Firestone im Testcheck: im Sommer vor Bridgestone, im Winter und ganzjährig dahinter
Firestone gilt als der bodenständige, günstige Ableger von Bridgestone – eine Marke, die man kauft, wenn Premium zu teuer ist. Diese Einordnung ist verbreitet, und sie ist zu grob. Wir haben alle 485 lieferbaren Firestone-Ausführungen in unserem Regal ausgezählt, sie Größe für Größe gegen die Konzernmutter Bridgestone gestellt und die drei ADAC-Tests herangezogen, in denen die aktuellen Firestone-Modelle geprüft wurden. Das Ergebnis ist eindeutiger, als es der Ruf der Marke vermuten lässt: Firestone ist keine Marke mit einem Niveau, sondern eine mit drei sehr verschiedenen. Im Sommer schlägt die Zweitmarke ihre eigene Premium-Mutter. Im Winter und beim Ganzjahresreifen wird sie von Reifen überholt, die im Einkauf kaum mehr kosten – und über die Laufzeit sogar weniger.
Drei Jahreszeiten, drei sehr verschiedene Testergebnisse
Der ADAC hat die drei aktuellen PKW-Linien von Firestone in drei verschiedenen Jahrgängen und Größen geprüft. Die Bilanz fällt je nach Jahreszeit völlig unterschiedlich aus. Der Sommerreifen Roadhawk 2 kommt in 225/50 R17 auf die Gesamtnote 2,6 und landet damit auf Platz vier von sechzehn geprüften Modellen. Der Winterreifen Winterhawk 4 erreicht in 225/40 R18 nur 3,6 und steht damit auf Platz 18 von 31. Der Ganzjahresreifen MultiSeason 2 kommt in 205/55 R16 ebenfalls auf 3,6 und belegt Platz acht von sechzehn.
Ein Hinweis vorweg, der für die Einordnung entscheidend ist: Diese drei Noten dürfen Sie nicht direkt miteinander verrechnen. Sie stammen aus drei verschiedenen Testjahrgängen, und der ADAC hat sein Bewertungsschema zwischenzeitlich angepasst – eine 2,6 aus dem Sommerdurchgang ist deshalb keine Note, die man einer 3,6 aus dem Winterdurchgang gegenüberstellen kann. Aussagekräftig ist allein die Platzierung innerhalb des jeweiligen Testfelds, und die spricht eine klare Sprache: vorderes Viertel im Sommer, hinteres Drittel im Winter, Mittelfeld beim Ganzjahresreifen. Wie ein solcher Test überhaupt aufgebaut ist und warum die Einzeldisziplinen so unterschiedlich gewichtet werden, erklären wir im Ratgeber Wie wird ein Reifen getestet?.
Dieses Muster ist die eigentliche Nachricht über die Marke. Wer pauschal sagt, Firestone liege „solide im Mittelfeld“, beschreibt keinen der drei Fälle richtig. Für die Kaufentscheidung heißt das: Die Marke ist nicht als Ganzes zu empfehlen oder abzulehnen. Sie ist je nach Jahreszeit eine sehr gute oder eine schwache Wahl – und der Preis verrät den Unterschied nicht.
Der Sommerreifen schlägt die eigene Konzernmutter
Der bemerkenswerteste Befund steckt im Sommertest, weil dort beide Marken desselben Konzerns gleichzeitig angetreten sind. Im ADAC-Sommerreifentest in 225/50 R17 (Stand der Seite: 24. Februar 2026) erreicht der Firestone Roadhawk 2 die Gesamtnote 2,6 – der Bridgestone Turanza 6 kommt auf 2,7, der Michelin Primacy 5 auf 2,8. Testsieger ist der Continental PremiumContact 7 mit 1,9. Die Zweitmarke liegt damit vor der Premium-Hauptmarke des eigenen Hauses, und das ist kein Zufallsergebnis, sondern lässt sich in den Teilnoten nachvollziehen (Quelle: ADAC-Sommerreifentest). Alle Ergebnisse dieses Durchgangs haben wir im ausführlichen Bericht zum ADAC-Sommerreifentest 2026 aufbereitet.
