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Stahlfelgen – Ratgeber im Magazin

Stahlräder fürs Elektroauto: Warum die 17-Zoll-Grenze gefallen ist

· 14 Min. Lesezeit · Aktualisiert am 05.10.2026
Geschlossenes Stahlrad an einem Elektroauto (KI-generiert, OpenAI)
Geschlossenes Stahlrad an einem Elektroauto (KI-generiert, OpenAI)

Stahlräder galten jahrzehntelang als das, was man fährt, wenn das Budget für Leichtmetall nicht reicht: klein, schwer, unauffällig unter einer Radzierblende. Ein Blick in unseren eigenen Produktkatalog zeigt an diesem Stichtag etwas anderes. Die zuletzt aufgenommenen Stahlräder sind größer als alles, was jahrelang im Regal stand – und auffällig viele von ihnen tragen ein Elektroauto im Artikelnamen. Dieser Beitrag zeigt, was sich konkret verschoben hat, warum das mit der Physik des Elektroantriebs zusammenhängt und was ein Stahlrad für ein E-Auto heute kostet.

Alle Regalzahlen in diesem Beitrag stammen aus unserem eigenen Produktkatalog mit Stand 2. Oktober 2026 (57.410 Artikel). Sie beschreiben also unser Sortiment an diesem Tag, nicht den deutschen Gesamtmarkt – Bestände und Preise ändern sich täglich.

Warum Elektroautos größere Räder fahren

Der Zusammenhang beginnt nicht beim Rad, sondern beim Gewicht. Ein batterieelektrisches Auto trägt seinen Energiespeicher als mehrere hundert Kilogramm schweres Paket im Unterboden mit sich. Diese Masse muss von den Reifen getragen werden, und die Tragfähigkeit eines Reifens hängt nicht nur von seiner Bauart ab, sondern ganz wesentlich von seinem Luftvolumen. Der ADAC formuliert das in seinem Ratgeber zu Reifen für Elektroautos unmissverständlich: „Weil sie das höhere Gewicht eines Elektroautos schultern müssen, benötigen Reifen für E-Autos eine höhere Traglast. Das ist auch der Grund, warum bei vielen Elektroautos die Reifen etwas größer dimensioniert sind.“

Wie viel Spielraum dabei überhaupt zur Verfügung steht, lässt sich beziffern. Der ADAC nennt für Pkw einen üblichen Korridor beim Tragfähigkeitsindex „zwischen 88 (steht für 560 Kilo) und 99 (steht für 775 Kilo)“. Zwischen diesen beiden Werten liegen gut 200 Kilogramm je Rad, also rund 800 Kilogramm am ganzen Fahrzeug – viel klingt das, reicht beim Sprung vom Kompaktwagen zum gleich großen Elektroauto mit Bodenbatterie aber oft gerade so. Und anders als beim Reifen kann man beim Rad nicht einfach eine Nummer höher gehen: Lochkreis, Nabenbohrung und Einpresstiefe sind vom Fahrzeug vorgegeben, veränderbar ist praktisch nur der Durchmesser.

Größer dimensionierte Reifen brauchen größere Felgen. Genau hier entsteht der Effekt, den man im Regal sieht: Ein Fahrzeug, dessen Erstausrüstung bei 18 oder 19 Zoll beginnt, lässt sich nicht mit einem 16-Zoll-Stahlrad versorgen. Wer für solche Autos überhaupt ein Stahlrad anbieten will, muss es in Größen bauen, die es im Stahlsegment früher schlicht nicht gab.

