Pirelli Angel GT II: Was der Sport-Touring-Reifen für Vielfahrer kann
Sie suchen einen Motorradreifen, der lange Autobahn-Etappen, die kurvige Lieblingsstrecke und das eine oder andere Regengebiet gleichermaßen souverän meistert? Genau dafür gibt es die Klasse der Sport-Touring-Reifen – und der Pirelli Angel GT II gehört zu ihren bekanntesten Vertretern. Wir erklären, was den Reifen ausmacht, für wen er passt, wie er sich vom Vorgänger Angel GT unterscheidet und worauf Sie bei Größe und Freigabe achten sollten.
Was ist ein Sport-Touring-Reifen – und für wen?
„Sport-Touring" beschreibt den Spagat zwischen zwei Welten: der Handlichkeit und Haftung eines Sportreifens und der Laufleistung und Nässesicherheit eines Tourenreifens. Solche Reifen sind für die große Gruppe der Allround- und Reise-Motorräder gemacht – von der mittleren Naked Bike über die Sport-Tourer bis zur vollverkleideten Reiseenduro mit Straßenbereifung.
Typische Fahrerinnen und Fahrer dieser Klasse legen viele Kilometer im Jahr ab, fahren bei jedem Wetter und wollen nicht alle paar tausend Kilometer einen neuen Hinterreifen kaufen – aber auf zügiges Kurvenfahren trotzdem nicht verzichten. Reine Hypersport- oder Rennstrecken-Reifen wären hier die falsche Wahl: Sie bieten zwar mehr Grip am Limit, halten aber deutlich kürzer und brauchen mehr Temperatur. Wenn Sie unsicher sind, welche Reifenklasse zu Ihnen passt, hilft unser Ratgeber Motorradreifen richtig wählen bei der Einordnung.
Pirelli Angel GT II: Das steckt drin
Der Angel GT II ist die aktuelle Generation von Pirellis Sport-Touring-Linie und löste 2019 den Angel GT ab (Quelle: Pirelli-Pressemitteilung zum Angel GT II). Pirelli verfolgt mit dem Reifen das erklärte Ziel, hohe Laufleistung, sportliches Handling und starke Nässeleistung unter einen Hut zu bringen. Diese technischen Merkmale nennt Pirelli für den Reifen:
- Gummimischungen mit hohem Silica-Anteil für Grip auch bei niedrigen Temperaturen und auf nasser Fahrbahn. Der Hinterreifen ist als Mehrfach-Mischung (Dual Compound) aufgebaut – härter in der Mitte für Laufleistung, weicher an den Schultern für Schräglagen-Grip; der Vorderreifen setzt auf eine durchgehende Mischung (so beschreiben es Pirelli und die Motorradpresse, u. a. BikeSocial/Bennetts).
- Karkasse mit variabler Lagenzahl über den Reifenquerschnitt – das soll für ein stabiles, lineares Verhalten beim Aufrichten und Ablegen sorgen.
- Profildesign aus dem Rennsport abgeleitet: Pirelli übernahm Elemente von „Intermediate"-Reifen aus der Superbike-WM; eine markante Doppelrille in der Lauffläche verbessert die Wasserableitung.
Wichtig zur Einordnung: Diese Punkte sind Hersteller- bzw. Testangaben, keine von uns gemessenen Werte. Konkrete Bremsweg- oder Laufleistungszahlen geben wir bewusst nicht an, weil sie stark von Maschine, Beladung, Luftdruck und Fahrstil abhängen. Wie Gummimischungen grundsätzlich funktionieren, lesen Sie im Detail unter Motorradreifen-Gummimischung erklärt.
Angel GT II oder Angel GT – welcher passt zu Ihnen?
Beide Modelle sind bei uns lieferbar, und beide sind solide Sport-Tourer. Der Unterschied liegt in der Generation:
- Pirelli Angel GT II – die aktuelle Linie. Erste Wahl, wenn Sie das modernste Paket aus Laufleistung, Nässeleistung und Handling möchten. Alle Größen im Überblick auf dem Modell-Hub Angel GT II.
- Pirelli Angel GT – der bewährte Vorgänger. Er ist weiterhin erhältlich und oft etwas günstiger. Eine gute Option, wenn es Ihre Größe gibt und das Preis-Leistungs-Verhältnis im Vordergrund steht. Größen finden Sie auf dem Modell-Hub Angel GT.
Tipp: Mischen Sie nach Möglichkeit nicht quer durch die Generationen. Vorne und hinten sollten als abgestimmtes Paar laufen – warum das wichtig ist, erklärt unser Ratgeber Motorradreifen vorne und hinten kombinieren.
Die richtige Größe – und die Freigabe nicht vergessen
Den Angel GT II gibt es für 17- und 19-Zoll-Vorderräder und 17-Zoll-Hinterräder (Pirelli), also für die allermeisten modernen Straßenmotorräder. Im Shop führen wir unter anderem die stark nachgefragten Maße 120/70 ZR17 vorne sowie 180/55 ZR17 und 190/55 ZR17 hinten – ergänzt um Zwischengrößen wie 120/60 ZR17, 160/60 ZR17, 170/60 R17, 190/50 ZR17 und 120/70 R19.
