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Motorrad – Ratgeber im Magazin

Dunlop Trailmax: Meridian, Mixtour, Mission oder Raid – und warum der Straßenreifen nicht der günstigste ist

· 15 Min. Lesezeit · von Reifentiefpreis · Aktualisiert am 24.07.2026
Reiseenduro mit Adventure-Reifen auf einer Schotterpiste (Symbolbild, KI-generiert, OpenAI)
Reiseenduro mit Adventure-Reifen auf einer Schotterpiste (Symbolbild, KI-generiert, OpenAI)

Ein einziges Reiseenduro-Modell – und trotzdem stehen bei Dunlop gleich mehrere Reifen mit „Trailmax" im Namen im Regal. Das ist kein Durcheinander, sondern System: Dunlop deckt mit der Trailmax-Reihe die ganze Spannbreite vom reinen Asphalt-Tourer bis zum groben Schotter-Spezialisten ab, dazu einen günstigen Klassiker, der seit Jahrzehnten läuft. Die entscheidende Frage lautet deshalb nie „welcher ist der beste?", sondern: Wie viel Gelände fahren Sie wirklich? Dieser Ratgeber ordnet die Familie für Sie ein – mit Dunlops eigener Positionierung, einem unabhängigen Test und vor allem mit den echten Kennungen und Preisen aus unserem Sortiment (Stand 19. Juli 2026). Und diese Regaldaten erzählen eine Geschichte, die der Werbeprospekt so nicht erzählt: Der straßenorientierte Reifen der Reihe ist nicht der günstigste.

Sechs Namen, eine Familie – was wirklich im Regal steht

Dunlop staffelt die Trailmax-Reihe wie eine Leiter von der Straße ins Gelände. Vier moderne Radialreifen bilden das aktuelle Programm, dazu kommt der bewährte Diagonal-Klassiker. So sieht die Staffelung aus:

  • Trailmax Meridian: der straßenorientierte Sport-Tourer der Reihe – laut Dunlop rund 90 % Straße, 10 % Gelände.
  • Trailmax Mixtour: die ausgewogene Mitte. Dunlop selbst nennt ihn eine „Balance aus Straßen-Touring, Schotter-Leistung und gutem Preis".
  • Trailmax Mission: der grobstollige Allterrain-Tourer, laut Dunlop entwickelt für den „Langstrecken-Hardcore-Abenteuerfahrer" und damit für weltweite Reisen über wechselnden Untergrund.
  • Trailmax Raid: der geländestärkste der Reihe, von Dunlop als 50/50-Reifen für Straße und Gelände positioniert.
  • Klassischer TrailMax: der günstige Diagonalreifen, laut Dunlop „der Standardreifen für Einzylinder und mittelgroße Zweizylinder-Trailbikes".

Die vollständigen Beschreibungen und die verbaute Technik stehen im Adventure-Programm von Dunlop. Damit wären es fünf Linien – tatsächlich führen wir aber eine sechste Bezeichnung: den TrailMax TR 91, eine ältere Trailmax-Generation, die auf Dunlops aktueller Adventure-Seite nicht mehr auftaucht. Bei uns liegt davon noch genau eine Ausführung im Regal. Wer den Namen im Suchfeld eintippt, sollte also wissen, dass er damit nicht bei den vier aktuellen Linien landet.

Wichtiger als die Namensliste ist die Größenwirklichkeit, und die fällt kleiner aus, als der Umfang der Reihe vermuten lässt: Über alle sechs Bezeichnungen hinweg führen wir 52 Ausführungen – verteilt auf nur 21 verschiedene Größen. Ausführung und Größe sind eben nicht dasselbe: Ein und dieselbe Größe kann mehrfach im Regal liegen, mit unterschiedlicher Bauart oder abweichender Trag- und Geschwindigkeitskennung. Und die Wahlfreiheit ist ungleich verteilt. Nur 11 der 21 Größen gibt es in mehr als einer Linie; in den übrigen zehn haben Sie gar keine Wahl, weil dort nur ein einziger Trailmax existiert. Bevor Sie also lange zwischen Mixtour und Raid abwägen, lohnt der Blick, ob Ihre Größe überhaupt in beiden Linien angeboten wird.

