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Branche & Markt – Ratgeber im Magazin

Reifenmarkt-Wochenrückblick KW 43/2026: 50 Winterprofile im Test, die zweite Zollstufe und jeder Fünfte zu spät dran

· 14 Min. Lesezeit · Aktualisiert am 27.10.2026
Stapel Winterreifen mit lamelliertem Profil vor einer Werkstatt im Herbstlaub. KI-generiert (OpenAI)
Stapel Winterreifen mit lamelliertem Profil vor einer Werkstatt im Herbstlaub. KI-generiert (OpenAI)

Die vergangene Woche (KW 43, 19. bis 25. Oktober 2026) war eine Woche der Zahlen — und zwar ausgerechnet solcher, die für Autofahrer gerade jetzt zählen. Mitten in der Umrüstsaison liegt das Ergebnis des größten deutschen Winterreifenvergleichs dieses Jahres vor, und es ist weniger eine Rangliste als ein Aussortierungsbericht: Von 50 Profilen hat es nur ein knappes Drittel überhaupt in die Vollprüfung geschafft. Parallel dazu hat Brüssel die zweite Hälfte des China-Zollpakets festgezurrt, und eine Umfrage zeigt, wie viele Fahrer den Räderwechsel bis zum ersten Frost aufschieben.

Dazu kam eine ungewöhnlich dichte Woche an Unternehmensnachrichten: Quartalszahlen eines Weltkonzerns, ein wachsender Neuwagenmarkt, ein Zweiradmarkt im zweistelligen Plus, eine Fertigungspartnerschaft, die einen indischen Reifenhersteller zum Pkw-Produzenten macht, und ein Adventure-Reifen für 2027. Wir fassen zusammen, was belegt ist, nennen zu jeder Meldung die Quelle — und sagen dazu, wo die Belege aufhören. Den Faden der Vorwoche finden Sie im Rückblick auf die Vorwoche.

Das Winterfinale: 50 Profile, 30 fliegen vor dem Volltest raus

Die wichtigste Produktmeldung der Woche kam am Donnerstag. AutoBild hat seinen großen Winterreifenvergleich abgeschlossen, und zwar in der Dimension 245/45 R19 — einer breiten, großen Größe, wie sie unter SUV und oberer Mittelklasse läuft. Angetreten sind 50 Winterprofile (Reifenpresse.de zum AutoBild-Winterreifentest).

Interessanter als jede Platzierung ist das Verfahren, und es verdient ein paar Sätze. Denn die eigentliche Entscheidung fiel nicht im Volltest, sondern davor: In der Qualifikation wurden 30 der 50 Kandidaten aussortiert — ausschließlich wegen zu langer Bremswege bei Nässe und auf Schnee. Erst die verbliebenen 20 Profile mussten sich anschließend den übrigen Disziplinen stellen, also Handling, Aquaplaning, Rollwiderstand und dem Rest des üblichen Programms.

Wer eine Platzierung aus diesem Test liest, sollte diese Vorfilterung mitdenken. Sie wirkt in beide Richtungen. Einerseits ist das Feld, das am Ende bewertet wurde, bereits ein nach zwei Bremskriterien vorsortiertes Spitzenfeld — entsprechend wenig überrascht, dass keiner der 20 Finalisten schlechter als „befriedigend" abgeschnitten hat. Andererseits heißt das eben auch: Ein Reifen, der in der Vorrunde hängen geblieben ist, taucht in der Endwertung gar nicht erst auf, ganz gleich, wie er sich beim Rollwiderstand oder beim Verschleiß geschlagen hätte.

Bemerkenswert ist ein zweiter Punkt. Selbst in diesem vorgefilterten Feld hat fast die Hälfte der 20 Finalisten eine Abwertung kassiert, und zwar über einen von der Redaktion neu eingeführten Sicherheitsfaktor: Er greift, wenn ein Reifen in mindestens einer als sicherheitsrelevant eingestuften Teildisziplin zu große Defizite zeigt. Ein ordentliches Gesamturteil und eine Abwertung schließen sich also nicht aus. An der Spitze steht ein Quartett mit dem Urteil „vorbildlich".

