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Sommerreifen – Ratgeber im Magazin

Firestone Roadhawk 2: 130-mal Nasshaftung A – und in 34 von 39 Fällen ist der Vorgänger teurer

· 17 Min. Lesezeit · Aktualisiert am 11.10.2026
Silberner Kompaktwagen auf nasser Straße, Gischt am Vorderreifen (KI-generiert, OpenAI)
Silberner Kompaktwagen auf nasser Straße, Gischt am Vorderreifen (KI-generiert, OpenAI)

Der Firestone Roadhawk 2 ist der Brot-und-Butter-Sommerreifen der US-Traditionsmarke, die heute zum Bridgestone-Konzern gehört. Er soll das leisten, was die meisten Autofahrer wirklich brauchen: sicher bremsen, wenig kosten. Wir haben dafür nicht nur die Werbeversprechen gelesen, sondern unseren kompletten Roadhawk-Bestand ausgewertet – alle 200 lieferbaren Ausführungen beider Generationen mit ihren EU-Labels, Stand 9. Oktober 2026 – und den ADAC-Sommerreifentest 2026 Messwert für Messwert danebengelegt. Jeder Preis in diesem Beitrag ist am 11. Oktober 2026 noch einmal einzeln live geprüft worden.

Diese zweite Messung hat uns zu einer unangenehmen Entdeckung über unseren eigenen Beitrag gezwungen: Die drei Beispiele, mit denen wir im Juli die Preisfalle belegt haben, stehen nicht mehr im Regal. Was daraus folgt, steht weiter unten – und es ist die eigentliche Geschichte dieser Reifenfamilie.

Wo der Roadhawk 2 heute im Regal steht

Firestone ist die preiswerte Schwestermarke unter dem Dach von Bridgestone – wer mehr zur Herkunft wissen möchte, findet das in unserem Porträt der Marke Firestone; alle lieferbaren Reihen listet die Markenseite von Firestone. Von insgesamt 478 Firestone-Ausführungen in unserem Sortiment stellt die Roadhawk-Familie mit 200 Einträgen den größten Block. Der Roadhawk 2 ist die Neuauflage des Roadhawk und zielt auf das größte Segment überhaupt: Kompakt- und Mittelklassewagen, die im Alltag bewegt werden.

Bei uns ist er derzeit in 130 Ausführungen und 106 verschiedenen Größen lieferbar, von 16 bis 22 Zoll. Die Preise reichen von 57,83 Euro für die 205/55 R16 in der Ausführung 91V bis 257,90 Euro für die 285/40 R22; der mittlere Preis über alle Ausführungen liegt bei 108,30 Euro. Auffällig ist die Verteilung: Der Schwerpunkt liegt klar auf 16 bis 18 Zoll mit jeweils rund 30 Ausführungen – genau dort, wo der deutsche Fahrzeugbestand am dichtesten ist.

Der Preis klettert dabei erwartbar mit dem Felgendurchmesser, und zwar in einer sauberen Treppe. Die mittleren Preise je Zollgröße: 16 Zoll 91,87 Euro · 17 Zoll 101,53 Euro · 18 Zoll 111,90 Euro · 19 Zoll 124,09 Euro · 20 Zoll 153,90 Euro · 21 Zoll 187,51 Euro · 22 Zoll 257,90 Euro. Wer also bei einem Autokauf zwischen zwei Radgrößen wählen kann, entscheidet damit auch über jeden künftigen Reifensatz – zwischen 16 und 20 Zoll liegen in dieser einen Modellreihe gut 60 Euro pro Reifen. Umgekehrt gilt: Die Spannen überlappen sich stark. Die günstigste 20-Zoll-Ausführung kostet 86,16 Euro und damit weniger als der Durchschnitt in 16 Zoll – die Treppe gilt für die Mitte, nicht für jeden Einzelfall.