Ein technischer Unterschied zieht sich durch die Reihe: Die vier modernen Trailmax sind Radialreifen, der Klassiker ist ein Diagonalreifen (Bias). Radialreifen laufen bei hohem Tempo und viel Zuladung stabiler und kühler und sind auf den heutigen schweren Reiseenduros Standard. Diagonalreifen sind einfacher aufgebaut, oft robuster gegen Schläge auf grobem Terrain und in der Regel günstiger – ideal für leichtere und ältere Maschinen. Welcher Bautyp für Sie zählt, entscheidet also schon die Maschine, bevor es überhaupt um Straße oder Gelände geht.

Von der Straße ins Gelände: die vier modernen Radialreifen

Meridian – fast nur Asphalt. Der Trailmax Meridian ist der Straßen-Adventure-Reifen der Reihe: radialer Aufbau, ruhiges Laufbild, auf lange Laufleistung und hohe Geschwindigkeiten ausgelegt. Er ist zugleich die breiteste Linie im Sortiment – 13 Ausführungen in 12 Größen, preislich zwischen 101,60 € und 157,00 €. Er passt zu Fahrern, die eine große Reiseenduro fast ausschließlich auf befestigten Straßen bewegen und Gelände höchstens als Schotterzufahrt zum Campingplatz erleben. Wer den Adventure-Look will, aber praktisch nie vom Asphalt abbiegt, bekommt hier den ruhigsten Lauf der Reihe – nur eben nicht automatisch den günstigsten Preis, wie der übernächste Abschnitt zeigt.

Mixtour – der pragmatische Allrounder. Der Trailmax Mixtour trägt ein Profil mit spürbarem Blockanteil, bleibt aber ein Radialreifen für die Straße mit Reserven für Schotter und Feldweg. Dunlop bewirbt ihn ausdrücklich als preislich attraktiven Kompromiss – und diese Ansage hält im Regal stand. Mit 9 Ausführungen von 101,30 € bis 159,20 € ist er die pragmatische Wahl für Tourenfahrer, die den Großteil auf der Straße zurücklegen, aber nicht am ersten unbefestigten Weg umkehren wollen. Ein Detail am Rande, das bei der Suche stolpern lässt: Eine seiner neun Ausführungen ist in unserer Datenbank mit leicht abweichender Schreibweise erfasst. Wer nur nach einer Schreibvariante filtert, übersieht sie – im Modell-Hub sind alle neun beisammen.

Mission – der Weltreise-Reifen. Grobstolliger und markanter als Meridian und Mixtour ist der Trailmax Mission für ernsthafte Langstreckenabenteuer über wechselnden Untergrund gebaut. Er ist mit 10 Ausführungen die teuerste Linie der Reihe und beginnt bei 136,00 €; das Gros seiner Größen liegt zwischen 136,00 € und 187,20 €. Bei vier selten nachgefragten Größen liegt der gelistete Preis allerdings um ein Vielfaches darüber – teils beim Drei- bis Siebenfachen dessen, was dieselbe Größe in einer anderen Trailmax-Linie kostet. Solche Ausreißer entstehen bei Exotengrößen, die nur in Kleinstmengen beschafft werden. Prüfen Sie deshalb gerade beim Mission immer den Preis Ihrer konkreten Größe und halten Sie ihn gegen die Nachbarlinien; ein pauschales „der Mission kostet ungefähr …" führt hier in die Irre.

Raid – der Gelände-Spezialist. Der Trailmax Raid ist der geländestärkste des Quartetts. Dunlop positioniert ihn als 50/50-Reifen; der britische Fachtitel Motorcycle News beschreibt ihn im Test als „echten 50/50-Reifen" und bescheinigt ihm im Gelände ein Niveau auf Augenhöhe mit ausgesprochenen Grobstollern wie dem Michelin Anakee Wild oder dem Continental TKC 80, auf der Straße Grip nahe am Pirelli Scorpion Trail – bei nur leichtem Schieben des Vorderrads in schnellen Spitzkehren Quelle: Motorcycle News. Bei uns umfasst er 9 Ausführungen von 112,80 € bis 179,60 €. Für diese Gelände-Stärke zahlt man auf der Straße den üblichen Preis eines blockigen Profils: etwas mehr Abrollgeräusch und in der Regel raschere Abnutzung als bei einem reinen Straßenreifen. Wer nur wenige Prozent seiner Kilometer im Gelände fährt, verschenkt mit dem Raid Laufleistung – wer wirklich abseits des Asphalts unterwegs ist, bekommt dafür Grip, den Meridian und Mixtour dort nicht liefern.

