Metzeler Roadtec 02: Warum die Ausführung mit dem M 28 Euro weniger kostet
Zwei Reifen, dieselbe Größe, derselbe Name auf der Flanke – und im Warenkorb stehen 28,29 Euro Unterschied. Genau das passiert beim Metzeler Roadtec 02 in der meistgefahrenen Hinterreifen-Dimension 180/55 ZR17. Der Unterschied steckt in einem einzigen Buchstaben, den die meisten Angebote gar nicht groß herausstellen. Wir haben deshalb unser komplettes Roadtec-02-Angebot ausgewertet – alle zwölf lieferbaren Ausführungen, Stand 6. September 2026 – und dazu nachgelesen, was der Reifen im einzigen unabhängigen Vergleichstest wirklich erreicht hat. Das Ergebnis ändert die Kaufentscheidung in beide Richtungen.
Ein Reifen, zwei Ausführungen, 28 Euro Unterschied
In 180/55 ZR17 73W stehen bei uns zwei Roadtec 02 nebeneinander, und in der Trefferliste sehen sie fast identisch aus. Der Unterschied steht erst in der vollständigen Bezeichnung auf der Artikelseite:
- Roadtec 02 180/55ZR17 73W TL M Rear – Metzeler-Artikelnummer 4612300, 172,20 €
- Roadtec 02 180/55ZR17 73W TL Rear – Metzeler-Artikelnummer 4334800, 200,49 €
Das sind 28,29 Euro Unterschied für dieselbe Nenngröße und denselben Last-/Geschwindigkeitsindex. Die Standardausführung kostet damit 16,4 Prozent mehr als die Ausführung mit dem M. Beide sind lieferbar, beide tragen denselben Modellnamen, beide zeigen im Shop dasselbe Testurteil.
Der naheliegende Verdacht wäre: Das M ist eine abgespeckte Version, deshalb ist sie billiger. Genau umgekehrt ist es richtig. Die Ausführung mit dem M ist die speziellere und jüngere von beiden, gebaut für die schwereren Maschinen – und trotzdem die günstigere. Wer im Shop nach Preis sortiert, landet also zufällig auf der Variante, die für einen vollbepackten Tourer die technisch passendere ist. Das ist ein glücklicher Zufall, kein Automatismus: In anderen Dimensionen liegen die Verhältnisse anders, und bei knapp 30 Euro pro Reifen lohnt sich der Blick auf die komplette Bezeichnung in jedem Fall. Die beiden Ausführungen finden Sie hier direkt nebeneinander: Roadtec 02 180/55ZR17 73W TL M Rear und Roadtec 02 180/55ZR17 73W TL Rear.
Was das M bedeutet – und warum Metzeler es eingeführt hat
Das M ist keine Handelsbezeichnung und kein Tippfehler, sondern eine herstellerseitige Spezifikation. Metzeler hat sie im Sommer 2024 nachgereicht, also gut ein halbes Jahr nach dem Marktstart des Roadtec 02. Eingeführt wurde sie in genau zwei Dimensionen: 120/70 ZR17 vorn und 180/55 ZR17 hinten – den beiden mit Abstand meistgefahrenen Sport-Touring-Größen.
Der Fachdienst Gummibereifung beschrieb die Neuerung am 30. Juli 2024 so: Die Spezifikation zeichne sich durch ein verbessertes Laufflächenprofil und eine optimierte Struktur aus, die den Reifen insbesondere für schwere Motorräder – mit und ohne Beladung – besser geeignet machen (Quelle: Gummibereifung). Konkret hat Metzeler die Karkassenstruktur des Hinterreifens und das Profilbild des Vorderreifens angepasst. Parallel meldete der Hersteller, dass für den Roadtec 02 einschließlich der M-Spezifikation rund 500 Serviceinformationen und Fahrzeugfreigaben in der Metzeler-Reifendatenbank hinterlegt sind (Quelle: 1000PS).
