✓ Versandkostenfrei innerhalb Deutschlands ✓ 30 Tage Widerrufsrecht ✓ Seit 1997 — über 25 Jahre Erfahrung Hotline: 037329 7153-0
Kaufberatung – Ratgeber im Magazin

Semperit Speed-Life 3: stark bei Nässe, schwach im Trockenen – und warum der Vorgänger fast das Doppelte kostet

· 16 Min. Lesezeit
Kompaktwagen auf nasser Landstraße mit Sommerreifen, Gischt am Reifen (KI-generiert, OpenAI)
Kompaktwagen auf nasser Landstraße mit Sommerreifen, Gischt am Reifen (KI-generiert, OpenAI)

Semperit klingt nach Alpen und solider Handwerksqualität, hinter dem österreichischen Traditionsnamen steht aber der Weltkonzern Continental. Der Speed-Life 3 ist Semperits aktueller Sommerreifen für Kompakt- und Mittelklassewagen – gedacht als sicherer Alltagsreifen zum fairen Preis. Was davon belegbar ist, haben wir nicht dem Markenversprechen überlassen: Wir haben das EU-Reifenlabel über alle 117 lieferbaren Ausführungen unseres Sortiments ausgewertet und die Werte anschließend mit dem ADAC-Sommerreifentest abgeglichen. Das Ergebnis ist in einem Punkt bemerkenswert einheitlich – und zeigt zugleich zwei Fallen, in die Sie bei der Größenwahl tappen können, wenn Sie nur auf den Modellnamen schauen.

Continental-Technik zum Mittelklasse-Preis

Semperit gehört seit 1985 zum Continental-Konzern und ist dort bewusst in der Mitte des Marktes positioniert: solide, sichere Reifen auf Konzern-Technik, aber deutlich unterhalb der Premium-Preise des Mutterhauses. Für Sie heißt das konkret, dass Entwicklung und Fertigung auf demselben Fundament stehen wie bei Continental – der Speed-Life 3 wird allerdings nicht auf die letzten Zehntel im Grenzbereich getrimmt, sondern auf ausgewogene Alltagseigenschaften und einen niedrigeren Preis. Er ist damit das mainstream-taugliche Sommermodell für Kompakt- und Mittelklassewagen, ausgelegt auf Handling und kurze Bremswege statt auf sportliche Rekordwerte.

Diese Einordnung ist keine Marketingfloskel, sondern hat handfeste Folgen für die Kaufentscheidung: Ein Zweitmarken-Reifen konkurriert nicht mit der Premium-Spitze, sondern mit dem breiten Mittelfeld – und genau dort wird der Wettbewerb über den Preis entschieden. Wie Semperit im Konzerngefüge steht und wofür die Marke historisch gebaut wurde, ordnen wir im Porträt Semperit als Continental-Zweitmarke ein. Für den Speed-Life 3 selbst lohnt der Blick auf die belegbaren Werte mehr als jede Markengeschichte – also auf das Label und den Test.

Das Label über das ganze Sortiment: 111-mal dieselbe Kombination

Wir führen den Speed-Life 3 aktuell in 117 Ausführungen, verteilt auf 90 verschiedene Größen von R15 bis R21 (Stand 19.07.2026). Über dieses gesamte Feld hinweg ist das EU-Label erstaunlich konstant: 111 der 117 Ausführungen tragen exakt dieselbe Kombination aus Effizienzklasse C und Nasshaftungsklasse B. Nur sechs Ausführungen weichen davon ab. Das Rollgeräusch liegt bei 70 bis 73 Dezibel, mit klarem Schwerpunkt auf 71 und 72 dB; ein einziger Ausreißer, die sehr breite 295/35 R21, wird mit 75 dB angegeben.

Diese Konstanz ist ein echter, unterschätzter Vorteil. Bei vielen Konkurrenzmodellen springt dasselbe Profil je nach Dimension über zwei oder drei Effizienzklassen, sodass ein Testergebnis oder eine Empfehlung aus einer Größe für Ihre Größe schlicht nicht gilt. Beim Speed-Life 3 können Sie dagegen mit hoher Wahrscheinlichkeit vom einen auf das andere schließen. Einordnen sollte man das trotzdem ehrlich: Effizienzklasse C bedeutet beim Rollwiderstand solides Mittelfeld – nicht der sparsamste Reifen, aber weit entfernt von den durstigen unteren Klassen. Nasshaftungsklasse B ist die zweitbeste Stufe. Ein A-Reifen bei Nässe ist der Speed-Life 3 also nicht, ein schwacher Regenreifen aber erst recht nicht. Was die drei Buchstaben auf dem Label genau bedeuten und wo ihre Aussagekraft endet, erklärt unser Ratgeber EU-Reifenlabel richtig lesen.

