Radar Dimax Classic: In fünf Klassik-Größen der einzige Reifen im Regal
Wer einen Oldtimer oder Youngtimer bewegt, kennt das Problem aus eigener Erfahrung: Für schmale Felgen in 12, 13 oder 14 Zoll findet man im modernen Reifenhandel kaum noch frische Ware. Ein Blick in unser eigenes Sortiment zeigt, wie schief die Verteilung inzwischen ist. Von 35.564 lieferbaren Pkw-Reifen liegen 79 Prozent bei 16 Zoll und größer. Auf 14 Zoll und darunter entfallen zusammen nur 9,2 Prozent – und je kleiner das Rad, desto dünner wird es: 14 Zoll bringt noch 2.283 Reifen, 13 Zoll 926, und in 12 Zoll führen wir ganze 54 Artikel im gesamten Sortiment.
Genau in diese Lücke zielt der Radar Dimax Classic, ein Sommerreifen, den der Hersteller ausdrücklich für Klassiker entwickelt hat. Wir haben deshalb nicht über den Reifen philosophiert, sondern unser Regal ausgezählt: jede lieferbare Größe, jede Flankenausführung, jeden Preis. Stand aller Zahlen ist der 25. September 2026; Bestände und Preise ändern sich täglich, die Größenordnungen bleiben aber stabil. Das Ergebnis erklärt, warum dieser Reifen in der Klassikerszene einen Namen hat – und an einer Stelle müssen wir eine Angabe zurücknehmen, die in einer früheren Fassung dieses Beitrags stand.
Was der Dimax Classic ist – und woher er kommt
Hinter der Marke Radar steht Omni United. Das Unternehmen wurde nach eigener Darstellung 2003 in Singapur von GS Sareen gegründet; Radar ist die wichtigste Reifenmarke des Hauses. Vorgestellt wurde der Dimax Classic am 26. Februar 2018, und zwar standesgemäß auf der Londoner Messe „The London Classic Car Show", wo er auf einem Jaguar E-Type montiert gezeigt wurde. Omni United beschreibt ihn als Sport-Touring-Reifen, der „speziell für klassische und Vintage-Fahrzeuge" entwickelt wurde, mit Felgendurchmessern von 12 bis 15 Zoll (Quelle: Omni United).
Interessant ist der Blick auf die Startaufstellung: Zum Marktstart gab es die Linie in vier Größen und sechs Ausführungen, und der Hersteller kündigte damals an, bis Ende 2018 auf 15 Ausführungen zu wachsen. Heute, gut achteinhalb Jahre später, führen wir 27 lieferbare Artikel dieser Klassik-Familie. Aus einer Ankündigung ist also eine echte Serie geworden – das ist in diesem Nischensegment keineswegs selbstverständlich, in dem Linien oft nach kurzer Zeit wieder verschwinden.
Moderne Technik, klassische Optik: Darin liegt der Reiz. Das Profil ist eine zeitgemäße Auslegung eines klassischen Musters, während Aufbau und Gummimischung aus aktueller Fertigung stammen. Omni United verspricht sich davon eine höhere Laufleistung und einen kürzeren Bremsweg als bei betagten Altbeständen. Das sind allerdings ausdrücklich Herstellerangaben und keine unabhängig gemessenen Werte – eine Unterscheidung, die bei diesem Reifen noch an mehreren Stellen wichtig wird.
Fünfzehn Größen – und in fünf davon steht er allein
Wir führen aktuell 27 lieferbare Artikel dieser Klassik-Familie, verteilt auf 15 Größen. Das ist die erste Korrektur gegenüber der früheren Fassung dieses Beitrags: Dort war von „rund zwei Dutzend Größen" die Rede, tatsächlich sind es zwei Dutzend Artikel in 15 Größen – dieselbe Größe kommt mehrfach vor, weil es sie mit unterschiedlichen Flanken gibt. Die Verteilung nach Felgendurchmesser: 15 Zoll stellt mit 14 Artikeln den Schwerpunkt, dahinter 14 Zoll mit sechs, 13 Zoll mit fünf und 12 Zoll mit zwei Artikeln.
