Motorradreifen in 150/70 R17: Welcher Hinterreifen für Reise-Enduro und Adventure?
150/70 R17 gehört zu den meistgefragten Motorradreifengrößen überhaupt – und begegnet Ihnen fast immer als Hinterreifen an mittleren Reise-Enduros und Adventure-Tourern. Das Besondere: In dieser einen Größe finden Sie reine Straßenreifen ebenso wie grobstollige 50/50-Modelle fürs Gelände. Dieser Ratgeber erklärt, was die Kennung bedeutet, welche Motorräder 150/70 R17 fahren und welcher Reifentyp zu Ihrem Fahrstil passt.
Was bedeutet 150/70 R17?
Die Zahlen- und Buchstabenfolge beschreibt die Reifengröße Stück für Stück:
- 150 – die Reifenbreite in Millimetern (Laufflächenbreite).
- 70 – das Höhen-Breiten-Verhältnis in Prozent. Die Flanke ist also 70 % von 150 mm ≈ 105 mm hoch. Ein niedrigerer Wert bedeutet eine flachere, sportlichere Flanke.
- R – die Bauart Radial. Steht dort stattdessen ein B (z. B. 150/70 B17), handelt es sich um einen Gürtel-Diagonalreifen (bias-belted), wie ihn manche grobstolligen Adventure-Reifen nutzen.
- 17 – der Felgendurchmesser in Zoll.
Hinter der Größe folgen meist noch Lastindex und Geschwindigkeitsindex, etwa 69V: Die 69 steht für eine maximale Tragfähigkeit von 325 kg je Reifen, der Buchstabe für die zugelassene Höchstgeschwindigkeit (je nach Reifentyp von Q = 160 km/h über T, H und V bis W = 270 km/h). Ein vorangestelltes M/C kennzeichnet den Reifen als Motorradreifen, ein ZR eine Geschwindigkeitsklasse über 240 km/h.
Tipp: Wie Sie jedes Zeichen auf der Flanke entschlüsseln, zeigt unser ausführlicher Ratgeber zum Lesen der Motorradreifen-Größe.
Welche Motorräder fahren 150/70 R17?
150/70 R17 ist die klassische Hinterreifengröße mittlerer Reise-Enduros und Adventure-Tourer – Maschinen im Bereich von rund 650 bis 850 cm³, die vorne oft einen 19-Zoll- oder 21-Zoll-Reifen tragen. Typische Vertreter sind (je nach Baujahr und Ausführung):
- BMW F 650 GS, F 700 GS und F 800 GS
- Suzuki V-Strom 650
- Triumph Tiger 800
- Honda Transalp und weitere Mittelklasse-Reiseenduros
Auch einige Sport-Tourer und Retro-Modelle setzen hinten auf 150/70 R17. Weil dieselbe Größe an sehr unterschiedlichen Motorrädern sitzt, gilt: Verlassen Sie sich nicht allein auf die Größe. Prüfen Sie immer die Fahrzeugpapiere und die Reifenfreigabe – und verwechseln Sie 150/70 R17 nicht mit ähnlichen Maßen wie 150/70 R18 oder 150/60 R17.
Welcher Reifentyp passt zu Ihrem Fahrstil?
Weil 150/70 R17 vom reinen Asphalt-Tourer bis zum Grobstollen alles abdeckt, ist die Wahl des richtigen Reifentyps hier wichtiger als bei fast jeder anderen Größe. Orientieren Sie sich am tatsächlichen Straßen-/Gelände-Anteil Ihrer Touren:
- 90/10 bis 80/20 (überwiegend Straße): Touren- und Sport-Touring-Reifen mit hoher Laufleistung, gutem Nassgrip und ruhigem Abrollen – ideal für Reisefahrer, die kaum ins Gelände gehen.
- 50/50 (Straße und Gelände): Grobstollige Adventure-Reifen mit offenem Profil für Schotter und leichtes Gelände, die auf der Straße etwas lauter sind und schneller verschleißen.
Wie Sie zwischen Asphalt- und Geländeanteil richtig abwägen, erklärt unser Ratgeber zu Enduro- und Adventure-Reifen. Grundsätzlich gilt: Je gröber das Profil, desto besser im Gelände – aber desto kürzer die Laufleistung und desto unruhiger das Fahrverhalten auf der Straße.
