Dunlop SportSmart Mk4: Der Test-Tipp für sportliche Landstraßenfahrer
Wer sein Supersport- oder Naked-Bike auf der Landstraße flott bewegt, sucht einen Reifen, der schnell Grip aufbaut, sauber einlenkt und trotzdem eine ordentliche Laufleistung schafft. Ein Sportreifen ist dabei immer ein bewusster Kompromiss: maximaler Grip und Handling gegen Laufleistung und Komfort. Der Dunlop SportSmart Mk4 ist Dunlops aktueller Hypersport-Reifen für genau dieses Einsatzprofil – der direkte Nachfolger des bewährten SportSmart Mk3 und in einem großen Fachtest 2025 ganz vorne gelandet. Wir ordnen ein, was der Reifen kann, in welchen Größen es ihn gibt und für wen er sich wirklich lohnt.
Was steckt im SportSmart Mk4?
Herzstück des Mk4 ist eine neu entwickelte Laufflächenmischung mit hochreaktiven Polymeren, High-Surface-Silica und einer sogenannten Fine-Carbon-Technologie. Das Ziel: mehr mechanischer und chemischer Grip, vor allem auf kühlem oder feuchtem Asphalt. Auf dem Hinterreifen kommt eine MultiTread-Konstruktion zum Einsatz – ein härterer Mittelbereich sorgt für Laufleistung und Stabilität bei Geradeausfahrt, weichere Schultern liefern Grip in Schräglage. So soll der Reifen gleichmäßig verschleißen, statt in der Mitte vorzeitig eckig zu werden.
Dazu kommen zwei technische Kniffe, die Dunlop hervorhebt: Die Dynamic Front Formula am Vorderreifen soll Lenkkräfte, Rückmeldung und Stabilität in Balance bringen – der Vorderreifen entscheidet beim sportlichen Fahren maßgeblich über Vertrauen und Präzision. Das Carcass Tension Control System (CTCS) stimmt die Karkassenspannung so ab, dass der Aufstandsfläche mehr Druck und damit mehr Grip zur Verfügung steht. Laut Dunlop bietet der Mk4 gegenüber dem Vorgänger rund 20 Prozent mehr Traktion auf rutschigem und 18 Prozent mehr auf mittelmäßigem Untergrund – Herstellerangaben, die die Marschrichtung gut beschreiben. Ergänzt wird das durch ein schnelleres Aufwärmverhalten und einen reduzierten Rollwiderstand (Quelle: Dunlop/Goodyear Newsroom).
Klar auf die Straße ausgelegt
Dunlops Sport-Baureihe deckt unterschiedliche Vorlieben ab: Der SportSmart TT ist der 50/50-Reifen für Fahrer, die regelmäßig auch auf die Rennstrecke gehen. Der Mk4 dagegen ist laut Hersteller „vorrangig für den Straßeneinsatz" gedacht – er verzichtet auf die kompromisslose Track-Auslegung zugunsten von Alltagstauglichkeit: schnelle Betriebstemperatur, berechenbares Handling und Reserven bei Nässe. Wer eher lange, entspannte Touren fährt, findet mit Dunlops Sport-Touring-Linie RoadSmart eine komfortablere, laufleistungsstärkere Alternative.
Gerade das schnelle Aufwärmen ist auf der Landstraße Gold wert. Anders als ein reiner Rennstreckenreifen braucht der Mk4 keine Reifenwärmer und keine mehrminütige Aggressiv-Phase, um zu funktionieren. Das ist ein echter Sicherheitsgewinn für alle, die morgens bei kühlen Temperaturen in die erste Kurvenkombination fahren – der Reifen liefert früh ein klares Rückmeldeverhalten, statt lange auf Temperatur warten zu müssen.
Das sagen die Tests
Der SportSmart Mk4 hat die Fachpresse überzeugt: Im MOTORRAD-Reifentest (Ausgabe 7/2025) wurde er als Sportreifen-Testsieger mit der Note „sehr gut" ausgezeichnet und setzte sich gegen die Konkurrenz von Continental, Bridgestone, Metzeler, Michelin und Pirelli durch. Auch im unabhängigen Landstraßentest von 1000PS sammelte er Lob: extrem lineares, gut berechenbares Einlenken, solider Grip schon nach wenigen Kurven selbst bei rund 10 Grad, überzeugende Wasserverdrängung im Regen und nur leichter Verschleiß trotz kräftiger Fahrweise.