Dabei ist wichtig, was der ADAC ausdrücklich nicht sagt. Spezielle, als E-Auto-Produkt gekennzeichnete Reifen hält der Club für entbehrlich – entscheidend seien die Vorgaben des Fahrzeugherstellers, also die in den Fahrzeugpapieren freigegebenen Dimensionen samt Tragfähigkeitsindex. Dieselbe Logik gilt für das Rad: Es geht nicht um ein Etikett, sondern um Maß, Lochkreis, Einpresstiefe und Traglast. Was beim Elektroauto tatsächlich anders ausfällt, ist der Verschleiß. Der Reifenabrieb steigt laut ADAC proportional zum Fahrzeuggewicht – ein Punkt, den wir im Ratgeber zum Reifenverschleiß bei Elektroautos im Detail aufgeschlüsselt haben. Quelle: ADAC, Reifen für Elektroautos

Neun Stahlräder über 17 Zoll – die alte Grenze ist gefallen

Unser Katalog führt an diesem Stichtag 609 Stahlfelgen und 3.536 Alufelgen. Sortiert man die Stahlräder nach ihrem Durchmesser, ergibt sich ein sehr klares Bild davon, wo das Material traditionell zu Hause ist: 19 Räder in 13 Zoll, 69 in 14 Zoll, 194 in 15 Zoll und 267 in 16 Zoll. Zusammen sind das rund neun von zehn Stahlrädern. Ab 17 Zoll wird es dünn – dort stehen noch 50 Räder – und oberhalb davon bleiben ganze neun Stück übrig: vier in 18 Zoll, vier in 19 Zoll und ein einziges in 20 Zoll.

Neun von 609 sind 1,5 Prozent. Für sich genommen wäre das nur eine Randnotiz. Interessant wird sie erst, wenn man liest, für welche Fahrzeuge diese neun Räder gebaut wurden. Drei von ihnen nennen ein Elektromodell oder eine Elektro-Plattform ausdrücklich im Artikelnamen: zweimal ein Rad für den Ford mid size e-SUV auf MEB-Plattform, einmal in 8Jx19 für 114,30 Euro und einmal in 8,5Jx19 für 115,70 Euro, dazu ein 6,5Jx18-Rad für Mégane E-Tech und Renault 5 zu 94,80 Euro.

Vier weitere der großen Stahlräder sind schlicht mit „Volkswagen“ beschriftet und tragen den Lochkreis 112x57,1 in 18 und 19 Zoll. Dasselbe Anschlussmaß verwendet Volkswagen auch auf seinen elektrischen MEB-Modellen – das ist ein Indiz, aber kein Beleg, denn der Artikelname nennt kein Fahrzeug. Wir führen diese vier deshalb nicht als E-Räder, sondern als das, was sie dokumentiert sind: große Stahlräder für den VW-Lochkreis. Das neunte Rad, der einzige 20-Zöller, ist für einen Van gebaut.

Wer wissen möchte, warum die 17-Zoll-Marke überhaupt so lange gehalten hat und welche Rolle Gewicht, Fertigung und Erstausrüstung dabei spielen, findet die Hintergründe im ausführlichen Ratgeber zu den Größengrenzen von Stahlfelgen.

Die jüngsten Zugänge im Regal sind auffällig elektrisch

Noch deutlicher wird die Verschiebung, wenn man nicht den Gesamtbestand betrachtet, sondern die Neuzugänge. Die interne Artikelnummer steigt mit der Aufnahme eines Artikels ins Sortiment; die 29 Stahlräder mit einer Nummer ab 171.000 sind also die zuletzt aufgenommenen. Ihre Größenverteilung weicht auffällig vom Gesamtbestand ab: drei Räder in 15 Zoll, 17 in 16 Zoll, fünf in 17 Zoll, eines in 18 und drei in 19 Zoll. Vier von 29 Neuzugängen messen 18 Zoll oder mehr – das sind knapp 14 Prozent gegenüber 1,5 Prozent im Gesamtbestand.