Der Vorsprung entsteht ausschließlich bei der Fahrsicherheit, die mit 70 Prozent in die Gesamtnote eingeht: Firestone 2,4, Bridgestone 3,0. Umgekehrt verhält es sich bei der Umweltbilanz mit 30 Prozent Gewichtung: Firestone 3,0, Bridgestone 2,0. Der Roadhawk 2 bremst auf trockener Fahrbahn aus 100 km/h nach 34,9 Metern, der Turanza 6 erst nach 36,4 Metern – bei einer Feldspanne von 33,9 bis 36,7 Metern liegt die Zweitmarke also im vorderen, die Mutter im hinteren Bereich. Auf nassem Asphalt dreht sich das Bild leicht: 34,9 Meter für den Firestone gegen 33,8 für den Bridgestone, bei einer Spanne von 30,1 bis 37,9 Metern. Beide liegen hier im hinteren Mittelfeld, der Testsieger aus Hannover schafft die 30,1 Meter.
Der Preis für den Sicherheitsvorsprung steht in der Umweltbilanz, und er ist erheblich. Die prognostizierte Laufleistung bis zur gesetzlichen Mindestprofiltiefe beträgt beim Roadhawk 2 nur 36.700 Kilometer, beim Turanza 6 dagegen 55.600 Kilometer – bei einer Feldspanne von 57.800 bis 26.100 Kilometern liegt Firestone also im unteren Drittel und Bridgestone fast an der Spitze. Beim Reifenabrieb dasselbe Muster: 95 Milligramm je Kilometer und Tonne gegen 66 bei der Konzernmutter, Feldspanne 54 bis 131. Und beim Vorbeifahrgeräusch nach ISO ist der Firestone mit 73,8 dB(A) einer der lautesten im Feld, dessen Spanne von 70,2 bis 74,3 dB(A) reicht. Was der Turanza 6 dafür sonst kann, haben wir im Modellporträt Bridgestone Turanza 6 im Datencheck zusammengetragen.
Was der Preisvorteil je Kilometer wirklich wert ist
Damit steht die entscheidende Frage im Raum: Wenn der günstigere Reifen deutlich schneller verschleißt – ist er dann überhaupt noch der günstigere? Rechnen lässt sich das, und zwar mit den tatsächlichen Regalpreisen statt mit den Testpreisen des ADAC. Der getestete Firestone Roadhawk 2 225/50 R17 98Y kostet bei uns 92,56 Euro und trägt exakt das Label des Testreifens, B für Rollwiderstand, A für Nasshaftung, 71 dB. Der Bridgestone Turanza 6 225/50 R17 98Y steht mit 110,58 Euro daneben, ebenfalls mit dem Label des Testreifens. Ein Satz von vier kostet also 370,24 gegen 442,32 Euro – 72,08 Euro Ersparnis beim Kauf.
Teilt man den Satzpreis durch die vom ADAC prognostizierte Laufleistung, kehrt sich das Verhältnis um. Der Firestone kostet 10,09 Euro je 1.000 Kilometer, der Bridgestone nur 7,96 Euro – der Reifen der Konzernmutter ist über die Laufzeit also rund 27 Prozent günstiger, obwohl er im Einkauf 18,02 Euro je Stück mehr kostet. In der Rangliste aller zwölf Testmodelle, die wir in dieser Größe führen, landet der Roadhawk 2 damit auf Platz neun. Vor ihm liegen unter anderem der Kumho Ecsta HS52 mit 7,26 Euro, der BFGoodrich Advantage mit 7,69 Euro und der Goodyear EfficientGrip Performance 2 mit 8,00 Euro.
Dieser Kilometerkosten-Blick ist allerdings kein Qualitätsmaßstab, und er darf nicht allein stehen: Der Testsieger Continental PremiumContact 7 landet in derselben Rechnung mit 11,07 Euro sogar hinter dem Firestone, weil auch er nur 44.700 Kilometer prognostiziert bekommt. Kilometerkosten und Fahrsicherheit sind zwei getrennte Achsen, und keine von beiden ersetzt die andere.
Praktisch nutzbar wird die Rechnung über den Umschlagpunkt. Die 72,08 Euro Kaufersparnis trägt exakt so lange, wie der Firestone-Satz hält, also bis rund 36.700 Kilometer. Wer 10.000 Kilometer im Jahr fährt, ist damit gut 3,7 Jahre unterwegs, während der Bridgestone-Satz 5,6 Jahre durchhielte – und weil Reifen ohnehin altern und nicht unbegrenzt genutzt werden sollten, spielt der Laufleistungsvorteil hier kaum eine Rolle. Wer dagegen 20.000 Kilometer im Jahr abspult, hat den Firestone-Satz nach 1,8 Jahren heruntergefahren und den Bridgestone-Satz erst nach 2,8 Jahren. Genau da kippt die Rechnung. Wann das Alter statt der Kilometerleistung den Ausschlag gibt, lesen Sie im Ratgeber Reifenalter und DOT-Nummer.
