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PKW – Ratgeber im Magazin

Reifen fürs Cabrio: Worauf es bei Roadster und offenem Verdeck ankommt

· 7 Min. Lesezeit · von Reifentiefpreis · Aktualisiert am 28.07.2026
Hinterrad eines silbernen Roadster-Cabriolets mit Sommerreifen (KI-generiert, OpenAI)
Hinterrad eines silbernen Roadster-Cabriolets mit Sommerreifen (KI-generiert, OpenAI)

Ein Cabrio oder ein offener Roadster ist mehr als ein Auto ohne Dach – es ist ein Fahrzeug, das man wegen des Fahrgefühls kauft. Und genau dieses Fahrgefühl entsteht zu einem großen Teil dort, wo vier vergleichsweise kleine Aufstandsflächen die Straße berühren. Weil offene Fahrzeuge konstruktiv, saisonal und im Fahrverhalten anders ticken als eine geschlossene Limousine, lohnt es sich, bei der Bereifung genauer hinzusehen. Dieser Ratgeber zeigt, worauf es beim Cabrio ankommt – vom passenden Reifentyp über Geschwindigkeitsindex und Mischbereifung bis zu der Frage, die bei offenen Zweitwagen oft unterschätzt wird: dem Reifenalter.

Was ein Cabrio von seinen Reifen verlangt

Wer ein Dach wegnimmt, nimmt der Karosserie einen Teil ihrer Steifigkeit. Konstrukteure fangen das mit Verstärkungen im Unterboden, in den Schwellern und im Scheibenrahmen wieder auf, doch ein Cabrio bleibt in der Regel etwas weniger verwindungssteif als das geschlossene Schwestermodell. Für die Reifen bedeutet das: Sie müssen einen größeren Teil der Fahrpräzision liefern, weil die Karosserie weniger „mitarbeitet". Ein Reifen mit stabilen Flanken und klarem Lenkansprechen macht ein Cabrio spürbar handlicher – und in Grenzsituationen berechenbarer.

Dazu kommt die typische Auslegung vieler Roadster: kompakte Zweisitzer mit Hinterradantrieb und einer Gewichtsverteilung nahe 50:50. Das macht Freude, verlangt aber gleichmäßigen Grip an beiden Achsen – gerade bei Nässe, wenn die angetriebene Hinterachse sonst schnell die Traktion verliert. Und schließlich spielt der Komfort eine unterschätzte Rolle: Ohne festes Dach fehlt ein Teil der Geräuschdämmung, sodass Abrollgeräusche und harte Stöße direkter im Innenraum ankommen. Ein laufruhiger, komfortabel abgestimmter Reifen wertet das offene Fahren hörbar auf – und macht auch die lange Urlaubsetappe entspannter.

Nicht zu unterschätzen ist außerdem die Beladung. Ein Roadster ist zwar meist ein leichter Zweisitzer, doch auf der Reise wandert schnell einiges an Gepäck in den kleinen Kofferraum – und die zulässige Traglast des Reifens muss das mittragen. Achten Sie darauf, dass der Tragfähigkeitsindex mindestens dem Wert im Fahrzeugschein entspricht, und passen Sie bei voller Zuladung oder zügiger Autobahnfahrt den Luftdruck nach Herstellervorgabe an. Ein zu niedriger Druck belastet gerade die stark beanspruchte Hinterachse, lässt den Reifen heißlaufen und kostet unnötig Grip.

Sportlich, aber alltagstauglich: der richtige Reifentyp

Für die meisten Cabrios und Roadster ist ein hochwertiger UHP-Sommerreifen (Ultra High Performance) die beste Wahl. Er verbindet die sportliche Präzision, die zum Charakter des Fahrzeugs passt, mit Alltagstugenden wie Nassgriff, Laufruhe und Haltbarkeit. Solche Reifen sind auf trockener und nasser Straße gleichermaßen zu Hause – anders als reinrassige Semislicks oder Trackday-Reifen, die auf der abgesperrten Rennstrecke brillieren, auf der kalten, nassen Landstraße aber schnell überfordert sind. Wo genau diese Grenze verläuft und für wen sich echte Sportreifen wirklich lohnen, lesen Sie in unserem ausführlichen Ratgeber zu UHP-Reifen und Semislicks.

