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Reifenpflege & Lagerung

Reifen richtig lagern und pflegen: So überstehen Ihre Reifen die Saisonpause

· 8 Min. Lesezeit · Aktualisiert am 20.06.2026
Eingelagerte Autoreifen im Keller: Kompletträder liegend auf einem Felgenregal, Reifen ohne Felge hochkant stehend (KI-generiert, OpenAI)
Eingelagerte Autoreifen im Keller: Kompletträder liegend auf einem Felgenregal, Reifen ohne Felge hochkant stehend (KI-generiert, OpenAI)

Reifen richtig lagern und pflegen: So überstehen Ihre Reifen die Saisonpause

Zweimal im Jahr heißt es Saisonwechsel – und für den gerade abmontierten Reifensatz beginnt eine monatelange Pause im Keller oder in der Garage. Wer seine Reifen falsch lagert, riskiert Verformungen, Risse und vorzeitige Alterung. Mit ein paar einfachen Regeln bleiben Ihre Reifen dagegen über Jahre sicher und behalten ihren Grip. Wir zeigen Schritt für Schritt, wie Sie Sommer- oder Winterreifen richtig einlagern und pflegen.

Warum die richtige Lagerung so wichtig ist

Ein Reifen besteht aus Gummi – und Gummi ist ein lebendiger Werkstoff, der altert. UV-Strahlung, Ozon, Hitze, Feuchtigkeit und Kontakt mit Chemikalien lassen die Mischung schneller aushärten und porös werden. Das passiert auch dann, wenn der Reifen gar nicht gefahren wird.

Falsch gelagerte Reifen können außerdem Standplatten (dauerhafte Dellen durch einseitige Belastung) bekommen, sich verformen oder – bei Kompletträdern – an der Felge anfangen zu rosten. Gut gelagert schöpfen Ihre Reifen dagegen ihre volle Lebensdauer aus. Das spart bares Geld, denn ein Reifensatz ist eine Investition, die mehrere Saisons halten soll.

Kurz gesagt: Die halbe Lebensdauer eines Reifens entscheidet sich nicht auf der Straße, sondern in der Lagerpause.

Vor dem Einlagern: reinigen und prüfen

Bevor die Reifen ins Lager wandern, lohnt sich ein gründlicher Check. So entdecken Sie Schäden früh und sparen sich im Herbst böse Überraschungen.

  1. Gründlich reinigen: Entfernen Sie Schmutz, Bremsstaub, Streusalz und festsitzende Steinchen aus dem Profil. Reinigen Sie die Reifen mit Wasser und lassen Sie sie vollständig abtrocknen – Restfeuchtigkeit fördert Korrosion an der Felge.
  2. Profiltiefe messen: Prüfen Sie, ob das Profil für die nächste Saison noch ausreicht. Gesetzlich sind mindestens 1,6 mm vorgeschrieben (§ 36 StVZO), der ADAC empfiehlt aus Sicherheitsgründen aber schon einen Wechsel ab 3 mm (Sommerreifen) bzw. 4 mm (Winterreifen). Wie Sie richtig messen, lesen Sie in unserem Ratgeber Profiltiefe messen.
  3. Auf Schäden achten: Suchen Sie die Lauffläche und die Flanken nach Rissen, Beulen, Schnitten oder eingefahrenen Fremdkörpern ab.
  4. Alter prüfen: Werfen Sie einen Blick auf die DOT-Nummer an der Flanke – sie verrät Produktionswoche und -jahr. Wie Sie die Kennzeichnung lesen, erklären wir im Beitrag Reifengröße ablesen.
  5. Position markieren: Kennzeichnen Sie jedes Rad mit Kreide oder einem Aufkleber (z. B. „VL" für vorne links, „HR" für hinten rechts). So können Sie die Reifen beim nächsten Aufziehen gezielt über Kreuz tauschen – das gleicht den unterschiedlichen Verschleiß von Vorder- und Hinterachse aus.

Diese Vorbereitung empfiehlt auch der ADAC: Reifen vor dem Einlagern reinigen, auf Beschädigungen und Profiltiefe prüfen und die Position kennzeichnen (Quelle: ADAC).

