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Sommerreifen – Ratgeber im Magazin

Uniroyal RainSport 5 und RainExpert 5: Bestwert beim Aquaplaning – und warum am Ende nur eine 3,3 steht

· 15 Min. Lesezeit · Aktualisiert am 24.07.2026
Auto bei Starkregen auf nasser Sommerstraße (KI-generiert, OpenAI)
Auto bei Starkregen auf nasser Sommerstraße (KI-generiert, OpenAI)

Uniroyal tritt seit Jahrzehnten als Regenspezialist an — das Markenzeichen ist ein Regentropfen, die Modellnamen heißen RainSport und RainExpert. Ein Werbeversprechen ist aber das eine, nachprüfbare Zahlen sind das andere. Wir haben deshalb zwei Dinge getan: unser komplettes Uniroyal-Sommersortiment am 19. Juli 2026 Größe für Größe ausgewertet und die beiden aktuellen Pkw-Modelle gegen ein unabhängiges Testergebnis gehalten. Das Ergebnis ist spannender, als es die nackte Testnote vermuten lässt: Bei einer Disziplin ist der RainSport 5 der beste Reifen des gesamten Testfelds — und steht am Ende trotzdem nur bei der Note 3,3. Wie beides zusammenpasst, ist die eigentliche Geschichte. Wer die Marke zuerst einordnen möchte, findet die Hintergründe im Markenporträt zu Uniroyal.

205 Ausführungen, 205-mal Nasshaftung A — was im Sortiment wirklich steht

Beginnen wir mit dem, was sich ohne jede Interpretation nachzählen lässt. In unserem Sortiment stehen aktuell 135 lieferbare Ausführungen des RainSport 5, verteilt auf 102 Größen von 15 bis 21 Zoll, sowie 70 Ausführungen des RainExpert 5 in 42 Größen von 14 bis 18 Zoll. Der Unterschied zwischen „Ausführung" und „Größe" ist dabei kein Wortklauberei-Detail: In derselben Dimension bietet Uniroyal oft mehrere Varianten mit unterschiedlicher Tragfähigkeit und Geschwindigkeitskennung an — und, wie wir gleich sehen werden, mit unterschiedlichem Label und unterschiedlichem Preis.

Das Kernergebnis der Auswertung ist ungewöhnlich eindeutig: Alle 205 Ausführungen tragen die Nasshaftungsklasse A, die Bestnote des EU-Reifenlabels. Nicht die meisten, nicht fast alle — jede einzelne. Bei der Nasshaftung, dem sicherheitsrelevantesten Wert des Labels, macht Uniroyal über die gesamte aktuelle Baureihe hinweg keine Ausnahme. Das ist bemerkenswert, denn bei vielen Baureihen anderer Hersteller schwankt die Nasshaftung von Größe zu Größe.

Warum diese Klasse zählt, lässt sich in Metern ausdrücken: Die Nasshaftungsklasse bestimmt den Bremsweg auf nasser Fahrbahn, und zwischen der besten und der schlechtesten Klasse liegen aus 80 km/h etliche Meter — im ADAC-Testfeld reichten die gemessenen Nassbremswege von 34,4 bis 59,3 Metern, also fast 25 Meter Unterschied. Wie sich die drei Label-Werte zusammensetzen, erklären wir im Ratgeber dazu, wie das EU-Reifenlabel funktioniert.

Eine Einordnung ist trotzdem wichtig, und sie ist der rote Faden dieses Beitrags: Die Label-Klasse ist eine Herstellerangabe nach genormtem Verfahren, keine Vergleichsmessung gegen ein Konkurrenzfeld. Sie besagt „dieser Reifen erreicht die Klasse A", nicht „er ist der beste Nassreifen am Markt". Warum das Label allein für eine Kaufentscheidung nicht reicht, haben wir grundsätzlich im Beitrag EU-Reifenlabel oder Reifentest beschrieben. Der Uniroyal ist dafür ein Lehrbuchfall.