Bei der Flankenhöhe gilt: Ein extrem flacher Querschnitt sieht sportlich aus und schärft das Lenkgefühl, überträgt aber Fahrbahnstöße härter in den offenen Innenraum und macht empfindliche Alufelgen anfälliger für Bordstein- und Schlaglochschäden. Wer sein Cabrio vor allem genießen und weniger auf der letzten Zehntelsekunde bewegen möchte, ist mit einem etwas höheren Querschnitt oft komfortabler unterwegs – warum größere Zollmaße obendrein ins Geld gehen, zeigt unser Beitrag dazu, was der Querschnitt Ihres Reifens wirklich kostet.

Ein Blick aufs EU-Reifenlabel hilft bei der Auswahl: Die Nasshaftungsklasse (A–E) zeigt, wie kurz der Bremsweg auf nasser Fahrbahn ausfällt – für ein hinterradgetriebenes Cabrio ein zentrales Sicherheitskriterium. Die Kraftstoffeffizienz spielt bei sportlichen Fahrzeugen eine kleinere Rolle, das externe Rollgeräusch dagegen wieder eine größere, weil man es beim offenen Fahren deutlicher wahrnimmt. Wer sein Cabrio ganzjährig bewegt, sollte zudem über einen zweiten Radsatz mit Winterreifen oder einen Ganzjahresreifen mit Alpine-Symbol nachdenken – denn Sommerreifen verlieren bei Temperaturen unter etwa sieben Grad spürbar an Grip.

Geschwindigkeitsindex, Mischbereifung und Runflat

Cabrios und Roadster tragen häufig Reifen mit hohem Geschwindigkeitsindex. Die Buchstaben stehen für die zulässige Höchstgeschwindigkeit: „H" bis 210 km/h, „V" bis 240 km/h, „W" bis 270 km/h und „Y" bis 300 km/h. Maßgeblich ist, was in den Fahrzeugpapieren freigegeben ist – ein niedrigerer Index als vorgeschrieben ist nicht zulässig. Wie Sie Größe, Last- und Geschwindigkeitsindex korrekt von der Flanke ablesen, erklärt unser Ratgeber zum Reifengrößen-Ablesen.

Viele sportliche Roadster fahren ab Werk Mischbereifung: vorne schmalere, hinten breitere Reifen (etwa 225 mm vorn und 255 mm hinten). Das ist zulässig und oft sogar vorgeschrieben, solange Sie die vom Hersteller freigegebene Kombination einhalten und pro Achse zwei identische Reifen montieren. Front- und Heckreifen dürfen dann nicht gegeneinander getauscht werden. Was dabei erlaubt ist und worauf Sie achten müssen, steht in unserem Beitrag zur erlaubten Mischbereifung am Auto.

Ein weiteres Thema ist der Notlauf. Viele Premium-Roadster – etwa von BMW oder Mercedes – haben ab Werk weder Ersatzreifen noch eine Mulde dafür; sie sind auf Runflat-Reifen angewiesen, die bei Luftverlust noch begrenzt weiterrollen. Wer ein solches Fahrzeug fährt, sollte beim Kauf auf die passende Runflat-Kennung des Herstellers achten – die Auswahl fällt dann merklich kleiner aus. Warum das so ist, erklärt unser Beitrag Notlaufreifen und ihre Auswahl.

Der Faktor Zeit: Warum Cabrio-Reifen oft am Alter sterben

Das vielleicht wichtigste Cabrio-Thema hat nichts mit Grip zu tun, sondern mit dem Kalender. Offene Fahrzeuge sind häufig Zweit- oder Schönwetterautos mit geringer Jahresfahrleistung. Die Folge: Das Profil ist nach Jahren noch tief, doch die Gummimischung altert trotzdem. Mit der Zeit verhärtet der Reifen, feine Risse entstehen an Flanke und Profilgrund, und Nass- wie Kaltgrip lassen nach – obwohl der Reifen auf den ersten Blick „wie neu" aussieht. Deshalb sollten Sie bei einem Cabrio das Reifenalter anhand der DOT-Nummer im Blick behalten und nicht allein auf die Profiltiefe schauen. Wie Sie das Herstellungsdatum ablesen und ab wann ein Wechsel sinnvoll ist, zeigt unser Ratgeber zum Reifenalter und zur DOT-Nummer.