Die eigentlich aussagekräftige Zahl ist aber eine andere: Wie viele Reifen führen wir in dieser Größe überhaupt, von allen Marken zusammen? Dort zeigt sich, warum dieser Reifen für Klassikerfahrer relevant ist. In fünf Größen ist der Radar der einzige Reifen, den wir anbieten können – es gibt dort schlicht keine Alternative im Regal:
- 125 R12 – 2 Artikel im Shop, beide Radar
- 125 R15 – 2 Artikel, beide Radar
- 155 R15 – 1 Artikel, ein Radar
- 165 R15 – 2 Artikel, beide Radar
- 175 R14 – 1 Artikel, ein Radar
Knapp daneben liegen drei weitere Größen, in denen er die Auswahl dominiert: In 145 R13 stellt er zwei von drei Reifen (der dritte ist ein Pirelli), in 165 R14 einen von zwei neben einem Vredestein, in 185 R14 zwei von vier. Wer eine dieser acht Dimensionen braucht, entscheidet faktisch nicht zwischen Marken, sondern zwischen diesem Reifen und keinem neuen Reifen.
Ebenso ehrlich gehört die andere Seite dazu, denn sie betrifft die gängigeren Klassik-Maße. Sobald die Größe auch von modernen Fahrzeugen genutzt wird, ist der Radar einer unter vielen und keineswegs die naheliegende Wahl: In 185/70 R14 stehen seine zwei Artikel neben 127 anderen, in 185/70 R13 einer neben 35, in 215/70 R15 drei neben 25, in 175/50 R13 einer neben sechs. Dort haben Sie echte Auswahl und sollten sie nutzen – etwa bei den Reifen in 185/70 R14, wo etablierte Marken mit vollständigen Labelangaben zur Verfügung stehen. Zwei Maße, die eine frühere Fassung dieses Beitrags nannte, müssen wir ebenfalls streichen: 195/70 R14 und 205/70 R15 führen wir nicht in dieser Linie, obwohl wir in beiden Größen 60 bzw. 99 andere Reifen anbieten.
Weißwand: drei Ausführungen und ein überschaubarer Aufpreis
Das Detail, das Liebhaber an dieser Linie schätzen, ist die Seitenwand. Fahrzeuge der 1950er- bis 1970er-Jahre trugen ab Werk oft weiße Zierstreifen, und Omni United bietet den Reifen laut Pressemitteilung wahlweise mit schwarzer Flanke oder in einer „Retro-Weißwand-Ausführung" an. In unserem Regal ist das keine Marketingaussage, sondern nachzählbar: 13 der 27 Artikel tragen eine Weißwand-Kennung, verteilt auf zehn Größen.
Dabei ist Weißwand nicht gleich Weißwand – die Artikel unterscheiden drei Varianten. Die Kennung WSW steht für die klassische, breite Weißwand, WSW-N für die schmalere Ausführung, und bei einzelnen Artikeln ist die Streifenbreite direkt angegeben, etwa als 20 oder 40 Millimeter. Für die Optik eines bestimmten Fahrzeugs ist das der entscheidende Punkt: Ein zu breiter Streifen an einem Wagen, der ab Werk einen schmalen trug, fällt sofort unangenehm auf. Prüfen Sie deshalb die Kennung auf der Artikelseite, nicht nur den Modellnamen.
Was kostet die weiße Flanke? Das lässt sich sauber beantworten, weil es acht Größen gibt, in denen wir dieselbe Dimension mit identischem Last- und Geschwindigkeitsindex sowohl schwarz als auch in Weißwand führen. Der Aufpreis für die jeweils günstigste Weißwand-Ausführung liegt im Median bei 9,48 Euro pro Reifen, im Mittel bei 12,27 Euro, und die Spanne reicht von 4,34 Euro bis 25,76 Euro. Auf vier Räder gerechnet sind das meist 40 bis 50 Euro für den originalgetreuen Auftritt – gemessen an dem, was eine Restaurierung sonst kostet, eine überschaubare Position. Teurer wird es nur, wenn Sie eine bestimmte Streifenbreite brauchen: In 185/70 R15 etwa kostet die schmale Ausführung 6,47 Euro Aufpreis, die Variante mit ausgewiesenen 20 Millimetern dagegen gut 40 Euro mehr als die schwarze.