Für Sie heißt das ganz praktisch: Fahren Sie einen schweren Tourer, ein vollausgestattetes Crossover-Modell oder sind Sie regelmäßig mit Koffern, Topcase und Sozius unterwegs, ist die Ausführung mit dem M die für diesen Einsatz gerechnete Variante. Fahren Sie ein leichtes Naked Bike solo, funktioniert die Standardausführung genauso. Verbindlich ist in beiden Fällen die Freigabe für Ihr Motorrad, nicht der Preis und nicht unsere Einschätzung. Steht in Ihren Papieren oder in der Freigabeliste des Motorradherstellers eine bestimmte Ausführung, gilt diese – Buchstabenkennungen sind bei Motorradreifen nicht beliebig austauschbar. Das gilt für die ganze Baureihe: Auch beim älteren Roadtec Z8 Interact stehen Varianten mit M und O im Regal.
Und es gibt noch eine zweite Kennung. In 190/55 ZR17 führen wir den Roadtec 02 als Standardausführung für 183,31 € und als Ausführung mit dem Zusatz O für 186,08 €. Das O steht laut der Modellvorstellung des Magazins MOTORRAD vom Januar 2024 für eine verstärkte Karkasse für schwerere Motorräder (Quelle: MOTORRAD, Modellvorstellung Januar 2024). Hier kostet die verstärkte Version nur 2,77 Euro mehr – ein Aufpreis für eine Spezialausführung ist also nicht die Regel, sondern hängt schlicht am jeweiligen Einkauf. Umso weniger lässt sich vom Preis auf die technische Wertigkeit schließen.
Zwölf Ausführungen, zehn Größen: das komplette Angebot
Wir führen den Roadtec 02 in zehn Größen und zwölf Ausführungen. Metzeler selbst listet im aktuellen Katalog neun Größen: eine vorn in 17 Zoll, zwei vorn in 19 Zoll und sechs hinten in 17 Zoll (Quelle: Metzeler). Das komplette Regal, nach Position sortiert, mit Metzeler-Artikelnummer und Preis pro Stück:
- 120/70 ZR17 58W TL M Front – 131,53 € (Artikelnummer 4603100)
- 110/80 R19 59V TL Front – 153,92 € (4334000)
- 120/70 R19 60V TL – 150,18 € (4702800)
- 150/70 R17 69V TL Rear – 167,91 € (4334500)
- 160/60 ZR17 69W TL Rear – 170,34 € (4334600)
- 170/60 R17 72V TL – 174,02 € (4702900)
- 170/60 ZR17 72W TL Rear – 212,64 € (4334700)
- 180/55 ZR17 73W TL M Rear – 172,20 € (4612300)
- 180/55 ZR17 73W TL Rear – 200,49 € (4334800)
- 190/50 ZR17 73W TL Rear – 176,64 € (4335100)
- 190/55 ZR17 75W TL Rear – 183,31 € (4335300)
- 190/55 ZR17 75W TL Rear O – 186,08 € (4335400)
Zwei Beobachtungen fallen dabei auf. Erstens: Der Vorderreifen in 120/70 ZR17 existiert bei uns ausschließlich als Ausführung mit dem M. Wer diese sehr verbreitete Vorderraddimension fährt, hat vorn also gar keine Wahl – die Entscheidung Standard oder M fällt allein hinten. Zweitens: Der Roadtec 02 ist konsequent ein Reifen für moderne Radialbereifung in 17 und 19 Zoll. Klassische Maße wie 110/80-17, 130/70-17 oder alles unterhalb von 17 Zoll deckt er nicht ab; wer eine ältere oder klassisch bereifte Maschine fährt, landet innerhalb der Baureihe zwangsläufig beim breiter aufgestellten Roadtec 01. Alle lieferbaren Maße sehen Sie gebündelt im Modellüberblick zum Roadtec 02.
