Nokian Snowproof 3P ist da: In 43 von 45 Größen günstiger als die Premiummarken
Als wir den Nokian Snowproof 3P im Juli vorgestellt haben, war er ein Versprechen: angekündigt, technisch beschrieben, aber nicht kaufbar. Zwei Dinge hatten wir damals offenlassen müssen, weil sie sich seriös nicht beantworten ließen – was der Reifen kostet und was auf seinem Etikett steht. Beides lässt sich jetzt beantworten. Der Snowproof 3P steht im Regal, und wir haben ihn vollständig durchgerechnet: jede lieferbare Ausführung, jeden Labelwert aus der amtlichen EU-Datenbank, jeden Preis gegen die Marken, die Nokian mit diesem Reifen angreifen will. Das Ergebnis ist eindeutiger, als es die Ankündigung erwarten ließ – und es dreht die naheliegende Erwartung um.
Vom angekündigten Reifen zum lieferbaren Regalplatz
Der wichtigste Satz zuerst: Die Wartezeit ist vorbei. In unserem Sortiment stehen am 6. September 2026 51 Ausführungen des Nokian Snowproof 3P, und alle 51 sind lieferbar. Das ist keine Stichprobe, sondern eine Vollerhebung: Wir haben den Bestand zollweise abgefragt und die Summe gegen die Gesamtzahl der Treffer gegengerechnet, 51 von 51, also 100 Prozent.
Wann genau der Reifen in den Markt gekommen ist, muss man dabei nicht schätzen. Jeder in der EU verkaufte Reifen ist mit seinem Produktdatenblatt in der europäischen Produktdatenbank EPREL registriert, und dort steht neben den Labelwerten auch ein Datum für den Marktstart. Für die 51 Ausführungen liegen diese Daten zwischen dem 2. April und dem 22. Mai 2026 – der Reifen war also bereits im Frühjahr eingetragen und ist rechtzeitig zur Wintersaison in die Regale gekommen, so wie Nokian es im März angekündigt hatte.
Für Sie als Käufer heißt das vor allem eines: Die Empfehlung aus unserem ersten Beitrag, bis zur Verfügbarkeit auf ein älteres Nokian-Modell auszuweichen, ist überholt. Wer den Snowproof 3P will, bekommt ihn – vorausgesetzt, seine Größe ist dabei. Und genau da liegt die erste wichtige Einschränkung.
51 Ausführungen zwischen 17 und 21 Zoll, alle in XL
Das Größenprogramm entspricht exakt dem, was Nokian im März angekündigt hatte: fünfzig Ausführungen von 17 bis 21 Zoll zum Start (Quelle: Nokian-Tyres-Newsroom). Bei uns verteilen sich die 51 Einträge so: 5 Ausführungen in 17 Zoll, 14 in 18 Zoll, 14 in 19 Zoll, 8 in 20 Zoll und 10 in 21 Zoll. Dahinter stecken 49 verschiedene Größen – zwei Formate (255/35 R21 98W und 275/35 R21 103V) gibt es doppelt, als zwei Fertigungsvarianten mit jeweils eigener EPREL-Nummer.
Unterhalb von 17 Zoll gibt es weiterhin nichts. Wer einen Kleinwagen mit 15- oder 16-Zoll-Rädern fährt, ist mit dem Snowproof 3P zum jetzigen Zeitpunkt nicht bedient und muss zu einem anderen Modell greifen. Nokian hat angekündigt, das Programm perspektivisch auf bis zu 98 Ausführungen in 96 Größen von 16 bis 22 Zoll auszubauen; einen Termin dafür nennt der Hersteller nicht, und wir tragen ihn nach, sobald er belastbar ist.
Ein Detail aus der Ankündigung lässt sich jetzt sauber bestätigen: Nokian hatte geschrieben, bis auf eine Ausführung trügen alle die XL-Kennung für erhöhte Tragfähigkeit. In der EPREL-Datenbank ist für alle 51 bei uns gelisteten Ausführungen die Kennung XL eingetragen – die eine Ausnahme liegt also außerhalb unseres Sortiments. Ebenfalls für alle 51 bestätigt ist das Alpine-Symbol, das Bergpiktogramm mit Schneeflocke, das in Deutschland die situative Winterreifenpflicht erfüllt. Als reiner Eisreifen im Sinne der EU-Verordnung ist dagegen keine einzige Ausführung eingetragen – der Snowproof 3P ist ausdrücklich kein nordischer Spezialist, sondern ein mitteleuropäischer Winterreifen, genau wie von Nokian beschrieben.
