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Reifenpflege & Lagerung – Ratgeber im Magazin

Reifen lagern: Die Zahlen hinter kühl, dunkel und trocken

· 14 Min. Lesezeit · Aktualisiert am 17.09.2026
Eingelagerte Autoreifen im Keller: Kompletträder liegend auf einem Felgenregal, Reifen ohne Felge hochkant stehend (KI-generiert, OpenAI)
Eingelagerte Autoreifen im Keller: Kompletträder liegend auf einem Felgenregal, Reifen ohne Felge hochkant stehend (KI-generiert, OpenAI)

Zweimal im Jahr wandert ein kompletter Radsatz für sechs Monate in den Keller – und damit beginnt für den Reifen die Phase, in der er am schnellsten altert, ohne einen einzigen Kilometer zu fahren. Dass die Lagerung „kühl, dunkel und trocken“ sein soll, weiß fast jeder. Was das in Zahlen heißt, steht dagegen in einer Norm, die kaum ein Ratgeber nennt – und ausgerechnet bei der Frage, ob die Garage dafür taugt, widersprechen sich zwei der seriösesten Quellen offen. Dieser Beitrag legt beides nebeneinander und erklärt Schritt für Schritt, wie Sie einen Satz so einlagern, dass er die Pause ohne Schaden übersteht. Wann der Wechsel selbst ansteht, klärt unser Ratgeber Wann Reifen wechseln?.

Was in der Lagerpause mit dem Gummi passiert

Ein Reifen ist kein totes Stück Gummi, sondern eine Mischung aus Kautschuk, Ruß, Füllstoffen und Weichmacherölen, die ihn geschmeidig halten. Genau diese Öle sind der Grund, warum Lagerung überhaupt ein Thema ist: Sie verdampfen mit der Zeit aus der Mischung. Continental beschreibt das in seinen Lagerempfehlungen ausdrücklich als den Vorgang, den man beim Einlagern bremsen will – die Verdampfung von Ölen aus der Gummimischung (Quelle: Continental). Je mehr davon entweicht, desto härter wird die Lauffläche, und desto weniger Grip baut sie bei Nässe und Kälte auf.

Der zweite Alterungsweg ist chemisch. Ozon greift die Molekülketten an der Oberfläche an und erzeugt die feinen, netzartigen Risse, die man an alten Reifen an der Flanke sieht. Hersteller mischen Schutzwachse und Alterungsschutzmittel gegen genau diesen Angriff ein – weshalb Continental auch klarstellt, dass die Mischung von Haus aus gegen Ozonrissbildung ausgelegt ist. Der Schutz ist allerdings endlich, und er verbraucht sich schneller, wenn die Umgebung viel Ozon enthält.

Dazu kommen UV-Licht, Wärme und Feuchtigkeit. Wärme beschleunigt jede chemische Reaktion im Gummi, UV-Strahlung zersetzt die Oberfläche, Feuchtigkeit greift bei Kompletträdern zusätzlich die Felge an. Und rein mechanisch droht die Standplatte: Ein Reifen, der monatelang mit dem vollen Gewicht auf derselben Stelle steht, kann dort eine dauerhafte Delle behalten. Wie ein Satz aussieht, bei dem die Alterung zu weit fortgeschritten ist, zeigt der Beitrag zu Alterungsrissen im Gummi.

Kurz gesagt: Ein gelagerter Reifen verschleißt nicht – er trocknet aus. Die Lagerbedingungen entscheiden, wie schnell.