Die 170er-Falle: R17 oder ZR17 macht 38 Euro aus
Am deutlichsten wird die Sache mit den Bezeichnungen in 170/60. Diese Größe steht bei uns zweimal im Regal, und diesmal unterscheiden sich die beiden nicht im Zusatzbuchstaben, sondern in der Bauartkennung und im Geschwindigkeitsindex:
- 170/60 R17 72V – 174,02 €, seit Januar 2026 im Programm
- 170/60 ZR17 72W – 212,64 €, seit Dezember 2024 im Programm
Das sind 38,62 Euro oder 22,2 Prozent Unterschied. Dahinter steckt eine echte Modellpflege: Bei der Vorstellung im Januar 2024 führte MOTORRAD den Roadtec 02 hinten noch als 170/60 ZR17 auf, im heutigen Metzeler-Katalog steht an derselben Stelle 170/60 R17. Dasselbe gilt vorn für 19 Zoll, wo aus der ursprünglichen ZR-Angabe die heutige 120/70 R19 geworden ist. Die ZR-Fassung ist damit eine Auslauf-Ausführung, die bei uns noch am Lager liegt – und ausgerechnet sie ist die teuerste Ausführung der ganzen Baureihe.
Fahrpraktisch trennt die beiden der zulässige Höchstwert: W steht für bis zu 270 km/h, V für bis zu 240 km/h. Für nahezu jedes Sport-Touring-Motorrad ist das eine akademische Unterscheidung; maßgeblich ist auch hier ausschließlich, was in Ihren Fahrzeugpapieren eingetragen ist. Erlaubt Ihr Fahrzeugschein die V-Kennung, sparen Sie mit der aktuellen Ausführung fast vierzig Euro pro Reifen. Vergleichen können Sie beide direkt: Roadtec 02 170/60R17 72V gegen Roadtec 02 170/60ZR17 72W.
Ein Blick in unsere Preisaufzeichnung zeigt außerdem, wie stark Motorradreifen über die Saison schwanken. Die 170/60 ZR17 war seit Dezember 2024 schon für 184,70 € zu haben und stand zwischenzeitlich bei 368,10 €. Der 180/55er in der Standardausführung bewegte sich seit Januar 2024 zwischen 169,40 € und 357,00 €. Solche Spannen sind bei Motorradreifen normal: Das Angebot je Dimension ist eng, die Nachfrage ballt sich im Frühjahr. Die aktuellen Preise liegen bei fast allen Ausführungen im unteren Drittel ihrer bisherigen Spanne – die 170/60 R17 steht mit 174,02 € sogar nur drei Cent über ihrem bisherigen Tiefstwert. Für den Reifenkauf ist das Saisonende traditionell ein guter Moment, ausführlich nachzulesen in unserem Ratgeber Wann ist die beste Zeit, Reifen zu kaufen?.
Was der einzige unabhängige Vergleichstest wirklich sagt
Der Roadtec 02 trägt bei uns ein Testurteil der Fachpresse, und das verdient eine ehrliche Einordnung. Die Zeitschrift MOTORRAD hat ihn im Tourenreifentest, veröffentlicht am 18. März 2024, gegen fünf Wettbewerber antreten lassen. Der Aufbau: sechs BMW R 1250 RS, alle Reifen in 120/70 ZR17 vorn und 180/55 ZR17 hinten, zuerst ein Verschleißtest über 2.000 Kilometer, danach die Funktionstests im Trockenen und im Nassen (Quelle: MOTORRAD-Tourenreifentest 2024; die Einzelwertungen stehen dort hinter der Abo-Schranke, die Gesamturteile fasst der Fachdienst myNETmoto zusammen).
Das Ergebnis: Der Metzeler Roadtec 02 erhielt das Gesamturteil „gut“ und landete damit hinter drei Reifen mit „sehr gut“ – dem Testsieger Michelin Road 6 GT, dem Pirelli Angel GT II und dem Dunlop RoadSmart IV GT. Ebenfalls „gut“ bekam der Continental RoadAttack 4 GT, dahinter kam der Bridgestone T32 GT mit „befriedigend“. Fünf der sechs Reifen waren bereits aus dem Tourenreifentest 2022 bekannt; der Roadtec 02 war der Neuzugang im Feld.