Die Preisspanne im Regal reicht von 112,54 Euro für die kleinste Ausführung (225/45 R17 94V) bis 322,46 Euro für die größte (275/35 R21 103V), der Median liegt bei 183,28 Euro je Reifen. Diese Zahlen allein sagen allerdings noch nichts – erst der Vergleich mit anderen Reifen derselben Größe macht sie aussagekräftig.
Das EU-Label: Nasshaftung A, die es im Winterregal sonst kaum gibt
Bevor wir zum Preis kommen, lohnt der Blick auf das EU-Reifenlabel, denn hier liegt das erste überraschende Ergebnis. Wir haben dafür nicht die Angaben aus unserem eigenen Warenwirtschaftssystem verwendet, sondern jede der 51 Ausführungen einzeln über ihre EPREL-Nummer in der amtlichen europäischen Produktdatenbank nachgeschlagen. Das ist der Datensatz, den der Hersteller dort selbst hinterlegen muss, und er ist für jeden öffentlich einsehbar.
Das Bild ist bemerkenswert geschlossen. Bei der Nasshaftung verteilen sich die 51 Ausführungen auf 25-mal Klasse A und 26-mal Klasse B. Klasse C oder schlechter kommt kein einziges Mal vor. Bei der Kraftstoffeffizienz stehen 19-mal B und 32-mal C – hier gibt es weder ein A noch ein D oder schlechter. Das externe Rollgeräusch liegt 48-mal bei 72 Dezibel und 3-mal bei 74 Dezibel; über das ganze Programm hinweg ist der Reifen also außergewöhnlich einheitlich abgestimmt.
Eine Auffälligkeit sollten Sie kennen, bevor Sie bestellen: Die Nasshaftungsklasse hängt an der Größe, nicht am Modellnamen. In 17 Zoll tragen alle fünf Ausführungen die Klasse A, in 21 Zoll alle zehn. In 18 und 19 Zoll dagegen sind es nur jeweils drei von vierzehn, in 20 Zoll vier von acht. Wer also mit dem Satz „der Snowproof 3P hat A bei Nässe“ plant, kann in der eigenen Größe daneben liegen. Prüfen Sie den Wert immer an der konkreten Ausführung; auf der Artikelseite und im dort verlinkten EU-Produktdatenblatt steht er.
Wie gut die Zahl von 25 A-Ausführungen wirklich ist, zeigt erst der Vergleich mit dem übrigen Winterregal. Wir haben diese Frage vor wenigen Wochen für unser gesamtes Sortiment ausgezählt: In den drei meistgekauften Pkw-Größen trugen nur 16 von 578 lieferbaren Winterreifen die Nasshaftungsklasse A, also 2,8 Prozent. Die Gründe dafür stecken in der Physik der weichen Winter-Gummimischung und stehen ausführlich in unserer Auswertung der Nasshaftungsklassen bei Winterreifen.
Beim Snowproof 3P sind es 25 von 51, also 49,0 Prozent. Der Unterschied ist zu groß, um Zufall zu sein – auch wenn man ihn fair einordnen muss: Unsere 578er-Auszählung betraf kleinere Alltagsgrößen, während der Snowproof 3P erst bei 17 Zoll beginnt, und breitere Reifen haben es bei der Nassbremsmessung tendenziell leichter. Die beiden Zahlen sind also keine Eins-zu-eins-Gegenüberstellung. Sie zeigen aber, dass Nokian den Reifen erkennbar auf die Nassachse hin abgestimmt hat – und dass das Marketingwort vom Premium-Winterreifen beim Label zumindest eine belegbare Entsprechung findet.
Die Preisprobe gegen Continental, Michelin, Goodyear und Bridgestone
Damit zur Frage, die wir im Juli offenlassen mussten: Kostet der Premium-Anspruch auch Premium-Geld? Nokian selbst nennt Continental, Michelin, Goodyear und Bridgestone als die Marken, in deren Revier der Snowproof 3P vorstoßen soll. Genau gegen diese vier haben wir gerechnet.
