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Kaufberatung – Ratgeber im Magazin

Imperial Reifen: Was die belgische Budgetmarke wirklich taugt

· 5 Min. Lesezeit · Aktualisiert am 16.07.2026
Budget-Pkw-Reifen am Vorderrad eines Kleinwagens (KI-generiert, OpenAI)
Budget-Pkw-Reifen am Vorderrad eines Kleinwagens (KI-generiert, OpenAI)

Wer im Reifenshop nach der günstigsten Option filtert, stößt schnell auf den Namen Imperial. Die Marke steht seit Jahren für preiswerte Reifen mit breitem Größenangebot – doch was steckt eigentlich dahinter, und was dürfen Sie von einem Budgetreifen realistisch erwarten? Dieser Ratgeber ordnet Imperial ehrlich ein.

Wer steckt hinter Imperial?

Imperial ist keine klassische Reifenfabrik, sondern die Eigenmarke eines Reifengroßhändlers: der belgischen Deldo Autobanden N.V. aus Antwerpen. Deldo wurde 1973 gegründet und ist bis heute ein familiengeführtes Unternehmen; der Firmenname geht auf die Gründerfamilie zurück. Als einer der großen europäischen Reifenhändler beliefert Deldo den Fachhandel in vielen Ländern – nicht nur mit bekannten Herstellermarken, sondern auch mit eigenen Handelsmarken (Quelle: Deldo).

Die Marke Imperial führte Deldo Anfang der 2010er-Jahre (um 2011/2012) ein und positionierte sie klar im unteren Preissegment: stabile Alltagsreifen, große Größenauswahl, günstiger Preis. Das Sortiment reicht heute von Sommer- über Ganzjahres- bis zu Winter- und Transporterreifen (Quelle: Deldo-Markenseite). Welche Marke zu welchem Konzern gehört, zeigt unser Überblick Reifenmarken: Wer gehört zu wem?.

Handelsmarke statt eigener Fabrik – was das bedeutet

Der wichtigste Punkt zum Verständnis: Imperial ist eine Handelsmarke. Anders als Continental, Michelin oder Goodyear besitzt die Marke keine eigenen Reifenwerke und keine jahrzehntelange Entwicklungs- und Motorsport-Historie. Wie bei Handelsmarken üblich werden die Reifen von Vertragsherstellern – überwiegend in Asien – nach den Vorgaben des Händlers gefertigt und unter dem Namen Imperial vertrieben.

Das ist im Reifenmarkt völlig üblich und für sich genommen nichts Schlechtes: Auch viele andere Budget- und Zweitmarken funktionieren nach diesem Prinzip. Es hat aber Folgen für die Erwartungshaltung. Ein Budgetreifen wird in aller Regel nicht auf Bestwerte bei Nässe, Bremsweg und Laufleistung getrimmt, sondern auf einen niedrigen Preis bei ausreichender Alltagstauglichkeit. Wer das weiß, ordnet Imperial richtig ein und vermeidet Enttäuschungen. Wie sich günstige und unbekannte Marken grundsätzlich einschätzen lassen, lesen Sie ausführlicher im Ratgeber Billigreifen und unbekannte Marken.

Welche Imperial-Reifen gibt es?

Imperial deckt die gängigen Alltagsklassen ab, mit deutlichem Schwerpunkt auf kleinen und mittleren Pkw-Größen:

  • Sommer: Der EcoDriver4 F209 ist der klassische Kleinwagen-Sommerreifen mit vielen 13-, 14- und 15-Zoll-Größen; der EcoSport2 F205 bedient sportlichere UHP-Dimensionen bis 19 Zoll.
  • Ganzjahres: Der AS Driver ist der Allwetter-Allrounder für Wenigfahrer und Stadtautos.
  • Transporter: Der Van Driver deckt gängige C-Größen für leichte Nutzfahrzeuge ab.

Konkrete, aktuell lieferbare Beispiele aus unserem Sortiment:

Alle Modelle und Größen sehen Sie auf der Imperial-Markenübersicht.

Wie gut sind Imperial-Reifen wirklich?

Die ehrliche Antwort: Imperial spielt nicht in der Liga der Premium-Testsieger. In den großen deutschen Reifentests von ADAC, Stiftung Warentest oder AUTO BILD taucht die Marke kaum auf, weil dort meist stark nachgefragte Mittelklasse- und Premiumdimensionen geprüft werden. Belastbare, unabhängige Einzeltestergebnisse zu Imperial sind daher dünn gesät – und erfundene Testnoten finden Sie hier bewusst nicht.