Inhaltlich fiel das Urteil differenziert aus, und beide Seiten davon gehören in eine ehrliche Kaufberatung. Gelobt wurden die Geradeauslaufstabilität und ausdrücklich die Nasshaftung, die die Tester als „klasse“ bezeichneten. Beim Verschleiß ließ der Metzeler nach 2.000 Kilometern spürbar Gummi, allerdings vorn und hinten gleichmäßig und ohne dass sich das Fahrverhalten verschlechtert hätte – das ist die deutlich bessere Sorte Verschleiß. Der Kritikpunkt betraf das Handling: Im Alltag störe die träge Handlichkeit. Wer ein ohnehin schwer einlenkendes Motorrad fährt, sollte das ernst nehmen; wer viel bei Nässe unterwegs ist und Stabilität sucht, bekommt genau dafür einen starken Reifen.
Wichtig ist die Reichweite dieses Urteils. Getestet wurden zwei Größen auf einem einzigen Motorradtyp. Unser Shop zeigt dasselbe Urteil bei allen zwölf Ausführungen an, also auch bei den 19-Zoll-Vorderreifen und der 150/70 R17, die im Test gar nicht dabei waren. Das ist branchenüblich, aber es bleibt eine Übertragung. Eine Testnote gilt streng genommen für die geprüfte Größe auf dem geprüften Fahrzeug – als Anhaltspunkt ist sie wertvoll, als Garantie für jede Kombination taugt sie nicht. Warum eine Testnote den Blick auf ein Modell zwar schärft, aber nie allein trägt, haben wir im Ratgeber Reifentest oder Label: worauf Sie sich stützen können auseinandergenommen.
Ohne Etikett: In dieser Reihenfolge finden Sie die richtige Ausführung
Bei Autoreifen nimmt Ihnen das EU-Reifenlabel einen Teil der Arbeit ab: Nasshaftung, Kraftstoffeffizienz und Rollgeräusch stehen als Klassen an jedem Angebot. Für Motorradreifen gilt die EU-Reifenkennzeichnungsverordnung nicht, sie erfasst laut Artikel 2 Absatz 1 nur die Klassen C1, C2 und C3 (Quelle: EUR-Lex) – warum das so ist und was stattdessen zählt, haben wir ausführlich unter Motorradreifen ohne EU-Label aufgeschrieben. Für den Roadtec-02-Kauf hat das eine sehr konkrete Folge: Die Auswahl zwischen zwölf Ausführungen müssen Sie ohne die vertraute Klassen-Krücke treffen. Diese Reihenfolge führt zuverlässig ans Ziel.
Erstens die Papiere. In Ihrer Zulassungsbescheinigung Teil I stehen die zulässigen Reifengrößen samt Last- und Geschwindigkeitsindex. Das ist die harte Grenze: Sie legt fest, ob für Sie überhaupt 170/60 R17 72V oder 170/60 ZR17 72W infrage kommt und ob Ihre Maschine hinten 180/55 oder 190/55 trägt. Alles Weitere spielt sich innerhalb dieser Grenze ab.
Zweitens die Freigabe. Motorradhersteller geben für ihre Modelle bestimmte Reifen und Ausführungen frei; Metzeler hinterlegt die zugehörigen Serviceinformationen in seiner Reifendatenbank. Genau an dieser Stelle entscheidet sich Standard gegen M oder O – und zwar unabhängig davon, was billiger ist. Passen beide, haben Sie freie Wahl; ist nur eine freigegeben, ist die Frage beantwortet.