Der Roadhawk 2 ist damit kein Sportreifen und will es auch nicht sein. Sein Anspruch ist der eines soliden Touring-Sommerreifens zum kleinen Preis – die Klasse, in der die meisten Reifen in Deutschland verkauft werden. Genau deshalb lohnt der genaue Blick: Bei einem Reifen, der so breit gefahren wird, entscheiden schon kleine Stärken und Schwächen über sehr viele Kilometer.

Nasshaftung A – inzwischen in beiden Generationen lückenlos

Das ist der klare Trumpf des Roadhawk 2. In unserer Auswertung trägt er die EU-Bestnote A bei der Nasshaftung in allen 130 lieferbaren Ausführungen – ohne eine einzige Ausnahme. Das ist für einen Reifen dieser Preisklasse bemerkenswert, denn die Nasshaftungsklasse steht auf dem EU-Reifenlabel für den Nassbremsweg und ist die sicherheitsrelevanteste der drei Kennwerte. Sie reicht von A (beste) bis E (schlechteste); A ist also das Maximum. Gemessen wird in einem genormten Nassbremstest, sodass sich die Klassen herstellerübergreifend vergleichen lassen. Ein A statt eines C kann bei Nässe je nach Bedingungen mehrere Meter kürzeren Bremsweg bedeuten – Meter, die im Ernstfall über einen Aufprall entscheiden.

Hier müssen wir unseren eigenen Beitrag korrigieren. Im Juli war das lückenlose A noch ein Unterscheidungsmerkmal zwischen den Generationen: Damals trugen drei Ausführungen des älteren Roadhawk nur ein B. Diese drei Einträge sind inzwischen aus dem Sortiment verschwunden. Heute gilt: Auch der alte Roadhawk trägt in allen 70 verbliebenen Ausführungen Nasshaftung A. Wer die Generationen vergleicht, kann sich beim Nassbremsen also nicht mehr am Label orientieren – der Unterschied liegt heute ausschließlich bei Kraftstoffeffizienz, Geräusch und Preis.

Wichtig zur Einordnung: Die Klasse A ist eine Herstellerangabe nach einem genormten EU-Prüfverfahren, kein unabhängiger Test des ganzen Reifens. Sie beschreibt allein das Nassbremsen – nicht Kurvenhalt, Aquaplaning oder Laufleistung. Wie Sie die drei Symbole richtig deuten, erklären wir Schritt für Schritt in unserem ausführlichen Ratgeber zum Lesen des Reifenlabels. Als verlässliches Signal für gutes Nassbremsen ist das durchgängige A aber ein echtes Pfund – und es ist der Grund, warum dieser Reifen überhaupt eine ernsthafte Empfehlung wert ist.

Effizienz und Geräusch hängen an der Ausführung – nicht am Modellnamen

Bei der Kraftstoffeffizienz zeigt der Roadhawk 2 ein gemischteres Bild. Der Großteil unserer Ausführungen liegt bei Klasse B (95 von 130), ein knappes Viertel bei C (32), und drei Ausführungen erreichen sogar A. Das Rollgeräusch nach EU-Label bewegt sich durchweg zwischen 70 und 73 Dezibel, der typische Wert ist 71 – er steht auf 115 der 130 Ausführungen.

Die drei A-Kandidaten sind interessant, weil sie dem Klischee widersprechen, große Reifen seien automatisch durstig: Es sind die 235/60 R18 107V für 106,35 Euro, die 255/40 R21 in 102Y für 187,51 Euro und die 285/40 R22 in 110Y für 257,90 Euro – also ausgerechnet die großen SUV-Dimensionen. Umgekehrt trägt die kleine, verbreitete 205/55 R16 überwiegend nur ein C.