Einzelnoten, Platzierungen und Modellnamen nennen wir wie immer nicht: Sie stehen im gedruckten Heft beziehungsweise hinter einer Bezahlschranke, und wir geben keine Testergebnisse wieder, die wir nicht selbst belegen können. Der Vergleich zur Vorwoche lohnt aber: Beim Ganzjahresreifentest desselben Blattes waren es 30 Kandidaten, 15 Finalisten und drei Mal „vorbildlich" — die Siebquote fällt beim Winterfeld also deutlich härter aus.

Was sich beziffern lässt, ist unser eigenes Regal. In der getesteten Größe 245/45 R19 stehen derzeit 81 lieferbare Winterreifen, und die Preisspanne darin ist der eigentliche Grund, warum solche Tests überhaupt gebraucht werden: Sie reicht von 65,55 Euro bis 297,11 Euro je Reifen — Faktor viereinhalb in ein und derselben Dimension (eigene Katalogabfrage, Stand 24. Oktober 2026). Genau an dieser Spanne setzt die Mahnung der Tester an, dem Gummi sei leider nicht anzusehen, ob der Rotstift die Kaufentscheidung getroffen hat. Zwei Vertreter der Größe mit belegten Etikettwerten: Der Michelin Pilot Alpin 5 245/45 R19 102V ist mit Nasshaftung B, Kraftstoffeffizienz C und 68 dB Rollgeräusch ausgewiesen und kostet 230,82 Euro, der Continental WinterContact TS 860 S 245/45 R19 102H mit Nasshaftung B, Kraftstoffeffizienz C und 72 dB 221,86 Euro je Stück. Das vollständige Angebot der Testgröße finden Sie unter 245/45 R19, die Gattung insgesamt bei den Winterreifen für den Pkw.

Die zweite Zollstufe: Antisubventionssätze auf China-Reifen stehen fest

Am Mittwoch wurde die zweite Hälfte eines Vorgangs bekannt, dessen erste Hälfte wir im Sommer ausführlich behandelt haben. Zu den im Sommer festgelegten Antidumpingzollsätzen von 4,3 bis 45,3 Prozent auf in die EU importierte Pkw-Reifen aus chinesischer Produktion ist nun auch die Höhe der Antisubventionszollsätze fixiert worden. Sie liegen je nach Hersteller beziehungsweise Herstellergruppe bei gut 24,6 Prozent, bei 27,5 Prozent und bei bis zu 29,6 Prozent (Reifenpresse.de zu den finalen Ausgleichszöllen).

Eine Einschränkung ist dabei wichtig, und sie steht ausdrücklich in der Meldung: Der resultierende finale Gesamtausgleichszoll ergibt sich nicht durch einfaches Aufaddieren der beiden Komponenten. Wer also die 45,3 Prozent der einen Stufe und die 29,6 Prozent der anderen zusammenzählt, rechnet falsch. Die Fachpresse beziffert die resultierende Gesamtspanne in ihrer Überschrift mit knapp 28 bis gut 57 Prozent — und setzt selbst ein Fragezeichen dahinter. Mehr als die Komponentensätze ist öffentlich derzeit nicht belegt; die vollständige Aufschlüsselung je Hersteller steht hinter einer Bezahlschranke.

Was heißt das für Ihren nächsten Reifenkauf? Zunächst einmal weniger, als die Prozentzahlen vermuten lassen. Ein Zollsatz ist keine Preiserhöhung, sondern eine Abgabe auf den Einfuhrwert — er wirkt auf einen Teil der Kalkulation, nicht auf den Endpreis als Ganzes, und er betrifft nur Ware aus chinesischer Produktion. Wie stark sich die erste Stufe tatsächlich im Regal niedergeschlagen hat, haben wir nicht geschätzt, sondern nachgemessen: Die Auswertung steht im Beitrag Acht Wochen China-Zoll und ihre Wirkung auf die Preise. Die rechtliche Einordnung und den Hintergrund des Verfahrens finden Sie im Beitrag zum Beschluss über die Antidumpingzölle. Eine Preisprognose für die zweite Stufe geben wir bewusst nicht ab — dafür ist die Datenlage zu dünn.

