✓ Versandkostenfrei innerhalb Deutschlands ✓ 30 Tage Widerrufsrecht ✓ Seit 1997 — über 25 Jahre Erfahrung Hotline: 037329 7153-0
Sommerreifen – Ratgeber im Magazin

Vredestein Ultrac, Pro oder Vorti+: Welcher ist welcher?

· 18 Min. Lesezeit · Aktualisiert am 12.10.2026
Vorderrad einer Limousine mit Sommerreifen auf trockener Landstraße – KI-generiert (OpenAI)
Vorderrad einer Limousine mit Sommerreifen auf trockener Landstraße – KI-generiert (OpenAI)

Wer bei Vredestein einen Sommerreifen sucht, stolpert über eine ganze Namensfamilie: Ultrac, ULTRAC+, Ultrac Pro, ULTRAC TF, Ultrac Vorti, Ultrac Vorti+, Ultrac Vorti R+ und den älteren Ultrac Satin. Acht Namen, alle mit demselben Wortstamm, auf den Produktfotos kaum zu unterscheiden — und dazwischen liegen zehn Jahre Entwicklung, vier verschiedene Zielgruppen und beim EU-Reifenlabel deutliche Unterschiede. Wer sich allein vom Namen leiten lässt, greift überraschend oft zum falschen Reifen: Die sportlichst klingende Variante ist die älteste im Programm, und der Reifen mit dem schlichtesten Namen hat 2024 einen internationalen Vergleichstest gewonnen.

Dieser Beitrag sortiert die Familie einmal sauber durch — nach Marktstart, nach Radgröße, nach dem, was im EU-Register zu jedem einzelnen Artikel hinterlegt ist, und nach den Urteilen, die die Fachpresse den einzelnen Profilen gegeben hat. Alle Mengen- und Preisangaben beziehen sich auf unser lieferbares Sortiment am 12. Oktober 2026.

Acht Namen, drei Generationen: der Überblick

Die wichtigste Erkenntnis vorweg, weil sie fast jede Kaufentscheidung trägt: Die Trennlinie verläuft nicht zwischen „normal“ und „sportlich“, sondern zwischen den Generationen — und selbst das ist nicht so eindeutig, wie es der Name vermuten lässt.

Die aktuellen Modelle:

  • ULTRAC+ — der Volumenreifen für Kompakt- und Familienwagen, seit Januar 2025 im Markt. Bei uns 80 Ausführungen in 57 Größen von 15 bis 20 Zoll.
  • Ultrac Pro — das Topmodell für große Räder, seit März 2024 im Markt. Bei uns 105 Ausführungen in 97 Größen von 18 bis 24 Zoll.
  • ULTRAC TF — der Nachzügler für 14-Zoll-Räder, erst seit Frühjahr 2026 registriert. Bei uns 7 Ausführungen.

Weiter im Programm, aber älter:

  • Ultrac — der Reifen, den der ULTRAC+ beerbt hat. Trotzdem kein Auslaufmodell im engeren Sinn, wie der Abschnitt weiter unten zeigt. Bei uns 47 Ausführungen.
  • Ultrac Vorti, Ultrac Vorti+ und Ultrac Vorti R+ — die frühere Sportschiene, zusammen nur noch 29 Ausführungen.
  • Ultrac Satin — ein älteres Premiumprofil mit Marktstart zwischen 2016 und 2021, bei uns nur noch 8 Ausführungen von 18 bis 20 Zoll zwischen 84,17 und 250,67 Euro.

Zusammen sind das 276 lieferbare Ultrac-Ausführungen in unserem Regal. Der häufigste Fehlgriff entsteht am Namen „Vorti“: Er klingt nach der schnelleren, teureren, besseren Wahl — tatsächlich ist der Ultrac Pro das deutlich neuere Produkt und ersetzt die Vorti-Linie nach oben hin. Wer die beiden verwechselt, kauft die ältere Technik zum höheren Preis. Wie solche Modellbezeichnungen und Markenhierarchien überhaupt zustande kommen, ordnet unser Überblick Reifenmarken: Wer gehört zu wem? ein.

