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Kaufberatung

Wann ist die beste Zeit, Reifen zu kaufen? Saison, Preise und der richtige Moment

· 7 Min. Lesezeit · Aktualisiert am 23.06.2026
Neue PKW-Reifen gestapelt in einem hellen Reifenlager (KI-generiert, OpenAI)
Neue PKW-Reifen gestapelt in einem hellen Reifenlager (KI-generiert, OpenAI)

Reifen kaufen lässt sich planen – und viele Autofahrer fragen sich: Gibt es den einen perfekten Monat, in dem Reifen besonders günstig sind? Die ehrliche Antwort vorweg: Der Spareffekt über den Kalender ist kleiner, als oft behauptet wird. Wichtiger als der Stichtag sind ein guter Preisvergleich, die rechtzeitige Planung vor der Saison – und vor allem die Sicherheit. Wir zeigen, wann sich der Kauf wirklich lohnt, was den Reifenpreis bewegt und worauf es ankommt.

Die kurze Antwort: Der Zeitpunkt schlägt selten den Preisvergleich

Wer auf den idealen Kauftermin hofft, wird oft enttäuscht. Der ADAC beschreibt die Preise für Sommerreifen über das Jahr als „relativ stabil" – feste Schnäppchenmonate gibt es nicht. Bei Winterreifen kann sich antizyklisches Kaufen lohnen, doch auch dieser Effekt wird laut ADAC „seit einigen Jahren zunehmend geringer".

Der zentrale Rat des ADAC lautet deshalb: lieber die Reifenpreise gründlich recherchieren und bei drei bis vier Anbietern vergleichen, als auf einen bestimmten Kauftermin zu setzen. Ein paar Euro Preisunterschied entscheiden sich am Ende eher über den Händler und das konkrete Modell als über den Monat im Kalender.

Genauso wichtig wie der Preis sind zwei Dinge, die in der Stichtag-Diskussion gern untergehen: die Verfügbarkeit Ihrer Größe und die Sicherheit. Beides spricht dafür, rechtzeitig zu kaufen, statt bis zum letzten Moment zu spekulieren.

Sommerreifen: Preise das ganze Jahr über relativ stabil

Bei Sommerreifen gibt es keinen klassischen „besten Monat". Spürbare Preisnachlässe entstehen laut ADAC vor allem dann, wenn ein Händler von einem Modell viel auf Lager hat oder wenn ein Modellwechsel ansteht und Vorgängerware abverkauft wird – nicht zu einem festen Datum.

Was sich übers Jahr aber ändert, ist die Nachfrage: Zum Saisonstart im Frühjahr (etwa März bis Mai) wollen viele Autofahrer gleichzeitig von Winter- auf Sommerreifen wechseln. Beliebte Größen und Testsieger können dann knapper und die Werkstatt-Termine eng werden. Wer im Frühjahr neue Sommerreifen braucht, sollte deshalb nicht bis zur ersten warmen Woche warten – weniger wegen des Preises, mehr wegen der Auswahl und des Montagetermins.

Worauf es bei der eigentlichen Auswahl ankommt, lesen Sie in unserer Kaufberatung für Sommerreifen.

Winterreifen: Antizyklisch kaufen kann sich lohnen – mit Maß

Winterreifen sind der klassische Fall fürs antizyklische Kaufen. Im Frühjahr wollen Händler Platz im Lager für die Sommerware schaffen und gewähren laut ADAC dann eher Preisnachlässe. Allerdings: Dieser Spareffekt ist in den letzten Jahren kleiner geworden – ein Selbstläufer ist er nicht mehr.

Viel wichtiger ist die Planung vor der kalten Jahreszeit. Sobald im Herbst die Temperaturen fallen und die ersten Wetterwarnungen kommen, steigt die Nachfrage stark an. Wer früh dran ist – etwa ab September –, hat die bessere Auswahl bei gefragten Größen und Testsiegern und bekommt leichter einen Montagetermin als beim ersten Schneefall, wenn alle gleichzeitig in die Werkstatt wollen. Als grobe Orientierung gilt die Faustregel „von O bis O" (Oktober bis Ostern); welche rechtlichen Vorgaben dahinterstehen, erklären wir in Reifen und Gesetz.

Verfügbarkeit schlägt den Stichtag

Der eigentliche Hebel beim Kaufzeitpunkt ist nicht der Preis, sondern die Verfügbarkeit. Zur Saisonspitze – Sommerreifen im Frühjahr, Winterreifen im Herbst – ballt sich die Nachfrage. Genau dann sind gefragte Dimensionen und Testsieger-Modelle teils ausverkauft, Lieferzeiten länger und Werkstatt-Termine knapp.

Wer ein bis zwei Monate vor der Hauptsaison kauft, hat dagegen die volle Auswahl und kann in Ruhe vergleichen. Dieser Vorlauf bringt in der Praxis meist mehr als die Jagd nach dem vermeintlich billigsten Tag.

Was den Reifenpreis sonst bewegt

Reifenpreise hängen weniger am Kalendermonat als an größeren Markttrends. Drei Faktoren lohnen einen Blick:

  • Rohstoffe: Naturkautschuk, Synthesekautschuk und Öl bestimmen die Herstellkosten mit. Steigende Rohstoffpreise schlagen mit Verzögerung auf die Reifenpreise durch – mehr dazu in unserem Rückblick 25 Jahre Reifenhandel.
  • Handelspolitik: Die EU prüft Antidumpingzölle auf Pkw- und Leicht-Lkw-Reifen aus China; eine Entscheidung wird Anfang Juli 2026 erwartet. Träfe sie in Kraft, könnten sich vor allem Budget-Reifen verteuern, während in Europa produzierte Marken kaum betroffen wären. Den Stand fassen wir in Antidumpingzölle auf China-Reifen zusammen.
  • Modellzyklen: Auslauf- und Vorjahresmodelle sind oft günstiger. Achten Sie dabei aufs Reifenalter – „neu" heißt nicht automatisch „frisch produziert". Wie Sie das Herstelldatum ablesen, steht in Reifenalter und DOT-Nummer.