Kompletträder oder Reifen ohne Felge? So lagern Sie richtig

Die wichtigste Frage bei der Lagerung lautet: Sind die Reifen auf Felgen montiert (Kompletträder) oder nicht? Denn beide werden völlig unterschiedlich gelagert.

Kompletträder (Reifen auf der Felge)

Kompletträder sollten flach liegend gestapelt oder hängend gelagert werden – etwa auf einem Felgenbaum, in einem Felgenregal oder an einer stabilen Wandhalterung. Stehend gehören Kompletträder dagegen nicht ins Lager: Das Eigengewicht drückt dann dauerhaft auf eine Stelle und kann den Reifen verformen.

  • Liegend stapeln: platzsparend, aber maximal vier Räder übereinander.
  • Hängend lagern: schont den Reifen am besten, braucht aber eine tragfähige Halterung.
  • Luftdruck erhöhen: Füllen Sie die Reifen vor dem Einlagern mit etwa 0,5 bar mehr als vom Fahrzeughersteller vorgegeben auf. Reifen verlieren während der Lagerung langsam Luft – so haben Sie eine Reserve (Quelle: ADAC).

Reifen ohne Felge

Reifen ohne Felge lagern Sie genau umgekehrt: hochkant stehend, am besten in einem Regal. Damit sich keine Standplatten bilden, sollten Sie die Reifen alle paar Monate ein Stück weiterdrehen, sodass die Auflagefläche wechselt. Liegend gestapelt würden die unteren Reifen unter dem Gewicht der oberen abflachen – das ist hier zu vermeiden.

Eselsbrücke: Reifen mit Felge liegen oder hängen, Reifen ohne Felge stehen.

Der richtige Lagerort

Wo die Reifen die Pause verbringen, ist mindestens so wichtig wie die Lagerposition. Ideal ist ein Raum, der drei Bedingungen erfüllt: kühl, dunkel und trocken. Keller und Garage sind dafür meist gut geeignet.

Worauf Sie achten sollten:

  • Vor Sonne und Witterung schützen: Direkte Sonneneinstrahlung und UV-Licht lassen das Gummi schneller altern. Lagern Sie die Reifen nicht im Freien oder hinter einem Fenster.
  • Trocken halten: Feuchtigkeit greift sowohl das Gummi als auch die Felgen an.
  • Abstand zu Chemikalien: Halten Sie die Reifen fern von Lösungsmitteln, Ölen, Fetten und Kraftstoffen – diese Stoffe können das Gummi angreifen (Quelle: ADAC).
  • Ozon meiden: Auch Ozon lässt Gummi rissig werden. Lagern Sie Reifen daher möglichst nicht direkt neben laufenden Elektrogeräten mit Elektromotor, da bei deren Betrieb Ozon entstehen kann.

RDKS bei Kompletträdern nicht vergessen

Moderne Kompletträder enthalten oft Reifendruckkontroll-Sensoren (RDKS), die seit dem 1. November 2014 bei allen neu zugelassenen Pkw Pflicht sind. Die Sensoren bleiben während der Lagerung im Rad. Achten Sie darauf, dass die kleinen Batterien der Sensoren mit den Jahren leer werden (typische Lebensdauer rund 5 bis 7 Jahre) – bei einem Satz, der schon viele Saisons im Einsatz ist, kann ein Sensortausch beim nächsten Radwechsel anstehen. Mehr zum Thema Reifendruck und RDKS finden Sie in unserem Beitrag Reifendruck bei Hitze und Urlaubsfahrt.

Selbst einlagern oder einlagern lassen?

Nicht jeder hat einen trockenen Keller oder genug Platz in der Garage. Dann ist die professionelle Einlagerung eine bequeme Alternative: Viele Reifenhändler und Werkstätten bieten einen „Reifenhotel"-Service an, bei dem Ihr Satz fachgerecht und versichert gelagert wird – inklusive Reinigung und Zustandsprüfung.

Die Kosten liegen laut ADAC im Schnitt bei circa 30 bis 60 Euro pro Saison (sechs Monate) für einen kompletten Satz (Quelle: ADAC). Wer den Platz hat, spart dieses Geld mit der Lagerung in Eigenregie – braucht dafür aber das richtige Zubehör (Felgenbaum, Regal oder Wandhalter) und die nötige Sorgfalt.