Die Zahlen hinter „kühl, dunkel und trocken“

„Kühl und trocken“ ist keine Faustregel aus dem Werkstattalltag, sondern die Kurzfassung einer Norm. Für Erzeugnisse aus Kautschuk und Gummi gilt in Deutschland die DIN 7716 („Erzeugnisse aus Kautschuk und Gummi; Anforderungen an die Lagerung, Reinigung und Wartung“). Sie nennt als Zielkorridor eine Lagertemperatur von etwa +5 °C bis +25 °C, warnt ausdrücklich vor starken Temperaturschwankungen und setzt die relative Luftfeuchte auf einen Richtwert unter rund 65 Prozent. Dazu kommen: lichtgeschützt, möglichst geschlossen, ozonarm und spannungsfrei gelagert (Quelle: DIN 7716 im Überblick).

Der Reifenhandel arbeitet mit demselben Zahlengerüst. Ein Fachbeitrag der Branchenzeitschrift AUTO & Wirtschaft führt die maßgeblichen Regelwerke für die Reifenlagerung zusammen – ÖNORM C9411, WdK-Leitlinie 90/Punkt 10, DIN 7716 und die ETRTO-Empfehlungen – und formuliert daraus zwei Grenzen: Die relative Luftfeuchtigkeit von 65 Prozent soll bei der Reifenlagerung nicht überschritten werden, und sowohl Temperaturen über 30 Grad als auch sehr tiefe Werte weit unter dem Gefrierpunkt können die Reifeneigenschaften beeinträchtigen. Reifen sollen sauber, möglichst dunkel, zugfrei und trocken liegen und dürfen keinesfalls im Freien lagern (Quelle: AUTO & Wirtschaft).

Damit haben Sie eine Prüfliste, die sich mit zwei Baumarkt-Geräten beantworten lässt. Ein einfaches Thermo-Hygrometer für unter zehn Euro zeigt beides an: Bleibt der Raum über die Wintermonate im Bereich um 5 bis 25 Grad, und liegt die Luftfeuchte unter 65 Prozent? Wenn ja, ist der Ort geeignet – unabhängig davon, wie er heißt. Wenn nein, hilft auch der schönste Felgenbaum nichts. Ein Hygrometer aufzuhängen und nach zwei Wochen einmal abzulesen, ist die mit Abstand billigste Maßnahme dieses ganzen Ratgebers.

Keller, Garage, Dachboden – hier widersprechen sich zwei seriöse Quellen

An dieser Stelle wird es interessant, denn die beiden meistzitierten Quellen zum Thema geben unterschiedliche Empfehlungen. Der ADAC schreibt, Reifen sollten in „kühlen, dunklen und trockenen Räumen (z. B. in Keller oder Garage)“ lagern, geschützt vor direkter Sonneneinstrahlung und Witterungseinflüssen (Quelle: ADAC, Reifen lagern). Die Garage steht dort also ausdrücklich als Beispiel für einen guten Lagerort.

Continental sieht das anders. Der Hersteller nennt den Keller oder einen anderen klimatisierten Raum „perfekt“ und schreibt im selben Absatz: In den meisten Garagen, Schuppen und Dachböden schwanke die Temperatur zu stark, außerdem seien sie meistens sehr feucht – deshalb eigneten sich diese Räume nicht unbedingt zur Reifenlagerung. Zusätzlich warnt Continental davor, Reifen in der Nähe einer Heizung abzustellen, und schließt die Lagerung im Freien auch unter einer Schutzplane aus.

Dieser Widerspruch lässt sich auflösen, wenn man die Norm dazwischenlegt: Beide Quellen meinen dieselbe Bedingung, nur beschreibt der ADAC den Regelfall und Continental den Ausnahmefall. Eine beheizte, trockene Tiefgarage erfüllt die Vorgaben der DIN 7716 mühelos; eine freistehende, ungedämmte Blechgarage, in der es im Januar friert und im Mai schwitzt, erfüllt sie nicht. Der Raumname sagt nichts aus – die gemessene Temperatur und die gemessene Luftfeuchte sagen alles. Wer beides nicht kennt, sollte im Zweifel den Keller nehmen.