Der klassische TrailMax – und der Sonderfall TR 91

Neben dem modernen Radial-Quartett führt Dunlop bis heute den ursprünglichen TrailMax in Diagonalbauweise. Er ist kein Hightech-Reifen, sondern ein ehrlicher, bezahlbarer Dauerläufer für leichte Einzylinder-Enduros, klassische Reiseenduros und sogar kleine Räder – die Baureihe reicht bis hinunter zu 10-Zoll-Größen ab 53,40 €. In Motorradgrößen beginnt er bei 91,80 € und bleibt in der Spitze mit 144,50 € unter den modernen Linien. Für Klassiker und leichte Enduros aus einer Zeit vor der Radial-Ära ist er häufig der einzige freigegebene und zugleich preiswerteste Reifen im Programm. Ältere Enduros und viele Reiseenduros fahren zudem Speichenräder mit Schlauch – auch dafür ist der klassische TrailMax in den passenden Diagonalgrößen ausgelegt. Wer eine solche Maschine bewegt, muss also nicht zwangsläufig zu einem teuren Radialreifen greifen.

Eine verbreitete Annahme sollten Sie trotzdem nicht ungeprüft übernehmen: dass der Klassiker immer die Sparvariante sei. In den fünf Größen, die er sich mit moderneren Linien teilt, ist er nur dreimal der günstigste Reifen. In 130/80-17 liegt er mit 126,60 € über dem Trailmax Meridian 130/80-17 65S für 109,10 € und über dem Trailmax Raid 130/80-17 65S für 112,80 € – der geländestarke Raid unterbietet hier also den alten Diagonalreifen um 13,80 €. Und in 140/80-17 ist der moderne Meridian mit 136,90 € rund 7,60 € günstiger als der Klassiker mit 144,50 €. Vor der Kaufentscheidung lohnt sich der direkte Vergleich in der eigenen Größe deshalb mehr als jede Faustregel.

Überraschend ist auch, was auf der Flanke des Klassikers steht. In 90/90-21 trägt er die Kennung 54H und ist damit bis 210 km/h freigegeben – der moderne, straßenorientierte Meridian ist in derselben Größe als 54S nur bis 180 km/h zugelassen. Der alte Diagonalreifen hat hier also die höhere Geschwindigkeitsfreigabe als der Radial-Straßenreifen. Das macht ihn nicht zum besseren Reifen für schwere Maschinen – Radialkarkasse, Zuladungsreserven und Fahrverhalten sprechen weiter für die modernen Linien –, aber es zeigt, wie wenig sich aus dem Baujahr einer Konstruktion ableiten lässt.

Der TrailMax TR 91 schließlich ist die sechste Bezeichnung im Regal und ein Restbestand aus einer früheren Generation: Wir führen ihn nur noch in einer einzigen Ausführung, dem TrailMax TR 91 140/80R17 69H für 153,90 €. Ausgerechnet in dieser Größe stehen ihm gleich vier Geschwister gegenüber, darunter der Meridian in identischer Kennung 69H für 136,90 € – also 17,00 € weniger. Wer den TR 91 nicht aus einem bestimmten Grund sucht, etwa weil er in der Reifenfreigabe seines Motorrads namentlich steht, greift in dieser Größe günstiger zu einer der aktuellen Linien.

Die Preisleiter stimmt nicht: der Mixtour unterbietet den Straßenreifen

Die naheliegende Erwartung lautet: je mehr Gelände, desto teurer – und der reine Straßenreifen ist die günstige Einstiegsstufe. Legt man alle 52 Ausführungen nebeneinander und vergleicht nur Größen, die es in beiden Linien gibt, kippt diese Erwartung an einer entscheidenden Stelle. In 5 von 6 gemeinsamen Größen ist der geländefähigere Mixtour günstiger als der straßenorientierte Meridian.