Im Winter kehrt sich der Vorteil um
Beim Winterreifen bleibt vom Sommerbefund nichts übrig. Im ADAC-Winterreifentest in 225/40 R18 (Stand der Seite: 23. September 2025) erreicht der Winterhawk 4 die Note 3,6 und steht damit auf Platz 18 von 31 Modellen. Vor ihm liegen sämtliche etablierten Markenreifen des Felds: der Goodyear UltraGrip Performance 3 mit 2,0, der Michelin Pilot Alpin 5 mit 2,1, der Bridgestone Blizzak 6 mit 2,2, der Hankook Winter i-cept evo3 W330 mit 2,4 und der Continental WinterContact TS 870 P mit 2,5 (Quelle: ADAC-Winterreifentest). Fair bleibt festzuhalten: Hinter dem Firestone stehen noch dreizehn weitere Reifen, die überwiegend aus dem Billigsegment stammen und Noten bis 5,5 kassieren. Der Winterhawk 4 ist also nicht durchgefallen – er ist der schwächste der bekannten Marken in diesem Feld.
Entscheidend ist, was danach kommt, wenn man erneut auf die Kilometerkosten schaut. Der Firestone Winterhawk 4 225/40 R18 92V ist mit 96,47 Euro das günstigste Angebot dieses Testfelds in unserem Regal und kommt auf 7,91 Euro je 1.000 Kilometer. Der Bridgestone Blizzak 6 225/40 R18 92V liegt mit 118,24 Euro und 8,20 Euro je 1.000 Kilometer nur knapp dahinter – hier trägt der niedrigere Einkaufspreis also tatsächlich. Der Punkt ist ein anderer: Der Hankook Winter i-cept evo3 W330 kostet 108,06 Euro und kommt wegen seiner prognostizierten 72.400 Kilometer auf nur 5,97 Euro je 1.000 Kilometer, der Testsieger Goodyear UltraGrip Performance 3 auf 6,42 Euro. Beide sind also gleichzeitig deutlich besser bewertet und über die Laufzeit klar günstiger als der Firestone. Hier gibt es keinen Kompromiss abzuwägen, sondern schlicht bessere Angebote. Welche Kriterien beim Winterkauf sonst noch zählen, steht in unserer Kaufberatung für Winterreifen; das komplette Angebot finden Sie unter Winterreifen für PKW.
Beim Ganzjahresreifen bleibt kein Argument übrig
Noch klarer fällt das Bild beim Allwetterreifen aus. Im ADAC-Ganzjahresreifentest in 205/55 R16 (Stand der Seite: 15. Juli 2024) erreicht der MultiSeason 2 die Note 3,6 und damit Platz acht von sechzehn. An der Spitze steht der Goodyear Vector 4Seasons Gen-3 mit 2,4, es folgen der Pirelli Cinturato All Season SF2 mit 2,6 sowie der Hankook Kinergy 4S und der Michelin CrossClimate 2 mit je 2,7 (Quelle: ADAC-Ganzjahresreifentest). Die prognostizierte Laufleistung des Firestone liegt bei 35.600 Kilometern und ist damit die drittniedrigste des Felds.
Im Regal führt das zu einem Ergebnis, das keine Auslegung mehr zulässt. Der Firestone MultiSeason 2 205/55 R16 91H kostet 64,86 Euro und damit 15,85 Euro weniger als der Goodyear Vector 4Seasons Gen-3 205/55 R16 91V mit 80,71 Euro. Über die Laufzeit gerechnet kostet der günstigere Reifen jedoch 7,29 Euro je 1.000 Kilometer gegen 5,32 Euro beim Goodyear – 37 Prozent mehr, bei 1,2 Notenpunkten schlechterem Testergebnis. Der Testsieger ist hier also in beiden Dimensionen die bessere Wahl, und der Aufpreis von knapp 16 Euro je Reifen ist schon nach gut zwei Dritteln der Laufzeit wieder eingespielt. Was der Goodyear im Einzelnen kann, steht im Porträt Goodyear Vector 4Seasons Gen-3 im Detail; vergleichbare Modelle führen wir unter Ganzjahresreifen für PKW.
Was das EU-Label über Firestone verrät – und was nicht
Man könnte hoffen, dass sich dieses Gefälle am EU-Reifenlabel ablesen lässt. Die Vollerhebung unseres Regals zeigt: Es lässt sich nicht. Die Sommerlinien tragen durchgehend die Bestklasse bei der Nasshaftung – alle 130 Ausführungen des Roadhawk 2 stehen auf A, ebenso alle 76 des Vorgängers Roadhawk und alle 26 des Sportreifens Firehawk Sport 01. Die Winter- und Ganzjahreslinien tragen dagegen ausnahmslos B: alle 86 Ausführungen des Winterhawk 4 und alle 53 des MultiSeason 2, ohne eine einzige Ausnahme.