Der Preis der Bestnote: kein einziges A bei der Effizienz

Die durchgängige Nasshaftung A hat eine Kehrseite, und die steht ebenfalls im Label. Kein einziger RainSport 5 und kein einziger RainExpert 5 in unserem Sortiment erreicht die Effizienzklasse A. Beim RainSport 5 schaffen ganze zwei von 135 Ausführungen ein B, 120 liegen bei C, zwölf bei D — und eine einzige fällt sogar auf E. Beim RainExpert 5 ist das Bild enger: 63-mal C, siebenmal D, kein B.

Das ist kein Konstruktionsfehler, sondern der klassische Zielkonflikt jedes Nass-Spezialisten. Eine weiche, griffige Gummimischung, die sich in den nassen Asphalt krallt, walkt beim Abrollen stärker und kostet dadurch etwas mehr Kraftstoff. Was ein oder zwei Effizienzklassen im Alltag konkret bedeuten, rechnen wir im Ratgeber zu Rollwiderstand und Spritverbrauch vor. Wer fast nur trockene Langstrecke fährt, bezahlt die Nässe-Stärke also mit ein paar Zehntellitern — für Regenfahrer ein guter Handel, für Schönwetter-Pendler ein unnötiger.

Beim dritten Label-Wert, dem externen Rollgeräusch, liegen beide Modelle unauffällig im üblichen Rahmen: Der RainExpert 5 bewegt sich zwischen 70 und 73 Dezibel, der RainSport 5 zwischen 70 und 75. Die lautesten Werte betreffen dabei ausschließlich sehr breite Dimensionen — die drei 75-Dezibel-Ausführungen sind ein 285er auf 18 Zoll und zwei 295er auf 21 Zoll. Wer auf Laufruhe Wert legt, findet die Zusammenhänge im Ratgeber zum Reifengeräusch. Für die gängigen Kompakt- und Mittelklassegrößen bleibt es bei 70 bis 72 Dezibel.

Der ADAC-Test: Note 3,3 — und warum diese Zahl allein in die Irre führt

Das Label sagt A. Wie schlägt sich der Reifen gegen echte Konkurrenz? Der ADAC hat den RainSport 5 in seinem großen Sommerreifentest 2023 geprüft, in der Dimension 205/55 R16 V, gemeinsam mit 49 weiteren Reifen. Das Gesamturteil lautet 3,3 („befriedigend") (Quelle: ADAC-Reifentest, Uniroyal RainSport 5, 205/55 R16, 2023). Auf den ersten Blick ein ernüchterndes Ergebnis: 29 der 50 getesteten Reifen sind besser bewertet, die Testsieger Goodyear EfficientGrip Performance 2 und Continental PremiumContact 6 stehen bei 2,0 — also 1,3 Noten vor dem Uniroyal. Das ist ein deutlicher Abstand, und wir nennen ihn hier bewusst, auch wenn er dem eigenen Sortiment nicht schmeichelt.

Unangenehm ist auch der direkte Vergleich mit einem zweiten Nass-Spezialisten: Der Nokian Tyres Wetproof kam im selben Test auf ein Gesamturteil von 2,3 bei einem Testpreis von 87 Euro — günstiger als der Uniroyal mit 92 Euro und eine ganze Note besser. Auch der Falken ZIEX ZE310 ECORUN lag mit 2,3 bei 89 Euro davor; alle Platzierungen stehen in der Gesamtübersicht des ADAC-Sommerreifentests 205/55 R16. Den Nachfolger des Nokian haben wir im Beitrag zum Nokian Wetproof 1 ausführlich beschrieben.

Nur: Eine Gesamtnote ist ein gewichteter Mittelwert, und Mittelwerte verstecken genau das, was den Charakter eines Reifens ausmacht. Der ADAC gewichtet die Fahrsicherheit mit 70 Prozent (der RainSport 5 bekommt hier 3,4) und die Umweltbilanz mit 30 Prozent (3,1). Die Gegenprobe geht auf: 3,4 mal 0,7 plus 3,1 mal 0,3 ergibt 3,31, gerundet die ausgewiesene 3,3. So weit, so unauffällig — bis man eine Ebene tiefer schaut.

Die Abwertung: warum aus rechnerisch 2,56 eine 3,4 wird

Die Fahrsicherheit setzt sich beim ADAC aus zwei Teilnoten zusammen: nasse Fahrbahn mit 60 Prozent und trockene Fahrbahn mit 40 Prozent. Und hier stehen zwei sehr unterschiedliche Zahlen. Auf nasser Fahrbahn holt der RainSport 5 eine 2,0 — das ist im ADAC-Schema klar „gut" (die Skala reicht von 1,6 bis 2,5 für „gut") und liegt nur eine halbe Note hinter der Spitze. Auf trockener Fahrbahn steht dagegen eine 3,4.