Am aussagekräftigsten sind die beiden Fälle, in denen beide Reifen exakt dieselbe Trag- und Geschwindigkeitskennung tragen, der Vergleich also wirklich Gleiches mit Gleichem misst:

In den übrigen drei gemeinsamen Größen liegt der Mixtour ebenfalls vorn, dort allerdings bei leicht abweichender Kennung: 120/70 R19 (101,30 € gegen 125,50 €), 170/60 R17 (119,20 € gegen 150,00 €) und 150/70 R18 (150,80 € gegen 157,00 €). Nur in 90/90-21 dreht sich das Bild, dort ist der Meridian mit 111,80 € gegenüber 117,50 € der günstigere. Diese beiden Größen sind zugleich die typische Vorder-/Hinterrad-Kombination vieler moderner Reiseenduros – welche Reifen dort sonst noch zur Wahl stehen, zeigt unser Ratgeber zu den Adventure-Größen 120/70 R19 und 170/60 R17.

Für die restlichen Linien gilt die Leiter dagegen sauber: Gegenüber dem Meridian ist der Raid in allen sieben gemeinsamen Größen teurer, gegenüber dem Mixtour in allen sechs. Der Mission liegt durchgängig darüber. Die tatsächliche Preisreihenfolge im Regal lautet also nicht „Straße billig, Gelände teuer", sondern: Mixtour und Meridian auf einer Stufe – mit dem Mixtour meist knapp davor –, darüber der Raid, darüber der Mission.

Praktische Folge: Wenn Ihre Größe in beiden Linien angeboten wird, kostet Sie der Sprung vom reinen Straßenreifen zum echten Schotter-Allrounder in der Regel nichts – im Gegenteil. Der Mixtour ist damit für die meisten Tourenfahrer die vernünftigste Wahl der Reihe, solange sie keine hohen Dauergeschwindigkeiten brauchen.

Ein Argument bleibt dem Meridian: die Geschwindigkeitsfreigabe. Er ist die einzige Linie, die bis W (270 km/h) reicht, während der Mixtour bei V (240 km/h) endet. Wer schwer bepackt und dauerhaft schnell auf der Autobahn unterwegs ist, kauft den Aufpreis also nicht umsonst – für alle anderen ist er schwer zu begründen.

Gleiche Größe, sechs Reifen: der Test in 90/90-21

Nirgends wird die Systematik der Reihe so anschaulich wie im gängigen 21-Zoll-Vorderrad 90/90-21. Diese eine Größe gibt es in allen fünf aktuellen Linien – und wegen einer zweiten Meridian-Ausführung sogar in sechs Varianten (Stand 19. Juli 2026):

  1. Klassischer TrailMax 54H – 105,30 € (Diagonal, bis 210 km/h)
  2. Meridian 90/90V21 54V – 110,60 € (bis 240 km/h)
  3. Meridian 90/90-21 54S – 111,80 € (bis 180 km/h)
  4. Mixtour 54H – 117,50 € (bis 210 km/h)
  5. Raid 54T – 125,50 € (bis 190 km/h)
  6. Mission 54T – 136,00 € (bis 190 km/h)

Dieselbe Reifengröße, sechs völlig unterschiedliche Reifen, 30,70 € Spanne – die Entscheidung fällt allein über den Einsatzzweck, nie über die Zahl auf der Flanke. Hier stimmt die Gelände-Leiter im Übrigen tadellos: vom Klassiker über Meridian und Mixtour bis zu Raid und Mission steigt der Preis genau in der Reihenfolge der Geländefähigkeit. Genau das macht diese Größe zum Lehrbuchbeispiel – und macht es zugleich so verführerisch, daraus eine allgemeine Regel abzuleiten, die in anderen Größen eben nicht trägt.

