✓ Versandkostenfrei innerhalb Deutschlands ✓ 30 Tage Widerrufsrecht ✓ Seit 1997 — über 25 Jahre Erfahrung Hotline: 037329 7153-0
Reifenlabel & EU-Kennzeichnung – Ratgeber im Magazin

Spritsparen mit den richtigen Reifen: Was Rollwiderstand und Kraftstoffeffizienz wirklich bringen

· 8 Min. Lesezeit · von Reifentiefpreis · Aktualisiert am 30.07.2026
Moderner Pkw-Sommerreifen rollt auf sonniger Asphaltstraße mit grünem Straßenrand (KI-generiert, OpenAI)
Moderner Pkw-Sommerreifen rollt auf sonniger Asphaltstraße mit grünem Straßenrand (KI-generiert, OpenAI)

Jeder fünfte Liter im Tank wird gebraucht, um die Reifen über die Straße zu rollen. Der sogenannte Rollwiderstand ist damit ein erstaunlich großer Posten beim Spritverbrauch – und einer der wenigen, den Sie beim Reifenkauf direkt beeinflussen können. Gerade in der Urlaubs- und Reisezeit, wenn viele Kilometer, volle Zuladung und laufende Klimaanlage zusammenkommen, macht sich der Unterschied bemerkbar. Auf dem EU-Reifenlabel steckt der Rollwiderstand in der Kraftstoffeffizienz-Klasse von A bis E. Wir erklären, was dahintersteckt, wie viel sparsame Reifen wirklich bringen, wo die Werbeversprechen enden – und welcher Spar-Hebel Sie keinen Cent kostet.

Was ist Rollwiderstand – und warum kostet er Sprit?

Ein Reifen ist nicht starr: Unter dem Fahrzeuggewicht walkt das Gummi an der Aufstandsfläche bei jeder Umdrehung durch. Dabei verformt sich der Reifen ständig, federt wieder zurück und wandelt einen Teil dieser Bewegungsenergie in Wärme um. Genau diese Verformungsverluste sind der Rollwiderstand – Energie, die der Motor zusätzlich aufbringen muss und die letztlich aus dem Tank kommt. Wie stark er ausfällt, hängt nicht nur vom Reifen ab, sondern auch von Zuladung und Fülldruck: Je schwerer das Auto und je weicher der Reifen gefüllt ist, desto mehr Walkarbeit fällt an.

Wie groß dieser Anteil ist, überrascht viele: Nach Angaben von Reifenherstellern wie Michelin entfallen rund 20 Prozent des Kraftstoffverbrauchs auf den Rollwiderstand der Reifen – bei modernen Pkw je nach Fahrprofil bis zu einem Drittel. Im Stadtverkehr und bei mäßigem Tempo wiegt er besonders schwer, weil der Luftwiderstand dort noch gering ist; erst auf der Autobahn übernimmt die Aerodynamik die Hauptrolle. Vereinfacht heißt das: Etwa jede fünfte Tankfüllung verfahren Sie allein dafür, die Reifen in Bewegung zu halten. Genau hier setzen sogenannte Leichtlaufreifen an: Spezielle Gummimischungen (oft mit Silica) und eine optimierte Karkasse verringern die Walkarbeit, ohne den nötigen Grip aufzugeben.

Die Kraftstoffeffizienz-Klasse auf dem EU-Reifenlabel

Damit Sie den Rollwiderstand beim Kauf vergleichen können, ist er seit Jahren auf dem EU-Reifenlabel ausgewiesen – das Zapfsäulen-Symbol links oben. Die Kraftstoffeffizienz wird in Klassen von A (sehr sparsam) bis E (am durstigsten) angegeben. Eine Klasse F oder G gibt es bei Pkw-Reifen nicht mehr; sie sind mit der überarbeiteten Label-Verordnung entfallen. Gemessen werden die Werte unter genormten Laborbedingungen – das macht Reifen untereinander vergleichbar, der tatsächliche Verbrauch auf der Straße hängt aber zusätzlich von Fahrweise, Beladung und Wetter ab.

