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Profil & Verschleiß

Aquaplaning vermeiden: So behalten Sie bei Sommerregen die Kontrolle

· 5 Min. Lesezeit · Aktualisiert am 20.06.2026
Auto bei Starkregen auf nasser Autobahn mit Gischt hinter den Reifen (KI-generiert, OpenAI)
Auto bei Starkregen auf nasser Autobahn mit Gischt hinter den Reifen (KI-generiert, OpenAI)

Aquaplaning vermeiden: So behalten Sie bei Sommerregen die Kontrolle

Ein kurzer, heftiger Sommerregen genügt: Wo eben noch trockener Asphalt war, steht plötzlich ein Wasserfilm – und der Reifen verliert den Bodenkontakt. Aquaplaning gehört zu den unterschätzten Gefahren der warmen Jahreszeit, denn kräftige Gewitter treffen oft auf hohes Tempo. Die gute Nachricht: Mit der richtigen Bereifung, dem passenden Luftdruck und vorausschauender Fahrweise lässt es sich fast immer vermeiden. Wir erklären, worauf es ankommt.

Was ist Aquaplaning – und warum gerade im Sommer?

Aquaplaning (auch „Wasserglätte") entsteht, wenn sich zwischen Reifen und Fahrbahn ein Wasserkeil schiebt, den das Profil nicht mehr schnell genug verdrängen kann. Der Reifen „schwimmt auf", Lenkung und Bremse verlieren ihre Wirkung – das Fahrzeug reagiert nicht mehr auf Ihre Befehle.

Besonders tückisch ist das im Sommer: Kurze, kräftige Gewitter treffen auf warme, teils ausgetrocknete Straßen, auf denen sich Wasser rasch in Spurrillen und Senken sammelt. Wer dann zu schnell unterwegs ist, riskiert den Kontrollverlust. Drei Faktoren entscheiden darüber, wie früh ein Reifen aufschwimmt: die Profiltiefe, der Reifendruck und die Geschwindigkeit. Alle drei haben Sie selbst in der Hand.

Die drei Stellschrauben: Profil, Luftdruck, Tempo

Profiltiefe: mehr als das gesetzliche Minimum

Das Profil leitet das Wasser aus der Aufstandsfläche – je tiefer die Rillen, desto mehr Wasser können sie verdrängen. Gesetzlich vorgeschrieben sind in Deutschland mindestens 1,6 mm Profiltiefe im Hauptprofil (§ 36 StVZO). Wer darunter liegt, riskiert 60 Euro Bußgeld und einen Punkt in Flensburg, bei Gefährdung 75 Euro.

Doch 1,6 mm sind ein reiner Mindestwert für die Zulassung – mit echter Sicherheit bei Nässe hat er wenig zu tun. Der ADAC empfiehlt, Sommerreifen spätestens bei 3 mm Restprofil zu ersetzen; bereits unterhalb von etwa 3,5 mm steigt die Aquaplaning-Gefahr deutlich an (laut ADAC). Prüfen Sie die Profiltiefe regelmäßig. Als grober Selbsttest hilft eine 1-Euro-Münze: Verschwindet der goldene Rand (rund 3 mm breit) vollständig in der Profilrille, ist noch ausreichend Profil vorhanden.

Reifendruck: der unterschätzte Faktor

Das Aquaplaning-Verhalten hängt stark vom richtigen Luftdruck ab: Je niedriger der Reifendruck, desto leichter schwimmt der Reifen auf (ADAC). Bei zu wenig Druck verformt sich die Aufstandsfläche, das Wasser wird schlechter verdrängt.

Prüfen Sie den Druck deshalb regelmäßig – etwa alle zwei Wochen und vor jeder längeren Fahrt, immer am kalten Reifen. Die korrekten Werte finden Sie im Tankdeckel, am Türholm der Fahrerseite oder in der Betriebsanleitung. Bei voller Beladung oder Urlaubsfahrt mit Gepäck gelten die höheren Druckwerte aus der Tabelle.