Die Methode ist dabei entscheidend, und wir halten sie bewusst streng. Wir vergleichen nicht grob nach Reifengröße, sondern nach Größe plus vollständigem Last- und Geschwindigkeitsindex – denn ein 205/55 R17 95V ist nicht dasselbe Angebot wie ein 205/55 R17 91H, auch wenn beide auf dieselbe Felge passen. Zu jeder der 49 Größen-Index-Kombinationen des Snowproof 3P haben wir aus unserem lieferbaren Bestand den günstigsten Reifen der jeweils aktuellen Generation dieser vier Marken gesucht: Continental WinterContact TS 870, TS 870 P und WinterContact 8 S, Michelin Alpin 7 und Pilot Alpin 5, Goodyear UltraGrip Performance 3 sowie Bridgestone Blizzak 6.
In 45 Kombinationen gibt es ein solches Gegenstück. Der Nokian ist in 43 davon der günstigere Reifen und nur in zwei der teurere. Der Medianabstand beträgt 18,47 Euro oder 9,2 Prozent je Reifen; das mittlere Viertel der Fälle liegt zwischen 3,9 und 13,1 Prozent Vorteil. Der größte Einzelabstand: In 275/45 R20 110V kostet der Snowproof 3P 222,03 Euro, der günstigste Continental WinterContact TS 870 P derselben Größe und desselben Index 285,85 Euro – 22,3 Prozent Unterschied. Auf einen Satz von vier Reifen gerechnet sind das über 250 Euro.
Die beiden Ausnahmen sind klein und ehrlich zu benennen: In 225/50 R18 99V liegt der Bridgestone Blizzak 6 mit 161,92 Euro um 5,2 Prozent unter dem Nokian, in 235/50 R20 104V der Goodyear UltraGrip Performance 3 mit 190,21 Euro um 4,7 Prozent. In beiden Fällen bewegt sich der Abstand in einem Bereich, den eine normale Preisschwankung überdeckt.
Ein Muster in diesen Zahlen ist für die Kaufentscheidung wichtiger als der Gesamtmedian, weil es sagt, für wen sich der Griff zum Nokian wirklich rechnet: Der Preisvorteil wächst mit dem Felgendurchmesser. In 17 und 18 Zoll liegt er bei 5,5 beziehungsweise 5,3 Prozent im Median, das sind je nach Größe etwa 6 bis 8 Euro pro Reifen. Ab 19 Zoll verdoppelt er sich: 12,0 Prozent in 19 Zoll, 14,7 Prozent in 20 Zoll und 11,1 Prozent in 21 Zoll. Auf einen kompletten Radsatz gerechnet ist das der Unterschied zwischen rund 25 Euro Ersparnis in der Kompaktklasse und 97 bis 141 Euro bei einem SUV oder einer großen Limousine mit 19 bis 21 Zoll. Wer kleine Räder fährt, sollte also durchaus vergleichen; wer große fährt, hat mit dem Snowproof 3P in unserem Regal derzeit den mit Abstand günstigsten Zugang zu einem Reifen mit dieser Labelqualität.
Wo der Preisvergleich kippt: Auslaufmodelle verzerren das Bild
Rechnet man großzügiger und lässt als Gegenstück jeden Reifen der vier Marken zu, also auch die auslaufenden Vorgängergenerationen, dann verschiebt sich das Bild ein Stück. Von 46 Paaren bleiben immer noch 39 zugunsten des Nokian, aber sieben gehen an die Konkurrenz, und der Medianvorteil schrumpft von 9,2 auf 7,4 Prozent.
Sieht man sich diese sieben Fälle genauer an, löst sich der Widerspruch auf. Bei den drei größten Abständen ist das billigere Gegenstück jeweils ein Auslaufmodell. In 275/35 R19 100V ist es der Bridgestone Blizzak LM005 für 231,03 Euro; der aktuelle Blizzak 6 ist in dieser Größe gar nicht gelistet, und die aktuellen Modelle der übrigen Marken beginnen bei 304,25 Euro und liegen damit deutlich über dem Nokian. In 275/35 R21 103V und 275/45 R21 110V sind es zwei ältere Goodyear-Baureihen, deren jeweils aktueller Nachfolger 336,17 beziehungsweise 286,97 Euro kostet und den Nokian damit ebenfalls überbietet.