Diese Faktoren bewegen den Markt stärker als die Frage, ob Sie an einem Dienstag im Mai oder im August bestellen.

Online kaufen und den Preisverlauf nutzen

Im Online-Kauf liegt der praktische Vorteil: Sie vergleichen ganzjährig in Ruhe und sind nicht auf das Lager eines einzelnen Händlers angewiesen. Bei uns zeigt die Preisentwicklung direkt auf der Artikelseite, wie sich der Preis eines Reifens über die Zeit entwickelt hat – so lässt sich ein guter Moment besser einschätzen als nach Bauchgefühl.

Ein Beispiel aus der gefragten Größe 205/55 R16: Die Spanne reicht vom preiswerten Markenreifen Barum Bravuris 6 205/55 R16 91V bis zum Premium-Modell Continental PremiumContact 7 205/55 R16 91V. Entscheiden Sie zuerst die Preisklasse, die zu Ihnen passt – ob sich der Aufpreis lohnt, beleuchten wir in Premium- oder Budget-Sommerreifen – und vergleichen Sie dann innerhalb dieser Klasse.

Mehr Auswahl finden Sie bei den Sommerreifen, Winterreifen und allgemein bei den PKW-Reifen. Wie der Kauf Schritt für Schritt abläuft, zeigt unser Ratgeber Reifen online kaufen.

Der wichtigste Faktor: Sicherheit vor Schnäppchen

So sinnvoll cleveres Kaufen ist – auf einen besseren Preis zu warten, wenn die Reifen eigentlich runter sind, ist der teuerste Fehler überhaupt. Ein abgefahrener oder überalterter Reifen „spart" nichts, sondern verlängert den Bremsweg und erhöht das Unfallrisiko.

Faustregeln für die Entscheidung:

  • Profil: gesetzlich mindestens 1,6 mm, in der Praxis empfiehlt der ADAC den Wechsel ab 3 mm bei Sommerreifen und 4 mm bei Winterreifen. So messen Sie die Profiltiefe selbst.
  • Alter: Auch mit genügend Profil altern Reifen. Das Herstelldatum verrät die DOT-Nummer.
  • Recht: Was Sie fahren dürfen und müssen, fasst Reifen und Gesetz zusammen.

Kurz gesagt: Wenn der Reifen fällig ist, kaufen Sie jetzt. Wenn nicht, planen Sie mit Vorlauf und vergleichen in Ruhe die Preise.

Häufige Fragen

Wann sind Reifen am günstigsten?

Einen festen günstigsten Monat gibt es nicht. Sommerreifenpreise sind laut ADAC über das Jahr relativ stabil; bei Winterreifen kann antizyklisches Kaufen im Frühjahr Vorteile bringen, der Effekt wird aber kleiner. Wichtiger als der Stichtag ist ein Preisvergleich bei mehreren Anbietern.

Sollte ich Winterreifen schon im Sommer oder Frühherbst kaufen?

Für den kommenden Winter lohnt es sich, früh dran zu sein – etwa ab September. Nicht in erster Linie wegen des Preises, sondern wegen der besseren Verfügbarkeit beliebter Größen und Testsieger und freier Werkstatt-Termine. Beim ersten Schnee wird beides knapp.

Werden Reifen durch die geplanten EU-Zölle teurer?

Die EU-Entscheidung über Antidumpingzölle auf China-Reifen wird Anfang Juli 2026 erwartet. Bis dahin ändert sich nichts. Sollten die Zölle kommen, dürften vor allem Budget-Reifen aus China teurer werden, während in Europa produzierte Marken kaum betroffen sind.

Sind Auslaufmodelle oder Vorjahresreifen eine gute Wahl?

Oft ja – sie sind günstiger und technisch meist top. Prüfen Sie aber das Reifenalter über die DOT-Nummer: Fabrikneu sind Reifen bis etwa zwei bis drei Jahre nach Herstellung. Sehr alte Lagerware sollten Sie meiden.

Lohnt es sich, auf einen niedrigeren Preis zu warten?

Nur, wenn Ihre aktuellen Reifen noch sicher sind (genug Profil, nicht überaltert). Sind sie das nicht, hat Sicherheit Vorrang – dann kaufen Sie sofort. Ein längerer Bremsweg kostet mehr als jeder gesparte Euro.

Fazit

Den einen perfekten Kauftag gibt es nicht. Sommerreifenpreise sind übers Jahr stabil, der antizyklische Winterreifen-Vorteil schrumpft – und ein gründlicher Preisvergleich bringt fast immer mehr als das Warten auf den richtigen Monat. Der echte Hebel heißt Vorlauf: ein bis zwei Monate vor der Saison kaufen, dann stimmen Auswahl, Verfügbarkeit und Termin. Und über allem steht die Sicherheit: Sind die Reifen fällig, ist der beste Zeitpunkt immer jetzt.

Schlagwörter: Reifenkauf Kaufberatung Reifenpreise Saison Winterreifen

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