Der lehrreichste Punkt steckt in den beiden Meridian-Ausführungen. Der Trailmax Meridian 90/90V21 54V ist bis 240 km/h freigegeben und kostet 110,60 €; die Variante 54S ist bis 180 km/h zugelassen und kostet 111,80 €. Die schnellere Ausführung ist hier also 1,20 € günstiger als die langsamere – der Aufpreis für die höhere Freigabe ist nicht nur klein, er ist negativ. Wer nur auf „90/90-21" filtert und den erstbesten Treffer nimmt, zahlt mehr und bekommt weniger. Welcher Vorderreifen in dieser Schlüsselgröße zu welcher Maschine passt, zeigt unser Vorderreifen-Ratgeber für 90/90 R21.

Was auf der Flanke steht, entscheidet mit

Der Fall der beiden Meridian-Ausführungen ist kein Einzelfall, sondern die wichtigste praktische Lehre aus den Regaldaten: Die Größe allein identifiziert einen Reifen nicht. Dazu gehören immer die Bauart und die vollständige Kennung aus Traglast- und Geschwindigkeitsindex. Wie sich diese Angaben zusammensetzen und lesen lassen, erklärt unser Ratgeber zum Aufbau der Motorradreifen-Größe.

Wie groß der Unterschied ausfallen kann, zeigt der Meridian in 130/80-17. Diese Größe führen wir von ihm zweimal: einmal als 130/80-17 in der Kennung 65S für 109,10 €, einmal als 130/80R17 in der Kennung 65H für 153,70 €. Gleiche Nennmaße, gleicher Traglastindex 65 – und trotzdem 44,60 € Unterschied, also gut 40 %. Der Aufpreis kauft die höhere Geschwindigkeitsfreigabe (210 statt 180 km/h) und die radiale Ausführung. Für eine Maschine, deren Freigabe eine dieser beiden Varianten ausdrücklich verlangt, ist die Wahl damit vorgegeben; wer frei wählen kann und selten schneller als Landstraßentempo fährt, spart hier spürbar.

Ein zweiter Blick lohnt sich auf den Geschwindigkeitsindex als Wegweiser zum Einsatzzweck. Über die vier modernen Linien hinweg gilt: Der Meridian reicht bis W, der Mixtour bis V, der Raid nur bis T und der Mission trägt in allen zehn Ausführungen ausschließlich T. Je geländeorientierter der Reifen, desto niedriger die Freigabe – das ist kein Zufall, sondern eine Folge der grobstolligeren Profile und weicheren Mischungen. Wer also einen Trailmax mit „S" oder „T" in der Kennung in der Hand hält, hat einen Gelände-Reifen vor sich. Nur beim Klassiker greift diese Faustregel nicht: Er deckt von J über S und T bis H alles ab, weil er von der 10-Zoll-Rollergröße bis zur 17-Zoll-Enduro ein sehr breites Feld bedient.

Vorne und hinten: nie zwei Linien mischen

So verlockend es klingt, einen günstigen Straßenreifen vorne mit einem Grobstoller hinten zu kombinieren – tun Sie es nicht. Dunlop stimmt Vorder- und Hinterreifen innerhalb einer Linie aufeinander ab; erst dieses Paar ergibt das vorgesehene Fahrverhalten. Ein straßenorientierter Meridian vorne und ein grobstolliger Raid hinten unterscheiden sich in Profil, Kontur und Karkasse so stark, dass unruhiges Handling und ein unberechenbares Einlenkverhalten die Folge sein können – ein echtes Sicherheitsrisiko, kein Spartrick.

Das gilt besonders in den Größen, in denen die Preisunterschiede zwischen den Linien groß sind: Gerade dort ist die Versuchung am größten, vorne und hinten zu mischen, und gerade dort sind die Reifen konstruktiv am weitesten voneinander entfernt. Bleiben Sie deshalb innerhalb einer Trailmax-Linie und halten Sie sich an die Reifenfreigabe Ihres Motorrads. Wann vorne und hinten überhaupt verschiedene Reifen vorn und hinten zulässig sind, erklärt unser gesonderter Ratgeber.