Rechnet man beide Teilnoten mit ihren Gewichten zusammen, ergibt sich: 2,0 mal 0,6 plus 3,4 mal 0,4 gleich 2,56. Ausgewiesen ist aber eine 3,4 für die Fahrsicherheit. Diese Lücke von fast einer ganzen Note ist kein Rundungsfehler — sie ist der eigentliche Kern des Testergebnisses. Die Trocken-Teilnote trägt beim ADAC die Fußnote „Führt zur Abwertung in der Gesamtnote". Die Trockenschwäche wurde also nicht nur anteilig verrechnet, sondern hat die Note aktiv nach unten gezogen. In der Schwächenliste des ADAC steht entsprechend „deutliche Schwächen auf trockener Fahrbahn (Abwertung)".

Was bedeutet das für Sie als Käufer? Ohne diese Abwertung läge der Reifen rechnerisch bei etwa 2,7 statt 3,3. Das ist ausdrücklich keine alternative ADAC-Note — die Abwertung ist Teil der Testsystematik und hat ihren guten Grund, denn ein Reifen soll auch im Trockenen sicher sein. Aber es zeigt, wie stark eine einzelne Schwäche die Gesamtnote prägt. Wer die 3,3 als „mittelmäßiger Reifen in allen Belangen" liest, liest sie falsch. Der RainSport 5 ist kein ausgewogener Reifen — und will es auch gar nicht sein.

Aquaplaning: hier ist der RainSport 5 der Beste des gesamten Testfelds

Jetzt zur stärksten Zahl dieses Beitrags. Der ADAC misst Aquaplaning in zwei Disziplinen, und in beiden erreicht der RainSport 5 exakt den Bestwert des kompletten 50er-Testfelds: Beim Längsaquaplaning schwimmt er erst bei 86,7 km/h auf — der beste Wert des Tests, während der schlechteste Reifen schon bei 70,3 km/h aufschwimmt. Und beim Kreisaquaplaning hält er 4,0 m/s² Querbeschleunigung, ebenfalls der Bestwert des Felds, gegenüber nur 2,7 m/s² beim schwächsten Reifen.

Das sind über 16 km/h Unterschied bis zum Kontrollverlust auf durchnässter Fahrbahn — in genau der Situation, in der ein Auto von einer Sekunde auf die andere nicht mehr lenkbar ist. Wer wissen will, was dabei physikalisch passiert und wie man das Risiko fahrerisch senkt, findet das im Ratgeber Aquaplaning bei Sommerregen.

Auch beim reinen Nassbremsen liegt der Reifen weit vorn, wenn auch nicht an der Spitze: 36,8 Meter auf nassem Asphalt aus 80 km/h (Bestwert im Feld 34,4 m, schlechtester 59,3 m) und 36,3 Meter auf nassem Beton (35,2 bis 58,4 m). Der ADAC fasst das in seiner Stärkenliste in genau einem Punkt zusammen: „gut auf nasser Fahrbahn". Der Regentropfen im Markenzeichen ist also keine reine Marketing-Erfindung. In der Disziplin, die dem Namen entspricht, liefert dieser Reifen tatsächlich Spitzenwerte — er bezahlt sie nur woanders.

Die Kehrseite: trockener Bremsweg, Laufleistung, Verbrauch

Die Schwächen sind ebenso konkret. Auf trockener Fahrbahn braucht der RainSport 5 aus 100 km/h 39,1 Meter bis zum Stillstand. Der beste Reifen des Tests schafft das in 35,9 Metern, der schlechteste braucht 42,9 Meter. Gut drei Meter Rückstand auf die Spitze klingen wenig, sind im Ernstfall aber knapp eine Fahrzeuglänge. Dazu kritisiert der ADAC ein wenig ausgeprägtes Lenkgefühl; in der Schwächenliste steht außerdem „wenig ausgewogen".