Die sechs Ausnahmen – und die Größe, in der das bessere Label weniger kostet

Die sechs Abweichler sind kein Rauschen, sondern für die Kaufentscheidung die interessantesten Einträge im ganzen Sortiment. Zwei Ausführungen fallen nach unten ab: die 245/35 R18 92Y und die 255/30 R19 91Y tragen D/B und verbrauchen damit spürbar mehr, ohne bei der Nässe etwas zu gewinnen. Vier Ausführungen liegen dagegen über dem Standard – zwei mit C/A (235/35 R20 92Y und 255/40 R21 102Y) und zwei mit B/A (235/55 R19 105Y und 275/35 R19 100Y), also mit der bestmöglichen Nasshaftungsklasse.

Besonders lohnend ist ein Fall, den man ohne vollständige Auswertung nie bemerkt: In der Größe 235/55 R19 führen wir zwei Ausführungen desselben Modells. Die 105Y trägt B/A und kostet 112,40 Euro, die 105V trägt C/B und kostet 117,80 Euro. Sie bekommen hier also die bessere Effizienz- und die bessere Nasshaftungsklasse für gut fünf Euro weniger – vorausgesetzt, der höhere Geschwindigkeitsindex Y passt zu Ihrem Fahrzeug. Solche Konstellationen entstehen, wenn Ausführungen aus unterschiedlichen Fertigungsständen nebeneinander im Markt sind; sie sind kein Fehler, aber sie belohnen genaues Hinsehen.

Tipp: Vergleichen Sie vor dem Kauf nicht nur Modell und Größe, sondern die konkrete Ausführung inklusive Last- und Geschwindigkeitsindex. In mehreren Größen liegen die Varianten preislich und beim Label auseinander – und nicht immer ist die teurere die bessere.

Warum das Label an der Ausführung hängt, nicht an der Größe

Der Fall 235/55 R19 ist kein Einzelfall, sondern das Prinzip. Ein EU-Reifenlabel wird nicht für ein Modell und auch nicht für eine Größe vergeben, sondern für die konkrete Ausführung – also für die Kombination aus Größe, Lastindex und Geschwindigkeitsindex. Aussagen der Form „Modell X hat Klasse C" oder „in 205/55 R16 hat er Klasse C" sind deshalb streng genommen immer unpräzise. In 22 der 90 Speed-Life-3-Größen führen wir mehr als eine Ausführung, und in diesen Größen unterscheiden sich die Werte regelmäßig.

Die Testgröße 205/55 R16 zeigt das exemplarisch: Dort gibt es den Speed-Life 3 als 91V, 91H, 91W und 94V. Die ersten drei tragen C/B/71, die 94V dagegen C/B/72 – gleiche Klassen, aber ein Dezibel mehr, weil der höhere Lastindex einen anderen Aufbau bedeutet. Noch praxisrelevanter ist der Preis: Ausgerechnet die 91W mit dem höchsten Geschwindigkeitsindex der drei ist mit 63,30 Euro die günstigste Ausführung, während die 91V 68,30 Euro und die 91H 67,30 Euro kostet. Wer reflexhaft zum niedrigeren Index greift, weil der „normalerweise billiger" ist, zahlt hier drauf. Umgekehrt gilt das genauso: In 185/65 R15 kostet die 88T 60,70 Euro, die 88H dagegen 70,90 Euro. Ein Blick auf die Fahrzeugpapiere, welche Indizes für Ihr Auto zulässig sind, entscheidet also nicht nur über die Legalität, sondern auch über den Preis.

Der ADAC-Test: was hinter der Note 2,7 wirklich steckt

Das Label liefert nur den Rahmen, ein unabhängiger Test füllt ihn. Im ADAC-Sommerreifentest 2023 in der Dimension 205/55 R16 – einem Vergleich über 50 Reifen – erhielt der Speed-Life 3 die Gesamtnote 2,7 „befriedigend". Wichtig ist die Skala dahinter: Der ADAC bewertet 1,6 bis 2,5 als „gut" und erst ab 2,6 als „befriedigend". Die 2,7 liegt also knapp jenseits der Grenze zum guten Bereich, nicht im Mittelmaß.