So finden Sie den passenden Trailmax

Ordnen Sie ehrlich Ihren tatsächlichen Kilometeranteil zu – nicht den Wunschtraum von der Wüstenpiste:

  • Fast nur Straße, selten Schotterzufahrt: Meridian – vor allem, wenn Sie die hohe Geschwindigkeitsfreigabe brauchen. Wer wirklich nie ins Gelände abbiegt, ist mit einem reinen Sport-Touring-Reifen wie dem Dunlop RoadSmart IV oft noch besser bedient.
  • Touren mit etwas Schotter und Feldweg: Mixtour – in den meisten gemeinsamen Größen zugleich die günstigere Wahl.
  • Große Reisen über wechselnden Untergrund mit spürbarem Gelände-Anteil: Mission, mit Preisprüfung in der konkreten Größe.
  • Echtes Gelände, Enduro-Wandern, rund 50/50: Raid.
  • Kleine, leichte oder ältere Enduro und schmales Budget: klassischer TrailMax – aber in 17 Zoll gegen Meridian und Raid gegenrechnen.

Ein zweiter Faktor neben dem Gelände-Anteil ist die Beladung: Wer schwer bepackt zu zweit auf Tour geht, sollte den Reifen mit ausreichender Traglastkennung und passender Geschwindigkeitsfreigabe wählen und den Luftdruck an die Zuladung anpassen – gerade die Straßen-Modelle Meridian und Mixtour spielen ihre Stärken bei hoher Last und Autobahntempo aus. Wer den Reifen überwiegend im kurzen Stadt- und Landstraßenbetrieb nutzt, profitiert dagegen weniger von einem groben Profil als von ruhigem Lauf und langer Haltbarkeit.

Und weil sich die Reihe in nur 21 Größen aufteilt, führt der schnellste Weg über die Größe statt über den Modellnamen: Sehen Sie zuerst nach, welche Trailmax-Linien es in Ihrer Größe überhaupt gibt, und entscheiden Sie erst dann über den Einsatzzweck. Das komplette Enduro- und Adventure-Programm können Sie im Shop nach Größe filtern. Wie Sie Ihren realen Straßen-Gelände-Anteil ehrlich einschätzen, zeigt außerdem der Ratgeber Straße und Gelände richtig abwägen. Prüfen Sie vor jedem Kauf, ob der gewünschte Reifen für Ihr Motorrad freigegeben ist – die Größe allein genügt nicht. Dann ist die Trailmax-Reihe für fast jede Reiseenduro die passende Wahl, egal ob Ihr Weg auf dem Asphalt endet oder erst dort beginnt.

Häufige Fragen

Passen Trailmax-Reifen auf schwere Reiseenduros?

Ja. Die vier modernen Radialreifen – Meridian, Mixtour, Mission und Raid – decken die gängigen 17- bis 21-Zoll-Größen schwerer Reiseenduros ab. Voraussetzung ist immer, dass die konkrete Größe für Ihr Modell freigegeben ist; das entnehmen Sie der Bedienungsanleitung oder der Reifenfreigabe.

Ist der Straßenreifen der Reihe wirklich der teurere?

In den Größen, die beide Linien führen, meistens ja: In 5 von 6 gemeinsamen Größen kostet der geländefähigere Mixtour weniger als der Meridian, bei zwei davon sogar bei identischer Kennung. Der Meridian rechtfertigt seinen Aufpreis vor allem über die höhere Geschwindigkeitsfreigabe bis W.

Darf ich einen Meridian vorne und einen Raid hinten fahren?

Nein. Halten Sie sich innerhalb einer Trailmax-Linie, weil Dunlop Vorder- und Hinterreifen einer Linie aufeinander abstimmt. Unterschiedliche Linien haben abweichende Profile und Konturen, was zu unruhigem Handling führen kann und die vorgesehene Reifenkombination Ihres Motorrads verletzt.

Wie viel Gelände hält der Trailmax Raid aus?

Dunlop positioniert den Raid als 50/50-Reifen für Straße und Gelände. Laut dem Test von Motorcycle News liegt er im Gelände auf dem Niveau ausgesprochener Grobstoller – er eignet sich also für ernsthaftes Enduro-Wandern und Schotterpisten, bleibt aber ein straßenzugelassener Adventure-Reifen und kein reiner Cross-Reifen.

Schlagwörter: Dunlop Trailmax Adventure-Reifen Reise-Enduro Motorradreifen Kaufberatung

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