Was bedeutet das für Ihre Kaufentscheidung? Verlassen Sie sich nicht auf Werbeversprechen, sondern auf die objektiven, gesetzlich vorgeschriebenen Kennwerte des EU-Reifenlabels. Es weist Nasshaftung, Rollwiderstand und Geräusch für jeden einzelnen Reifen aus und macht einen konkreten Imperial mit einem konkreten Markenreifen vergleichbar. Wie aussagekräftig das Label ist und wo seine Grenzen liegen, erklärt der Beitrag EU-Reifenlabel oder Reifentest. Zum Vergleich, wie ein Spitzenreifen abschneidet, lohnt ein Blick auf den ADAC Sommerreifentest 2026.

Für wen lohnt sich Imperial?

Ein Budgetreifen wie Imperial kann durchaus eine vernünftige Wahl sein – in den richtigen Situationen:

  • Wenigfahrer und Zweitwagen: Wer im Jahr nur wenige tausend Kilometer und überwiegend Stadt und Landstraße fährt, schöpft das Sicherheitspotenzial teurer Reifen ohnehin selten aus.
  • Kleine Fahrzeuge: Gerade in kleinen 13- bis 15-Zoll-Größen ist der Preisabstand zum Premiumreifen absolut oft gering – und das Fahrzeug leicht und nicht sehr schnell.
  • Enges Budget: Ein neuer, korrekt dimensionierter Budgetreifen mit gutem Label ist fast immer sicherer als ein abgefahrener oder überalterter Premiumreifen.

Weniger geeignet ist Imperial für Vielfahrer, schwere und stark motorisierte Fahrzeuge, häufige Autobahnfahrten oder eine sportliche Fahrweise. Hier zahlen sich die besseren Nass- und Bremswerte sowie die höhere Laufleistung getesteter Marken- und Premiumreifen aus.

So wählen Sie einen Budgetreifen richtig aus

Wenn Sie sich für einen günstigen Reifen entscheiden, achten Sie auf einige Punkte, die über Sicherheit und Gesamtkosten entscheiden:

  1. EU-Label lesen: Vor allem die Nasshaftung (Klasse A–E) ist sicherheitsrelevant – hier nicht am falschen Ende sparen. Die Grundlagen erklärt der Ratgeber EU-Reifenlabel lesen.
  2. Größe exakt übernehmen: Breite, Höhe, Zoll sowie Last- und Geschwindigkeitsindex müssen zur Zulassungsbescheinigung passen.
  3. Alter prüfen: Achten Sie auf ein junges Herstelldatum (DOT). Gerade bei selten nachgefragten Größen können Budgetreifen länger im Lager liegen.
  4. Nicht an der Achse mischen: Auf einer Achse gehören immer zwei gleiche Reifen.

Wer ohnehin übers Sparen nachdenkt, findet auch im Ratgeber Gebrauchte Reifen kaufen die wichtigsten Sicherheitskriterien.

Häufige Fragen

Wer stellt Imperial-Reifen her?

Imperial ist die Eigenmarke des belgischen Großhändlers Deldo Autobanden. Deldo betreibt keine eigenen Werke, sondern lässt die Reifen von Vertragsherstellern (überwiegend in Asien) fertigen und vertreibt sie unter dem Markennamen Imperial.

Sind Imperial-Reifen sicher und in Deutschland zugelassen?

Ja. Wie alle in der EU verkauften Reifen tragen sie eine ECE-Kennzeichnung sowie ein EU-Reifenlabel und erfüllen die gesetzlichen Mindestanforderungen. Für die tatsächliche Leistung ist das Label der beste objektive Anhaltspunkt.

Gibt es Imperial auch als Winterreifen?

Ja, Deldo führt neben Sommer- und Ganzjahresreifen auch eine Winterlinie. Achten Sie beim Wintereinsatz immer auf das Alpine-Symbol (3PMSF) auf der Flanke – nur damit gilt ein Reifen als wintertauglich.

Fazit

Imperial ist ein ehrlicher Budgetreifen: eine belgische Handelsmarke ohne eigene Fabrik, dafür mit breiter Größenauswahl und niedrigem Preis. Für Wenigfahrer, kleine Autos und ein enges Budget kann das die passende Wahl sein – vorausgesetzt, Sie prüfen das EU-Label und die korrekte Größe. Wer viel und schnell unterwegs ist, fährt mit einem getesteten Marken- oder Premiumreifen sicherer. Passende Größen und alle Modelle finden Sie in unserer Imperial-Übersicht sowie bei den Sommerreifen und Ganzjahresreifen.

Schlagwörter: Imperial Budgetreifen Reifenmarken Kaufberatung Deldo

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