ADAC All-Terrain-Reifentest 2025: Wie gut sind AT-Reifen für SUV und Geländewagen wirklich?
All-Terrain-Reifen versprechen das Beste aus zwei Welten: Sie sollen auf Schotter, Wiese und Waldweg genauso gut funktionieren wie auf der Autobahn. Wer einen SUV oder Geländewagen fährt, steht deshalb oft vor der Frage, ob sich ein grobstolliger AT-Reifen wirklich lohnt. Der ADAC hat 2025 genau das untersucht – und das Ergebnis fiel überraschend deutlich aus. Wir fassen den Test zusammen und ordnen ein, für wen AT-Reifen sinnvoll sind und für wen nicht.
Der ADAC All-Terrain-Reifentest 2025 im Überblick
Veröffentlicht am 6. Mai 2025, prüfte der ADAC im All-Terrain-Reifentest acht All-Terrain-Reifen in der gängigen SUV-Größe 225/65 R17. Bewertet wurden die Reifen auf der Straße (trocken und nass), im leichten Gelände sowie bei Umwelteigenschaften wie Verschleiß und Rollwiderstand. Der Anspruch dahinter: Ein AT-Reifen wird zum allergrößten Teil seines Lebens auf Asphalt bewegt – die Sicherheitsreserven auf der Straße zählen also mindestens so viel wie die Geländetauglichkeit.
AT-Reifen erkennen Sie an einem gröberen, offeneren Profil mit kräftigen Stollen und meist der Kennzeichnung „A/T" im Modellnamen. Sie sitzen zwischen den straßenorientierten Highway-Terrain-Reifen (H/T) und den groben Mud-Terrain-Reifen (M/T) für schweres Gelände. Mehr zu dieser Einteilung lesen Sie in unserem Ratgeber zu SUV- und Offroad-Reifen.
Das Testergebnis: kein Reifen empfehlenswert
Das zentrale Fazit des ADAC ist ungewöhnlich klar: Keiner der acht getesteten AT-Reifen erhielt eine Empfehlung. Selbst der beste Reifen kam nur auf ein „befriedigend". Hier die komplette Rangfolge mit den ADAC-Noten:
- Yokohama Geolandar A/T G015 – 2,9 (Testsieger)
- Falken Wildpeak A/T AT3WA – 3,1
- General Tire Grabber AT3 – 3,2
- Matador MP72 Izzarda A/T2 – 3,2
- Pirelli Scorpion A/T+ – 3,8 (abgewertet)
- Toyo Open Country A/T III – 3,8 (abgewertet)
- Bridgestone Dueler A/T002 – 4,2 (abgewertet)
- BFGoodrich Trail Terrain T/A – 5,4 (abgewertet)
Die vier hinteren Reifen wurden vom ADAC abgewertet – das heißt, eine kritische Schwäche (vor allem bei der Nasshaftung) hat die Gesamtnote nach unten gedeckelt, unabhängig von den übrigen Eigenschaften. Den Testsieger Yokohama Geolandar A/T G015 führen wir im Shop in mehreren Dimensionen, zum Beispiel als Yokohama Geolandar A/T (G015) 215/65 R16 98H. Den Zweitplatzierten gibt es exakt in der Testgröße: Falken Wildpeak A/T AT3WA 225/65 R17 102H.
Warum schneiden AT-Reifen auf der Straße schlechter ab?
Der wunde Punkt ist die Nässe. Das offene, stollige Profil, das im Gelände Grip aufbaut, bietet auf nasser Fahrbahn weniger zusammenhängende Gummifläche und längere Bremswege. Der schlechteste Reifen im Test brauchte aus 80 km/h rund 49 Meter bis zum Stillstand – das sind viele Meter mehr, als ein guter Pkw-Reifen benötigt. In genau diesem Bereich entscheidet sich im Alltag die Sicherheit.
Der ADAC bringt es auf den Punkt: Der Testsieger der AT-Reifen (Note 2,9) wird von einem normalen Pkw-Ganzjahresreifen (Note 2,1) deutlich übertroffen. Wer also überwiegend auf der Straße unterwegs ist, fährt mit einem guten Straßen- oder Ganzjahresreifen sicherer. Wie Sie die Eigenschaften eines Reifens an seiner Kennzeichnung erkennen, erklärt unser Beitrag zum EU-Reifenlabel.
Brauche ich als SUV-Fahrer überhaupt AT-Reifen?
Für die meisten SUV- und Crossover-Fahrer lautet die ehrliche Antwort: eher nein. Der ADAC empfiehlt, die Reifenwahl am tatsächlichen Einsatz auszurichten:
Sie fahren fast nur auf der Straße
Dann sind ein guter Pkw-Sommerreifen oder ein Ganzjahresreifen die bessere Wahl – kürzere Bremswege, weniger Abrollgeräusch, geringerer Verbrauch. Laut ADAC schlagen sich Ganzjahresreifen sogar auf Schotter und Wiese überraschend ordentlich, solange es nicht ins schwere Gelände geht.