Wann sich Einlagern nicht mehr lohnt – und neue Reifen müssen

Manchmal ist der schönste Lagerplatz vergebliche Mühe, weil der Reifen am Ende seines Lebens steht. Tauschen Sie Ihre Reifen, wenn einer dieser Punkte zutrifft:

  • Das Profil ist zu gering (siehe oben – spätestens ab 1,6 mm gesetzlich, sinnvoll deutlich früher).
  • Das Gummi ist rissig oder porös, die Flanke zeigt feine Risse.
  • Der Reifen ist zu alt: Der ADAC empfiehlt, Reifen nach acht bis zehn Jahren unabhängig vom Profilzustand zu ersetzen, weil das Gummi mit der Zeit aushärtet und Grip verliert (Quelle: ADAC).

Wenn neue Reifen fällig sind, finden Sie im Shop für jede Saison die passende Auswahl – zum Beispiel hochwertige Winterreifen für PKW für die kalte Jahreszeit. Bewährte Modelle sind etwa der Michelin Alpin 6 205/55 R16 91H oder der Hankook Winter i*cept evo3 W330 205/40 R18 86V.

Kompletträder und Felgen: noch ein Wort zur Pflege

Wer auf Kompletträder setzt, macht sich das Lagern und den Wechsel besonders leicht: Der Reifen muss nicht jedes Mal neu auf die Felge gezogen und gewuchtet werden, und die Räder lassen sich am Stück bequem verstauen. Gerade für den Winter sind günstige Stahlfelgen ein beliebter Zweitsatz, der Streusalz und Schlaglöchern gelassen trotzt.

Reinigen Sie auch die Felgen vor dem Einlagern – besonders Streusalzreste sollten Sie nach dem Winter gründlich abwaschen, damit sie die Oberfläche nicht angreifen. Welche Felgenart für Sie die richtige ist, lesen Sie im Vergleich Stahlfelgen oder Alufelgen?. Einen kompletten Zweitsatz finden Sie in unserer Auswahl an Kompletträdern und Stahlfelgen.

Häufige Fragen

Wie lange kann man Reifen lagern?

Richtig gelagert behalten Reifen ihre Eigenschaften über mehrere Jahre. Unabhängig von der Lagerung empfiehlt der ADAC aber, Reifen nach acht bis zehn Jahren zu ersetzen, da das Gummi mit der Zeit aushärtet.

Soll man Reifen liegend oder stehend lagern?

Das hängt von der Felge ab: Kompletträder (Reifen auf Felge) lagert man flach liegend oder hängend, Reifen ohne Felge dagegen hochkant stehend und dreht sie alle paar Monate weiter.

Muss man den Luftdruck vor dem Einlagern anpassen?

Bei Kompletträdern ja: Erhöhen Sie den Luftdruck um etwa 0,5 bar gegenüber der Herstellervorgabe, weil Reifen während der Lagerung langsam Luft verlieren.

Wie alt dürfen eingelagerte Reifen sein?

Das Alter zählt ab dem Produktionsdatum (DOT-Nummer), nicht ab der ersten Montage. Der ADAC rät, Reifen nach acht bis zehn Jahren auszutauschen – auch wenn das Profil noch gut aussieht.

Was kostet die professionelle Reifeneinlagerung?

Laut ADAC liegen die Kosten im Schnitt bei rund 30 bis 60 Euro pro Saison (sechs Monate) für einen kompletten Reifensatz, oft inklusive Reinigung und Prüfung.

Fazit

Gut gelagerte Reifen halten länger, bleiben sicher und sparen Geld. Reinigen und prüfen Sie den Satz vor der Pause, wählen Sie die richtige Lagerposition – liegend oder hängend für Kompletträder, stehend für Reifen ohne Felge – und stellen Sie sie kühl, dunkel und trocken ab. Wenn ein Reifen zu alt oder zu abgefahren ist, lohnt das Einlagern nicht mehr: Dann finden Sie im Shop von Reifentiefpreis.de für jede Saison den passenden Ersatz.

Schlagwörter: Reifenlagerung Reifenpflege Kompletträder Saisonwechsel Einlagerung Reifenalter

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