Die zweite Auffälligkeit steht in den Artikelnamen. Neun der 29 Neuzugänge nennen ein rein batterieelektrisches Fahrzeug oder eine Elektro-Plattform, ein zehntes einen Hybrid. Konkret sind das: ein 5,5Jx15-Rad für den Hyundai Inster zu 79,00 Euro, ein 7Jx17-Rad für den Kia EV3 zu 88,60 Euro, die beiden bereits genannten 19-Zöller für den Ford e-SUV, das 18-Zoll-Rad für Mégane E-Tech und Renault 5, ein 6,5Jx16-Rad für den elektrischen Kia PV5 zu 103,90 Euro, ein 6,5x16-Rad für Ford E-Transit Courier und E-Tourneo Courier zu 78,70 Euro, ein 6,5Jx16-Rad für die Maxus-Deliver-Baureihe samt eDeliver 9 zu 100,40 Euro sowie ein 6,5Bx16-Rad für den BYD Dolphin zu 109,40 Euro.

Das Muster ist damit nicht mehr nur eine Einzelbeobachtung an der oberen Größengrenze. Wer heute Stahlräder entwickelt, entwickelt sie in erheblichem Umfang für Elektrofahrzeuge – und zwar quer durch die Klassen, vom Kleinstwagen bis zum Lieferwagen. Ältere, aber ebenfalls eindeutige Beispiele stehen schon länger im Regal, etwa das 6Jx15-Rad für den Renault ZOE zu 63,30 Euro, ein 6½Jx17-Rad für den BYD Atto 3 zu 87,10 Euro und ein 6½Jx16-Rad für MG 4, MG 5 und MG ZS EV zu 109,40 Euro.

ERION: ein Stahlrad, das nicht über den Preis verkauft wird

Die Zahlen allein erklären noch nicht, warum ein Hersteller diesen Aufwand treibt. Die Antwort liefert ALCAR, der Produzent nahezu aller Stahlräder in unserem Sortiment, auf der Seite zu seiner Marke ERION selbst. Sie ist überschrieben mit „erion – Stahlräder für die E-Mobilität“ und im Fließtext mit „erion - Made for E-Mobility“. Bemerkenswert ist, welche Argumente dort stehen – und welches nicht.

Der Ausgangspunkt ist laut ALCAR eine Materialfrage gewesen: „Stahl reduziert den Energieaufwand in der Herstellung und erlaubt es uns, Gewicht und Traglast präzise auszubalancieren.“ Um dieses Potenzial auszuschöpfen, habe man „das Design des klassischen Stahlrads komplett neu gedacht“. Genau das ist der Punkt, an dem sich ein ERION-Rad von einem gewöhnlichen Stahlrad unterscheidet: Es ist nicht das bekannte Rad mit ein paar Lüftungslöchern plus Radkappe, sondern eine eigene Konstruktion.

Genannt werden vier Punkte. Umweltvorteil: „Bis zu 80 % geringere CO₂-Emissionen im Vergleich zu Primär-Aluminiumrädern derselben Größe.“ Aerodynamik: „Reduzierter Luftwiderstand für eine größere Reichweite bei Elektro- und Nutzfahrzeugen.“ High-Tech-Fertigung: „Gewichtsoptimiert, außergewöhnlich steif und darauf ausgelegt, Rollgeräusche zu minimieren“, zusätzlich verbessert durch ein „patentiertes Laserschweißverfahren“. Und schließlich ein wirtschaftliches Argument, das man zweimal lesen muss: „Stabile Materialkosten im Vergleich zu den Schwankungen auf den Aluminiummärkten.“

Der klassische Verkaufsgrund für das Stahlrad – es ist billiger – taucht in dieser Liste nicht auf. An seine Stelle treten Aerodynamik, CO₂-Bilanz und Planbarkeit der Materialkosten. Auch optisch ist das kein Notbehelf mehr: ALCAR beschreibt eine „geschlossene Full-Face-Optik“ und ein „markantes Vollflächendesign mit konkaver Form“. Wer schon einmal ein modernes Elektroauto mit scheinbar geschlossenen Aerodynamik-Rädern gesehen hat, erkennt das Prinzip wieder: Eine glatte Radfläche verwirbelt die Luft am Radhaus weniger als eine offene Speichenfelge.

