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Motorrad – Ratgeber im Magazin

Sport-Touring-Reifen im Vergleich: Battlax T33, Roadtec 02, RoadSmart IV und Angel GT II

· 8 Min. Lesezeit · Aktualisiert am 13.07.2026
Sport-Touring-Motorrad in einer sonnigen Kurve, Vorderreifen im Fokus (KI-generiert, OpenAI)
Sport-Touring-Motorrad in einer sonnigen Kurve, Vorderreifen im Fokus (KI-generiert, OpenAI)

Sport-Touring-Reifen sind die Allrounder unter den Motorradreifen: Sie sollen lange halten, bei Nässe und Kälte sicher haften und trotzdem handlich einlenken. Kein Wunder, dass jede große Marke ein aktuelles Modell im Programm hat. Wir stellen die vier gängigsten gegenüber – Bridgestone Battlax T33, Metzeler Roadtec 02, Dunlop RoadSmart IV und Pirelli Angel GT II – und zeigen, wo jeder seine Schwerpunkte setzt und für welchen Fahrertyp er sich anbietet.

Was die Sport-Touring-Klasse verlangt

„Sport-Touring" beschreibt den Spagat zwischen zwei Welten: der Handlichkeit und Haftung eines Sportreifens und der Laufleistung und Nässesicherheit eines Tourenreifens. Gemacht sind diese Reifen für die große Gruppe der Allround- und Reisemaschinen – von der mittleren Naked Bike über den Sport-Tourer bis zur straßenbereiften Reiseenduro. Typische Fahrerinnen und Fahrer legen viele Kilometer im Jahr ab, sind bei jedem Wetter unterwegs und wollen nicht ständig einen neuen Hinterreifen kaufen, aber auf zügiges Kurvenfahren auch nicht verzichten.

Eines vorweg zur Ehrlichkeit: Einen unabhängigen Test, der genau diese vier Reifen in derselben Größe direkt gegeneinander fährt, gibt es nicht. Wir vergleichen deshalb keine erfundenen Platzierungen, sondern ordnen ein, wie die Hersteller die Reifen positionieren und was einzelne Fachtests zu den jeweiligen Modellen gesagt haben. So sehen Sie, welcher Reifen zu Ihren Prioritäten passt – die endgültige Feinabstimmung entscheidet immer Ihr Motorrad. Wenn Sie noch grundsätzlich unsicher sind, welche Reifenklasse überhaupt die richtige ist, hilft unser Ratgeber Motorradreifen richtig wählen bei der Einordnung.

Die vier Reise-Sportreifen im Porträt

Bridgestone Battlax T33: Der T33 ist seit Anfang 2025 der aktuelle Sport-Tourer der Japaner und löst den viel gelobten T32 ab. Sein zentrales Verkaufsargument ist die Laufleistung: In herstellereigenen Tests ermittelte Bridgestone eine um 47 Prozent höhere Laufleistung gegenüber dem T32 (Quelle: Bridgestone). Das hohe Nässe-Niveau des T32 (Pulse-Groove-Profil) hält er, beim Trocken-Handling legt er zu. Alle Details im ausführlichen Ratgeber zum Battlax T33; die lieferbaren Größen zeigt der Battlax T33 im Shop.

Metzeler Roadtec 02: Seit Januar 2024 im Handel, setzt der Italiener auf eine anpassungsfähige Lauffläche („Dynatread"): Unter sportlicher Last schließen sich die Profilrillen für mehr Kontaktfläche, bei gemäßigter und nasser Fahrt bleiben sie offen und leiten Wasser ab. Dazu kommt eine Full-Silica-Mischung für Nässegriff und schnelles Aufwärmen. Ein Alleinstellungsmerkmal ist der Nachhaltigkeitsanteil: über 43 Prozent biobasierte und recycelte Materialien, nach ISO 14021 durch Bureau Veritas bestätigt (Quelle: Metzeler). Mehr dazu im Ratgeber zum Roadtec 02 und beim Roadtec 02 im Shop.

Dunlop RoadSmart IV: Der RoadSmart IV ist seit Anfang 2022 erhältlich und der Reifen mit dem stärksten Testrekord im Feld. Technisch prägend ist die JointLessTread-Bauweise (JLT) – ein aus einem endlos gewickelten Stahlband gefertigter Gürtel für ruhigen Rundlauf und Stabilität bei hohem Tempo. Im MOTORRAD-Tourenreifentest 2022 ging die GT-Version als Testsieger hervor, 2024 bestätigte das Magazin das Gesamturteil „sehr gut" samt Kauftipp für „Landstraße/Alltag" (Quelle: Dunlop/Goodyear-Newsroom). Mehr im Ratgeber zum RoadSmart IV; Größen beim RoadSmart IV im Shop.