Jeder Fünfte ist zu spät dran — und die Umfrage trifft genau diese Woche

Die praktischste Meldung der Woche kam am Montag und passt exakt in den Kalender. Eine Anfang Oktober durchgeführte Umfrage des Marktplatzes eBay mit gut 2.100 Teilnehmern hat ergeben, dass beim saisonalen Räderwechsel jeder fünfte Autofahrer (20,3 Prozent) zu spät dran ist (Reifenpresse.de zur Umfrage über den Umrüstzeitpunkt).

Zwei weitere Werte aus derselben Erhebung sind aufschlussreicher als die Schlagzeile. Knapp jeder Zweite (47,5 Prozent) denkt demnach überhaupt erst kurzfristig an den anstehenden Austausch. Und für 36,2 Prozent ist ein Wetter- oder Temperaturumschwung der ausschlaggebende Anlass, die Sache dann tatsächlich zu organisieren. Das ist menschlich nachvollziehbar und logistisch die denkbar schlechteste Strategie, denn der Temperatursturz kommt für alle am selben Tag. Wer erst dann zum Hörer greift, konkurriert mit allen anderen um dieselben Termine — mit den bekannten Folgen für Wartezeit und Terminlage.

Die übliche Faustregel lautet „von O bis O", also von Oktober bis Ostern. Sie ist eine Empfehlung, keine Vorschrift: In Deutschland gilt eine situative Winterreifenpflicht, die sich an den tatsächlichen Straßenverhältnissen festmacht und nicht am Datum. Was das konkret bedeutet, welche Kennzeichnung ein Reifen dafür tragen muss und was bei Verstößen droht, steht im Beitrag zur Winterreifenpflicht in Deutschland.

Ein praktischer Zusatz für alle, die ihren eingelagerten Satz jetzt hervorholen: Der häufigste Grund, warum ein Winterradsatz nicht mehr montiert werden sollte, ist nicht das abgefahrene Profil, sondern das Alter des Gummis. Worauf Sie beim Herausholen achten sollten, haben wir im Ratgeber zu Winterrädern aus dem Lager zusammengestellt. Und wer sich fragt, ob der späte Kauf teurer wird: Den saisonalen Aufschlag haben wir im Beitrag zum Preisaufschlag bei Winterreifen mit Zahlen hinterlegt.

Zahlen der Woche: Michelin tritt auf der Stelle, Neuwagen und Zweiräder legen zu

Drei Statistiken prägten die Wochenmitte, und sie zeigen in unterschiedliche Richtungen. Michelin hat am Mittwoch Umsatzzahlen vorgelegt. Aufs bisherige Gesamtjahr gesehen gaben die Umsätze um 0,5 Prozent nach; bereinigt um Wechselkurseffekte steht ein Plus von einem Prozent, und allein im dritten Quartal waren es plus 2,2 Prozent. Belastet hat vor allem das Geschäft mit Nutzfahrzeugreifen, das um 3,7 Prozent nachgab — zurückgeführt unter anderem auf rückläufige Stückzahlen bei Erstausrüstungskunden. Deutlich gewachsen ist dagegen der Bereich Verbundwerkstoffe mit knapp 22 Prozent, was das Unternehmen mit mehreren konsolidierten Übernahmen begründet (Reifenpresse.de zu den Michelin-Quartalszahlen). Zum Ende des ersten und dritten Quartals berichtet Michelin ausschließlich Umsatzkennzahlen — Ergebnisgrößen stehen erst später an, weshalb aus diesen Zahlen noch keine Aussage über die Profitabilität folgt.

Vom Fahrzeugmarkt kamen am selben Tag freundlichere Zahlen. Nach Angaben des Herstellerverbandes ACEA lagen die Pkw-Neuzulassungen EU-weit im September bei plus 9,3 Prozent, im bisherigen Jahresverlauf bei plus 5,7 Prozent. Deutschland als größter europäischer Markt entwickelte sich parallel: plus 9,0 Prozent im September und plus 5,3 Prozent im Jahresverlauf. Der Verband spricht von einer „bemerkenswerten Widerstandskraft" gegenüber steigenden Energiekosten und geopolitischem Gegenwind (Reifenpresse.de zu den EU-Neuzulassungszahlen).

