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Motorrad – Ratgeber im Magazin

Motorradreifen in 120/70 ZR17: Welche Reifen passen – und welche sich lohnen

· 7 Min. Lesezeit · Aktualisiert am 07.07.2026
KI-generiert (OpenAI): Vorderrad eines Naked-Bike-Motorrads mit 17-Zoll-Reifen auf sonniger Landstraße
KI-generiert (OpenAI): Vorderrad eines Naked-Bike-Motorrads mit 17-Zoll-Reifen auf sonniger Landstraße

120/70 ZR17 ist die mit Abstand häufigste Vorderreifengröße im Motorradbereich. Vom Naked Bike über den Sporttourer bis zum Supersportler – fast jede moderne Maschine mit 17-Zoll-Gussrädern trägt vorne genau diese Größe. Wer einen neuen Reifen sucht, steht damit vor einer riesigen Auswahl: von günstigen Pendlerreifen für rund 65 Euro bis zum Rennstrecken-Slick.

Dieser Ratgeber erklärt, was die Größe 120/70 ZR17 bedeutet, welche Motorräder sie fahren, wie Sie den passenden Hinterreifen dazu wählen und welche echten Modelle aus unserem Sortiment zu Touren, Sport oder Alltag passen – inklusive der wichtigsten Punkte zu Reifenfreigabe, Last- und Geschwindigkeitsindex.

Was bedeutet 120/70 ZR17?

Die Zahlen- und Buchstabenfolge auf der Flanke verrät alle wichtigen Maße. Am Beispiel 120/70 ZR17 M/C 58 W:

  • 120 – die Nennbreite des Reifens in Millimetern.
  • 70 – das Höhen-Breiten-Verhältnis in Prozent. Die Reifenhöhe (Flanke) beträgt also 70 % von 120 mm, rund 84 mm. Je kleiner die Zahl, desto flacher der Reifen.
  • ZR – Bauart radial (R) in Kombination mit der Geschwindigkeitskategorie Z (ausgelegt für über 240 km/h). Bei Reifen ohne Z steht nur R.
  • 17 – der Felgendurchmesser in Zoll.
  • M/C – „Motorcycle", die Kennzeichnung als Motorradreifen.
  • 58 – der Lastindex (Tragfähigkeitskennzahl). 58 entspricht maximal 236 kg pro Reifen.
  • W – das Geschwindigkeitssymbol. W steht für bis zu 270 km/h.

Nicht jeder 120/70-ZR17-Reifen trägt dasselbe Geschwindigkeitssymbol: Ein sportlicher Pendlerreifen kann 58S (bis 180 km/h) oder 58V (bis 240 km/h) haben, die meisten Sport- und Tourenreifen 58W (270 km/h). Wichtig ist, dass Last- und Geschwindigkeitswert die Vorgaben Ihres Motorrads mindestens erreichen. Wie Sie die komplette Flankenbeschriftung entschlüsseln, lesen Sie ausführlich in unserem Beitrag Motorradreifen-Größe lesen.

Welche Motorräder fahren 120/70 ZR17 – und welcher Hinterreifen passt dazu?

Die 17-Zoll-Bereifung hat sich bei modernen Straßenmotorrädern als Standard durchgesetzt. 120/70 ZR17 ist dabei nahezu immer der Vorderreifen – quer durch die Klassen:

  • Naked Bikes und Roadster
  • Sporttourer und Reiseenduros mit Straßenausrichtung (17 Zoll vorn)
  • Supersportler und Hypersport-Maschinen
  • viele Tourer und Custom-/Power-Cruiser mit 17-Zoll-Vorderrad

Welcher Reifen am Ende erlaubt ist, hängt aber nicht nur von der Größe ab, sondern von der Freigabe für Ihr konkretes Modell (dazu unten mehr). Die passende Auswahl finden Sie gebündelt in unserer Größenübersicht für 120/70 R17 oder allgemein bei den Motorradreifen für die Straße.