Wichtig: Die Effizienzklasse ist nur eines von drei Kriterien auf dem Label. Daneben stehen die Nasshaftung (ebenfalls A bis E) und das externe Rollgeräusch (in Dezibel mit Klassen). Wie Sie das gesamte Label richtig lesen, haben wir im Beitrag EU-Reifenlabel lesen: Nasshaftung, Effizienz und Geräusch einfach erklärt Schritt für Schritt aufgedröselt. Dieser Beitrag schaut nun gezielt auf die Effizienz – also aufs Spritsparen.

Wie viel Sprit sparen sparsame Reifen wirklich?

Hier lohnt der nüchterne Blick auf Zahlen statt auf Werbung. Der ADAC beziffert den Unterschied zwischen der besten Klasse A und der schlechtesten Klasse E auf rund 0,5 Liter pro 100 Kilometer – etwa 7,5 Prozent. Zwischen den einzelnen Klassen liegen laut ADAC (jeweils der Mehrverbrauch gegenüber der sparsamsten Klasse A) ungefähr diese Werte:

  • Klasse B: rund 0,1 Liter mehr auf 100 km
  • Klasse C: rund 0,22 Liter mehr auf 100 km
  • Klasse D: rund 0,36 Liter mehr auf 100 km
  • Klasse E: rund 0,51 Liter mehr auf 100 km

Auf ein Fahrerleben gerechnet klingt das nach viel. Eine einfache Beispielrechnung: Wer 15.000 Kilometer im Jahr fährt und von einem E- auf einen A-Reifen wechselt, spart bei 0,5 l/100 km rechnerisch rund 75 Liter Kraftstoff pro Jahr. Über einen vollen Reifensatz und mehrere Jahre Nutzung summiert sich das spürbar.

Aber – und das ist die ehrliche Einordnung: In der Praxis fällt der Effekt meist deutlich kleiner aus. Der ADAC weist ausdrücklich darauf hin, dass die allermeisten heute angebotenen Reifen ohnehin in den Klassen B und C liegen. Die Top-Klasse A ist zwar zu haben, aber selten und meist Premium-Modellen oder Neuentwicklungen vorbehalten – selbst in einer Massengröße wie 205/55 R16 tragen sie nur einzelne Modelle. Sprünge über das ganze Spektrum von A bis E sind daher die Ausnahme, nicht die Regel. Wer von einem C- auf einen B-Reifen wechselt, redet über gut einen Zehntelliter auf 100 Kilometer – nett, aber kein Wundermittel.

Sparsam heißt nicht automatisch sicher

Ein verlockender Trugschluss wäre, nur noch nach der Effizienzklasse zu kaufen. Doch ein niedriger Rollwiderstand und eine kurze Nassbremsung können sich technisch in die Quere kommen – eine sehr harte, leichtlaufende Mischung haftet auf nasser Fahrbahn nicht zwangsläufig am besten. Wie groß der Sicherheitsunterschied sein kann, zeigt die Nasshaftung auf demselben Label: Zwischen Klasse A und E liegen laut ADAC bei einer Vollbremsung aus 80 km/h bis zu 18 Meter Bremsweg – das ist mehr als eine Pkw-Länge auf jeden Meter.

Unsere Empfehlung bleibt deshalb klar: Sicherheit zuerst. Achten Sie auf eine gute Nasshaftung und – wo möglich – auf Ergebnisse aus unabhängigen Reifentests, und nehmen Sie die Effizienzklasse als willkommenes Extra obendrauf. Wie viel der Aufpreis für einen rundum guten Markenreifen wert ist, beleuchtet unser Vergleich Premium- oder Budget-Sommerreifen: Lohnt sich der Aufpreis wirklich?.

Der größte Spar-Hebel ist kostenlos: der richtige Reifendruck

Bevor Sie viel Geld in die nächstbessere Effizienzklasse stecken, lohnt der Blick aufs Manometer – denn der wirksamste Hebel kostet nichts. Zu niedriger Reifendruck vergrößert die Aufstandsfläche, erhöht die Walkarbeit und damit den Rollwiderstand. Schon 0,5 bar zu wenig treiben den Verbrauch laut ADAC um etwa 0,2 bis 0,4 Liter pro 100 Kilometer nach oben – und kosten nebenbei Laufleistung. Damit frisst ein schlecht gefüllter A-Reifen den Effizienzvorteil gegenüber einem korrekt befüllten C-Reifen schnell wieder auf.