Ozon: Die Geräte, die im Lagerraum nichts zu suchen haben. Der Hinweis „Ozon meiden“ bleibt meist abstrakt – Continental wird konkret und nennt die Verursacher beim Namen. Ozon entsteht an Elektromotoren mit Kontaktbürsten und an Funkenbildung, konkret bei Generatoren, Kompressoren, Öfen, Verteilern, Schmutzwasserpumpen und Zentralstaubsaugern. Steht eines dieser Geräte im selben Raum, ist der Raum als Reifenlager ungeeignet, egal wie gut Temperatur und Feuchte stimmen. Ebenfalls fernzuhalten sind Lösungsmittel, Brennstoffe und Schmiermittel – also genau das, was in vielen Kellern und Garagen ohnehin herumsteht: der Kanister Benzin für den Rasenmäher, die Dose Bremsenreiniger, das Altöl. Ein halber Meter Abstand reicht dafür nicht; diese Stoffe gehören in einen anderen Raum.

Vor dem Einlagern: reinigen, trocknen, markieren

Bevor der Satz verschwindet, lohnen sich zwanzig Minuten Arbeit. Sie sparen im Frühjahr den Ärger und entscheiden im Zweifel darüber, ob sich das Einlagern überhaupt noch lohnt.

  1. Gründlich reinigen. Continental empfiehlt mildes Reinigungsmittel, Wasser und eine Reifenbürste, um Straßenschmutz und Bremsstaub der vergangenen sechs Monate zu entfernen. Bei Kompletträdern gehört die Felge dazu – Streusalzreste vom Winter greifen die Oberfläche an, wenn sie ein halbes Jahr darauf sitzen bleiben. Wie Sie dabei vorgehen, ohne die Oberfläche zu beschädigen, steht in den Anleitungen zum Alufelgen reinigen und zum Rostschutz bei Stahlfelgen.
  2. Vollständig trocknen lassen. Das ist kein Nebensatz, sondern der Punkt, an dem die meisten Fehler passieren. Restfeuchtigkeit im geschlossenen Lager bedeutet Korrosion an der Felge und ein feuchtes Mikroklima am Gummi. Continental verlangt ausdrücklich, dass die Reifen vor dem nächsten Schritt vollständig getrocknet sind.
  3. Profil messen. Gesetzlich sind mindestens 1,6 Millimeter vorgeschrieben (§ 36 StVZO). Der ADAC empfiehlt aus Sicherheitsgründen deutlich mehr: drei Millimeter bei Sommerreifen, vier Millimeter bei Winter- und Ganzjahresreifen (Quelle: ADAC zur Profiltiefe). Wie Sie richtig messen, zeigt der Ratgeber Profiltiefe messen.
  4. Alter ablesen. Die vierstellige DOT-Nummer an der Flanke verrät Produktionswoche und -jahr. Sie zählt ab Herstellung, nicht ab Montage – ein „neuer“ Satz aus dem Regal kann bereits mehrere Jahre alt sein.
  5. Position markieren. Kreide oder ein Aufkleber je Rad genügt: „VL“ für vorne links, „HR“ für hinten rechts. So können Sie den Satz beim nächsten Aufziehen gezielt über Kreuz tauschen und den unterschiedlichen Verschleiß von Vorder- und Hinterachse ausgleichen. Wer den Wechsel selbst macht, findet die Drehmomente und Handgriffe unter Räder selbst wechseln.

Der Schritt, den fast jeder auslässt: luftdicht eintüten

Hier steht die Empfehlung, die in kaum einem deutschsprachigen Ratgeber auftaucht, obwohl sie direkt vom Hersteller kommt. Continental rät, jeden Reifen einzeln in eine große, luftundurchlässige Plastiktüte zu stecken – ausdrücklich genannt werden Laub- oder Gartensäcke. Reifen und Beutel müssen trocken sein, dann pressen oder saugen Sie so viel Luft wie möglich heraus und kleben den Beutel gut zu. Die Begründung ist präzise: Diese luftdichte Umgebung verringert die Verdampfung der Öle aus der Gummimischung – also genau den Alterungsvorgang aus dem ersten Abschnitt.

