Vredestein Quatrac Pro 2: seit dem Frühjahr lieferbar – 36 Größen ab 83,28 Euro
Als wir diesen Beitrag geschrieben haben, war der Vredestein Quatrac Pro 2 eine Ankündigung: ein neu entwickelter Ganzjahresreifen im Ultra-High-Performance-Segment, angekündigt „ab Sommer 2026“, mit Größen von 17 bis 24 Zoll. Inzwischen lässt sich die Ankündigung an der Wirklichkeit messen – und das Ergebnis ist erfreulich eindeutig: Der Reifen ist da, er ist bei uns in 36 Größen lieferbar, und sein EU-Label ist eines der geschlossensten, die uns im Ganzjahressegment bisher untergekommen sind. Ein Versprechen aus der Premiere steht allerdings weiterhin weitgehend aus. Wir haben die Registerdaten, den Regalstand und die Preise am 1. September 2026 neu erhoben und den Beitrag komplett überarbeitet.
Aus der Ankündigung ist längst Realität geworden
Apollo Tyres hatte den Quatrac Pro 2 mit dem Zusatz „ab Sommer 2026“ vorgestellt. Das europäische Produktregister EPREL, in das jeder Reifenhersteller vor dem Verkauf eintragen muss, erzählt eine andere Zeitrechnung: Dort sind für den Quatrac Pro 2 aktuell 38 Ausführungen registriert, davon 25 öffentlich abrufbar – und deren hinterlegte Marktstart-Daten liegen sämtlich im Frühjahr. Drei Einträge nennen den 1. April 2026, sechzehn den 18. April 2026 und sechs den 1. Mai 2026. Der früheste Marktstart lag damit rund zwei Monate vor dem kommunizierten Termin.
Das ist kein Vorwurf, sondern der Normalfall: Hersteller kommunizieren eine Saison, das Register verlangt ein Datum. Für Sie als Käuferin oder Käufer ist die Lehre trotzdem praktisch – eine Herstellerankündigung sagt wenig darüber aus, ab wann ein Reifen tatsächlich zu haben ist. Wer im Frühjahr auf den Pro 2 gewartet hat, hätte ihn schon damals bestellen können. Umgekehrt gilt dasselbe: Ein groß angekündigtes Modell kann Monate später in der eigenen Größe immer noch fehlen. Genau dieser Effekt hat schon einen anderen Nachfolger im Ganzjahressegment getroffen – nachzulesen in unserer Auswertung zum Generationswechsel beim Barum Quartaris 6.
36 Größen im Regal – und was aus den 24 Zoll geworden ist
Bei uns stehen aktuell 36 Ausführungen des Quatrac Pro 2 im Regal, alle lieferbar. Die Verteilung über die Felgengrößen zeigt, wo der Reifen zu Hause ist:
- 17 Zoll: 7 Größen – von 205/45 R17 88Y bis 225/50 R17 98Y
- 18 Zoll: 6 Größen – darunter 225/45 R18 95Y und 235/55 R18 104V
- 19 Zoll: 11 Größen – der Schwerpunkt der Baureihe, von 225/35 R19 bis 275/35 R19
- 20 Zoll: 12 Größen – bis hinauf zu 285/45 R20 112Y
Damit ist die Palette breiter aufgestellt, als es die Registerauskunft vermuten lässt: Die 25 öffentlich einsehbaren EPREL-Einträge verteilen sich auf sechs Größen in 17 Zoll, vier in 18 Zoll, neun in 19 Zoll und sechs in 20 Zoll. Oberhalb von 20 Zoll findet sich dort kein einziger Eintrag – und in unserem Sortiment ebenfalls nicht. Die breiteste Größe, die Sie bei uns bekommen, misst 285 Millimeter.
Was ist also aus dem angekündigten Bereich „17 bis 24 Zoll“ geworden? Ein Blick in den offiziellen Größenkatalog von Vredestein beantwortet das ziemlich genau: Der Hersteller listet dort 21 Größen, und darunter befindet sich tatsächlich genau eine Ausführung in 24 Zoll – die 335/30 R 24 112Y. Die 24 Zoll existieren also, sie sind aber ein Ausreißer für sehr spezielle Fahrzeuge und keine reguläre Ausbaustufe der Baureihe. Die in der Premierenmeldung genannte Spitzenbreite von 355 Millimetern taucht im aktuellen Katalog dagegen nicht auf; die breiteste dort geführte Größe misst 335 Millimeter.