Prüfen Sie den Druck daher mindestens alle zwei Wochen und vor jeder längeren Fahrt – am besten am kalten Reifen, denn warmgefahrene Reifen zeigen einen höheren Wert und verfälschen die Messung. Wer voll beladen in den Urlaub startet, stellt zusätzlich den erhöhten Beladungsdruck aus der Tabelle im Tankdeckel oder in der Türsäule ein: Das hält den Rollwiderstand niedrig und schützt vor Überhitzung. Worauf es bei Hitze und voll beladener Urlaubsfahrt zusätzlich ankommt, lesen Sie in Reifendruck bei Hitze und Urlaubsfahrt.

Rollwiderstand beim E-Auto: aus Sprit wird Reichweite

Bei Elektroautos heißt die Währung nicht Liter, sondern Kilometer. Der Rollwiderstand wirkt hier genauso – nur kostet er statt Kraftstoff direkt Reichweite. Ein geringer Rollwiderstand verlängert also die Strecke pro Akkuladung. Gleichzeitig sind Stromer durch die schwere Batterie oft besonders schwer, was den Rollwiderstand und den Verschleiß erhöht. Worauf E-Auto-Fahrer bei Tragfähigkeit, Rollwiderstand und Co. achten sollten, haben wir in E-Auto-Reifen: Worauf Sie bei Reifen für Elektroautos achten sollten zusammengefasst.

So finden Sie sparsame Reifen im Shop

Bei jedem Reifen in unserem Shop ist das EU-Label hinterlegt – Sie sehen die Effizienzklasse also schon vor dem Kauf. Achten Sie auf ein gutes Zusammenspiel aus Effizienz (B oder besser), Nasshaftung und einem leisen Abrollgeräusch. Drei Beispiele in der beliebten Größe 205/55 R16 – vom sparsamen Premium-Modell bis zum ausgewogenen Allrounder:

Mehr Auswahl finden Sie in der Übersicht PKW-Sommerreifen sowie direkt auf der Größenseite 205/55 R16 – dort lassen sich die Modelle bequem nach EU-Label filtern und vergleichen.

Unterm Strich: Der Rollwiderstand ist ein realer Kostenfaktor – rund ein Fünftel des Spritverbrauchs hängt an den Reifen. Die Effizienzklasse auf dem EU-Label macht ihn vergleichbar, und über die Jahre lässt sich damit Geld sparen. Erwarten Sie aber keine Wunder: Da die meisten Reifen in B oder C liegen, ist der Unterschied in der Praxis oft kleiner, als die fünf Buchstaben vermuten lassen. Kaufen Sie deshalb nie auf Kosten der Sicherheit – Nasshaftung und Testergebnisse zuerst, Effizienz als willkommenes Extra. Und den größten Sparbeitrag holen Sie sich gratis: mit dem richtigen Reifendruck.

Häufige Fragen

Verbrauchen breite Reifen mehr Sprit?

Tendenziell ja: Ein breiterer Reifen hat meist einen etwas höheren Rollwiderstand und wiegt mehr, was den Verbrauch leicht anhebt. Entscheidend sind aber Gummimischung und Bauart – ein moderner breiter Leichtlaufreifen kann sparsamer sein als ein schmaler Billigreifen. Mehr dazu in unserem Ratgeber breite oder schmale Reifen im Vergleich.

Haben Winterreifen einen höheren Rollwiderstand als Sommerreifen?

In der Regel ja. Die weichere Wintermischung und die vielen Lamellen erhöhen die Walkarbeit, weshalb der Verbrauch mit Winterreifen meist etwas höher liegt. Auch hier lohnt der Blick aufs EU-Label, das für Winterreifen genauso gilt.

Lohnt es sich, nur wegen der Effizienzklasse neue Reifen zu kaufen?

Meist nicht. Gute Reifen mit ausreichend Profil allein wegen einer Label-Klasse auszutauschen, rechnet sich selten – der Spritvorteil gleicht den Neukauf kaum aus. Sinnvoller ist es, beim ohnehin anstehenden Wechsel gezielt zu einem sparsamen Modell mit guter Nasshaftung zu greifen.

Schlagwörter: EU-Reifenlabel Rollwiderstand Kraftstoffeffizienz Spritsparen Leichtlaufreifen Reifendruck

Das könnte Sie auch interessieren