Am stärksten wächst allerdings ein Segment, über das seltener berichtet wird. Beim Industrieverband Motorrad (IVM) steht nach neun Monaten über alle Fahrzeugsegmente hinweg ein Plus von gut 24 Prozent auf rund 173.100 Maschinen. Christoph Gatzweiler, dort seit über 25 Jahren Ressortleiter Technik und für die Zulassungsstatistik zuständig, spricht von einem Markttrend, der sich weiter verfestigt habe (Reifenpresse.de zum Zweiradmarkt). Für den Reifenhandel ist das die relevanteste der drei Zahlen, denn Zweiradreifen verschleißen schneller als Autoreifen und erreichen deutlich geringere Laufleistungen — jede dieser Maschinen kommt also früher in den Ersatzbedarf. Das passende Angebot steht bei den Motorradreifen.

Pirelli lässt in Indien fertigen — und ein Lassa-Reifen holt ein Gütesiegel

Die strukturell interessanteste Meldung der Woche betrifft die Frage, wer künftig produziert. Balkrishna Industries (BKT) aus Indien, bislang vor allem für Off-Highway-Reifen bekannt, hatte vor anderthalb Jahren in seinem Fünfjahresplan angekündigt, über dieses Segment hinauszugehen — unter anderem in Richtung Pkw-Reifen, zunächst in Gestalt eines für Ende 2026 geplanten Pilotversuchs. Daraus ist mehr geworden: BKT und Pirelli haben eine „strategische Partnerschaft" geschlossen, in deren Rahmen BKT in Indien Pkw-Reifen der Marke Pirelli für Pirelli und die dortige Vermarktung fertigen wird. Die Rede ist von 800.000 Reifen bis 2030 (Reifenpresse.de zur Partnerschaft von Pirelli und Balkrishna Industries). Dass beide Seiten darüber hinaus weiterreichende Pläne verfolgen, deutet die Meldung an, ohne sie öffentlich aufzuschlüsseln — wir geben hier nur wieder, was belegt ist. Wer die Marke und ihre Struktur einordnen möchte, findet das im Markenporträt zu Pirelli.

Die zweite Markenmeldung der Woche kommt aus der Türkei. AutoBild hat außerhalb der Saison auch einen Sommerreifen geprüft und dem Profil Revola der Marke Lassa eine Empfehlung ausgesprochen. Hinter Lassa steht der Hersteller Brisa, ein Gemeinschaftsunternehmen von Bridgestone und der Sabanci-Gruppe. Bewertet wurden das Aquaplaningverhalten als „stark", das Nasshandling als „solide" und das Nassbremsen als „gut"; auf trockener Fahrbahn fielen Bremsen und Handling mit „sehr stark" beziehungsweise „stark" aus, dazu attestiert das Magazin ein leises Abrollgeräusch und hohen Abrollkomfort. Das Gesamturteil lautet „gut", verbunden mit dem Siegel „AutoBild Approved" in der geprüften Dimension 225/45 R17 91W (Reifenpresse.de zum Gütesiegel für Lassa).

Hier gehört eine ehrliche Auskunft dazu: In unserem Sortiment steht derzeit kein einziger Lassa-Reifen (eigene Katalogabfrage, Stand 24. Oktober 2026). Wir können Ihnen das Modell also nicht anbieten, und wir tun auch nicht so, als könnten wir es. Die geprüfte Dimension selbst ist dagegen eine der meistgefragten überhaupt — es ist genau die Größe, in der vor einer Woche auch der große Ganzjahresreifentest gefahren wurde. Was dort lieferbar ist, sehen Sie unter 225/45 R17.