Daraus folgt eine Regel, die weit über diesen einen Reifen hinausgeht und die wir auch beim Duell zwischen Blizzak 6 und LM005 beobachtet haben: Der günstigste Premiumreifen im Regal ist häufig ein Vorgängermodell, nicht das aktuelle. Das ist keine Falle – ein gut eingeführtes Auslaufmodell kann ein ausgezeichneter Kauf sein –, aber es ist ein anderer Vergleich. Wer wissen will, wie eine Neuheit preislich einsortiert ist, muss sie gegen die aktuellen Modelle stellen. Wer schlicht den günstigsten guten Winterreifen sucht, darf und sollte auch die Vorgänger anschauen.
Das Label im Paarvergleich: nass besser, sparsamer, aber lauter
Der Preis allein sagt noch nichts darüber, ob man beim Wechsel etwas aufgibt. Deshalb haben wir für jedes der 45 Paare auch die Labelwerte beider Seiten aus EPREL geholt und gegeneinandergestellt – nicht aus Herstellerprospekten, sondern aus den amtlichen Produktdatenblättern beider Reifen.
Bei der Nasshaftung ist der Nokian 23-mal besser, 19-mal gleich und nur 3-mal schlechter als sein Gegenstück. Bei der Kraftstoffeffizienz steht es 20-mal besser, 21-mal gleich, 4-mal schlechter. In rund neun von zehn Paaren liegt der günstigere Reifen also auf beiden sicherheits- und verbrauchsrelevanten Achsen mindestens gleichauf. Das ist der eigentliche Kern dieser Auswertung: Hier zahlt man nicht weniger, weil man weniger bekommt.
Eine Achse fällt aus dem Muster, und ausgerechnet die, mit der Nokian wirbt. Beim externen Rollgeräusch ist der Snowproof 3P 24-mal lauter, 19-mal gleich und nur 2-mal leiser als das Gegenstück. Der Reifen liegt fast durchgängig bei 72 Dezibel, während viele Konkurrenten 70 oder 71 Dezibel eingetragen haben. Zwei Dezibel sind auf dem Papier wenig, aber das Muster ist zu einheitlich, um es zu übergehen.
Wichtig ist dabei die richtige Einordnung, und die wird oft falsch gemacht: Der Dezibelwert auf dem EU-Label misst das Vorbeifahrgeräusch, also das, was Anwohner am Straßenrand hören – nicht das Geräusch im Innenraum. Nokians SilentDrive-Technologie zielt auf den Komfort im Auto, und darüber sagt das Label schlicht nichts aus. Ein höherer Labelwert ist deshalb kein Beleg dafür, dass der Reifen im Fahrzeug lauter ist; er ist aber auch kein Beleg für das Gegenteil. Wer auf Abrollkomfort besonderen Wert legt, sollte deshalb unabhängige Testergebnisse abwarten, statt sich auf den Namen einer Technologie zu verlassen.
Der Blick ins eigene Haus: Was der 3P gegenüber älteren Nokian kostet
Interessant ist der Vergleich auch nach innen, denn viele Nokian-Fahrer stehen jetzt vor der Frage, ob sich der Wechsel auf das neue Spitzenmodell lohnt. Wir haben deshalb dasselbe Paarungsverfahren noch einmal innerhalb der Marke angewendet: für jede Größen-Index-Kombination den günstigsten anderen lieferbaren Nokian-Winterreifen.
In 38 Fällen gibt es ein solches Gegenstück, und der Snowproof 3P ist dort im Median 7,17 Euro oder 5,4 Prozent teurer. Das ist ein moderater Aufschlag, und zusammen mit dem vorherigen Befund ergibt er ein sehr klares Bild: Der Snowproof 3P kostet rund fünf Prozent mehr als der günstigste ältere Nokian derselben Größe und rund neun Prozent weniger als das aktuelle Modell der vier großen Premiummarken. Preislich sitzt er damit genau in der Lücke, die Nokian besetzen wollte.
Eine Korrektur an unserem ersten Beitrag gehört an dieser Stelle dazu. Wir hatten den Snowproof 2 als naheliegende Alternative genannt. In den Größen des 3P, also ab 17 Zoll, ist er das kaum: Dort prägen im Nokian-Programm der WR Snowproof P und der Snowproof 2 SUV das Bild, während vom Snowproof 2 selbst nur wenige Ausführungen in diesem Bereich liegen. Der Snowproof 2 bleibt die richtige Empfehlung für kleinere Räder, also dort, wo es den 3P ohnehin nicht gibt. Wie die Marke insgesamt einzuordnen ist, lesen Sie im Porträt der Marke Nokian.