Pirelli Angel GT II: Der Angel GT II ist die aktuelle Generation von Pirellis Sport-Touring-Linie und löste bereits 2019 den Angel GT ab – damit ist er das am längsten am Markt bewährte Modell der vier. Er setzt auf Gummimischungen mit hohem Silica-Anteil, einen Dual-Compound-Hinterreifen und ein aus dem Superbike-Rennsport abgeleitetes Profil mit markanter Doppelrille zur Wasserableitung. Weil er so lange verfügbar ist, bekommt man ihn oft zu attraktiven Preisen, und mit dem Vorgänger Angel GT steht eine noch günstigere Alternative bereit. Details im Ratgeber zum Angel GT II und beim Angel GT II im Shop.

Schwerpunkte im Vergleich: Laufleistung, Nässe, Testrekord

Alle vier decken die Sport-Touring-Grundtugenden ab – wirklich schlecht ist keiner. Die Unterschiede liegen in der Betonung. Beim Thema Laufleistung rückt der Battlax T33 am deutlichsten in den Vordergrund: Die von Bridgestone kommunizierten 47 Prozent gegenüber dem Vorgänger sind eine klare Ansage an Vielfahrer, die selten wechseln möchten. Auch die anderen drei sind auf Haltbarkeit ausgelegt (härtere Laufflächenmitte, weichere Schultern), machen daraus aber weniger ein Werbeversprechen.

Beim Nässegriff haben Metzeler und Dunlop das Thema besonders betont: Der Roadtec 02 wärmt sich laut Hersteller schnell auf und überzeugte in einem ersten Presse-Fahreindruck auf der Isle of Man 2024 bei Regen und rund 8 °C; der RoadSmart IV setzt auf neue Grip-Harze und bekam von der Redaktion MOTORRADonline satte Nässe-Haftung bescheinigt. Der Angel GT II bringt seine Rennsport-Doppelrille mit, der Battlax T33 erbt das gelobte Pulse-Groove-Konzept – beide sind bei Nässe ebenfalls stark, machen es nur weniger zum Hauptargument.

Wer Wert auf einen belegten, unabhängigen Testrekord legt, kommt am RoadSmart IV kaum vorbei: Er ist der Einzige im Feld mit einem dokumentierten MOTORRAD-Testsieg und wiederholter „sehr gut"-Bewertung. Für den T33 gibt es positive Fachpresse-Eindrücke (etwa vom Portal 1000PS, das ihm eine ungewöhnlich gute Verbindung aus Handling und Haltbarkeit bescheinigt), für Roadtec 02 und Angel GT II vor allem Herstellerangaben und Fahreindrücke. Testnoten gelten aber immer für die geprüfte Größe und das Testmotorrad – ein guter Anhaltspunkt, keine Garantie für jede Kombination.

Standard, GT, SP oder M: die Varianten-Frage

Ein oft unterschätzter Punkt beim Kauf: Nicht jeder dieser Reifen kommt als eine einzige Ausführung – und das beeinflusst, wie einfach die Wahl ist.

  • Bridgestone Battlax T33 – eine Spezifikation: Bewusst gibt es keine getrennte GT-Version mehr. Durch die flexible Konstruktion passt eine einzige Ausführung sowohl auf leichte als auch auf schwere Maschinen. Das nimmt die Frage „Standard oder GT?" komplett aus der Kaufentscheidung.
  • Dunlop RoadSmart IV – GT, SP oder Standard: In den drei gängigsten Dimensionen gibt es ihn in zwei abgestimmten Varianten. Die GT-Version ist auf schwerere Reisemotorräder ausgelegt (leichteres Einlenken bei Beladung), die SP-Version auf leichtere, sportliche Maschinen (mehr Stabilität und Feedback); alle übrigen Größen laufen als Standard.
  • Metzeler Roadtec 02 – Standard plus „M": Neben der Standardausführung gibt es die Spezifikation „M" mit erweiterten Freigaben für schwere Tourer und Gespanne, für die Metzeler nach eigenen Angaben rund 500 Service-Informationen hinterlegt hat.
  • Pirelli Angel GT II – verstärkte Ausführungen: Für schwere Tourer und Motorräder mit hohem Gewicht bietet Pirelli verstärkte Varianten an. Welche für Ihr Modell passt, klärt die Freigabe.

Unterm Strich ist der Battlax T33 hier am unkompliziertesten, während RoadSmart IV, Roadtec 02 und Angel GT II mit ihren Varianten mehr Feinabstimmung auf schwere oder besonders sportliche Maschinen erlauben – man muss nur die passende Ausführung erwischen.