Neue Reifen, neue Räder: ein Adventure-Profil für 2027 und ein Rad für den Xpeng

Bridgestone hat am Donnerstag den Battlax Adventure A42 angekündigt, den Nachfolger des A41. Ab Beginn des kommenden Jahres soll er schrittweise in verschiedenen Ländern erhältlich sein. Entwickelt wurde er nach Herstellerangaben für Fahrer von Adventure-Maschinen, die überwiegend auf der Straße unterwegs sind; versprochen werden eine starke Nassperformance, hohe Laufleistung und reduzierte Abrollgeräusche (Reifenpresse.de zum Battlax Adventure A42). Das sind Herstellerangaben, keine Testergebnisse — unabhängige Messwerte liegen zu einem noch nicht eingeführten Reifen naturgemäß nicht vor. Eine Marktzahl nennt Bridgestone dazu: Die Nachfrage nach Reifen für das Adventure-Segment sei in Europa binnen zehn Jahren um 45 Prozent gestiegen. Zur Lieferlage heute: Der Vorgänger A41 steht bei uns aktuell in 28 Ausführungen im Regal, etwa als Bridgestone Battlax Adventure A41 120/70R19 60V für 94,67 Euro. Wie sich straßenbetonte und geländetaugliche Profile dieser Gattung unterscheiden, erklärt der Ratgeber zu Enduro- und Adventure-Reifen im Vergleich.

Auf der Räderseite hat Borbet sein Modell FB2 um die Größe 8,5 × 20 Zoll erweitert, mit ABE-Freigabe für den Xpeng G9. Angeboten wird es mit Einpresstiefe 30 und Lochkreis 5/112 in drei Oberflächen — silver, black glossy und black polished matt —, wobei der Hersteller die beiden erstgenannten ausdrücklich auch für den Wintereinsatz empfiehlt (Reifenpresse.de zum Borbet FB2 in 8,5 mal 20 Zoll).

Eine dritte Meldung aus dem Erstausrüstungsumfeld verdient einen Vorbehalt. Mercedes-AMG hat mit dem elektrischen GT SUV erstmals ein eigenentwickeltes Full-Size-SUV vorgestellt, mit Antriebsleistungen von 400 kW (544 PS) beim GT 53 bis 860 kW (1.169 PS) beim GT 63. Als Bereifung ist die SUV-Version von Hankooks iON Supreme im Gespräch — allerdings nur, weil das Fahrzeug auf Pressefotos mit diesen Reifen zu sehen ist, nicht aufgrund einer offiziellen Erstausrüstungsmitteilung (Reifenpresse.de zum AMG GT SUV). Als belegte Erstausrüstung sollten Sie das deshalb vorerst nicht lesen.

Standorte, Messen und Personalien

Zum Abschluss die Meldungen, die die Woche abrunden. In Karlsruhe hat die Aurelis Real Estate GmbH das ehemalige Michelin-Werksgelände erworben, auf dem die Produktion Ende 2025 ausgelaufen war. Das rund 126.000 Quadratmeter große Areal im Stadtteil Grünwinkel soll als „Profilwerk Karlsruhe" mit insgesamt 74.300 Quadratmetern Mietfläche für Produktion, technologieorientierte Betriebe und Logistik neu entwickelt werden; über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart. Was aus dem Standort wird und warum dieser Fall exemplarisch ist, haben wir im Beitrag zum Karlsruher Michelin-Areal ausführlich aufgeschrieben.

Die Messeseite meldete sich gleich mehrfach. Für die Essen Motor Show (28. November bis 6. Dezember 2026) kündigten Borbet eine „besondere Überraschung rund um das A-Rad" an, Tomason gemeinsam mit dem Handelspartner Hering Neuheiten aus dem Räder- und Reifenprogramm, und die Sonderausstellung tuningXperience will 150 Showcars und Umbauten zusammenführen. Welche Reifenneuheit dort gezeigt wird, steht im Beitrag zum neuen Toyo-Semislick für die Essen Motor Show. Zur Intermot, die künftig im Februar stattfindet, hieß es aus Köln, die Vorbereitungen seien „auf einem guten Weg" — was der neue Termin für die Motorradsaison bedeutet, steht im Beitrag zum Terminwechsel der Intermot. Außerdem wirft die nächste Global OTR Conference ihre Schatten voraus, ein Branchentreffen zu Groß- und Erdbewegungsreifen ohne Bedeutung für Endverbraucher.

