Goodyear UltraGrip Performance 3: zwei ADAC-Wintertestsiege in Folge – und was dahintersteckt
Wenn der ADAC seinen großen Winterreifentest veröffentlicht, schauen viele Autofahrer genau hin – und zweimal hintereinander stand ganz oben derselbe Name: der Goodyear UltraGrip Performance 3. 2024 gewann er in der Größe 215/55 R17, 2025 noch einmal in 225/40 R18, beide Male mit der Gesamtnote 2,0. Wir schauen uns an, worauf diese Siege beruhen, wo der Premium-Winterreifen tatsächlich nachgibt und warum sein EU-Reifenlabel das Testergebnis nicht verrät.
Zwei ADAC-Testsiege in Folge – und was genau geprüft wurde
Der UltraGrip Performance 3 ist Goodyears aktueller Premium-Winterreifen im sportlichen bis komfortorientierten Segment. Er ist als klassischer Hochleistungs-Winterreifen (UHP) für Pkw und SUV konzipiert, deckt bei uns ein Größenspektrum von 14 bis 22 Zoll ab und ist der Nachfolger der bekannten UltraGrip-Performance-Reihe. Wie es sich für einen modernen Winterreifen gehört, trägt er das Alpine-Symbol (Schneeflocke im Bergpiktogramm, 3PMSF) – genau dieses Symbol ist seit dem 1. Oktober 2024 für echte Winterreifen Pflicht, die alte M+S-Kennung allein reicht in Deutschland nicht mehr aus. Welche Vorschriften im Winter sonst noch gelten, lesen Sie in unserem Überblick Reifen und Gesetz.
Im ADAC-Winterreifentest der Größe 225/40 R18, veröffentlicht am 23.09.2025, traten 31 Modelle auf einem VW Golf 8 an – eine beliebte Dimension für sportliche Kompaktwagen wie VW Golf GTI, Audi A3 oder BMW 1er. Das Ergebnis fiel drastisch aus: Nur sechs Reifen erhielten ein „gut", zehn waren „befriedigend", vier „ausreichend" und elf fielen mit „mangelhaft" durch. An der Spitze stand der Goodyear mit 2,0, gefolgt vom Michelin Pilot Alpin 5 (2,1), dem Bridgestone Blizzak 6 (2,2), dem Dunlop Winter Sport 5 und dem Hankook Winter i-cept evo3 W330 (je 2,4) sowie dem Continental WinterContact TS 870 P (2,5).
Ein Jahr zuvor lief es ähnlich: Im ADAC-Test der Größe 215/55 R17 vom 24.09.2024 gewann der UltraGrip Performance 3 mit 2,0 gegen 15 Konkurrenten auf einem VW T-Roc, vor dem Dunlop Winter Sport 5 (2,1) und dem Vredestein Wintrac Pro (2,4). Zur Ehrlichkeit gehört allerdings die zweite Dimension desselben Testjahrgangs: In der Kompaktwagengröße 205/55 R16 reichte es 2024 nur zu 2,2 und damit zu Platz zwei – Testsieger wurde dort der Continental WinterContact TS 870 mit 1,8. Ein Modell ist eben nicht in jeder Größe gleich stark, weil Hersteller Karkasse, Mischung und Profilanordnung je Dimension anpassen. Die Angabe der Testgröße ist deshalb kein Kleingedrucktes, sondern der wichtigste Teil jeder Testmeldung.
Die Einzelnoten: stark bei Nässe, schwächer im trockenen Grenzbereich
Der ADAC gewichtet die Fahrsicherheit mit 70 Prozent und die Umweltbilanz mit 30 Prozent. Der Goodyear kam 2025 auf 2,1 für die Fahrsicherheit und 1,7 für die Umweltbilanz – und die Detailnoten zeigen, wo dieses Ergebnis herkommt.