Welcher Sport-Touring-Reifen passt zu Ihnen?

Eine pauschale Rangliste wäre unseriös – die richtige Wahl hängt von Ihren Prioritäten und Ihrem Motorrad ab. Als Orientierung:

  • Sie fahren sehr viele Kilometer und wollen selten wechseln: Der Battlax T33 stellt die Laufleistung am deutlichsten in den Vordergrund und macht die Reifenwahl durch die Ein-Spezifikations-Strategie besonders einfach.
  • Nässe und Umweltbilanz stehen bei Ihnen oben: Der Roadtec 02 verbindet seine anpassungsfähige Lauffläche und Full-Silica-Mischung mit dem höchsten Anteil nachwachsender und recycelter Rohstoffe im Feld.
  • Ihnen ist ein belegter Testerfolg wichtig: Der RoadSmart IV ist der Reifen mit dem stärksten unabhängigen Test-Pedigree – und mit GT/SP-Varianten fein auf schwere oder sportliche Maschinen abstimmbar.
  • Sie suchen ein ausgereiftes Paket zum guten Preis: Der Angel GT II ist am längsten am Markt, entsprechend oft günstig zu haben; wer noch mehr sparen will, findet im Vorgänger Angel GT eine Alternative.

In jedem Fall gilt: Vorne und hinten sollten als abgestimmtes Paar desselben Modells laufen – mischen Sie nicht quer durch Marken oder Generationen. Passende Motorradreifen für die Straße aller vier Marken finden Sie in unserem Shop.

Größe und Reifenfreigabe: für alle vier gilt dasselbe

So unterschiedlich die Reifen sind – bei Größe und Freigabe ticken sie gleich. Die vier decken die gängigen Sport-Touring-Maße ab, allen voran die stark nachgefragten Kombinationen 120/70 ZR17 vorne sowie 180/55 ZR17 und 190/55 ZR17 hinten; dazu kommen Zwischengrößen und 18-/19-Zoll-Vorderreifen für Reiseenduros.

Entscheidend ist immer die für Ihr Motorrad freigegebene Größe: Sie steht in den Fahrzeugpapieren oder auf der Reifenflanke. Viele Motorräder haben zudem eine Reifenbindung – dann brauchen Sie eine gültige Reifenfreigabe (Unbedenklichkeitsbescheinigung) des Herstellers für genau das gewünschte Modell und, bei RoadSmart IV oder Roadtec 02, für die passende Variante. Am schnellsten finden Sie freigegebene Reifen für Ihre Maschine über unseren Motorradreifen-Konfigurator: Marke und Modell auswählen, und Sie sehen die passenden Paarungen.

Fazit

Die Sport-Touring-Klasse ist heute so gut, dass es keinen echten Ausreißer nach unten gibt: Battlax T33, Roadtec 02, RoadSmart IV und Angel GT II sind allesamt solide Reise-Sportreifen. Die Wahl entscheidet die Betonung – maximale Laufleistung und einfache Auswahl beim T33, Nässe und Nachhaltigkeit beim Roadtec 02, belegter Testerfolg und Varianten-Feinabstimmung beim RoadSmart IV, ein ausgereiftes Preis-Leistungs-Paket beim Angel GT II. Prüfen Sie die für Ihr Motorrad freigegebene Größe und Variante – dann steht der Saison nichts im Weg.

Häufige Fragen

Welcher Sport-Touring-Reifen hält am längsten?

Eine feste Kilometerzahl gibt es bei keinem Modell, weil Laufleistung stark von Motorrad, Beladung, Luftdruck und Fahrstil abhängt. Am offensivsten bewirbt Bridgestone die Haltbarkeit: Der Battlax T33 soll laut herstellereigenen Tests 47 Prozent länger halten als der Vorgänger T32. Auch die anderen drei sind auf gute Laufleistung ausgelegt.

Kann ich zwei verschiedene Sport-Touring-Modelle vorne und hinten mischen?

Davon ist abzuraten. Reifen sind als abgestimmtes Paar entwickelt; unterschiedliche Modelle oder Generationen vorne und hinten können das Fahrverhalten verschlechtern. Fahren Sie vorne und hinten dasselbe Modell und achten Sie auf die freigegebenen Größen.

Sind das reine Sommerreifen?

Sport-Touring-Reifen sind für die Motorrad-Saison von Frühjahr bis Herbst gemacht und decken auch Regen und kühlere Tage ab. Für winterliche Temperaturen oder Schnee sind sie nicht ausgelegt – Motorräder werden in dieser Jahreszeit ohnehin meist stillgelegt.

Schlagwörter: Motorradreifen Sport-Touring Reifenvergleich Vielfahrer Motorrad

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