Ebenso wichtig ist die Einordnung nach oben, und hier muss man ehrlich sein: Die Testsieger Goodyear EfficientGrip Performance 2 und Continental PremiumContact 6 kamen beide auf 2,0. Der Abstand beträgt damit sieben Zehntel – deutlich mehr als eine halbe Note. Und der Speed-Life 3 lag mit seinem damaligen Testpreis von 91 Euro nicht einmal preislich vorn: Der Nokian Tyres Wetproof erreichte für 87 Euro eine 2,3, der Falken ZIEX ZE310 ECORUN für 89 Euro ebenfalls eine 2,3. Wie sich der Nokian im Detail schlägt, haben wir im Beitrag Nokian Wetproof im Sortimentscheck ausgewertet.

Der Blick in die Teilnoten erklärt, wie die 2,7 zustande kommt. Die Fahrsicherheit macht 70 Prozent der Gesamtnote aus und steht bei 2,8. Sie setzt sich zusammen aus der nassen Fahrbahn (60 Prozent Gewicht) mit einer 2,2 und der trockenen Fahrbahn (40 Prozent Gewicht) mit einer 2,8. Die Umweltbilanz steuert die restlichen 30 Prozent bei und steht bei 2,6, aufgeschlüsselt in Laufleistung 2,5, Abrieb 2,5, Effizienz 2,3, Geräusch 2,7 und Nachhaltigkeit 3,2 – letztere ist die mit Abstand schwächste Einzelwertung des Reifens. Als Stärken führt der ADAC „gut auf nasser Fahrbahn", „effizient" und „noch gute Laufleistung" auf, als Schwächen „nicht ganz ausgewogen", „Schwächen auf trockener Fahrbahn" und „Schwächen bei der Umweltbilanz" (Quelle: ADAC-Reifentest).

Die Abwertung: warum die Fahrsicherheit schlechter ist als ihre Teilnoten

An dieser Stelle lohnt eine Rechnung, die viele Testberichte unterschlagen. Aus nasser Fahrbahn 2,2 bei 60 Prozent und trockener Fahrbahn 2,8 bei 40 Prozent ergäbe sich rechnerisch eine Fahrsicherheit von rund 2,4. Ausgewiesen ist aber 2,8. Die Differenz ist kein Rundungsfehler, sondern Absicht: Die Teilnote für die trockene Fahrbahn trägt beim ADAC eine Fußnote, die ausdrücklich vermerkt, dass sie zur Abwertung in der Gesamtnote führt.

Der ADAC wendet dieses Instrument an, wenn ein Reifen in einer sicherheitsrelevanten Einzeldisziplin so schwach ist, dass gute Werte anderswo das nicht ausgleichen dürfen. Praktisch heißt das: Die Trockenschwäche des Speed-Life 3 wurde nicht nur anteilig verrechnet, sondern hat die Note aktiv nach unten gezogen. Für Sie als Käufer ist das die wichtigere Information als die Gesamtnote selbst, denn sie sagt, wo der Reifen an seine Grenzen kommt – und dass der Prüfer dieses Defizit für gravierend genug hielt, um es gesondert zu sanktionieren. Warum ein Test insgesamt mehr aussagt als das Label allein, aber beides zusammen gehört, lesen Sie im Ratgeber EU-Label oder Reifentest.

Nässe: hier liefert der Reifen tatsächlich

Die gute Nachricht steht in den Messwerten, und sie ist deutlicher, als die Gesamtnote vermuten lässt. Auf nassem Beton brauchte der Speed-Life 3 aus 80 km/h 35,7 Meter bis zum Stillstand – bei einem Testfeld, das von 35,2 bis 58,4 Metern reichte. Der Semperit liegt damit einen halben Meter hinter dem besten Reifen des gesamten Tests und mehr als 22 Meter vor dem schlechtesten. Auf nassem Asphalt waren es 37,2 Meter bei einer Spanne von 34,4 bis 59,3 Metern – ebenfalls im vorderen Feld.