- Nasse Fahrbahn 1,8: der beste Wert des Testfeldes. Der ÖAMTC, der denselben Test mit zusätzlichen Detailwerten veröffentlicht, weist einen Nassbremsweg von 31,7 Metern aus und nennt den Reifen schlicht „Bester auf nasser Fahrbahn".
- Winterliche Fahrbahn 2,2: durchgehend solide bei Traktion, Bremsen auf Schnee und Handling auf verschneiter Piste.
- Trockene Fahrbahn 2,5: der schwächste der drei Sicherheitsblöcke. Der ADAC nennt „leichte Schwächen beim Fahrverhalten im Grenzbereich auf trockener Fahrbahn". Im Alltag merken Sie davon beim normalen Bremsen und Lenken nichts; an der Haftgrenze reagiert der Reifen weniger giftig als ein trocken optimierter Konkurrent.
- Laufleistung 0,8 und Reifenabrieb 1,5: die Ausreißer nach oben und der Grund für die starke Umweltnote.
- Geräusch 2,8 und Nachhaltigkeit 3,6: die beiden schwächsten Einzelwerte. Besonders leise ist der Reifen also nicht, und beim Anteil nachhaltiger Rohstoffe liegt er nur im Mittelfeld.
Aufschlussreich ist der Vergleich mit dem Vorjahr. In 205/55 R16 bewertete der ADAC 2024 dieselbe Modellreihe mit 2,5 auf trockener, 2,2 auf nasser und 2,0 auf winterlicher Fahrbahn – dort war der Reifen relativ gesehen also stärker im Schnee und schwächer bei Nässe als die 2025 geprüfte 18-Zoll-Variante. Auch die Umweltbilanz fiel mit 2,1 spürbar schlechter aus als die 1,7 im Folgejahr. Als zusätzlichen Kritikpunkt notierten die Tester 2024 „leichte Schwächen beim Bremsen auf Eis". Wer regelmäßig auf blank gefrorenen Straßen unterwegs ist, sollte das einkalkulieren; für die weit überwiegende Zahl deutscher Winterkilometer auf nassem, kaltem Asphalt zählt die Nässe-Stärke deutlich mehr.
Laufleistung: warum 76.500 Kilometer nicht für jede Größe gelten
Der auffälligste Einzelwert des 2025er-Tests ist die Laufleistungsprognose: 76.500 Kilometer bis zur gesetzlichen Mindestprofiltiefe rechnete der ADAC für den Goodyear in 225/40 R18 hoch. Das ist ein Spitzenwert, der den Reifen trotz Premium-Preis rechnerisch attraktiv macht – wer einen Satz deutlich länger fährt, zahlt pro Kilometer weniger als beim vermeintlich günstigen Zweitmarken-Reifen.
Übertragen lässt sich der Wert aber nicht. Für dieselbe Modellreihe in 205/55 R16 prognostizierte der ADAC ein Jahr zuvor 49.100 Kilometer – rund 36 Prozent weniger. Solche Unterschiede entstehen durch Gummimischung, Profiltiefe und die auf die jeweilige Fahrzeugklasse abgestimmte Konstruktion. Nehmen Sie eine Laufleistungsprognose deshalb als Hinweis auf die grundsätzliche Auslegung eines Modells, nicht als Zusage für Ihre Größe.
Unabhängig davon endet die Wintertauglichkeit lange vor dem gesetzlichen Limit von 1,6 Millimetern: Der ADAC empfiehlt bei Winterreifen mindestens vier Millimeter Restprofil. Wie Sie das zuverlässig kontrollieren, steht im ausführlichen Ratgeber zum Messen der Profiltiefe. Und selbst mit viel Profil altert Gummi und verliert an Wintergriff – die DOT-Nummer verrät das Herstellungsdatum und gehört bei jedem Reifenkauf kurz kontrolliert.
Die Technik: Snow Protect und Wet Grip+
Goodyear nennt für den UltraGrip Performance 3 zwei zentrale Technologie-Bausteine (Herstellerangaben):
- Snow Protect Technology: Eine erhöhte Lamellendichte sorgt für viele zusätzliche Griffkanten, die sich im Schnee verzahnen. Längere Rillen an der Schulter sollen zusätzlich die Traktion auf weichem und tiefem Schnee verbessern.
