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Alufelgen

Felgengröße und Anschlussmaße verstehen: Lochkreis, Einpresstiefe und Nabenbohrung

· 7 Min. Lesezeit · Aktualisiert am 22.06.2026
Silberne Alufelge auf einer Werkbank mit Maßband und Messschieber, Schraubenlöcher und Nabenbohrung sichtbar (KI-generiert, OpenAI)
Silberne Alufelge auf einer Werkbank mit Maßband und Messschieber, Schraubenlöcher und Nabenbohrung sichtbar (KI-generiert, OpenAI)

Bei Reifen genügt oft schon die richtige Größe – bei Felgen reicht das nicht. Eine Felge muss in mehreren Maßen exakt zu Ihrem Fahrzeug passen, sonst sitzt das Rad nicht zentrisch, schleift im Radkasten oder ist gar nicht zulässig. Welche Felge wirklich passt, entscheiden vier Kennzahlen: Felgengröße, Lochkreis, Einpresstiefe und Nabenbohrung. Wir erklären jede davon verständlich – damit Ihnen beim Felgenkauf kein Fehlkauf passiert.

Warum die Größe allein nicht reicht

Anders als beim Reifen, wo Breite, Höhe und Zoll die Passung weitgehend festlegen, hat eine Felge mehrere Anschlussmaße. Stimmt nur eines davon nicht, lässt sich das Rad entweder gar nicht montieren oder es darf nicht gefahren werden. Wer die Begriffe einmal verstanden hat, erkennt auf einen Blick, ob eine Felge zum Auto passt. Wie Sie die Maße am Reifen ablesen, haben wir im Beitrag Reifengröße ablesen erklärt – hier geht es um das Gegenstück, die Felge.

Die Felgenbezeichnung lesen (z. B. 7J x 16 H2 ET35)

Auf der Felge – meist auf der Rückseite einer Speiche oder am Felgenstern – ist die Bezeichnung eingeprägt. Ein Beispiel: 7J x 16 H2 ET35. Das bedeutet:

  • 7 – die Felgenbreite (Maulweite) in Zoll, gemessen zwischen den beiden Felgenhörnern.
  • J – die Form des Felgenhorns (die Kontur, an der der Reifenwulst anliegt). Bei Pkw ist „J" der gängige Typ.
  • 16 – der Felgendurchmesser in Zoll. Er muss zum Reifendurchmesser passen (ein 16-Zoll-Reifen auf eine 16-Zoll-Felge).
  • H2 – die „Humps", kleine Wülste im Felgenbett, die den schlauchlosen Reifen sicher auf der Felge halten (H2 = Hump auf beiden Seiten).
  • ET35 – die Einpresstiefe in Millimetern (dazu gleich mehr).

Tipp: Felgenbreite und Reifenbreite müssen zueinander passen. Jeder Reifen hat einen zulässigen Felgenbreitenbereich – eine zu schmale oder zu breite Felge verändert die Aufstandsfläche und das Fahrverhalten.

Lochkreis (LK): Anzahl und Abstand der Schrauben

Der Lochkreis beschreibt, wie viele Radschrauben die Felge hat und auf welchem Kreisdurchmesser sie sitzen. Angegeben wird er als „Anzahl x Durchmesser in mm", zum Beispiel 5x112: fünf Schrauben auf einem gedachten Kreis mit 112 mm Durchmesser.

  • Der Lochkreis muss exakt zum Fahrzeug passen. Schon scheinbar ähnliche Werte wie 5x112 und 5x114,3 sind nicht kompatibel.
  • Bei gerader Schraubenzahl (4 oder 6 Löcher) messen Sie den Durchmesser direkt von Bohrungsmitte zu gegenüberliegender Bohrungsmitte.
  • Bei ungerader Zahl (5 Löcher) ist das schwieriger – hier helfen Lochkreis-Tabellen oder die Angabe auf der Originalfelge bzw. in den Fahrzeugpapieren.