Das Bild setzt sich beim Aquaplaning fort: 81,8 km/h Aufschwimmgeschwindigkeit in Längsrichtung (Feld: 86,7 bis 70,3 km/h) und 3,8 m/s² Querbeschleunigung im Aquaplaning-Kreis, wo der beste Reifen 4,0 und der schlechteste 2,7 m/s² erreichte. Auch das gemessene Vorbeifahrgeräusch nach ISO liegt mit 70,7 dB(A) im besseren Drittel des Feldes von 69,1 bis 73,6 dB(A). Wichtig zur Einordnung: Dieser gemessene Wert und die 71 dB auf dem EU-Label sind nicht dieselbe Zahl – das Label beruht auf einem genormten Typprüfverfahren, der Test auf einer eigenen Messung. Aus einem niedrigen Label-Wert lässt sich weder auf das Fahrgeräusch im Innenraum noch auf den Komfort schließen.

Unter dem Strich bestätigen Label und Test einander: Nasshaftungsklasse B und die Nassnote 2,2 zeigen beide, dass Regen die Paradedisziplin dieses Reifens ist. Wer viel bei Nässe unterwegs ist, bekommt hier überdurchschnittliche Sicherheit fürs Geld. Wie Aquaplaning entsteht und wie Sie im Ernstfall reagieren, erklären wir im Beitrag Aquaplaning vermeiden.

Trocken, Verbrauch, Laufleistung: die ehrlichen Schwachstellen

Auf trockener Fahrbahn dreht sich das Bild. Der Bremsweg aus 100 km/h betrug 39,7 Meter bei einem Feld von 35,9 bis 42,9 Metern – der Speed-Life 3 liegt damit im hinteren Mittelfeld und knapp vier Meter hinter dem besten Reifen. Vier Meter sind in einer Notbremsung genau der Unterschied zwischen Stillstand und Aufprall. Zusammen mit der Abwertung ist das die klarste Botschaft des Tests: Wer den Reifen auf trockener Landstraße hart rannimmt, merkt früher als bei einem Premium-Modell, wo die Reserven enden.

Bemerkenswert ist die Effizienz, weil sie ein Musterbeispiel dafür ist, wie leicht man Teilnoten fehlinterpretiert. Der ADAC nennt den Reifen ausdrücklich „effizient" und vergibt mit 2,3 die beste Einzelnote der gesamten Umweltbilanz. Der gemessene Verbrauch liegt aber bei 5,8 Litern auf 100 Kilometer – bei einem Testfeld von 5,5 bis 5,9 Litern, also fast am ungünstigsten Ende. Beides stimmt zugleich: Die Note bewertet auf einer absoluten Skala, und weil das gesamte Feld nur 0,4 Liter auseinanderliegt, ist selbst der durstigste Reifen noch objektiv sparsam. Wer aus der guten Note aber auf einen Spitzenplatz im Vergleich schließt, liegt falsch. Was Rollwiderstand real an der Zapfsäule ausmacht, rechnen wir im Ratgeber Spritsparen mit den richtigen Reifen vor.

Bei der Haltbarkeit gilt Ähnliches. Die prognostizierte Laufleistung bis zur gesetzlichen Mindestprofiltiefe gibt der ADAC mit 40.000 Kilometern an – bei einer Spanne von 23.100 bis 71.500 Kilometern. Das ist solides Mittelfeld, aber der haltbarste Reifen des Tests kam über 31.000 Kilometer weiter. Auf die Lebensdauer gerechnet kann ein teurerer, langlebigerer Reifen deshalb günstiger sein als ein billiger. Wie Sie diese Rechnung für sich aufmachen, zeigt der Beitrag Reifen-Laufleistung: wie viele Kilometer hält ein Reifen.

Getestet und bestellbar: nachweislich dieselbe Ausführung

Bei Reifentests bleibt oft offen, ob der geprüfte Reifen überhaupt dem entspricht, was man kaufen kann. Hier lässt sich das sauber nachweisen. Der ADAC prüfte die Ausführung 205/55 R16 91 V und weist für sie das EU-Label C/B/71 dB aus. Genau diese Ausführung führen wir – mit exakt denselben Labelwerten C/B/71. Getesteter und bestellbarer Reifen sind damit belegbar dasselbe Produkt, und das Testergebnis gilt eins zu eins.