Auf den ersten Blick sieht das nach einer sauberen Erklärung aus. Sie trägt aber nicht, denn Nasshaftung B ist bei Winterreifen schlicht der Normalfall: Wie unsere Auszählung im Beitrag Nasshaftung A gibt es bei Winterreifen fast nicht zeigt, erreichen nur 16 von 578 Winterreifen im Regal die Bestklasse. Der Winterhawk 4 liegt mit B also exakt dort, wo praktisch alle Wettbewerber auch liegen – auch der Blizzak 6 und der Pilot Alpin 5, die im Test 1,4 beziehungsweise 1,5 Notenpunkte besser abschneiden. Das Label trennt hier also nicht, was der Test klar trennt. Wie weit Labelklasse und gemessene Bremswege auseinanderlaufen können, zeigt der Beitrag Nasshaftung D und E in der Praxis, und dass derselbe Reifenname sogar unterschiedliche Labelwerte tragen kann, dokumentiert der Fall der doppelten EU-Label.
Beim Rollwiderstand streut Firestone breiter, hier lohnt der Blick aufs Datenblatt: Über alle 485 Ausführungen verteilt sich die Effizienzklasse auf viermal A, 141-mal B, 264-mal C, 60-mal D und 16-mal E. Beim Geräusch liegen 268 der 485 Ausführungen auf 71 dB, die Spanne reicht von 69 bis 73 dB.
485 Ausführungen im Regal: der Aufpreis zur Konzernmutter, gemessen
Wie groß der Preisabstand zwischen Zweitmarke und Mutter tatsächlich ist, lässt sich exakt beziffern. Wir haben für jede Firestone-Ausführung die Bridgestone-Angebote in derselben Größe, mit derselben Last- und Geschwindigkeitskennung und in derselben Rubrik gesucht und jeweils das günstigste Angebot verglichen. Das ergibt 317 direkt vergleichbare Zellen. In 308 davon (97 Prozent) ist Firestone günstiger, im Median um 25,23 Euro je Reifen – also gut 100 Euro auf den Satz. Am größten ist der Abstand bei Winterreifen für Geländewagen (Median 75,08 Euro) und bei PKW-Winterreifen, wo Firestone in allen 59 Vergleichszellen günstiger ist (Median 29,68 Euro). Am kleinsten fällt er bei Ganzjahresreifen aus (Median 16,24 Euro).
Beim Label über dieselben 317 Zellen liegen beide Marken näher beieinander, als der Preis vermuten lässt: Bei der Nasshaftung ist Firestone 44-mal besser, 191-mal gleich und 82-mal schlechter eingestuft. Bei der Effizienz kippt es zugunsten der Mutter (52-mal besser, 127-mal gleich, 138-mal schlechter), und beim Geräusch ist der Firestone in 164 von 317 Zellen der lautere Reifen. Das ist der eine Nachteil, der sich quer durch das Sortiment zieht.
Technisch ist der Abstand kleiner, als die Preisdifferenz nahelegt, denn der Konzern gibt Technik weiter. Firestone nennt für den Roadhawk 2 ausdrücklich die Bridgestone-Technologien ENLITEN und die NanoPro-Tech-Mischung, und der Hersteller beziffert die Verbesserungen gegenüber dem Vorgänger mit 20 Prozent mehr Laufleistung und 12 Prozent weniger Rollwiderstand – laut Fußnote auf Basis eines internen Datenvergleichs in der Referenzgröße 225/55 R17 101W (Quelle: Firestone). Diese Referenzgröße lässt sich im Regal gegenprüfen, und der Anspruch hält: Der Firestone Roadhawk 225/55 R17 101W trägt C/A/72 dB, der Firestone Roadhawk 2 225/55 R17 101W steht auf B/A/71 dB. Die Effizienzklasse steigt also tatsächlich von C auf B, und der Nachfolger ist ein Dezibel leiser. Warum der Vorgänger in vielen anderen Größen trotzdem teurer im Regal steht, haben wir im Beitrag Firestone Roadhawk 2 im Größencheck auseinandergenommen.