Empfehlenswerte Reifen in 150/70 R17
Im Shop sind zahlreiche Modelle in 150/70 R17 lieferbar – hier drei bewährte Vertreter für die drei typischen Einsatzprofile:
- Straßenbetont und reisetauglich: Metzeler Tourance Next 2 150/70R17 69V
- Ausgewogen für Straße und Gelände (50/50): Michelin Anakee Wild 150/70R17 69R
- Sportlich-tourig für Vielfahrer auf Asphalt: Bridgestone Battlax T32 150/70ZR17 69W
Das gesamte Sortiment für Reiseenduros zeigt die Kategorie Enduro- und Adventure-Reifen – alle lieferbaren Reifen in 150/70 R17 bündelt die Größenübersicht am Ende dieses Ratgebers.
Lastindex, Geschwindigkeit und Reifenfreigabe
Zwei Punkte entscheiden darüber, ob ein Reifen an Ihrer Maschine überhaupt zulässig ist:
- Tragfähigkeit und Geschwindigkeit: Der Lastindex (bei 150/70 R17 meist 69 = 325 kg) und der Geschwindigkeitsindex müssen mindestens den Vorgaben in den Fahrzeugpapieren entsprechen. Ein niedrigerer Index ist nicht zulässig.
- Reifenfreigabe: Anders als beim Auto ist beim Motorrad häufig eine Reifenfreigabe nötig – die Kombination aus Vorder- und Hinterreifen muss vom Fahrzeug- oder Reifenhersteller für Ihr Modell freigegeben sein. Steht der Reifen in der Fahrzeugdokumentation oder tragen Sie eine gültige Herstellerfreigabe (Unbedenklichkeitsbescheinigung) mit sich, sind Sie auf der sicheren Seite.
Montieren Sie vorne und hinten möglichst Reifen derselben Serie – eine gemischte Bereifung ist nur zulässig, wenn sie ausdrücklich freigegeben ist. Worauf es bei der Reifenwahl sonst noch ankommt, lesen Sie im Ratgeber Motorradreifen richtig wählen. Wie viel der Reifenwechsel samt Montage und Auswuchten kostet, erfahren Sie unter Motorradreifen wechseln lassen.
Häufige Fragen
Ist 150/70 R17 ein Vorder- oder Hinterreifen?
In aller Regel ein Hinterreifen – konkret die typische Hinterradgröße mittlerer Reise-Enduros und Adventure-Tourer. Vorne tragen diese Motorräder meist einen 19- oder 21-Zoll-Reifen.
Was bedeutet die 69 in 150/70 R17 69V?
Die 69 ist der Lastindex und steht für eine maximale Tragfähigkeit von 325 kg je Reifen. Das V ist der Geschwindigkeitsindex (bis 240 km/h). Beide Werte müssen mindestens den Angaben in den Fahrzeugpapieren entsprechen.
Was heißt das B in 150/70 B17?
Das B kennzeichnet einen Gürtel-Diagonalreifen (bias-belted). Diese Bauart findet sich vor allem bei grobstolligen Adventure-Reifen; reine Straßenreifen der Größe sind meist Radialreifen (R). Welche Bauart für Ihr Motorrad zulässig ist, steht in der Reifenfreigabe.
Kann ich einen Straßenreifen gegen einen Grobstollen tauschen?
Nur, wenn beide Reifen für Ihr Motorrad freigegeben sind. Ein gröberes Profil verbessert die Geländeeignung, verkürzt aber die Laufleistung und macht den Reifen auf der Straße lauter und weniger präzise. Wählen Sie nach Ihrem realen Gelände-Anteil.
Woran erkenne ich meine genaue Reifengröße?
Die vollständige Kennung steht auf der Reifenflanke und in den Fahrzeugpapieren. Prüfen Sie stets beide Angaben – eine Erklärung jedes einzelnen Zeichens finden Sie im oben verlinkten Ratgeber zum Lesen der Motorradreifen-Größe.
Fazit
150/70 R17 ist eine echte Allrounder-Größe: Hinter der gleichen Kennung steckt vom komfortablen Straßen-Tourenreifen bis zum grobstolligen 50/50-Modell eine große Bandbreite. Entscheidend ist, den Reifentyp ehrlich an Ihrem tatsächlichen Fahrprofil auszurichten – und die Reifenfreigabe im Blick zu behalten. Passende Reifen in Ihrer Größe finden Sie in unserer Übersicht 150/70 R17.