Drittens die vollständige Bezeichnung. Erst danach lohnt der Preisvergleich, und der funktioniert nur, wenn Sie den ganzen Artikelnamen lesen: Größe, Bauartkennung, Index, TL, Front oder Rear und den Spezifikationsbuchstaben. Zwei Angebote, die in der Trefferliste identisch aussehen, können sich um dreißig Euro und um eine Ausführungsvariante unterscheiden – dieser Beitrag hat dafür gleich zwei Beispiele geliefert.
Viertens der Test. Weil das Etikett fehlt, ist ein unabhängiger Vergleichstest bei Motorradreifen das einzige neutrale Leistungsmaß, das Sie bekommen können. Er ersetzt die Freigabe nicht und gilt nur für die geprüfte Größe – aber innerhalb dieser Grenzen ist er die belastbarste Auskunft über Nässe, Verschleiß und Handling, die es gibt.
Die Technik: Dynatread, Voll-Silica und über 43 Prozent nachhaltige Materialien
Technisch ist der Roadtec 02 der Reifen, mit dem Metzeler das Segment „Super-Sport-Touring“ ausgerufen hat. Die auffälligste Neuerung ist das anpassungsfähige Profil, das Metzeler Dynatread nennt. Die Idee: Die Wände der schmalen Rillenabschnitte legen sich bei höherem Tempo und stärkerer Belastung aneinander, sodass die Aufstandsfläche in Schräglage glatter und größer wird. Bei gemäßigter Fahrt und auf nasser Straße bleiben die Rillen offen und leiten Wasser ab. Ein und derselbe Reifen soll so je nach Fahrweise unterschiedlich reagieren, ohne dass die Fahrerin oder der Fahrer etwas umstellt.
Bei den Mischungen setzt Metzeler auf eine Voll-Silica-Mischung über die gesamte Laufflächenbreite – vorn wie hinten. Der hohe Silica-Anteil verbessert die chemische Haftung auf nasser Fahrbahn, klassisch der Schwachpunkt betont sportlicher Reifen. Die Hinterreifen sind zusätzlich zweischichtig aufgebaut: härter in der Mitte für die Laufleistung, weicher an den Schultern für Grip in Schräglage. Der Hersteller nennt gegenüber dem Vorgänger rund fünf Prozent mehr Nassgrip und über zehn Prozent mehr Trockengrip; das sind Herstellerangaben, keine unabhängig gemessenen Werte. Ein technisch bemerkenswerter Nebeneffekt des rillenärmeren Profils ist das geringere Abrollgeräusch – bei Motorradreifen ein Thema, das sonst kaum je beworben wird.
Der dritte Punkt ist der Materialmix. Der Roadtec 02 besteht nach Herstellerangaben zu über 43 Prozent aus biobasierten und recycelten Materialien, aufgeteilt in je nach Größe 14 bis 19 Prozent biobasierte und 28 bis 34 Prozent recycelte Anteile. Bestätigt wurde das nach der Norm ISO 14021 durch das unabhängige Prüfinstitut Bureau Veritas, und zwar für alle Werke, in denen der Reifen produziert wird. Auf die Fahrleistung hat der Materialmix keinen erkennbaren Einfluss – er ist ein Zusatzargument, kein Fahrargument. Wer den Reifen in seine Klasse einordnen möchte, findet die Konkurrenz im Vergleich der Sport-Touring-Reifen.