Und gleich noch eine Korrektur hinterher, die Geld spart: Die im Handel angebotenen speziellen Reifenbeutel oder -säcke sind laut Continental nicht luftdicht. Sie erleichtern Transport und Lagerung und halten Schmutz und Staub ab – den eigentlichen Schutz gegen das Ausdampfen leisten sie nicht. Wer sie nutzen möchte, soll die Reifen laut Hersteller zuerst wie beschrieben luftdicht eintüten und den Beutel erst danach überziehen. Der wirksame Teil kostet also ein paar Cent, der bequeme Teil ein paar Euro.

Sonderfall weiße Flanken. Wer Weißwandreifen oder Reifen mit weißer Beschriftung fährt und sie ohne Beutel stapelt, sollte weiße Seiten auf weiße und schwarze auf schwarze legen. Grund: Die schwarze Mischung auf der Weißwandseite ist mit einer nicht färbenden Schicht versehen, die normale schwarze Gummimischung auf der Gegenseite nicht – Kontakt führt zu Verfärbungen, die sich nicht mehr entfernen lassen. Das betrifft vor allem klassische Fahrzeuge; passende Größen finden Sie in der Auswahl für Anhänger und Oldtimer.

Reifenglanz vor der Pause? Der Hersteller rät ausdrücklich ab

Es ist verlockend, den Satz vor dem Einlagern noch einmal auf Hochglanz zu bringen. Continental hält dagegen, und zwar unmissverständlich: Reifen müssen vor der Lagerung weder eingewickelt noch mit einem Reifenglanzprodukt eingesprüht werden. Die Begründung des Herstellers: Die Reifenmischung ist bereits so konzipiert, dass sie gegen Ozonrissbildung und andere Belastungsfaktoren beständig ist – und solche Produkte können die Lebensdauer der Reifen eher verkürzen als verlängern.

Das ist mehr als eine Geschmacksfrage. Der eingemischte Alterungsschutz wandert langsam an die Oberfläche und bildet dort eine Schutzschicht; lösemittelhaltige Glanzmittel können sie anlösen und abtragen. Was optisch nach Pflege aussieht, entfernt also unter Umständen genau den Schutz, der den Reifen die nächsten sechs Monate über die Runden bringen soll. Ausführlich mit den verschiedenen Mittelsorten und ihren Wirkstoffen beschäftigt sich unser ausführlicher Ratgeber zu Reifenglanz und Pflegemitteln.

Die Regel für die Lagerung lautet damit schlicht: sauber ja, glänzend nein. Wasser, milde Seife, Bürste, trocknen lassen – mehr braucht der Reifen nicht. Die Felge dagegen darf und soll gepflegt werden, dort geht es um Korrosionsschutz und nicht um die Gummimischung.

Liegend, stehend, hängend – und der Fehler, der den Reifen verformt

Die Lagerposition hängt allein daran, ob der Reifen auf einer Felge sitzt. Beide Quellen stimmen im Ergebnis überein, Continental ist dabei an einer Stelle deutlicher als der ADAC.

Kompletträder – Reifen auf der Felge. Sie werden flach liegend gestapelt oder hängend gelagert, etwa auf einem Felgenbaum, im Felgenregal oder an einer tragfähigen Wandhalterung. Die Felge trägt das Gewicht, der Reifen behält seine Form. Continental bezeichnet das Stapeln bei kompletten Rädern als beste Lösung, alternativ das Aufhängen an Reifenständern oder -haken. Stapeln Sie nicht zu hoch – ein zu hoher Turm belastet die unteren Räder und kann umfallen; als Faustwert gelten vier Räder. Der Luftdruck sollte vor dem Einlagern um etwa 0,5 bar über der Herstellervorgabe liegen, weil Reifen während der Lagerung langsam Luft verlieren (ADAC). Mehr zum richtigen Fülldruck im Alltag steht im Ratgeber zum Reifendruck bei Hitze und Urlaubsfahrt.