Vorder- und Hinterreifen: die richtige Paarung

Weil 120/70 ZR17 fast immer der Vorderreifen ist, gehört ein breiterer Hinterreifen dazu. Je nach Maschine sind das typischerweise:

  • 180/55 ZR17 – sehr verbreitet bei Naked Bikes und Mittelklasse-Sportlern (180/55 R17 im Shop)
  • 190/55 ZR17 und 190/50 ZR17 – bei stärkeren Sportlern und Sporttourern (190/55 R17, 190/50 R17)
  • bei kleineren oder älteren Maschinen auch schmalere Größen wie 160/60 ZR17

Zwei Dinge sind dabei entscheidend:

  1. Front und Heck als Satz, möglichst aus einer Modellfamilie. Hersteller stimmen Vorder- und Hinterreifen eines Modells aufeinander ab und geben sie als Kombination frei. Eine willkürliche Mischung verschiedener Modelle oder Marken kann das Fahrverhalten verschlechtern und ist nicht zwingend freigegeben. Was beim Mischen erlaubt ist und was nicht, erklärt unser Beitrag Motorradreifen mischen: vorne und hinten verschieden?.
  2. Gleicher Verschleißzustand. Ein neuer Vorderreifen auf einem stark abgefahrenen Hinterreifen (oder umgekehrt) bringt das Handling aus der Balance. Im Idealfall wechseln Sie passend.

Welcher 120/70-ZR17-Reifen passt zu Ihnen?

Die Größe ist nur der Anfang – entscheidend ist der Reifentyp. Innerhalb von 120/70 ZR17 reicht das Spektrum vom langlebigen Tourenreifen bis zum reinen Rennstrecken-Slick. Eine Orientierung nach Einsatzzweck:

Sport-Touring & Tourer – der vielseitige Allrounder

Hohe Laufleistung, gutmütiges Handling und vor allem starke Nässeeigenschaften stehen hier im Vordergrund. Reifen dieser Klasse sind die richtige Wahl für Vielfahrer, Pendler mit Tourenanspruch und schwere Maschinen. Ein bewährter Vertreter ist der Michelin Road 5 120/70ZR17 58W – ein Sport-Tourenreifen, der gerade bei Regen überzeugt. Für besonders schwere Tourer und Gespanne gibt es Varianten mit dem Zusatz GT (verstärkt).

Sport & Naked Bike – schnell warm, viel Kurvengrip

Wer zügig durch Kurven fährt, profitiert von Reifen, die rasch auf Temperatur kommen und am Kurvenrand viel Grip bieten – bei noch alltagstauglicher Laufleistung. Ein guter, preislich attraktiver Einstieg in diese Klasse ist der Metzeler Sportec M5 Interact 120/70ZR17 58W. Ähnlich positioniert sind sportliche Hypersport-Reifen anderer Hersteller.

Rennstrecke & Trackday – Semislick bis Slick

Für Trackdays und den Rennstreckeneinsatz gibt es hochgriffige Semislicks und reine Slicks. Wichtig: Reine Slicks tragen oft die Kennzeichnung NHS („Not for Highway Service") und haben keine Straßenzulassung – sie dürfen nicht im öffentlichen Verkehr gefahren werden. Achten Sie hier genau auf die Freigabe und nutzen Sie solche Reifen nur dort, wo sie hingehören.

Pendeln & kleines Budget – Stadt und Alltag

Für den täglichen Weg zur Arbeit, kleinere Hubräume und einen schmalen Geldbeutel gibt es solide, günstige Reifen. Der Pirelli Angel City 120/70-17 58S ist ein typischer Pendlerreifen mit Fokus auf Laufleistung und Alltagstauglichkeit. Beachten Sie hier das Geschwindigkeitssymbol: Ein 58S (180 km/h) reicht für viele kleinere Maschinen aus, ein stärkeres Motorrad braucht aber unter Umständen mindestens V oder W.

Welcher 120/70-ZR17-Reifen hält am längsten? Die höchste Laufleistung bieten in der Regel Sport-Touren- und Tourenreifen, die auf Langlebigkeit und Nässe ausgelegt sind. Sport- und vor allem Rennstreckenreifen bieten mehr Grip, verschleißen dafür deutlich schneller.

Lastindex, Geschwindigkeitssymbol und Reifenfreigabe

Beim Reifenkauf zählt nicht nur die Größe, sondern auch der Tragfähigkeits- und Geschwindigkeitswert:

  • Lastindex 58 = maximal 236 kg pro Reifen. Ihr Motorrad gibt vor, welcher Wert nötig ist – unterschreiten Sie ihn nicht.
  • Geschwindigkeitssymbol: S = 180 km/h, V = 240 km/h, W = 270 km/h, die Kategorie Z = über 240 km/h. Der Reifen muss die Höchstgeschwindigkeit Ihrer Maschine abdecken.