Und hier wird es für den Kauf richtig praktisch: Selbst innerhalb ein und derselben Größe kann die Klasse abweichen. In 205/55 R16 führen wir vier Ausführungen des Roadhawk 2 – die Varianten 91V (57,83 Euro), 91H (63,27 Euro) und 91W (69,56 Euro) tragen Effizienzklasse C, die Ausführung 94V (69,21 Euro) dagegen B. Es ist also nicht einmal die Größe allein, sondern die konkrete Ausführung mit ihrem Last- und Geschwindigkeitsindex, die über die Klasse entscheidet. Dasselbe Muster in 225/55 R17: Die Ausführung 101Y kostet 101,53 Euro, die 101W mit identischem Lastindex 108,29 Euro – bei gleichem Label.

Daraus folgt eine Lehre, die weit über diesen Reifen hinausgeht: Die Effizienzklasse ist keine Modelleigenschaft, sondern eine Eigenschaft der einzelnen Ausführung. Prüfen Sie deshalb immer das Label genau der Ausführung, die auf Ihr Auto gehört – dieselbe Modellbezeichnung sagt für sich genommen noch gar nichts. Welche Kürzel und Indizes zwei scheinbar gleiche Angebote unterscheiden, haben wir im Beitrag über das Kennzeichnungsfeld auf der Reifenflanke auseinandersortiert. Wer hier zwei Minuten investiert, findet im selben Regal manchmal die sparsamere Variante zum praktisch gleichen Preis.

Was der ADAC-Test 2026 wirklich sagt

Ein Label allein macht keinen Reifen. Der ADAC hat den Roadhawk 2 im Sommerreifentest 2026 in der Größe 225/50 R17 erstmals geprüft und vergibt das Gesamturteil 2,6. Die Struktur dahinter erklärt genau, wo der Reifen steht: Die Fahrsicherheit, die mit 70 Prozent in die Note eingeht, bewertet der ADAC mit 2,4 – darin trockene Fahrbahn (40 Prozent) mit 2,3 und nasse Fahrbahn (60 Prozent) mit 2,5. Die Umweltbilanz (30 Prozent) kommt dagegen nur auf 3,0, zusammengesetzt aus Laufleistung 3,0, Reifenabrieb 3,0, Effizienz 2,5, Geräusch 2,9 und Nachhaltigkeit 3,3.

Ein verbreitetes Missverständnis räumen wir gleich mit aus: Die Teilnote 2,3 steht nicht für einen besonders kurzen Trockenbremsweg, sondern für das gesamte Verhalten auf trockener Fahrbahn inklusive Handling und Lenkpräzision. Der gemessene Trockenbremsweg aus 100 km/h liegt bei 34,9 Metern – im Testfeld reichte die Spanne von 33,9 bis 36,7 Meter. Der Roadhawk 2 bremst trocken also solide im Mittelfeld, nicht herausragend. Der ADAC nennt bei den Schwächen ausdrücklich „leichte Schwächen bei der Präzision auf trockener Fahrbahn“.

Bei Nässe ist das Bild zweigeteilt und lohnt den genauen Blick. Auf nassem Asphalt bremst der Reifen aus 80 km/h in 34,9 Metern (Feld: 30,1 bis 37,9 m), auf nassem Beton braucht er 40,1 Meter (Feld: 32,3 bis 44,5 m) – dort liegt er also deutlich in der hinteren Hälfte. Beim Aquaplaning längs schwimmt er bei 77,2 km/h auf, der beste Reifen im Test hielt bis 79,7 km/h. Die Nassnote 2,5 ist damit ein knappes Gut, das der ADAC selbst mit den Worten kommentiert, der Reifen komme bei den Bremswegmessungen und im Aquaplaning längs „nicht über befriedigende Bewertungen hinaus“. Gleichzeitig lobt er ausdrücklich das Nasshandling: Der Testwagen lasse sich „sicher und präzise über den Kurs manövrieren“. (Quelle: ADAC Sommerreifentest 2026, Firestone Roadhawk 2 in 225/50 R17, abgerufen am 11.10.2026.)

