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Motorrad – Ratgeber im Magazin

Motorradreifen 120/70 ZR17 und 180/55 ZR17: der Reifensatz für Sportler und Naked Bikes

· 4 Min. Lesezeit · Aktualisiert am 09.07.2026
Vorderrad eines Naked Bikes mit Sportreifen 120/70 ZR17 auf 17-Zoll-Felge (KI-generiert, OpenAI)
Vorderrad eines Naked Bikes mit Sportreifen 120/70 ZR17 auf 17-Zoll-Felge (KI-generiert, OpenAI)

120/70 ZR17 vorn und 180/55 ZR17 hinten – das ist mit Abstand die häufigste Reifenkombination im Straßenmotorrad-Bereich. Von der 600er-Supersportlerin über das mittlere Naked Bike bis zum Sport-Tourer rollt ein Großteil aller aktuellen Maschinen auf genau diesem Satz. Wer neue Reifen sucht, steht deshalb vor einer riesigen Auswahl. In diesem Ratgeber erklären wir, was die Maße bedeuten, welche Motorräder darauf unterwegs sind und worauf es beim Kauf von Vorder- und Hinterreifen wirklich ankommt.

Was bedeuten 120/70 ZR17 und 180/55 ZR17?

Beide Größen sind nach demselben Schema aufgebaut, das direkt auf der Reifenflanke steht. Am Beispiel des Hinterreifens 180/55 ZR17:

  • 180 – die Reifenbreite in Millimetern.
  • 55 – das Höhen-Breiten-Verhältnis in Prozent (die Flankenhöhe beträgt 55 % der Breite).
  • ZR – Radialbauweise, wobei das Z für eine Freigabe über 240 km/h steht.
  • 17 – der Felgendurchmesser in Zoll.

Der Vorderreifen 120/70 ZR17 ist entsprechend 120 mm breit mit 70er-Querschnitt. Hinter der Größe folgt meist die Betriebskennung in Klammern, zum Beispiel (58W): Die Zahl ist der Lastindex, der Buchstabe der Geschwindigkeitsindex (W = bis 270 km/h). Häufig finden Sie außerdem ein M/C (Motorcycle), einen Laufrichtungspfeil und die Angabe FRONT bzw. REAR – Motorradreifen sind laufrichtungsgebunden und dürfen nicht vertauscht werden. Wie Sie die komplette Kennung entschlüsseln, zeigt unser Ratgeber Motorradreifen-Größe richtig lesen.

Welche Motorräder fahren diese Größen?

Die Kombination 120/70 ZR17 vorn und 180/55 ZR17 hinten ist die klassische Bereifung der Mittelklasse und der 600er-Supersportler – dazu zählen viele Naked Bikes und Sport-Tourer im Bereich 650 bis 900 cm³ sowie die meisten 600er-Supersportmaschinen.

Wichtig ist die Abgrenzung nach oben: Stärkere Literbikes (1000 cm³ und mehr) nutzen hinten oft einen breiteren 190/55 ZR17 oder 200/55 ZR17, während vorn meist weiterhin 120/70 ZR17 montiert wird. Umgekehrt fahren kleinere oder ältere Maschinen teils schmalere Hinterreifen. Verbindlich ist immer die Reifenfreigabe bzw. die Angabe in den Fahrzeugpapieren – verlassen Sie sich nie allein auf das Modell, sondern auf die für Ihre Maschine freigegebenen Dimensionen.

Vorder- und Hinterreifen: die richtige Wahl

Der Vorderreifen sorgt für Lenkpräzision und Rückmeldung in Schräglage, der Hinterreifen überträgt Antrieb und einen großen Teil der Bremskraft. Weil er stärker beansprucht wird, verschleißt der Hinterreifen deutlich schneller – oft hält ein Vorderreifen ein bis zwei Hinterreifen aus. Beide Größen werden in nahezu jeder Straßenreifen-Baureihe angeboten, sodass Sie die volle Auswahl haben: vom langlebigen Sport-Touring-Reifen für Vielfahrer über den grip-starken Sportreifen bis zum reinen Hypersport-Reifen für den Trackday. Welcher Typ zu Ihrem Fahrstil passt, klären wir im Ratgeber Motorradreifen richtig wählen.

Entscheidend ist dabei: Motorradreifen werden als aufeinander abgestimmtes Paar entwickelt. Vorder- und Hinterreifen einer Baureihe haben passende Profil- und Karkasseneigenschaften; eine gemischte Kombination aus zwei Modellen oder Herstellern kann das Fahrverhalten verschlechtern und ist zudem oft nicht durch die Reifenfreigabe abgedeckt. Montieren Sie deshalb möglichst denselben Reifentyp vorn und hinten. Den tagesaktuellen Überblick aller lieferbaren Profile finden Sie auf den Größenseiten 120/70 R17 und 180/55 R17 im Shop.

Worauf Sie beim Kauf achten sollten

  • Freigabe prüfen: Passt die Größe inklusive Last- und Geschwindigkeitsindex zu den Fahrzeugpapieren bzw. der Reifenfreigabe? Der Index darf nie unter dem geforderten Wert liegen. Reine Rennstrecken-Reifen ohne Straßenzulassung (Kennzeichnung „NHS") gehören nicht auf die Straße.
  • Front und Heck als Satz: möglichst gleiches Modell vorn und hinten montieren; prüfen Sie im Zweifel die Unbedenklichkeitsbescheinigung des Reifenherstellers für Ihr Motorrad.
  • Reifenalter (DOT): Auch neue Motorradreifen sollten nicht zu lange gelagert gewesen sein; die DOT-Nummer verrät Produktionswoche und -jahr.
  • Luftdruck nach Herstellervorgabe: kalt messen; die richtigen Werte stehen im Handbuch oder auf einem Aufkleber an der Maschine.
  • Neue Reifen einfahren: die ersten rund 150 bis 200 km behutsam fahren, bis die glatte Neureifen-Oberfläche aufgeraut ist und voller Grip anliegt.

Die passenden Straßenreifen für Ihre Maschine finden Sie in unserer Übersicht Motorradreifen für die Straße.

Häufige Fragen

Kann ich vorn und hinten verschiedene Reifenmodelle montieren?

Es wird ausdrücklich nicht empfohlen. Vorder- und Hinterreifen einer Baureihe sind aufeinander abgestimmt; eine Mischung verschlechtert oft das Fahrverhalten und ist häufig nicht durch die Reifenfreigabe gedeckt. Montieren Sie im Idealfall denselben Reifentyp vorn und hinten.

Was ist der Unterschied zwischen 180/55 und 190/55 ZR17?

Der 190er ist 10 mm breiter und wird vor allem an stärkeren Literbikes verbaut. Welche Breite zulässig ist, hängt von Ihrem Motorrad ab – maßgeblich sind die Fahrzeugpapiere und die Reifenfreigabe. Ein Wechsel auf eine andere Breite verändert Handling und Abrollverhalten spürbar.

Schlagwörter: Motorradreifen 120/70 ZR17 180/55 ZR17 Naked Bike Supersport Kaufberatung

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