- Wet Grip+ Technology: Eine optimierte, rundere Aufstandsfläche verteilt das Wasser besser. Es wird seitlich statt nach vorne verdrängt, was das Aquaplaning-Risiko senkt.
Hinzu kommt das laufrichtungsgebundene Profil mit ausgeprägten Mittel- und Schulterblöcken, das für stabiles Handling und kurze Bremswege sorgen soll. Solche Herstellerangaben sind zunächst Werbung – bemerkenswert ist hier, dass die unabhängigen Messwerte in beiden Testjahren genau in die Richtung zeigen, die die Marketingbotschaft verspricht. Das ist keineswegs selbstverständlich: Im selben 2025er-Testfeld standen elf Reifen, deren Werbeversprechen die Prüfstrecke nicht überlebt haben.
EU-Label und lieferbare Größen: was 258 Ausführungen verraten
Hier wird es für Reifenkäufer besonders lehrreich. Die im Test 2025 geprüfte Ausführung ist bei uns lieferbar: der Goodyear UltraGrip Performance 3 in 225/40 R18 92V. Sein EU-Reifenlabel trägt die Kraftstoffeffizienzklasse D, die Nasshaftungsklasse B und 71 Dezibel Rollgeräusch. Nach Label gelesen wirkt das nach solidem Mittelmaß – und trotzdem hat genau dieser Reifen 30 Konkurrenten hinter sich gelassen und den besten Nassbremswert des Feldes erzielt.
Das ist kein Widerspruch, sondern zeigt, was das EU-Reifenlabel leistet und was nicht. Die Nasshaftungsklasse beruht auf einer einzigen, streng genormten Geradeaus-Bremsung; sie teilt Reifen in grobe Bänder ein, sortiert aber innerhalb eines Bandes nicht. Kurvenhaftung, Aquaplaning-Sicherheit, Schneetraktion und Verhalten im Grenzbereich kommen im Label überhaupt nicht vor, die eigentliche Winterkompetenz bildet es also gar nicht ab. Umgekehrt bedeutet eine schwächere Effizienzklasse nicht, dass ein Reifen sicherheitsrelevant schwach wäre – sie kostet Sprit, nicht Bremsweg. Wie Sie die drei Label-Werte im Detail deuten, erklären wir im Ratgeber zum Lesen des Reifenlabels.
Wie stark die Label-Werte innerhalb ein und desselben Modells streuen, zeigt ein Blick ins eigene Regal. Wir haben alle 258 lieferbaren Ausführungen des UltraGrip Performance 3 ausgewertet (Stand 14. August 2026): Bei der Nasshaftung stehen 141 Ausführungen in Klasse B, 116 in Klasse C und eine einzige in Klasse D. Die Kraftstoffeffizienz reicht von zweimal A über 36-mal B und 190-mal C bis zu 29-mal D und einmal E, das Rollgeräusch liegt zwischen 69 und 74 Dezibel. Insgesamt sind es 159 Größen von 14 bis 22 Zoll, preislich von 63,40 Euro für die kleinste 15-Zoll-Ausführung bis 544,90 Euro für eine große 20-Zoll-Dimension. Ein Testsieg gilt also immer nur für die geprüfte Ausführung – schauen Sie vor dem Kauf auf das Label genau der Größe und Tragfähigkeit, die auf Ihr Auto gehört. Drei Beispiele aus dem Sortiment:
- Goodyear UltraGrip Performance 3 195/60 R15 88T – für Kompakt- und Kleinwagen
- Goodyear UltraGrip Performance 3 235/45 R18 98V – die sportliche 18-Zöller-Variante
- Goodyear UltraGrip Performance 3 255/45 R22 107V – für große SUV, mit Label B/B
Eine Übersicht aller lieferbaren Dimensionen finden Sie auf der Modellseite des UltraGrip Performance 3 sowie in der Kategorie Winterreifen für PKW. Welche Größe für Ihr Fahrzeug zugelassen ist, steht im Fahrzeugschein – bei der 18-Zöller passt etwa die Größe 235/45 R18.