Im Zweifel gilt: lieber den vom Hersteller vorgesehenen oder einen höheren Wert wählen, nie einen niedrigeren.

Reifenfreigabe und HU: Welche Größe ist erlaubt?

Nicht jeder Reifen in 120/70 ZR17 ist automatisch für jedes Motorrad zugelassen. Welche Marke, welches Modell und welche Größe Sie fahren dürfen, steht in den Fahrzeugpapieren bzw. in der Reifenfreigabe (Unbedenklichkeitsbescheinigung) des Motorradherstellers oder Reifenherstellers. Manche Kombinationen sind nur mit einer solchen Freigabe oder mit Eintragung erlaubt.

Spätestens bei der Hauptuntersuchung wird das geprüft – falsche Größen, fehlende Freigaben oder zu geringe Profiltiefe führen zur Mängelrüge. Was beim TÜV am Motorrad zählt, lesen Sie in Motorradreifen bei der HU. Bewahren Sie die Reifenfreigabe griffbereit auf und führen Sie sie bei Bedarf mit.

Reifendruck und Einfahren

Auch der beste Reifen kann nur leisten, wenn der Luftdruck stimmt – ein paar Zehntel bar zu wenig verschlechtern Handling, Verschleiß und Sicherheit spürbar. Prüfen Sie den Druck regelmäßig im kalten Zustand nach den Vorgaben Ihres Motorrads.

Neue Motorradreifen brauchen außerdem eine Einfahrphase: In den ersten rund 200 Kilometern müssen Trennmittel und glatte Oberfläche abgefahren werden, bevor der volle Grip zur Verfügung steht. Vorsichtig anfangen, Schräglage langsam steigern. Details dazu finden Sie in Motorrad-Reifendruck und neue Reifen einfahren. Welcher Reifentyp grundsätzlich zu Ihrem Fahrstil passt, klärt unser Überblick Motorradreifen richtig wählen.

Häufige Fragen

Ist 120/70 ZR17 immer der Vorderreifen?

In aller Regel ja. Auf modernen 17-Zoll-Straßenmotorrädern ist 120/70 ZR17 die typische Vorderreifengröße. Der Hinterreifen ist breiter, meist 180/55, 190/55 oder 190/50 ZR17.

Kann ich vorne und hinten verschiedene Reifenmodelle fahren?

Davon raten wir ab. Hersteller stimmen Vorder- und Hinterreifen eines Modells aufeinander ab und geben sie als Paarung frei. Eine Mischung verschiedener Modelle oder Marken kann das Fahrverhalten verschlechtern und ist nicht immer zulässig – im Zweifel die Reifenfreigabe prüfen.

Was bedeutet das „W" in 120/70 ZR17 58W?

Das W ist das Geschwindigkeitssymbol und steht für eine zulässige Höchstgeschwindigkeit von bis zu 270 km/h. Die Zahl 58 davor ist der Lastindex (maximal 236 kg pro Reifen).

Was heißt NHS bei einem Motorradreifen?

NHS steht für „Not for Highway Service". So gekennzeichnete Reifen – typischerweise reine Rennstrecken-Slicks – haben keine Straßenzulassung und dürfen nicht im öffentlichen Straßenverkehr verwendet werden.

Fazit

120/70 ZR17 ist die Standard-Vorderreifengröße fast aller modernen Straßenmotorräder – und genau deshalb riesig in der Auswahl. Entscheidend ist, innerhalb der Größe den richtigen Reifentyp zu wählen: Tourenreifen für Vielfahrer und Nässe, Sportreifen für Kurvengrip, Budget-Reifen fürs Pendeln. Achten Sie auf die passende Paarung mit dem Hinterreifen, auf Last- und Geschwindigkeitsindex und auf die Reifenfreigabe Ihres Motorrads. Alle lieferbaren Modelle dieser Größe finden Sie gebündelt in der Übersicht 120/70 R17.

Schlagwörter: Motorradreifen 120/70 ZR17 Reifengröße Kaufberatung Vorderreifen

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