Reifen ohne Felge – und der eine Fehler, den man nicht machen darf. Einzelne Reifen werden hochkant stehend gelagert, am besten im Regal, und alle paar Monate ein Stück weitergedreht, damit die Auflagefläche wechselt. Continental nennt das Aufstellen ausdrücklich die beste Option, weil es den Reifen am wenigsten belastet. Und hier kommt die Warnung, die im ADAC-Text fehlt: Einzelne Reifen ohne Felge dürfen Sie keinesfalls aufhängen – der Haken zieht den Gummiring an einer Stelle auseinander, und der Reifen wird dadurch verformt und beschädigt. Das Aufhängen ist ausschließlich Kompletträdern vorbehalten. Liegend stapeln sollte man felgenlose Reifen ebenfalls nur niedrig, weil die unteren unter dem Gewicht der oberen abflachen.

Eselsbrücke: Reifen mit Felge liegen oder hängen. Reifen ohne Felge stehen – und hängen nie.

Wer diese Unterscheidung lästig findet, hat ein gutes Argument für den zweiten Radsatz: Kompletträder sind nicht nur beim Wechsel schneller, sie sind auch der einfachere Lagerfall. Was dafür und dagegen spricht, steht im Überblick zu Kompletträdern und dem Saisonwechsel; welche Felgenart am Zweitsatz sinnvoll ist, klärt der Vergleich Stahlfelgen oder Alufelgen?. Fertige Sätze finden Sie unter Kompletträder, einzelne Räder in der Auswahl an Stahlfelgen.

Die Sensoren lagern mit

In modernen Kompletträdern sitzen Reifendruckkontroll-Sensoren (RDKS), die seit dem 1. November 2014 für alle neu zugelassenen Pkw vorgeschrieben sind. Sie bleiben während der Lagerung im Rad und altern dort mit – allerdings nicht am Gummi, sondern an der fest verbauten Batterie, die sich nicht einzeln tauschen lässt.

Wie lange die hält, beantwortet selbst der ADAC nicht mit einer einzigen Zahl: Auf derselben Seite steht an einer Stelle, die Sensoreinheiten müssten „nach etwa sechs bis zehn Jahren“ ausgetauscht werden, an anderer ist von „ca. fünf bis acht Jahren“ die Rede (Quelle: ADAC zum Reifendruck-Kontrollsystem). Als Planungsgröße heißt das: Ein Satz, der seine fünfte oder sechste Saison hinter sich hat, kann beim nächsten Wechsel einen Sensorausfall zeigen – rechnen Sie damit, bevor Sie im Oktober in der Werkstatt stehen.

Praktisch relevant ist außerdem, was beim Radwechsel passiert. Bei direkt messenden Systemen ist nach dem erstmaligen Anlernen laut ADAC keine neuerliche Initialisierung nötig; bei indirekten Systemen muss der Fahrer nach jedem Umstecken oder jeder Druckkorrektur per Tastendruck neu initialisieren. Den Unterschied erklärt der Beitrag Direktes und indirektes RDKS, die Praxis am Zweitsatz der Ratgeber zum Anlernen der Sensoren beim Kompletträder-Wechsel.

Wann sich das Einlagern nicht mehr lohnt

Der sorgfältigste Lagerplatz nützt nichts, wenn der Satz die kommende Saison ohnehin nicht mehr durchhält. Prüfen Sie deshalb vor dem Einlagern, nicht erst danach – ein Reifen, den Sie jetzt aussortieren, spart Ihnen ein halbes Jahr Lagerplatz und im Frühjahr die Hektik.