Interessant ist die Gegenrichtung: Unser Regal führt mehr Ausführungen als die deutsche Herstellerübersicht. Größen wie 215/60 R17 96H, 225/55 R18 102V, 235/55 R19 105W oder 265/50 R19 110W sind bei uns bestellbar, stehen im Katalog von Vredestein.de aber nicht. Prüfen Sie Ihre Größe deshalb immer direkt im Sortiment, nicht nur auf der Herstellerseite – der Modellüberblick zum Vredestein Quatrac Pro 2 zeigt jederzeit den tatsächlichen Bestand. Welche Rolle die Flanke bei der Auswahl spielt und warum die Felgengröße allein selten entscheidet, erklären wir im Beitrag Ganzjahresreifen nach Querschnitt auswählen.
Nasshaftung A auf ganzer Linie: das EU-Label im Detail
Beim EU-Reifenlabel liefert der Quatrac Pro 2 ein Bild, das man selten so geschlossen sieht. Alle 25 öffentlich einsehbaren Registereinträge tragen in der Nasshaftung die Bestklasse A – keine einzige Ausführung fällt auf B oder schlechter zurück. Ebenso durchgängig ist das Alpine-Symbol: Alle 25 Einträge sind als Schneereifen (3PMSF) geführt, und alle tragen die Kennung XL, sind also für erhöhte Tragfähigkeit ausgelegt.
Bei den beiden anderen Labelwerten fällt das Ergebnis nüchterner aus, und das ist für einen UHP-Ganzjahresreifen zu erwarten. Die Kraftstoffeffizienz liegt bei 21 der 25 Einträge in Klasse C, zwei erreichen B, zwei fallen auf D zurück. Das Rollgeräusch bewegt sich zwischen 68 und 70 Dezibel; 24 Einträge liegen in der besten Geräuschklasse A, einer in B. Zum Vergleich: Die von uns geprüfte 225/45 R17 94Y trägt die Labelkombination C / A / 68 dB (A).
Was heißt das im Alltag? Die Nasshaftungsklasse beschreibt den Bremsweg auf nasser Fahrbahn, und zwischen A und C liegen nach der EU-Systematik mehrere Meter aus 80 km/h – bei einem Reifen, den man ganzjährig fährt und der damit zwangsläufig auch im Herbstregen unterwegs ist, ist das die wichtigste der drei Klassen. Der Preis dafür ist der Rollwiderstand: Klasse C statt A bedeutet einen spürbaren, aber überschaubaren Mehrverbrauch. Wie die drei Klassen zusammenhängen und warum sie sich gegenseitig begrenzen, erklären wir in unserem Glossar zum EU-Reifenlabel sowie im ausführlichen Ratgeber zu Nasshaftung, Effizienz und Geräusch. Alle Labelwerte in diesem Abschnitt stammen aus dem EU-Produktregister EPREL, abgerufen am 1. September 2026.
Preisvergleich: Was der Neue gegenüber Quatrac Pro und Pro EV kostet
Ein Nachfolger ist erst dann eine gute Nachricht, wenn er nicht deutlich teurer ist als das, was er ablöst. Wir haben deshalb alle Größen gegeneinandergelegt, die es in mehreren Quatrac-Varianten gibt (Preise je Reifen, Stand 1. September 2026).
Gegen den Vorgänger Quatrac Pro: Acht Größen gibt es in beiden Baureihen. In sechs davon ist der Pro 2 günstiger – teils deutlich, etwa in 195/55 R20 95H (100,59 € statt 122,40 €) oder in 255/35 R20 97Y (184,99 € statt 223,23 €). In zwei Größen liegt der Neue darüber, in 265/50 R20 111Y etwa mit 210,07 € gegenüber 168,91 €. Diese Zahlen sind allerdings mit Vorsicht zu lesen: Vom Vredestein Quatrac Pro sind bei uns nur noch 16 Ausführungen im Regal, und Auslaufbestände haben eine eigene Preislogik – mal Abverkauf, mal Restgröße zum Sonderpreis. Ein sauberer Maßstab ist das nicht.