ULTRAC+: der Volumenreifen für Kompakt- und Familienwagen

Den ULTRAC+ hat Apollo Tyres im Dezember 2024 angekündigt, knapp vier Jahre nach dem Vorgänger. Laut der Meldung von Reifenpresse.de kam er im Januar 2025 in zunächst 70 Dimensionen zwischen 15 und 20 Zoll auf den Markt und sei damit „ideal für eine große Auswahl an Familien- und Kompaktwagen“. Interessant ist, wie der Hersteller den Reifen selbst positioniert: Der Neue soll „eine deutlich höhere Lebensdauer“ aufweisen und zugleich „den marktführenden Komfort seines Vorgängers sowie die äußerst wettbewerbsfähigen Handlingeigenschaften auf nasser und trockener Fahrbahn“ bieten. Der Hersteller stellt den ULTRAC+ also ausdrücklich nicht als besseren Reifen hin, sondern als gleich guten mit mehr Laufleistung. Diese Unterscheidung wird später wichtig.

Konkret nennt Vredestein laut auto motor und sport eine um bis zu 30 Prozent verbesserte Laufleistung, erreicht über eine quadratischere Aufstandsfläche und eine neue Mischung; der Abriebverlust soll um bis zu denselben Wert sinken. Das sind Herstellerangaben und keine Testergebnisse — sie beschreiben aber die Zielrichtung treffend: Der Reifen soll lange halten, leise sein und im Alltag nicht auffallen.

Das Register bestätigt die Nässe-Ansage sehr eindeutig. Wir haben zu allen 80 ULTRAC+-Ausführungen unseres Sortiments den Eintrag in der EU-Produktdatenbank EPREL abgefragt: Alle 80 tragen Nasshaftung A. Bei der Kraftstoffeffizienz ist das Bild breiter gestreut — dreimal A, 37-mal B, 39-mal C und einmal D —, beim Rollgeräusch liegen 78 der 80 Ausführungen bei 69 Dezibel. Die Effizienzklasse hängt also stark an der konkreten Größe, die Nasshaftung nicht.

In unserem Sortiment deckt der ULTRAC+ genau die Größen ab, die man bei einem Golf, Astra, Focus, Polo oder einer C-Klasse erwartet, und zwar zwischen 55,52 und 125,32 Euro — für einen Premiumhersteller ein bemerkenswert schmales Preisband. Ein typischer Vertreter ist der Vredestein ULTRAC+ 205/55 R16 91V für 62,91 Euro, die Standardgröße der Kompaktklasse. Dass das Programm weiter wächst, lässt sich im Register ablesen: Die jüngsten ULTRAC+-Eintragungen tragen als Marktstart den 1. Oktober 2025 und den 1. Februar 2026. Falls Sie unsicher sind, welche Kennung auf Ihrer Flanke was bedeutet: Unser Ratgeber Reifengröße ablesen erklärt Breite, Querschnitt, Last- und Geschwindigkeitsindex Schritt für Schritt.

ULTRAC TF: der Nachzügler für 14-Zoll-Räder

Der achte Name in der Familie ist der jüngste und der unauffälligste. Den ULTRAC TF führt Vredestein mit einer eigenen Produktseite im Sortiment, und im EU-Register tragen seine Einträge als Marktstart den April und Mai 2026 — er ist damit der einzige Ultrac, der erst in diesem Jahr dazugekommen ist.

Sein Zweck erklärt sich über die Größen: Der TF gibt es ausschließlich in 14 Zoll, bei uns in sieben Ausführungen — 155/65 R14, 165/60 R14, 165/65 R14, 165/70 R14, 175/65 R14 in zwei Lastindizes und 185/60 R14. Das sind klassische Kleinwagengrößen, und genau dort endet die Reichweite des ULTRAC+, der erst bei 15 Zoll anfängt. Der TF schließt also nach unten eine Lücke, die die übrige Familie offen lässt. Preislich liegt er zwischen 56,82 und 71,14 Euro, etwa der Vredestein ULTRAC TF 165/65 R14 79T für 56,82 Euro.

Beim Label ist der TF einheitlich und unspektakulär: Alle sieben Ausführungen tragen im Register die Kraftstoffeffizienz D, Nasshaftung B und 69 Dezibel Rollgeräusch. Das ist für einen schmalen Kleinwagenreifen kein ungewöhnliches Bild — bei kleinen Querschnitten ist die Effizienzklasse technisch schwerer zu holen als bei einem breiten Reifen, und B bei der Nasshaftung ist eine solide, keine schwache Klasse.