Gängige Pkw-Lochkreise sind etwa 4x100, 5x100, 5x108, 5x112, 5x114,3 oder 5x120 – welcher es ist, hängt vom Fahrzeug ab.

Einpresstiefe (ET): wie tief das Rad sitzt

Die Einpresstiefe ist der Abstand zwischen der Anlagefläche der Felge (dort, wo sie an der Radnabe anliegt) und der gedachten Mittelebene des Felgenbetts – angegeben in Millimetern. Sie bestimmt, wie weit das Rad nach innen oder außen im Radkasten steht. Auf der Felge steht sie als „ET35", manchmal auch als „>35<".

  • Hohe (positive) ET: Die Anlagefläche liegt weiter zur Außenseite, das Rad sitzt weiter innen im Radkasten.
  • Niedrige ET: Das Rad rückt nach außen, die Spur wird breiter.
  • Eine falsche ET verändert die Spurweite und kann zu Schleifen am Kotflügel oder an der Bremse, zu höherer Belastung der Radlager und zu verändertem Lenkverhalten führen.

Deshalb sollten Sie nur im vom Hersteller bzw. im Gutachten freigegebenen Rahmen von der Serien-ET abweichen. Im Zweifel gilt: ET der Originalfelge übernehmen.

Nabenbohrung (NB) und Zentrierringe

Die Nabenbohrung ist das zentrale Loch in der Mitte der Felge. Bei modernen Pkw zentriert sich das Rad über dieses Mittelloch auf einem Bund der Radnabe (Mittenzentrierung) – nicht über die Schrauben. Damit das Rad spielfrei und rund läuft, muss die Nabenbohrung zum Nabendurchmesser des Fahrzeugs passen.

  • Originalfelgen sind exakt auf die Nabe abgestimmt.
  • Zubehörfelgen haben oft eine bewusst größere Nabenbohrung, damit sie auf viele Fahrzeuge passen. Dann gleicht ein passender Zentrierring (Kunststoff oder Aluminium) die Differenz aus und zentriert das Rad korrekt.
  • Eine zu kleine Nabenbohrung passt dagegen nicht und darf nicht aufgebohrt werden.

Läuft ein Rad trotz korrekt angezogener Schrauben unrund oder vibriert es, ist eine fehlende oder falsche Mittenzentrierung eine häufige Ursache.

Die richtigen Radschrauben nicht vergessen

Felge und Schraube müssen zusammenpassen: Neben der korrekten Länge und dem Gewinde muss vor allem die Sitzform stimmen – Kegelbund, Kugelbund oder Flachbund je nach Felge. Eine falsche Sitzform kann sich lösen. Beim Wechsel von Stahl- auf Alufelgen sind oft andere Schrauben nötig. Passende Radschrauben und Radmuttern finden Sie im Shop.

Tragfähigkeit und Zulassung: ABE, Teilegutachten, Eintragung

Eine Felge muss nicht nur passen, sondern auch für das Gewicht und die Achslast Ihres Fahrzeugs ausgelegt und straßenrechtlich zulässig sein. Drei Wege gibt es:

  • ABE (Allgemeine Betriebserlaubnis): Die Felge ist allgemein genehmigt. Sie müssen die ABE meist nur mitführen; teils gibt es Auflagen (etwa eine Abnahme oder ein Bördeln der Kotflügelkante).
  • Teilegutachten: Hier ist nach der Montage eine Änderungsabnahme nach § 19 Abs. 3 StVZO durch eine Prüforganisation und anschließend die Eintragung in die Fahrzeugpapiere nötig (Quelle: TÜV SÜD, DEKRA).
  • Einzelabnahme nach § 21 StVZO: nötig, wenn keine passenden Papiere vorliegen.

Fahren ohne erforderliche Abnahme/Eintragung kann die Betriebserlaubnis kosten. Im Zweifel klären Sie die Zulassung vor dem Kauf mit dem Händler oder einer Prüforganisation.