Der zweite wunde Punkt ist die Haltbarkeit. Die prognostizierte Laufleistung liegt bei 33.300 Kilometern bis zur gesetzlichen Mindestprofiltiefe. Im selben Test erreicht der beste Reifen 71.500 Kilometer — mehr als das Doppelte. Der schwächste kommt auf 23.100 Kilometer. Der Uniroyal liegt damit im unteren Drittel, und das ist ein echter Kostenfaktor: Ein Reifen, der nur halb so lange hält, muss deutlich billiger sein, um unterm Strich günstiger zu bleiben. Wovon die Laufleistung im Alltag abhängt, steht im Ratgeber zur Reifen-Laufleistung. Der Gummiabrieb liegt mit 93,2 mg/km/t ebenfalls in der schlechteren Hälfte des Felds (34,8 bis 126,0).

Beim Kraftstoffverbrauch schließlich maß der ADAC bei 100 km/h 5,9 Liter auf 100 Kilometer — und das ist exakt der schlechteste Wert des gesamten Testfelds, dessen Spanne von 5,5 bis 5,9 Liter reicht. Entsprechend führt der ADAC „hoher Spritverbrauch" als Schwäche.

Note ist nicht gleich Rang: der Effizienz-Widerspruch

An dieser Stelle lohnt ein genauer Blick, weil hier zwei Angaben auf den ersten Blick unvereinbar wirken. Der gemessene Verbrauch ist der schlechteste des Felds — gleichzeitig ist die Effizienz mit der Teilnote 2,5 die beste Einzelnote der gesamten Umweltbilanz des Reifens (zum Vergleich: Laufleistung 3,1, Abrieb 3,0, Geräusch 3,0, Nachhaltigkeit 3,2). Wie kann der schlechteste Messwert die beste Note ergeben?

Die Auflösung ist die Skala. Der ADAC benotet auf einer absoluten Skala, nicht relativ zum Testfeld. Und das Feld liegt beim Verbrauch extrem eng beieinander: Zwischen dem sparsamsten und dem durstigsten der 50 Reifen liegen ganze 0,4 Liter. Wer in einem so gedrängten Feld Letzter wird, ist eben trotzdem nicht schlecht — er ist nur der Letzte. Beide Aussagen stimmen gleichzeitig: „effizienzseitig ordentlich" und „im Vergleich am durstigsten".

Merken Sie sich dieses Muster, es begegnet Ihnen in jedem Reifentest: Eine gute Teilnote ist kein Spitzenplatz, und ein letzter Platz ist keine schlechte Note. Wer aus Rangfolgen Noten ableitet oder umgekehrt, zieht regelmäßig falsche Schlüsse. Genau deshalb lohnt es sich, in Tests die Messwerte und nicht nur die Notenzeile zu lesen.

Der Ausführungs-Check: gleiche Größe, gleiche Kennung, bis zu 21 Euro Unterschied

Jetzt der praktisch wertvollste Teil, und der wird in Kaufberatungen fast immer übersehen. Das EU-Label hängt nicht am Modell, sondern an der einzelnen Ausführung. Beim RainSport 5 haben 21 von 102 Größen mehr als eine Ausführung, beim RainExpert 5 sogar 19 von 42 — also fast die Hälfte. Und dort lohnt der Vergleich richtig Geld.

Das deutlichste Beispiel steht in 205/50 R16. Dort führen wir zwei Ausführungen: die 87V mit dem Label C/A/71 für 89,20 Euro — und die 87Y mit E/A/71 für 110,80 Euro. Die teurere Variante ist zwei Effizienzklassen schlechter und kostet 21,60 Euro mehr. Sie kaufen also für einen Aufpreis eine schlechtere Einstufung; der einzige Vorteil ist die höhere Geschwindigkeitsfreigabe, die die meisten Fahrer nie brauchen. Es ist übrigens genau diese Ausführung, die im gesamten Sortiment als einzige auf ein E fällt.

Ähnlich beim RainExpert 5 in 195/65 R15, der Größe mit den meisten Varianten überhaupt (sechs Stück). Dort stehen zwei Ausführungen mit identischer Kennung 91V nebeneinander: einmal mit C/A/71 für 62,20 Euro und einmal mit D/A/71 für 79,10 Euro. Gleiche Tragfähigkeit, gleiche Geschwindigkeitskennung, gleiche Nasshaftung — eine Effizienzklasse schlechter und 16,90 Euro teurer. Wer hier ungeprüft zugreift, zahlt drauf. Die günstigste Ausführung dieser Größe ist übrigens die 91T mit 53,80 Euro.