Hinweis: Wofür das Kürzel „TF“ steht, nennt Vredestein in den uns zugänglichen Unterlagen nicht. Wir deuten daher nichts hinein — genauso wie beim „R“ des Vorti R+ weiter unten. Eine Fachpresse-Meldung zur Vorstellung des TF haben wir bis heute nicht gefunden; die Angaben in diesem Abschnitt stammen aus dem EU-Register, der Herstellerseite und unserem eigenen Sortiment.

Ultrac Pro: das Topmodell — und was die Tests dazu sagen

Der Ultrac Pro ist Vredesteins aktuelles Spitzenprodukt und kam im März 2024 in den Handel. Reifenpresse.de hatte ihn bereits im November 2023 angekündigt und eingeordnet, dass es sich um das erste komplett neue Produkt in dieser Kategorie seit 2012 handelt — das erklärt, warum die Vorti-Linie so lange das sportliche Aushängeschild bleiben musste. Eingeordnet wird der Pro als UUHP-Reifen (Ultra-Ultra-High-Performance) und laut Gummibereifung zum Ultrac Pro für Sportwagen, Supersportwagen, Hochleistungslimousinen, Coupés und SUVs gedacht.

Dass bei uns inzwischen 105 Ausführungen im Regal stehen und nicht mehr rund 50, hat einen konkreten Grund: Apollo Tyres hat im Februar 2025 54 neue Größen nachgelegt, ausdrücklich für Hypercars, Sportwagen, Hochleistungslimousinen und SUVs, in Felgengrößen zwischen 18 und 22 Zoll; die zuvor erhältlichen Varianten reichten schon bis 24 Zoll. In unserem Sortiment finden sich entsprechend 18, 19, 20, 21, 22 und 24 Zoll — 23 Zoll fehlt. Preislich beginnt der Pro bei 80,90 Euro und reicht bis 534,63 Euro in den größten Dimensionen.

Sein auffälligstes technisches Merkmal ist das Gewicht: In der Größe 245/45 R18 100Y XL ist er laut Hersteller 1,7 Kilogramm leichter als der Ultrac Vorti+, also rund 13 Prozent, über das gesamte Sortiment im Schnitt etwa 10 Prozent. Der Nutzen dahinter ist keine Marketingfloskel, sondern Physik: Weniger rotierende Masse am Rad bedeutet weniger Trägheit beim Lenken, Beschleunigen und Bremsen.

Und was sagen die Tester? Hier wird es aufschlussreich, denn der Pro wird je nach Testfeld sehr unterschiedlich bewertet. Im Testarchiv von Reifenpresse.de finden sich für ihn unter anderem diese Urteile:

  • „vorbildlich“ — AutoBild Sportscars 4/2024, 265/35 R19 am Mercedes-AMG GT: sehr gute Sicherheitsreserven bei Aquaplaning, kurze Bremswege, überzeugender Abrollkomfort, leises Fahrgeräusch; Schwäche nur das leicht verzögerte Einlenkverhalten.
  • „vorbildlich“ — AutoBild Sportscars 4/2025, 245/35 R19 am Audi TT: ausgewogen mit großen Sicherheitsreserven, guter Komfort; im Mittelfeld beim Nassbremsen.
  • „gut“ — ADAC Motorwelt 2/2025, 225/40 R18 am VW Golf: gute Eigenschaften nass und trocken, geringer Abrieb und Kraftstoffverbrauch; Schwächen laut Urteil „befriedigende prognostizierte Laufleistung, höheres Gewicht“.
  • „befriedigend“ — AutoBild 10/2025, 225/40 R18: gute Aquaplaningreserven und kurze Bremswege, aber verzögertes Einlenken bei Nässe und leicht eingeschränkte Laufleistung.
  • Sechster von zehn — Autozeitung 6/2025, 225/45 R18: gute Aquaplaningreserven, ausgewogen bei Trockenheit, aber „keine ausgeprägten Stärken, schwaches Nassbremsen“.