Die Einordnung gehört dazu. Das sind Herstellerangaben, keine unabhängigen Messwerte. Die 80-Prozent-Angabe bezieht sich ausdrücklich auf den Vergleich mit Rädern aus Primäraluminium – also aus Neumetall, nicht aus Recyclingmaterial –, und ALCAR rechnet nach eigenen Angaben den Schweizer Strommix sowie die werkseigene Photovoltaik mit ein. Wie viel Reichweite die Aerodynamik tatsächlich bringt, beziffert der Hersteller nicht; eine überprüfbare Zahl steht dort nicht. Seriös ist deshalb nur diese Aussage: Der Hersteller positioniert das Stahlrad beim Elektroauto bewusst nicht mehr als Sparlösung. Ob die versprochenen Effekte im Alltag messbar sind, ist damit nicht belegt. Quelle: ALCAR, Markenseite ERION

In unserem Regal steht ERION noch sehr schmal: Es sind drei Räder zwischen 102,60 und 109,40 Euro. Neben dem schon genannten Rad für den BYD Dolphin sind das ein 6,5Jx16-Rad für Hyundai Kona, i30, Kia Ceed und XCeed und ein 6Jx15-Rad für Toyota Yaris und Mazda 2 Hybrid. Alle drei sind Neuzugänge – die Übersicht aller Größen dieses ERION-Anschlussmaßes zeigt, wie jung die Linie noch ist.

Der E-Transporter treibt die Entwicklung mit

Eine Beobachtung an den Neuzugängen geht leicht unter, ist aber wirtschaftlich die interessanteste: Sieben der 29 jüngsten Stahlräder sind Transporterräder – für Ford Transit und E-Transit Courier, Kia PV5, Renault Master und Nissan Interstar, die Maxus-Deliver-Baureihe sowie VW Crafter und MAN TGE. Drei dieser sieben sind für rein batterieelektrische Nutzfahrzeuge gebaut.

Das passt zur Logik des Gewerbekunden. Ein Lieferwagen fährt ganzjährig, oft im Kurzstreckenbetrieb mit vielen Bordsteinkontakten, und er steht im Winter nicht in der Garage, sondern am Straßenrand im Streusalz. Stahl steckt genau das besser weg als Leichtmetall: Bordsteinschäden lassen sich häufig richten, ein Ersatzrad ist günstig, und eine beschädigte Felge legt kein Fahrzeug für Tage lahm. Bei einem elektrischen Transporter kommt hinzu, dass die Batterie das zulässige Gesamtgewicht weiter nach oben drückt – die Traglastreserve des Rades ist hier kein Nebenaspekt, sondern ein zentrales Auslegungskriterium.

Dass Flottenbetreiber den Zweitradsatz aus Stahl schätzen, ist kein neuer Befund. Neu ist, dass die Hersteller diesen Bedarf inzwischen auch für die elektrischen Baureihen bedienen – und zwar zeitnah zum Marktstart der Fahrzeuge, nicht erst Jahre später. Welche Stahlräder gerade tatsächlich bestellbar sind, schwankt allerdings spürbar; wie stark, haben wir in der Lieferbarkeitsanalyse der Stahlräder nachgerechnet.

Was ein Stahlrad fürs Elektroauto kostet

Hier wird es für die Kaufentscheidung konkret. Die neun eindeutig elektrisch zugeordneten Stahlräder unseres Katalogs kosten zwischen 78,70 und 115,70 Euro je Stück, der mittlere Preis liegt bei 100,40 Euro. Zum Vergleich: Über alle 609 Stahlfelgen hinweg liegt der Median bei 81,70 Euro. Ein Stahlrad für ein Elektroauto ist bei uns also rund ein Viertel teurer als ein durchschnittliches Stahlrad.