Warum wir Ihnen zu diesem Reifen keine EU-Label-Werte nennen
Hier müssen wir eine Angabe ausdrücklich zurücknehmen. Eine frühere Fassung dieses Beitrags nannte für alle Größen die Werte E für die Kraftstoffeffizienz, E für die Nasshaftung und rund 79 Dezibel Rollgeräusch – und zog daraus den Schluss, der Reifen bremse auf Nässe deutlich schlechter als ein moderner Premiumreifen. Diese Angabe war nicht belastbar, und wir nehmen sie zurück.
Der Grund liegt in der Datenherkunft. Die Kombination „E / E / 79 Dezibel" taucht in unseren Beständen bei 1.063 Artikeln von 53 verschiedenen Marken auf – darunter auch bei Pirelli, Michelin und Hankook, deren aktuelle Linien solche Werte nachweislich nicht tragen. Es handelt sich also nicht um ein Messergebnis, sondern um einen Platzhalter, der eingesetzt wird, wenn echte Labelwerte im Datenstamm fehlen. Bei allen 27 Klassik-Artikeln stehen exakt dieselben drei Werte, von 125 R12 bis 235/70 R15. Reale Labelwerte unterscheiden sich zwischen so unterschiedlichen Dimensionen praktisch immer – dass sie hier identisch sind, ist das Erkennungszeichen des Platzhalters.
Wir haben deshalb in der öffentlichen EU-Produktdatenbank EPREL gegengeprüft, in der Reifen für den europäischen Markt registriert werden. Zu keiner der geführten Artikelnummern dieser Linie ließ sich dort über die GTIN ein Eintrag finden. Damit liegen uns für den Dimax Classic keine überprüfbaren Labelwerte vor, und wir nennen deshalb bewusst keine. Was die einzelnen Klassen bedeuten und wo Sie sie im Zweifel selbst nachschlagen, erklärt unsere Infoseite zum EU-Reifenlabel.
Was heißt das praktisch? Verlassen Sie sich bei diesem Reifen auf das, was gesichert ist: Es ist ein reiner Sommerreifen, ausgelegt für klassische Fahrzeuge mit geringer Fahrleistung. Wer belastbare Nassbrems- und Effizienzwerte braucht, weil er viel und bei jedem Wetter fährt, ist mit einer Marke besser beraten, die vollständige Labelangaben liefert. Und noch eine Einordnung, die unverändert gilt: Unabhängige Vergleichstests zu diesem Nischenreifen existieren nicht – weder von ADAC noch von Stiftung Warentest oder GTÜ. Wer Ihnen ein Testurteil zu diesem Reifen präsentiert, sollte die Quelle nennen können.
Was der Reifen kostet – und was den Preis treibt
Die Preisspanne ist größer, als man bei einer Nischenlinie erwartet. Der günstigste Dimax Classic kostet derzeit 59,41 Euro – das ist der Radar Dimax Classic 125 R15 68S mit schwarzer Flanke. Nach oben geht es bis 182,47 Euro für die größte Dimension in Weißwand. Auch das ist eine kleine Korrektur: Eine frühere Fassung sprach von Preisen „ab rund 50 Euro". Der 51,91-Euro-Reifen in 145 R13 ist zwar real, gehört aber zur Schwesterlinie Renegade Classic und nicht zum Dimax Classic.
Drei Faktoren treiben den Preis, und alle drei können Sie beim Kauf steuern. Erstens die Dimension: Je größer und breiter, desto teurer – in 235/70 R15 beginnt es bei 123,53 Euro, in 175 R14 bei 63,28 Euro. Zweitens die Flanke, wie oben gezeigt. Und drittens gibt es innerhalb derselben Größe teils erhebliche Unterschiede zwischen einzelnen Artikeln, weil Lieferchargen und Ausführungen variieren – in 215/70 R15 reicht die Spanne von 99,77 bis 128,26 Euro. Ein Preisvergleich innerhalb der eigenen Größe lohnt hier also mehr als bei Massenreifen. Einen vollständigen Überblick über alle lieferbaren Maße und tagesaktuellen Preise gibt der Modell-Überblick zum Radar Dimax Classic.