Die Kennung lesen Sie so: Die Buchstaben ZR stehen für hochgeschwindigkeitstaugliche Reifen, das W im Last-/Geschwindigkeitsindex (z. B. „58W" oder „75W") erlaubt bis 270 km/h. Was Breite, Querschnitt und die Indexwerte genau bedeuten, zeigt Schritt für Schritt unser Beitrag Motorradreifen-Größe lesen.
Vor dem Kauf unbedingt prüfen: Viele Motorräder haben eine Reifenbindung – also Vorgaben, welche Reifenfabrikate freigegeben sind. Maßgeblich sind die Angaben in den Fahrzeugpapieren bzw. die Reifenfreigaben (Unbedenklichkeitsbescheinigungen) der Hersteller. Pirelli bietet für viele Maschinen passende Freigaben sowie verstärkte Ausführungen für schwere Tourer und Motorräder mit hohem Gewicht an. Im Zweifel die Freigabe beim Hersteller oder einer Fachwerkstatt klären.
Unsere Empfehlungen aus dem Shop
Eine klassische Paarung für ein modernes Mittelklasse- bis Tourenmotorrad mit 17-Zoll-Rädern:
- Pirelli Angel GT II 120/70ZR17 58W – der gängige Vorderreifen
- Pirelli Angel GT II 180/55ZR17 73W – passender Hinterreifen für viele Naked Bikes und Sport-Tourer
- Pirelli Angel GT II 190/55ZR17 75W – für stärkere Maschinen mit breitem Hinterrad
Wer auf das Preis-Leistungs-Verhältnis schaut, findet im Vorgänger eine Alternative, z. B. Pirelli Angel GT 120/70ZR17 58W. Die komplette Auswahl gibt es in unserer Kategorie Motorradreifen für die Straße.
Montage, Einfahren und Pflege
Neue Motorradreifen brauchen die ersten Kilometer mit Gefühl: Die glatte Oberfläche und Trennmittel-Reste verlangen ein behutsames Einfahren, bevor Sie volle Schräglagen abrufen. Den richtigen Luftdruck sollten Sie regelmäßig kalt prüfen – er ist die wichtigste Stellschraube für Grip, Verschleiß und Stabilität. Beides erklärt unser Ratgeber Motorradreifen einfahren und Luftdruck.
Lassen Sie die Montage und das Auswuchten im Zweifel vom Fachbetrieb erledigen – was das kostet und wie der Ablauf aussieht, lesen Sie unter Motorradreifen wechseln lassen: Kosten und Ablauf.
Fazit
Der Pirelli Angel GT II ist ein typischer Allrounder für die Straße: Er richtet sich an Vielfahrer und Reisende, die Laufleistung und Nässesicherheit wollen, ohne auf zügiges Kurvenfahren zu verzichten. Wer das modernste Paket sucht, greift zur aktuellen Generation GT II; wer sparen möchte und seine Größe findet, fährt mit dem bewährten Angel GT ebenfalls gut. Achten Sie in beiden Fällen auf die passende Größe und eine gültige Reifenfreigabe für Ihr Motorrad – dann steht der Saison nichts im Weg. Passende Motorradreifen für die Straße finden Sie in unserem Shop.
Häufige Fragen
Für welche Motorräder eignet sich der Pirelli Angel GT II?
Für Straßenmotorräder mit Sport-Touring-Anspruch – Naked Bikes, Sport-Tourer und straßenbereifte Reiseenduros mit 17- oder 19-Zoll-Vorderrad und 17-Zoll-Hinterrad. Entscheidend ist immer die für Ihr Modell freigegebene Größe.
Was ist der Unterschied zwischen Angel GT und Angel GT II?
Der Angel GT II ist die neuere, aktuelle Generation und löste 2019 den Angel GT ab. Pirelli verbesserte nach eigenen Angaben Laufleistung, Nässeleistung und Handling. Der ältere Angel GT bleibt eine bewährte, oft günstigere Alternative, solange Ihre Größe verfügbar ist.
Brauche ich für mein Motorrad eine Reifenfreigabe?
Viele Motorräder haben eine Reifenbindung. Maßgeblich sind die Fahrzeugpapiere und die Reifenfreigaben des Herstellers. Prüfen Sie vor dem Kauf, ob das gewünschte Modell für Ihr Motorrad freigegeben ist – im Zweifel bei Hersteller oder Fachwerkstatt nachfragen.
Welche Größen führt Reifentiefpreis vom Angel GT II?
Unter anderem 120/70 ZR17 vorne sowie 180/55 ZR17 und 190/55 ZR17 hinten, dazu Zwischengrößen wie 120/60 ZR17, 160/60 ZR17, 170/60 R17, 190/50 ZR17 und 120/70 R19. Den aktuellen Bestand sehen Sie auf dem Modell-Hub Angel GT II.