Das überrascht nur auf den ersten Blick. Der Aufschlag ist kein Elektro-Zuschlag, sondern schlicht eine Folge der Größe: Die E-Räder liegen überwiegend bei 16 bis 19 Zoll, während das Gros des Stahlsortiments 15 und 16 Zoll misst. Mehr Material, mehr Breite, höhere Traglast – das kostet. Den günstigsten Einstieg bietet in dieser Gruppe das Rad für den Ford E-Transit Courier mit 78,70 Euro, am oberen Ende stehen die beiden 19-Zöller für den Ford e-SUV.

Der eigentliche Maßstab ist aber nicht das Stahlrad, sondern die Alternative. Über alle 3.536 Alufelgen in unserem Sortiment hinweg liegt der mittlere Preis bei 224,30 Euro je Stück, die Spanne reicht von 81,60 bis 1.373,10 Euro. Selbst ein vergleichsweise teures 19-Zoll-Stahlrad kostet damit nur etwa die Hälfte eines durchschnittlichen Leichtmetallrads. Für einen Winterradsatz, der vier bis fünf Monate im Jahr Salz und Splitt ausgesetzt ist, bleibt das ein starkes Argument – zumal immer vier Räder zu rechnen sind.

Auf den Satz hochgerechnet sieht das so aus: Vier Stahlräder zum mittleren E-Preis von 100,40 Euro ergeben rund 402 Euro, vier durchschnittliche Alufelgen rund 897 Euro. Die Differenz von knapp 500 Euro ist mehr, als ein kompletter Satz Winterreifen in der gängigen Kompaktgröße 205/55 R16 bei uns im Mittel kostet: Über die 222 Winterreifen, die wir in dieser Größe führen, liegt der mittlere Stückpreis bei 75,42 Euro, der Satz also bei rund 302 Euro. Wer vom Alu- auf den Stahlradsatz wechselt, finanziert die Winterbereifung damit rechnerisch mit. Zum Einordnen am unteren Rand: Das günstigste Stahlrad unseres gesamten Sortiments kostet 48,40 Euro und misst 16 Zoll. Diese Preisklasse erreichen die E-Räder nicht, weil es dort keine schmalen Kleinwagenmaße mehr gibt. Der Versand ist innerhalb Deutschlands in jedem Fall kostenfrei. Wer Rad und Reifen in einem Schritt bestellen möchte, findet das im Konfigurator für Kompletträder.

Beim Räderwechsel am E-Auto gilt eine Sonderregel

Ob Stahl oder Alu: Der Radwechsel selbst läuft am Elektroauto nicht anders ab als am Verbrenner. Zwei Punkte sind trotzdem anders, und beide sind gut belegt.

Der Wagenheber ist kein Nebendetail. Der ADAC weist ausdrücklich darauf hin, bei einigen Elektroautos besonders darauf zu achten, wo der Wagenheber anzusetzen ist und ob Unterlege-Pads nötig sind – wird er falsch angesetzt, kann die Hochvoltbatterie im Unterboden beschädigt werden. Das ist im Zweifel ein vierstelliger Schaden und der beste Grund, vor dem ersten Selbstwechsel einen Blick in die Betriebsanleitung zu werfen.

Die Werkstatt braucht eine Qualifikation. Für allgemeine Arbeiten an Elektrofahrzeugen – der Räderwechsel zählt dazu – benötigen Werkstattmitarbeiter nach Darstellung des ADAC eine sogenannte 1S-Qualifikation nach der DGUV Information 209-093. Der Club ordnet das zugleich als geringe Hürde ein: Die Schulung dauert etwa zwei Stunden und kostet zwischen 100 und 200 Euro. Es gibt also keinen sachlichen Grund, weshalb ein Betrieb Räder an Elektroautos nicht wechseln sollte – falls Ihnen das jemand anders erzählt, lohnt die Nachfrage.

