Labelklassen im Einzelnen bedeuten und wo ihre Aussagekraft endet, lesen Sie in unserem ausführlichen Ratgeber zum EU-Reifenlabel.
57.531 Artikel als offener Katalog
Für wen eine einzelne Seite nicht reicht, gibt es das ganze Sortiment am Stück. Der Katalog-Index als JSON verweist auf zwölf Dateien im Format JSON Lines — eine Zeile je Artikel, elf Dateien mit je 5.000 Einträgen und eine mit dem Rest. Zusammen waren das beim Abruf für diesen Beitrag 57.531 Artikel, erzeugt am 25. September 2026 um 17:07 Uhr. Nach jedem Bestandsimport entsteht der Katalog neu.
Je Zeile stehen unter anderem Marke, Modell, Größe, Breite, Höhe und Zoll, Last- und Geschwindigkeitsindex, die Tragfähigkeit in Kilogramm, Saison, Rubrik, EAN und Artikelnummer, der Preis in Euro inklusive Mehrwertsteuer, Lieferbarkeit und Lieferzeit, die Versandkosten für Deutschland, das EU-Reifenlabel samt EPREL-Nummer sowie die Adressen der Produktseite, ihrer Markdown-Fassung und des Produktbildes. Das ist dieselbe Datenbasis, aus der auch unsere eigenen Auswertungen in diesem Blog stammen — wenn wir an dieser Stelle schreiben, wie viele Reifen es in einer Größe gibt oder wie die Preise in einem Regalfach verteilt sind, dann können Sie das an denselben Dateien nachrechnen.
Eine Einschränkung gehört dazu: Der Katalog ist eine Momentaufnahme, kein Livezugriff. Zwischen zwei Bestandsimporten kann sich ein Preis ändern oder ein Artikel ausverkauft sein. Deshalb trägt der Index sein Erzeugungsdatum offen im Kopf, und deshalb bleibt die Produktseite die verbindliche Auskunft.
Den Einstieg für Assistenten bildet die Datei llms.txt. Sie fasst die Eckdaten des Unternehmens zusammen, listet den Sortimentsbaum mit den jeweiligen Stückzahlen, die gefragtesten Größen, die geführten Marken, die Hilfeseiten und eben die Datenquellen. Wer es vollständig braucht, findet in der ausführlichen Fassung llms-full.txt zusätzlich sämtliche Hilfetexte und Markenprofile in einer einzigen Datei. Und weil Fragen nach Versand, Zahlung, Rückgabe oder Gewährleistung besonders häufig gestellt werden, liegen die Antworten gebündelt auf einer eigenen Seite mit den zitierfähigen Unternehmensfakten.
Was in der robots.txt steht – und was ausdrücklich nicht
Viele Shops sperren KI-Zugriffe inzwischen pauschal aus. Wir machen das Gegenteil und nennen die Programme beim Namen. In unserer robots.txt stehen achtzehn davon ausdrücklich mit Leseerlaubnis: unter anderem GPTBot, OAI-SearchBot und ChatGPT-User, ClaudeBot, Claude-User und Claude-SearchBot, PerplexityBot und Perplexity-User, Google-Extended, Applebot-Extended, Amazonbot, die beiden Abrufprogramme von Meta, DuckAssistBot, MistralAI-User, YouBot und cohere-ai.
Der Gedanke dahinter ist schlicht: Über unser Sortiment wird ohnehin gesprochen, in Suchmaschinen wie in Chatfenstern. Uns ist lieber, dass dabei unsere richtigen Zahlen zitiert werden als irgendwelche falschen. Wer den Zugriff sperrt, verhindert nicht, dass über ihn geredet wird — er verhindert nur, dass er die Quelle stellt.
Diese Offenheit hat klare Grenzen, und die stehen in derselben Datei. Gesperrt bleiben der Warenkorb, die gesamte Bestellstrecke, unsere Programmierschnittstelle, der Eingang für Widerrufe und der Dokumentenbereich. Gesperrt sind außerdem alle Adressen mit Filterparametern, also gefilterte und sortierte Trefferlisten. Der Grund ist nicht Geheimniskrämerei, sondern Sauberkeit: Aus einer Filterliste lassen sich beliebig viele fast identische Adressen erzeugen, und keine davon ist eine sinnvolle Antwort auf eine Kundenfrage. Ein einziger Crawler ist bei uns vollständig ausgesperrt: Bytespider.