Unterm Strich zeichnen die Tests das Bild eines vielseitigen Sportreifens, der weniger die letzte Zehntelsekunde auf der Rennstrecke sucht, sondern im echten Straßenalltag überzeugt – bei Grip, Handling und Wetterunabhängigkeit gleichermaßen.
Verfügbare Größen und Preise
Den Mk4 gibt es ausschließlich in 17 Zoll – die typische Bereifung moderner Supersportler und Naked-Bikes. Vorne ist stets die Dimension 120/70 ZR17 gesetzt, hinten stehen mehrere Breiten zur Wahl:
- Vorderreifen: Dunlop SportSmart Mk4 120/70ZR17 58W
- Hinterreifen 180/55: Dunlop SportSmart Mk4 180/55ZR17 73W
- Hinterreifen 190/55: Dunlop SportSmart Mk4 190/55ZR17 75W
Dazu kommen die Hinterrad-Größen 160/60, 190/50 und 200/55 ZR17. Der Buchstabe W in der Kennung steht für die Geschwindigkeitsklasse bis 270 km/h, die vorangestellte Zahl (z. B. 73) für den Lastindex – beides muss zu den Vorgaben Ihres Motorrads passen. Eine Übersicht aller lieferbaren Dimensionen finden Sie im Bereich Motorradreifen für die Straße. Wer noch den Vorgänger fährt oder das günstigere Modell sucht, wird beim Dunlop SportSmart Mk3 fündig.
Für wen sich der Mk4 lohnt
Der SportSmart Mk4 ist die richtige Wahl für sportlich ambitionierte Straßenfahrer auf Supersport- und Naked-Bikes, die Wert auf präzises Handling, schnelle Betriebstemperatur und gute Nässeeigenschaften legen – und gelegentliche Trackdays einplanen, ohne einen reinen Rennreifen zu wollen. Für dieses Profil gehört er dank des Testsiegs 2025 zu den Top-Empfehlungen seiner Klasse.
Wer dagegen überwiegend lange Touren mit viel Gepäck oder sehr hohe Kilometerleistungen abspult, fährt mit einem Sport-Touring-Reifen oft ausgewogener. Und da es den Mk4 nur in 17 Zoll gibt, bleibt er klassischen Tourern oder Youngtimern mit 18-Zoll-Rädern verwehrt. Wichtig außerdem: Mischen Sie vorne und hinten möglichst denselben Reifentyp und montieren Sie keine Kombination aus altem und neuem Modell, damit das Fahrverhalten stimmig bleibt. Prüfen Sie vor dem Kauf grundsätzlich die für Ihr Motorrad freigegebenen Reifengrößen und -typen in den Fahrzeugpapieren.
Mehr zum Thema Sportreifen lesen Sie in unserem ausführlichen Ratgeber zum Metzeler Sportec M7 RR; wie Sie frische Gummis richtig in Betrieb nehmen, erklärt der Beitrag zu Motorrad-Reifendruck und dem Einfahren neuer Reifen.
Häufige Fragen
Ist der SportSmart Mk4 auch für Trackdays geeignet?
Für gelegentliche Trackdays ja – der Reifen bietet reichlich Grip und Schräglagenfreiheit. Wer sehr häufig oder sehr schnell auf die Rennstrecke geht, ist mit dem stärker track-orientierten SportSmart TT oder einem Rennstreckenreifen besser bedient.
Passt der Mk4 auf jedes Motorrad?
Nein. Den Mk4 gibt es nur in 17-Zoll-Größen, vorne ausschließlich 120/70 ZR17. Maßgeblich ist immer die Freigabe in Ihren Fahrzeugpapieren beziehungsweise der Reifenfreigabeliste des Herstellers.
Muss ich neue Sportreifen einfahren?
Ja. Auch moderne Sportreifen brauchen die ersten Kilometer, um die glatte Produktionsschicht abzutragen und vollen Grip aufzubauen. Fahren Sie behutsam an und steigern Sie die Schräglage schrittweise.