Sie fahren gelegentlich Feldweg, Schotter oder Anhänger über Wiese
Hier kann ein AT-Reifen Sinn ergeben – aber mit Augenmaß. Wichtig zu wissen: Für die Traktion im Gelände bringen Allradantrieb und Differenzialsperren laut ADAC oft mehr als die Reifenwahl allein. Ein AT-Reifen ersetzt keine fehlende Technik.
Sie fahren echtes, schweres Gelände
Erst dann spielen grobe AT- oder M/T-Reifen ihre Stärke aus. Den hier mitgetesteten General Grabber AT3 – inzwischen abgelöst durch die in der Branche vorgestellte Weiterentwicklung Grabber AT³ Plus – gibt es im Shop in zahlreichen SUV-Größen, etwa als General Grabber AT3 245/65 R17 111H.
Eine Sonderrolle spielen schwere Reisemobile: Hier empfiehlt der ADAC C- oder CP-Reifen mit Ganzjahresfreigabe statt klassischer AT-Pneus. Worauf es dabei ankommt, lesen Sie in unserem Ratgeber zu Wohnmobilreifen und der CP-Kennung.
Worauf Sie beim Kauf achten sollten
Unabhängig davon, ob es ein AT-, Ganzjahres- oder Straßenreifen wird – diese Punkte gelten immer:
- Freigegebene Größe und Kennung: Breite, Höhe, Zoll sowie Last- und Geschwindigkeitsindex müssen mindestens den Vorgaben aus Ihrer Zulassungsbescheinigung entsprechen. SUV sind schwer – der Tragfähigkeitsindex ist hier besonders wichtig.
- Wintertauglichkeit: Wer einen AT-Reifen ganzjährig fahren will, sollte auf das Alpine-Symbol (3PMSF) achten. Nur damit erfüllt der Reifen die situative Winterreifenpflicht. Eine reine „M+S"-Kennung reicht seit Oktober 2024 nicht mehr.
- EU-Reifenlabel als Anhaltspunkt: Nasshaftung und Effizienz geben einen ersten Hinweis – ersetzen aber keinen unabhängigen Test.
Reifen in der getesteten Größe finden Sie gebündelt auf unserer Seite für 225/65 R17; das gesamte Sortiment an Offroad- und SUV-Reifen ist nach Marke, Größe und Saison filterbar.
Fazit
Der ADAC All-Terrain-Reifentest 2025 zeigt nüchtern: AT-Reifen sind ein Kompromiss, der auf der Straße spürbar Sicherheit kostet – ohne dass auch nur ein Modell rundum überzeugte. Für reine Straßen- und Mischnutzung sind gute Sommer- oder Ganzjahresreifen die klügere Wahl. Wer wirklich regelmäßig ins Gelände fährt, greift bewusst zum AT-Reifen, achtet aber auf eine starke Nassbremsleistung und die passende Größe. Im Zweifel hilft der Blick in einen aktuellen, unabhängigen Test mehr als jedes Werbeversprechen – so wie auch unsere Beiträge zum ADAC Sommerreifentest 2026 und zum ADAC Ganzjahresreifentest 2025 zeigen.
Häufige Fragen zu All-Terrain-Reifen
Sind All-Terrain-Reifen im Alltag gefährlich?
Gefährlich nicht, aber sie haben auf nasser Straße längere Bremswege als gute Pkw-Reifen. Im ADAC-Test 2025 erreichte der beste AT-Reifen nur die Note 2,9, während ein Pkw-Ganzjahresreifen mit 2,1 deutlich besser abschnitt. Wer überwiegend auf der Straße fährt, ist mit einem Straßen- oder Ganzjahresreifen sicherer unterwegs.
Welcher AT-Reifen war 2025 Testsieger?
Testsieger im ADAC All-Terrain-Reifentest 2025 (Größe 225/65 R17) wurde der Yokohama Geolandar A/T G015 mit der Note 2,9 – allerdings ohne Empfehlung, da auch er nur „befriedigend" war. Dahinter folgten der Falken Wildpeak A/T AT3WA (3,1) sowie General Grabber AT3 und Matador Izzarda A/T2 (je 3,2).
Brauche ich für meinen SUV spezielle Offroad-Reifen?
Meistens nicht. Solange Sie nicht regelmäßig ins schwere Gelände fahren, sind hochwertige Sommer- oder Ganzjahresreifen die bessere Wahl. Für leichte Schotter- und Wiesenfahrten reicht laut ADAC oft schon ein guter Ganzjahresreifen; für die Geländetraktion sind Allrad und Differenzialsperren wichtiger als das Profil.
Kann ich All-Terrain-Reifen ganzjährig fahren?
Nur wenn der Reifen das Alpine-Symbol (3PMSF) trägt, erfüllt er die situative Winterreifenpflicht in Deutschland. Viele, aber nicht alle AT-Reifen haben diese Freigabe. Prüfen Sie die Flanke vor dem Kauf und achten Sie zusätzlich auf eine ausreichende Profiltiefe für den Winter.
Welche Größe wurde im ADAC-Test geprüft?
Der ADAC testete 2025 acht All-Terrain-Reifen in der Größe 225/65 R17, einer typischen Dimension für Kompakt- und Mittelklasse-SUV. Reifen in dieser Größe finden Sie gebündelt in unserem Sortiment.