Die Laufleistung zieht die Note aktiv nach unten – und sie bestimmt die Kaufrechnung

Der entscheidende Punkt steht im Kleingedruckten der Testtabelle, und er ist mehr als eine Fußnote. Die Teilnote Laufleistung 3,0 trägt beim ADAC den Vermerk „Note führt zur Abwertung des Hauptkriteriums“. Das heißt: Die schwache Laufleistung hat die Umweltbilanz nicht nur rechnerisch belastet, sie hat sie nach den Testregeln zusätzlich abgewertet. Ohne diesen Mechanismus stünde der Reifen im Gesamturteil besser da.

Wie groß der Rückstand ist, zeigt die Messung. Der ADAC prognostiziert für den Roadhawk 2 eine Laufleistung von 36.700 Kilometern bis zur gesetzlichen Mindestprofiltiefe. Im selben Test reichte die Spanne von 26.100 bis 57.800 Kilometer. Der beste Reifen des Feldes hält also gut 21.000 Kilometer länger – bei gleicher Größe und gleichem Fahrprofil. Dazu passt der gemessene Abrieb von 95 mg/km/t (Feld: 54 bis 131), ebenfalls mit der Note 3,0.

Das ist die ehrliche Schwäche dieses Reifens, und sie ist der genaue Gegenpol zum starken Label: Das Nasshaftungs-A sagt nichts über die Haltbarkeit. Wie stark Laufleistungen zwischen Modellen und Fahrprofilen schwanken, ordnen wir im Ratgeber Wie viele Kilometer halten Reifen wirklich? ein. Immerhin: Bei der Effizienz holt der Roadhawk 2 mit der Teilnote 2,5 Boden gut, der ADAC führt „gute Effizienz“ ausdrücklich unter den Stärken – gemessen wurden 5,7 l/100 km bei 100 km/h in einem Feld von 5,4 bis 6,0 Litern.

Daraus folgt die eigentliche Kaufrechnung, und sie fällt differenzierter aus, als die Note 2,6 vermuten lässt: Rechnen Sie in Cent pro Kilometer, nicht in Euro pro Reifen. Ein Reifen, der 20 Euro weniger kostet, sich aber ein Drittel früher abfährt, kann unterm Strich teurer sein als ein hochwertigeres Modell. Umgekehrt gilt aber genauso: Eine hervorragende Laufleistung nützt wenig, wenn Sie das Auto ohnehin nur 8.000 Kilometer im Jahr bewegen und die Reifen wegen ihres Alters wechseln, lange bevor das Profil unten ist. Genau da liegt der Punkt für den Roadhawk 2: Bei niedriger bis mittlerer Jahresfahrleistung spielt seine kürzere Standzeit kaum eine Rolle, weil das Alter des Reifens zuerst zum Kriterium wird. Bei hoher Fahrleistung dreht sich das Verhältnis um – dann zahlen Sie die schwächere Laufleistung im nächsten Reifensatz. Wer den Reifen ausreizen möchte, hält den Luftdruck penibel im Soll und lässt die Achsen regelmäßig prüfen: Beides bremst den Verschleiß spürbar und ist der billigste Hebel überhaupt.

Wo Label und Test auseinandergehen: das Abrollgeräusch

Hier lohnt sich der Vergleich beider Quellen besonders, weil sie auf den ersten Blick zu widersprechen scheinen. Das EU-Label weist für die getestete Ausführung 71 dB aus – ein Wert, der nach Label-Logik gut aussieht. Der ADAC dagegen führt „hohes Abrollgeräusch“ ausdrücklich unter den Schwächen und vergibt für Geräusch nur die Teilnote 2,9. Gemessen hat er ein Vorbeifahrgeräusch nach ISO von 73,8 dB(A), bei einem Testfeld von 70,2 bis 74,3 dB(A) – also nahe am lautesten Ende.

