Intermot zieht in den Februar: Die Motorradmesse öffnet jetzt vor der Saison, nicht danach
Die Motorradmesse in Köln hat einen neuen Platz im Kalender: Die Intermot öffnet vom 19. bis 21. Februar 2027 ihre Tore, also an einem Wochenende kurz vor dem Saisonstart. Bisher lag die Messe im Herbst oder — wie bei der letzten Ausgabe — im Dezember und damit am Ende der Fahrsaison. Veranstalter sind die Koelnmesse und der Industrieverband Motorrad (IVM), die auf der offiziellen Messeseite der Intermot selbst vom „Saisonstart" sprechen.
Am 20. Oktober 2026 hat die Koelnmesse einen Zwischenstand zur Flächenbuchung gemeldet. Wir haben uns die Zahl genauer angesehen — und zugleich nachgerechnet, was die Verschiebung in den Februar für die praktische Seite bedeutet, also für die Reifenentscheidung, die vor der ersten Ausfahrt sowieso fällig wird.
Drei Tage im Februar — und ein Jahr ohne Messe
Der neue Termin fällt auf einen Freitag bis Sonntag, das Datum 19. bis 21. Februar 2027 liegt also komplett auf dem Wochenende. Das ist ein deutlicher Unterschied zu früheren Ausgaben, die sich über mehr Tage und teils über Werktage erstreckten. Nach der Darstellung auf der Messe-Website wächst die Veranstaltung dabei räumlich von zwei auf vier Hallen — mehr Fläche also, verteilt auf weniger Tage.
Die Verlegung ist keine spontane Entscheidung. IVM und Koelnmesse hatten bereits im Frühjahr 2026 mitgeteilt, dass sie die Intermot mit einem neuen Termin im Februar als Leitmesse der deutschen Motorradbranche positionieren wollen. Die Folge dieser Umstellung: 2026 fand keine Intermot statt. Zwischen der Ausgabe im Dezember 2025 und der kommenden im Februar 2027 liegt damit eine Lücke von gut 14 Monaten.
Für Besucher ist dabei ein Detail wichtig: Der Februar-Termin wurde im Laufe der Planung mehr als einmal verschoben. In der Fachpresse kursierten zwischenzeitlich andere Februar-Daten, bevor sich der jetzige Zeitraum ergab. Wer eine Anreise plant, sollte den Termin deshalb vor der Buchung noch einmal auf der offiziellen Messeseite gegenprüfen, statt sich auf eine ältere Meldung zu verlassen — auch wenn 19. bis 21. Februar 2027 derzeit die von Veranstalter und Fachpresse einheitlich genannte Angabe ist.
Was „rund 20 Prozent mehr Fläche" aussagt — und was nicht
Die Meldung der Koelnmesse vom 20. Oktober 2026 lautet im Kern: Die zum Stand 19. Oktober angemeldeten und zugesagten Ausstellerflächen übertreffen das Gesamtergebnis der Messe vom Dezember 2025 um rund 20 Prozent. Zusätzlich sollen die Aktionsflächen gegenüber 2025 verdoppelt werden. Nachzulesen ist das in den Presseinformationen der Koelnmesse; die Fachpresse hat die Zahl aufgegriffen, unter anderem Reifenpresse.de.
Diese Zahl verdient eine saubere Lesart, denn sie vergleicht zwei verschiedene Dinge. Auf der einen Seite steht ein Zwischenstand vier Monate vor der Messe, auf der anderen das Endergebnis der vorigen Ausgabe. Das spricht für die Messe: Wenn der Zwischenstand den fertigen Vorjahreswert schon übertrifft, ist das ein kräftiges Signal und keine geschönte Momentaufnahme.
Zwei Einschränkungen gehören trotzdem dazu. Erstens geht es um Fläche, nicht um Ausstellerzahlen — mehr Quadratmeter können auch bedeuten, dass wenige große Anbieter größer bauen, während die Zahl der Firmen stagniert. Zweitens sagt eine Flächenbuchung nichts über die Besucherzahl aus, die sich erst im Februar zeigt. Dass beide Größen auseinanderlaufen können, hat die Reifenbranche gerade erlebt: Bei der Kölner Reifen-Leitmesse kamen zuletzt mehr Besucher als erwartet, während die Ausstellerzahl zurückging — nachzulesen in unserem Rückblick auf THE TIRE COLOGNE 2026. Die Messeleitung selbst bleibt denn auch vorsichtig: Sie bezeichnet die Vorbereitung laut Reifenpresse als auf gutem Weg, aber noch nicht am Ziel. IVM-Hauptgeschäftsführer Uwe Seitz führt den Zuspruch auf das geschlossene Bekenntnis der Branche zum Standort Köln zurück.
Warum eine Motorradmesse für ein Reifenregal zählt
Dass wir über eine Motorradmesse schreiben, hat einen handfesten Grund: Das Zweirad ist in unserem Sortiment kein Randbereich. Nach den Nachfragesignalen unseres Shops — das sind Detailaufrufe und gewichtete Käufe lieferbarer Ware, kein Suchwort-Protokoll — ist die Rubrik Motorrad-Straße die zweitgefragteste des gesamten Shops, direkt hinter den PKW-Sommerreifen und noch vor den PKW-Winterreifen. Enduro-Reifen und das Mofa-/Moped-/Rollerregal folgen auf den Plätzen fünf und sechs.
Noch deutlicher wird es bei den Größen. Die meistgefragte Reifengröße im ganzen Shop ist mit 120/70 R17 eine Motorradgröße — sie liegt vor der klassischen PKW-Größe 205/55 R16. Der passende Hinterreifen 180/55 R17 steht auf Platz drei. Eine Veranstaltung, auf der die Motorradhersteller ihre Modelle des kommenden Jahres zeigen, betrifft damit genau jene Reifen, nach denen bei uns am häufigsten gesucht wird.