Was der Satz kostet – und wie er gegen das Testfeld dasteht
Am Ende zählt beim Motorradreifen nicht der Einzelpreis, sondern der Satz aus Vorder- und Hinterreifen. Für die Testgröße 120/70 ZR17 plus 180/55 ZR17 sieht die Rechnung in unserem Regal heute so aus:
- Metzeler Roadtec 02, vorn M plus hinten M – 131,53 € plus 172,20 € = 303,73 €
- Metzeler Roadtec 02, vorn M plus hinten Standard – 131,53 € plus 200,49 € = 332,02 €
- Michelin Road 6 GT (Testsieger, „sehr gut“) – 126,18 € plus 178,68 € = 304,86 €
- Dunlop RoadSmart IV GT („sehr gut“) – 127,76 € plus 178,50 € = 306,26 €
- Pirelli Angel GT II („sehr gut“) – 130,83 € plus 173,08 € = 303,91 €
Diese fünf Zeilen sind das eigentliche Ergebnis unserer Auswertung. Mit der Ausführung M hinten ist der Roadtec-02-Satz mit 303,73 € der günstigste im Feld – gut einen Euro unter dem Testsieger. Mit der Standardausführung hinten kostet derselbe Reifensatz 332,02 € und liegt damit rund 27 Euro über dem Testsieger, obwohl er im Test eine Notenstufe schlechter abgeschnitten hat. Der Buchstabe entscheidet also nicht nur über den Preis, sondern darüber, ob der Reifen preislich überhaupt sinnvoll gegen besser bewertete Konkurrenz antritt.
Unser Fazit fällt entsprechend zweigeteilt aus. Der Metzeler Roadtec 02 ist ein starker Nässe- und Stabilitätsreifen mit einem eigenständigen technischen Ansatz, der im unabhängigen Test „gut“ erreicht und dort ausdrücklich für seine Nasshaftung gelobt wurde – mit einer Schwäche bei der Handlichkeit, die man kennen sollte. Kaufenswert ist er vor allem in der Ausführung mit dem M: Sie ist für schwerere Maschinen gerechnet, aktuell die günstigere und in 180/55 ZR17 der Preis-Leistungs-Sieger dieses Vergleichs. Fahren Sie ein leichtes, handliches Motorrad und legen Sie Wert auf agiles Einlenken, sind der Michelin Road 6 GT in 180/55 ZR17 oder der Pirelli Angel GT II in 180/55 ZR17 die naheliegenderen Alternativen. Prüfen Sie in jedem Fall zuerst die Freigabe für Ihr Motorrad und danach den Preis. Weitere Modelle finden Sie in unserer Rubrik Motorradreifen für die Straße, und für die ersten Kilometer auf neuem Gummi lohnt der Blick in unseren Ratgeber zu Reifendruck und Einfahren beim Motorrad.
Häufige Fragen
Was bedeutet das M beim Metzeler Roadtec 02?
Das M kennzeichnet eine herstellerseitige Spezifikation, die Metzeler im Sommer 2024 in den Größen 120/70 ZR17 und 180/55 ZR17 eingeführt hat. Sie hat ein angepasstes Laufflächenprofil vorn und eine veränderte Karkassenstruktur hinten und ist laut Hersteller besonders für schwere Motorräder ausgelegt, mit und ohne Beladung. In unserem Regal ist sie in 180/55 ZR17 aktuell 28,29 Euro günstiger als die Standardausführung.
Welcher Roadtec 02 passt auf mein Motorrad?
Maßgeblich sind die in Ihren Fahrzeugpapieren eingetragenen Reifengrößen und die Freigabeliste Ihres Motorradherstellers – nicht der Preis und nicht der Modellname allein. Achten Sie dabei auf die vollständige Bezeichnung einschließlich Bauartkennung, Geschwindigkeitsindex und Spezifikationsbuchstaben wie M oder O. Metzeler hat für den Roadtec 02 rund 500 Serviceinformationen in seiner Reifendatenbank hinterlegt.
Hat der Metzeler Roadtec 02 ein EU-Reifenlabel?
Nein. Die EU-Reifenkennzeichnungsverordnung (EU) 2020/740 gilt nur für Reifen der Klassen C1, C2 und C3, also für Pkw-, Transporter- und Lkw-Reifen. Motorradreifen sind davon nicht erfasst, deshalb gibt es für sie keine amtlichen Klassen für Nasshaftung, Kraftstoffeffizienz und Rollgeräusch. Als neutrale Vergleichsmaßstäbe bleiben die Freigabe des Motorradherstellers und unabhängige Tests der Fachpresse.