Daraus ergibt sich ein klares Muster: In seinem eigenen Segment, also in großen Zoll- und Querschnittsgrößen an sportlichen Autos, ist der Ultrac Pro vorn. In den Kompaktklassegrößen um 225/40 R18 und 225/45 R18 landet er im Mittelfeld. Der wiederkehrende Kritikpunkt über mehrere Medien hinweg ist das Verhalten bei Nässe beim Einlenken und Bremsen — und die prognostizierte Laufleistung.

Dem Gewichtsvorwurf des ADAC lohnt ein zweiter Blick, weil er dem Herstellerargument scheinbar widerspricht. Beides stimmt, nur bezieht sich beides auf etwas anderes: Vredestein vergleicht den Pro mit dem eigenen Vorgänger Vorti+, der ADAC vergleicht ihn mit dem Testfeld der Mitbewerber. Ein Reifen kann leichter sein als sein Vorgänger und im Vergleich mit anderen Marken trotzdem zu den schwereren gehören. Was UHP-Reifen dieser Klasse generell auszeichnet und wo ihre Grenzen im Alltag liegen, behandelt unser Beitrag Sportreifen und Semislicks.

Der schlichte Ultrac: Testsieger und kein Auslaufmodell

Jetzt zu dem Modell, das man nach der Logik „neu ist besser“ abschreiben würde — und das wäre ein Fehler. Reifenpresse.de meldete am 20. August 2024, der Vredestein Ultrac habe einen knappen Sommerreifentest der britischen Zeitschrift Auto Express für sich entschieden. Er setzte sich dort gegen sieben weitere Produkte namhafter Hersteller durch; getestet wurde die Größe 225/45 R17 91/94 W/Y, und der Sieg fiel extrem knapp aus: Bis auf den Letzten des Feldes lagen alle Reifen in der Gesamtbenotung weniger als einen Prozentpunkt hinter dem Vredestein.

Auch im deutschsprachigen Testarchiv steht der Ultrac gut da. Auto Motor und Sport gab ihm in Heft 7/2024 in 235/55 R18 am Seat Tarraco ein „sehr gut“ mit sehr guter Haftung und einfacher Beherrschbarkeit auf Nässe; ACE Lenkrad 4/2024 bewertete ihn in 225/45 R17 als „sehr empfehlenswert“ mit durchweg guten Leistungen und kurzem Nassbremsweg. Und AutoBild Allrad vergab in Heft 12/2025 — also fast ein Jahr nach dem Marktstart des Nachfolgers — in 255/55 R19 ein „vorbildlich“ und nennt in diesem Urteil ausdrücklich keine Schwächen.

Es gibt aber auch die andere Seite, und sie ist bemerkenswert konsistent. AutoBild 10/2024 stufte den Ultrac in 205/55 R16 am VW Golf nur als „bedingt empfehlenswert“ ein — bei exzellenter Fahrdynamik und kurzen Bremswegen, aber mit „geringe Laufleistung, erhöhter Rollwiderstand“. Die ADAC Motorwelt 2/2024 gab in 215/55 R17 am VW T-Roc ein „ausreichend“ und nannte Defizite beim Abrieb, beim Geräusch und bei der Laufleistung.

Damit schließt sich der Kreis zum Herstellerzitat vom Anfang: Der dokumentierte Schwachpunkt des Ultrac über mehrere Tests hinweg ist die Laufleistung — und genau dort, und ausdrücklich nur dort, verspricht Apollo beim ULTRAC+ die Verbesserung, während Komfort und Handling erhalten bleiben sollen. Der Nachfolger wurde also nicht gebaut, um einen schlechten Reifen zu ersetzen, sondern um dessen eine belegte Schwäche abzustellen.

Und ein Auslaufmodell ist der Ultrac auch formal nicht. Vredestein führt ihn weiter mit eigener Produktseite und beschreibt ihn als Sommerreifen, der „ein außergewöhnlich komfortables Fahrgefühl für das Mittelklasse-Pkw-Segment“ bietet, mit Größen von 15 bis 18 Zoll. Im EU-Register tragen die jüngsten Ultrac-Eintragungen als Marktstart den 1. Juli 2025, ein halbes Jahr nach dem Start des Nachfolgers. Es handelt sich also um ein Parallelprogramm, nicht um einen Modellwechsel.

