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Profil & Verschleiß

Reifen-Check vor dem Urlaub: Die Checkliste vor der langen Fahrt

· 7 Min. Lesezeit · von Reifentiefpreis · Aktualisiert am 29.06.2026
Mann prüft vor der Urlaubsfahrt das Profil am Vorderreifen eines voll beladenen Kombis mit Dachbox in sonniger Einfahrt
Mann prüft vor der Urlaubsfahrt das Profil am Vorderreifen eines voll beladenen Kombis mit Dachbox in sonniger Einfahrt

Endlich Urlaub: Das Auto ist bis unters Dach beladen, die Route steht – und dann sollen Ihre Reifen über Hunderte Kilometer Autobahn bei sommerlicher Hitze tragen, was sonst der Alltag verlangt. Volle Zuladung, hohes Dauertempo und heißer Asphalt sind für Reifen die härteste Belastung des Jahres. Genau deshalb lohnt sich ein kurzer, gründlicher Reifen-Check vor der Abfahrt. Die folgende Checkliste führt Sie Schritt für Schritt durch alle wichtigen Punkte – damit Sie entspannt und sicher in die Ferien starten.

Warum gerade vor der Urlaubsfahrt?

Der Reifen ist die einzige Verbindung zwischen Ihrem Auto und der Straße – vier handtellergroße Aufstandsflächen, mehr nicht. Auf der Urlaubsfahrt kommt gleich mehreres zusammen, das diesen Flächen besonders zusetzt: das Mehrgewicht durch Gepäck und Insassen, stundenlanges Fahren bei hohem Tempo und die Hitze, die sich in Reifen und Fahrbahn aufstaut. Wer hier mit zu wenig Profil, falschem Druck oder einem unbemerkten Schaden losfährt, riskiert im schlimmsten Fall einen Reifenplatzer bei Richtgeschwindigkeit. Die gute Nachricht: Die meisten Risiken erkennen Sie in wenigen Minuten selbst.

1. Profiltiefe prüfen – mit Reserve in den Urlaub

Gesetzlich erlaubt sind in Deutschland mindestens 1,6 Millimeter Restprofil. Für den Sommer empfiehlt der ADAC jedoch deutlich mehr, nämlich mindestens 3 Millimeter – und das aus gutem Grund: Ein auf 4 Millimeter abgefahrener Reifen hat laut ADAC schon einen um sieben Prozent längeren Bremsweg bei Nässe aus 80 km/h als ein Neureifen. Noch deutlicher wird es beim Aquaplaning: Der abgefahrene Reifen schwimmt laut ADAC bereits bei 63 km/h auf, der Neureifen erst ab 87 km/h (ADAC Reifenprofil). Bei einem Sommergewitter auf der vollen Reiseautobahn macht das den Unterschied.

Schnell selbst gemessen ist die Profiltiefe mit dem 1-Euro-Münzen-Trick: Verschwindet der goldene Rand (3 Millimeter breit) in der Rille, haben Sie noch genug Profil. Wie Sie richtig messen, lesen Sie ausführlich unter Profiltiefe messen; wie stark Profil und Tempo den Anhalteweg beeinflussen, zeigt unser Beitrag zum Bremsweg bei Nässe und zum Aquaplaning.

Sind Ihre Reifen schon knapp, ist die lange Urlaubsfahrt der falsche Zeitpunkt für Kompromisse – tauschen Sie sie lieber vorher. Achten Sie dann auf eine gute Nasshaftung (Klasse A auf dem EU-Reifenlabel), etwa beim Hankook K135 Ventus Prime 4 205/55 R16 91V oder beim Continental UltraContact 205/55 R16 91V. Eine größere Auswahl finden Sie in unserer Kategorie Sommerreifen und auf der Größenseite 205/55 R16.

2. Reifendruck an die Beladung anpassen

Der häufigste Fehler vor dem Urlaub: mit dem Alltagsdruck losfahren, obwohl das Auto voll beladen ist. Für hohe Zuladung geben die Fahrzeughersteller einen erhöhten Volllast-Druck an – meist als zweiter Wert auf dem Aufkleber in der Fahrertür-Säule, an der Tankklappe oder im Bordhandbuch. Stellen Sie diesen Wert vor der Fahrt ein.

Wichtig dabei: Den Druck immer am kalten Reifen messen, also vor der Fahrt oder nach höchstens ein, zwei Kilometern – warme Reifen zeigen einen höheren Wert (ADAC Reifendruck). Zu niedriger Druck ist bei Hitze und hohem Tempo besonders gefährlich: Der Reifen walkt stärker, heizt sich auf und kann im Extremfall platzen. Außerdem steigt der Spritverbrauch. Vergessen Sie auch das Ersatz- oder Notrad nicht – es nützt nur etwas, wenn es ebenfalls den richtigen Druck hat.

Wie Sie den passenden Wert finden und einstellen, erklärt unser Ratgeber Richtiger Reifendruck; worauf es speziell bei Hitze und voller Urlaubsfahrt ankommt, steht unter Reifendruck bei Hitze und Urlaubsfahrt.

3. Sichtprüfung: Schäden und Reifenalter

Gehen Sie einmal um das Auto herum und schauen Sie sich jeden Reifen genau an – an Lauffläche und Flanke.

