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Reifendruck & RDKS

Reifendruck bei Hitze und Urlaubsfahrt: So fahren Sie sicher in die Ferien

· 6 Min. Lesezeit · Aktualisiert am 20.06.2026
Hand prueft mit einem Druckluft-Messgeraet den Reifendruck eines fuer den Urlaub beladenen Autos (KI-generiert, OpenAI)
Hand prueft mit einem Druckluft-Messgeraet den Reifendruck eines fuer den Urlaub beladenen Autos (KI-generiert, OpenAI)

Reifendruck bei Hitze und Urlaubsfahrt: So fahren Sie sicher in die Ferien

Volles Auto, Dachbox, Anhänger – und dazu 35 Grad im Schatten: Gerade die Urlaubsfahrt fordert Ihre Reifen wie kaum eine andere Strecke im Jahr. Der wichtigste und zugleich am häufigsten unterschätzte Faktor dabei ist der Reifendruck. Wir erklären, warum sich der Luftdruck bei Hitze verändert, wie Sie ihn bei voller Beladung richtig anpassen und wie Sie Ihre Reifen vor der großen Fahrt in fünf Minuten checken.

Warum der Reifendruck bei Hitze steigt

Luft dehnt sich aus, wenn sie wärmer wird – das ist einfache Physik. Im rollenden Reifen heizt sich die eingeschlossene Luft durch die Sonne, den heißen Asphalt und die ständige Walkarbeit deutlich auf. Mit der Temperatur steigt auch der Druck im Reifen: Als Faustwert nimmt der Reifendruck um rund 0,1 bar je 10 °C Temperaturanstieg zu (laut ADAC).

Das klingt nach einem Grund, vorsorglich Luft abzulassen – ist aber genau falsch. Die Reifenhersteller geben ihre Druckwerte immer für den kalten Reifen an und kalkulieren die betriebsbedingte Erwärmung bereits ein. Wer am warmgefahrenen Reifen Luft ablässt, fährt nach dem Abkühlen mit gefährlichem Unterdruck weiter.

Tipp: Prüfen und korrigieren Sie den Reifendruck immer im kalten Zustand – also vor der Fahrt oder nach höchstens zwei bis drei Kilometern langsamer Strecke.

Die größere Gefahr: zu wenig Druck

Nicht die Hitze allein ist das Problem, sondern zu wenig Luft im heißen Reifen. Ein zu geringer Reifendruck lässt die Reifenflanke beim Rollen stärker walken. Diese Walkarbeit erzeugt zusätzliche Wärme – und genau dieser Hitzestau ist eine der häufigsten Ursachen für einen Reifenplatzer bei hohen Geschwindigkeiten, etwa voll beladen auf der Autobahn.

Zu niedriger Druck hat noch weitere Folgen:

  • Höherer Verschleiß, vor allem an den Reifenschultern (Außenkanten).
  • Längerer Bremsweg und schwammiges Lenkverhalten.
  • Mehr Spritverbrauch durch den höheren Rollwiderstand.

Auch zu viel Druck ist nicht ideal: Der Reifen liegt dann nur noch mit der Mitte der Lauffläche auf, verschleißt dort schneller und überträgt weniger Grip. Der richtige Wert liegt also genau dazwischen – und der hängt entscheidend von der Beladung ab.

Reifendruck an die Urlaubsbeladung anpassen

Vier Personen, Koffer, Getränkekisten und eine Dachbox bringen schnell mehrere Hundert Kilo Zuladung zusammen. Für diese Last brauchen die Reifen mehr Druck als im Alltag mit nur einer Person an Bord.

Die passenden Werte finden Sie nicht im Reifen, sondern beim Fahrzeug – meist an einer dieser Stellen:

  1. Auf einem Aufkleber in der B-Säule an der Fahrertür.
  2. An der Innenseite des Tankdeckels.
  3. In der Betriebsanleitung des Fahrzeugs.

Dort steht in der Regel ein Wert für die normale und ein höherer Wert für die volle Beladung. Für die Urlaubsfahrt mit vollem Auto gilt immer der Volllast-Wert. Wer einen Anhänger oder Wohnwagen zieht, erhöht zusätzlich den Druck an der Hinterachse – auch dazu macht die Betriebsanleitung Angaben.

Tipp: Bei voller Zuladung lieber den höheren der angegebenen Werte wählen. Etwas mehr Druck schadet bei voll beladenem Fahrzeug nicht, zu wenig dagegen schon.