Für wen sich der Reifen lohnt
Der UltraGrip Performance 3 ist die richtige Wahl, wenn Sie einen Premium-Winterreifen mit nachgewiesen starker Nassleistung und langer Haltbarkeit suchen. Besonders sinnvoll ist er für Vielfahrer, denen die hohe prognostizierte Laufleistung über mehrere Saisons zugutekommt, für Fahrer sportlicher Kompaktwagen und Limousinen, für die er ursprünglich konzipiert wurde, und für SUV-Fahrer, da es ihn auch in großen Dimensionen mit hohen Tragfähigkeiten gibt. Wer dagegen ein älteres Auto mit geringer Jahresfahrleistung bewegt, fährt unter Umständen mit einem günstigeren Marken-Winterreifen wirtschaftlicher – die Premium-Qualität spielt ihre Stärken vor allem bei höherem Tempo und vielen Kilometern aus. Ob sich der Aufpreis lohnt, beleuchten wir grundsätzlich in Premium oder Budget; und wenn Sie noch unsicher sind, ob es überhaupt zwei Reifensätze sein sollen, hilft der Vergleich Sommer-, Winter- oder Ganzjahresreifen.
Vor der Saison kurz prüfen: Auch der beste Winterreifen kann nur leisten, was sein Zustand zulässt. Der richtige Reifendruck ist die Basis für kurze Bremswege – er sinkt bei Kälte messbar und gehört vor dem ersten Frost kontrolliert. In der Sommerpause sollten die Räder außerdem richtig gelagert werden, damit die Mischung nicht unnötig altert. Übrigens: Goodyear gehört wie Dunlop und Fulda zum selben Konzern – wer wissen will, welche Marke zu welchem Hersteller zählt, findet die Übersicht unter Reifenmarken: Wer gehört zu wem.
Unterm Strich: Zwei Testsiege in zwei Jahren sind ein starkes Argument, aber kein Freibrief für jede Dimension. Wer viel bei Nässe und Kälte unterwegs ist und Wert auf Haltbarkeit legt, bekommt hier einen der ausgewogensten Winterreifen am Markt – ein paar Dezibel Rollgeräusch und ein gutmütigeres Verhalten im trockenen Grenzbereich inklusive.
Häufige Fragen
Ist der Goodyear UltraGrip Performance 3 ein Premium-Reifen?
Ja. Er ist Goodyears Premium-Winterreifen im Hochleistungssegment und gewann die ADAC-Winterreifentests 2024 und 2025 jeweils mit der Note 2,0. Alle sechs mit „gut" bewerteten Reifen im 2025er-Test waren Premiumprodukte.
Passt der Reifen auch auf einen SUV?
In vielen Fällen ja. Es gibt ihn in zahlreichen Größen bis 22 Zoll und mit hohen Tragfähigkeitsindizes. Maßgeblich ist immer die in Ihrem Fahrzeugschein eingetragene Größe samt Last- und Geschwindigkeitsindex; getestet hat der ADAC das Modell allerdings in Pkw-Dimensionen.
Erfüllt der Reifen die deutsche Winterreifenpflicht?
Ja. Er trägt das Alpine-Symbol und erfüllt damit die seit dem 1. Oktober 2024 geltenden Anforderungen bei winterlichen Straßenverhältnissen. Die reine M+S-Kennung allein genügt seitdem nicht mehr.
Quellen: ADAC-Winterreifentest 225/40 R18 (2025) · ADAC-Winterreifentest 215/55 R17 (2024) · ÖAMTC-Winterreifentest 2025, Einzelwertung · Goodyear: UltraGrip Performance 3 (Herstellerangaben)