Zwischen dem Messestand und dem Reifenregal liegt allerdings ein Schritt, den man leicht übersieht. Wird auf einer Messe ein neues Motorrad gezeigt, heißt das nicht, dass dafür schon Reifen freigegeben sind. Beim Motorrad hängt die zulässige Bereifung nicht allein an der Größe, sondern an der Freigabe für das konkrete Fahrzeugmodell — Fahrzeug- und Reifenhersteller müssen die Paarung aus Vorder- und Hinterreifen erst gemeinsam abgesegnet haben. Für ein frisch vorgestelltes Modell steht deshalb anfangs oft nur die Erstausrüstung zur Verfügung, während die Auswahl erst über die folgenden Monate wächst. Wer auf der Messe ein neues Motorrad für sich entdeckt, sollte die Reifenfrage also nicht als erledigt betrachten, sondern getrennt prüfen — und das gilt umgekehrt genauso für ältere Maschinen, bei denen die Freigabelisten über die Jahre gewachsen sind.
Zum Stichtag 21. Oktober 2026 führen wir 4.311 lieferbare Ausführungen an Motorradreifen. Den größten Block bilden mit 2.186 Ausführungen die Straßenreifen fürs Motorrad, dazu kommen 1.046 Enduro- und Crossreifen sowie 962 Ausführungen für Mofa, Moped und Roller; der Rest verteilt sich auf Schläuche und Felgenbänder. Allein in 120/70 R17 stehen 168 Straßenreifen zur Wahl, in 180/55 R17 sind es 106. Diese Mengen wandern mit jedem Wareneingang — die Größenordnung bleibt.
Vor der Messe steht die Reifenentscheidung
Der Februar-Termin hat für Fahrerinnen und Fahrer eine praktische Seite, die über das Messe-Wochenende hinausgeht. Wer im Februar zur Messe fährt, steht wenige Wochen vor der ersten eigenen Ausfahrt — und damit vor denselben Prüfschritten, die am Ende jeder Standzeit anstehen. Die Reihenfolge ist dabei immer gleich: erst prüfen, dann entscheiden, dann bestellen. Reifen, die im Februar bestellt werden, sind im März montiert; wer bis zum ersten warmen Wochenende wartet, konkurriert mit allen anderen um Werkstatttermine.
Drei Dinge lohnen den Blick, bevor die Maschine wieder bewegt wird:
- Das Alter: Bei Motorradreifen entscheidet häufig nicht das Profil über das Ende, sondern das Baudatum — die Gummimischung härtet aus, auch wenn die Lauffläche noch gut aussieht. Wir haben aufgeschrieben, wann das Reifenalter vor dem Profil zählt.
- Die Standzeit: Ein Motorrad, das den Winter über auf denselben Punkten gestanden hat, kann einen Standplatten entwickeln. Wann der sich wieder herausfährt und wann er bleibt, steht in unserem Beitrag dazu, was mit einem Reifen passiert, der monatelang gestanden hat.
- Der Druck und die ersten Kilometer: Nach dem Aufziehen braucht ein neuer Reifen Zurückhaltung, und der Luftdruck will nach der Pause ohnehin kontrolliert werden. Beides erklärt unser Ratgeber zu Reifendruck und dem Einfahren neuer Reifen.
Wer wissen will, welche Reifen für die eigene Maschine überhaupt freigegeben sind, kommt mit der Größe allein nicht immer weiter — die Freigaben hängen am Fahrzeugmodell. Dafür gibt es unseren Motorrad-Konfigurator, der Marke, Hubraum und Modell abfragt und die freigegebenen Paarungen für vorn und hinten ausgibt.
In der gefragtesten Größe 120/70 R17 gehören zu den am häufigsten aufgerufenen Straßenreifen etwa der Michelin Pilot Power 2CT 120/70ZR17 58W, der Metzeler Sportec M7 RR 120/70ZR17 58W und der Bridgestone Battlax S22 120/70ZR17 58W — drei Reifen mit unterschiedlichem Charakter, von sportlich-kompromissbereit bis straßenbetont. Welcher passt, entscheidet die Maschine und das eigene Fahrprofil, nicht die Beliebtheitsliste.
Häufige Fragen
Wann genau findet die nächste Intermot statt?
Vom 19. bis 21. Februar 2027 in Köln, veranstaltet von der Koelnmesse gemeinsam mit dem Industrieverband Motorrad (IVM). Der Termin wurde im Laufe der Planung mehrfach angepasst — prüfen Sie ihn vor einer Anreise noch einmal auf der offiziellen Messeseite.
Hat 2026 eine Intermot stattgefunden?
Nein. Durch die Umstellung auf den Februar-Termin entfiel die Ausgabe 2026 ganz. Die letzte Intermot lief im Dezember 2025, zwischen beiden Messen liegen damit gut 14 Monate.
Lohnt es sich, Motorradreifen schon im Februar zu kaufen?
Wenn Prüfung und Entscheidung im Februar fallen, ist die Maschine zum ersten warmen Wochenende fahrbereit — und Sie konkurrieren nicht mit dem Andrang um die Montagetermine. Entscheidend ist aber der Zustand der Reifen, nicht der Kalender: Prüfen Sie Profil, Baudatum und Druck und entscheiden Sie danach.
Quellen: Presseinformation der Koelnmesse vom 20. Oktober 2026 und die offizielle Messeseite der Intermot (beide oben verlinkt), Bericht von Reifenpresse.de vom 21. Oktober 2026 (oben verlinkt). Sortiments- und Nachfragezahlen aus dem eigenen Shopbestand, Stand 21. Oktober 2026.