RDKS ersetzt die regelmäßige Kontrolle nicht

Seit dem 1. November 2014 müssen alle in der EU neu zugelassenen Pkw ein Reifendruckkontrollsystem (RDKS) an Bord haben (Quelle: ADAC). Es warnt, wenn der Druck in einem Reifen deutlich abfällt – ein echter Sicherheitsgewinn, gerade bei einem schleichenden Plattfuß.

Verlassen Sie sich vor dem Urlaub aber nicht allein darauf. Indirekte Systeme erkennen einen langsamen, gleichmäßigen Druckverlust an allen vier Rädern oft erst spät, und nach jeder Druckanpassung muss das System neu kalibriert (zurückgesetzt) werden. Die manuelle Kontrolle mit dem Messgerät bleibt Pflicht.

Reifen-Check vor der Urlaubsfahrt in 5 Minuten

Nehmen Sie sich am Tag vor der Abreise kurz Zeit – am besten morgens, wenn die Reifen kalt sind:

  1. Reifendruck einstellen: an allen vier Reifen den Volllast-Wert prüfen und ggf. an der Tankstelle auffüllen.
  2. Reserverad und Pannenset nicht vergessen – auch das Reserverad braucht den richtigen Druck.
  3. Profiltiefe kontrollieren: Gesetzlich sind mindestens 1,6 mm vorgeschrieben (§ 36 StVZO), für Sommerreifen bei Nässe empfehlen Fachleute mindestens 3 mm.
  4. Sichtprüfung: Risse, Beulen, eingefahrene Nägel oder Schnitte in Lauffläche und Flanke?
  5. Reifenalter prüfen: Die vierstellige DOT-Nummer auf der Flanke verrät Produktionswoche und -jahr.

Wie genug Profil und der richtige Druck speziell bei Sommerregen zusammenspielen, lesen Sie in unserem Beitrag Aquaplaning vermeiden: So behalten Sie bei Sommerregen die Kontrolle.

Wenn der Reifen in die Jahre kommt

Fällt beim Check auf, dass die Reifen rissig, ungleichmäßig abgefahren oder schon recht alt sind, sollten Sie vor einer langen Urlaubsfahrt über neue nachdenken. Passende Sommerreifen finden Sie in unserer Kategorie Sommerreifen für PKW; die in Deutschland besonders verbreitete Größe 205/55 R16 führen wir in großer Auswahl.

Drei beliebte, gut bewertete Sommerreifen in dieser Größe:

Häufige Fragen

Sollte ich bei Hitze Luft aus den Reifen lassen?

Nein. Die Hersteller geben den Reifendruck für den kalten Reifen an und berücksichtigen die Erwärmung beim Fahren bereits. Lassen Sie niemals Luft aus einem warmgefahrenen Reifen ab – nach dem Abkühlen hätten Sie sonst zu wenig Druck.

Wann prüfe ich den Reifendruck am besten?

Immer am kalten Reifen, also vor der Fahrt oder nach höchstens zwei bis drei Kilometern. Ein warmer Reifen zeigt einen höheren Wert an, der nicht mit den Herstellerangaben vergleichbar ist.

Wie viel mehr Druck brauche ich bei voller Beladung?

Den genauen Wert nennt das Fahrzeug selbst – auf dem Aufkleber in der Fahrertür oder am Tankdeckel sowie in der Betriebsanleitung. Dort ist neben dem Normalwert ein höherer Wert für die volle Zuladung angegeben; diesen nutzen Sie für die Urlaubsfahrt.

Wie oft sollte ich den Reifendruck kontrollieren?

Etwa alle zwei bis vier Wochen sowie vor jeder längeren Fahrt. Reifen verlieren auch ohne Defekt langsam Luft, deshalb ersetzt das RDKS die regelmäßige manuelle Kontrolle nicht.

Fazit

Der richtige Reifendruck ist im Sommer Ihre günstigste Lebensversicherung auf vier Rädern: Er schützt vor Reifenschäden, verkürzt den Bremsweg und spart Sprit. Stellen Sie den Druck vor dem Urlaub am kalten Reifen auf den Volllast-Wert ein, prüfen Sie Profil und Reifenzustand – und Sie starten sicher in die Ferien. Passende Reifen finden Sie jederzeit in unserem Reifenshop.

Schlagwörter: Reifendruck Hitze Urlaub Beladung RDKS Reifensicherheit

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