Geschwindigkeit: der wirksamste Hebel

Den größten Einfluss hat Ihr Tempo, denn das Aquaplaning-Risiko steigt mit der Geschwindigkeit überproportional an. Der ADAC rät, bei schlechtem Wetter und stehendem Wasser deutlich unter 80 km/h zu bleiben, Spurrillen zu meiden und das Abblendlicht einzuschalten. Lieber einmal zu früh vom Gas als einmal zu spät.

Warnzeichen: So erkennen Sie beginnendes Aquaplaning

  • Die Lenkung wird plötzlich leicht und „gefühllos".
  • Ein rauschendes Wassergeräusch wird hörbar – drehen Sie das Radio leiser, um es wahrzunehmen.
  • Gischt und Wasserschwall an vorausfahrenden Fahrzeugen kündigen tiefe Wasserstellen an.
  • Bei Frontantrieb kann die Drehzahl kurz ansteigen, weil die Räder den Grip verlieren.

Richtig reagieren, wenn der Reifen aufschwimmt

Wenn es doch passiert, gilt vor allem eines: Ruhe bewahren und keine hektischen Manöver. Der ADAC empfiehlt:

  1. Nicht lenken, nicht bremsen, nicht beschleunigen.
  2. Das Lenkrad gerade halten, bis die Reifen wieder Grip haben.
  3. Das Fahrzeug auskuppeln und rollen lassen; beim Automatikgetriebe die Fahrstufe nicht wechseln und den Fuß behutsam vom Gas nehmen.

Tipp: Hektisches Gegenlenken ist die größte Gefahr – greifen die Reifen ruckartig wieder, kann das Auto sonst ausbrechen. Halten Sie das Lenkrad ruhig und warten Sie den Bodenkontakt ab.

Die richtige Bereifung – worauf es bei Nässe ankommt

Reifen mit guten Nässeeigenschaften verschaffen Ihnen Reserven. Achten Sie beim Kauf auf eine gute Nasshaftungsklasse (A oder B) im EU-Reifenlabel und auf ausreichend Profil. In der besonders gefragten Größe 205/55 R16 finden Sie zum Beispiel diese lieferbaren Sommerreifen in unserem Shop:

Eine größere Auswahl gibt es in der Kategorie Sommerreifen für PKW sowie auf der Größenseite 205/55 R16.

Häufige Fragen

Ab welcher Profiltiefe wird Aquaplaning kritisch?

Schon unterhalb von rund 3,5 mm steigt die Aquaplaning-Gefahr spürbar. Der ADAC empfiehlt daher, Sommerreifen spätestens bei 3 mm Restprofil zu ersetzen – also deutlich vor dem gesetzlichen Minimum.

Wie viel Profil schreibt das Gesetz vor?

In Deutschland sind mindestens 1,6 mm im Hauptprofil vorgeschrieben (§ 36 StVZO). Bei weniger drohen 60 Euro Bußgeld und ein Punkt, bei Gefährdung 75 Euro.

Hilft ein höherer Reifendruck gegen Aquaplaning?

Wichtig ist vor allem der korrekte Druck nach Herstellervorgabe – zu niedriger Druck verschlechtert die Wasserverdrängung. Den maximal zulässigen Druck sollten Sie aber nicht überschreiten.

Sind breite Reifen anfälliger für Aquaplaning?

Breitere Reifen müssen mehr Wasser verdrängen und können tendenziell etwas früher aufschwimmen. Moderne Reifen mit gutem Nässeprofil gleichen das weitgehend aus – entscheidender als die Breite sind Profiltiefe, Luftdruck und Tempo.

Fazit

Aquaplaning ist beherrschbar: Wer auf ausreichend Profil (beim Sommerreifen mindestens 3 mm) und korrekten Luftdruck achtet und bei Nässe das Tempo zurücknimmt, ist auf der sicheren Seite. Spielt das Wetter doch einmal verrückt, hilft Ruhe statt hektischem Lenken. Passende, gut bewertete Sommerreifen für Ihr Fahrzeug finden Sie in unserem Shop.

Quellen: ADAC – Aquaplaning, ADAC – Mindestprofiltiefe bei Reifen, § 36 StVZO.

Schlagwörter: Aquaplaning Profiltiefe Sommerreifen Nässe Reifensicherheit

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