Und in 215/45 R17 stehen drei Ausführungen nebeneinander, bei denen die günstigste zugleich die höchste Kennung trägt: die 91Y mit C/A/72 für 83,40 Euro, gegenüber zwei 87Y-Varianten für 88,20 Euro (C/A/71) und 88,60 Euro (D/A/71). Unsere klare Empfehlung: Vergleichen Sie vor dem Kauf die Ausführungen Ihrer Größe. Die bessere ist erstaunlich oft die günstigere.

RainSport 5 oder RainExpert 5?

Beide Modelle tragen durchgängig Nasshaftung A, zielen aber auf verschiedene Fahrzeuge. Der RainSport 5 ist die sportliche, breitere Auslegung: Er beginnt erst bei 15 Zoll, deckt die mittleren bis großen Dimensionen bis 21 Zoll ab und liegt preislich zwischen 63,60 und 190,90 Euro, im Median bei 106,50 Euro. Er ist der Reifen für stärker motorisierte Kompakte, Mittelklasse und sportlichere Fahrprofile. Alle lieferbaren Maße stehen im Modell-Hub zum RainSport 5.

Der RainExpert 5 ist der komfortorientierte Bruder für Klein- und Kompaktwagen. Er deckt 14 bis 18 Zoll ab — anders als oft behauptet also nicht nur Kleinstgrößen — und kostet zwischen 53,80 und 134,50 Euro, im Median 83,20 Euro. Er kombiniert die Nass-Stärke mit ruhigem Abrollen und ist die naheliegende Wahl, wenn ein Kleinwagen einen preiswerten, nasssicheren Reifen braucht. Alle Maße finden Sie im Modell-Hub zum RainExpert 5.

Kurz gefasst: Sportlicher Kompakter oder Mittelklasse mit Nässe-Anspruch — RainSport 5. Klein- oder Kompaktwagen, bei dem Komfort und Preis zählen — RainExpert 5. Die Nasshaftung A bekommen Sie in beiden Fällen.

Die Vorgänger-Falle: warum der ältere RainSport 3 das Fünffache kostet

Zum Schluss der wichtigste Kauf-Hinweis, und er hat uns beim Sortiments-Durchgang selbst überrascht. Im Handel stehen mehrere Uniroyal-Generationen nebeneinander, und die älteren sind regelmäßig teurer als die aktuellen. Wir haben alle Größen verglichen, in denen sich aktuelles und altes Modell überschneiden: Beim RainSport gibt es neun solcher Überschneidungen — und in allen neun ist der ältere Reifen teurer.

Der Extremfall steht in 225/40 R18. Dort kostet der aktuelle RainSport 5 mit dem Label C/A 79,20 Euro — der ältere RainSport 3 in derselben Größe mit dem Label E/A steht bei 420,90 Euro. Das ist mehr als das Fünffache für einen Reifen, der zwei Effizienzklassen schlechter eingestuft ist. In der ADAC-Testgröße 205/55 R16 liegen 64,20 Euro (RainSport 5) gegen 252,50 Euro (RainSport 3), in 225/45 R18 sind es 105,30 gegen 309,70 Euro.

Wichtig ist dabei eine Differenzierung, die man leicht falsch macht: Der RainSport 3 ist bei der Nasshaftung nicht schlechter — auch er trägt in allen elf lieferbaren Ausführungen die Klasse A. Sein Problem ist der Preis, nicht die Nässe. Anders sieht es bei den übrigen Altlinien aus: Der Rain Max 5 trägt in allen 28 Ausführungen nur ein B, der RainMax 3 in allen 13 ebenfalls, und beim RainExpert 3 sind es zwölf von 21. Dort verlieren Sie also tatsächlich eine Nasshaftungsklasse — bei Preisen bis 401,80 Euro für den RainMax 3.