Ein Widerspruch ist das nicht, sondern ein Lehrstück über die Aussagekraft des Labels. Der Label-Wert stammt aus einem genormten Typprüfverfahren und wird vom Hersteller erklärt; die ADAC-Messung findet am realen Testreifen unter Testbedingungen statt. Beide Zahlen sind korrekt – sie messen nur nicht dasselbe und sind deshalb nicht direkt vergleichbar. Wer also aus einer niedrigen Dezibelzahl auf dem Label auf einen leisen Innenraum schließt, zieht den falschen Schluss: Was Sie im Auto hören, ist das Abrollgeräusch, und das steht auf dem Label schlicht nicht.

Wenn Geräusch für Sie ein Kaufkriterium ist – etwa weil Sie viel Autobahn fahren –, ist der Roadhawk 2 nicht die naheliegende Wahl. Worauf es dabei wirklich ankommt, haben wir im Beitrag über leise Reifen und ihre Geräuschwerte zusammengetragen.

Roadhawk oder Roadhawk 2? Der Abstand ist kleiner geworden – an einer Stelle aber gewaltig

Jetzt kommt der Teil, in dem wir uns selbst korrigieren müssen. Im Juli haben wir hier geschrieben, der ältere Roadhawk sei „in 64 von 70 gemeinsamen Größen der teurere Reifen“, und das mit zwei spektakulären Fällen belegt: In 205/55 R16 habe der alte Roadhawk 210,40 Euro gekostet, der Roadhawk 2 nur 59,80 Euro; in 225/50 R17 seien es 245,60 beziehungsweise 269,20 Euro gegen 94,00 Euro gewesen. Keiner dieser Belege existiert heute noch. Der alte Roadhawk steht in 205/55 R16 überhaupt nicht mehr im Regal, und in 225/50 R17 ist von zwei teuren Einträgen genau einer übrig – zu 127,80 Euro.

Deshalb haben wir neu gemessen, und zwar strenger als im Juli: Verglichen wird jetzt nur bei identischer Größe und identischem Last-/Geschwindigkeitsindex, weil ein 98W und ein 98Y nicht dasselbe Produkt sind. So bleiben 39 saubere Vergleichspaare. Das Ergebnis: In 34 von 39 Paaren ist der ältere Roadhawk der teurere Reifen, in fünf der neuere. Der mittlere Preisabstand liegt beim Faktor 1,35 – in 25 Paaren zahlt man für den Vorgänger mindestens 20 Prozent mehr, in 11 mindestens die Hälfte mehr, in 3 das Doppelte oder mehr. Die Regel stimmt also weiter, aber sie ist deutlich moderater als unsere Juli-Zahlen suggerierten.

Ein Fall sprengt den Rahmen trotzdem: In 205/60 R16 in der Ausführung 92H kostet der Roadhawk 2 derzeit 83,64 Euro, der alte Roadhawk in genau derselben Größe und Ausführung 510,26 Euro – das Sechsfache, bei praktisch identischem Label (beide C bei der Effizienz, beide A bei der Nasshaftung, 70 gegen 71 Dezibel). Alle lieferbaren Alternativen zeigt die Übersicht zu Reifen in 205/60 R16. Weitere deutliche Abstände: 225/60 R16 in 98Y mit 123,49 gegen 354,07 Euro und 215/45 R18 in 93Y mit 104,36 gegen 250,86 Euro.

Der Ehrlichkeit halber die Gegenrichtung: In fünf Paaren ist die neue Generation die teurere. Am klarsten in 225/55 R17 101W – dort kostet der Roadhawk 2 108,29 Euro, der alte Roadhawk 89,58 Euro. Wer dort sparen will und mit Effizienzklasse C statt B leben kann, fährt mit dem Vorgänger günstiger. Pauschal „immer die 2 nehmen“ ist also falsch; richtig ist: Vergleichen Sie alle Größen des Roadhawk 2 mit denen des älteren Roadhawk, bevor Sie bestellen – und lassen Sie sich von einer Trefferliste, die nur nach „Firestone“ und Ihrer Größe sortiert ist, nicht zum falschen Reifen führen. Warum solche Preisabstände bei gleichnamigen Reifen überhaupt entstehen und welche drei Muster dahinterstecken, haben wir in unserer Auswertung der Preisfallen beim Reifenkauf über den gesamten Katalog hinweg aufgeschlüsselt.