Zum Sortiment selbst: Firestone ist bei uns mit 485 lieferbaren Ausführungen in 13 Profillinien und 174 Größen von 14 bis 22 Zoll vertreten, der Schwerpunkt liegt mit 143 Ausführungen auf 16 Zoll. Die Preise reichen von 53,79 bis 252,81 Euro bei einem Median von 107,83 Euro. Neben den drei PKW-Linien und dem Sportreifen Firehawk Sport 01 ist vor allem die Transporter-Familie breit aufgestellt: 94 Ausführungen verteilen sich auf fünf Vanhawk-Linien, darunter der aktuelle Vanhawk 3 für Transporterreifen im Sommer und die Winterausführungen für Transporterreifen im Winter. Auffällig ist noch etwas: Unter allen 485 Ausführungen trägt keine einzige eine Werksfreigabe eines Fahrzeugherstellers. Firestone wird nicht ab Werk montiert – die einzige Flankenkennung im Sortiment ist der Felgenschutz MFS, den 134 Ausführungen führen. Wer wissen will, wie Zweitmarken in den großen Konzernen generell positioniert sind, findet die Übersicht unter Reifenmarken: Wer gehört zu wem?; vergleichbare Fälle sind Hankooks Zweitmarke Laufenn und der Neustart von Cooper unter Goodyear.
Für wen sich Firestone jetzt noch lohnt
Aus den Zahlen ergibt sich eine Empfehlung, die sich nicht an der Marke festmacht, sondern an der Jahreszeit und an Ihrer Fahrleistung. Beim Sommerreifen ist Firestone eine echte Empfehlung – für alle, die höchstens rund 10.000 Kilometer im Jahr fahren. In diesem Fall altert der Reifen ohnehin schneller, als er sich abfährt, die kürzere Laufleistung fällt nicht ins Gewicht, und Sie bekommen ein Fahrsicherheitsniveau, das der Bridgestone Turanza 6 in diesem Test nicht erreicht hat, für 72 Euro weniger je Satz. Passende Modelle finden Sie im Modell-Hub zum Roadhawk 2 und in der Größenübersicht 225/50 R17.
Bei hoher Fahrleistung kehrt sich die Empfehlung um. Ab etwa 15.000 bis 20.000 Kilometern im Jahr holen Sie den Kaufpreisvorteil nicht mehr herein, weil Sie einen Satz mehr brauchen. Dann ist die Konzernmutter oder ein anderer laufleistungsstarker Reifen die günstigere Lösung, obwohl er im Regal teurer aussieht. Ob sich der Aufpreis zur Premiummarke rechnet, haben wir grundsätzlich im Ratgeber Premium- oder Budget-Sommerreifen durchgerechnet.
Beim Winter- und beim Ganzjahresreifen raten wir derzeit ab. In beiden Testfeldern gibt es Modelle, die besser bewertet und über die Laufzeit günstiger sind – beim Ganzjahresreifen sogar den Testsieger. Ein günstiger Einkaufspreis ist hier kein Argument mehr, wenn der Reifen ein Drittel schneller verschleißt und in der Fahrsicherheit klar zurückliegt. Wie Sie günstige und weniger bekannte Reifen generell einschätzen, erklärt der Ratgeber Billigreifen und unbekannte Marken; mehr zur Muttermarke steht im Porträt Bridgestone als Konzern. Ein letzter Hinweis zur Preisbeobachtung: 477 der 485 Firestone-Ausführungen stehen aktuell unter ihrem historischen Höchststand, im Median um 16 Prozent. Das komplette Sommerangebot finden Sie unter Sommerreifen für PKW, Begriffe rund um Label und Kennzeichnung erklärt unser Reifen-Wiki.
Häufige Fragen
Ist Firestone eine gute Reifenmarke?
Das hängt von der Jahreszeit ab. Der Sommerreifen Roadhawk 2 belegte im ADAC-Test in 225/50 R17 Platz vier von sechzehn und lag damit vor dem Bridgestone Turanza 6. Der Winterreifen Winterhawk 4 kam dagegen nur auf Platz 18 von 31, der Ganzjahresreifen MultiSeason 2 auf Platz acht von sechzehn.
Warum ist Firestone günstiger als Bridgestone?
Firestone ist die Zweitmarke im selben Konzern und wird bewusst eine Preisstufe darunter positioniert. In 317 direkt vergleichbaren Größen unseres Regals ist Firestone in 308 Fällen günstiger, im Median um 25,23 Euro je Reifen. Technik wie ENLITEN gibt der Konzern trotzdem weiter.
Halten Firestone-Reifen weniger lange?
Nach den ADAC-Messungen ja. Für den Roadhawk 2 wurden 36.700 Kilometer prognostiziert, für den Bridgestone Turanza 6 im selben Test 55.600 Kilometer. Über die Laufzeit gerechnet kostet der Firestone dadurch rund 27 Prozent mehr je gefahrenem Kilometer.