Beim Preis sollten Sie trotzdem aufpassen — und zwar in die naheliegende Richtung. Wo wir beide Modelle in derselben Größe mit demselben Last- und Geschwindigkeitsindex führen, ist der Registereintrag beim Label identisch, der ältere Reifen aber teurer:

Dünne Restbestände einer älteren Ausführung werden selten günstiger. Wenn beide in Ihrer Größe lieferbar sind und das Label gleich ist, ist der ULTRAC+ in der Regel die wirtschaftlichere Wahl — nicht, weil der Ultrac schlechter wäre, sondern weil er oft mehr kostet.

Ultrac Vorti, Vorti+ und Vorti R+: die Vorgänger-Sportschiene

Hier wird es unübersichtlich, denn die Vorti-Schiene besteht selbst aus drei Stufen. Der Ultrac Vorti ist der Urahn von 2012. Der Ultrac Vorti+ und der Ultrac Vorti R+ kamen laut Gummibereifung zur Vorti-Generation im April 2021 auf den Markt — der Vorti+ in 18 bis 22 Zoll, der Vorti R+ in 19 bis 21 Zoll; bei uns ist der Vorti R+ nur noch in 20 und 21 Zoll zu haben. Beide wurden noch im niederländischen Enschede entwickelt. Gegenüber dem alten Vorti brachte das Update eine steifere Schulterkonstruktion, steifere Seitenwände, einen um 13 Prozent größeren Wulstbereich und eine neue Laufflächenmischung; das Trockenhandling sollte dadurch um rund fünf Prozent besser werden. Das war 2021 ein solides Facelift — an der älteren Grundkonstruktion ändert es nichts. Wer sich fragt, was aus dem Entwicklungsstandort geworden ist: Das Werk Enschede ist inzwischen geschlossen, was das für Käufer der Marke bedeutet, haben wir in Vredestein-Werk Enschede geschlossen aufgeschrieben.

Beim Label ist die Vorti-Familie die schwächste der ganzen Verwandtschaft, und das sehr geschlossen. Von den 29 Vorti-Ausführungen in unserem Regal tragen 28 eine EU-Registernummer, und alle 28 stehen bei der Nasshaftung auf B — kein einziger erreicht A. Bei der Kraftstoffeffizienz zeigt das Register beim Vorti+ 18-mal D und einmal C, beim Vorti fünfmal D, beim Vorti R+ zweimal C und zweimal D. Die sportlichste, teuerste und am schärfsten klingende Linie der Familie ist also ausgerechnet die, die auf dem Label am schwächsten dasteht — schlicht weil sie die ältere Generation ist.

Die Testurteile passen dazu. AutoBild Allrad 11/2024 bewertete den Vorti+ in 235/55 R19 am Audi Q5 als „befriedigend“ mit guter Zugkraft auf schlammigem Terrain und sicheren Aquaplaningeigenschaften, aber „deutlich untersteuerndes Fahrverhalten“ und erhöhtem Rollwiderstand. Härter fiel ein älteres Urteil aus: Im AutoBild-Test 10/2023 in 225/45 R18 fiel der Vorti+ nach der Addition von Nass- und Trockenbremswegen als 29. von 50 geprüften Reifen durch. Für die Kaufentscheidung heißt das: Der Vorti+ ist kein schlechter Reifen, aber er ist der Vorgänger des Ultrac Pro — nicht dessen sportlichere Alternative.

Was im EU-Register steht — und warum das Label zur Ausführung gehört

Für diesen Beitrag haben wir zu allen 276 lieferbaren Ultrac-Ausführungen unseres Sortiments den hinterlegten EPREL-Eintrag einzeln abgefragt; 274 tragen eine echte Registernummer, zwei haben keine. Das lohnt sich, weil im Register zwei Dinge stehen, die man sonst nicht zu sehen bekommt.

Erstens die Geräuschklasse. Auf dem Label steht neben dem Dezibelwert eine Klasse von A bis C, und die findet man zuverlässig nur im Register. Das Ergebnis ist eindeutig: Ultrac Pro 105-mal Klasse B, ULTRAC+ 80-mal Klasse B, die Vorti-Familie 28-mal Klasse B — und der einzige Ultrac, der überhaupt Klasse A erreicht, ist der schlichte Ultrac, fünfmal. Wichtig zum Verständnis: Gemessen wird das externe Vorbeifahrgeräusch am Straßenrand, also Lärmschutz für Anwohner, nicht der Komfort im Innenraum.