Technik und Herkunft: Was Nokian in den Reifen gebaut hat
Die technische Basis fasst Nokian unter dem Namen Alpine Performance Concept 3.0 zusammen. Die Lauffläche ist in drei Zonen aufgeteilt: eine Arctic Zone mit zwei unterschiedlichen 3D-Lamellentypen auf Schulter- und Mittelblöcken für Schnee und Traktion, eine Aqua Zone mit vergrößertem Rillenvolumen gegen Aquaplaning und für kürzere Nassbremswege sowie eine Performance Zone für Spurstabilität und Lenkpräzision. Dazu kommen eine Gummimischung mit erneuerbaren Harzen und Silika, eine verstärkte innere Struktur für Stabilität bei hohem Tempo und, ab 17 Zoll, Aramidfasern in den Flanken – dasselbe Material, das auch in Schutzwesten steckt und die Flanke gegen Bordsteinkontakt und Schlaglöcher widerstandsfähiger machen soll. Das sind Herstellerangaben zur Konstruktion; die Nasshaftungswerte aus dem vorigen Abschnitt sind dagegen gemessene, amtlich hinterlegte Größen.
Zwei Punkte aus der Herstellermitteilung sind neu und standen in unserem ersten Beitrag noch nicht. Zum einen der Materialanteil: Bis zu 40 Prozent des Snowproof 3P bestehen laut Nokian aus erneuerbaren, recycelten und nach ISCC PLUS zertifizierten Rohstoffen; bis 2030 will das Unternehmen diesen Anteil in seinen Reifen auf 50 Prozent heben. Zum anderen die Herkunft: Gefertigt wird der Reifen im neuen Nokian-Werk im rumänischen Oradea, das der Hersteller als weltweit erste großtechnische Reifenfabrik ohne CO2-Emissionen in den Bereichen Scope 1 und 2 bezeichnet; ausgewählte Größen kommen aus dem Stammwerk in Nokia in Finnland. Getestet wurde im Winter am Ivalo Test Center in Finnisch-Lappland, bei hohem Tempo und auf Nässe am Hakka Ring in Spanien.
Für Elektroautofahrer ist die durchgängige XL-Auslegung der praktisch wichtigste Punkt: Ein Stromer ist durch die Batterie schwerer als ein vergleichbarer Verbrenner und stellt sein Drehmoment schlagartig bereit, was die Reifen stärker belastet. Wie stark der Winterreifen dabei tatsächlich auf die Reichweite durchschlägt und warum der Rollwiderstand dafür die entscheidende Größe ist, haben wir im Beitrag Winterreifen fürs Elektroauto durchgerechnet.
Unabhängige Tests: weiterhin keine Ergebnisse
Ein Punkt aus unserem ersten Beitrag gilt unverändert, und wir wiederholen ihn ausdrücklich: Für den Snowproof 3P liegt bis heute kein unabhängiger Vergleichstest vor. Eine Suche im Archiv der Fachzeitschrift Reifenpresse nach dem Modellnamen führt weiterhin nur auf die Vorstellungsmeldung vom 18. März 2026; Ergebnisse von ADAC, AUTO BILD, Auto Zeitung oder GTÜ gibt es nicht.
Das ist zum jetzigen Zeitpunkt allerdings nicht ungewöhnlich, sondern eine Frage des Kalenders. Die großen Winterreifentests erscheinen traditionell ab Ende September: Der ADAC-Winterreifentest der Vorsaison etwa wurde am 23. September 2025 veröffentlicht, die Tests von AUTO BILD und Auto Zeitung folgten in den Wochen danach. Ob der Snowproof 3P in einem dieser Testfelder auftaucht, entscheiden die Redaktionen nach ihren eigenen Größenvorgaben; wir tragen die Ergebnisse nach, sobald sie vorliegen.
Das vom Hersteller angeführte Premium TÜV SÜD Tire Mark ist dafür kein Ersatz. Es ist eine vom Hersteller beauftragte Prüfung, bei der ein Reifen gegen definierte Vergleichsmaßstäbe antritt – seriös durchgeführt, aber eben keine unabhängige Rangliste, in der ein Testfeld von zwölf oder sechzehn Reifen unter identischen Bedingungen gegeneinander fährt. Wie unterschiedlich diese beiden Dinge ausfallen können, zeigt sich jedes Jahr in den Testtabellen.