Gegen den Quatrac Pro EV, die für Elektroautos ausgelegte Schwesterlinie, wird der Vergleich belastbarer, weil beide Modelle aktuell geführt werden. Hier gibt es 14 deckungsgleiche Größen, und die durchschnittliche Differenz beträgt magere 3,77 Euro je Reifen zugunsten des EV – auf einen kompletten Satz gerechnet also rund 15 Euro. Bemerkenswert ist, was man für diesen Aufpreis bekommt: In zehn der 14 Größen trägt der Pro 2 den höheren Geschwindigkeitsindex, in drei denselben, in nur einer einen niedrigeren. Beispiel 225/50 R17: 119,41 € für den Pro 2 mit Index Y (bis 300 km/h) gegenüber 110,84 € für den Quatrac Pro EV mit Index W (bis 270 km/h).
Preislich beginnt die Baureihe bei uns bei 83,28 € für die 225/45 R17 94Y und endet bei 243,16 € für die 275/35 R19 100Y; der mittlere Preis über alle 36 Größen liegt bei rund 145 €. Häufig gefragte Dimensionen liegen dazwischen – etwa die 225/45 R18 95Y für 122,78 € oder die 235/55 R19 105W für 141,76 €.
Technik: Was Vredestein am Pro 2 geändert hat
Die folgenden Punkte sind Herstellerangaben von Vredestein beziehungsweise Apollo Tyres. Der Reifen wurde im Entwicklungszentrum von Apollo in den Niederlanden konstruiert und wird in Ungarn gefertigt; laut Hersteller handelt es sich nicht um eine Weiterentwicklung des Quatrac Pro, sondern um eine Neukonstruktion von Profil, Mischung und Karkasse.
Profil: ein laufrichtungsgebundenes Design mit Längsrillen und ausgeprägtem V-Muster. Die stabile Mittelrippe soll für Spurtreue bei hohem Tempo sorgen, die geformten Seitenrillen für schnelle Wasserableitung – was zum durchgängigen A in der Nasshaftung passt. In den Schulterblöcken sitzen ineinandergreifende 3D-Lamellen, die bei winterlichen Bedingungen zusätzlichen Grip aufbauen und sich unter Querkräften gegenseitig abstützen. Mischung: eine Kombination aus Harzen und Polymeren mit einer Multi-Füllstoff-Technologie – bei Ganzjahresreifen der entscheidende Hebel, um im Sommer nicht zu weich und im Winter nicht zu hart zu werden. Warum dieser Spagat technisch so anspruchsvoll ist, erklären wir in Sommer-, Winter- oder Ganzjahresreifen: die technischen Unterschiede. Struktur: ein steiferer Wulst mit doppeltem konischem Wulstdesign soll die Kräfte gleichmäßiger verteilen und Lenkpräzision wie Komfort verbessern; die Konstruktion ist zudem auf geringeres Gewicht ausgelegt.
Dass der Reifen das Alpine-Symbol trägt, ist für den deutschen Alltag der entscheidende Punkt: Seit dem 1. Oktober 2024 erfüllen bei winterlichen Verhältnissen ausschließlich Reifen mit 3PMSF die situative Winterreifenpflicht – die alte M+S-Kennzeichnung allein genügt nicht mehr. Den rechtlichen Rahmen fassen wir in Reifen und Gesetz: Welche Vorschriften in Deutschland wirklich gelten zusammen.
Vorsicht bei Tests: Der Testsieger heißt Quatrac, nicht Quatrac Pro 2
Hier liegt die größte Verwechslungsgefahr der ganzen Baureihe, und sie kostet im Zweifel Geld. Vredestein ist im Ganzjahressegment seit Jahren erfolgreich – aber die Testerfolge gehören dem Basismodell Quatrac, nicht dem Quatrac Pro 2. In der Übersicht der Ganzjahresreifentests von AUTO BILD taucht der Quatrac in mehreren Dimensionen als Testsieger auf. Der ADAC wiederum bewertete den Quatrac in seinem Ganzjahresreifentest 2026 in der Größe 185/65 R15 mit dem Gesamturteil 2,9 („befriedigend“) – auch das ist das Basismodell.
Für den Quatrac Pro 2 selbst liegt bis heute kein unabhängiger Vergleichstest vor. Weder ADAC noch AUTO BILD haben ihn bislang in ein Testfeld genommen, was bei einem im April eingeführten Modell nicht überrascht: Die großen Ganzjahresreifentests laufen in festen Dimensionen, und die kleinen Testgrößen wie 185/65 R15 gibt es in dieser UHP-Baureihe schlicht nicht. Wir tragen die technischen Aussagen deshalb weiterhin ausdrücklich als Herstellerangaben vor und ergänzen diesen Beitrag, sobald belastbare Messwerte veröffentlicht sind. Wer heute schon auf geprüfte Werte angewiesen ist, findet sie bei den etablierten Bestsellern: im Continental AllSeasonContact 2, im Michelin CrossClimate 3 und im Goodyear Vector 4Seasons Gen-3.