Der Preis hat sich seither zu Ihren Gunsten entwickelt: Im Test von 2023 kostete der Reifen 91 Euro, heute steht er bei 68,30 Euro – gut ein Viertel weniger. Diese beiden Zahlen gehören allerdings nicht in dieselbe Tabelle: Die 91 Euro sind der Marktpreis zum Testzeitpunkt und der Maßstab, an dem der ADAC die Konkurrenz gemessen hat; die 68,30 Euro sind unser heutiger Preis. Ein Preisvergleich mit den damaligen Konkurrenzpreisen wäre deshalb schief – deren Preise haben sich ebenso bewegt. Sie finden die getestete Ausführung als Speed-Life 3 in 205/55 R16 91V, die gesamte Dimension auf der Landingpage 205/55 R16. Der günstigste Einstieg ins Modell ist derzeit der Speed-Life 3 in 195/65 R15 ab 59,10 Euro; alle Ausführungen bündelt der Modell-Hub Speed-Life 3. Als Testreifen war übrigens ein in Portugal gefertigtes Exemplar montiert – eine Angabe, die der ADAC dokumentiert, die aber nichts über heutige Produktionsstandorte aussagt.

Vorsicht bei der Vorgängergeneration

Jetzt zur zweiten Falle, und sie ist die teuerste. Neben dem aktuellen Speed-Life 3 sind bei uns noch Restbestände der Vorgänger lieferbar: 14 Ausführungen des Speed-Life 2 und sogar zwei Ausführungen des ursprünglichen Speed-Life. Man würde erwarten, dass eine auslaufende Generation günstiger ist. Das Gegenteil ist der Fall.

Der entscheidende Unterschied steckt im Label: 11 der 14 Speed-Life-2-Ausführungen tragen C/C – also eine Nasshaftungsklasse schlechter als die durchgängige B des Speed-Life 3. Ausgerechnet in der Disziplin, die die Stärke der Baureihe ist, ist der Vorgänger schwächer. Und er ist teurer: In den nur zwei Größen, in denen beide Generationen parallel lieferbar sind, liegt der Vorgänger jedes Mal vorn – in 215/45 R17 marginal (89,80 gegenüber 89,50 Euro), in 245/40 R19 dagegen dramatisch: 224,10 Euro für den Speed-Life 2 gegenüber 119,40 Euro für den Speed-Life 3, bei schlechterer Nasshaftungsklasse. Sie zahlen also fast das Doppelte für den technisch älteren und beim Label schwächeren Reifen.

In elf weiteren Größen gibt es den Vorgänger ohne aktuelles Pendant, und dort erklärt sich das Preisbild: Es sind Restposten, die nicht mehr nachgekauft werden – mit Preisen von 97,60 Euro bis zu 396,90 Euro für eine einzelne 265/35 R18. Auch die beiden verbliebenen Speed-Life der ersten Generation in R15 stehen bei 214,30 und 218,80 Euro, während der aktuelle Speed-Life 3 bei 59,10 Euro beginnt. Das ist keine Preispolitik und kein Vorwurf an den Hersteller, sondern die normale Ökonomie auslaufender Restgrößen. Für Sie folgt daraus eine einfache Regel: Achten Sie auf die Ziffer hinter dem Namen. Sucht man nur nach „Semperit Speed-Life", landet man leicht bei einem teuren Restposten der Vorgängergeneration. Dass sich der Vorgänger gelegentlich trotzdem lohnen kann, wenn Preis und Label stimmen, zeigt unser Vergleich Falken ZIEX ZE310EC oder ZE320 – beim Speed-Life ist es derzeit klar nicht der Fall.

Speed-Life 3 oder Comfort-Life 2?

Semperit führt neben dem Speed-Life 3 einen zweiten PKW-Sommerreifen, den Comfort-Life 2 – und beide zielen auf unterschiedliche Fahrzeuge. Der Speed-Life 3 beginnt bei R15 und ist der Reifen für Kompakt- und Mittelklasse. Der Semperit Comfort-Life 2 deckt mit 23 Ausführungen in 17 Größen den Bereich von R13 bis R18 ab, hat seinen Schwerpunkt aber klar bei den kleinen 13- und 14-Zöllern für Klein- und Kleinstwagen, mit Fokus auf Laufruhe und niedrigen Anschaffungspreis. Wer einen Polo, Fiesta oder Corsa fährt, landet fast zwangsläufig beim Comfort-Life; für einen Golf, Focus oder eine Limousine ist der Speed-Life 3 gemacht.