  • Das Profil reicht nicht mehr für eine volle Saison. Ein Satz, der im Herbst knapp über der ADAC-Empfehlung liegt, liegt im März darunter. Rechnen Sie den Abrieb der kommenden Monate mit ein.
  • Die Flanke zeigt feine Risse oder das Gummi wirkt porös. Das ist Alterung, kein Verschleiß – und sie geht im Lager weiter.
  • Der Satz ist zu alt. Der ADAC empfiehlt, Reifen nach acht bis zehn Jahren unabhängig vom Profilzustand zu ersetzen, weil das Gummi mit der Zeit aushärtet und Grip verliert.
  • Es fehlt der geeignete Raum. Wenn Sie nach der Messung wissen, dass kein Raum im Haus die Bedingungen erfüllt, ist die professionelle Einlagerung die ehrlichere Lösung. Was der Service umfasst und warum derselbe Umfang je nach Betrieb sehr unterschiedlich kostet, rechnet der Beitrag Reifen einlagern lassen durch.

Steht der Ersatz an, lohnt der Blick auf die meistgefragte Pkw-Dimension: In 205/55 R16 stehen allein bei den Winterreifen über zweihundert Ausführungen zur Wahl, von unter 40 Euro bis in den dreistelligen Bereich (Stand 17.09.2026). Bewährte Vertreter aus der Mitte des Feldes sind der Continental WinterContact TS 870 205/55 R16 91T und der Bridgestone Blizzak LM005 205/55 R16 91H mit Nasshaftungsklasse A; deutlich günstiger und mit guter Effizienzklasse fährt der Barum Polaris 6 205/55 R16 91H. Die gesamte Auswahl finden Sie unter Winterreifen für PKW.

Und wenn der Satz im Frühjahr wieder aus dem Lager kommt, gehören fünf Minuten Kontrolle dazu, bevor er ans Auto darf – welche das sind, steht in der Checkliste Winterräder aus dem Lager holen.

Häufige Fragen

Wie feucht darf der Raum für Reifen höchstens sein?

Als Richtwert gilt eine relative Luftfeuchte unter rund 65 Prozent – diese Grenze nennen sowohl die DIN 7716 als auch die Regelwerke der Reifenbranche. Ein Thermo-Hygrometer für wenige Euro beantwortet die Frage zuverlässiger als jede Einschätzung nach Gefühl.

Soll man Reifen vor dem Einlagern in Folie packen?

Ja, Continental empfiehlt eine große, luftundurchlässige Tüte je Reifen, aus der so viel Luft wie möglich herausgedrückt wird. Das bremst die Verdampfung der Weichmacheröle. Gekaufte Reifenbeutel sind dafür nicht dicht genug und ersetzen die Tüte nicht.

Dürfen Reifen ohne Felge an einem Haken hängen?

Nein. Einzelne Reifen ohne Felge werden dadurch an einer Stelle auseinandergezogen und verformt. Aufhängen ist ausschließlich für komplette Räder gedacht, bei denen die Felge die Last trägt.

Fazit

Die Lagerung entscheidet über einen erheblichen Teil der Lebensdauer eines Reifensatzes – und sie lässt sich in vier Schritten richtig machen: den Raum einmal mit dem Hygrometer prüfen (unter 65 Prozent Luftfeuchte, möglichst 5 bis 25 Grad, keine Ozonquellen im Raum), den Satz sauber und vollständig trocken einlagern, ihn luftdicht eintüten statt ihn einzusprühen, und die Position nach der einfachen Regel wählen: mit Felge liegen oder hängen, ohne Felge stehen und niemals hängen. Wer vor dem Einlagern noch Profil, Alter und Flanken prüft, weiß außerdem rechtzeitig, ob sich die sechs Monate Lagerplatz überhaupt lohnen. Falls nicht, finden Sie bei Reifentiefpreis.de für jede Saison den passenden Ersatz.

Schlagwörter: Reifenlagerung Reifenpflege Saisonwechsel DIN 7716 Kompletträder Einlagerung

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