Zweitens, und praktisch noch wichtiger: Das Label gehört zur konkreten Ausführung, nicht zum Modellnamen. Das lässt sich an einem Beispiel aus unserem eigenen Regal zeigen. Den Ultrac Pro in 225/40 R18 92W führen wir zweimal, mit zwei verschiedenen EU-Registrierungen:

  • EPREL 1786971, Marktstart 1. Januar 2024, Kraftstoffeffizienz D, Nasshaftung A, 72 Dezibel — 84,68 Euro.
  • EPREL 2193860, Marktstart 31. Dezember 2024, Kraftstoffeffizienz C, Nasshaftung A, 72 Dezibel — 80,90 Euro für den Ultrac Pro 225/40 R18 92W mit Effizienzklasse C.

Gleiche Größenbezeichnung, gleicher Index, gleicher Modellname, gleiche Nasshaftung, gleicher Dezibelwert — und trotzdem eine Effizienzklasse Unterschied, weil die jüngere Fertigungsversion ein Jahr später neu registriert wurde. Die ältere ist dabei die teurere. Praktische Konsequenz: Verlassen Sie sich bei Labelwerten nie auf den Modellnamen, sondern auf die EPREL-Nummer des Artikels, den Sie tatsächlich in den Warenkorb legen. Sie steht bei uns auf jeder Produktseite und lässt sich damit im EU-Register nachschlagen. Maßgeblich ist immer der Registereintrag; bei älteren Registrierungen aus den Jahren 2020 und 2021 weichen Händler- und Katalogangaben im Markt gelegentlich davon ab.

Wie eindeutig der Generationsunterschied ausfällt, zeigt der direkte Vergleich in genau der Größe, die auch Vredestein für seinen Gewichtsvergleich heranzieht. In 245/45 R18 100Y führen wir beide Modelle:

Gleiche Größe, gleicher Last- und Geschwindigkeitsindex — und der neuere Reifen ist bei uns rund 22 Prozent günstiger, eine Effizienzklasse besser und eine Klasse besser bei der Nasshaftung. Ehrlich dazugesagt: Beim Rollgeräusch dreht sich das Bild, hier liegt der Vorti+ mit 71 Dezibel um ein Dezibel günstiger als der Pro mit 72. Und der Preisabstand ist kein allgemeiner Marktpreis, sondern der Stand in unserem Sortiment. Mehr Ultrac-Größen dieser Dimension finden Sie auf unserer Übersicht 245/45 R18.

Ein Label ist dabei kein Testurteil: Es misst genormt und grob in Klassen und bildet zum Beispiel Handling oder das Einlenkverhalten bei Nässe gar nicht ab. Dass gerade dort die von den Testern genannten Schwächen des Ultrac Pro sitzen, ist kein Zufall — es ist die Lücke, die das Label systematisch offen lässt. Warum ein guter Reifentest mehr aussagt als drei Labelklassen, erklären wir in EU-Reifenlabel oder Reifentest; wie solche Tests ablaufen, steht in Wie wird ein Reifen getestet?.

Welcher Ultrac passt zu Ihrem Auto?

Die Entscheidung lässt sich in der Praxis auf die Radgröße herunterbrechen, weil sich die Modelle kaum überschneiden.

14 Zoll — Kleinwagen: Hier gibt es in der Familie nur eine Wahl, den ULTRAC TF. Er ist neu, einheitlich mit D/B/69 gelabelt und liegt preislich unter 72 Euro.

15 bis 17 Zoll — Kompakt- und Familienwagen: Der ULTRAC+ ist das aktuelle Modell, trägt durchgehend Nasshaftung A und liegt preislich moderat. Findet sich in Ihrer Größe noch der schlichte Ultrac, vergleichen Sie die Preise: Das Label ist in den vergleichbaren Paaren identisch, der Ältere aber häufig teurer.