Beim Rad selbst bleibt die wichtigste technische Anforderung die Elektronik im Reifen: Alle ALCAR-Stahlräder sind nach Herstellerangabe zu hundert Prozent RDKS-tauglich, arbeiten also mit den Reifendruckkontrollsystemen der Fahrzeuge zusammen. Begriffe wie Einpresstiefe, Lochkreis und Nabenbohrung erklären wir im Reifen-Wiki. Und falls Sie gerade den Winterradsatz planen: Was der saisonale Wechsel beim Elektroauto an Reichweite kostet, haben wir in einem eigenen Beitrag zu Winterreifen am Elektroauto durchgerechnet.

Fazit: Stahl ist beim E-Auto keine Notlösung mehr

Drei Befunde aus dem eigenen Regal ergeben zusammen ein stimmiges Bild. Erstens: Oberhalb von 17 Zoll gibt es Stahlräder überhaupt nur in sehr kleiner Zahl – und ein Drittel dieser wenigen Räder ist ausdrücklich für Elektrofahrzeuge gebaut. Zweitens: Unter den 29 zuletzt aufgenommenen Stahlrädern nennen neun ein batterieelektrisches Modell, und der Anteil großer Durchmesser ist dort fast zehnmal so hoch wie im Gesamtbestand. Drittens: Der Hersteller selbst verkauft sein E-Mobilitäts-Stahlrad nicht mehr über den Preis, sondern über Aerodynamik und CO₂-Bilanz.

Für Sie als Käufer verschiebt das die Ausgangsfrage. Sie lautet nicht mehr „Stahl oder Alu – was kann ich mir leisten?“, sondern „Gibt es für mein Fahrzeug überhaupt ein Stahlrad in der passenden Größe?“. Für viele Elektroautos der kompakten Klassen lautet die Antwort Ja, und dann ist der Stahlsatz als Winterrad weiterhin die wirtschaftlichste Lösung. Bei Fahrzeugen, deren Erstausrüstung bei 19 oder 20 Zoll beginnt, bleibt das Angebot dagegen auch 2026 noch sehr schmal. Welche Fahrzeugmarken im Stahlsegment am besten versorgt sind, zeigt unsere Auswertung der Stahlräder nach Automarken. Das aktuelle Angebot finden Sie jederzeit in der Rubrik Stahlfelgen; passende Reifen dazu gibt es bei den Winterreifen für PKW.

Häufige Fragen

Reicht der Lochkreis, damit ein Stahlrad an mein Elektroauto passt?

Nein. Neben dem Lochkreis müssen auch Nabenbohrung, Einpresstiefe, Maulweite und vor allem die Traglast des Rades zum Fahrzeug passen. Maßgeblich sind die in den Fahrzeugpapieren beziehungsweise im CoC-Dokument freigegebenen Rad-Reifen-Kombinationen. Bei Elektroautos ist die Traglast besonders kritisch, weil das Fahrzeuggewicht höher liegt als bei vergleichbaren Verbrennern.

Verliere ich mit Stahlrädern Reichweite?

Dazu gibt es keine belastbare, unabhängige Zahl. ALCAR wirbt bei seiner E-Mobilitätslinie sogar mit dem Gegenteil und führt reduzierten Luftwiderstand durch die geschlossene Radfläche als Vorteil an, nennt dafür aber keinen Messwert. Gesichert ist nur: Ein Stahlrad ist in der Regel schwerer als ein Leichtmetallrad gleicher Größe, und der montierte Reifen hat auf Verbrauch und Reichweite den größeren Hebel als das Rad.

Lohnt sich ein zweiter Radsatz aus Stahl fürs Elektroauto?

In den meisten Fällen ja – sofern es für Ihre Fahrzeuggröße überhaupt ein Stahlrad gibt. Ein Satz Stahlräder liegt bei uns preislich deutlich unter einem durchschnittlichen Satz Alufelgen, ist unempfindlicher gegen Streusalz und Rollsplitt und lässt sich nach Bordsteinkontakt häufig richten statt ersetzen. Ab etwa 19 Zoll Erstausrüstung wird die Auswahl allerdings sehr dünn.

Schlagwörter: Stahlfelgen Elektroauto ERION ALCAR Winterräder

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