Fairerweise gehört dazu, dass die Regel nicht ausnahmslos gilt: Beim RainExpert überschneiden sich ebenfalls neun Größen, und in sieben davon ist der ältere Reifen teurer — in zwei Fällen (185/70 R14 und 195/65 R14) liegt der Vorgänger jedoch minimal darunter. Wer dort spart, kauft allerdings eine Nasshaftung B statt A. Die Faustregel bleibt: Achten Sie auf die 5 im Namen, und prüfen Sie das Label der konkreten Größe. Alle aktuellen Modelle finden Sie gebündelt bei den PKW-Sommerreifen.

Was wir empfehlen

Der RainSport 5 ist ein bewusst einseitiger Reifen, und man sollte ihn genau so kaufen. Bei Nässe und besonders bei Aquaplaning liefert er nachweislich Spitzenwerte — in beiden Aquaplaning-Disziplinen den Bestwert eines 50 Reifen starken Testfelds. Dafür zahlen Sie mit einem längeren Trockenbremsweg, mäßiger Laufleistung und dem höchsten gemessenen Verbrauch des Testfelds. Für Pendler in regenreichen Regionen, für Vielfahrer im nassen Herbst und für alle, denen Nass-Sicherheit über allem steht, ist das ein stimmiges Angebot. Wer überwiegend trocken und viele Kilometer fährt, ist mit einem ausgewogeneren Allrounder besser bedient — der Test nennt genug davon.

Ein erfreulicher Nebenbefund zum Schluss: Der ADAC prüfte die Ausführung 205/55 R16 91 V mit dem Label C/A/71 zu einem Testpreis von 92 Euro. Genau diese Ausführung mit genau diesen Labelwerten führen wir aktuell für 65,50 EuroUniroyal RainSport 5 205/55 R16 91V. Der getestete und der bestellbare Reifen sind also nachweislich identisch, was bei Testverweisen keineswegs selbstverständlich ist. Testpreis und heutiger Preis gehören dabei nicht in dieselbe Rechnung: Der Test stammt aus 2023, und die Preise der Konkurrenz haben sich seither ebenso bewegt. Weitere Angebote dieser Dimension finden Sie auf der Größenseite 205/55 R16; beim RainExpert 5 ist die 195/65 R15 91V mit Label C/A die Variante, die wir gegenüber der teureren D-Ausführung empfehlen.

Häufige Fragen

Ist der Uniroyal RainSport 5 ein guter Nassreifen?

Ja, und das lässt sich belegen. Alle 135 lieferbaren Ausführungen tragen die EU-Nasshaftungsklasse A, und im ADAC-Sommerreifentest 2023 erreichte er in beiden Aquaplaning-Disziplinen den Bestwert des 50 Reifen umfassenden Testfelds (86,7 km/h Aufschwimmgeschwindigkeit, 4,0 m/s² Querbeschleunigung). Die Teilnote für nasse Fahrbahn lautet 2,0 („gut").

Warum hat der RainSport 5 trotzdem nur die Gesamtnote 3,3?

Weil der ADAC die Fahrsicherheit mit 70 Prozent gewichtet und der Reifen auf trockener Fahrbahn nur eine 3,4 erreicht. Diese Trockenschwäche ist beim ADAC zusätzlich mit einer Abwertung belegt: Rechnerisch ergäben die Teilnoten eine Fahrsicherheit von 2,56, ausgewiesen ist 3,4. Die gute Nässe-Leistung wird dadurch überlagert.

Worin unterscheiden sich RainSport 5 und RainExpert 5?

Der RainSport 5 ist die sportliche Linie von 15 bis 21 Zoll (Median 106,50 Euro), der RainExpert 5 die komfortable, günstigere Linie von 14 bis 18 Zoll (Median 83,20 Euro). Beide erreichen in jeder lieferbaren Ausführung die Nasshaftungsklasse A.

Warum haben Uniroyal-Sommerreifen selten eine gute Effizienzklasse?

Weil ausgeprägte Nasshaftung und niedriger Rollwiderstand einander widersprechen. Die griffige Mischung, die für die Nässe-Bestnote sorgt, kostet Effizienz — deshalb liegt kein einziger RainSport 5 oder RainExpert 5 bei A, die meisten bei C.

Schlagwörter: Uniroyal RainSport 5 RainExpert 5 ADAC-Test Nasshaftung EU-Reifenlabel

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