Personell hat Yokohama TWS Bernhard Schmolz zum neuen Managing Director für den DACH-Markt ernannt. Die Allianz Zukunft Reifen (AZuR) steht im Finale des Innovationspreises der deutschen Mobilitätswirtschaft — ein Ergebnis stand zum Wochenschluss noch aus, weshalb wir hier keine Auszeichnung vermelden. Auf der Sponsoringseite schließlich häuften sich die Meldungen: BFGoodrich wird Premiumpartner von Schalke 04, Falken bleibt Partner der Handball-Weltmeisterschaft der Männer, und Bridgestone unterstützt die Österreichische Sporthilfe.

Was Sie aus dieser Woche mitnehmen

Erstens: Beim großen Winterreifenvergleich ist die eigentliche Nachricht die Siebquote. 30 von 50 Profilen sind an zwei Bremsprüfungen gescheitert, bevor überhaupt irgendetwas anderes gemessen wurde — und selbst von den 20 Finalisten kassierte fast die Hälfte eine Sicherheitsabwertung. Wenn Sie in 245/45 R19 kaufen, ist das eine brauchbare Orientierung. Kaufen Sie in einer anderen Größe, ist es vor allem ein Beleg dafür, wie weit die Spreizung innerhalb einer einzigen Dimension reicht.

Zweitens: Die zweite Zollstufe steht, aber rechnen Sie nicht mit ihr. Die Komponentensätze sind belegt, der resultierende Gesamtzoll ist es nicht — und er ergibt sich ausdrücklich nicht aus einer Addition. Wer daraus heute eine Preisprognose ableitet, rät.

Drittens, und praktisch am wichtigsten: Ein Fünftel der Autofahrer rüstet zu spät um, und über ein Drittel wartet auf den Wetterumschwung als Startsignal. Beides führt am selben Tag in dieselbe Warteschlange. Der Räderwechsel ist der eine Termin im Jahr, bei dem Vorlauf unmittelbar etwas bringt — er kostet nichts außer einem Anruf zwei Wochen früher. Passende Winterreifen für den Pkw sind in allen gängigen Größen lieferbar.

Häufige Fragen

Welcher Reifen hat den AutoBild-Wintervergleich 2026 gewonnen?

Den Namen nennen wir nicht, weil die vollständigen Ergebnisse im gedruckten Heft beziehungsweise hinter einer Bezahlschranke stehen und wir nur wiedergeben, was wir belegen können. Öffentlich belegt ist: Getestet wurde in 245/45 R19, von 50 Profilen schieden 30 in der Qualifikation wegen zu langer Bremswege bei Nässe und Schnee aus, die 20 Finalisten erhielten mindestens ein „befriedigend", und vier Reifen wurden mit „vorbildlich" bewertet.

Werden Reifen aus chinesischer Produktion durch die neuen Zölle jetzt teurer?

Das lässt sich seriös noch nicht beziffern. Belegt sind die beiden Komponenten — Antidumpingsätze von 4,3 bis 45,3 Prozent und Antisubventionssätze von gut 24,6 bis 29,6 Prozent —, nicht aber der resultierende Gesamtzoll je Hersteller; er entsteht ausdrücklich nicht durch Addition. Hinzu kommt, dass ein Zoll auf den Einfuhrwert wirkt und nicht eins zu eins auf den Ladenpreis durchschlägt.

Wann sollte ich spätestens auf Winterreifen umrüsten?

Als Faustregel gilt „von O bis O", also Oktober bis Ostern. Eine feste Frist gibt es in Deutschland nicht: Die Winterreifenpflicht ist situativ und greift bei Glatteis, Schneeglätte, Schneematsch, Eis- oder Reifglätte. Weil ein Temperatursturz alle gleichzeitig in die Werkstätten treibt, ist früh buchen die praktischere Entscheidung.

Schlagwörter: Wochenrückblick Reifenmarkt Winterreifen Reifentest Zölle Motorradreifen

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