Für wen er passt, und worauf Sie vor dem Kauf achten
Der Dimax Classic ist die richtige Wahl, wenn drei Dinge zusammenkommen: Sie brauchen eine seltene, schmale Größe, Sie bewegen das Fahrzeug überwiegend bei trockenem, mildem Wetter und mit überschaubarer Jahresleistung, und Sie legen Wert auf eine zeitgemäße Optik samt Weißwand-Option. In den fünf oben genannten Größen ist die Frage ohnehin schnell entschieden, weil es keine Alternative gibt. Umgekehrt gilt: Fahren Sie viel, stellen Sie hohe Ansprüche an Nässe und Effizienz, oder ist Ihre Größe eine gängige, dann greifen Sie besser zu einem Marken-Sommerreifen mit vollständigen Labelangaben. Tiefer ins Thema geht unser ausführlicher Ratgeber zu Reifen für Oldtimer und Youngtimer.
Vor dem Kauf lohnt ein prüfender Blick auf vier Punkte:
- Größe und Kennung exakt übernehmen: Breite, Querschnitt, Felgendurchmesser sowie Last- und Geschwindigkeitsindex müssen zu Ihren Fahrzeugpapieren passen. Die eingetragenen Werte stehen in der Zulassungsbescheinigung beziehungsweise im Gutachten. Ein niedrigerer Index ist tabu, ein höherer ist zulässig.
- Weißwand-Kennung prüfen: Achten Sie auf WSW, WSW-N oder die Millimeterangabe – die Streifenbreite entscheidet über den originalgetreuen Auftritt und ist nach der Montage nicht mehr korrigierbar.
- Reifenalter zählt beim Klassiker doppelt: Solche Fahrzeuge stehen oft monatelang, und Reifen altern auch ohne Laufleistung. Prüfen Sie die DOT-Nummer, achten Sie auf ein einheitliches Alter aller vier Reifen und kontrollieren Sie die Flanken auf feine Risse. Warum stehende Reifen porös werden, lesen Sie im ausführlichen Ratgeber zu porösen und rissigen Reifen.
- Schlauch oder schlauchlos: Ob Ihre Felge einen Schlauch braucht, hängt vom Rad ab und nicht vom Reifen. Im Zweifel klärt das ein Fachbetrieb – Montage und Auswuchten sollten Sie bei historischen Rädern ohnehin Profis überlassen.
Unterm Strich: Der Radar Dimax Classic ist kein Testsieger und will es nicht sein. Er ist ein bezahlbarer, neu produzierter Sommerreifen für ein Segment, in dem die Auswahl selten geworden ist – und in fünf Größen unseres Sortiments ist er die einzige Möglichkeit, überhaupt einen frischen Reifen zu bekommen. Genau das macht ihn für Klassikerfreunde interessant, und genau deshalb sagen wir bei den Labelwerten lieber „wissen wir nicht" als eine Zahl, die wir nicht belegen können. Ein gutes Beispiel für die kleinen Dimensionen ist der Radar Dimax Classic 175 R14 88H, für die Weißwand-Optik der Radar Dimax Classic 155 R15 82S.
Häufige Fragen
Kann ich den Dimax Classic im Winter fahren?
Nein. Alle 27 Artikel dieser Linie sind als Sommerreifen geführt, keiner trägt das Alpine-Symbol mit der Schneeflocke. Bei Schnee, Eis und Kälte ist der Reifen weder gedacht noch geeignet. Für Klassiker ist das in der Praxis selten ein Problem, weil sie meist als Schönwetter- oder Saisonfahrzeug bewegt werden.
Was bedeutet die Kennung WSW auf der Flanke?
WSW steht für „White SideWall", also die weiße Seitenwand. WSW-N bezeichnet die schmalere Ausführung, und bei manchen Artikeln ist die Streifenbreite zusätzlich in Millimetern angegeben. Die Kennung finden Sie auf der Artikelseite hinter der Größenangabe – sie ist das einzige verlässliche Merkmal, weil der Modellname bei schwarzer und weißer Flanke identisch lautet.
Woran erkenne ich, ob es in meiner Größe überhaupt Alternativen gibt?
Rufen Sie die Größenseite zu Ihrer Dimension auf: Dort sehen Sie alle lieferbaren Reifen dieser Größe. In den kleinen Klassik-Maßen ist die Liste oft nur einen oder zwei Einträge lang, in gängigen Maßen wie 185/70 R14 dagegen mehr als hundert. Diese eine Seite beantwortet die Frage schneller als jede Kaufberatung.