Die Vorgängerreihe schrumpft – und 15 Zoll hängt daran

Der wichtigste Befund dieser zweiten Messung ist keine einzelne Zahl, sondern eine Bewegung. Im Juli führten wir den alten Roadhawk noch mit 119 Ausführungen. Heute sind es 70 – ein Rückgang um gut 40 Prozent in weniger als drei Monaten. Die Zahl der Größen ist auf 52 gesunken; von diesen 52 Größen gibt es 16 nur noch beim Vorgänger, 36 in beiden Generationen. Beim Roadhawk 2 ist im gleichen Zeitraum praktisch nichts passiert (131 auf 130 Ausführungen).

Das erklärt rückblickend auch die verschwundenen Extrempreise: Auslaufende Baureihen werden nicht nachgekauft. Restgrößen werden knapp, die Preise einzelner Resteinträge klettern – und irgendwann ist der Eintrag ganz weg. Wer also beim Vergleich zweier Generationen eine auffällige Preisdifferenz sieht, sieht in der Regel kein technisches Argument, sondern den Endspurt eines Restbestands.

Für eine Gruppe ist das mehr als eine Randnotiz: Wer 15 Zoll fährt, bekommt in dieser Familie ausschließlich den alten Roadhawk. Der Roadhawk 2 beginnt bei 16 Zoll. Der Vorgänger deckt 15 Zoll derzeit mit 24 Ausführungen in 13 Größen ab – von 165/65 R15 bis 215/65 R15, zu Preisen zwischen 58,22 und 125,50 Euro, im Mittel 73,64 Euro. Das ist für Kleinwagenfahrer eine gute Nachricht und ein Warnsignal in einem: Die Auswahl ist heute noch ordentlich, aber sie liegt in einer Reihe, die sichtbar abgebaut wird. Wenn Ihre 15-Zoll-Größe dabei ist und der Preis stimmt, ist Warten keine Strategie.

Dasselbe gilt für drei Nischengrößen oberhalb von 15 Zoll, die nur der Vorgänger führt: 225/35 R19, 265/35 R18 und 245/35 R20. In 225/35 R19 bedeutet das allerdings 507,89 Euro für den einzigen Eintrag der Familie – hier lohnt der Blick auf andere Marken deutlich mehr als die Markentreue.

Der Test-Check: Was kostet die getestete Größe im Shop?

Weil ein Testergebnis nur so viel wert ist, wie es sich in einen Kauf übersetzen lässt, haben wir die ADAC-Testgröße gegen unser Sortiment geprüft. In 225/50 R17 ist der getestete Roadhawk 2 bei uns lieferbar: die Ausführung 98Y für 98,54 Euro. Der ADAC führt für seinen Testreifen einen Preis von 132 Euro – unser Angebot liegt also gut 33 Euro darunter.

Besonders aufschlussreich ist die Gegenprobe beim Label. Der ADAC weist für den Testreifen die Kombination B/A, 71 dB aus – exakt die Werte, die auch unsere Ausführung 98Y trägt. Der getestete Reifen und der bestellbare Reifen sind hier also nachweislich dasselbe Produkt; das ist bei Reifentests keineswegs selbstverständlich, weil oft eine andere Ausführung geprüft wurde als die im Handel gängige. Der ADAC nennt als Produktionsland des Testreifens übrigens Ungarn.

Und die Preisfalle? Sie ist in dieser Größe deutlich kleiner geworden, aber nicht verschwunden: Der alte Roadhawk steht hier noch mit einem Eintrag zu 127,80 Euro – in der Ausführung 98W, also mit niedrigerem Geschwindigkeitsindex, und mit Effizienzklasse C statt B. Wer nach dem Test schlicht „Firestone 225/50 R17“ sucht, zahlt im schlechteren Fall rund 30 Prozent mehr für den älteren, nicht getesteten Reifen. Vom Dreifachen, das wir im Juli gemessen hatten, ist nichts übrig – das Beispiel zeigt gut, wie schnell eine Preisaussage im Reifenhandel veraltet.