Für wen sich der Quatrac Pro 2 lohnt – und für wen nicht
Der Zuschnitt der Baureihe ist eindeutig: Felgen ab 17 Zoll, durchweg XL-Tragfähigkeit, Geschwindigkeitsindizes bis Y. Das ist ein Reifen für stärker motorisierte Limousinen, Kombis, Coupés und sportliche SUV, deren Fahrerinnen und Fahrer mit einem Radsatz durchs Jahr kommen wollen, ohne bei Handling und Höchstgeschwindigkeit Abstriche zu machen. Das geschlossene A in der Nasshaftung ist dabei das stärkste Argument – gerade weil ein Ganzjahresreifen zwangsläufig auch die nassen Monate mitfährt. Wer sich für dieses Segment interessiert, sollte den Michelin CrossClimate 3 Sport als direkten Gegenspieler danebenlegen.
Nicht die richtige Wahl ist der Pro 2 in drei Fällen. Erstens bei Fahrzeugen mit 15 oder 16 Zoll – dort beginnt die Baureihe schlicht nicht; die passende Auswahl finden Sie im Sortiment der Ganzjahresreifen für PKW. Zweitens, wenn der Verbrauch im Vordergrund steht: Mit überwiegend Klasse C beim Rollwiderstand ist der Reifen kein Effizienzchampion, und wer viel Autobahn fährt, spürt das an der Tankrechnung. Drittens bei regelmäßigen Fahrten in echtem Winterwetter – Schneelagen, Passstraßen, Eis. Ein Ganzjahresreifen mit Alpine-Symbol ist dort legal unterwegs, ein spezialisierter Winterreifen bleibt aber deutlich überlegen. Ob sich der Kompromiss für Ihr Fahrprofil rechnet, klären wir in Ganzjahresreifen: Für wen sich Allwetterreifen wirklich lohnen, und was das UHP-Etikett technisch bedeutet, lesen Sie in Sportreifen und Semislicks: Was UHP-Reifen können.
Unser Fazit nach der Neuerhebung: Der Quatrac Pro 2 hat geliefert, was sich überprüfen lässt – er ist seit dem Frühjahr am Markt, breit verfügbar, preislich auf dem Niveau seiner Geschwister und beim wichtigsten Labelwert ohne Schwachstelle. Offen bleiben die unabhängigen Testergebnisse und die Frage, ob aus der einen 24-Zoll-Größe je eine echte Ausbaustufe wird. Alle lieferbaren Ausführungen mit tagesaktuellen Preisen sehen Sie jederzeit im Sortiment der Preisübersicht aller Quatrac-Pro-2-Größen.
Häufige Fragen
Seit wann ist der Vredestein Quatrac Pro 2 erhältlich?
Angekündigt war „Sommer 2026“, tatsächlich weisen die Einträge im EU-Produktregister EPREL Marktstart-Daten zwischen dem 1. April und dem 1. Mai 2026 aus. Bei uns ist der Reifen in 36 Größen lieferbar.
Gibt es den Quatrac Pro 2 in 21, 22 oder 24 Zoll?
Im Größenkatalog von Vredestein steht genau eine Ausführung oberhalb von 20 Zoll: die 335/30 R 24 112Y. Im EU-Register und in unserem Sortiment reicht die Palette derzeit von 17 bis 20 Zoll.
Lohnt der Aufpreis gegenüber dem Quatrac Pro EV?
In 14 deckungsgleichen Größen liegt der Pro 2 im Mittel nur 3,77 Euro je Reifen über dem Pro EV, trägt dabei aber in zehn Fällen den höheren Geschwindigkeitsindex. Für sportlich gefahrene Verbrenner ist das ein günstiger Tausch.
Quellen: EU-Produktregister EPREL (38 Registrierungen, 25 öffentlich abrufbar), offizieller Größenkatalog von Vredestein, Premierenmeldung von Gummibereifung.de sowie eigene Erhebung von Sortiment und Preisen am 1. September 2026. Technische Eigenschaften ohne Messbeleg sind Herstellerangaben; ein unabhängiger Vergleichstest zum Quatrac Pro 2 lag zum Redaktionsschluss nicht vor.