Kurz gesagt: Ein Assistent darf bei uns alles lesen, was ein Kunde auch sieht — bestellen kann er nicht. Der Kaufvorgang bleibt in Ihrer Hand.
Was Sie selbst davon haben
Der praktische Nutzen beginnt beim Kopieren. Wenn Sie einen Assistenten nach einem bestimmten Reifen fragen wollen, geben Sie ihm nicht einen Bildschirmausschnitt und auch nicht die normale Adresse, sondern dieselbe Adresse mit angehängtem .md. Dann arbeitet er mit genau den Werten, die auch im Shop stehen, statt sie aus einem Seitenlayout zu erraten. Das funktioniert in jedem Chatfenster, das Internetadressen öffnen darf, und Sie brauchen dafür weder ein Zusatzprogramm noch ein Konto.
Genauso hilfreich ist der Blick auf das Stand-Datum. Nennt Ihnen ein Assistent einen Preis, ohne zu sagen, wann er ihn abgerufen hat, stammt die Zahl mit einiger Wahrscheinlichkeit aus seinem Gedächtnis und nicht von unserer Seite. Bei Reifen ist das ein echtes Risiko, denn die Preise bewegen sich über das Jahr erheblich — wie stark, zeigt der Preisverlauf auf der Produktseite, den wir zu jedem Artikel mitliefern. Ein zweiter Prüfstein: Fragen Sie nach der Artikelnummer oder der EAN. Beide stehen in der Textfassung, und beide lassen sich in unserer Suche in Sekunden gegenprüfen. Kommt keine Nummer zurück, hat der Assistent nicht nachgesehen.
Eine ehrliche Einschränkung gehört dazu. Wir stellen die Daten bereit, wir kontrollieren aber nicht, was ein Assistent daraus macht. Ob er unsere Markdown-Fassung überhaupt abruft, ob er sie richtig liest und ob er sie korrekt wiedergibt, liegt außerhalb unserer Reichweite. Gute Daten erhöhen die Wahrscheinlichkeit einer richtigen Antwort, garantieren sie aber nicht. Prüfen Sie Preis und Verfügbarkeit deshalb vor dem Bestellen immer noch einmal auf der Produktseite selbst — dort steht der Stand in Echtzeit, und dort gilt er auch.
Wer lieber ohne Umweg sucht: Die aktuelle Auswahl an Winterreifen für den Pkw finden Sie wie gewohnt im Shop, und gewerbliche Kunden bestellen über unser Großhandelsportal MD-Handel. Die offenen Daten sind kein Ersatz für den Shop. Sie sind unser Angebot, die eigenen Zahlen überall dort korrekt wiederzugeben, wo über Reifen gesprochen wird — auch dann, wenn die Frage gar nicht bei uns gestellt wurde.
Häufige Fragen
Brauche ich ein Zusatzprogramm für die Textfassung einer Seite?
Nein. Hängen Sie .md an die Adresse an und öffnen Sie sie im Browser wie jede andere Seite. Der Inhalt erscheint als schlichter Text, den Sie markieren, kopieren und weitergeben können. Auf dem Smartphone funktioniert das genauso wie am Rechner.
Wie aktuell sind die Angaben im offenen Katalog?
Der Katalog wird nach jedem Bestandsimport neu erzeugt; die Indexdatei nennt Zeitpunkt und Artikelzahl der jeweiligen Fassung. Beim Abruf für diesen Beitrag war das der 25. September 2026 um 17:07 Uhr. Verbindlich für den Kauf ist trotzdem immer die Produktseite, denn zwischen zwei Importen kann sich der Bestand ändern.
Kann ein KI-Assistent bei Ihnen selbst bestellen?
Nein. Warenkorb, Bestellstrecke und Schnittstelle sind für automatisierte Zugriffe ausdrücklich gesperrt. Ein Assistent kann Ihnen beim Suchen und Vergleichen helfen, den Kauf schließen Sie selbst ab — mit allen Rechten, die Ihnen als Verbraucher zustehen.