18 Zoll und größer — sportliche Limousinen, Coupés, SUVs: Hier konkurrieren Ultrac Pro und die Vorti-Familie direkt. Sind beide lieferbar, spricht praktisch alles für den Ultrac Pro — neuere Konstruktion, leichter, besseres Registerlabel und in unserem Sortiment oft sogar günstiger. Zum Vorti+ oder Vorti R+ greifen Sie sinnvollerweise dann, wenn Ihre Größe im Pro-Programm fehlt. Für sehr große Räder bis 24 Zoll ist der Pro ohnehin der einzige aktuelle Ultrac.

Nicht mischen: So verlockend es ist, zwei günstige Vorti+ hinten und zwei Pro vorne zu kombinieren — auf einer Achse gehören immer zwei identische Reifen. Ultrac Pro und Ultrac Vorti+ sind unterschiedliche Konstruktionen mit unterschiedlichem Gewicht, unterschiedlicher Gummimischung und unterschiedlicher Nasshaftungsklasse; achsweise gemischt bremst und lenkt das Auto asymmetrisch. Wenn Sie schrittweise wechseln, dann immer achsweise als Paar und die griffigeren Reifen auf die Hinterachse.

Und wenn gar kein Ultrac passt? Vredestein deckt mit dem Quatrac auch die Ganzjahresschiene ab; der neue UHP-Ganzjahresreifen der Marke ist Thema in Vredestein Quatrac Pro 2. Das komplette Angebot finden Sie in unseren Sommerreifen für PKW und den Sportreifen; alle lieferbaren Größen des Topmodells listet der Modellüberblick zum Ultrac Pro.

Häufige Fragen

Lohnt der Aufpreis für den Ultrac Pro gegenüber dem Vorti+?

In unserem Sortiment stellt sich die Frage meist umgekehrt, denn der neuere Pro ist häufig der günstigere Reifen. In 245/45 R18 100Y kostet er 116,14 Euro gegenüber 148,88 Euro für den Vorti+ und steht im EU-Register eine Klasse besser bei Kraftstoffeffizienz und Nasshaftung. Dazu ist er laut Hersteller in dieser Größe rund 1,7 Kilogramm leichter. Nur beim Vorbeifahrgeräusch liegt der Vorti+ mit einem Dezibel vorn.

Ist der schlichte Ultrac schon abgekündigt?

Nein. Vredestein führt ihn weiter mit eigener Produktseite für Reifengrößen von 15 bis 18 Zoll, und die jüngsten Eintragungen im EU-Register nennen als Marktstart den 1. Juli 2025 — ein halbes Jahr nach dem Start des ULTRAC+. Der Ältere läuft also parallel weiter. Bei uns stehen 47 Ausführungen im Regal.

Warum tragen zwei gleich große Ultrac Pro unterschiedliche Effizienzklassen?

Weil die Labelwerte zur jeweiligen Fertigungsversion gehören und nicht zum Modellnamen. Den Ultrac Pro in 225/40 R18 92W gibt es bei uns mit zwei verschiedenen EU-Registrierungen: Die ältere von Anfang 2024 trägt Kraftstoffeffizienz D, die ein Jahr später registrierte trägt C — bei identischer Nasshaftung A und identischen 72 Dezibel. Prüfen Sie daher immer die EPREL-Nummer des konkreten Artikels.


Quellen: Reifenpresse.de (Ankündigung Ultrac Pro, 15.11.2023; Vorstellung ULTRAC+, 10.12.2024; Auto-Express-Testsieg Ultrac, 20.08.2024; 54 neue Pro-Größen, 20.02.2025) · auto motor und sport (ULTRAC+, 08.05.2025) · Gummibereifung (Ultrac Pro, 27.02.2024; Ultrac Vorti+/R+, 15.04.2021) · Testurteile aus dem Testarchiv von Reifenpresse.de (AutoBild, AutoBild Sportscars, AutoBild Allrad, ADAC Motorwelt, Autozeitung, Auto Motor und Sport, ACE Lenkrad) · Labelwerte: EU-Produktdatenbank EPREL, 274 Einzelabfragen · Vredestein-Produktseiten · Preise und Mengen: eigenes lieferbares Sortiment, Stand 12. Oktober 2026.

Schlagwörter: Vredestein Ultrac Sommerreifen UHP Kaufberatung

Das könnte Sie auch interessieren