Für wen sich der Roadhawk 2 lohnt

Der Roadhawk 2 ist ein ehrlicher Preis-Leistungs-Reifen für Alltagsfahrer, die Sicherheit beim Bremsen und einen fairen Preis über die letzten Kilometer Laufleistung stellen. Für Wenig- und Normalfahrer, die ihr Auto vor allem im Pendel- und Wochenendbetrieb bewegen, ist er eine sinnvolle Wahl – der ADAC spricht hier von einer leicht eingeschränkten Kaufempfehlung und nennt den Reifen für Wenigfahrer ausdrücklich „eine gute Alternative“. Wer dagegen sehr viele Kilometer im Jahr abspult oder überwiegend Autobahn fährt, sollte die schwächere Laufleistung und das hohe Abrollgeräusch einpreisen: Ein etwas teurerer Reifen mit längerer Standzeit rechnet sich dann schnell.

Günstige Marken pauschal abzuschreiben, wäre falsch – warum, zeigen wir im Ratgeber dazu, wie Sie günstige Reifen und No-Name-Marken einschätzen. Wenn der Roadhawk 2 zu Ihrem Fahrprofil passt, sind das gute Einstiegskandidaten:

Tipp: Prüfen Sie beim Kauf das Herstellungsdatum (DOT-Nummer) – gerade bei auslaufenden Restgrößen kann Ware länger gelegen haben. Und behalten Sie das Profil im Auge: Bei Sommerreifen sollten Sie spätestens ab 3 Millimetern über einen Wechsel nachdenken, auch wenn die gesetzliche Grenze bei 1,6 Millimetern liegt.

Eine Übersicht aller lieferbaren Modelle finden Sie in unserer Kategorie PKW-Sommerreifen; die passenden Alternativen in Ihrer Größe zeigt zum Beispiel die Seite zu Reifen in 205/55 R16.

Häufige Fragen

Ist der Firestone Roadhawk 2 ein guter Sommerreifen?

Für seine Preisklasse ja: Er bremst laut ADAC-Test 2026 sicher (Fahrsicherheit 2,4, Gesamtnote 2,6) und trägt auf dem EU-Label ausnahmslos die Bestnote A bei der Nasshaftung. Seine Schwächen sind die geringe prognostizierte Laufleistung von 36.700 Kilometern und das hohe Abrollgeräusch – für Vielfahrer ist er daher weniger geeignet als für Normal- und Wenigfahrer.

Worin unterscheiden sich die beiden Roadhawk-Generationen im Alltag?

Beide tragen inzwischen durchgängig Nasshaftung A. Der Unterschied liegt bei der Kraftstoffeffizienz: Der Roadhawk 2 schafft meist Klasse B, der ältere Roadhawk in 65 von 70 Ausführungen nur C. Dafür deckt der Vorgänger die 15-Zoll-Größen ab, die der Roadhawk 2 nicht führt. In 34 von 39 direkt vergleichbaren Paaren ist der Vorgänger der teurere Reifen.

Warum ist ein Reifen mit Label-A bei Nässe nicht automatisch sicher?

Die Nasshaftungsklasse A beschreibt ausschließlich den Nassbremsweg in einem genormten Verfahren. Kurvenhalt, Aquaplaning, Laufleistung und Geräusch stehen nicht auf dem Label. Beim Roadhawk 2 zeigt sich das deutlich: Label-A bei der Nasshaftung, aber nur befriedigende Bewertungen beim Aquaplaning längs und bei der Laufleistung.

Schlagwörter: Firestone Roadhawk 2 Sommerreifen EU-Reifenlabel Nasshaftung Laufleistung

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