Für wen sich der Snowproof 3P jetzt lohnt
Zieht man alles zusammen, ergibt sich ein ungewöhnlich klares Empfehlungsbild. Der Snowproof 3P ist derzeit vor allem ein Preisargument mit gutem Etikett. Er unterbietet die aktuellen Modelle der vier großen Premiummarken in 43 von 45 vergleichbaren Größen, liegt beim Label auf den beiden entscheidenden Achsen fast immer mindestens gleichauf und trägt in jeder Ausführung XL-Tragfähigkeit und Alpine-Symbol. Für Fahrer größerer Limousinen, SUV und Elektroautos ab 17 Zoll ist er damit eine der rationalsten Optionen im aktuellen Winterregal.
Am deutlichsten fällt die Rechnung bei großen Rädern aus. Wer 19, 20 oder 21 Zoll fährt, spart gegenüber dem aktuellen Premiummodell derselben Größe im Median einen dreistelligen Betrag je Radsatz und bekommt dafür ein Etikett, das in der Mehrzahl der Paarungen mindestens gleichwertig ist. In 17 und 18 Zoll ist der Abstand dagegen so klein, dass er eine Grundsatzentscheidung nicht trägt – dort sollten Tagespreise und persönliche Markenerfahrung den Ausschlag geben.
Zurückhaltender sollten Sie sein, wenn Abrollkomfort für Sie ganz oben steht – das Label spricht hier eher gegen den Reifen, auch wenn es den Innenraumkomfort gar nicht misst – oder wenn Sie grundsätzlich nur Reifen mit belegtem Testergebnis kaufen. In beiden Fällen lohnt es sich, die Tests der kommenden Wochen abzuwarten.
Drei Beispiele aus dem lieferbaren Programm, quer über die Zollgrößen:
- Nokian SNOWPROOF 3P 225/45 R17 94V – die günstigste Ausführung im Programm, laut EPREL B bei der Effizienz und A bei der Nasshaftung.
- Nokian SNOWPROOF 3P 235/55 R18 104H – die typische SUV-Größe der Kompaktklasse.
- Nokian SNOWPROOF 3P 235/50 R20 104V – eine der beiden Größen, in denen die Konkurrenz günstiger ist.
Alle Ausführungen samt Preis und Labelwert finden Sie auf der Modellseite des Nokian Snowproof 3P, die gesamte Auswahl in unserer Übersicht der Winterreifen für PKW. Wenn Sie noch grundsätzlich abwägen, helfen unsere Ratgeber zur Winterreifenpflicht in Deutschland und zur 7-Grad-Regel weiter; warum sich der Kauf jetzt und nicht erst beim ersten Schneefall lohnt, zeigt der Beitrag Winterreifen früh kaufen. Und wer wissen möchte, was der Markenname an sich kostet, findet die Antwort in unserer Auswertung zu Zweitmarken im Winterreifenregal.
Häufige Fragen
Ist der Nokian Snowproof 3P inzwischen erhältlich?
Ja. In unserem Sortiment stehen 51 Ausführungen, alle lieferbar. In der EU-Produktdatenbank EPREL sind die Marktstart-Termine zwischen dem 2. April und dem 22. Mai 2026 eingetragen.
Gibt es den Snowproof 3P auch für 15- oder 16-Zoll-Felgen?
Nein. Das Programm beginnt bei 17 Zoll und reicht bis 21 Zoll. Nokian hat einen späteren Ausbau auf 16 bis 22 Zoll angekündigt, ohne einen Termin zu nennen. Für kleinere Räder bleiben andere Nokian-Modelle oder die Winterreifen für PKW insgesamt die Wahl.
Lohnt der Aufpreis gegenüber einem älteren Nokian-Winterreifen?
In unseren 38 vergleichbaren Paarungen kostet der Snowproof 3P im Median 7,17 Euro oder 5,4 Prozent mehr als der günstigste andere lieferbare Nokian derselben Größe und desselben Index. Dafür bekommen Sie durchgängig XL-Tragfähigkeit und in knapp der Hälfte der Ausführungen die Nasshaftungsklasse A. Prüfen Sie den Labelwert Ihrer konkreten Größe, weil er zwischen den Zollklassen deutlich schwankt.