Wo finde ich die richtigen Werte für mein Auto?

  • Zulassungsbescheinigung Teil I (Fahrzeugschein): unter Feld 15 stehen die zugelassenen Rad-/Reifengrößen; weitere Felgendaten enthält oft das CoC-Datenblatt oder die Fahrzeug-ABE.
  • Die Originalfelge: Felgengröße und ET sind eingeprägt; den Lochkreis können Sie an der vorhandenen Felge abnehmen.
  • Herstellerangaben / Reifenfreigaben des Fahrzeugherstellers.
  • Beim Komplettradkauf ermittelt der Shop die Passung direkt über Ihr Fahrzeug – das ist der bequemste und sicherste Weg.

Wenn Sie sich den Aufwand sparen wollen, sind fertig abgestimmte Kompletträder die einfachste Lösung: Reifen und passende Felge sind bereits korrekt kombiniert und gewuchtet. Mehr dazu im Beitrag Kompletträder: Vorteile und Saisonwechsel.

Fazit

Felgen passen nicht über die Größe allein – entscheidend sind Lochkreis, Einpresstiefe und Nabenbohrung plus die richtige Felgen- und Reifenbreite, passende Radschrauben und eine zulässige Tragfähigkeit. Wer diese Maße kennt, kauft sicher und vermeidet Fehlkäufe. Stöbern Sie in unserer Felgen-Übersicht – ob robuste Stahlfelgen oder leichte Alufelgen. Welche Bauart für Sie sinnvoll ist, lesen Sie im Vergleich Stahlfelgen oder Alufelgen?.

Häufige Fragen

Was bedeutet ET bei Felgen?

ET steht für Einpresstiefe – den Abstand in Millimetern zwischen der Anlagefläche der Felge an der Radnabe und der Mittelebene des Felgenbetts. Die ET bestimmt, wie weit das Rad im Radkasten nach innen oder außen sitzt. Eine falsche ET kann zu Schleifen, höherer Radlagerbelastung und verändertem Lenkverhalten führen.

Wie lese ich den Lochkreis einer Felge?

Der Lochkreis wird als „Anzahl x Durchmesser" angegeben, zum Beispiel 5x112: fünf Radschrauben auf einem Kreis mit 112 mm Durchmesser. Er muss exakt zum Fahrzeug passen – schon kleine Unterschiede wie 5x112 zu 5x114,3 sind nicht kompatibel.

Brauche ich Zentrierringe?

Zentrierringe brauchen Sie, wenn die Nabenbohrung der Felge größer ist als der Nabendurchmesser Ihres Fahrzeugs. Das ist bei vielen Zubehörfelgen der Fall. Der Ring zentriert das Rad spielfrei und verhindert Vibrationen. Originalfelgen mit passender Nabenbohrung benötigen keine Ringe.

Muss ich neue Felgen eintragen lassen?

Das hängt von den Papieren ab: Bei einer ABE müssen Sie das Dokument meist nur mitführen (eventuell mit Auflagen). Liegt nur ein Teilegutachten vor, ist eine Änderungsabnahme nach § 19 Abs. 3 StVZO durch eine Prüforganisation mit anschließender Eintragung nötig. Klären Sie das im Zweifel vor dem Kauf.

Woran erkenne ich, welche Felgengröße für mein Auto zugelassen ist?

Die zugelassenen Rad- und Reifengrößen stehen in der Zulassungsbescheinigung Teil I (Feld 15) sowie im CoC-Datenblatt bzw. der Fahrzeug-ABE. Weitere Kombinationen kann der Fahrzeughersteller über Reifenfreigaben erlauben. Beim Kauf von Kompletträdern übernimmt der Shop die Prüfung der Passung für Sie.

Schlagwörter: Felgen Anschlussmaße Einpresstiefe Lochkreis Nabenbohrung Alufelgen

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