  • Beulen an der Seitenwand sind ein Alarmsignal: Eine nach außen gewölbte Beule bedeutet, dass die tragenden Cordfäden im Reifeninneren beschädigt sind (typische Folge eines harten Bordstein- oder Schlaglochtreffers). Ein solcher Reifen kann bei hohem Tempo schlagartig die Luft verlieren und gehört sofort ersetzt, nicht erst nach dem Urlaub. Mehr dazu unter Reifenbeule und Flankenschaden.
  • Risse, tiefe Schnitte oder eingefahrene Fremdkörper (Nägel, Schrauben, Glas) ebenfalls prüfen – im Zweifel die Werkstatt drüberschauen lassen.
  • Das Reifenalter verrät die DOT-Nummer auf der Flanke (die letzten vier Ziffern = Kalenderwoche und Jahr). Als Faustregel sollten Sommerreifen nicht älter als rund zehn Jahre sein, weil das Gummi mit der Zeit aushärtet. Wie Sie die DOT-Nummer lesen, zeigt Reifenalter und DOT-Nummer.

4. Ersatzrad, Pannenset und Bordwerkzeug kontrollieren

Eine Panne ausgerechnet auf der Urlaubsfahrt ist ärgerlich – mit der richtigen Ausrüstung aber halb so wild. Prüfen Sie vor dem Start, was an Bord ist:

  • Vollwertiges Ersatzrad oder Notrad – das Notrad ist nur für maximal 80 km/h zugelassen und sollte zügig gegen einen normalen Reifen getauscht werden.
  • Reifenpannenset, falls kein Reserverad vorhanden ist – es hilft nur bei einem kleinen Loch in der Lauffläche (etwa bis 4 bis 5 Millimeter), nicht bei Flanken- oder größeren Schäden.
  • Wagenheber, Radkreuz, Warnweste und Warndreieck – und ein Blick, ob der Wagenheber zum (beladenen) Auto passt.

Was im Pannenfall zu tun ist und welche Lösung wann greift, lesen Sie unter Ersatzrad, Notrad oder Pannenset und Reifenpanne und Reifenreparatur (ADAC Reifenpanne).

5. Mit Anhänger, Wohnwagen oder Dachbox unterwegs?

Wer den Wohnwagen oder einen Anhänger mitnimmt, muss auch dessen Reifen prüfen – sie stehen oft monatelang und altern dabei. Für die Tempo-100-Zulassung müssen Anhänger- und Wohnwagenreifen einen Geschwindigkeitsindex von mindestens „L" (120 km/h) tragen und dürfen nicht älter als sechs Jahre sein. Details dazu im Ratgeber Anhänger- und Wohnwagenreifen.

Auch eine Dachbox verändert die Lage: Sie erhöht das Gewicht und den Schwerpunkt – passen Sie den Reifendruck an die höhere Beladung an und fahren Sie etwas zurückhaltender, gerade bei Seitenwind.

Die Checkliste auf einen Blick

  • Profiltiefe an allen vier Reifen prüfen (Sommer-Empfehlung mindestens 3 mm)
  • Reifendruck auf den Volllast-Wert einstellen, am kalten Reifen
  • Ersatz-/Notrad ebenfalls auf richtigen Druck prüfen
  • Sichtprüfung auf Beulen, Risse, Schnitte und Fremdkörper
  • Reifenalter über die DOT-Nummer checken
  • Ersatzrad/Pannenset, Wagenheber, Radkreuz, Warnweste, Warndreieck an Bord
  • Bei Anhänger/Wohnwagen: Reifen und Tempo-100-Voraussetzungen prüfen
  • Bei Dachbox: Druck anpassen, vorausschauend fahren

Häufige Fragen

Wie viel Profil sollten meine Reifen vor einer langen Urlaubsfahrt haben?

Gesetzlich sind mindestens 1,6 Millimeter vorgeschrieben, der ADAC empfiehlt für Sommerreifen aber mindestens 3 Millimeter. Schon ein auf 4 Millimeter abgefahrener Reifen bremst bei Nässe rund sieben Prozent länger und neigt deutlich früher zum Aquaplaning. Vor einer langen Fahrt mit voller Beladung sollten Sie daher eher mit Reserve starten.

Muss ich den Reifendruck bei voller Beladung erhöhen?

Ja. Die Fahrzeughersteller geben für hohe Zuladung einen erhöhten Volllast-Druck an – meist als zweiten Wert auf dem Aufkleber in der Türsäule oder an der Tankklappe. Stellen Sie diesen Wert am kalten Reifen ein. Zu niedriger Druck ist bei Hitze und hohem Tempo besonders riskant.

Wie schnell darf ich mit Notrad oder nach einem Pannenset fahren?

Ein Notrad ist in der Regel nur für maximal 80 km/h zugelassen und sollte zügig ersetzt werden. Ein mit Pannenset abgedichteter Reifen ist ebenfalls nur eine Notlösung für eine reduzierte Geschwindigkeit bis zur nächsten Werkstatt – beachten Sie die Hinweise des jeweiligen Herstellers.

Wie alt dürfen meine Urlaubsreifen sein?

Eine starre gesetzliche Altersgrenze gibt es für Pkw-Reifen nicht. Als Orientierung sollten Sommerreifen aber nicht älter als rund zehn Jahre sein, weil das Gummi aushärtet und an Grip verliert. Das Herstelldatum lesen Sie an der DOT-Nummer auf der Reifenflanke ab.

Fazit

Ein Reifen-Check vor dem Urlaub kostet zehn Minuten und kann eine Fahrt retten: Profil, Druck, Zustand und Alter im Blick, Pannenausrüstung kontrolliert – fertig. Wenn dabei herauskommt, dass ein Satz neuer Reifen fällig ist, finden Sie passende Modelle in unserer Auswahl an Sommerreifen. So starten Sie mit gutem Gefühl in die schönste Zeit des Jahres.

Schlagwörter: Urlaub Reifencheck Reifendruck Profiltiefe Sicherheit Sommerurlaub

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