Der niedrigere Einstiegspreis hat seinen Grund im Label: In den kleinen Größen dominiert die Kombination D/C, die 14 der 23 Ausführungen tragen – je eine Klasse schlechter bei Effizienz und Nasshaftung als beim Speed-Life 3. Für einen leichten Kleinwagen mit moderatem Tempo ist das oft vertretbar, weil die absoluten Kräfte klein bleiben; wer aber auch im kleinen Auto maximale Nässe-Sicherheit will, sollte prüfen, ob es die Größe beim besser eingestuften Speed-Life 3 gibt. Der Einstieg ist der Comfort-Life 2 in 185/65 R14 für 41,00 Euro. Achten Sie aber auch hier auf Restgrößen: Am oberen Ende stehen zwei 13-Zöller mit E/C-Label bei 153,40 und 159,20 Euro, und in 225/60 R18 führen wir zwei Ausführungen mit identischem Index 100H, von denen die eine C/B trägt und 110,90 Euro kostet, die andere aber E/B bei 130,60 Euro – zwei Effizienzklassen schlechter für 20 Euro mehr.

Für wen sich der Speed-Life 3 lohnt

Der Speed-Life 3 ist ein klassischer Vernunftreifen mit einem klaren Profil: stark bei Nässe, mittelmäßig im Trockenen, konstant im Label, fair im Preis. Er passt gut, wenn Sie einen Kompakt- oder Mittelklassewagen im Alltag bewegen, viel bei Regen unterwegs sind und einen soliden Reifen mit Continental-Hintergrund suchen, ohne den Premium-Aufpreis zu zahlen. Für Pendler in Regionen mit echten vier Jahreszeiten ist das eine stimmige Rechnung – zumal der Preis seit dem Test deutlich gefallen ist.

Weniger die richtige Wahl ist er, wenn Sie das Maximum an Trockenbremsweg und Grenzbereich erwarten, sehr sportlich fahren oder ein schweres, stark motorisiertes Fahrzeug bewegen – etwa ein leistungsstarkes E-Auto mit hoher Zuladung. Dann rechtfertigt der Abstand von sieben Zehnteln zur Testspitze den Aufpreis für ein Premium-Modell. Und wenn Ihnen die Laufleistung wichtiger ist als der Anschaffungspreis, lohnt der Blick auf haltbarere Alternativen. Prüfen Sie in jedem Fall die konkrete Ausführung in Ihrer Größe – wie gezeigt gibt es sowohl Ausreißer beim Label als auch überraschende Preisunterschiede zwischen den Varianten. Weitere Modelle finden Sie in unserer Kategorie Sommerreifen für PKW.

Häufige Fragen

Ist der Semperit Speed-Life 3 ein guter Sommerreifen?

Für den Alltag ja, mit einer klaren Einschränkung. Im ADAC-Test 2023 erreichte er 2,7 „befriedigend" mit einer guten Nassnote von 2,2, aber einer abgewerteten Trockenwertung. Sein EU-Label liegt in 111 von 117 Ausführungen bei C/B. Wer viel bei Regen fährt, bekommt viel Sicherheit fürs Geld; wer maximale Trockenperformance sucht, ist bei der Premium-Spitze besser aufgehoben.

Worin unterscheiden sich Speed-Life 3 und Speed-Life 2?

Der Speed-Life 3 ist die aktuelle Generation und trägt fast durchgängig Nasshaftungsklasse B. Vom Speed-Life 2 sind nur noch Restbestände lieferbar, die überwiegend die schlechtere Klasse C tragen – und meist deutlich mehr kosten. In 245/40 R19 etwa liegt der Vorgänger bei 224,10 Euro, die aktuelle Generation bei 119,40 Euro.

Gilt das ADAC-Testergebnis auch für meine Größe?

Nur eingeschränkt. Getestet wurde die Ausführung 205/55 R16 91 V, und Testergebnisse gelten immer für die geprüfte Dimension. Weil das Label beim Speed-Life 3 aber ungewöhnlich konstant ist, lässt sich das Ergebnis besser übertragen als bei den meisten Konkurrenten. Prüfen Sie trotzdem das Label Ihrer konkreten Ausführung – sechs Ausführungen weichen vom Standard ab.

Schlagwörter: Semperit Speed-Life 3 Sommerreifen EU-Reifenlabel ADAC-Test

Das könnte Sie auch interessieren