Tipp: Prüfen Sie vor jedem Saisonstart nicht nur den Luftdruck, sondern auch die Flanken auf feine Risse und das Herstellungsdatum. Ein Reifen mit reichlich Restprofil, aber acht oder mehr Jahren „auf dem Buckel" gehört auf einem schnellen Roadster nicht mehr an die Hinterachse.

Zur geringen Fahrleistung kommt die Winterpause: Viele Cabrios stehen die kalte Jahreszeit über in der Garage. Bleibt ein Auto monatelang auf derselben Stelle stehen, kann sich der Reifen an der Aufstandsfläche verformen – ein sogenannter Standplatten, der sich später als Vibration bemerkbar macht. Etwas mehr Luftdruck vor dem Abstellen, ein trockener Standplatz und gelegentliches Bewegen des Fahrzeugs beugen vor. Wie Sie Standplatten zuverlässig vermeiden, lesen Sie in unserem Ratgeber zu Standplatten und langer Standzeit.

Unsere Reifenempfehlungen fürs Cabrio

Für die meisten Cabrios und Roadster in gängigen Größen wie 225/45 R17 oder 245/40 R18 sind moderne UHP-Sommerreifen die richtige Basis – sportlich genug für die kurvige Landstraße, aber sicher und komfortabel im Alltag. Drei lieferbare Beispiele mit gutem Nassgriff:

Welcher dieser Reifen der richtige ist, hängt vom Fahrprofil ab: Wer sein Cabrio überwiegend entspannt und offen genießt, gewichtet Komfort, Laufruhe und Effizienz höher; wer die Landstraße sportlich nimmt, achtet zuerst auf Trockenpräzision und Nassbremsweg. In beiden Fällen gilt für ein offenes, oft hinterradgetriebenes Fahrzeug: Sparen Sie nicht am Reifen – er ist die einzige Verbindung zur Straße und entscheidet über Fahrspaß wie Sicherheit gleichermaßen.

Eine größere Auswahl finden Sie in unseren Kategorien Sommerreifen für PKW und Sportreifen sowie direkt in der Größe 225/45 R17. Sie sind unsicher, welcher Reifen grundsätzlich zu Ihrem Fahrzeug passt? Dann hilft unser allgemeiner Ratgeber zur PKW-Reifenwahl weiter.

Häufige Fragen

Braucht ein Cabrio spezielle „Cabrio-Reifen"?

Nein, einen eigenen Reifentyp nur für Cabrios gibt es nicht. In der Praxis passt zu den meisten offenen Fahrzeugen ein hochwertiger UHP-Sommerreifen, der sportliche Präzision mit gutem Nassgriff und Komfort verbindet. Entscheidend sind die im Fahrzeugschein freigegebenen Größen und Indizes.

Darf ich vorne und hinten unterschiedliche Reifengrößen fahren?

Ja – wenn Ihr Fahrzeug ab Werk mit Mischbereifung ausgeliefert wird, ist die achsweise unterschiedliche Größe sogar vorgeschrieben. Wichtig ist, nur freigegebene Kombinationen zu nutzen und pro Achse zwei identische Reifen zu montieren.

Wie alt dürfen die Reifen an meinem Cabrio sein?

Auch mit viel Restprofil altert die Gummimischung. Als Faustregel gilt, Reifen ab etwa sechs Jahren regelmäßig zu prüfen und spätestens nach rund zehn Jahren zu ersetzen. Bei einem wenig gefahrenen Cabrio ist das Alter oft das eigentliche Wechselkriterium – nicht der Verschleiß.

Schlagwörter: Cabrio Roadster Sommerreifen UHP-Reifen Reifenalter Kaufberatung

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